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Samstag, 20. Juni 2026

Am Grab der seligen Margarete Ebner

Ebnerkapelle im Jahr 2020
 

Gleichzeitig mit dem Ostflügel des Klosters Maria Medingen wurde 1753 bis 1758 die Ebnerkapelle südlich an das Langhaus der Klosterkirche angebaut und vor dem Altar der Kapelle das Hochgrab der 1979 seliggesprochenen Mystikerin Margareta Ebner (1291–1351) untergebracht, die von 1305 bis zu ihrem Tod im Kloster Maria Medingen lebte. Die Grabplatte mit ihrer Liegefigur wurde im 14. Jahrhundert, kurze Zeit nach ihrem Tod, von einem Lauinger Steinmetz angefertigt. (wiki)

Grabplatte von Margarete Ebner, 14. Jhdt, Ebnerkapelle, Maria

Ordensfrau, Mystikerin
Namensdeutung: die Perle (griech.)
Namenstage: Margarete, Margret, Margareta, Margit, Marga, Greta, Margot, Maggie, Maret, Margitta, Marika
Gedenktag: 20. Juni

Lebensdaten: geboren um 1291 in Donauwörth, gestorben am 20. Juni 1351 in Mödingen bei Dillingen

Lebensgeschichte: Margarete Ebner war die Tochter eines Donauwörther Patriziers und trat mit 15 Jahren als Chorschwester in das Kloster der Dominikanerinnen von Maria Medingen ein. Ab 1312 war sie ständig krank, konnte weder essen noch trinken und zog sich immer mehr von der Klostergemeinschaft zurück. Es folgten Schwellungen und Lähmungen, die sie ans Bett fesselten. In dieser Zeit erfuhr Margarete Visionen, in denen sie von Jesus Christus direkt angesprochen wurde.

1325 kehrte sie für ein Jahr zu ihrer Familie nach Donauwörth zurück, weil ihr Kloster infolge kriegerischer Auseinandersetzungen aufgelöst worden war. Nach Wiederaufnahme des Ordenslebens besserte sich ihr gesundheitlicher Zustand merklich, und sie band sich stärker an die Gemeinschaft.

1332 lernte sie den Priester Heinrich von Nördlingen kennen, der sie geistlich begleitete, sie mit Schriften anderer Mystiker bekanntmachte und sie zur Niederschrift ihrer eigenen Erfahrungen ermunterte. Margarete verfasste ein „Büchlein“ genanntes Tagebuch, in dem sie ihre Visionen und Auditionen sowie Gebete und Briefauszüge festhielt. Ihre Korrespondenz mit Heinrich von Nördlingen ist der älteste erhaltene Briefwechsel in deutscher Sprache.

Eine Besonderheit von Margaretes Mystik sind die Dialoge, die sie als eine Art „Amme“ mit einer hölzernen Jesuspuppe führte. Sie starb mit 60 Jahren im Ruf der Heiligkeit.

Verehrung: Margarete erhielt im Klosterkapitel ein kunstvolles Grabmal, dessen Inschrift sie eine „Selige“ nennt. Nach 600-jähriger Verehrung nahm Papst Johannes Paul II. am 24. Februar 1979 an ihr seine erste Seligsprechung vor.

Darstellung: als Dominikanerin mit Kreuz, Kind oder Bußwerkzeug


„Do neigete sich unser herre zuo mir und truckte mich an sin herz. Do wart min sele erfüllet mit süezekeit und mit solicher minne, daz ich nit enmochte begrifen, waz got an dem menschen gewirken mag.“

„Da neigte sich unser Herr zu mir und drückte mich an sein Herz. Da wurde meine Seele mit Süße und mit einer solchen Liebe erfüllt, dass ich nicht begreifen konnte, was Gott am Menschen wirken kann.“

        (Margarete Ebner) 

Selige Margarete Ebner, bitte für uns!

