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Donnerstag, 11. September 2025

Bischof Maternus


Maternus, Bischof. Maternus ist der erste geschichtlich bezeugte Bischof von Köln, er war ein Vertrauter Kaiser Konstantins und ist 313 bei einer Lateransynode in Rom und 314 bei einer Synode in Arles bezeugt. Die Bischofslisten von Köln und Tongern nennen ihn an erster Stelle. Eine Legende behauptet, dass Maternus später Bischof des in römischer Zeit weit bedeutenderen Trier geworden sein soll. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass Köln niemals Gebeine des Maternus besessen hat, während die Reliquien des Maternus seit 760 in Trier aufgetaucht sind.

(Martyrologium Sancrucense) 

Heiliger Maternus, bitte für uns, Trierer Dom

Maternusportal des Kölner Doms

das Petrus-Maternus Fenster im Kölner Dom 

 

Altar der hl. Katharina

 

Mittwoch, 10. September 2025

Pulcheria Aelia - das Trierer Elfenbein

Die Elfenbeinschnitzerei des 5. Jahrhunderts ist ein Hauptwerk der Kunst der Spätantike, sie zeigt uns ein detailliertes Bild einer Reliquien-Prozession und des byzantinischen Hofzeremoniells.

Wegen seiner Seltenheit, seiner Aura und weil es gut zu bearbeiten ist, war Elfenbein in der Spätantike und im Mittelalter ein sehr begehrter Werkstoff, aus dem man Figürchen oder Reliefs schnitzte.

Die 13 x 26 cm große Reliefplatte könnte ursprünglich zum Schmuck eines Reliquienbehälters gedient haben. Sie zeigt eine von links nach rechts ziehende Prozession. Auf einem prachtvoll geschmückten vierrädrigen und von zwei Maultieren gezogenen Wagen sitzen zwei Geistliche, die einen Reliquienschrein in eine Stadt bringen.

Das Bild zeigt also die feierliche Überführung einer Reliquie an ihren neuen Bestimmungsort. Kerzentragende Männer schreiten voran. Sie werden von einer Kaiserin empfangen. Hinter ihr erkennt man die Kirche, für die die Reliquie bestimmt ist. Die Kirchen konnte nicht mehr rechtzeitig fertiggestellt werden, Handwerker arbeiten noch auf dem Dach.

Den Hintergrund bildet ein großes Gebäude, aus dessen Fenstern zahlreiche Personen schauen, die Hymnen singen und Weihrauchfässer schwingen. Auch wenn das Gebäude an die Porta Nigra erinnert und man bei der Kaiserin mit dem Stabkreuz an Helena, die Mutter Kaiser Konstantins denkt, die der Trierer Kirche der Überlieferung nach zahlreiche Reliquien geschenkt hat, dürfte die Elfenbeinschnitzerei keine Bezüge nach Trier aufweisen: Die Tafel gelangte erst im 19. Jahrhundert aus einer Privatsammlung in den Domschatz.

Das wohl im 5. Jahrhundert in Konstantinopel entstandene Relief gehört allein schon aufgrund der meisterlichen Qualität der Arbeit des Bildschnitzers, der viele Figuren annähernd vollplastisch herausgearbeitet und auch die Architektur sehr anschaulich geschildert hat, zu den besten Werken seiner Zeit. Zudem ist es aufgrund der minutiösen Schilderung der Gesten und Gewänder ein Schlüsseldokument für das byzantinische Hofzeremoniell und eine wichtige Quelle zu den Formen der Reliquienverehrung der Spätantike.

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schmid (Quelle)

Trierer Elfenbein, Reliquienprozession, 5. Jhdt

Der Ort der Prozession ist somit eindeutig als Konstantinopel zu bestimmen, dabei handelte es sich um
den einstigen Schauplatz der Reliquienüberführung der rechten Hand des Heilige Stephanus
in Anwesenheit von Kaiser Theodosius II und seiner Schwester Kaiserin Pulcheria in dem
Jahr 421. Diese Translation ist meiner Meinung nach auf dem Trierer Elfenbein zusammen
mit dem Kaiserpaar Theodosius II und seiner Schwester Kaiserin Pulcheria abgebildet. Der
Basilikalbau auf dem Trierer Elfenbein ist somit eindeutig als die Stephanuskirche zu
identifizieren. 
(aus der Masterarbeit von Regina Haibel über das Trierer Elfenbein, Wien 2018)

