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Dienstag, 26. September 2017

Kosmas und Damian in SS. Cosma e Damiano - Rom

SS. Cosma e Damiano, Rom

Die Kirche Santi Cosma e Damiano in Rom wurde von Papst Felix IV. (526-530) in zwei antike Gebäude eingefügt, die beide zum Vespasiansforum gehörten:
"Eingetreten, leuchtet einem das Gold aus der Apsis entgegen, deren Mosaik die Muschel des Gewölbes wie eine funkensprühende lebendige Haut überzieht: in der Mitte Christus auf den roten und blauen Wolkenbänken des Jüngsten Tages, von den Seiten führen die Apostelfürsten Petrus und Paulus die beiden Heiligen Kosmas und Damian, denen die Kirche geweiht ist, herbei, der hl. Theodor und Papst Felix mit dem Modell der Kirche in der Hand geben ihnen das Geleite."

Den Sockel bildet ein Lämmerfries auf Goldgrund. Darunter eine goldene Inschrift, die in deutscher Übersetzung lautet: "Das Heiligtum des Herrn erstrahlt von schönen Mosaiken, doch köstlicher leuchtet iin ihm das Licht des Glaubens. Das Zeugnis der Märtyrer ist für das Volk gewisse Hoffnung des Heils..."
(...) Am 24. Mai 1924 wurden unter dem Altar der Krypta von SS. Cosma Damiano zwei Särge aus orientalischem Holz gefunden, die die Reliquien der beiden Heiligen enthielten.
(Melchers, Das Jahr der Heiligen, 617f)




Das Mosaik des Triumpfbogens aus der Zeit des Papstes Sergius I. (687-701) zeigt das Lamm Gottes auf einem mit Edelsteinen geschmückten Altar, umgeben von den Evangelistensymbolen und den (verlorenen) 24 Ältesten.

Lamm Gottes, Triumpfbogen der Apsis
der Adler als Symbol des Evangelisten Johannes


 Die Zwillingsbrüder Kosmas und Damian stammten aus einer in Kilikien eingewanderten arabischen Familie, die sowohl durch Reichtum als auch durch Eifer für den christlichen Glauben auszeichnete. Als Ärzte gehörten sie bald zu den begehrtesten Koryphäen des ganzen Landes. Weil sie ihre Kunst jedoch bei Armen und Reichen unentgeltlich ausübten, fanden sie Zutritt auch in den Wohnungen der überzeugtesten Heiden.
Wenn ein Kranker sie rief, bekreuzigten sie ihn zunächst, wiesen ihn auf die Allmacht Gottes hin, die Leben verlängern, aber auch verkürzen könne, und erkundigten sich dann nach seinem Befinden, um endlich das eine oder andere Heilmittel zu verordnen. Gewöhnlich wurden die Kranken in kurzer Zeit gesund, oft konnten sie sogar unverzüglich vom Bett aufstehen. Es gab fast kein Übel, das nicht der Behandlung und dem Gebet der begnadeten Brüder wich. Das Zutrauen in sie wuchs täglich um so mehr, als sie nicht nur für ihre Bemühungen auf jedes Entgelt verzichteten, sondern überdies arme und hilflose Kranke mit Wohltaten unterstützten. So konnten sie viele Herzen gewinnen und zu Christen bekehren.
Viele Jahre lebten Kosmas und Damian in der Stadt Äga, bis sich neidische Kollegen und Götzenpriester verbündeten und sie wegen ihrer christlichen Religion anklagten. Sie wurden vor Gericht zitiert, zum Götzenopfer aufgefordert und nach einer Feuerfolter, die ihnen jedoch nichts anhaben konnte, durch das Schwert hingerichtet.
(Sellner, Rebellen Gottes, 436)

Die Fresken im Schiff der Kirche zeigen Leben und Wundertaten der Heiligen. Die Holzdecke von 1632 trägt ein Marienbild von Marco Tullio Montagna, der auch die Fresken im Schiff geschaffen hat.