Donnerstag, 30. April 2026

Pius V., Dominikaner und Papst

Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche, Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Pius V., Schlacht von Lepanto 

Hochaltarbild in der Dominikanerkirche in Waitzen, Vac, Pius V. und die Schlacht von Lepanto

Statue in der Dominikanerkirche in Dubrovnik (mit Meeressonnenuntergang)

Am Grab des hl. Pius V. in S. Maria Maggiore

Pius V. ( Basilika in Pompei)

Pius V in S. Maria Maggiore (Rom)

Pius V. in St Dominics Priory (London), Katharina von Cardonne und ihre Vision bezüglich Lepanto

Dominikanerkirche in Valletta, Pius V. und der Sieg über die Osmanen 


Papst
Namensdeutung: der Fromme (lat.)
Namenstage: Pius, Pio, weibl.: Pia
Gedenktag: 30. April

Lebensdaten: geboren am 17. Januar 1504 in Bosco bei Alessandria, gestorben am 1. Mai 1572 in Rom

Lebensgeschichte: Antonio Ghislieri stammte aus einem im Exil verarmten Bologneser Patriziergeschlecht und trat 14-jährig mit dem Namen Michele in den Dominikanerorden ein. Nach seinem Studium und der Priesterweihe 1528 lehrte er bis 1544 Philosophie an der Universität Pavia und stieg gleichzeitig über verschiedene Ämter zum Generalsuperior des Ordens für die Lombardei auf, worauf er in die Römische Inquisition berufen wurde. Von Kardinal Gian Pietro Carafa gefördert, führte Frater Michele in Oberitalien einige heikle Prozesse gegen Bischöfe durch, welche der Sympathie für die Reformation verdächtig waren. 1551 setzte ihn Papst Julius III. als Generalkommissar der Römischen Inquisition ein. Als sein Mentor Carafa 1555 als Paul IV. den Papststuhl eingenommen hatte, betraute dieser ihn mit dem Index der verbotenen Bücher, ernannte ihn zum Bischof und kreierte ihn zum Kardinal.

1566 ging er mit Unterstützung Karl Borromäus’ und Alessandro Farneses als Papst Pius V. aus dem Konklave heraus, legte aber sein Ordenshabit nicht ab – auf ihn soll das Weiß der Päpste zurückgehen –, sondern setzte seine Lebensgewohnheiten als Bettelmönch inmitten des Apostolischen Palasts fort. Er reformierte die kuriale Verwaltung, trieb Nepotismus und Vetternwirtschaft aus und führte die Beschlüsse des Trienter Konzils (1545–1563) durch, darunter die Residenzpflicht von Klerikern in ihren Sprengeln, die Schaffung von Priesterseminaren, die Veröffentlichungen des Römischen Katechismus, Breviers und Missales für die gesamte katholische Kirche. Diese liturgischen Bücher blieben 400 Jahre in Geltung. Durch die Erhebung Thomas von Aquins zum Kirchenlehrer und die Herausgabe seiner Werke – die Ausgabe heißt nach ihm die „Piana“ – machte er seinen Ordensbruder für Jahrhunderte zur maßgeblichen Autorität in der Priesterausbildung.

So streng Pius V. regierte und so unnachgiebig er Glaubensabweichungen bekämpfte – das Volk achtete ihn seiner Bescheidenheit und Demut sowie seiner Fürsorge wegen. Der Papst gründete zwei römische Krankenhäuser, richtete mit dem „Monte di Pietà“ ein vielfach kopiertes Leihhaus zur Unterstützung Bedürftiger ein und half einer drohenden Hungersnot durch Lebensmittelspenden ab.

International stand er sich mit seiner Intransigenz selber im Wege. In Spanien konnte er die Konzilsbeschlüsse gegen die Krone nicht durchsetzen, Frankreich brachte er an den Rand des Bürgerkriegs und in England läutete er durch den Bann der Königin eine entsetzliche Katholikenverfolgung ein. Trotzdem gelang ihm das Schmieden der Heiligen Allianz aus Spanien, Genua und Venedig mit dem glänzenden Sieg der christlichen Flotte unter Don Juan de Austria gegen die türkische Seemacht bei Lepanto am 7. Oktober 1571, den der Papst dem Rosenkranzgebet zusprach, um das er gebeten hatte und das dadurch weltweit an Bedeutung gewann.

Pius V. verweigerte sich einer Behandlung seiner Prostatavergrößerung und starb am 1. Mai 1572 an Nierenversagen.

