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Dienstag, 11. August 2026

Auf ihre Fürsprache unsere Wünsche mäßigen (Klara von Assisi)

 

Hl. Klara, Deckenfresko in der Franziskanerkirche in Roznava/Rosenau, Slowakei

Die Mitbegründerin des Klarissenordens wurde 1193 zu Assisi aus adeliger Familie geboren. Vom hl. Franziskus in der Portiunkulakirche eingekleidet, widmete sie sich in S. Damiano, wo auch ihre Mutter und ihre Schwester sich einfanden, einem armen Leben im Geist des Ordensvaters, das sich noch zu ihren Lebzeiten in zahlreichen neuen Klöstern ausbreitete. Ihr Gebet zum allerheiligsten Sakrament bewahrte 1240 und 1241 Assisi vor den Sarazenen. Gestorben nach langer Krankheit am 11. August 1253 in S. Damiano. Grab in der Kirche S. Chiara.
(erzabteibeuron)

Barmherziger Gott,aus Liebe zu dir hat die heilige Klara
ein Leben der Armut geführt.
Hilf uns auf ihre Fürsprache,
dass wir unsere Wünsche mäßigen
und mit ganzer Hingabe Christus nachfolgen,
damit wir im Himmel
dich, unser höchstes Gut, schauen dürfen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Franziskanerkirche in Roznava

Donnerstag, 4. September 2025

Rosa von Viterbo

 Statue der hl. Rosa beim Stadttor von Viterbo

 


Rosa v. Viterbo, bitte für uns

geboren um 1233 zu Viterbo, wurde 1250, von einer schweren Krankheit wunderbar genesen, Franziskaner-Terziarin. Mit einem Kreuz und unter geistlichen Gesängen zog sie durch die Stadt und rief zum Gebet für die Nöte der Christenheit sowie zur Treue gegen die Kirche auf. Zeitweise verbannt, bat Rosa vergeblich nach ihrer Rückkehr um Aufnahme in das Klarissen-Kloster zu Viterbo. Nach ihrem Tod vor dem 25. November 1252 wurde ihr Leib 1258 in die Klarissenkirche übertragen. Der 4. September ist der Translationstag.

dargestellt im Franziskaner-Terziarinnenhabit mit Körbchen, Brot und Rosen. Wallfahrt in Viterbo.

(domradio

S. Francesco, Viterbo

Donnerstag, 11. August 2022

Das Gebet der hl. Klara im Heiligsprechungsprozeß

S. Maria della Concezione, Rom

 

Wenn sie vom Gebet zurückkam, ermahnte und tröstete sie die Schwestern, ständig von Gott redend, der immer in ihrem Munde war, während sie von den Nichtigkeiten weder hören noch sprechen mochte. Und wenn sie vom Gebet zurcükkehrte, freuten sich die Schwestern, wals wäre sie direkt vom Himmel gekommen (Pacifica di Guelfuccio, Prozeß, I 9).

Sie war beharrlich im Gebet, und ihre Gespräche und Worte befaßten sich immer mit den Dingen Gottes, so daß sie ihre Zunge oder ihr Ohr nie den weltlichen Dingen zuwandte (Filippa di Leonardo, Prozeß, III 3).

Im Gebet und in der Kontemplation war sie ausdauernd; und wenn sie vom Gebet zurückkehrte, erschien ihr Gesicht heller und schöner als die Sonne. Und ihre Worte verbreiteten eine unbeschreibliche Süßigkeit, und dies in einem Maße, daß ihr ganzes Leben himmlisch schien (Amata di Martino, Prozeß, IV 4).

Sie war war wachsam in Gebet und Kontemplation, so daß ihr Gesicht manchmal, wenn sie vom Gebet zurückkam, noch strahlender als sonst schien und aus ihrem Munde eine gewisse Süße ausströmte (Cäcilia di Gualtieri, Prozeß, VI 3)


heilige Klara, bitte für uns!
von Fr. Cosimo da Castelfranco Veneto, +1620

Mittwoch, 11. August 2021

Klara von Assisi

Ein strahlender Stern ist aufgegangen am heutigen Tag:
denn heute wurde die heilige Klara,
die arme Magd des Herrn,
verherrlicht im Reich des Himmels.
(Eröffnungsvers)