Maria und Jesus mit den hll. Kosmas und Damian, SS. Kosmas e Damiano


Kosmas und Damian in Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit

heilen die Ärzte hier ein Kamel?? Wer weiß es besser?

Aufforderung zum Götzenopfer bzw. Verurteilung


Feuerfolter

Hinrichtung durch das Schwert

Begräbnis der beiden Märtyrer, SS. Cosma e Damiano



SS. Cosma e Damiano, Rom

Montag, 26. September 2016

Kosmas und Damian

Heute gedenkt die Kirche der hll. Kosmas und Damian.

Santi Cosma e Damiano, Rom

Apsismosaik, Paulus führt Cosmas (links), Petrus Damian zu Christus



Cosmas und Damianus waren leibliche Brüder und wurden in der Stadt Aegea geboren von einer heiligen Mutter, die hieß Theodora. Sie lernten die Kunst der Ärzte und empfingen so große Gnade in der Kunst von dem heiligen Geist, dass sie alles Siechtum von Menschen und von Tieren vertrieben. Dafür nahmen sie kein Gut.

Es war eine Frau, Palladia mit Namen, die hatte alles ihr Gut an Ärzte gelegt; zujüngst kam sie zu den Heiligen, die machten sie gänzlich gesund. Da bot sie Sanct Damiano heimlich eine Gabe, die wollte er nicht nehmen. Da beschwur sie ihn mit also schweren Eiden, dass er es endlich nahm, nicht aus Geiz zu der Gabe, sondern dass er ihre Andacht nicht irre und den Namen des Herrn nicht verschmähe, bei dem sie ihn also beschworen hatte. Als das Sanct Cosmas erfuhr, gebot er, dass man den Leib seines Bruders dereinst nicht bei seinem Leichnam sollte begraben. Aber in der Nacht darnach erschien der Herr Sanct Cosmas und entschuldigte den Bruder bei ihm wegen der Gabe, die er empfangen hatte.

Dieser Heiligen Leben kam vor den Landpfleger Lysias, der ließ sie vor sich bringen und fragte sie, wes Landes sie wären, wie ihre Namen und Gewerbe wären. Da antworteten die Heiligen "Wir sind genannt Cosmas und Damianus; drei anderer Brüder haben wir, die sind genannt Antimus, Leontius und Eupreprius, Arabia ist unser Land; aber wir werben nicht nach irdischem Gut, denn wir sind Christen". Da hieß der Landpfleger ihre Brüder auch herbei bringen, dass sie miteinander den Göttern opferten. Da sie dies Gebot verschmähten, ließ er sie gar schwerlich peinigen an Händen und Füßen; aber sie spotteten seiner Strafen. Da ließ er sie mit einer Kette binden und ins Meer werfen. Aber ein Engel führte sie alsbald unversehrt aus dem Meer und stellte sie wieder vor den Richter. Als das der Richter ansah, sprach er zu ihnen "Bei den großen Göttern, ihr sieget mit Zauberei, dass ihr den Martern entrinnet und das Meer stillet: darum so lehret mich diese eure Kunst, so will ich euch nachfolgen im Namen meines Gottes Adriani". Als er das gesagt hatte, waren zwei Teufel gegenwärtig, die schlugen ihn mit Macht in sein Angesicht. Da schrie er auf und sprach "O ihr guten Herren, bittet euern Gott für mich!" Das taten sie, und die Teufel wichen alsbald von ihm. Da sprach der Richter "Sehet ihr nun, wie meine Götter wider mich erzürnt sind, dass ich sie verlassen wollte; darum so will ich nicht länger leiden, dass ihr meine Götter schmähet". Also ließ er sie in ein großes Feuer werfen, davon blieben sie doch unversehrt, und die Flamme schlug aus von ihnen und verbrannte der Heiden viel, die dabei stunden. Darauf gebot er, dass sie auf die Folter würden gespannt; aber ein Engel hütete ihrer; und da die Knechte sie vor Müdigkeit nicht mehr mochten schlagen, wurden sie wieder vor den Richter gestellt unversehrt. Der ließ nun die drei Brüder in den Kerker schließen; Cosmas und Damianus aber hieß er kreuzigen, und hieß das Volk mit Steinen auf sie werfen. Da sprangen die Steine auf die zurück, die sie warfen, und verwundeten ihrer viele. Da ließ der Praefect voll Zorns die drei Brüder aus dem Gefängnis führen und neben das Kreuz stellen, und hieß vier Ritter auf Cosmas und Damianus, die an dem Kreuze hingen, mit Pfeilen schießen. Doch sprangen die Pfeile zurück und verwundeten viel andere Menschen, die heiligen Märtyrer aber blieben unversehrt. Da der Praefect sah, dass er in allem war überwunden, ward er geängstigt bis in den Tod, und hieß die fünf Brüder des andern Morgens zusammen enthaupten. Die Christen gedachten dessen, was Sanct Cosmas hatte gesagt, dass man sie nicht zusammen sollte begraben, und betrachteten, wie oder wo die Märtyrer wollten begraben sein. Siehe, da kam unversehens ein Kamel des Weges und rief mit menschlicher Stimme, dass man die Heiligen bei einander sollte begraben. Sie litten aber unter Diocletianus, welcher um das Jahr 287 zur Herrschaft kam.