Verehrung: Pius wurde zuerst im Petersdom bestattet und 1588 in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt, wo er in der Kapelle Sixtus’ V. ruht. Er wurde 1672 selig- und 1712 heiliggesprochen.

Darstellung: als Papst im Dominikanerhabit, mit Rosenkranz

Patron: von Valletta (Malta), Bosco Marengo, Pietrelcina, Roccaforte Mondovi, des Bistums Alessandria

(bistumaugsburg

Jesus und mit Maria mit dem Apostel Andreas, Papst Pius V. und Vinzenz Ferrer

Dominikanerkirche in Chioggia

 

Mittwoch, 28. Januar 2026

Wer also Gott liebt, hat ihn in sich (Thomas von Aquin)

 

Thomas von Aquin bei der Kanzel
Die Wahrheit spricht meine Zunge,
Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel
Sprichwörter 8,7

 

Der Triumpf des hl. Thomas in der Spanischen Kapelle in S. Maria Novella, Florenz

Der Reliquienschrein des hl. Thomas in Toulouse

Thomas von Aquin in Znaim 

Thomas und Maria in S. Maria sopra Minerva, Rom

Thomas auf der Lateranbasilika

Thomas in Neapel (S. Domenico Maggiore)

Thomas von Aquin in Wien

Thomas von Aquin und die hl. Eucharistie - Bologna

Noch mal Toulouse (Fresko, Statue und Detail des Reliquienschreins)

Thomas von Aquin - Bologna

Thomas von Aquin - betend Theologie betreiben (St Dominic´s Prior, London) 

Statue in Basilika Cateriniana di San Domenico (Hymnus Auge des Adlers)


Szent Judas Tade Templom, Sopron/Ödenburg
 

Nicht alle Menschen können sich wissenschaftlichen Studien hingeben. Darum besteht das Gesetz Christi nur aus wenigen Worten, so daß alle es wissen können und niemand wegen Unkenntnis von der Beobachtung ausgenommen sei. Und das ist das Gesetz der göttlichen Liebe: Der Herr wird handeln, indem er sein Wort auf der Erde erfüllt und durchsetzt.

Dies Gebot muß aber die Regel allen menschlichen Tuns sein. Bei einem Kunstwerk urteilen wir: Es ist gut und richtig, wenn es den Regeln der Kunst entspricht; so ist auch jedes menschliche Tun richtig und tugendhaft, wenn es mit der Regel des Gebotes der Gottesliebe übereinstimmt. Wenn es aber von dieser Regel abweicht, ist es nicht gut und auch nicht recht und nicht vollkommen.
Dieses Gebot der Gottesliebe bringt im Menschen vier höchst wünschenswerte Wirkungen hervor.

Erstens, es ruft in ihm das geistliche Leben hervor. Natürlicherweise ist es ja so, daß das Geliebte im Liebenden ist. Wer also Gott liebt, hat ihn in sich. "Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm."

Die Natur der Liebe ist, daß sie den Liebenden in das Geliebte verwandelt. Wenn wir Gott lieben, werden wir vergöttlicht. "Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm." 
Augustinus sagt: "Wie die Seele das Leben des Leibes ist, so ist Gott das Leben der Seele." So handelt die Seele tugendhaft und vollkommen, wenn sie in der Liebe handelt, durch die Gott in ihr wohnt. Ohne Liebe aber ist sie nicht tätig. "Wer nicht liebt, bleibt im Tod."
Wenn aber einer alle Gaben des Heiligen Geistes hätte, ohne die Liebe, hätte er das Leben nicht. Sei es die Gabe der Sprachen oder Gabe des Glaubens oder irgendeine andere Gabe: ohne die Liebe schenken sie nicht das Leben. Selbst wenn ein Leichnam mit Gold und Edelsteinen bedeckt wird, bleibt er dennoch tot. (....)
(Thomas von Aquin, aus dem theologischen Werk über die zwei Gebote der Liebe und die zehn Gebote, Proprium der Dominikaner, 206f)

ehemalige Dominikanerkirche in Ödenburg

Freitag, 8. August 2025

Augenblicke finden, um in Ruhe zu beten

 

