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Freitag, 16. August 2024

Stephan von Ungarn

 

Heiliger Stephan, bitte für uns!

 

Namensdeutung: der Gekrönte (griech.)
Namenstage: István, Stephan, Stefan, Steffen, Steve, Steven, Stefano, Étienne, Stipe, weibl.: Stefanie, Steffi
Gedenktag: 16. August

Lebensdaten: geboren um 975 in Gran/Esztergom, gestorben am 15. August 1038 in Stuhlweißenburg/Székesfehérvár

Lebensgeschichte: Vajk war der Sohn des Arpadengroßfürsten Géza, mit dem gemeinsam er 996 von Adalbert von Prag getauft wurde. Während sein Vater im Grunde Heide blieb, genoss István/Stephan eine christliche Erziehung. Er heiratete die bayerische Prinzessin Gisela, eine Schwester des späteren Kaisers Heinrich II., und trat 997 die Nachfolge seines Vaters an, wobei er sich mit Unterstützung Roms und des Kaiserreichs sowie bayerischer Ritter gegen seine Konkurrenten durchsetzte und die Herrschaft über das ganze Land beanspruchte. Am Weihnachtsfest des Jahres 1000 wurde Stephan mit einer Krone, die ihm von Papst Silvester II. gesandt worden war, zum ersten und Apostolischen König von Ungarn gekrönt.

Stephan vollzog teils gewaltsam die Christianisierung des Landes und band es mithilfe kirchlicher Strukturen an das Abendland. Er gründete mithilfe deutscher, vor allem bayerischer Mönche Klöster und Kirchen, errichtete mit zwei Erz- und acht Bistümern eine funktionierende Hierarchie und führte sein Land in den Fortschritt, ohne alles eigene Brauchtum aufzugeben.

Nach dem Tod seines Sohnes Imre/Emerich 1031 ließ er seinem Vetter, der zum Heidentum neigte, die Augen ausstechen und Blei in die Ohren gießen, um dessen Thronfolge zu verhindern, und berief stattdessen seinen Neffen Peter Orseolo zum Nachfolger. Trotzdem haben ihn die Ungarn als gerechten und milden Herrscher in Erinnerung behalten und in der Basilika von Stuhlweißenburg beigesetzt.

Verehrung/Brauchtum: Stephan wurde 1083 von Papst Gregor VII. heiliggesprochen. Sein rechter, unverwester Arm in der Kathedrale von Buda bildet zusammen mit der „Stephanskrone“ im Parlamentsgebäude der ungarischen Hauptstadt den Staatsschatz. In Ungarn wurde Stephan bis 1948 am 20. August mit einem Nationalfeiertag geehrt, seitdem ist dieser Tag „Verfassungstag“.

Darstellung: als älterer König mit Krone und Schwert

Patron: von Ungarn

(Quelle BistumAugsburg)

Stephan von Ungarn und Maria, Glasfenster in Bad Deutsch Altenburg

 
 
 
 
Die unverweste Rechte in der Budapester Stephansbasilika

Reiterstatue des hl. Stephan v. Ungarn, Fischerbastei, Budapest

Blick von der Matthiaskirche auf Budapest

Mittwoch, 16. August 2023

Stephan von Ungarn und Maria

 

