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Dienstag, 19. November 2024

Du hast ihr große Liebe geschenkt

 Der große Schatz der Elisabethinen in Wien

Hochaltar der Elisabethinenkirche, Wien 3
Verherrlichung der hl. Elisabeth,
Quirin Johann Zimbal der Ältere (1711)

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken und am Fest der heiligen Elisabeth deine Gnade zu rühmen.
Denn du hast ihr große Liebe geschenkt.
Ihren Gatten liebte sie mir der ganzen Glut ihres Herzens.
Als sie ihn durch den Tod verlor, folgte sie dem Ruf des Evangeliums.
Sie verkaufte, was sie besaß, und gab freudig alles den Armen, die sie als ihre Mutter verehrten.
In ihnen erkannte sie Christus, ihm wollte sie dienen in den Ärmsten der Armen.
Froh in der Bedrängnis, ertrug sie Schmähung und Unrecht, früh vollendet,
gelangte sie zur Freude des Himmels.
Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit.
(Präfation am Fest der hl. Elisabeth)

Reliefs des Hochaltars aus dem Leben der hl. Elisabeth


Samstag, 19. Oktober 2024

Die Verherrlichung des hl. Paul vom Kreuz

Grabeskapelle v Paul vom Kreuz in Santi Giovanni e Paolo

 

Ich werde mir alle Mühe geben, mit Dir immer vereint zu bleiben, und ich habe Furcht, mich von Dir ganz auch nur einen Augenblick zu entfernen, denn - einen einzigen Augenblick von Dir getrennt - könnte ich Dich verlieren; wenn ich Dich aber verliere, dann verliere ich alles.
So will ich mich mit diesen heiligen Erwägungen in eine geistliche Agonie begeben, in der ich ganz und gar meine Eigenliebe zerstören möchte, meine Neigungen, meine Leidenschaften und meinen Willen.

Ich möchte so mit Jesus jenen heiligen Tod sterben, den Er am Kreuz gestorben ist, einen Tod, den verliebte Seelen zusammen mit ihrem Bräutigam auf Kalvaria sterben. Sie sterben eines Todes, der schmerzlicher ist als der körperliche Tod, um aber dann mit dem im Himmel triumphierenden Jesus aufzuerstehen.
Ich werde glücklich sein, wenn ich dieses heilige Sterben praktiziere, und ich werde darüber im letzten Augenblick meines Lebens voller Freude, Dankbarkeit und Lobpreis sein.
Möge Jesus immer bei mir sein:
Mein letztes Wort möge Dein heiliger Name sein: Jesus.
Mein letzter Atemzug möge Deine heilige Liebe sein: Jesus. Amen.

Schluss.
Beten Sie für mich!!

(P. Martin Bialas CP, Im Kreuz ist Heil, 50)

Die Verherrlichung des hl. Paul vom Kreuz in der Kuppel der Grabeskapelle in Santi Giovanni e Paolo

Dienstag, 13. August 2024

Verherrlichung des hl. Hippolyt

 

Hl. Hippolyt im Kreis v. Heiligen und Propheten,
mit Lorbeerkranz, Märtyrerpalme und Schild mit Y,
Thomas Friedrich Gedon, 1739



Herr, unser Gott,

wir gedenken der heiligen Märtyrer Pontianus und Hippolyt

und ehren ihr ruhmvolles Sterben für Christus.

Das Beispiel ihrer Treue mehre in uns die Liebe zu dir und stärke unseren Glauben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Altar der Verherrlichung des hl. Hippolyt im St. Pöltner Dom

Domkirche St. Pölten, Mariä Himmelfahrt

Der Heilige Hippolyt wurde spätestens um 170 im Griechisch sprechenden Osten des römischen Reiches geboren (Kleinasien, Syrien, Ägypten). Unter Papst Viktor (etwa 189 -199) war er in Rom als Presbyter tätig. In der Folge beschäftigte er sich als Schriftsteller und Gelehrter. Unter Papst Zephyrinus (etwa 199 - 217) verlor er offensichtlich an Einfluss, da nach dessen Tod sein Rivale Kallistus zum Papst gewählt wurde (etwa 217 - 222). 