Glasfenster in der Kathedrale von Marburg, Tau als Zeichen der Erlösung

Berufung der hl. Klara, S. Lorenzo, Vicenza

Rundgang in San Damiano

Das Tafelbild der hl. Klara

Das Testament Klaras (Glasfenster in der Franziskanerkirche, Budapest)

An der Tür der Franziskanerkirche in Salzburg

Klara von Assisi, Franziskanerkirche, Bologna


Ordensgründerin
Namensdeutung: die Leuchtende (lat.)
Namenstage: Klara, Chiara, Clarissa, Claire, Klarine, Klaartje, Klárika
Gedenktag: 11. August

Lebensdaten: geboren 1194 in Assisi, gestorben am 11. August 1253 in San Damiano/Assisi

Lebensgeschichte: Chiara Scifi war von adligem Stand und hatte eine hervorragende Ausbildung genossen, doch statt sich von ihren Eltern standesgemäß verheiraten zu lassen, wollte sie lieber ihrem Landsmann Franz von Assisi in radikaler Armut nachfolgen. In der Nacht zum Palmsonntag 1212 verließ sie mit Hilfe von Franziskus und seinen Gefährten heimlich ihr Elternhaus für das kleine Kloster Portiunkula, in dem die Minderbrüder lebten, ließ sich von Franziskus die Haare abschneiden, mit der rauen Büßerkutte bekleiden und legte feierlich die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab. Auf die verschämte Frage seiner Mitbrüder, was sie denn mit Klara anfangen sollten, soll Franziskus geantwortet haben: „Was soll mit Bruder Klara sein?“

Klara hatte noch einige Auseinandersetzungen mit ihrer Familie, als sie ihr mit geschorenem Haupt wieder unter die Augen trat und ihre Schwester Agnes es ihr gleichzutun begann. Franziskus brachte sie zunächst in Benediktinerinnenklöstern unter, um sie vor den gewaltsamen Heimholungsversuchen des Vaters zu bewahren. 1215 konnte sich Chiara mit einigen Gefährtinnen bei der kleinen, abgelegenen Kirche San Damiano ansiedeln und gründete die Gemeinschaft der Armen Frauen von San Damiano, später Klarissen genannt, der sich am Ende auch ihre Mutter und weitere Verwandte anschlossen.

Ab 1224 war Klara infolge strenger Bußübungen und durchgebeteter Nächte ständig krank, doch energisch genug, um die Ausbreitung ihres Ordens zu überwachen und nacheinander mehrere Ordensregeln zu verwerfen, weil diese nicht die Zugehörigkeit zur franziskanischen Familie berücksichtigten und die Armutsverpflichtung nicht festhielten. Schließlich schrieb sie ab 1247 selber und als erste Frau überhaupt eine Ordensregel, die Papst Innozenz IV. zwei Tage vor ihrem Tod am 11. August 1253 anerkannte.

Verehrung/Brauchtum: Klara wurde bereits zwei Jahre nach ihrem Tod von Papst Alexander IV. heiliggesprochen und ruht unversehrt in der Krypta der Kirche Santa Chiara in Assisi. Durch das in Assisi geweihte Klarawasser erhoffen Augenleidende, Heilung zu erlangen. Papst Pius XII. erklärte sie 1958 zur Patronin des Fernsehens, weil sie der Legende nach die Weihnachtsmesse 1252 von ihrer Zelle aus hatte mitverfolgen können.

Darstellung: im Ordensgewand mit Regelbuch, Monstranz, Kreuz, Ziborium oder Lilie

Patronin: von Assisi, der Klarissen, der Wäscherinnen und Stickerinnen, der Glaser, Glasmaler, Blinden und des Fernsehens, Helferin gegen Fieber und Augenleiden
(Bistum Augsburg)

Freitag, 2. Oktober 2020

Das Zeichen der Erlösung - Schutzengelfest

 

Das Tau ist der letzte Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Es wird verwendet mit dem symbolischen Zeichen von dem der Prophet Ezechiel in 9, 4 spricht: „Der Herr sagte zu ihm: Geh mitten durch die Stadt Jerusalem und schreib ein T auf die Stirn aller Männer, die über die in der Stadt begangenen Greueltaten seufzen und stöhnen.“ Es ist also ein Rettungszeichen für die Armen Israels.
Von diesem Zeichen spricht auch die Apokalypse 7,2-3 „Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen er Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.“