Aufnahme Mariens, Bad Deutsch Altenburg
 
 
In der Herausbildung der Marienverehrung Stephans mögen z. T. sein Erzieher (hl. Adalbert) und seine geistlichen Führer (hll. Wolfgang und Gerhard), z. T. seine Verbindungen zu Cluny (Abt Odilo) eine
Rolle gespielt haben. Ausdruck seiner Marienverehrung ist v. a. die Wahl der Marienpatrozinien der von ihm gegründeten Basiliken (Szekesfehervar, Esztergom), der erzbischöflichen und bischöflichen
Kathedralen (Kalocsa, Györ, Väc) sowie der Abteikirchen und Nonnenklöster (Pecsvärad,
Veszprernvölgy).
Ein weiteres Kultzeugnis ist die Ikonogiaphie des ungar. Krönungsmantels, der von ihm und Gisela 1031 der Basilika von Szekesfehervär geschenkt wurde. Darauf ist Maria als eine von Engeln umgebene Nebenfigur (Typ Maria orans) in der Gesellschaft Christi, der Propheten, Apostel, Märtyrer und Heiligen dargestellt.
Die Legenden über Stephan, die den jeweiligen dynastischen und kirchenpolitischen Interessen
entsprechend gestaltet wurden, haben die MV des Königs bedeutend weiterentwickelt. In sei-
ner frühesten Lebensgeschichte (Legenda maior, um 1077, vor 1083) sagt Stephan Maria Dank und
vergibt in ihrem Namen den Bettlern, die ihn während des Almosengebens beleidigt haben.
Maria ist persönliche Patronin Stephans. Nach dem Tode seiner übrigen Kinder empfiehlt er seinen Sohn Emmerich in seinem täglichen Gebet Christus und Maria. Hier erscheint das Motiv der Ubergabe
des Landes an die Gottesmutter zum ersten Mal: Vor der Schlacht gegen den heidnischen Rebellen
Koppany bittet er um die Hilfe Marias, Martins und Georgs; bei dem Angriff des Kaisers Konrad klagt er das erlittene Unrecht Maria, um dann nach dem Rückzug des Feindes sich selbst und die Sorge seines Landes der Gottesmutter zu übergeben. 
Die erste Abbildung Stephans, in der er zusammen mit Maria dargestellt wurde, war das Marmorrelief im Tympanon der Ehrenpforte der Basilika von Esztergom (Porta speciosa, Ende 12.Jh., 1764 zerstört). In der Komposition wurde der Dialog zwischen Maria und Stephan mit Hilfe von Inschriften festgehalten. Stephan steht neben der thronenden Gottesmutter mit Jesuskind auf dem Schoß und
hält ein Spruchband mit dem Satz in seiner Hand: »Suscipe Virgo Pia Mea Regna Regenda
Maria«.
(aus dem Marienlexikon)
 
 

Nimm an, fromme Jungfrau, meine Reiche,
dass du, Maria, sie regierst


Heiliger Stephan, bitte für uns und unsere Politiker

Donnerstag, 7. Mai 2020

Am Grab der sel. Gisela von Ungarn / Bayern


Heilig-Kreuz Kirche, Niedernburg, Passau








Pieta, um 1420




Diese Statue hat die sel. Gisela ins Kloster mitgebracht

Grab der sel. Gisela im südl. Querhausildunterschrift hinzufügen


Gisela von Ungarn, Königin und Äbtissin. Gisela wurde um 985 als Tochter Herzog Heinrichs II. von Bayern geboren. Gisela war die Schwester des hl. Kaisers Heinrich II. und wurde mit König Stephan von Ungarn vermählt. Mit ihrem heiligen Gemahl bemühte sich die Königin, den christlichen Glauben in Ungarn zu verbreiten, und erbaute Klöster und Kirchen, vielleicht auch den Dom von Veszprém. Ihr Sohn Emmerich verunglückte bereits 1031 tödlich. Als 1038 ihr Gatte König Stephan starb, wurde die verwitwete Gisela von der heidnischen Partei verfolgt, misshandelt und gefangengesetzt. König Heinrich III. befreite 1045 Gisela, die daraufhin in Passau in das Kloster Niedernburg eintrat und dort Äbtissin wurde.
Gisela starb am 7. Mai um 1060. Über der erhaltenen Grabplatte des 11. Jahrhunderts wurde Anfang des 15. Jahrhunderts ein Hochgrab errichtet. Sie wird dargestellt in königlichen Gewändern mit Krone und Kirchenmodell.
(Martyrologium Sancrucense)





Reliquiar der sel. Gisela, Kloster Niedernburg, Passau




Statue der sel. Gisela mit einer Büste ihres Gatten König Stephan

Maria Parz Kapelle




Hochaltarkreuz, um 1508



Maria, Königin der Bayern, bitte für uns!

Donnerstag, 16. August 2018

Stephan von Ungarn (Botschaft von Johannes Paul II.)

 



BOTSCHAFT VON JOHANNES PAUL II.
AN DAS UNGARISCHE VOLK ANLÄSSLICH DES 1000. JAHRESTAGES DER KRÖNUNG DES HL. STEPHAN VON UNGARN
(BUDAPEST, 20. AUGUST 2000)

Liebe Brüder und Schwestern in Christus!
Geliebtes ungarisches Volk! 


