 |
Papst Kallistus, Kathedrale von Reims
|
Papst, Märtyrer
Namensdeutung:
der Schönste (lat.-griech.)
Namenstage:
Kallist, Callisto, Calixt, weibl.: Callista
Gedenktag:
14. Oktober
Lebensdaten: geboren um 160, gestorben 222 in Rom
Lebensgeschichte:
Kallistus war der Bedienstete oder sogar Sklave eines hohen Beamten
namens Carpophorus und wurde in dessen Hause Christ. Er verwaltete neben
den Gütern seines Herrn auch die Gelder der römischen
Gemeindemitglieder und verlor sie bei Finanzspekulationen. Bei diesen
Überlieferungen ist Vorsicht geboten, weil sie von Kallistus’
erbittertsten kirchenpolitischen und theologischen Feinden stammen:
Hippolyt und Tertullian. Immerhin wurde aber Kallistus zur Zwangsarbeit
in Sardinien verurteilt. 190, nach drei Jahren in den Schwefelminen,
erreichte Marcia, die christliche Geliebte des Kaisers Commodus, seine
Freilassung, und Papst Victor I. entsandte ihn nach Antium südöstlich
von Rom, wo sich Kallistus umfassend bildete. Victors Nachfolger
Zephyrin berief ihn 199 als Sekretär nach Rom zurück und machte ihn zum
Erzdiakon der Stadt. 217 stach er bei der Nachfolge als Bischof von Rom
seinen Konkurrenten Hippolyt
aus, der sich als Gegenbischof aufstellen ließ. Hippolyt beschuldigte
Kallistus der Untätigkeit gegenüber der Häresie des Modalismus, der
Irrlehre, nach der es statt drei göttlicher Personen nur drei
Erscheinungsweisen einer einzigen göttlichen Person gäbe, und des zu
weichen Auftretens Sündern gegenüber.
Tatsächlich erweiterte Kallistus
die kirchliche Vergebungsgewalt auf Mörder und Ehebrecher und, was für
viele vielleicht schlimmer war, er akzeptierte die Eheschließung von
Sklaven und Freien sowie die Wiederverheiratung und gegebenenfalls die
Priesterweihe von Witwern. Kallistus errichtete den ersten christlichen
Friedhof an der Via Appia, die Kallistuskatakomben, führte die
Kirchenmalerei ein sowie die Quatember als Bußtage vor den Jahreszeiten.
Als Bischof von Rom hatte er mit seinen Finanztransaktionen mehr Erfolg
und führte seine Gemeinde zu wirtschaftlicher Blüte.
Anfang Oktober 222
brach wegen der Ermordung des Kaisers Heliogabal ein Aufstand gegen die
Christen aus. Kallistus wurde in der heutigen Kirche San Callisto in
Trastevere überfallen und aus dem Fenster in einen Brunnen geworfen –
manchen Überlieferungen nach mit einem Mühlstein um den Hals. Am 14.
Oktober wurde seine Leiche geborgen und unterhalb der
Calepodiuskatakombe an der Via Aurelia bestattet.
Verehrung: Kallistus wurde im 4. Jahrhundert zum Märtyrer erklärt. Reliquien fanden ihren Weg nach Reims, Fulda und Neapel.
Darstellung: als Papst mit Mühlstein oder Brunnen
(bistumaugsburg)
Mosaik in S. Maria in Trastevere, Rom
Das mittlere Portal der Kathedrale von Reims ist den Heiligen der Reimser Kirche gewidmet. Am Mittelpfeiler der hl. Callixtus, dessen Reliquien in der Kathedrale aufbewahrt wurden.