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Mittwoch, 20. Januar 2021

Sebastian

 

Heiliger Sebastian, bitte für uns!


Märtyrer
Namensdeutung: der Erhabene, der Verehrungswürdige (griech.)
Namenstage: Sebastian, Bastian, Basti, Wastl, Sebi, Sébastien, weibl.: Bastienne
Gedenktag: 20. Januar

Lebensdaten: geboren in Mailand oder Narbonne, gestorben am 20. Januar 288 in Rom

Lebensgeschichte: Sebastian war Hauptmann der Prätorianergarde, der kaiserlichen Leibwache, und nützte seine Stellung, um den Christen im Kerker beizustehen. Er hielt viele von ihnen davon ab, ihren Glauben zu verleugnen, und bekehrte darüber hinaus zahlreiche Angehörige des kaiserlichen Hofs. Das verriet ihn. Kaiser Diokletian stellte ihn zur Rede und beschuldigte Sebastian, ihn hintergangen zu haben. Der aber erwiderte, er habe immer zu Gott für den Kaiser und sein Reich gebetet.
Diokletian ließ ihn an einen Baum binden und von afrikanischen Bogenschützen erschießen. Doch Sebastian überlebte. Eine Märtyrerwitwe namens Irene nahm ihn heimlich bei sich auf und pflegte ihn. Kaum genesen, suchte Sebastian den Kaiser auf und klagte ihn öffentlich seiner verbrecherischen Christenverfolgung an. Daraufhin ließ ihn Diokletian zu Tode prügeln und in die große Kloake der Stadt Rom werfen, um seine Bestattung als Märtyrer zu verhindern. Doch eine junge Christin namens Lucina fand seinen Leichnam und bestattete ihn an der Via Appia in den späteren Sebastians-Katakomben.

Verehrung: Über seinem Grab erhebt sich die Kirche Sankt Sebastian vor den Mauern, eine der sieben Hauptkirchen Roms. Dort werden auch seine Reliquien aufbewahrt und verehrt. Weitere Reliquien befinden sich im elsässischen Haguenau sowie in Ebersberg bei München. Sebastians Verehrung als Pestpatron geht einerseits auf die wie ein Pfeil „anfliegende“ Krankheit, andererseits auf die Errettung Pavias vor der Seuche im 7. Jahrhundert zurück.

Darstellung: als junger Mann, angebunden und von Pfeilen durchbohrt

Patron: von Selm in Westfalen, Beckum im Münsterland, Stein am Kocher und Aichach bei Augsburg sowie zahlreicher Orte in Spanien, der Eisenhändler, Gärtner, Gerber, der Bogen- und Armbrust-Schützen, Schützengilden, Kriegsinvaliden und Soldaten, der Töpfer und Zinngießer, der Brunnen und der Sterbenden, Helfer gegen die Pest und Viehseuchen

Bild in der Pinakothek des Vatikanmuseums (Krone des Martyriums)

Sebastianaltar im Petersdom, Grab von Johannes Paul II.

Statue in der Kathedrale von Salamanca

Sebastianaltar in St. Laurenz, Kempten und am Grab des hl. Sebastian in Rom (legenda aurea)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Papstes Fabian.

Altar um 1515-20, Maria mit Kind, Rochus und Sebastian, unten Christus mit den Aposteln
Trentiner Diözesanmuseum

Freitag, 26. Juni 2020

Am Grab des hl. Vigilius von Trient


Trienter Dom

Der heilige Vigilius (lateinisch »der Wachsame«) kam mit der Absicht, in dieser weithin noch heidnischen oder arianischen Gegend zu missionieren, um 380 als junger Priester nach Trient. 385 wählte ihn die kleine Gemeinde zum Bischof. Er bekehrte viele Heiden und konnte den Arianismus zurückdrängen. Für seine Amtsführung erbat er den Rat des heiligen Ambrosius von Mailand, der ihm auch drei Helfer für die Mission sandte, die das Martyrium erlitten. Im unzugänglichen Redenatal, nahe dem heutigen Madonna di Campligio, war noch der heidnische Kult des Saturn vorherrschend. Vigilius zertrümmerte am 26. Juni um 400 die Götzenstatue und begann vom wahren Gott zu predigen. Die erzürnten Heiden aber steinigten ihn und erschlugen ihn zuletzt mit ihren Holzschuhen.
Die Legende erzählt: Während der Missionspredigt in einem Tal drangen die Heiden so kriegerisch auf Vigilius ein, dass er fliehen musste. Seine Flucht endete vor einer Felsmauer. Im Vertrauen auf Gott begann er die Felsen auseinander zu schieben. Da öffnete sich eine schmale Spalte und Vigilius konnte nach Trient entkommen. Das Felsentor wird bis heute gezeigt.
Attribute:Der heilige Vigilius wird dargestellt als Bischof mit Stab und Holzschuhen.
Der heilige Vigilius ist Patron der Bistümer Trient und Bozen-Brixen.
(Quelle: vivatde)