1. »Te Deum laudamus, Te Dominum confitemur!« [Dich, Gott, loben wir, dich Herr, preisen wir.] Diese freuderfüllten Worte des Hymnus »Te Deum« passen vortrefflich zu den festlichen Feierlichkeiten zum tausendsten Jahrestag der Krönung des hl. Stephan. In dieser gnadenvollen Stunde gehen unsere Gedanken zu jenem Schlüsselereignis, das die Geburtsstunde des ungarischen Staates bedeutete. Mit dankbarem Herzen wollen wir den Herrn preisen und ihm für die Gnaden danken, die wir vom ungarischen Volk in seiner tausendjährigen Geschichte erhalten haben.
Es handelt sich um eine Geschichte, die mit einem heiligen König, ja eigentlich mit einer »heiligen Familie« ihren Anfang nahm: Stephan und seine Gemahlin, die sel. Gisela, sowie deren Sohn, der hl. Emerich, sind die erste heilige Familie Ungarns. Dieser Same sollte wachsen und gedeihen und eine Schar von edelmütigen Persönlichkeiten hervorbringen, die die »Pannonia Sacra« berühmt machen sollten: man denke etwa an den hl. Ladislaus, die hl. Elisabeth und die hl. Margareta!
Blickt man schließlich auf das gemarterte zwanzigste Jahrhundert, wie könnte man sich dann nicht so großer Gestalten wie des verstorbenen József Kardinal Mindszenty, des sel. Bischofs und Märtyrers Vilmos Apor und des ehrw. László Batthyány-Strattmann erinnern? An Euch liegt es nun, diese Geschichte, die sich so fruchtbringend durch die Jahrhunderte hindurchzieht, fortzusetzen und in den verschiedenen Bereichen menschlichen Wirkens mit neuen Früchten zu bereichern.
Im Laufe seiner ruhmreichen Vergangenheit war Ungarn auch ein »Schutzwall« der Christen gegenüber dem Einfall der Tartaren und Türken. Gewiß fehlte es in einem so langen Zeitraum nicht an dunklen Stunden. Es fehlte nicht die bittere Erfahrung von Rückschlägen und Niederlagen, die nun einer kritischen Prüfung unterzogen werden müssen, um die Verantwortlichkeiten zu klären. Letztendlich muß sie dazu führen, sich der Barmherzigkeit Gottes anheimzustellen, der auch das Böse zum Guten führen kann. Im ganzen betrachtet, ist die Geschichte Eurer Heimat jedoch reich an strahlendem Licht sowohl auf religiösem als auch auf zivilem Gebiet, und sie erweckt die Bewunderung aller, die sich ihrer Erforschung widmen.

2. Zu Beginn des neuen Jahrtausends erhebt sich vor uns die Gestalt des hl. Königs Stephan. Er wollte den Staat auf dem soliden Felsen der christlichen Werte gründen. Daher war es sein Wunsch, die Königskrone aus den Händen des Papstes, meines Vorgängers Silvester II., zu empfangen. Auf diese Weise wurde die ungarische Nation in tiefer Einheit mit der Kathedra Petri errichtet und stand in enger Verbindung mit den übrigen europäischen Ländern, die mit ihm diesselbe christliche Kultur gemeinsam hatten. Eben diese Kultur war der Lebenssaft, der die heranwachsende Pflanze durchströmte, der ihre Entwicklung und ihr Kräftigwerden gewährleistete und ihre künftige außergewöhnliche Blüte vorbereitete.
Durch das Wirken der Gnade, die alles verwandelt und erhöht, setzen sich im Christentum das Wahre, die Gerechtigkeit, das Gute und das Schöne in wunderbarer Harmonie wieder zusammen. Die Welt der Arbeit, des Studiums und der Forschung, der Bereich des Rechtes, das Antlitz der Kunst in ihren verschiedenen Ausdrucksformen, der Sinn für die Werte, der oft unbewußte Durst nach Großem und Unendlichem ebenso wie die Sehnsucht nach dem Absoluten, die im Menschen ist, finden ihre Antwort in Jesus Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Hierauf wollte Augustinus aufmerksam machen, als er sagte, der Mensch sei auf Gott hin geschaffen, und sein Herz sei unruhig, bis es Ruhe finde in Ihm (vgl. Confessiones, I,1).
In dieser kreativen Unruhe macht sich all das bemerkbar, was an tief Menschlichem existiert: der Sinn für die Zugehörigkeit zu Gott, die Suche nach Wahrheit, das unstillbare Verlangen nach dem Guten, der brennende Durst nach Liebe, das Hungern nach Freiheit, die Sehnsucht nach dem Schönen, das Staunen vor dem Neuen und die leise, aber eindringliche Stimme des Gewissens. Daher offenbart gerade diese Unruhe die wahre Würde des Menschen, der sich im tiefsten Inneren seines Seins dessen gewahr wird, wie das eigene Schicksal untrennbar mit dem ewigen Schicksal Gottes verbunden ist. Jeder Versuch, dieses ununterdrückbare Verlangen nach Gott beseitigen oder nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, würde die ursprünglichen Eigenschaften des Menschen verkürzen und verkümmern lassen: der Gläubige, der sich dessen bewußt ist, muß sich in der Gesellschaft zum Zeugen hierfür machen, um auf diese Weise der wahren Sache des Menschen zu dienen.