Das Tau ist also ein Zeichen der Rettung, der Erlösung. Es ist ein äusseres Zeichen des neuen christlichen Lebens, das innerlich mit dem Hl. Geist besiegelt ist, das uns am Tag der Taufe geschenkt wurde wie dies in Eph 1, 13 gesagt wird, wenn der Apostel Paulus schreibt: „Durch ihn (Christus) habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung, durch ihn habt ihr das Siegel des verheissenen Hl. Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.“

Engel bezeichnen mit dem Siegel (Offenbarung), All Souls College, Oxford

„Ich bin das Alfa und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer Durst hat werde ich umsonst vom lebendigen Quell zu trinken geben...Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende (Off 21, 6; 22,13). Die Christen sahen das Tau immer auch als Zeichen des Kreuzes, an dem sich Christus für das Heil der Welt geopfert hat.
Papst Innozenz III., der ja auch die Lebensform der ersten Brüder mündlich bestätigte, bringt in einem Schreiben zum 4. Laterankonzil 1215 das Zeichen des Taus mit der Liturgie der Eucharistie in Verbindung. Schon in altchristlichen Darstellungen sah man am Mantelssaum bei Christus das Tau als das Zeichen des Heiles und des Lebens. Der Papst sieht im ‚Te igitur’ ‚Dich Gott bitten wir’, mit dem das römische Hochgebet begann und deren Initialen so schön geziert waren, dieses Tau.

 



Der hl. Franziskus nahm diese Idee auf und sah in diesem Zeichen auch ein ganz besonderes Heilszeichen. In ihm sah er die alten Verheissungen in Erfüllung gehen, er sieht in diesem Zeichen auch die Seligpreisung der Armen, das wichtigste Element der franziskanischen Lebensform. Aus diesem Grund hatte Br. Franziskus eine so grosse Liebe und einen so grossen Glauben in dieses Zeichen.

„Mit diesem Zeichen pflegte der hl. Franziskus seine Briefe zu beglaubigen, sooft er aus Notwendigkeit oder Liebe irgend ein Schreiben an jemanden richtete.“ 3Cel 159. So finden wir es auch unter einem Segensspruch, den er für Bruder Leo aufschrieb, als dieser in Not und Angst war. Es bedeutete für Bruder Leo Kraft und Trost, dass er diesen Segen des hl. Franziskus ständig bei sich tragen konnte. Auf der Rückseite des Segens schrieb der hl. Franziskus einen Lobpreis Gottes. Hier wendet er sich durch ein wiederholtes DU an seinen Herrn, dessen Grösse und Demut er bewundert. So sind für Franziskus Hinwendung zu Gott und Hinwendung zum Bruder "zwei Seiten" eines Medaillons.
Das Tau war für ihn das liebste Zeichen, sein Siegel, der seine tiefe geistliche Überzeugung ausdrückt, dass nämlich allein im Kreuz
Jesu Christi das Heil für jeden Menschen sich ereignet hat. Für Br. Franziskus ist dieses kleine Zeichen Tau wie ein Schatz, den er gefunden hat, wie ein Schlüssel zum Geheimnis des Lebens der Welt und eine Freude über diesen Reichtum, den ihm letztlich niemand nehmen konnte.
Das Tau ist also ein Symbol für die Franziskanische Familie: ein Vermächtnis des heiligen Vaters Franziskus, ein Zeichen des Segens und des Friedens. Es erinnert uns auch an das Kreuz, das Zeichen unserer Erlösung.

