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Sonntag, 15. März 2026

Denkmal des hl. Klemens Maria Hofbauer bei der Wiener Minoritenkirche (Sanct Klemens-Rufe)

 

Blick von Parlament zur Wiener Minoritenkirche

 

1808 wurden Hofbauer und die Redemptoristen auch aus Warschau vertrieben - Napoleon, dem die Orden der Kirche immer verdächtig waren, verfügte die Ausweisung persönlich. In wenigen Stunden mußten sie das Haus, die Kirche, die Schulen, das Waisenhaus verlassen. Am 20 Juni wurden sie in aller Früh von der Polizei auf Wagen abgeführt und in die Festung Küstrin an der Oder gebracht. Von dort musste jeder in seine Heimat zurückkehren. Hofbauer hat die meisten seiner Mitbrüder nicht mehr wieder gesehen.

Er selber wusste nicht, wohin er gehen sollte; er dachte an Amerika. Aber zunächst ging er nach Wien. Seine Freunde dort haben ihn bewogen, in Wien zu bleiben.

In Wien war seine seelsorgliche Tätigkeiten in den ersten Jahren sehr beschränkt. Er hatte die Stelle eines Hilfskaplan an der italienischen Nationalkirche, der Minoritenkirche. (Schermann)




Parlament

Heiliger Klemens, bitte für uns

Sankt Klemens-Rufe

(Nach der Melodie „Mutter Gottes, wir rufen zu dir!")

Vorsänger/Alle: Heiliger Klemens, wir rufen zu dir!

V: Du Sohn einer tieffrommen Mutter: A: Sankt Klemens, bitte für uns
V: Du Schüler voll heiliger Gesinnung:
V: Du Muster als Arbeiterlehrling:
V: Du Vorbild im Handwerksberufe:
V: Student voller Kühnheit im Streben:
V/A: Heiliger Klemens, schütz Arbeit und Brot!

V: Du Pilger zur Stadt aller Christen:
V: Du Einsiedler in südlichen Bergen:
V: Du Freund in Ehrfurcht und Treue:
V: Dem Rufe Gottes gehorsam:
V: Du Priester und Ordensmann Gottes:
V/A: Heiliger Klemens, zeig Weg uns und Ziel!

V: Apostel am Ufer der Weichsel:
V: Du Führer und Retter der Jugend:
V: Du Wehrer und Nährer der Waisen:
V: Du Lehrer und Leiter der Seelen:
V: Du gütiger Herr deiner Brüder:
V/A: Heiliger Klemens, sei Retter und Freund!

V: Du Künder der Wahrheit und Liebe:
V: Missionar der Barmherzigkeit Gottes:
V: Du Zuflucht der suchenden Herzen:
V: Du Hirte des christlichen Volkes:
V: Du aller Diener und Helfer:
V/A: Heiliger Klemens, hilf Gott uns vertraun!

V: Du standhafter Schützer der Kirche:
V: Du Hüter der ewigen Rechte:
V: Du Kämpfer gen Hochmut und Tücke:
V: Gehaßt und doch voller Güte:
V: Gehetzt und dennoch in Frieden.
V/A: Heiliger Klemens, schütz' Freiheit und Recht!

V: Gefangen, doch frei in der Gnade:
V: Vertrieben aus Kloster und Kirche:
V: Verjagt wie ein Dieb und Verräter:
V: Auf Flucht vor gottlosen Feinden:
V: Auf Suche nach Heimat und Obdach:
V/A: Heiliger Klemens, gebiete der Not!

V: Als Mönch im Getriebe der Weltstadt:
V: Du Priester in Beichtstuhl und Zelle:
V: Du Lehrer der Dichter und Denker:
V: Erwecker der heiligen Herzen:
V: Berater der Hirten und Herren:
V/A: Heiliger Klemens, bring Hilfe und Trost!

V: Verkünder der Frohbotschaft Jesu:
V: Du fröhlicher niemüder Beter:
V: Du eifriger Beter beim Opfer:
V: Du Eifrer der Ehre Mariens:
V: Du Säule der heiligen Kirchen:
V/A: Heiliger Klemens, sei Mittler bei Gott!

V: Du Mahner der Fürsten und Reichen:
V: Du Stifter der Ordnung des Friedens:
V: Du Tröster der Armen und Kranken;
V: Du wundertätiger Helfer:
V: Du stiller Kreuzträger Christi:
V/A: Heiliger Klemens, wirk Frieden und Heil!