Dominikanerkirche zu den Heiligen Paulus und Franz Xaver, Bordeaux

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Priesters Dominikus de Guzmán, Gründer des Predigerordens, genannt Dominikaner. In einer vorhergehenden Katechese habe ich bereits seine hervorragende Gestalt und den grundlegenden Beitrag, den er zur Erneuerung der Kirche seiner Zeit geleistet hat, erläutert. Heute möchte ich einen wesentlichen Aspekt seiner Spiritualität beleuchten: sein Gebetsleben. Der hl. Dominikus war ein Mann des Gebets. Er war verliebt in Gott und hatte kein anderes Bestreben als das Heil der Seelen, besonders jener, die in die Fänge der Irrlehren seiner Zeit geraten waren; in der Nachfolge Christi verkörperte er radikal die drei evangelischen Räte, indem er die Verkündigung des Wortes mit dem Zeugnis eines armen Lebens verband; unter der Führung des Heiligen Geistes schritt er auf dem Weg der christlichen Vollkommenheit voran. In jedem Augenblick war das Gebet die Kraft, die seine apostolischen Werke erneuerte und immer fruchtbarer machte.

Der sel. Jordan von Sachsen, der 1237 starb, sein Nachfolger in der Ordensleitung, schreibt: »Bei Tag zeigte sich niemand geselliger als er… Bei Nacht hingegen wachte niemand eifriger als er im Gebet. Den Tag widmete er dem Nächsten, die Nacht aber schenkte er Gott« (vgl. P. Filippini, San Domenico visto dai suoi contemporanei, Bologna 1982, S. 133). Im hl. Dominikus erblicken wir ein Beispiel der harmonischen Ergänzung der Betrachtung der göttlichen Geheimnisse und der apostolischen Tätigkeit. Den Zeugnissen der Personen zufolge, die ihm am nächsten standen, »sprach er immer mit Gott oder von Gott«. Diese Beobachtung verweist auf seine tiefe Gemeinschaft mit dem Herrn und gleichzeitig das ständige Bemühen, die anderen zu dieser Gemeinschaft mit Gott zu führen. Er hat keine Schriften über das Gebet hinterlassen, aber die dominikanische Überlieferung hat seine lebendige Erfahrung gesammelt und weitergegeben in einem Werk mit dem Titel Die neun Gebetsweisen des Dominikus. Dieses Buch wurde zwischen 1260 und 1288 von einem Dominikanerbruder verfaßt; es hilft uns, etwas vom Innenleben des Heiligen zu verstehen, und es hilft auch uns, mit allen Unterschieden, etwas darüber zu lernen, wie man beten soll.

Dem hl. Dominikus zufolge gibt es also neun Gebetsweisen, und jede von ihnen, die er stets vor dem gekreuzigten Christus pflegte, bringt eine körperliche und eine geistliche Haltung zum Ausdruck, die einander tief durchdringen und die Sammlung und den Eifer fördern. Die ersten sieben Weisen folgen einer aufsteigenden Linie, wie Schritte eines Weges, zur Gemeinschaft mit Gott, mit der Dreifaltigkeit: Der hl. Dominikus betet stehend mit gesenktem Haupt, um die Demut zum Ausdruck zu bringen, auf die Erde hingestreckt, um die Vergebung seiner Sünden zu erbitten, auf Knien, um in Teilhabe an den Leiden des Herrn Buße zu tun, mit offenen Armen auf den Gekreuzigten hinschauend, um die höchste Liebe zu betrachten, mit dem Blick zum Himmel gerichtet, wo er sich von der Welt Gottes angezogen fühlt. Es gibt also drei Formen: stehend, kniend, auf die Erde hingestreckt; aber stets auf den gekreuzigten Herrn hinschauend. Die letzten beiden Weisen jedoch, bei denen ich kurz verweilen möchte, entsprechen zwei Frömmigkeitsübungen, die der Heilige gewöhnlich lebte. Vor allem die persönliche Betrachtung, wo das Gebet eine noch innigere, leidenschaftlichere und Zuversicht schenkende Dimension annimmt. Am Ende des Stundengebets und nach der Feier der Messe verlängerte der hl. Dominikus das Gespräch mit Gott, ohne sich zeitliche Grenzen zu setzen. Er saß ruhig da und sammelte sich innerlich in einer hörenden Haltung, las ein Buch oder heftete den Blick auf den Gekreuzigten.

