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Dienstag, 8. Juni 2021

Deocar / Deochar, Abt

 

links: Karl der Große beichtet beim hl. Deocar; rechts: der Tod des hl. Deocar, St. Lorenz, Nürnberg

 

Deocar war der erste Abt der Benediktinerabtei Herrieden, früher Hasareode, in Mittelfranken im Bistum Eichstätt. Im Jahr 819 war der an der Übertragung der Gebeine von Bonifatius nach Fulda beteiligt.
Nach seinem Tod wurde Deocar 830 in Herrieden beigesetzt; nachdem Kaiser Ludwig der Bayer 1316 die Abtei eingenommen hatte, erhob er Deochars Gebeine und schenkte einen großen Teil der Reliquien der Reichsstadt Nürnberg, wo sie zunächst in der Deocar-Kapelle in St. Lorenz beigesetzt wurden. Im Jahr 1845 gelangten die Gebeine dann alle in den Dom von Eichstätt. Der Gedenktag des Abtes ist der 7. Juni.
In St. Lorenz in Nürnberg kann noch heute der berühmte Deocharus-Altar bewundert werden.
(Schauber, Schindler - Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, 279f)


Deocaraltar in St. Lorenz, Nürnberg, 1437

Heiliger Deocar, bitte für uns!


Blick auf den Deocar-Altar, St. Lorenz, Nürnberg


Sonntag, 28. Januar 2018

Kaiser Karl der Große (Triclinium Leoninum)

Petrus übergibt die Fahne Roms Karl dem Großen, Triclinium Leoninum

Karl der Große, Begründer des abendländischen Kaisertums. Karl der Große, lateinisch „Cárolus Magnus“, wurde um 742 als Sohn Pippins des Jüngeren geboren, ab 768 war er zusammen mit seinem Bruder Karlmann fränkischer König, nach Karlmanns Tod regiert er seit 771 allein. Er vergrößerte das fränkische Reich durch Einverleibung der Lombardei, Bayerns und Sachsens. Dem Papst bestätigte er den Kirchenstaat. Seine Bemühungen, auch in der Kirche für Ordnung und Frieden zu sorgen, führten freilich zu einem Staatskirchentum, das auch vor Eingriffen in Glaubenssachen nicht zurückschreckte. Zur Förderung von Bildung und Sittlichkeit unterstützte Karl der Große die Gründung und Erhaltung von kirchlichen Schulen sowie alle Zweige der Seelsorge. Die wirtschaftliche Sicherung der Pfarrgeistlichkeit erfolgte durch Einführung des Pfarrzehnten.

Am Weihnachtstag des Jahres 800 krönte ihn Papst Leo III. zu seiner eigenen Überraschung zum römischen Kaiser. Die naturhafte Sinnlichkeit des jüngeren Karl wich im Alter einer echten Frömmigkeit und einer tiefchristlichen Gesinnung in allen politischen Entscheidungen. Karl starb am 28. Jänner 814 zu Aachen und wurde dort im Münster beigesetzt. Auf Veranlassung Kaiser Friedrich Barbarossas nahm der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel mit Zustimmung des Gegenpapstes Paschalis III. 1165 die Heiligsprechung Karls vor, die indes von Rom nicht anerkannt wurde. Doch hat Rom seine Verehrung für Aachen und Osnabrück gestattet.
(Martyrologium Sancrucense)




Das schräg dem Lateranpalast gegenüber gelegene Gebäude SS. Salvatore della Scala Santa birgt die einstmals päpstliche Hauskapelle, Cappella Sancta Sanctorum. Die Anlage wurde 1585-90 im Auftrag Sixtus´ V. errichtet.
"Die mosaikgeschmückte Außenapsis an der Südseite ist eine Rekonstruktion des um 796 entstandenen ersten Tricliniums Leos III. aus dem 18. Jh. Das dabei wiedergeschaffene Mosaik stellt die Erteilung des Missionsauftrags an die Apostel durch Christus dar." (Kunstführer Rom, Henze, 188).
Die rechte Szene an der Stirnwand des Tricliniums zeigt die Verleihung des Palliums an Leo III. durch Petrus, der gleichzeitig Karl dem Großen die Fahne der Stadt Rom überreicht. Der quadratische Heiligenschein deutet an, dass Karl der Große und Leo III. (Papst von 795 bis 816) bei der Anbringung des Mosaiks noch lebten.

Triclinium Leoninum, SS. Salvatore della Scala Santa, Rom