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Mittwoch, 4. Februar 2026

Hrabanus Maurus

 

Dom zu Fulda

Abt, Bischof
Namensdeutung: Rabe (germ.)
Namenstage: Rabanus, Hrabanus, Raban
Gedenktag: 4. Februar

Lebensdaten: geboren um 780 in Mainz, gestorben am 4. Februar 856 in Oestrich-Winkel

Lebensgeschichte: Raban stammte aus rheinfränkischem Adel und wurde als Oblate im Kloster Fulda erzogen. Nach der Diakonenweihe 801 wurde er noch Schüler Alkuins in Tours – vom Hoftheologen Karls des Großen erhielt er auch den Beinamen Maurus in Anlehnung an den Lieblingsschüler des heiligen Benedikt. Zurück in Fulda, übernahm er den Unterricht an der Klosterschule, wurde 814 Priester und 822 zum Abt gewählt.

Unter seiner Leitung und intellektuellen Anziehungskraft entwickelte sich das Kloster Fulda zu einem geistlichen, straff verwalteten Zentrum mit 600 Mönchen sowie zu einer bedeutenden Stätte der Wissensvermittlung der kirchlichen und profanen Antike an das frühe Mittelalter. Rabanus selbst stellte auf Grundlage besonders der Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor den Großen Erklärungen der gesamten Heiligen Schrift zusammen, die noch bis zur beginnenden Neuzeit breite Verwendung fanden. Sein sehr umfangreiches und vielseitiges Schrifttum umfasst neben theologisch-kirchlichen Büchern für die Ausbildung des Klerus noch enzyklopädische, grammatische und mathematische Werke. Sein frühestes und eigenständiges Werk, das Figurengedicht „Lob des heiligen Kreuzes“, war bis zur Humanistenzeit beliebt. Ihm wird der Pfingsthymnus „Veni, creator Spiritus – Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“ (Gotteslob 341/42) zugeschrieben.

Raban war ein Anhänger der Reichseinheit, weswegen er 842, nachdem Ludwig der Deutsche die Reichsteilung erzwungen hatte, als Abt resignierte und sich auf den Petersberg bei Fulda zurückzog. Doch Ludwig suchte ihn persönlich auf und berief den dann 67-jährigen Gelehrten zum Erzbischof von Mainz. Unter seiner Leitung fanden drei größere Synoden statt, darunter die im Jahr 848 mit der Verurteilung seines früheren Oblaten Gottschalk, der eine irrige Vorsehungslehre vertrat. Raban beteiligte sich auch am Abendmahlstreit zwischen Paschasius Radbertus und Ratramnus von Corbie. Besonders im Gedächtnis blieb jedoch sein Einsatz während der Hungersnot von 850.

Verehrung: Raban wurde in der Grablege der Mainzer Erzbischöfe in St. Alban bestattet. Die Versuche Kardinal Albrechts von Brandenburg, ihn 1540 in die Renaissancestadt Halle zu überführen, endeten in Aschaffenburg, wo sich hernach seine Spuren verlieren. Ab der Neuzeit wurde Rabanus verschiedentlich als „Praeceptor Germaniae – Lehrer Deutschlands“ verehrt.

Darstellung: als Bischof, als Abt beim Überreichen seines Werks, mit Spruchband „Veni creator Spiritus“

Hrabanus Maurus in der Domkrypta Fulda beim Grab des hl. Bonifatius

Freitag, 5. Juni 2020

Am Bonifatiusgrab in Fulda

Grab des hl. Bonifatius, Liegefigur und Relief des Martyriums v. Johann Neudecker

 
Bonifatius, ursprünglich Winfrid, wurde um 673 in der Grafschaft Wessex (England) geboren und in den Klöstern Exter und Nursling erzogen. Mit vierzig Jahren reiste er zum ersten Mal als Missionar nach Deutschland.

Dreimal pilgerte er nach Rom, um die Einheit der Kirche zu sichern. Von Papst Gregor II. erhält er 719 den Missionsauftrag für Germanien und den Namen Bonifatius, 722 wird er zum Missionsbischof geweiht, 732 von Gregor III. zum Erzbischof ernannt. Er organisiert die Kirche in Bayern durch Erneuerung bestehender Bistümer, im mitteldeutschen Raum durch Neugründungen (Büraburg, Erfurt, Würzburg) und reformierte die fränkische Kirche durch Synoden. Er errichtet Klöster (Amöneburg, Fritzlar, Fulda) als Zentren weiterer Missionsarbeit, als Orte des Gebets und der Kultur. Am 5. Juni 754 wird Bonifatius bei Dokkum von heidnischen Friesen erschlagen und später in seiner Lieblingsgründung, dem Kloster Fulda, begraben.

Bonifatius hat maßgeblich an der christlichen Grundlegung Europas mitgewirkt; er wird als "Apostel der Deutschen" gefeiert und als Patron unseres Bistums Fulda verehrt. Seit 1867 versammeln sich an seinem Grab die deutschen Bischöfe zu ihrer jährlichen Herbstkonferenz.


