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Dienstag, 29. Juni 2021

Befreiung des hl. Petrus aus dem Gefängnis

 

Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis, Saal des Heliodors, Stanzen des Raffael
 

Die Befreiung von Petrus zeigt den Apostelfürsten und ersten Papst, der durch ein Wunder von einem Engel aus dem Kerker gerettet wird, während seine Bewacher schlafen (Apostelgeschichte 12, 5-12). In der Szene wird auf Julius II. (1503-1513) Bezug genommen, der vor seiner Wahl zum Papst Kardinal von S. Pietro in Vincoli war.
Mit der wunderbaren Darstellung des Lichts zieht Raffael einen Vergleich zwischen dem göttlichen Licht des Engels und dem der Morgenröte, des Mondes, der Fackeln und deren Reflexen auf den Rüstungen und sogar mit dem natürlichen Licht, das durch das Fenster eindringt und außergewöhnliche Effekte bildet.

(Vatikanische Museen)


Lesung aus der Apostelgeschichte 12

In jenen Tagen
1 ließ der König Herodes
einige aus der Gemeinde verhaften und misshandeln.
2Jakobus, den Bruder des Johannes,
ließ er mit dem Schwert hinrichten.
3Als er sah, dass es den Juden gefiel,
ließ er auch Petrus festnehmen.
Das geschah in den Tagen der Ungesäuerten Brote.
4Er nahm ihn also fest
und warf ihn ins Gefängnis.
Die Bewachung übertrug er vier Abteilungen von je vier Soldaten.
Er beabsichtigte,
ihn nach dem Paschafest dem Volk vorführen zu lassen.
5Petrus wurde also im Gefängnis bewacht.
Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott.
6In der Nacht, ehe Herodes ihn vorführen lassen wollte,
schlief Petrus, mit zwei Ketten gefesselt, zwischen zwei Soldaten;
vor der Tür aber bewachten Posten den Kerker.
7Und siehe, ein Engel des Herrn trat hinzu
und ein Licht strahlte in dem Raum.
Er stieß Petrus in die Seite,
weckte ihn
und sagte: Schnell, steh auf!
Da fielen die Ketten von seinen Händen.
8Der Engel aber sagte zu ihm:
Gürte dich und zieh deine Sandalen an!
Er tat es.
Und der Engel sagte zu ihm:
Wirf deinen Mantel um und folge mir!
9Und Petrus ging hinaus
und folgte ihm,
ohne zu wissen, dass es Wirklichkeit war,
was durch den Engel geschah;
es kam ihm vor,
als habe er eine Vision.
10Sie gingen an der ersten und an der zweiten Wache vorbei
und kamen an das eiserne Tor, das in die Stadt führt;
es öffnete sich ihnen von selbst.
Sie traten hinaus
und gingen eine Gasse weit;
und sogleich verließ ihn der Engel.
11Da kam Petrus zu sich
und sagte: Nun weiß ich wahrhaftig,
dass der Herr seinen Engel gesandt
und mich der Hand des Herodes entrissen hat
und alldem, was das Volk der Juden erwartet hat.

(1. Lesung von Peter und Paul, am Tag)


Auferweckung der Tabita durch Petrus, Ely Cathedral

Petrus - Maternus Fenster im Kölner Dom

Schlüsselgewalt, Relief Kanzel, sitzende Petrusfigur, St. Pierre - Caen

Hinrichtung der Apostelfürsten Peter und Paul - Götzens, B16 Predigt, 29.6.2008

Verabschiedung der Apostel vor der Hinrichtung - Peter und Paul - Götzens

St. Petrus in Gallicantu (Jerusalem)

Petrus sendet Apollinaris nach Ravenna (Kathedrale von Ravenna)

Petrus und Paulus in Notre Dame du Sablon (B16, Predigt 29.6.2005)

Petrus heilt den Gelähmten im Tempel (Kathedrale Ely)

der wunderbare Fischfang, Relief Vorhalle Petersdom

Glasfenster in der Kathedrale in Ely (Jesus heilt die Schiegermutter des Petrus)

Liebst du mich? Glasfenster Petrus

Berufung des Paulus - Martyrium des Petrus (Unterstinkenbrunn)

Die Verleugnung des Petrus
Das Haus des hl. Petrus in Kafarnaum
Petrus verleiht das Pallium Leo III. ( Triclinium Leoninum)
Die Häupter der Apostelfürsten in der Lateranbasilika
Die Schlüsselgewalt Petri
Am Grab Petri 
Lehrvollmacht - Stuhl Petri (London)
Petrus tröstet und heilt die hl. Agatha
Ich mache euch zu Menschenfischern 
Petrus und Paulus erscheinen Konstantin im Traum
Petrus empfängt die Gerechten beim Himmelstor
Petruszyklus in Annecy

Freitag, 17. Juli 2020

Leo IV., Papst

Papst Leo IV., Stanzen des Raffael


Leo IV., Papst 847855, Benediktiner, Heiliger, Römer,  17. 7. 855 Rom; bemühte sich um den militärischen Schutz der 846 von den Sarazenen heimgesuchten Stadt Rom; das rechtstiberinische Viertel mit St. Peter erhielt eine starke Befestigung (Leostadt). 850 krönte er Ludwig II., den Sohn Lothars I., zum Kaiser. Fest: 17. 7.
(wissende)

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Hedwig von Polen.