Es entschlief ein Bauer nach vollbrachter Arbeit der Ernte auf dem Felde mit offenem Munde; da kroch eine Schlange in seinen Leib. Da er erwachte, empfand er nichts und kehrte heim. Aber da es Abend war, litt er großes Grimmen in seinem Leib und schrie gar jämmerlich und rief Sanct Cosmas und Damianus um Hilfe an. Und da der Schmerz immer größer ward, floh er zu der Kirche der heiligen Märtyrer. Da entschlief er unversehens, und die Schlange ging wieder aus seinem Mund, wie sie gekommen war.

Ein Mann reiste weit hinweg, und befahl sein Weib den heiligen Märtyrern Cosmas und Damianus. Und gab ihr ein Zeichen. wer ihr das brächte, mit dem sollte sie fahren, wenn er sie etwan ließe rufen. Der Teufel aber wußte das Zeichen, das ihr der Mann gegeben hatte, und verwandelte sich in eines Menschen Gestalt, brachte ihr das Zeichen und sprach "Dein Mann schickt mich zu dir von jener Stadt, dass ich dich zu ihm führe". Dennoch war ihr angst, mit ihm zu gehn, und sie sprach "Dies ist das Zeichen wol; doch so bin ich den heiligen Märtyrern Cosmas und Damianus befohlen, darum sollst du mir über ihrem Altar einen Eid schwören, dass du mich sicher führen willst; so gehe ich alsbald mit dir". Da schwur ihr der Teufel, wie sie es hatte begehrt, und die Frau fuhr mit ihm. Aber da sie zu einem heimlichen Orte kamen, wollte der Teufel sie von dem Reittier werfen, dass er sie töte. Als sie das empfand, da schrie sie "O du Gott der Heiligen Cosmas und Damianus, steh mir bei: denn ich habe euch geglaubt und bin mit diesem Menschen gefahren". Alsbald waren die Heiligen da mit einer großen Schar Männer in weißen Kleidern, und kamen ihr zu Hilf, und der Teufel verschwand zustund. Sie aber sprachen zu ihr "Wir sind Cosmas und Damianus, deren Schwur du geglaubt hast, darum kamen wir dir zu Hilfe".