die Kaiserin nimmt die Reliquie vom Kaiser in Empfang

Pulcheria Aelia, Kaiserin. Pulcheria wurde 399 in Byzanz als Enkelin Theodosius des Großen geboren. Im Alter von 15 Jahren wurde sie zur Regentin für ihren noch jüngeren Bruder Theodosius II. ernannt. Nach dessen Amtsantritt im Jahr 416 beeinflusste Pulcheria weiterhin die Geschicke des Reiches. Sie lebte als gottgeweihte Jungfrau am kaiserlichen Hof, ließ Kirchen bauen und bekämpfte den Nestorianismus. Den wachsenden Einfluss der monophysitischen Partei am Kaiserhof konnte sie zunächst nicht verhindern. 447 zog sie sich in ein Kloster zurück. Als ihr kaiserlicher Bruder 450 starb, heiratete sie aus politischer Räson den ihr ergebenen Feldherrn Marcion, der damit nominell Kaiser war. In Wirklichkeit regierte Pulcheria, und zwar zum Segen für den katholischen Glauben.
Sie berief nach dem Skandal der Räubersynode von Ephesus 449 für das Jahr 451 eine Konzilsversammlung nach Chalkedon ein. Dieses 4. Ökumenische Konzil verurteilte sowohl den Nestorianismus als auch den Monophysitismus und definierte in ausgewogener Weise die unvermischte Einheit von Gottheit und Menschheit in der Person Christi. Kaiserin Pulcheria starb im Juli 453 in Konstantinopel.
(Martyrologium Sancrucense)

Die Kirche gedenkt heute auch des hl. Nikolaus von Tolentino.

Hochaltar in Tolentino, Christus umarmt Nikolaus, 1 und 2

Gebet zum hl. Nikolaus von Tolentino

Aus dem Leben des hl. Nikolaus von Tolentino

Die Kapelle des hl. Nikolaus von Tolentino

Nikolaus und die Rebhühner 

Maria hilft Nikolaus in schwerer Krankheit

Geburt und Sterben des hl. Nikolaus

Nikolaus und die Armen Seelen 

Mittwoch, 18. August 2021

Ein Prösterchen auf die Kaiserin

 

Trinkschale der hl. Helena, 3./4.Jh., Amethyst


Als eine der bedeutendsten Frauengestalten nicht nur Triers, sondern der gesamten Spätantike gilt Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen. Obwohl sie als Förderin des frühen Christentums und mutmaßliche Entdeckerin des Kreuzes Christi im Heiligen Land bis heute populär ist, liegt ihre Herkunft im Dunkeln: Nach überwiegender Meinung war ihr Geburtsort um 248/50 Drepanon in der Provinz Bithynien am Bosporus. Wahrscheinlich stammte sie aus einer Schankwirtsfamilie und war anfangs selbst als Herbergswirtin tätig. Aufgrund ihrer niederen Herkunft schien für Helena zunächst kein gesellschaftlicher Aufstieg möglich.

Vom Sohn zur „Augusta“ ernannt.

Doch dann trat ein junger römischer Offizier namens Flavius Constantius Chlorus in ihr Leben, der spätere Mitregent des Christenverfolgers Diokletian. Aus ihrer Lebensgemeinschaft ging zwischen 272 und 280 ein Sohn hervor, der den Namen Konstantin erhielt. Als Constantius I. im Jahr 293 zunächst zum Caesaren und zwölf Jahre später sogar zum Augustus ausgerufen wurde, verstieß er Helena aus politischen Gründen. Ihr Schicksal nahm erst nach seinem Tod 306 eine entscheidende Wende: Ihr Sohn Konstantin, der vom Heer des Vaters im heutigen York zum Kaiser ausgerufen wurde, holte sie nach seinem Regierungsantritt zu sich an den Hof nach Trier und erwies ihr kaiserliche Ehren. Davon zeugen zahlreiche Münzen mit ihrem Bildnis und der Aufschrift „Augusta Flavia Iulia Helena“.

Christliche Förderin

Die Kaiserin förderte in jeder Weise das sich ausbreitende Christentum. Im Alter von vermutlich 79 Jahren reiste sie ins Heilige Land. Dort ließ sie Grabungen vornehmen und stieß dabei auf die Reliquien des Heiligen Kreuzes und des Heiligen Grabes. An der Fundstelle veranlasste sie den Bau einer Basilika, der Grabeskirche. Darüber hinaus wird sie mit zahlreichen weiteren Kirchenbauten in Verbindung gebracht, darunter dem Vorgängerbau des heutigen Trierer Doms. Auch die Überführung des Heiligen Rocks und der Gebeine des Apostels Matthias nach Trier werden ihr zugeschrieben. Im Stadtteil Euren begegnet man ihrem Namen auf Schritt und Tritt. Als Pfarrpatronin der Kirchengemeinde ist sie im Bewusstsein der Bürger sehr präsent. Die Pfarrkirche steht auf den Überresten einer römischen Villa, in der sie eine zeitlang gewohnt haben soll. Die Kaiserin starb vermutlich am 18. August 330 in Nikomedien (Izmir).