Er lebte diese Augenblicke der Beziehung zu Gott so intensiv, daß man seine freudigen oder traurigen Reaktionen auch äußerlich wahrnehmen konnte. Er hat also in der Betrachtung die Wirklichkeit des Glaubens in sich aufgenommen. Die Zeugen berichten, daß er manchmal in eine Art Verzückung eintrat, mit verklärtem Gesicht, aber sofort darauf demütig seine täglichen Tätigkeiten wiederaufnahm, mit neuer Energie aus der Kraft, die aus der Höhe kommt. Dann das Gebet auf den Reisen von einem Kloster zum anderen; er betete die Laudes, die Mittagshore, die Vesper mit den Gefährten, und während er die Täler und Hügel durchquerte, betrachtete er die Schönheit der Schöpfung. Dann ging aus seinem Herzen ein Gesang des Lobes und des Dankes an Gott hervor für die vielen Gaben, vor allem für das größte Wunder: die von Christus gewirkte Erlösung.

Liebe Freunde, der hl. Dominikus erinnert uns daran, daß am Ursprung des Glaubenszeugnisses, das jeder Christ in der Familie, am Arbeitsplatz, im sozialen Einsatz und auch in Augenblicken der Entspannung geben muß, das Gebet, der persönliche Kontakt mit Gott steht; nur diese echte Beziehung zu Gott gibt uns die Kraft, jedes Ereignis tiefer zu leben, besonders die Augenblicke des größten Leidens. Dieser Heilige ruft uns auch die Bedeutung der äußeren Haltungen bei unserem Beten in Erinnerung. Knien, vor dem Herrn stehen, auf den Gekreuzigten hinschauen, schweigend innehalten und sich sammeln sind nicht nebensächlich, sondern helfen uns, uns innerlich, mit der ganzen Person in Beziehung zu Gott zu stellen. Ich möchte noch einmal die Notwendigkeit für unser geistliches Leben in Erinnerung rufen, täglich Augenblicke zu finden, um in Ruhe zu beten; wir müssen uns diese Zeit besonders in den Ferien nehmen, etwas Zeit haben, um mit Gott zu sprechen. Es wird ein Weg sein, um denen, die uns nahe sind, zu helfen, in den leuchtenden Strahl der Gegenwart Gottes einzutreten, der den Frieden und die Liebe bringt, derer wir alle bedürfen. Danke.
(B16, 8. August 2012, Generalaudienz)


Maria überreicht Dominikus den Rosenkranz
Dominikanerkirche in Bordeaux

Montag, 24. März 2025

Der höchste Engel mit der wichtigsten Botschaft

Verkündigung des Herrn, Fra Angelico, San Marco Museum, Florenz

 

Zur Jungfrau Maria wird kein beliebiger Engel gesandt, sondern der Erzengel Gabriel.
Denn für diesen Dienst war es angemessen, dass der höchste Engel kam um die wichtigste aller Botschaften zu bringen.
Er wird deshalb mit seinem Namen genannt, damit durch das Wort bezeichnet wird, was er tat. Denn Gabriel heißt "Stärke Gottes".
Durch die Stärke Gottes also musste der verkündet werden, der als Herr der Kräfte und mächtig im Kampf kam, um die bösen Gewalten zu überwinden.
(Gregor der Große)