Der Papst Felix, der der achte war vor Sanct Gregorio, baute in der Ehre der Heiligen Cosmas und Damianus zu Rom eine gar edle Kirche. In dieser Kirche diente ein Mann den heiligen Märtyrern, dem hatte der Krebs ein ganzes Bein gefressen. Und siehe, als er schlief, erschienen einst Sanct Cosmas und Damianus ihrem Diener und trugen Salben und ärztlich Werkzeug mit sich. Sprach der Eine zum Andern "Wo sollen wir frisch Fleisch hernehmen, das Loch zu füllen, da wir das faule Fleisch müssen ausschneiden?" Sprach der Andere "Auf dem Friedhof zu Sanct Peter ist heute ein Mohr begraben, der ist noch frisch: von dem hole, was wir für diesen brauchen". Also lief der Eine wol bald zu dem Friedhof und brachte des Mohren Bein; darnach schnitten sie dem Kranken den Schenkel ab und setzten des Mohren Schenkel an die Stelle, und salbten die Wunde mit Sorgfalt; das Bein des Kranken aber taten sie an des Mohren Leib. Als der Mann erwachte und keinen Schmerz empfand, griff er mit der Hand an die Hüfte und fand sie ohne Fehl. Da zündete er ein Licht an und sah, dass nichts Böses mehr an dem Beine war; und hub an zu zweifeln, ob er es selber wäre oder ein anderer. Aber da er wieder zu sich kam, da sprang er in Freuden aus seinem Bett und erzählte den Menschen, was er im Traum hatte gesehen, und wie er wäre geheilt worden. Die sandten eilends zu dem Grab des Mohren und fanden den Schenkel des Mohren abgeschnitten, und den des Geheilten in sein Grab gelegt.
(Legenda aurea, Quelle


Paulus und Cosmas

Petrus und Damian

Verherrlichung von Kosmas und Damian, Deckengemälde

Donnerstag, 26. September 2013

Kosmas und Damian



Kosmas und Damian, Märtyrer. Nach der Legende waren Kosmas und Damian Ärzte, die in der Verfolgung Diokletians den Martertod erlitten. Sie gelten als Zwillingsbrüder. Sie behandelten Kranke kostenlos und bekehrten dadurch viele zum Christentum. Wenn auch sichere Nachrichten fehlen, so lässt doch die schon im Anfang des 5. Jahrhunderts nachweisbare Verehrung im Orient auf einen geschichtlichen Kern schließen. Kosmas und Damian wurden in der Antike im ganzen römischen Reich verehrt, in Jerusalem und Rom, in Kilikien und Konstantinopel, hier allein gibt es vier nach ihnen benannte Kirchen.

Papst Felix IV. errichtete um 530 eine ihnen geweihte Kirche in Rom. Bischof Altfrid von Hildesheim brachte Mitte des 9. Jahrhunderts Reliquien der beiden Heiligen nach Essen und nach Hildesheim. 965 kamen Reliquien nach Bremen und von dort um 1400 nach München. Kosmas und Damian werden dargestellt in vornehmer Kleidung mit Schlangenstab, ärztlichen Geräten und Arzneigefäßen.

(aus dem Martyrologium Sancrucense)

Christus mit Schriftrolle und im Redegestus auf den Wolken d. Himmels

Die römische Kirche Santi Cosma e Damiano wurde unter Papst Felix IV. (526-530) auf antiken Gebäuden erbaut (eine Bibliothek und ein Saal des Romulustempels). Im Apsismosaik (6. Jahrhundert) führen Petrus und Paulus die Kirchenpatrone Kosmas und Damian zum erhöhten Christus in goldenem Gewand.
 

Erhabener Gott,
am Gedenktag der heiligen Märtyrer
Kosmas und Damian preisen wir deine Macht und Güte.
Du hast ihnen ewigen Ruhm geschenkt,
uns aber gewähre immer neu deine Hilfe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)


v.l.n.r.: Felix IV., Cosmas, Paulus, Christus, Petrus, Damian, Theodor, Apsismosaik, Santi Cosma e Damiano, Rom