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Sonntag, 14. Juni 2026

Die Apostel (Gerd Mosbach)

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 9,36-10,8

In jener Zeit,
9, 36 als Jesus die vielen Menschen sah,
hatte er Mitleid mit ihnen;
denn sie waren müde und erschöpft
wie Schafe, die keinen Hirten haben.
37 Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
38 Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
10, 1 Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich
und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben
und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
2 Die Namen der zwölf Apostel sind:
an erster Stelle Simon, genannt Petrus,
und sein Bruder Andreas,
dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus,
und sein Bruder Johannes,
Philíppus und Bartholomäus,
Thomas und Matthäus, der Zöllner,
Jakobus, der Sohn des Alphäus,
und Thaddäus,
4 Simon Kananäus und Judas Iskáriot,
der ihn ausgeliefert hat.
5 Diese Zwölf sandte Jesus aus
und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden
und betretet keine Stadt der Samaríter,
6 sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!
Heilt Kranke,
weckt Tote auf,
macht Aussätzige rein,
treibt Dämonen aus!
Umsonst habt ihr empfangen,
umsonst sollt ihr geben.
(Evangelium vom 11. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)


Die Apostel, Gerd Mosbach, St. Aposteln, Köln

Kirche St. Aposteln in Köln



Sonntag, 20. September 2020

Eustachius, Nothelfer

 

Eustachius, St. Aposteln, Köln


Eustachius, Nothelfer. Eustachius hieß nach der romanhaften Legende vor seiner Bekehrung Placidus. Placidus sei ein römischer Heerführer gewesen, dem auf der Jagd ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih erschien. Daraufhin bekehrte sich Placidus mit seiner ganzen Familie und ließ sich mit seiner Frau Theopístia und den Söhnen Agapius und Theopístus taufen, dabei erhielt er den Namen Eustachius. Unter Kaiser Hadrian erlitt Eustachius um 118 samt seiner Familie den Martertod. Oft wird Eustachius mit Hubert, dem Bischof von Lüttich, verwechselt, um den sich eine ähnliche Jagdlegende rankt. Eustachius gehört zu den vierzehn Nothelfern. Er wird dargestellt mit einem Hirsch, zwischen dessen Geweih ein Kruzifix erscheint. Sein Gedenktag ist der 20. September.
Martyrologium Sancrucense


Dienstag, 1. September 2020

Ägidius (Tugend durch Leiden)

St. Aposteln, Köln
 
Einsiedler, Abt, Nothelfer
Namensdeutung: der Schildhalter (griech.)
Namenstage: Aegidius, Egid, Egidio, Giles, Gilles, Gil, Gilg, Idzi
Gedenktag: 1. September

Lebensdaten: geboren um 650, gestorben um 720 in Saint-Gilles-du-Gard bei Nîmes

Lebensgeschichte und Legende: Aegidius, aus dem die Legenda aurea einen athenischen Prinzen gemacht hat, lebte viele Jahre als Einsiedler an der Rhône-Mündung, wo ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch versorgte. Als der westgotische König Flavius (oder Wamba) auf der Jagd einen Pfeil auf die Hirschkuh setzte, doch versehentlich den Einsiedler traf und ihn verbinden und entschädigen wollte, lehnte Aegidius ab: Tugend wachse durch Leiden, weswegen ihm die Wunde bis zum Lebensende blieb, und der König solle ein Kloster stiften. So entstand das Kloster Saint-Gilles-du-Gard, das Aegidius der Benediktsregel unterstellte und das er als heiligmäßiger und wunderwirkender Abt bis zu seinem Tod leitete. Eine Vita aus dem 10. Jahrhundert berichtet, dass Aegidius bei einer heiligen Messe für einen Frankenherrscher – später wurde „Karl der Große“ daraus – die Vergebung einer ungebeichteten Todsünde bewirkte, als ein Engel einen Beichtzettel auf den Altar legte, dessen Aufschrift nach und nach verschwand. In Rom soll ihm der Papst ein hölzernes Kirchenportal geschenkt haben, das Aegidius unter Gebeten in den Tiber warf und bei seiner Rückkehr im heimatlichen Hafen wiederfand.

Verehrung und Brauchtum: Der Aegidiuskult verbreitete sich mit zahlreichen Kirchen- und Klostergründungen über ganz Europa und mit den Kreuzzügen bis in den Libanon. Er gehört als einziger Nichtmärtyrer zu den 14 Nothelfern und wurde besonders in Pestzeiten angerufen. 1562 versiegte die Wallfahrt zu seinem Grab, nachdem seine Reliquien nach Toulouse verbracht worden waren, um sie vor den Hugenotten in Sicherheit zu bringen. Mit ihrer Wiederkehr in die Abtei Saint-Gilles-du-Gard 1862 setzte der Pilgerstrom wieder ein. Im Zusammenhang mit einer Wallfahrt steht auch das Gillamoos-Volksfest bei Abensberg. Im römischen Stadtteil Trastevere lebt seit 1968 die Gemeinschaft Sant’Egidio in der gleichnamigen Kirche.

Darstellung: als Einsiedler mit Pfeil und Hirschkuh

Patron: von Edinburgh, Graz, Klagenfurt, Nürnberg, Osnabrück, Sankt Gilgen, Braunschweig und Wollaberg, für eine gute Beichte, gegen die Pest, Aussatz und Krebs, der stillenden Mütter und der Hirten, der Bettler und Krüppel, bei Dürre, Sturm und Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Epilepsie, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit

(Bistum Augsburg)

Ägidius in St Giles, Cambridge (Steinstatue und Glasfenster)

St. Ägidius bei Vorau, Malerei

 

Ägidius, St. Aposteln, Köln