V: Du Mann aus dem Südmährerlande:
V: Du Heiliger unter den Großen:
V: Du Weiser im Rat der Gelehrten:
V: Du Schutzherr der Stadt deiner Liebe:
V: Du Freund in der Herrlichkeit Gottes:
V/A: Heiliger Klemens, schütz Heimat und Volk!



Denkmal des hl. Klemens Maria Hofbauer vor der Minoritenkirche

Glasfenster in der Wiener Servatiuskirche 

Gemälde im Klemensmuseum

Gebet des hl. Klemens um Erhaltung des Glaubens, Kreuz am Hochaltar in Maria am Gestade

Kelch bei den Wiener Redemptoristen

Redemptoristenkirche in Amsterdam

Der Klemensaltar in der Wiener Marienkirche, Brief an den Wiener Nuntius (Lesehore)

Klemens-Denkmal vor der Wiener Marienkirche

Klemens als Beichtvater bei den Wiener Ursulinen

Die Ruhestätte des hl. Klemens Maria Hofbauer in Maria am Gestade

Das Grab des hl. Klemens im Weitwinkel 

Das Klemens-Museum in Maria am Gestade

Maria am Gestade

Tasswitz - am Geburtsort des hl. Klemens Maria Hofbauer

Das Leben des hl. Klemens Maria Hofbauer dargestellt auf den Fenstern der Geburtskirche in Tasswitz

Montag, 14. August 2017

Maximilian Kolbe über das Leiden

Maria bietet Maximilian Kolbe die Krone der Reinheit und des Martyriums an
Minoritenkirche Wien

Wenn die Gnade unsere Herzen entflammt, dann ruft sie in uns einen wahren Hunger nach Leid, nach grenzenlosen Leid hervor, nach Verdemütigung und Verachtung, damit wir durch unser Leiden unserem himmlischen Vater und unserer geliebten Mutter, der Immaculata, unsere Liebe beweisen können.
Denn das Leiden ist eine Schule der Liebe.
Und unser Wirken wird um so größer, wenn es in der äußeren und inneren Finsternis geschieht, wenn wir traurig, ermattet und trostlos unter Mißerfolg und von allen verlassen, verhöhnt und lächerlich gemacht werden wie Jesus am Kreuz; wenn wir nur aus ganzen Kräften für unsere Verfolger beten und sie mit allen Mitteln durch die Immaculata zu Gott führen wollen.
Wir dürfen uns nicht kränken, wenn wir die Früchte unserer Arbeit nicht sehen. Vielleicht ist es der Wille Gottes, sie erst nach unserem Tod ernten zu dürfen.

(Maximilien Kolbe in: F. Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 1, 179)

Katharina von Siena und Maximilian Kolbe, Minoritenkirche Wien

Donnerstag, 13. April 2017

Das Abendmahlsmosaik in der Wiener Minoritenkirche



Als das vielleicht bekannteste Kunstwerk unserer Kirche wird man das Mosaik an der Nordseite des Gotteshauses bezeichnen dürfen.
Es handelt sich um die Nachbildung des berühmten Wandfreskos von Leonardo da Vinci Das letzte Abendmahl Jesu Christi
, das 1495-97 für das Refektorium des Konventes S. Maria delle Grazie zu Mailand gemalt worden ist.

Dieses Mosaik wurde in der Größe des Originals von dem Römer Giacomo Raffaelli in den Jahren 1805/6-1814 für Napoleon angefertigt, darnach jedoch vom Wiener Kaiserhof, von Kaiser Franz II. (I.), um 400.000 Gulden für das Schloss Belvedere erworben und schließlich von Kaiser Ferdinand der Minoritenkirche überlassen und hier 1845-1847 angebracht
. Der Kaiser widmete für diese Arbeiten 15.000 Gulden. Am 26. März 1847 fand die Einweihung des „Cenacolo“ statt. 






Dieser Reproduktion darf man bedenkenlos hohen künstlerischen Wert zusprechen. Auch hier kommt – wie beim Original Leonardos - der scharfe Gegensatz zwischen der von Jesus ausgestrahlten Ruhe und der großen Aufregung der Apostel über die Worte des Erlösers: „einer von euch wird mich verraten“ deutlich zum Ausdruck.