1629 entdeckte man das Grab des hl. Vigilius unter dem Hochaltar des Doms



Büste des hl. Vigilius im Dom von Trient

links Dommuseum, rechts Dom von Trient

Mittwoch, 31. Juli 2019

Ignatius von Loyola - Anima Christi


Berufung des Ignatius, anbetend betrachtet Ignatius den kreuztragenden Christus,
Paul Troger
 

1 Seele Christi, heilige mich.
2 Leib Christi, rette mich.
3 Blut Christi, tränke mich.
4 Wasser der Seite Christi, wasche mich.
5 Leiden Christi, stärke mich.
6 O guter Jesus, erhöre mich.
7 Birg in deinen Wunden mich.
8 Von dir lass nimmer scheiden mich.
9 Vor dem bösen Feind bewahre mich.
10 In meiner Todesstunde rufe mich,
11 Zu dir zu kommen heiße mich,
12 mit deinen Heiligen zu loben dich
13 in deinem Reiche ewiglich. Amen.



Die Textgeschichte des Anima Christi lässt sich nicht auf eine einzige, gesicherte Quelle zurückverfolgen; noch weniger stammt der Text von Ignatius von Loyola selbst,2 auch wenn er es „von Anfang an am Ende bestimmter Betrachtungen als Gebetsvorschlag für den Exerzitanten“3 angefügt und ihm dadurch einen besonderen Rang verliehen hat. Mithin kann das Anima Christi durchaus als eines seiner Lieblingsgebete bezeichnet werden.
In jedem Fall scheint der Gebetstext bereits seit dem Hochmittelalter im europäischen Raum mit Abwandlungen und Erweiterungen überliefert worden zu sein.4 Die Anfänge dürften im 14. Jahrhundert liegen, möglicherweise sogar früher:
So soll Papst Johannes XXII. (um 1244–1334) für das Beten des Anima Christi einen zeitlichen Ablasses gewährt haben.5 Auch die Mystikerin Marguerite Ebner (1291–1351) kannte das Gebet. Eine weitere Fassung des Anima Christi überliefert eine Handschrift englischer Provenienz, die sich in die Zeit um 1370 datieren lässt.6 
Dies sind lediglich Hinweise, die die lange Tradition dieses Gebetes verdeutlichen sollen. Fest steht jedenfalls: Wir haben es beim Anima Christi nicht nur mit einem Jahrhunderte alten und weit verbreiteten, sondern auch mit einem vielfach variierten und ergänzten Gebet zu tun.


(1) Anima Christi, sanctifica me – Seele Christi, heilige mich
Der Ausdruck „anima Christi“ kommt wörtlich nirgends im Neuen Testament vor; allerdings finden sich in den Passionsberichten des Markus, des Matthäus sowie im Johannes-Evangelium indirekte Bezüge, wo Jesus über sich spricht und das Wort anima gebraucht:

Mk 14,34/Mt 26,38
tunc ait illis/ tristis est anima mea usque ad mortem
und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt.
Joh 12,27 nunc anima mea turbata est et quid dicam/ Pater salvifica me ex hora hac
Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde?