Zum Bischof von Rom geworden, warf ihm Hippolyt vor, in Ehesachen lax zu sein, und dass sein Dreifaltigkeitsglaube nicht in Ordnung sei. Er brach die Gemeinschaft mit Kallistus und gründete eine Sondergemeinde. Seine rigorose Richtung fand dann nach seinem Tod weiterhin Anhänger, die als Novatianer (nach Novatian) bezeichnet wurden.

Das Schisma in Rom setzte sich auch unter den Päpsten Urban (222 - 230) und Pontian (230 - 235) fort. Im Jahre 235 brach nach längerer Zeit unter dem ersten Soldatenkaiser Maximinus Thrax (235 - 238) eine Christenverfolgung aus und sowohl Pontian als auch Hippolyt wurden nach Sardinien zur Zwangsarbeit im Steinbruch verbannt. Dort verzichtete Pontian am 28. September 235 auf sein Bischofsamt (erstes geschichtlich gesichertes Datum der Papstgeschichte), wahrscheinlich starben beide Männer noch im selben Jahr. Papst Fabianus (236 - 250) ließ ihre Körper nach Rom überführen und dort beisetzen – Pontian in der Papstgruft in der Kallistuskatakombe, Hippolyt in einer Grabanlage an der Via Tiburtina in der Nähe der spätere Kirche San Lorenzo.

Werk & Bedeutung.

 

Hippolyt ist einer der ersten Exegeten, der verschiedene Schriften des Alten und Neuen Testaments kommentierte. Weiters schrieb er eine Weltchronik und eine Widerlegung aller Häresien, worin er im neunten Buch mit seinem Gegner Kallistus abrechnet. Ziemlich sicher geht auf ihn die „Apostolische Überlieferung“ (traditio apostolica) zurück. Darin werden die Funktionen in der christlichen Gemeinde geschildert: Bischof, Presbyter, Diakon und deren Weihe. Weiters behandelt sie die Stände der Witwen, Lektoren, Jungfrauen, Subdiakone und Exorzisten, die Vorbereitung und Durchführung der Taufe, Firmung und Eucharistie. Bemerkenswert ist vor allem die Schilderung der Bischofsweihe, wobei erstmals ein Hochgebet schriftlich formuliert ist. (Quelle)

Donnerstag, 8. Februar 2024

Ein schwieriges Kind, dem die Mutter Gottes hilft

 

im rechten Seitenschiff das Grab  des hl. Hieronymus

Verherrlichung des hl. Hieronymus Ämiliani, Somasca-Vercurago

Die Familie hieß Ämiliani. Da der Name aber den bequemen Leuten zu Venedig viel zu lang war, sagten sie kurzweg Miani.

Der Vater Miani war ein hoher Staatsbeamter, angesehen und einflussreich. Ebenso ehrenwert wie der Vater waren auch die Mutter und die Kinder bis auf den Jüngsten, der Hieronymus hieß und der ein Schlingel war, wie er im Buch steht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder er rollt. Dass sich unter den artigen und anständigen Kindern einer Familie ein schwieriges Kind befindet, ist gar nicht so selten. Bei den Miani zu Venedig war es Hieronymus, der weit vom Stamm weg den Berg hinunterrollte.

Sehr oft schwänzte Hieronymus die Schule. Wegen seines Jähzorns lag er mit den Geschwistern ständig im Streit. Deshalb fühlte er sich zu Hause auch nie wohl, aber auf der Straße war er der Held, der anerkannte Anführer bei unzähligen Streichen. Die Mutter konnte froh sein, wenn ihr Jüngster abends einmal mit heilen Sachen heimkam. Mahnungen und Warnungen schlug Hieronymus in den Wind, Strafen waren sofort wieder vergessen, die Bitten des Vaters und die Tränen der Mutter ließen ihn kalt, und immer weiter und immer schneller rollte der Apfel den Berg hinunter.