(franciscanch

Stigmatisation des hl. Franziskus, Klara mit Eucharistie
Kathedrale von Marburg

Sonntag, 11. August 2019

Berufung - Klara von Assisi

Berufung der hl. Klara, Ina Barbieri, 1935



1193 oder 1194 wurde Klara als Tochter reicher adliger Eltern geboren. Ihre Mutter, die Wallfahrten nach Palästina und Rom unternahm, unterwies das Mädchen sehr eifrig im Glauben. Schon als Kind fühlte sich Klara den Armen verpflichtet: Bei den Mahlzeiten stellte sie unbemerkt Speisen zur Seite, um sie heimlich Bedürftigen zukommen zu lassen. Das Ansinnen ihrer Eltern und Verwandten, sie vorteilhaft zu verheiraten, schlug sie aber mehrmals mit aller Entschiedenheit aus. Im Jugendalter fiel sie durch Klugheit und gutes Aussehen auf.
Ohne es nach außen zu zeigen, bewegte sie aber innerlich das Lebensideal des heiligen Franziskus: Armut und Leben nach dem Evangelium. Deshalb entschloss sie sich, auf alles zu verzichten, was ihr auf Grund ihrer Herkunft zustand: Reichtum, Besitz, Ansehen usw. In der Nacht von Palmsonntag auf Karmontag des Jahres 1211 verließ sie heimlich das Elternhaus und begab sich zur Porziuncolakapelle. Franziskus, der sie dort mit seinen Gefährten schon erwartete, schnitt ihr die Haare ab und bekleidete sie mit dem Ordensgewand. Dies waren die Zeichen dafür, dass sie nunmehr Christus gehörte und sich in den Dienst seines Evangeliums stellte. Zunächst fand Klara Aufnahme im Benediktinerinnenkloster San Paolo bei Bastia. Ihr Vater versuchte vergebens, sie von dort nach Hause zurückzuholen. Nach einiger Zeit siedelte Klara in eine Schwesterngemeinschaft bei Sant‘ Angelo di Panzo um. Hier schloss sich ihre leibliche Schwester Agnes ihr an. Aber weder das reiche Kloster San Paolo noch die Gemeinschaft in Panzo entsprachen offenbar ihren Vorstellungen eines vollkommenen Lebens im Geist des Evangeliums, so dass sie schließlich mit Agnes nach San Damiano übersiedelte; neben dieser kleinen Kirche hatte Franziskus für sie ein bescheidenes Gebäude errichten lassen. Immer mehr Frauen schlossen sich der Lebensweise Klaras an, so dass sich schon bald in San Damiano eine Gemeinschaft bildete. Die Schwestern wurden damals als Damianitinnen bezeichnet; der Name „Klarissen“ entstand erst später. Sie führten ein kontemplatives Leben, bei dem das Schweigen und das Gebet im Vordergrund standen.
(Quelle: Franziskanernet)


Rundgang in San Damiano
Das Tafelbild der hl. Klara
Das Testament Klaras
An der Tür der Franziskanerkirche in Salzburg

 

„Herr, sei gepriesen, weil du mich erschaffen hast“.
(die letzten Worte der hl. Klara)


S. Lorenzo Vicenza

Samstag, 11. August 2018

Klara von Assisi

Bruder Leo und die hl. Klara, Franziskanerkirche Salzburg

Klara von Assisi, Ordensgründerin. Klara wurde 1194 zu Assisi geboren, sie war von adeliger Herkunft und wurde von Franziskus für das Armutsideal gewonnen. 1212 floh sie aus ihrem Elternhaus und wurde von Franziskus in dem Portiunkulakirchlein mit dem Ordensgewand eingekleidet. Mit ihrer Schwester Agnes bewohnte sie ein kleines Haus bei San Damiano, wo sich bald eine klösterliche Familie bildete, in die schließlich auch ihre Mutter Hortulana und ihre Schwester Beatrix eintraten. 1216 verlieh Papst Innozenz III. der von Klara geleiteten Gemeinschaft das Privileg vollkommener Armut. Seit 1224 war sie durch Krankheit fast dauernd ans Bett gefesselt, war aber trotz ihrer Leiden ein Vorbild an Demut, Gebetseifer und Bußstrenge. Als 1240 die kriegerischen Sarazenen schon die Mauer des Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwerkranke Chiara vor die Pforte tragen, hielt die Monstranz in ekstatischem Gebet empor und schlug so die feindlichen Horden in die Flucht.
Klara starb am 11. August 1253 in San Damiano bei Assisi und wurde in der Kirche San Giorgio beigesetzt. 1260 wurde ihr Leib in die neue Kirche Santa Chiara übertragen. Sie wird dargestellt im Klarissenhabit mit Ziborium oder Monstranz.
(Martyrologium Sancrucense)

Rundgang in San Damiano
Das Tafelbild der hl. Klara
Das Testament Klaras



Franziskanerkirche Salzburg mit Kapellenkranz

Freitag, 11. August 2017

Das Testament Klaras



Liebe Schwestern, denken wir doch an die unendlichen Wohltaten, die Gott uns erwiesen hat. Vor allem an jene, die er uns durch seinen Diener, unseren geliebten Vater Franziskus, erwiesen hat, und zwar nicht nur in der Zeit nach unserer Bekehrung, sondern schon in der Zeit, als wir noch in den Nichtigkeiten der Welt verstrickt waren.