3. Es ist allseits bekannt, daß Eure edelmütige Nation sich auf dem Mutterschoß der Heiligen Kirche herangebildet hat. Leider hatten in den vergangenen beiden Generationen nicht alle die Gelegenheit, Jesus Christus, unseren Heiland, kennenzulernen. Dieser Abschnitt der Geschichte war gekennzeichnet von Kummer und Leid. Es ist nun Eure Aufgabe, ungarische Christen, den Namen Christi in die Welt zu tragen, seine Frohe Botschaft all Euren lieben Mitbürgern zu verkünden und sie mit dem Antlitz unseres Erlösers vertraut zu machen.
Als der hl. Stephan für seinen Sohn Emerich die sogenannten Ermahnungen schrieb, hatte er sich da nur an ihn gewandt? Diese Frage stellte ich Euch im Laufe meiner Pastoralreise nach Ungarn während der unvergeßlichen Feier auf dem Heldenplatz am 20. August 1991. Damals stellte ich fest: »Hat er nicht vielleicht seine Ermahnungen für alle künftigen Generationen der Ungarn, für alle Erben seiner Krone geschrieben? Euer heiliger König, liebe Söhne und Töchter der ungarischen Nation, hat euch als Erbschaft nicht nur die von Papst Silvester II. empfangene Königskrone hinterlassen. Er hat euch sein geistliches Testament, ein Erbe fundamentaler und unzerstörbarer Werte hinterlassen: das Haus, das wahrhaft auf Fels gebaut ist« (Predigt von Johannes Paul II. bei der Eucharistiefeier in Budapest zum Festtag des hl. Stephan; in O.R. dt., Nr. 38, 20.9.1991).
Das, was der heilige König seinem Sohn in diesem herausragenden Text zu bedenken gab, bleibt immer aktuell: »Ein Land, das nur über eine Sprache und eine Landessitte verfügt, ist schwach und gebrechlich. Daher empfehle ich dir, Fremde mit Wohlwollen aufzunehmen und ihnen Ehre zuteil werden zu lassen, so daß sie es vorziehen, sich lieber bei dir als anderswo aufzuhalten« (Ermahnungen, 6). Wie könnte man nicht die Weitsicht einer solchen Ermahnung bewundern? In ihr zeichnet sich eine moderne Staatsauffassung ab, die im Lichte des Evangeliums Christi für die Bedürfnisse aller offen ist.

4. Die Treue gegenüber dem Evangelium Christi bringe auch Euch heute dazu, liebe ungarische Brüder und Schwestern, die Werte des gegenseitigen Respekts und der Solidarität zu pflegen, die ihren unzerstörbaren Grund in der Würde der menschlichen Person haben. Nehmt in dankbarer Gesinnung gegenüber Gott das Geschenk des Lebens an, und verteidigt mit unerschrockenem Mut dessen heiligen Wert von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Seid Euch der zentralen Bedeutung der Familie im Hinblick auf eine geordnete und gedeihende Gesellschaft bewußt. Setzt Euch daher für gut durchdachte Initiativen ein, um die Unerschütterlichkeit und Unversehrtheit der Gesellschaft zu bewahren. Nur eine Nation, die auf gesunden und fest zusammenstehenden Familien gründet, ist überlebensfähig und kann in die Geschichte eingehen, so wie dies bei Euch in der Vergangenheit geschehen ist.
Zudem möge es den Katholiken Ungarns nicht am Willen ermangeln, mit den Anhängern anderer christlicher Konfessionen aufrichtig gemeinte ökumenische Beziehungen aufzubauen, um zu wahrhaftigen Zeugen des Evangeliums zu werden. Vor eintausend Jahren waren die Christen noch nicht getrennt. Heute fühlen wir immer dringlicher die Notwendigkeit, die vollkommene kirchliche Einheit zwischen allen, die an Christus glauben, wiederherzustellen. Die Trennungen der vergangenen Jahrhunderte sollen in Wahrheit und Liebe sowie mit leidenschaftlichem und unermüdlichem Eifer überwunden werden.
Fördert und unterstützt darüber hinaus jene Initiativen, die die Eintracht und Zusammenarbeit innerhalb der Nation und mit den angrenzenden Nationen fördern wollen. Über eine so lange Zeit der Prüfungen, die Euch und andere Völker heimsuchten, habt Ihr gemeinsam gelitten. Warum solltet Ihr nun in Zukunft nicht gemeinsam leben? Friede und Eintracht seien für Euch die Quelle alles Guten. Setzt Euch mit Eurer Vergangenheit auseinander und versucht, aus der Erkenntnis der Ereignisse der vergangenen Jahrhunderte jene Lehre zu ziehen, die uns die Geschichte, magistra vitae (die Lehrerin des Lebens), so überreich auch für Eure Zukunft aufzeigt.