Zu allem Unglück starb im Jahre 1496 der Vater. Damit verlor der Fünfzehnjährige den letzten Halt. Wenige Tage nach dem Begräbnis brannte er durch und ging zu den Soldaten. Da war er allerdings am richtigen Platz. Als er bald darauf das erste Pulver gerochen und sich einen Orden verdient hatte, war er mit Haar und Haut dem Militär verfallen. Da jeder weiß, dass es in einer Kaserne anders zugeht als in einem Kloster, kann man sich ausmahlen, dass der Apfel noch weiter und schneller den Berg hinunterrollte. Vielleicht wäre er sogar in den ewigen Abgrund gerollt, wenn ihn die liebe Mutter Gottes nicht aufgefangen hätte.

Wie ging das zu?

Hieronymus Miani, fünfundzwanzig Jahren bereits Festungskommandant, musste nach langer ruhmreicher Verteidigung, von Hunger gezwungen, kapitulieren. Die Sieger, die wegen der schweren Verluste, die sie bei der Belagerung erlitten hatten, aufs äußerste erbost waren, schmiedeten den gefangenen Kommandanten in Ketten und kerkerten ihn ein mit dem Bemerken, dass er am nächsten Tag als Kriegsverbrecher hingerichtet werde.

Wenn sich ein gesunder und starker junger Mensch plötzlich nur noch zwölf Stunden weit vom Tod entfernt sieht, so ist diese Lage sicher dazu geeignet, heilsame Gedanken in ihm wachzurufen. So erging es auch dem leichtsinnigen Hieronymus Miani. Es war nicht der Tod, den er fürchtete, denn so leicht fürchtet ein Soldat den Tod gerade nicht. Was Miani vielmehr in Schrecken setzte, war der Ausblick auf das Gericht der Ewigkeit, das er am nächsten Tag zu bestehen hatte. Denn bei allem Leichtsinn war der junge Mann zum Glück ein gläubiger Christ geblieben. Wie Schuppen fiel es ihm in dieser Nacht von den Augen, und er erkannte, wie schlecht und sündhaft er gelebt hatte. Bohrende Zweifel ängstigten ihn, ob er das Gericht der Ewigkeit, das über Himmel und Hölle entscheidet, wohl bestehen werde.

In dieser größten Gefahr ließ die Gnade den reuigen Sünder den richtigen Weg aus der Not finden, denn auf einmal kam ihm der Gedanke, die liebe Mutter Gottes zu bitten, ihn aus den Ketten und aus dem Gefängnis zu befreien. Zum Dank für die Errettung wolle er dann ein besserer Mensch werden.

Hieronymus Miani begann zu beten. Mühsam war es erst, denn Wort für Wort musste er sich das Vaterunser und das Ave-Maria wieder zusammensuchen. Aber dann ging es besser. Stunde um Stunde betete der Todgeweihte heiß und innig, bis die liebe Mutter Gottes dem stürmischen Drängen nicht mehr widerstehen konnte. Die Himmelskönigin kam in eigener Person in den Kerker, löste dem Gefangenen die Fesseln und führte ihn ungesehen und unbehindert durch die Wachen in die Freiheit.

Hieronymus Miani hat dann auch seinerseits Wort gehalten. Von Stund an ist er ein besserer Mensch geworden. Später empfing er die Priesterweihe und hat an vielen Orten Waisenhäuser eingerichtet. Für die Betreuung der Waisenhäuser hat er einen eigenen Orden gegründet. So wurde Hieronymus Miani zu einem Segen für viele.

Was uns im Leben des heiligen Hieronymus Miani wohl am meisten Freude machen muss, ist die Tatsache, dass die liebe Mutter Gottes den rollenden Apfel aufgefangen und ihn den armen Waisenkindern zum Heil und Segen geschenkt hat.
heiligenlegendede

 

 

Am Grab des hl. Hieronymus Ämiliani

Die Somasker auf dem Aventin

Hieronymus Ämiliani, der Anwalt der Waisen

 

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Josefine Bakhita.