Die Apostel bilden zwei Gruppen, die sich im Weiteren in vier Dreiereinheiten aufgliedern. Der erste Apostel – linkerhand vom Betrachter – ist Bartholomäus, der spontan aufsteht und auf Jesus blickt, neben ihm ist Jakob der Jüngere, der seine Hand auf Petrus legt, darnach sieht man Andreas, der die Arme hebt; Petrus ist aufgesprungen und wendet sich – über Judas mit dem Geldbeutel hinweg – an den tiefbetrübten Johannes.
Zur rechten Seite des Zuschauers sieht man Thomas, der mit erhobenem Zeigefinger Judas anblickt, neben ihm befindet sich Jakob der Ältere, der voll Schrecken und Erstaunen die Arme ausbreitet, dann folgt Philipp, der stehend auf seine Brust greift, sodann Matthäus, welcher sich an die beiden letzten Aposteln wendet, nämlich an Judas Thaddäus und Simon den Zeloten.

(Quelle: Minoritenkirche Wien)



 



Mittwoch, 12. April 2017

Der Verrat

Judas mit dem Geldsäckchen, Petrus spricht zu Johannes, Mosaikkopie vom Abendmahl v. Leonardo da Vinci
Minoritenkirche Wien



Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch.
Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.
Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?
Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.
Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

(Mt 26,19-25, aus dem Tagesevangelium vom Mittwoch der Karwoche)



 

Wenn wir von Judas reden, tun wir gut, den Blick nicht nur bei ihm allein zu lassen. Judas hat den Verrat vollendet - war er aber der einzige, der in dessen Reichweite kam?

Was hat denn Petrus getan, den Jesus auf den Berg der Verklärung mitgenommen und zum Felsenfundament und Schlüsselträger gemacht hatte? Als die Gefahr sich zusammenzog und sie in erbärmlichster Form durch die Behauptung der Türmagd an ihn herantrat: „auch der da hat zu ihm gehört" - da hat er doch erklärt: „Weib, ich kenne ihn nicht.“  Und beteuert und geschworen, einmal und zweimal und dreimal. Das war doch Verrat; und daß er darin nicht unterging, sondern den Weg zur Reue und Umkehr fand, hat ihm nur Gottes Gnade geschenkt.

Wie war das mit Johannes? Auch er ist doch geflohen, und diese Flucht hat bei ihm, der an Jesu Brust gelegen, besonders schwer gewogen. Gewiß, er ist wiedergekommen und hat unter dem Kreuz gestanden - aber daß er wiederkommen konnte, wurde ihm gegeben. Die andern alle aber sind „zerstreut worden wie die Schafe, wenn der Hirt geschlagen wird“.

Und das Volk? Dem er Hilfe über Hilfe erwiesen, die Kranken geheilt, die Hungrigen gespeist und die Herzen gestärkt hatte? Das ihn, vom Geist erleuchtet, als den Messias erkannt und ihn umjubelt hatte? Wie hat ihn doch das Volk verraten, als es ihm einen Straßenräuber vorzog! Und Pilatus? Das berührt einen ja am Gespräch zwischen ihm und dem Herrn so tief: daß in einem bestimmten Augenblick der skeptische Römer Jesus in Gefühl und Blick bekommen hat. Man empfindet die Welle der Sympathie, die hinüber und herüber geht. Dann aber setzt die rechnende Vernunft ein, und Pilatus „wäscht sich die Hände". Nein, in Judas ist mit nackter Schrecklichkeit herausgekommen, was überall um Jesus herum als Möglichkeit lebte. Im Grunde hat keiner von ihnen viel Ursache, sich über Judas zu erheben.

Auch wir haben keine. Wir wollen uns das sehr eindringlich klarmachen. Der Verrat an Gott ist uns allen furchtbar nahe. Was kann ich denn verraten? Das, was sich meiner Treue anvertraut hat. Gibt es viele Tage in unserm Leben, an dem wir ihn, unser bestes Wissen, unser heiligstes Gefühl, unsere Pflicht, unsere Liebe nicht für eine Eitelkeit, für eine Sinnlichkeit, für einen Gewinn, für eine Sicherheit, für einen Haß, für eine Rache preisgegeben haben? Ist das mehr als dreißig Silberlinge? Wir haben wenig Veranlassung, über den Verräter zu sprechen als über etwas, was drüben steht, vielleicht noch mit Entrüstung. Uns selbst enthüllt Judas.
In dem Maße versteht man ihn christlich, als man ihn aus den bösen Möglichkeiten des eigenen Herzens heraus versteht, und Gott bittet, Er möge den Verrat, in den wir immer wieder gleiten, nicht sich verfestigen lassen. Denn daß der Verrat sich verfestigt; daß er vom Herzen Besitz nimmt und dieses Herz keinen Weg mehr in die Reue findet - das ist Judas!
(Romano Guardini, Der Herr, 418)

Minoritenkirche, Wien