Denn dieser heilige Vater hat von uns prophetisch gesprochen, als er weder Brüder noch Gefährten hatte, damals unmittelbar nach seiner Bekehrung, als er die Kirche San Damiano wiederherstellte, nachdem er ganz von Gottes Gegenwart erfüllt worden war und aus innerem Drang heraus die Welt verlassen hatte. Voll Freude und Heiligem Geist sagte er von uns, was Gott später erfüllt hat.

Denn Franziskus bestieg damals die Mauer der genannten Kirche und rief mit lauter Stimme einigen Armen zu, die gerade in jener Gegend weilten: "Kommt und helft mir beim Bau des Klosters San Damiano. Denn es werden einmal Frauen hier wohnen, durch deren berühmtes Leben und deren Heiligkeit unser Vater im Himmel in der ganzen Kirche verherrlicht werden soll."

(Klara, Testament, in: Rotzetter, Klara und Franziskus, 27)

Das Tafelbild der hl. Klara
Rundgang in San Damiano

Klara und Franziskus, Sakristei d. Franziskanerkirche in Budapest

Donnerstag, 9. März 2017

Am Grab der hl. Katharina von Bologna

Santuario Corpus Domini, Bologna

Heute gedenkt die Kirche des hl. Dominikus Savio, der hl. Francesca Romana und der hl. Katharina von Bologna.

Klarissenkirche Corpus Domini (Chiesa del Corpus Domini), Bologna


Verherrlichung der hl. Katharina von Bologna mit den 4 Kardinaltugenden

Rosenkranzkapelle, Corpus Domini, Bologna

Klara von Assisi mit der hl. Eucharistie (schlägt die Sarazenen in die Flucht)

Christus schenkt sich den Aposteln in der hl. Eucharistie (Hochaltarbild), die Kirche
ist dem Hl. Leib des Herrn geweiht

Hinübergang des hl. Josef

hl. Antonius von Padua, Vision des Jesuskindes


Unbefleckte Empfängnis, Zugang zum Grab der hl. Katharina von Bologna

Der Leichnahm der hl. Katharina von Bologna ist unverwest und wird auf einem Stuhl sitzend gezeigt