(Quelle: Bistum Trier)


Heute gedenkt die Kirche des hl. Agapitus von Praeneste und der hl. Helena:

Kaiserin Helena im Trierer Dom

Am Grab der Kaiserin Helena in Rom
 
Die Helenenkapelle in der Grabeskirche

Die Auffindung des hl. Kreuzes durch Helena

Die Kreuzesreliquie in S Croce in Gerusalemme

St. Gereon in Köln, eine Gründung Helenas

 

Kreuzauffindungsaltar in der Pfarrkirche der hl. Notburga, Eben, Achensee

Kreuzerhöhung - in diesem Zeichen wirst du siegen (Baptisterium von S. Giovanni in Laterano)

Die Kreuzreliquie in S. Croce in Gerusalemme

Montag, 11. Mai 2020

Gangolf


hl. Gangolf, St. Gangolf Trier


Gangolf, aus hochdeliger burgundischer Familie stammend, war ein adliger Jäger, Ritter und Heerführer sowie Besitzer eines Klosters. Sein Leben wird in legendärer Form von Roswitha von Gandersheim (* um 938; † nach 973 in Gandersheim) beschrieben. Er wurde zur Zeit König Pippins um 760 ermordet.

Der Name "Gangolf kommt aus dem althochdeutschen und bedeutet soviel wie "angreifender Wolf"

Legende/n

Auf einer Pilgerfahrt kam er eines Tages zu einer Quelle, die er um einen teuren Preis erkaufte, obwohl diese dreißig Kilometer von seinem Heimatort entfernt stand. Das tat er einerseits, um dem armen Besitzer zu helfen, andererseits weil er den Worten des Evangeliums vertraute, dass der Glaube Berge versetzen könne. Seine Gattin und seine Freunde zeigten wenig Verständnis für den Erwerb der Quelle und lachten ihn aus. Während eines Gastmahls stieß er vor ihren Augen einen Stab in die Erde, woraufhin am nächsten Morgen Wasser aus dieser Stelle hervorquoll und durch sein Gebet Heilkraft bekam.

Eine andere Legende erzählt das Lebensende des Heiligen. Seine Frau, die im Gegensatz zu ihm sittenlos und frech war, betrog ihn mit einem Priester. Sie leugnete diese Tat anfangs, Gangolf jedoch befahl ihr, die Hand in die Quelle zu tauchen. Als sie diese herauszog, war sie verbrannt. Ihr Gatte verzieh ihr zwar, verwies sie allerdings aus dem Schlafgemach und ließ den Priester aus dem Land schicken. Auf Bitten der Frau kam dieser jedoch wieder zurück und ermordete Gangolf.

Schon bald ereigneten sich viele Wunder am Grabe des Heiligen. Als seine Gattin das hörte, lachte sie darüber, woraufhin sie schwere körperliche Strafen zu erleiden hatte. Ihren Gefährte, den betrügerischen Priester, befiel eine Krankheit, von der er innerlich zerrissen wurde.

(Quelle: kathpedia)

St. Gangolf, Trier

Die Kirche ist in sieben Joche gegliedert, die ein gotisches Gewölbe tragen. Der rechteckige Chorabschluß ist durch Chorfresko gestaltet, das der Trierer Maler August Gustav Lasinsky 1850 geschaffen hat. In der Mitte des Fresko sitzt Christus segnend auf einer Wolkenbank in der goldenen Glorie des Himmels. Seitlich knien Maria und Josef. Unten links in prächtiger Rüstung der hl. Gangolf als Patron der Kirche, unter rechts der hl. Sebastian als Patron der 1461 gegründeten St. Sebastianus-Schützenbruderschaft.
(liebfrauentrier)

St. Gangolf, Trier

Freitag, 10. April 2020

12. Station: Jesus, du stirbst am Kreuz


Jesus stirbt am Kreuz, Liebfrauenbasilika, Trier


P: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V: Jesus, am Kreuz betest du.
A: Vater vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.
V: Du sagst: Es ist vollbracht.
A: Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist.

V: Jesus, du stirbst für uns am Kreuz.
A: Jesus ich danke dir für deine Liebe. Hab Erbarmen mit uns und unseren Verstorbenen.