 

Kirche des hl. Hieronymus Ämiliani, Mosaik

Maria löst die Ketten des hl. Hieronymus Ämiliani


Dienstag, 10. November 2020

Andreas Avellino, Theatiner

 

Altar des hl. Andreas Avellino, S. Andrea della Valle, Rom

 

Andrea Lancelotto Avellino CRth, latinisiert auch Andreas Avellinus, im deutschen Sprachraum auch Andreas Avellino (* 1521 in Castronuovo di Sant’Andrea in der Provinz Potenza; † 10. November 1608 in Neapel) war ein italienischer Ordenspriester des Theatinerordens. In der katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt.

Andrea Avellino studierte Rechtswissenschaften und vertrat anschließend Fälle vor dem Kirchengericht. 1556 trat er dem zu jener Zeit neu gegründeten Theatinerorden bei und wirkte fortan in ganz Italien als Missionar und Prediger. Innerhalb des Ordens war er sehr angesehen und bekleidete auch hohe Ämter, zeitweilig hatte er das Amt des Ordensgenerals inne. Andrea Avellino starb, als er gerade die Heilige Messe las, an einem Schlaganfall.

Andrea Avellinos Grab befindet sich in der Kirche San Paolo Maggiore in Neapel. 1624 wurde Avellino von Papst Urban VIII. selig-, 1712 von Papst Clemens XI. heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 10. November.

(wikipedia)

Tod und Verherrlichung des hl. Andreas Avellino

 

Das Altarbild (1625) stammt vom Barockmaler Giovanni Lanfranco. Dargestellt ist der Tod des Priesters. Als er die hl. Messe zu feiern begann, erlitt er einen Schlaganfall und starb bald darauf. Die unteren Figuren soll der Maler für die Seligsprechung innerhalb von 8 Tagen gemalt haben, die Engel wurden später von Antonio Amorosi hinzugefügt.


Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Leo des Großen

Raffaels Stanzen, Attila und Leo, Vatikanische Museen

Das Grabmal Leo des Großen im Petersdom


Kurzbiographie von Leo dem Großen

Leo I., Umkehr und Vergebung (Vatikanische Museen, Leo und Attila)

Montag, 4. November 2019

Karl Borromäus - mutige Ja


Das Kuppelgemälde zeigt den hl. Karl, wie er in die Herrlichkeit des Himmels einziehend, von Christus willkommen
geheißen wird. Während links die Apostel ihren Mitarbeiteer für das Gottesreich begrüßen, werden rechts Irrlehrer
in die Tiefe gestürzt, um 1766, Karlskirche - Volders / Tirol, Volders,

Erzbischof
Namensdeutung: der Tüchtige, der Freie (althochdeutsch)
Namenstage: Karl, Charles, Carlo, Karel, Karol, weibl.: Karla, Karola, Charlotte, Karlotta, Lotti
Gedenktag: 4. November
Lebensdaten: geboren am 2. Oktober 1538 bei Arona, gestorben am 3. November 1584 in Mailand

Lebensgeschichte: Carlo Borromeo gehörte als Sohn des Grafen von Arona und einer Medici dem lombardischen Hochadel an. Mit neun Jahren per Tonsur in den Klerikerstand aufgenommen, wurde er bis zu seinem 21. Lebensjahr Kommendatarabt von insgesamt neun Klöstern, wobei er den Großteil seiner Einnahmen an die Armen weitergab. Sein Studium des kirchlichen und weltlichen Rechts in Pavia, das ihm anfänglich Schwierigkeiten bereitete, absolvierte er schließlich so bravourös, dass ihn sein Onkel Papst Pius IV. 1559 nach Rom berief. Karl erwarb sich als Geheimsekretär, Referendar des päpstlichen Hofes (den er zum Tragen dunkler Gewänder bewog) und später als Kardinaldiakon große Verdienste bei der Verwaltung des Kirchenstaats und besonders bei der Organisation und Durchführung des Konzils von Trient.