Liebe Brüder und Schwestern!
Kürzlich habe ich in einer Katechese über die hl. Katharina von Siena gesprochen. Heute möchte ich euch eine andere, weniger bekannte Heilige vorstellen, die denselben Namen trägt: die hl. Katharina von Bologna, eine Frau mit weitreichender Bildung, die jedoch sehr demütig war. Sie widmete sich dem Gebet, war aber stets bereit zu dienen; sie brachte großherzig Opfer dar und nahm voll Freude mit Christus das Kreuz an.
Sie wird am 8. September 1413 in Bologna geboren, als erstes Kind von Benvenuta Mammolini und Giovanni de’ Vigri, einem reichen und gebildeten Adligen aus Ferrara, Doktor der Rechtswissenschaften und öffentlicher Dozent in Padua, wo er für Nikolaus III. d’Este, dem Markgrafen von Ferrara, im diplomatischen Dienst stand. Über Katharinas Kindheit und Jugend gibt es nur  wenige Nachrichten, und nicht alle von ihnen sind gesichert. Als Kind lebt sie in Bologna, im Haus der Großeltern; hier wird sie von den Angehörigen erzogen, vor allem von ihrer Mutter, einer sehr gläubigen Frau. Im Alter von etwa zehn Jahren zieht sie mit ihr nach Ferrara an den Hof von Nikolaus III. d’Este als Hofdame für Margherita, eine uneheliche Tochter von Nikolaus. Der Markgraf macht Ferrara zu einer prächtigen Stadt, in die er Künstler und Literaten aus verschiedenen Ländern ruft. Er fördert die Kultur, und obgleich er kein vorbildliches Privatleben führt, trägt er große Sorge für das geistliche Wohl, das sittliche Verhalten und die Erziehung und Bildung der Untertanen.
In Ferrara leidet Katharina nicht unter den negativen Aspekten, die das Leben am Hof oft mit sich bringt; sie genießt Margheritas Freundschaft und wird ihre Vertraute; sie bereichert ihre Kultur. Sie studiert Musik, Malerei und Tanz; sie lernt, Gedichte zu schreiben, literarische Texte zu verfassen, Bratsche zu spielen; sie gewinnt Erfahrungen in der Kunst der Miniatur und der Handschriften; sie vervollkommnet das Studium der lateinischen Sprache. Später im Klosterleben wird sie aus dem kulturellen und künstlerischen Reichtum, den sie in diesen Jahren erwirbt, großen Nutzen ziehen. Das Lernen fällt ihr leicht, sie lernt mit Leidenschaft und Beharrlichkeit; sie zeigt große Klugheit, und ihr Verhalten ist von einzigartiger Bescheidenheit, Anmut und Freundlichkeit geprägt. Ein Zug jedoch zeichnet sie besonders deutlich aus: ihr stets den himmlischen Dingen zugewandter Geist. 1427, mit nur 14 Jahren, entschließt sich Katharina, auch infolge einiger familiärer Ereignisse, den Hof zu verlassen, um sich einer Gruppe junger Frauen aus adligen Familien anzuschließen, die ein gemeinsames Leben führen, und sich Gott zu weihen. Ihre gläubige Mutter stimmt zu, obgleich sie andere Pläne für sie hatte.
Katharinas geistlichen Weg vor dieser Entscheidung kennen wir nicht. In dritter Person sagt sie von sich, daß sie sich in den Dienst Gottes gestellt hat »erleuchtet von der göttlichen Gnade […] mit reinem Gewissen und großem Eifer«, Tag und Nacht dem heiligen Gebet gewidmet und bemüht, alle Tugenden zu erwerben, die sie bei anderen sah, »nicht aus Neid, sondern um Gott besser zu gefallen, dem sie ihre ganze Liebe geschenkt hatte« (Die sieben geistlichen Waffen, VII,8). In dieser neuen Phase ihres Lebens macht sie beachtliche geistliche Fortschritte, aber groß und schrecklich sind auch die Prüfungen, die inneren Leiden, vor allem die Versuchungen des Teufels. Sie macht eine tiefe geistliche Krise durch, die sie bis an den Rand der Verzweiflung bringt (vgl. ebd., VII). Sie erlebt eine geistliche Nacht, in der sie sogar von der Versuchung der Ungläubigkeit gegenüber der Eucharistie bedrängt ist. Nach so viel Leiden tröstet sie der Herr: In einer Vision schenkt er ihr die klare Erkenntnis der eucharistischen Realpräsenz, eine so leuchtende Erkenntnis, daß Katharina sie nicht in Worte fassen kann (vgl. ebd., VIII,2). Zur selben Zeit kommt eine schmerzliche Prüfung über die Gemeinschaft: Es entstehen Spannungen zwischen denen, die der augustinischen Spiritualität folgen wollen, und denen, die mehr auf die franziskanische Spiritualität ausgerichtet sind.
Zwischen 1429 und 1430 trifft die Verantwortliche der Gruppe, Lucia Mascheroni, die Entscheidung, ein Augustinerinnenkloster zu gründen. Katharina und andere dagegen entschließen sich, die Regel der hl. Klara von Assisi zu übernehmen. Es ist ein Geschenk der Vorsehung, denn die Gemeinschaft wohnt in der Nähe der Kirche »Santo Spirito« beim Konvent der Minderbrüder, die sich der Observanzbewegung angeschlossen haben. So können Katharina und ihre Gefährtinnen regelmäßig an den liturgischen Feiern teilnehmen und angemessenen geistlichen Beistand erhalten. Sie haben auch die Freude, Predigten des hl. Bernhardin von Siena zu hören (vgl. ebd., VII,62). Katharina berichtet, daß sie 1429 – im dritten Jahr ihrer Bekehrung – bei einem der von ihr sehr geschätzten Minderbrüder beichten geht, wo sie eine gute Beichte ablegt und den Herrn inständig bittet, all ihre Sünden zu vergeben und ihr die mit diesen verbundene Strafe zu erlassen. Gott offenbart ihr in einer Vision, daß er ihr alles vergeben hat. Es ist eine sehr starke Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit, die sie für immer prägt und ihr neuen Antrieb gibt, um großherzig auf die unendliche Liebe Gottes zu antworten (vgl. ebd., IX,2).

