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| Hl. Korbinian, Freisinger Dom |
Korbinian von Freising, Bischof. Korbinian wurde wahrscheinlich um 670 in Melun bei Chartres geboren. Aus Anlass einer Romreise kam Korbinian nach Bayern. Damals war er bereits Bischof. Zunächst wirkte er nahe Meran, dann ging er jedoch auf Bitten des Herzog Grimoald als Bischof nach Freising. Als Korbinian jedoch die unrechtmäßige Ehe Grimoalds mit Pilitrud verurteilte, musste er fliehen. Doch Grimoalds Nachfolger Hugibert holte Korbinian ehrenvoll zurück. Korbinian starb am 8. September um 720 oder 730.
Er gilt als der erste Bischof in Freising. Korbinian wird mit einem Bär dargestellt, der ein Lastenbündel trägt, denn die Legende erzählt, dass er auf seiner Romwallfahrt von einem Bären überfallen wurde, der sein Maultier auffraß. Daraufhin zwang der Heilige den Bären, sein Lastenbündel als Buße bis nach Rom zu tragen, was das Untier auch tatsächlich tat.
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| Freisinger Dom |
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| Hl. Korbinian über dem Hauptportal |
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| Krypta mit den Gräbern der Freisinger Heiligen |
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Wandteppich hinter dem Schrein: Sichtbehinderung durch Absperrung :-(
Aufschrift: Guter Vater Korbinian, durch dein Gebet Frieden und Einheit über Europa |
"Vielleicht darf ich bei dieser Gelegenheit
einen Gedanken wieder aufgreifen, den ich in meinen kurzen Erinnerungen im
Zusammenhang meiner Ernennung zum Erzbischof von München und Freising
dargestellt hatte. Ich sollte ja Nachfolger des heiligen Korbinian werden und
bin es geworden. An der Legende dieses Heiligen hat mich seit meiner Kindheit
die Geschichte fasziniert, wonach ein Bär sein Reittier auf seiner Reise über
die Alpen zerrissen hat. Korbinian verwies es ihm streng und lud ihm zur Strafe
sein Gepäck auf, das er nun bis nach Rom zu schleppen hatte. So musste der Bär,
beladen mit dem Bündel des Heiligen, nach Rom wandern und wurde erst dort von
Korbinian freigelassen.
Als ich 1977 vor die schwierige Entscheidung gestellt wurde, die Ernennung zum
Erzbischof von München und Freising anzunehmen oder nicht ... da habe ich viel
nachgedacht und mich gerade an diesen Bären erinnert und an die Interpretation,
die der heilige Augustinus zu Psalm 73,22 gibt. ... In diesem Psalm fragt sich
der Psalmist, warum es den schlechten Menschen dieser Welt oft so gut geht und
warum es so vielen guten Menschen in der Welt so schlecht geht. Dann sagt der
Psalmist:
"Ich war dumm, wie ich nachdachte, ich war wie ein Stück Vieh vor dir,
aber dann bin ich in den Tempel hineingegangen und habe gewusst, dass ich
gerade in meinen Nöten ganz nah bei dir bin und dass du immer mit mir
bist."
Augustinus hat diesen Psalm mit Liebe immer wieder aufgenommen und hat in
diesem Wort: "Ich war wie ein Vieh vor dir" (iumentum im Lateinischen)
die Bezeichnung für die Zugtiere gesehen, die damals in der Landwirtschaft in
Nordafrika üblich waren, und er hat sich selbst in dieser Bezeichnung
"iumentum" als Lasttier Gottes wiedererkannt, sich selbst darin
gesehen als einen, der unter der Last seines Auftrages der "sarcina
episcopalis" steht. Er hatte von sich aus das Leben eines Gelehrten
gewählt und war, wie er dann sagt, von Gott zum "Zugtier" Gottes
bestimmt worden - zum braven Ochsen, der den Pflug im Acker Gottes zieht, die
schwere Arbeit tut, die ihm aufgetragen wird. Doch dann erkannte er: Wie das
Zugtier ganz nahe bei dem Bauern ist, unter dessen Führung es arbeitet, so bin
ich ganz nahe bei Gott, denn so diene ich ihm unmittelbar für das Errichten
seines Reiches, für das Bauen der Kirche.
Auf dem Hintergrund der Gedanken des Bischofs von Hippo ermutigt mich der Bär
immer neu, meinen Dienst mit Freude und Zuversicht zu tun - vor dreißig Jahren
wie auch nun in meiner neuen Aufgabe - und Tag für Tag mein Ja zu Gott zu
sagen: Ein Lasttier bin ich für dich geworden, doch gerade so bin ich
"immer bei dir" (Ps 73,23).
Der Bär des heiligen Korbinian wurde in Rom freigelassen. In meinem Fall hat
der Herr anders entschieden. Und so stehe ich also wieder zu Füßen der
Mariensäule, um die Fürsprache und den Segen der Muttergottes zu erflehen,
nicht nur für die Stadt München und auch nicht nur für das liebe Bayernland,
sondern für die Kirche der ganzen Welt und für alle Menschen guten
Willens."
(Papst Benedikt XVI., 9. September 2006, München)
Gebet, nicht nur für den Bischof von München und Freising
Herr Jesus Christus, du hast den heiligen Korbinian zu unseren Vätern
gesandt,
uns das Wort der Wahrheit zu künden und das Brot des Lebens
zu reichen.
Begleite die Kirche von München und Freising weiter mit
deinem Schutz,
erhalte den Glauben lebendig und das Leben heilig,
schenke
uns echte Frömmigkeit und brüderliche Liebe.
Gib unserem Bischof
Mut, das Evangelium unerschrocken zu verkünden;
erhalte die Priester
und Diakone in Treue zu ihrer Berufung und schenke allen,
die sich dem
Dienst an den Gemeinden verpflichtet haben, Ausdauer und Freude.
Mache
unsere Familien zu Heimstätten christlichen Glaubens,
damit deine
frohe Botschaft der kommenden Generation weitergegeben wird.
Und wenn wir,
wie der heilige Korbinian,
wegen der Treue zu deinen Geboten verlacht und
verkannt werden,
dann gib uns die Kraft, mit dir das Kreuz zu tragen, für
das Leben der Welt.