Als 1562 sein älterer Bruder Federico starb und Karl sich entscheiden musste, ob er der Familie durch Heirat und Nachkommen dienen oder der Kirche verbunden bleiben wollte, wählte er das Priestertum. 1565 wurde er Erzbischof von Mailand und nahm eine Diözese in Besitz, die seit 80 Jahren keinen residierenden Bischof mehr gesehen hatte. Karl erneuerte das innerlich wie äußerlich ruinierte Bistum gegen alle Widerstände – sogar ein Attentat wurde auf ihn verübt. Eben erst noch der Inbegriff des Nepotismus, erwies sich Karl als beispielhafter Bischof, indem er für eine ordentliche Ausbildung des Klerus sorgte, die allerersten Seminare nach den Maßgaben des Konzils errichtete, die Konzilsbeschlüsse selbst durch mehrere Synoden umsetzte und durch eigene Bescheidenheit und Frömmigkeit als Vorbild wirkte. Der Erzbischof bereiste ununterbrochen das Bistumsgebiet, wobei er reformatorische Anwandlungen besonders in den Grenzgebieten zur Schweiz energisch unterband. Bei einer großen Pestepidemie 1576 ging er barfuß einer Prozession voran, weswegen er nach dem plötzlichen Verschwinden der Seuche sofort als Heiliger galt. Karl selbst lebte in dieser Zeit fast nur von Wasser und Brot. Sein unermüdlicher Einsatz kostete ihn seine Gesundheit und schließlich sein Leben. Mit den Worten „Herr, siehe, ich komme“ starb er mit 46 Jahren an einem Fieberanfall.

Verehrung: Massen von Menschen gaben ihrem Erzbischof das letzte Geleit, als er in der Krypta des Mailänder Doms beigesetzt wurde, wo er bis heute verehrt wird. 1602 für selig erklärt, wurde er 1610 heiliggesprochen. Ab 1624 ließ sein Vetter Federico Borromeo in Arona eine Kolossalstatue aufstellen, den Sancarlone, bis zur Freiheitsstatue von New York 1886 die größte von innen begehbare Statue. 1713 wurde in Wien die Karlskirche eingeweiht. 1845 wurde der Borromäusverein zur katholischen Volksbildung gegründet. Weltweit tragen Priesterseminare den Namen des Mailänder Erzbischofs.

Darstellung: als Kardinal mit Geißel, Kreuz oder Totenkopf
Patron: der Lombardei, des Tessins und des Bistums Lugano, der Priesterseminare und als Helfer gegen die Pest
(Bistum Augsburg)


Verherrlichung des hl. Karl Borromäus (Wiener Karlskirche)

Die Herzreliquie des hl. Karl Borromäus

Das Leben des hl. Karl Borromäus, seine Liebe zu Maria und zum Rosenkranz

Am Grab des hl. Karl Borromäus in Mailand




Kuppel und Hochaltarbild der Karlskirche, Volders

Man könnte jedoch die Liebe des hl. Karl Borromäus nicht verstehen, wenn man seine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit dem Herrn nicht kennen würde. Diese Liebe hat er in den heiligen Geheimnissen der Eucharistie und des Kreuzes betrachtet, die er in enger Verbindung mit dem Geheimnis der Kirche verehrt hat. Die Eucharistie und der Gekreuzigte haben den hl. Karl in die Liebe Christi eintauchen lassen, und das hat sein ganzes Leben verwandelt und mit Glut entzündet, seine im Gebet verbrachten Nächte erfüllt, sein ganzes Handeln beseelt, die mit dem Volk gefeierte feierliche Liturgie angeregt und seine Seele so berührt, daß er häufig Tränen vergoß.
Der betrachtende Blick auf das heilige Geheimnis des Altars und auf den Gekreuzigten erweckte in ihm Gefühle des Mitleids für das Elend der Menschen und entzündete in seinem Herzen das apostolische Verlangen, allen das Evangelium zu verkünden. In der Kirche gibt es bekanntlich keine Mission, die nicht aus dem »Verbleiben« in der Liebe des Herrn hervorgeht, der im Eucharistischen Opfer für uns gegenwärtig wird. Begeben wir uns in die Schule dieses großen Geheimnisses!
Machen wir die Eucharistie zum wahren Mittelpunkt unserer Gemeinschaften und lassen wir uns von diesem Abgrund der Liebe erziehen und formen! Jedes apostolische und karitative Werk wird aus dieser Quelle Kraft und Fruchtbarkeit empfangen!