1431 hat sie eine Vision vom Endgericht. Der schreckliche Anblick der Verdammten drängt sie, Gebet und Buße für das Heil der Sünder zu vertiefen. Der Teufel sucht sie auch weiterhin heim, und sie vertraut sich immer vollkommener dem Herrn und der Jungfrau Maria an (vgl. ebd., X,3). In ihren Schriften hinterläßt uns Katharina einige wesentliche Hinweise über diesen geheimnisvollen Kampf, aus dem sie mit Gottes Gnade siegreich hervorgeht. Dies dient der Unterweisung ihrer Mitschwestern sowie jener, die sich auf den Weg der Vollkommenheit begeben wollen: Sie will vor den Versuchungen des Teufels warnen, der sich oft unter trügerischen Erscheinungsformen versteckt, um dann Glaubenszweifel, Unsicherheit über die Berufung oder Sinnlichkeit hervorzurufen.
In der autobiographischen und der Unterweisung dienenden Schrift Die sieben geistlichen Waffen unterbreitet Katharina in diesem Zusammenhang Lehren von großer Weisheit und tiefer Erkenntnis. Sie spricht in der dritten Person, wenn sie die außerordentlichen Gnaden beschreibt, die der Herr ihr schenkt, und in der ersten Person, wenn sie ihre eigenen Sünden beichtet. Ihre Schrift läßt die Reinheit ihres Glaubens an Gott, die tiefe Demut, die Schlichtheit des Herzens, den missionarischen Eifer, die Leidenschaft für das Heil der Seelen erkennen.

Sie unterscheidet sieben Waffen beim Kampf gegen das Böse, gegen den Teufel:
1. eifrige Sorgfalt darauf zu verwenden, stets das Gute zu tun;
2. zu glauben, daß wir allein niemals etwas wirklich Gutes tun können;
3. auf Gott zu vertrauen und aus Liebe zu ihm niemals den Kampf gegen das Böse zu fürchten, weder in der Welt noch in uns selbst;
4. oft die Ereignisse und die Worte des Lebens Jesu zu betrachten, besonders sein Leiden und seinen Tod;
5. daran zu denken, daß wir sterben müssen;
6. sich die Güter des Paradieses im Geist fest einzuprägen;
7. mit der Heiligen Schrift vertraut zu sein und sie stets im Herzen zu tragen, damit sie allen Gedanken und allem Handeln Orientierung gibt
 – ein schönes geistliches Lebensprogramm auch heute, für jeden für uns!

Obgleich sie an den Hof von Ferrara gewöhnt ist, übernimmt Katharina im Kloster Aufgaben als Wäscherin, Näherin und Bäckerin und ist für die Versorgung der Tiere zuständig. Sie führt alles, auch die niedersten Dienste, mit Liebe und bereitwilligem Gehorsam aus und gibt so den Mitschwestern ein leuchtendes Zeugnis. Im Ungehorsam sieht sie nämlich jenen geistlichen Hochmut, der jede andere Tugend zerstört. Aus Gehorsam übernimmt sie das Amt der Novizenmeisterin, obgleich sie sich für unfähig hält, diese Aufgabe zu erfüllen, und Gott beseelt sie unablässig durch seine Gegenwart und seine Gaben; sie ist in der Tat eine weise und geschätzte Meisterin

Danach wird ihr der Dienst im Sprechzimmer anvertraut. Es fällt ihr sehr schwer, oft das Gebet zu unterbrechen, um den Menschen zu antworten, die an das Klostergitter kommen, aber auch diesmal kommt der Herr zu ihr und steht ihr bei. Mit ihr ist das Kloster immer mehr ein Ort des Gebets, der Hingabe, des Schweigens, der Mühe und der Freude. Als die Äbtissin stirbt, denken die Oberen sofort an sie, aber Katharina drängt sie, sich an die Klarissen von Mantua zu wenden, die die Konstitutionen und die Ordensgebräuche besser kennen. Wenige Jahre später jedoch, 1456, wird ihr Kloster gebeten, eine Neugründung in Bologna zu errichten. Katharina würde ihre Tage lieber in Ferrara beenden, aber der Herr erscheint ihr und mahnt sie, den Willen Gottes zu tun, indem sie als Äbtissin nach Bologna geht. Sie bereitet sich auf die neue Aufgabe durch Fasten und Bußübungen vor. Zusammen mit 18 Mitschwestern begibt sie sich nach Bologna. Als Oberin ist sie die erste im Gebet und im Dienst; sie lebt in tiefer Demut und Armut. Als die drei Amtsjahre als Äbtissin enden, ist sie froh, ersetzt zu werden, aber ein Jahr später muß sie ihr Amt wieder aufnehmen, weil die Neugewählte erblindet ist. Obwohl sie leidet und von schweren Krankheiten geplagt wird, erfüllt sie ihren Dienst mit Großherzigkeit und Hingabe