5. »Salvum fac populum tuum, Domine, et benedic hereditati tuae!« (Rette dein Volk, o Herr, und segne dein Erbe.) Mit dieser Anrufung, die uns ebenfalls das »Te Deum« in den Mund legt, wenden wir uns an den Herrn, um seine Hilfe für das nun beginnende neue Jahrtausend zu erflehen. Wir bitten ihn durch die Fürsprache der Jungfrau Maria, »Magna Domina Hungarorum«, deren Verehrung im wertvollen Erbe des hl. Königs Stephan ein so hoher Stellenwert zukam. Er hatte ihr seine Krone zum Geschenk gemacht, als Zeichen der Weihe des ungarischen Volkes an ihren himmlischen Beistand. Wie viele Bilder erinnern in Euren Kirchen an diese Geste! Getreu dem Beispiel des heiligen Königs sollt auch Ihr Eure Zukunft unter dem Mantel jener bergen, der Gott seinen eingeborenen Sohn anvertraute! Ihr werdet heute die Reliquie der rechten Hand des hl. Stephan in feierlicher Prozession durch die Straßen Eurer Stadt tragen: jene Hand, mit der er der allerseligsten Jungfrau Maria seine Krone zum Weihegeschenk gemacht hat. Die »Heilige Rechte« Eures früheren Königs begleite und beschütze Euch stets in Eurem Leben!
Mit diesen Gedanken nehme ich in geistlicher Weise an Euren festlichen Feierlichkeiten teil. Mein ehrerbietiger Gruß geht an den Herrn Staatspräsidenten und alle Autoritäten Eurer Nation, an den Herrn Kardinalerzbischof und alle Mitbrüder im Bischofsamt sowie an deren Mitarbeiter, an die geschätzten Teilnehmer der Delegationen, die zu diesem feierlichen Anlaß in Budapest zusammengekommen sind, sowie an die gesamte ruhmreiche ungarische Nation.
Im Jahr des Großen Jubiläums der Menschwerdung des Sohnes Gottes und anläßlich der Tausendjahrfeier Eurer Nation rufe ich auf Euch alle den überreichen Segen Gottes, des Vaters, herab, der reich an Barmherzigkeit ist, Gottes, des Sohnes, unseres einzigen Erlösers, und Gottes, des Heiligen Geistes, der alles neu macht. Ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit!
Aus Castel Gandolfo, am 16. August 2000, dem 22. Jahr meines Pontifikats.



Stephan von Ungarn (Fresko Frauenkirchen)
Stephans freigebige Rechte (Glasfenster Martinsdom, Bratislava)
Mahnschreiben an seinen Sohn (Stephansbasilika, Budapest)  
Die unverweste Rechte in der Budapester Stephansbasilika