Die herrliche Gestalt des hl. Karl Borromäus gibt mir eine weitere Überlegung ein, die sich vor allem an die Jugendlichen richtet. Denn die Geschichte dieses großen Bischofs wird ganz von einigen mutigen »Ja« bestimmt, die er in noch sehr jungen Jahren gesprochen hat. Mit gerade 24 Jahren faßte er die Entscheidung, auf die Führung der Familie zu verzichten, um großherzig auf den Ruf des Herrn zu antworten; im folgenden Jahr empfing er als wahren göttlichen Auftrag die Priester- und die Bischofsweihe. Mit 27 Jahren übernahm er die Mailänder Diözese und widmete sich ganz seinem Hirtenamt. In seinen Jugendjahren verstand der hl. Karl, daß die Heiligkeit möglich ist und daß die Umkehr seines Lebens jede ihr entgegenstehende Gewohnheit besiegen konnte. So machte er seine Jugend zu einem Geschenk der Liebe an Christus und an die Kirche und wurde ein »Gigant« der Heiligkeit aller Zeiten.

Liebe Jugendliche, laßt Euch durch diesen Aufruf erneuern, der mir sehr am Herzen liegt: Gott will, daß Ihr heilig seid, weil er Euch zutiefst kennt und Euch mit einer Liebe liebt, die jedes menschliche Verständnis übersteigt. Gott weiß, was in Eurem Herzen ist, und er wartet darauf, jenes wunderbare Geschenk blühen und Früchte tragen zu sehen, das er in Euch gelegt hat. Wie der hl. Karl könnt auch ihr Christus und Euren Brüdern und Schwestern Eure Jugend anbieten. Wie er könnt Ihr in dieser Zeit Eures Lebens beschließen, auf Gott und auf das Evangelium zu »setzen«. Ihr, liebe Jugendliche, seid nicht nur die Hoffnung der Kirche; Ihr seid bereits Teil ihrer Gegenwart! Und wenn Ihr die Kühnheit besitzt, an die Heiligkeit zu glauben, werdet Ihr der größte Schatz eurer Mailänder Kirche sein, die auf den Heiligen erbaut wurde.
(aus Lumen Caritatis, Benedikt XVI. anl. 400. Jahrestag der Heiligsprechung von Karl Borromäus)

St. Karl, Volders

Freitag, 4. Oktober 2019

Willkommen Bruder Tod


Tod des hl. Franziskus, Franziskanerkirche Schwaz in Tirol, Fred Hochschwarzer, 1965


Fröhlich ging er ihm entgegen und lud ihn ein zu Gast: "Sei willkommen, mein Bruder Tod"! Zum Arzt aber sagte er: "Mut, Bruder Arzt, sag es mir nur, dass der Tod sehr nahe ist; er wird mir die Pforte zum Leben sein!" Und zu den Brüdern sprach er: "Wenn ihr seht, dass es mit mir zu Ende geht, so legt mich nackt, wie ihr mich vorgestern gesehen habt, auf den Boden und laßt mich, wenn ich verschieden bin, solange so liegen als man braucht, um gemächlich eine Meile weit gehen zu können." - So kam seine Stunde und, da sich Christi Geheimnisse alle an ihm erfüllt hatten, entschwebte er glückselig zu Gott. (2 Cel 214 - 217).
Franziskus starb am Abend des 3. Oktober 1226.



Franziskus, arm und gering auf Erden,
zieht reich in den Himmel ein,
und festlicher Gesang erklingt zu seiner Ehre.
(Benediktusantiphon)

Grillenlob
Dann lasst uns im Namen Gottes gehen
Fresko in der Wiener Minoritenkirche
Sonnengesang (Franziskanerkircher in Zagreb) 
Erlöst durch das Kreuz (Franziskanerkirche in Split) 
Die Weihnachtskrippe (Wiener Franziskanerkirche)
Marienlob (Franziskanerkirche in Pressburg)
Verherrlichung des Franziskus (Franziskanerkirche in Krakau)
Gedenktag der Wundmale (Frauenkirchen, Budapest, 
La Verna)
Täglich kommt er selber zu uns (Franziskanerkirche in Brünn)
Franziskus und der Wolf, Familiensynode (Franziskanerkirche in Graz)
Franziksus der Heilige, (Franziskanerkirche in Wien)