Noch ein Jahr lang mahnt sie die Mitschwestern zum Leben nach dem Evangelium, zur Geduld und zur Beständigkeit in den Prüfungen, zur brüderlichen Liebe, zur Vereinigung mit dem göttlichen Bräutigam, Jesus, um so ihre Mitgift für die himmlische Hochzeit zu bereiten. Diese Mitgift sieht Katharina darin, die Leiden Christi zu teilen und Schwierigkeiten, Sorgen, Verachtung, Unverständnis mit innerer Ruhe zu begegnen (vgl. Die sieben geistlichen Waffen, X,20). Anfang 1463 verschlimmern sich ihre Krankheiten; sie versammelt die Schwestern ein letztes Mal im Kapitel, um ihnen anzukündigen, daß sie sterben würde und ihnen die Beachtung der Regel ans Herz zu legen. Ende Februar kommen starke Leiden über sie, die nicht mehr von ihr weichen werden. Sie ist es jedoch, die die Mitschwestern im Schmerz tröstet und ihnen ihren Beistand zusichert, auch vom Himmel aus. Nachdem sie die letzten Sakramente empfangen hat, übergibt sie ihrem Beichtvater die Schrift Die sieben geistlichen Waffen und tritt in den Todeskampf ein; ihr Gesicht wird schön und leuchtend; noch einmal betrachtet sie liebevoll jene, die bei ihr sind, und haucht sanft ihren Geist aus, wobei sie dreimal den Namen Jesu ausspricht: Es ist der 9. März 1463 (vgl. I. Bembo, Specchio di illuminazione. Vita di S. Caterina a Bologna, Florenz 2001, Kap. III). Katharina wird am 22. Mai 1712 von Papst Clemens XI. heiliggesprochen. Die Stadt Bologna verwahrt ihren unversehrten Leib in der Kapelle des Klosters »Corpus Domini«

Liebe Freunde, die hl. Katharina von Bologna ist durch ihre Worte und ihr Leben eine starke Einladung, uns stets von Gott leiten zu lassen, täglich seinen Willen zu tun, auch wenn er oft nicht unseren Plänen entspricht, auf seine Vorsehung zu vertrauen, die uns nie allein läßt. In dieser Hinsicht spricht die hl. Katharina mit uns; über die Entfernung vieler Jahrhunderte hinweg ist sie dennoch sehr modern und spricht zu unserem Leben. Wie wir erleidet sie Versuchung, erleidet sie Versuchungen der Ungläubigkeit, der Sinnlichkeit, eines schwierigen, geistlichen Kampfes. Sie fühlt sich von Gott verlassen, sie befindet sich im Dunkel des Glaubens. Aber in all diesen Situationen hält sie stets die Hand des Herrn, läßt ihn nicht los, verläßt ihn nicht. Und Hand in Hand mit dem Herrn geht sie auf dem richtigen Weg und findet den Weg des Lichts. So sagt sie auch zu uns: Nur Mut, auch in der Nacht des Glaubens, auch in vielen Zweifeln, die es geben kann, laß die Hand des Herrn nicht los, geh Hand in Hand mit ihm, glaube an die Güte Gottes; dann gehst du auf dem richtigen Weg! Und ich möchte noch einen weiteren Aspekt hervorheben: ihre große Demut. Sie ist eine Person, die nicht jemand oder etwas sein will; sie will sich nicht hervortun; sie will nicht herrschen. Sie will dienen, den Willen Gottes tun, im Dienst der anderen stehen. Und gerade deshalb war Katharina glaubwürdig in ihrer Autorität, denn man konnte sehen, daß die Autorität für sie bedeutete, den anderen zu dienen. Durch die Fürsprache unserer Heiligen bitten wir Gott, den Plan zu verwirklichen, den er mit uns hat, mit Mut und Großherzigkeit, damit nur er der feste Fels ist, auf den unser Leben gebaut wird. Danke.
(Papst Benedikt XVI., Generalaudienz am 29.12.2010)



Reliquie der hl. Katharina von Bologna