Seeschlacht bei Ostia


In der Seeschlacht von Ostia standen sich im Jahr 849 die Truppen Leos IV. (847-855) und die Sarazenen gegenüber. Das Werk stellt eine Verherrlichung des Sieges der päpstlichen Soldaten und zugleich eine Anspielung auf den Kreuzzug gegen die Ungläubigen dar, den Papst Leo X. (1513-1521) unterstützt hatte.


Sieg Leos IV. bei Ostia über die Sarazenen, Vatikanische Museen, Stanzen des Raffael

Sonntag, 24. März 2019

Mose und der brennende Dornbusch

Mose und der brennende Dornbusch, Raphael, Vatikanische Museen


Lesung aus dem Buch Exodus Ex 3, 1-8a.13-15
1In jenen Tagen weidete Mose die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb.
2Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht.
3Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
4Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
5Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
6Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
7Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid.
8aIch bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
13Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen?
14Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich-bin-da“. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich-bin-da“ hat mich zu euch gesandt.
15Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer, und so wird man mich nennen in allen Generationen.

(1. Lesung vom 3. Fastensonntag, Lesejahr C)




Vertreibung des Heliodor, darüber Mose und der brennende Dornbusch, Vatikanische Museen, Rom

Liebe Brüder und Schwestern, die wichtige Zeit der Fastenzeit lädt einen jeden von uns ein, das Geheimnis Gottes zu erkennen, das in unserem Leben gegenwärtig wird, wie wir in der ersten Lesung gehört haben.
Mose sieht in der Wüste einen Dornbusch, der brennt, aber nicht verbrennt. In einem ersten Moment kommt er von Neugier gedrängt näher, um sich dieses geheimnisvolle Geschehen anzusehen, als plötzlich aus dem Dornbusch eine Stimme seinen Namen ruft und fortfährt: »Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs« (Ex 3,6). Und gerade dieser Gott ist es, der ihn mit dem Auftrag nach Ägypten zurückschickt, das Volk Israel in das verheißene Land zu führen und den Pharao in seinem Namen um die Befreiung Israels zu bitten.
Daraufhin fragt Mose Gott nach seinem Namen, nach dem Namen, mit dem Gott seine besondere Hoheit zeigt, so daß er sich dem Volk und dann dem Pharao vorstellen kann. Die Antwort Gottes mag merkwürdig anmuten; sie scheint eine Antwort und gleichzeitig keine Antwort zu sein. Er sagt von sich einfach: »Ich bin der ›Ich-bin-da‹«. »Er ist«, und das muß genügen. 

Gott hat also die Bitte des Mose nicht abgeschlagen, er offenbart seinen Namen und schafft auf diese Weise die Möglichkeit der Anrufung, des Rufes, der Beziehung. Indem er seinen Namen offenbart, stiftet Gott eine Beziehung zwischen sich und uns. Er kann angerufen werden, er tritt in eine Beziehung mit uns und gibt uns die Möglichkeit, in einer Beziehung mit ihm zu stehen. Das bedeutet, daß er sich in gewisser Weise unserer menschlichen Welt überläßt und so zugänglich wird, gleichsam einer von uns. Er nimmt die Gefahr der Beziehung auf sich, des Mit-uns-Seins.

Das, was seinen Anfang beim brennenden Dornbusch in der Wüste genommen hatte, erfüllt sich im brennenden Dornbusch des Kreuzes, wo Gott, der in seinem menschgewordenen Sohn zugänglich, wirklich einer von uns geworden ist, unseren Händen überlassen wird und auf diese Weise die Befreiung der Menschheit verwirklicht. Gott, der sich in der Nacht der Flucht aus Ägypten als der Befreier von der Knechtschaft offenbart hat, offenbart sich auf Golgota als der, der jeden Menschen mit der heilbringenden Kraft des Kreuzes und der Auferstehung umarmt und ihn von Sünde und Tod befreit, ihn in der Umarmung seiner Liebe annimmt. 

(Papst Benedikt XVI., 7. März 2010)