Glorie, Verherrlichung des hl. Franzikus, Gebhard Flatz,1844
diente bis 1965 als Hauptbild des Hochaltars, Franziskanerkirche Schwarz

Franziskanerkirche Schwaz in Tirol

Donnerstag, 30. November 2017

Sant´ Andrea della Valle - Leben und Sterben des Apostels Andreas


Sant´Andrea della Valle, Rom




Das Grundstück für die Hauptkirche des 1540 vom hl. Kajetan gegründeten Theatinerordens hat Donna Costanza Piccolomini gestiftet, verbunden mit der Auflage, eine Kirche zu Ehren des heiligen Apostels Andreas zu errichten. Die Fassade wurde 1665 vollendet, die Innenausstattung stammt großteils aus dem 17. Jahrhundert, Ende des 19. Jahrhunderts sind des Deckenfresko im Hauptschiff und einige Seitenkapellen hinzugekommen.

Am Grab des Apostels Andreas in Amalfi




Im Altarraum oben in der Apsis schuf Domenichino (1622-28) sein Hauptwerk in der Wandmalerei, Szenen aus dem Leben des hl. Andreas: Johannes der Täufer weist Andreas und seinen Bruder Simon auf Christus hin, Berufung von Andreas und Petrus zu Aposteln, Geißelung, Kreuzigung und Aufnahme des Andreas in den Himmel.
Darunter im Chorraum von (M. Preti 1650/51) das Martyrium des Apostels, Kreuzaufrichtung, Kreuzigung und Kreuzabnahme.




Kreuzaufrichtung des Apostels Andreas, Sant´Andrea della Valle, Rom

Kreuzigung des Apostels Andreas, Sant`Andrea della Valle, Rom

Kreuzabnahme des hl. Andreas, M. Preti, 1650, Sant`Andrea della Valle, Rom

Wandmalerei im Chor, Szenen aus dem Leben des hl. Apostels Andreas, Domenichino


Seht das Lammes Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt, Johannes der Täufer führt die Brüder Petrus und Andreas
zu Jesus, Sant´Andrea della Valle, Rom

Berufung von Andreas u. Petrus zu Aposteln

Geißelung des Apostels Andreas,

Der Apostel Andreas begrüßt das Kreuz, Sant´Andrea della Valle

Nach der Himmelfahrt Jesu verkündete Andreas das Evangelium in Epirus, Kappadozien, Skythien, Thrazien, Mazedonien und in Achaia. Zur Zeit des Richters Nero sprach er in Achaia freimütig zum Prokonsul Ägeas, dass er, der als Richter über Menschen gelten wolle, Christus als Gott und Richter anerkennen müsse. Als dieser ihn daraufhin zum Götzenopfer aufforderte, sprach Andreas der Legende gemäß: "Ich opfere täglich dem allmächtigen Gott, der einzig und wahr ist, nicht Fleisch von Stieren noch Blut von Böcken, sondern das Unbefleckte Lamm auf dem Altar."

Daraufhin in den Kerker geworfen, wollte das Volk ihn befreien, doch er bat, davon abzusehen, um die heißersehnte Krone des Martyriums zu erlangen. Als er zum Ort des Martyriums geführt wurde un das für ihn bestimmte Kreuz sah, rief Andreas:

"O Kreuz, das Du Zierde und Schönheit von den Gliedern des Herrn erlangt:
nimm mich an von den Menschen und gib mich meinem Meister zurück
damit durch Dich mich empfange,
der durch Dich mich erlöst hat!"

Zwei Tage lang hing er lebendig am Kreuz und bekannte unablässig den Glauben an Christus. Seine Gebeine wurden 357 nach Konstantinopel und 1203 nach Amalphim überführt. Sein Haupt, das im Petersdom aufbewahrt und verehrt wurde, hat man 1967 an den Patriarchen von Konstantinopel zurückgegeben.
( M. Ramm, Heiliges Rom, 249)

Aufnahme des Apostels Andreas in den Himmel, Sant´Andrea della Valle, Rom


Sant´ Andrea della Valle, Rom