Herr, unser Gott,
erhöre die Bitten deiner Gemeinde,
die heute das Fest des heiligen Bonifatius feiert.
Auf seine Fürsprache schenke uns deine Hilfe,
damit wir den Glauben treu bewahren,
den er unseren Vätern gepredigt
und mit seinem Blut besiegelt hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Gemälde in Pfarrkirchen, OÖ, Bonifatius gründet Diözesen und vergibt sie (Lesehore, die Last des Hirtenamtes)

Bonifatiusstatue vor dem Mainzer Dom (Vita)

Tod durch Friesen, Statue im Mainzer Dom, Gebet des hl. Bonifatius 

Bonifatiuskapelle in der Krypta des Doms zu Fulda

Dienstag, 17. Dezember 2019

Sturmius von Fulda - erster Abt in Fulda

St. Sturmius Altar, Dom zu Fulda


* um 710 in Oberösterreich, eventuell in Lorch,(?) oder in Bayern
† 10. (oder evtl. 20.) Dezember 779 in Fulda in Hessen

Sturmius, aus bayerischem Adel geboren, lernte Bonifatius bei dessen erstem Aufenthalt in Bayern kennen. Bonifatius nahm ihn mit nach Fritzlar, wo er im Kloster von Abt Wigbert ausgebildet und in die Welt der Bibel ebenso eingeführt wurde wie in das mönchische Leben; Sturmius wurde als Bonifatius‘ Lieblingsschüler bezeichnet. Wohl 739 wurde er zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er als Missionar, dann lebte er drei Jahre lang als Einsiedler, bis Bonifatius ihn mit der Missionsarbeit in Hessen beauftragte.

In einer um 700 bei den Sachseneinfällen völlig verwüsteten Gegend errichtete Sturmius 744 im Auftrag von Bonifatius mit sieben Gefährten auf einem ihnen von Karlmann geschenkten Gelände an der Fulda ein Kloster, dessen Abt er wurde. 747 reiste Sturmius nach Rom und zum Kloster Montecassino, um die Regeln des Benedikt von Nursia zu studieren und sein Kloster nach diesen Regeln einzurichten. Das Kloster Fulda wurde 751 unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt, es sollte nach Bonifatius‘ Plänen ein geistig-spirituelles Zentrum werden und die neu missionierten Länder von innen heraus stärken.

Nach dem Tod von Bonifatius überführte Sturmius 754 den Leichnam des Ermordeten – gegen den Willen von Erzbischof Lullus von Mainz, der Ansprüche erhob – in die Domkrypta des Klosters; die Reliquien brachten dem Kloster hohe Aufmerksamkeit und große Schenkungen ein, damit war die Grundlage für das Wachstum gelegt, aus dem später die Stadt Fulda entstand.

Sturmius geriet nun immer mehr in die Strudel machtpolitischer Ränke zwischen Bayern, den Karolingern und Erzbischof Lullus von Mainz; der erhob Anspruch auf Fulda und erreichte bei Pippin dem Jüngeren, dass Sturmius 763 ins Kloster Jumièges ins Exil verbannt wurde; dort machte er allerdings viele positive neue Erfahrungen, die er nach seiner Rehabilitation und Heimkehr 765 so nutzbringend einsetzten konnte, dass das Kloster – nun direkt unter den Schutz des Königs gestellt – unter seiner Leitung zu einem der bedeutendsten Klöster im Mittelalter wurde.

Sturmius pflegte gute Kontakte zum Königshof. Karl der Große beauftragte ihn mit Gesandtschaften, bestätigte 773 die Rechte des Klosters und garantierte 774 freie Abtswahl und Immunität. 779 begleitete Sturmius König Karl auf dessen Feldzug gegen die Sachsen. Er kehrte krank zurück, bald darauf starb er und wurde neben Bonifatius beigesetzt.

Sturmius‘ Neffe Eigil schrieb – wohl um 796 – seine Lebensgeschichte, führte Feiern zum Todestag ein, überführte die Gebeine ins südliche Seitenschiff der Basilika und sorgte so für bleibendes Gedenken.
Kanonisation: Am 19. April 1139 sprach Papst Innozenz II. Sturmius auf dem 2. Konzil im Lateran heilig.

(Quelle: Heiligenlexikon)



Sturmius von Fulda, Hoher Dom zu Fulda

Sturmius von Fulda, Abt und Glaubensbote. Sturmius wurde um 715 im heutigen Oberös-terreich, vermutlich in Lorch, geboren. Er schloss sich als 18-jähriger Jüngling dem hl. Bo-nifatius an und wurde in Fritzlar ausgebildet. Sturmius erhielt um 740 die Priesterweihe und war dann als Missionar bei den Hessen tätig. 744 gründete er im Auftrag des Bonifatius das Kloster Fulda, das Sturmius als Abt zur geistigen und wirtschaftlichen Blüte führte. 751 verlieh der Papst der Abtei die Unabhängigkeit von der bischöflichen Gewalt, freilich musste Sturmius diese Rechtsstellung nach dem Tod des Bonifatius in harten Kämpfen ge-gen Erzbischof Lul von Mainz behaupten. 754 barg Sturmius in Fulda die Gebeine des hl. Bonifatius. 774 erhielt er ein großes Missionsgebiet an Diemel und Weser um Hameln und Minden zugewiesen. Auf dem Sachsenzug Karls des Großen 779 erkrankte er und starb kurz nach seiner Rückkehr nach Fulda am 17. Dezember 779. Die Reliquien des hl. Abtes Sturmius befinden sich im Dom zu Fulda.

Kuppel mit Darstellungen der vier Evangelisten, Fuldaer Dom

Fuldaer Dom