Diese Bezüge verweisen den Beter des Anima Christi von Anfang an auf das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu. Mit den ersten beiden Worten des Gebetes begibt der Beter sich innerlich hinein in das Erlösungsgeschehen und das Heilswerk Jesu Christi.10 Der Beter macht sich auf den Weg der Passion, geht in Gedanken den Leidensweg mit. Und er bittet darum, dass auch er durch dieses Erlösungs- und Heilsgeschehen geheiligt werde (sanctifica me).

 
aus: B. Klinger, Anima Christi, aus: Geist und Leben 85/4 (2012), 358-375)



 Am Grab des hl. Ignatius von Loyola in Rom


S. Francesco Saverio, Trient

Montag, 22. Juli 2019

Maria Magdalena


Maria Magdalena mit Salbgefäß, linke Figur am Hochaltar, Maria Maggiore, Trient,
Hochaltarbild Aufnahme Mariens



Jüngerin
Namensdeutung: Meeresstern/Geliebte/Widerspenstige (?) aus Magdala
Namenstage: Magdalena, Madeleine, Maddalena, Magdalene, Magda, Maggie, Maude, Marlene, Lena, Lenka
Gedenktag: 22. Juli
Lebensdaten: geboren in Magdala, heute Migdal, Galiläa
Lebensgeschichte und Legende: Maria stammte aus dem Ort Magdala am See von Tiberias und ist in allen Evangelien bezeugt. Nachdem Jesus ihr sieben Dämonen ausgetrieben hatte, folgte sie ihm nach und sorgte für ihn und seine Jünger. Sie beobachtete von weitem die Kreuzigung, half beim Begräbnis Jesu und entdeckte am Ostermorgen das leere Grab. Nachdem Maria Petrus und Johannes davon berichtet hatte und die beiden Jünger zum Grab liefen, erschien ihr als Erster der Auferstandene. Jesus gab sich ihr zu erkennen und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf. Mehr steht im Neuen Testament nicht über sie.
Außerbiblische Überlieferungen wie das gnostische Philippus- oder das Thomasevangelium machten im 3. Jahrhundert aus Maria von Magdala eine besonders eingeweihte Gefährtin Jesu und Gegenspielerin von Petrus. Weil sie als Erste dem Auferstandenen begegnete, wurde sie in der frühen Kirche als „Apostelgleiche“ verehrt und von Hippolyt von Rom „Apostelin der Apostel“ genannt. Gleichzeitig setzte die Tradition sie mit der namenlosen Sünderin gleich, die Jesus die Füße mit ihren Tränen wusch, und deswegen auch mit Maria von Bethanien, der Schwester von Martha und Lazarus, wenn man sie nicht sogar für die ertappte Ehebrecherin (Joh 8,311) hielt.
Die Goldene Legende von Jacobus de Voragine erzählt, sie wäre gemeinsam mit Maria, der Mutter des Kleophas, Martha und Lazarus auf einem segellosen Schiff nach Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue gelangt und hätte in der Provence missioniert und in einer Höhle als Büßerin und Einsiedlerin gelebt. Einer anderen Überlieferung nach begleitete Maria Magdalena Johannes und Maria, die Mutter Jesu, nach Ephesus, wo auch sie gestorben sei.
Verehrung/Brauchtum: Saint-Maximin-la-Sainte-Baume in der Provence und das burgundische Vézelay nennen Reliquien der Magdalenerin ihr eigen. Wegen der Überlieferungstradition Maria Magdalenas als „Sünderin“ entstand 1230 der Orden der Magdalenerinnen zur Betreuung „bußfertiger Dirnen“, und bis 1996 gab es in Irland Magdalenenheime zur Aufnahme „gefallener Mädchen und Frauen“.
Darstellung: als Büßerin von Haaren bedeckt, mit Salbengefäß
Patronin: der Magdalenerinnen, Frauen, Büßerinnen, Schüler und Studenten, Gefangenen, Verführten, Friseure, Gärtner, Winzer, Kammmacher, Parfümhersteller, Handschuhmacher, Weißgerber und Weinhändler, Helferin der Kinder, die schwer gehen lernen, gegen Augenleiden, Gewitter und Ungeziefer
(Quelle: Bistum Augsburg)


Maria Magdalena (Glasfenster im Kings College/Cambridge; Mosaik im  Johannes Paul II. Heiligtum in Krakau; Glasfenster im Magdalene College Cambridge; bronzierte Holzfigur in der Wiener Dominikanerkirche; S. Maddalena, Rom, Grab Kamillus von Lellis; Marienkirche in Krakau; Franziskanerkirche Frauenkirchen;)

Maria Maggiore, Trient, Aufnahme Mariens
hier fand die abschließende Generalversammlung des Konzils von Trient statt