Denkmal des hl. Stephan von Ungarn, Bad Deutsch Altenburg

Sonntag, 19. November 2017

Die "Blaue Kirche" zur hl. Elisabeth in Bratislava

Mosaik über dem Haupteingang, Rosenwunder der hl. Elisabeth

Im Jahr 1907 feierten die Ungarn den 700. Geburtstag der hl. Elisabeth, eine Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (Bis Anfang des 20. Jahrhundert war die Slowakei ins Königreich Ungarn integriert, erst 1918 gründeten Slowaken und Tschechen den gemeinsamen Staat Tschechoslowakei.)
Die Kirche beschloss, in einem neuen Stadtviertel nahe einer Donaubrücke eine der hl. Elisabeth geweihten Kirche zu errichten. Hier wurde ein katholisches Gymnasium gebaut, so daß die neue Kirche sowohl für die Schule als auch für die Gläubigen des neu entstehenden Wohngebiets benützt werden konnte. Die Reliquien der hl. Elisabeth waren ein Geschenk des Wiener Kardinals Franz Nagl, der sie von der Wiener Elisabethkirche bekam. Der Kirchenbau wurde im Herbst 1913 beendet, die Kirchweihe fand am 11. Oktober 1913 statt. Generalsanierung des Kirchenäußeren 1980. Innen- und Außenrenovierung 1995.

Das Haupt der hl. Elisabeth in Wien

St. Elisabeth (Blaue Kirche), Pressburg



Antonius von Padua aus Tiroler Marmor, Alois Rigele




Hl. Elisabeth in ihrem mildtätigen Wirken, Julius Thury

Elisabeth von Thüringen, Landgräfin, Witwe und Apostelin der Nächstenliebe. Elisabeth wurde 1207 in Ungarn geboren, sie war die Tochter König Andreas II. von Ungarn und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs. Im Alter von einem Jahr wurde sie mit dem späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verlobt und als vierjähriges Mädchen nach Thüringen gebracht, wo sie von der frommen Landgräfin Sophie erzogen wurde. 1221 heiratete die vierzehnjährige Elisabeth Ludwig und schenkte ihm in glücklicher Ehe drei Kinder, den späteren Landgrafen Hermann, Sophie, die Herzogin von Brabant wurde, und Gertrud, nachher Meisterin von Altenberg. Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiter Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus. Elisabeth kümmerte sich persönlich um Bedürftige und besuchte Arme. Sie wurde von ihrem Mann unterstützt, von der übrigen Familie jedoch skeptisch betrachtet und verleumdet. Als Ludwig bei dem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. am 11. Juli 1227 in Italien starb, wurde sie von ihrem Schwager sofort ihres Erbes beraubt. Die 20-jährige Witwe geriet in größte Not und musste die Wartburg verlassen. Erst der Druck ihrer Verwandten und ihres Beichtvater Bischof Konrad von Marburg zwangen den Schwager, der Witwe die rechtmäßige Abfindung zu geben. Mit diesen Gütern gründete Elisabeth ein Spital in Marburg, wo sie die Armen und Kranken pflegte. 1228 legte Elisabeth das Gelübde der Armut und Weltentsagung ab und wurde Franziskanerterziarin. Unter tiefster Selbsterniedrigung lebte sie nur noch den Werken der Buße und der Nächstenliebe. Elisabeth starb im Alter von nur 24 Jahren am 17. November 1231 und wurde am 19. desselben Monats im Franziskushospital beigesetzt. Sie wurde bereits vier Jahre später im Beisein des Stauferkaisers Friedrich II. heilig gesprochen. Ihre Gebeine wurden in einem kostbaren Schrein aufbewahrt. Der neugläubige Landgraf Philipp von Hessen wollte ihre Verehrung 1539 beenden und entwendete die Reliquien, die seither verschollen sind. Das Haupt war schon früher dem Schrein entnommen worden, es befindet sich heute in Wien. Elisabeth wird dargestellt als junge Fürstin mit einem Korb voller Rosen, oder wie sie Armen Almosen spendet.
(Martyrologium Sancrucense)


Stephan von Ungarn

Herz Jesu Statue, die Fatimastatue kam später hinzu

Lamm Gottes mit Siegesfahne und dem Buch mit den sieben Siegeln


pyramiedenförmiger Hauptaltar aus Marmor mit dem Lamm Gottes



Pelikan, Symbol für die hingebende Liebe Christi; Stark wir der tod ist Liebe (Hohelied 8)

Margarita von Ungarn

Emmerich von Ungarn

das letzte Abendmahl



 






Graf Peter Szapary, seine Mutter Gräfin Gabriele Maria Szapary war die
größte Wohltäterin der Kirche, er starb jung. Relief von M. Drobil

Tafel mit Spendern und Wohltätern der Kirche, Papst Pius X. spendete einen
kostbaren Kelch












Gedenkstein für die Ungeborenen










rechts: die zur gleichen Zeit erbaute katholische Schule