Verkündigung des Herrn
1 Glasfenster in Southwark Cathedral, London
2 Glasfenster der Ankündigung der Jungfrauengeburt durch Jesaja, Etheldreda´s Church, London
3 Tympanon der Marienkapelle, Würzburg, Ewiges Wort verwendet Sprachrohr als Rutsche
4 Glasfenster in Koekelberg, Brüssel
5 Verkündigungsaltar S. Ignazio, Rom
6 Verkündigungsrelief, S. Maria del Carmine, Brescia
7 Glasfenster S. Maria Maggiore, Triest
8 Glasfenster Ely Cathedral 
9 Mosaik, 6. Jh., Euphrasius Basilika, Porec
10 Glasfenster in ULF v. Chartres
11 Glasfenster in St. Ottilien
12 Glasfenster im Liebfrauendom, München
13 Musee d´arts, Brüssel
14 Fresko, S. Maria sopra Minerva, Rom
15 Glasfenster in der Franziskanerkirche in Pressburg
16 Dom von Orvieto
17 Maria am Gestade, Wien
18 Fresko, S. Maria in Trastevere, Rom
19 Glasfenster in All Saints, Cambridge
20 Kathedrale von Sevilla
21 Mosaik und Fresko im orthodoxen Nazareth
22 Kunsthistorisches Museum, auf Stein
23 neugotisches Altarretabel in der Kathedrale von Zagreb
24 Tympanon des Ericsdoms in Uppsala
25 Glasfenster in Saint Germain, Paris
26 Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum in Krakau
27 Relief im heiligen Haus im Loreto, Italien
28 Relief des Eingangstors, S. Maria Maggiore, Rom 
29 Fresko, griech. orthodoxe Dreifaltigkeitskirche, Wien
30 Verkündigungsmonstranz im Klemensmuseum, Maria am Gestade, Wien
31 Fresko in Silvesterkapelle in Santi Quattro Coronati, Rom
32 rumänisch-orthodoxe Kirche Knittelfeld, Österreich
33 Fresko in S. Zeno Maggiore, Steinrelief am Portal, Verona
34 Mosaik beim Portal v. Maria am Gestade, Wien
35 Glasfenster im Kölner Dom 
36 Fresko in der Kathedrale von Burgos
27 Taufstein von Johannes Paul II. in Wadowice, Polen
38 im Museum der Kathedrale von Burgos
39 Fresko in S. Maria infra Portas, Foligno

40 Verkündigungsszene auf dem Tabernakel in Pamhagen, Burgenland
41 Verkündigung auf dem Verduner Altar, Klosterneuburg
42 Tabernakel von Egino Weinert, St. Foillan, Aachen
43 Heilig Geist Kirche in Veresegyhaz, Ungarn
44 Verkündigungsfenster in Pfarrkirche Ybbs, Niederösterreich
45 in Loreto, Malerei

46 in Colmar, Altar im Museum Unterlinden 1

47 in Colmar, Museum Unterlinden 2

48 Fresko in der Wiener Dominikanerkirche

49 Maria am Gestade, Wien, Detail von Nr. 17, B16, 25.3.2007

50 Glasfenster in Notre Dame de la Chapelle, Brüssel

51 Glasfenster in meiner Heimatkirche

52 Glasfenster in der Kathedrale von Worcester 


 

 

Dienstag, 17. August 2021

Gott trat mit Maria mütterlich in sein Leben ein

 

Hyazinth von Polen, Dominikanerkirche, London


Warum der hl. Hyzinth Monstranz und Muttergottesstatue als Attribute hat

Am Grab des hl. Hyazinth von Polen

Statue in der Dominikanerkirche in Znaim

Gott, unserm Vater, danken wir
am Fest des heilgen Hyazinth;
mit ihm erschließt sich uns ein Weg,
uns, die müde, lahm und blind.

Dominikus, mit eigner Hand,
gab ihm das weiße Ordenskleid,
den schwarzen Mantel und die Kraft,
das Wort zu künden weit und breit,

und in des Ordensvaters Spur
ging, erfüllt von seinem Geist;
der Lauf, den er vollendet hat,
auch uns den Weg zum Leben weist.

Er hat den guten Kampf gekämpft;
Gott ließ ihn dabei nicht allein,
trat mit Maria mütterlich
in sein bewegtes Leben ein.

Dem Vater sei dies Lied geweiht,
dem Hyazinth ein Bote war,
dem Sohn und auch dem Heilgen Geist
gilt unser Loblied immerdar. Amen.

