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Mittwoch, 19. August 2026

Sich verlieren im Herz Jesu, dem Abgrund der Liebe (Johannes Eudes)

Johannes Eudes im Gebet, Saint Etienne, Caen

BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 19. August 2009

 Liebe Brüder und Schwestern!

Heute begehen wir den liturgischen Gedenktag des hl. Johannes Eudes, des unermüdlichen Apostels der Verehrung der Heiligsten Herzen Jesu und Mariä. Er lebte in Frankreich im 17. Jahrhundert, einem Jahrhundert, das von gegensätzlichen religiösen Phänomenen und auch von schweren politischen Problemen gezeichnet war. Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der nicht nur einen großen Teil Mitteleuropas verwüstet, sondern auch den Seelen großen Schaden zugefügt hat. Während sich die Verachtung des christlichen Glaubens von seiten einiger der damals vorherrschenden Denkströmungen ausbreitete, rief der Heilige Geist eine von Eifer erfüllte geistliche Erneuerung hervor, durch Persönlichkeiten von hoher Bedeutung wie Pierre de Bérulle, den hl. Vinzenz von Paul, den hl. Ludwig Maria Grignon de Montfort und den hl. Johannes Eudes. Zu den Früchten dieser großen »französischen Schule« der Heiligkeit gehört auch der hl. Johannes Maria Vianney. Durch einen geheimnisvollen Plan der Vorsehung hat mein verehrter Vorgänger Pius XI. am 31. Mai 1925 Johannes Eudes und den Pfarrer von Ars gemeinsam heiliggesprochen und so der Kirche und der ganzen Welt zwei außerordentliche Vorbilder priesterlicher Heiligkeit geschenkt.

Im Rahmen des Priester-Jahres möchte ich gern den apostolischen Eifer des hl. Johannes Eudes hervorheben, der besonders auf die Ausbildung des Diözesanklerus ausgerichtet war. Die Heiligen sind die wahre Auslegung der Heiligen Schrift. In ihrer Lebenserfahrung haben die Heiligen die Wahrheit des Evangeliums bestätigt; so führen sie uns dahin, das Evangelium kennenzulernen und zu verstehen. Im Jahr 1563 hatte das Konzil von Trient Normen für die Errichtung der Diözesanseminare und für die Ausbildung der Priester erlassen, weil das Konzil sehr gut wußte, daß die ganze Krise der Reformation auch durch eine unzureichende Ausbildung der Priester bedingt war, die nicht richtig – intellektuell und spirituell, im Herzen und in der Seele – auf das Priesteramt vorbereitet wurden. Das war 1563. Die Anwendung und Umsetzung der Normen verzögerte sich jedoch sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, und so erlebte der hl. Johannes Eudes die Folgen dieses Versäumnisses. Getrieben von dem klaren Bewußtsein um die große Not an geistlichem Beistand, in der sich die Seelen aufgrund der Unzulänglichkeit eines großen Teils des Klerus befanden, gründete der Heilige, der als Pfarrer tätig war, eine Kongregation, die sich besonders der Priesterausbildung widmete. In der Universitätsstadt Caen gründete er sein erstes Seminar – eine Erfahrung, die äußerst großen Zuspruch bekam und sich schon bald auf andere Diözesen ausweitete.
Der Weg der Heiligkeit, den er ging und seinen Schülern vorschlug, hatte als Grundlage ein festes Vertrauen auf die Liebe, die Gott im priesterlichen Herzen Jesu und im mütterlichen Herzen Mariä der Menschheit offenbart hat. In jener Zeit der Grausamkeit, des Verlustes der Innerlichkeit, wandte er sich an das Herz, um dem Herzen ein Psalmwort zu übermitteln, das der hl. Augustinus sehr gut ausgelegt hatte. Er wollte die Personen, die Menschen und vor allem die zukünftigen Priester an das Herz erinnern, indem er ihnen das priesterliche Herz Jesu und das mütterliche Herz Mariä zeigte. Von dieser Liebe der Herzen Christi und Mariä muß jeder Priester Zeuge und Apostel sein. Und hier kommen wir zu unserer Zeit.