(Laudes, Proprium OP)

Mittwoch, 5. Mai 2021

Vinzenz Ferrer OP

 

Vinzenz Ferrer, Dominikanerkirche Neapel

Ordenspriester, Volksprediger
Namensdeutung: der Siegende (lat.)
Namenstage: Vinzenz, Vincenz, Vinzent, Vincent, Vincenzo, Vicente, Vince, Bence, Zenz
Gedenktag: 5. April, bei den Dominikanern wird er am 5. Mai begangen

Lebensdaten: getauft am 23. Januar 1350 in Valencia, gestorben am 5. April 1419 in Vannes

Lebensgeschichte: Vicent Ferrer stammte aus einer Notarenfamilie und wurde mit sieben Jahren für den geistlichen Stand bestimmt. Nach Ablauf der klassischen Studien entschied er sich jedoch mit dem Eintritt in den Dominikanerorden 1367 gegen eine Karriere als Kleriker. Im Kloster seiner Heimatstadt, wo die meisten Brüder an der Schwarzen Pest gestorben waren, nahm er seine strenge Bußgesinnung an. Vicent studierte Logik an den Ordensschulen von Barcelona und Lérida und wurde bald selber als Lehrer eingesetzt. Sein Theologiestudium absolvierte er in Toulouse. Hebräisch beherrschte er so gut, dass er später mit jüdischen Gelehrten debattieren konnte.

1378 wurde er von Kardinal Pedro de Luna zum Priester geweiht. Er lehrte an der Kathedralschule von Valencia, wurde zum Prior seines Heimatklosters gewählt und machte sich einen Namen als Fastenprediger in den Fürstentümern Nordostspaniens. Weil es 1391 zu Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung kam, denen allein in Valencia 250 Israeliten zum Opfer fielen, und Pater Vicent eine wichtige Rolle bei der letztlich antijüdischen Disputation von Tortosa (1413/1414) spielte, in deren Folge hunderttausende Zwangstaufen stattfanden, hat man ihm persönlichen Antisemitismus vorgeworfen, dabei hat er die Juden nachweislich verteidigt.

Ab 1392 hatte er als Freund und Berater der Könige von Aragón solchen Einfluss, dass er 1412 über die Thronfolge Aragoniens und damit die Zukunft ganz Spaniens mitentscheiden durfte – wie sein älterer Bruder Bonifatius, der inzwischen General des Kartäuserordens geworden war. Ab 1395 war er an der Kurie in Avignon als Beichtvater, Apostolischer Pönitentiar, Hauskaplan und Theologe des Päpstlichen Hauses tätig, wo Pedro de Luna als Gegenpapst Benedikt XIII. regierte. 1398 kamen Vicent Zweifel an der Legitimität Benedikts. Er wurde schwerkrank, gab sich die Schuld an Kriegen, Pest und Schismen und verließ den avignonesischen Hof – freilich mit den Vollmachten eines päpstlichen Legaten versehen. Als Vicent 1416 Benedikt öffentlich die Gefolgschaft aufkündigte, ebnete er der Beendigung des Schismas aus mittlerweile drei Päpsten auf dem Konstanzer Konzil den Weg.

Zehn Jahre lang zog Vicent, zeitweise von Geißlerzügen und beunruhigend großen Büßerscharen begleitet, durch die heutige Schweiz, Südfrankreich, Oberitalien, Flandern und Spanien. In seiner Heimatstadt Valencia gründete er 1410 das weltweit erste und heute noch bestehende Waisenhaus. Während seiner häufig dreistündigen Predigten verkündete er offenbar auch das nahende Weltende, um seine Zuhörer zur Umkehr zu bewegen. In seinen beiden letzten Lebensjahren durchzog er die Normandie, wo er den englischen König traf, und die Bretagne, wo er am 5. April 1419 starb.

Verehrung: Vicent Ferrer wurde in der Kathedrale von Vannes bestattet. Sein sofort in Gang gebrachter Kanonisationsprozess verzeichnete 873 Wunder, darunter 28 Totenerweckungen. Papst Calixtus III., dem Vicent das Amt prophezeit hatte, sprach ihn 1455 heilig. Verehrt wird der größte Volksprediger des Spätmittelalters auch in Neapel, das bis 1516 zu Aragonien gehörte.

Darstellung: als Bußprediger mit Spruchband (aus Offb 14,7) „Fürchtet Gott und erweist ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“

Patron: von Valencia, Neapel und Vannes, der Holz- und Bauarbeiter

Vinzenz Ferrer Kapelle in der Wiener Dominikanerkirche

Vinzenz Ferrer Statue und Altarbild der Vinzenkapelle in der Wiener Dominikanerkirche