Auch heute spürt man, wie notwendig es ist, daß die Priester die unendliche Barmherzigkeit Gottes bezeugen durch ein Leben, das ganz von Christus »erobert« ist, und daß sie dies von den Jahren ihrer Ausbildung im Seminar an lernen. Papst Johannes Paul II. hat nach der Synode von 1990 das Apostolische Schreiben Pastores dabo vobis veröffentlicht, in dem er die Normen des Konzils von Trient wieder aufgreift und aktualisiert und vor allem die notwendige Kontinuität zwischen der anfänglichen Ausbildung und der ständigen Weiterbildung hervorhebt. Das ist für ihn, für uns ein wahrer Ausgangspunkt für eine echte Reform des Lebens und des Apostolats der Priester, und es ist auch der entscheidende Punkt, damit die »Neuevangelisierung« nicht einfach nur ein attraktiver Slogan bleibt, sondern Wirklichkeit wird. Die Grundlagen, die in der Ausbildung im Seminar gelegt werden, sind der unersetzliche »geistliche Nährboden«, auf dem man »Christus lernt«, indem man sich ihm, dem einzigen Hohenpriester und Guten Hirten, nach und nach gleichgestalten läßt. Die Zeit im Seminar muß daher als Verwirklichung des Augenblicks betrachtet werden, in dem der Herr Jesus die Apostel – nachdem er sie eingesetzt hat und bevor er sie aussendet, damit sie predigen – bittet, bei ihm zu sein (vgl. Mk 3,14). In seinem Bericht über die Einsetzung der zwölf Apostel sagt uns der hl. Markus, daß Jesus ein zweifaches Ziel hatte: Erstens sollten sie bei ihm sein, und zweitens sollten sie ausgesandt werden, damit sie predigen. Indem sie jedoch stets mit ihm gehen, verkündigen sie wirklich Christus und bringen der Welt die Wirklichkeit des Evangeliums.

Liebe Brüder und Schwestern, im derzeitigen Priester-Jahr lade ich euch ein, für die Priester zu beten und für alle, die sich darauf vorbereiten, das außerordentliche Geschenk des Priesteramtes zu empfangen. Zum Abschluß richte ich an alle die Worte, mit denen sich der hl. Johannes Eudes an die Priester wandte: »Schenkt euch Jesus hin, um einzugehen in die Unermeßlichkeit seines großen Herzens, das das Herz seiner heiligen Mutter und aller Heiligen enthält, und euch zu verlieren in diesem Abgrund der Liebe, der Güte, der Barmherzigkeit, der Demut, der Reinheit, der Geduld, der Fügsamkeit und der Heiligkeit« (Coeur admirable, III, 2).

In diesem Sinne singen wir jetzt gemeinsam das Vaterunser auf lateinisch.



Glasfenster im Sacre-Coeur, Paris, das Leben und das Königreich Jesu in den christlichen Seelen

Statue des hl. Johannes Eudes im Petersdom, Rom, Gebet aus J. Hektor: Apostel Jeus und Mariens


Bild des hl. Johannes Eudes in der Kapelle der Jeanne d´Arc, Saint Etienne, Caen

In diesem Jahr, 1639, hielt ich in Caen in der Abtei Saint Etienne
zwischen dem Advent und der Fastenzeit eine Volksmission ab,
deren Früchte weit größer waren, als man sie ausdrücken könnte
Jean Eudes


Abbaye aux Hommes, ehem. Benediktinerabtei, Abtei des hl. Stephanus in Caen

Dienstag, 19. August 2025

Urheber der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu

JOHANNES EUDES

Priester, Ordensgründer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Johannes, Jan, Janis, Juan, Jean, John, Hans, Hannes, Johann, Yannik, Giovanni, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne, Giovanna
Gedenktag: 19. August

Lebensdaten: geboren am 14. November 1601 in Ri bei Argentan, Normandie, gestorben am 19. August 1680 in Caen

Lebensgeschichte: Jean war eines von sieben Kindern eines Baders und konnte trotz seiner einfachen Herkunft bei den Jesuiten in Caen zur Schule gehen. 1623 trat er in Paris der Weltpriestervereinigung der Oratorianer bei, den Rivalen der Jesuiten, die unter dem späteren Kardinal Bérulle die École française de spiritualité mit Christozentrik und dem Streben nach persönlicher Heiligkeit prägten. Doch nach seiner Priesterweihe und Primiz am 25. Dezember 1625 wurde Eudes so krank, dass er ein Jahr das Bett hüten musste. Seine theologische und geistliche Weiterbildung unterband der Ausbruch der Pest in der heimatlichen Normandie, wo er von 1627 bis 1631 Kranke pflegte, Sterbenden beistand und für eine würdige Bestattung der Verstorbenen sorgte.

1633 setzte seine Tätigkeit als Volksmissionar ein, die ihn in über hundert, oft wochenlangen Einsätzen über die eigene Region hinaus nach Burgund und die Bretagne und sogar bis zum Hof nach Versailles führte. Eudes erwarb sich einen hervorragenden Ruf als Prediger und Beichtvater. Dabei fiel dem erfolgreichen Missionar der geistig dürftige Zustand des Klerus auf dem Land auf. 1643 verließ er das Oratorium von Caen, dessen Superior er war, rekrutierte sieben erfahrene Priester und gründete mit Zustimmung des Bischofs von Bayeux eine Priestergemeinschaft zur Ausbildung von Volksmissionaren: die Kongregation von Jesus und Maria, später schlicht Eudisten genannt. Seminare entstanden in Coutances, Lisieux, Rouen, Évreux und Rennes. Eine Eigenheit dieser Ausbildungsstätten war die starke Verehrung der Herzen Jesu und Mariens. 1648 fand in Autun die erste heilige Messe vom Heiligsten Herzen Mariens statt, 1672 feierten alle Seminare der Eudisten das Heiligste Herz Jesu. Beide Messformulare hatte Eudes komponiert.

Bereits 1634 hatte Eudes in Caen einen Zufluchtsort für junge Frauen geschaffen, um sie der Prostitution zu entziehen. 1641 wurde mit Hilfe der geheimen Gesellschaft des Allerheiligsten Sakraments das Institut Unserer Lieben Frau der Zuflucht gegründet, bald darauf jedoch der Obhut der Visitantinnen von Caen anvertraut. 1651 entstanden daraus ein Kloster und der Orden Unserer Lieben Frau der Caritas. Weitere Klostergründungen erfolgten in Rennes (1673), Hennebont und Vannes (1676).

Verehrung: Jean Eudes, der als größter Missionar Frankreichs gilt, wurde nach seinem Tod am 19. August 1680 in der Seminarkirche der Eudisten von Caen bestattet. 1810 wurden seine Gebeine in die Jesuitenkirche Notre-Dame-de-la-Gloriette übertragen. Seit 1884 ruhen sie dort in der Krypta unter dem südlichen Querschiff. Der „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“ (Pius X.) wurde 1909 selig- und 1925 heiliggesprochen.

Darstellung: als Priester mit Buch oder Kreuz und flammendem Herzen

Patron: der Eudisten, des Bistums Baie-Comeau (Kanada)
(BistumAugsburg)

Johannes Eudes, Sacre-Coeur, Paris

„Die heilige Praxis des Gebets muss auf die Stufe der wesentlichen Grundlagen des Lebens und der christlichen Heiligung gehoben werden … Das ist eine so wichtige und so absolut notwendige Sache, dass die Erde, die uns trägt, das Brot, das uns nährt, und das Herz, das in unserer Brust schlägt, für den Menschen nicht so notwendig sind für ein menschliches Leben, wie das Gebet für den Christen notwendig ist für ein christliches Leben.
Das Gebet ist ein respekt- und liebevolles Erheben unseres Geistes und unseres Herzens zu Gott. Es ist eine freundliche Unterhaltung, ein heiliger Austausch, ein göttliches Zwiegespräch der christlichen Seele mit ihrem Gott, dort, wo sie ihn in seiner göttlichen Vollkommenheit, in seinen Mysterien und in seinen Werken betrachtet und würdigt;
sie betet ihn an, preist ihn, liebt und verherrlicht ihn, gibt sich ihm hin, verbeugt sich demütig vor ihm angesichts der eigenen Sünden und Undankbarkeit, bittet ihn um Barmherzigkeit, lernt, ihm immer ähnlicher zu werden, indem sie seiner göttlichen Tugend und Vollkommenheit nacheifert, und bittet ihn schließlich um all die Dinge, die sie zum Dienen und zum Lieben braucht“
(Das Leben und das Königreich Jesu in den christlichen Seelen, 1637).


Sacre-Coeur, Paris

Samstag, 19. August 2017

Johannes Eudes, Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu

Johannes Eudes, Joan Eudes, Petersdom, Rom


Johannes Eudes, Priester und Ordensgründer. Johannes Eudes wurde am 14. November 1601 in der Normandie geboren und war zuerst Oratorianer, 1625 empfing er die Priesterweihe. Johannes Eudes ist einer der Erneuerer des religiösen Lebens in Frankreich. Er war ein volkstümlicher Prediger mit gesunden Ansichten. Während der Volksmissionen diagnostizierte er einen jämmerlichen Bildungsstand der Pfarrer. 1643 gründete er deshalb eine Weltpriesterkongregation, die „Eudisten“, mit dem Ziel, in Seminaren eine gediegene Priesterausbildung zu ermöglichen, aber auch, um den romfeindlichen Jansenismus zu bekämpfen. 1644 folgte die Gründung einer Schwesternkongregation. Er verbreitete vor allem die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu und des reinsten Herzens Mariens. Diesen Kult begründete er auch theologisch. Eudes starb 79-jährig am 19. August 1680 zu Caen, wo er auch beigesetzt wurde. Er wurde 1925 heilig gesprochen und erhielt von Pius XI. den Titel „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“.
(Martyrologium Sancrucense)



Jesus, Du liebst Deine Mutter sehr und wirst sie ewig lieben.
Ich bete Dich an und danke Dir,
daß Du Maria mit der Fülle Deiner Liebe beschenkt
und sie uns zur Mutter gegeben hast.

Jesus, ich bitte Dich um Verzeihung
für meinen Undank gegen Dich und Deine Mutter.
Ich gebe mich Dir hin.
Gib mir eine kindliche Liebe zu Maria
und Deinen Eifer, sie zu verehren.

Maria, Mutter mit dem liebenden Herzen,
Dir bringe ich mich ganz dar.
Durch die Gnade Deines Sohnes
möchte ich Dir so gerne dienen, Dich lieben und ehren
und alle dazu führen, Dich zu lieben und zu ehren.

(J. Hector, Apostel Jesu und Mariens, der hl. Johannes Eudes, 214)

Kreuzigungsgruppe, Grosvenor Chapel, London