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Montag, 9. Juni 2025

Verwurzelt im Kreuz, im Opfer, in der Jungfrau - Kommentar zum Gedenktag "Maria, Mutter der Kirche"

 

Schutzmantelmadonna, mittelalterlicher Schlussstein der Kathedrale von Barcelona

 

Der Gedenktag Mariens „Mutter der Kirche“

 In der Umsetzung der Entscheidung von Papst Franziskus, mit dem Dekret vom 11. Februar 2018, dem 160. Jahrestag der ersten Erscheinung der Jungfrau in Lourdes, hat die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung die Einschreibung des Gedenktages der „seligen Jungfrau Maria Mutter der Kirche“ in den Römischen Generalkalender angeordnet. Im Anhang an das Dekret sind die entsprechenden liturgischen Texte in Latein für die Messe, das Stundengebet und das Martyrologium Romanum enthalten. Die Bischofskonferenzen mögen für die Übersetzung der entsprechenden Texte sorgen, diese approbieren und nach der Bestätigung in den liturgischen Büchern ihres Jurisdiktionsbereiches veröffentlichen.

Das Motiv der Feier ist im selben Dekret kurz beschrieben. Dieses erinnert an die bisher erreichte Reife der liturgischen Verehrung Mariens im Zug eines besseren Verständnisses ihrer Gegenwart „im Geheimnis Christi und der Kirche“, wie es im VIII. Kapitel von Lumen gentium des II. Vatikanischen Konzils erläutert ist. Mit guten Grund wollte der selige Papst Paul VI., in der Verkündigung dieser Apostolischen Konstitution am 21. November 1964, feierlich Maria den Titel „Mutter der Kirche“ zuerkennen.
In zweitausend Jahren Geschichte hatte die Empfindung des christlichen Volkes in verschiedener Weise die kindliche Verbindung erfasst, die die Jünger Christi mit der heiligsten Mutter eng vereint. Von dieser Verbindung gibt der Evangelist Johannes ausdrücklich Zeugnis, als er über das Vermächtnis des sterbenden Christus am Kreuz berichtet (vgl. Joh, 19,26-27). Nachdem er die eigene Mutter den Jüngern anvertraut hat, und zugleich die Jünger der Mutter, hauchte der sterbende Christus im Bewusstsein,
dass „alles erfüllt war“, „den Geist“ dem Leben der Kirche ein, die sein mystischer Leib ist: denn „aus der Seite des am Kreuz entschlafenen Christus ist das wunderbare Geheimnis der ganzen Kirche hervorgegangen“ (Sacrosanctum Concilium, Nr. 5)


Das Wasser und das Blut fließen aus dem Herzen Christi am Kreuz hervor, vollkommenes Zeichen seiner erlösenden Hingabe, und flößen über die Taufe und die Eucharistie der Kirche weiterhin sakramental Leben ein. In dieser geheimnisvollen Gemeinschaft, die sich zwischen dem Erlöser und den Erlösten immer von neuem fortsetzen muss, hat die heiligste Maria ihre mütterliche Sendung zu erfüllen. Daran erinnert der Abschnitt des Evangeliums von Joh 19,25-34, der der Messe des neuen Gedenkta-
ges eingefügt ist. Dieser Abschnitt wurde bereits im Jahr 1973 – zusammen mit den Lesungen Gen 3 und Apg 1 - der Votivmesse „de sancta Maria Ecclesiae Matre“ eingegliedert und von der Gottesdienstkongregation approbiert für das Heilige Jahr der Erlösung 1975 (vgl. Notitiae 1973, SS. 382-383).

So hatte das liturgische Gedenken der kirchlichen Mutterschaft Mariens bereits in den Votivmessen der Editio altera des Missale Romanum von 1975 Platz gefunden. Danach bestand im Pontifikat des heiligen Papstes Johannes Paul II. die den Bischofskonferenzen eingeräumte Möglichkeit, den Titel „Mutter der Kirche“ der lauretanischen Litanei hinzuzufügen (vgl. Notitiae 1980, S. 159); und anlässlich des Marianischen Jahres veröffentlichte die Gottesdienstkongregation weitere Formulare von Votivmessen unter dem Titel „Maria, Urbild und Mutter der Kirche“ in der Collectio missarum de Beata Maria Virgine.

Darüber hinaus wurde im Lauf der Jahre die Feier der „Mutter der Kirche“ in die Eigenkalender einiger Länder - wie Polen und Argentinien - am Montag nach Pfingsten eingeschrieben; zu anderen Tagen war die Feier eingeschrieben an besonderen Orten wie der Petersbasilika, wo die Ausrufung des Titels durch Paul VI. erfolgte, ebenso wie in den Proprien von Ordensgemeinschaften.
 
Papst Franziskus hat beschlossen, dass für die gesamte Kirche des Römischen Ritus der Montag nach Pfingsten der gebotene Gedenktag Mariens, der Mutter der Kirche, ist. Er trägt damit der Bedeutung des Geheimnisses der geistlichen Mutterschaft Mariens Rechnung, die seit der Erwartung des Heiligen Geistes zu Pfingsten nie aufgehört hat, sich mütterlich der durch die Zeit pilgernden Kirche anzunehmen. Die Verbindung zwischen der Lebenskraft der Kirche zu Pfingsten und der mütterlichen Sorge Mariens für
die Kirche tritt dadurch offen zutage. In den Texten der Messe und des Stundengebetes erleuchtet der Abschnitt aus Apg 1,12-14 die liturgische Feier, ebenso wie Gen 3,9-15.20. Beide müssen im Licht der Typologie der neuen Eva gelesen werden, die Maria unter dem Kreuz des Sohnes, des Erlösers der Welt, zur „Mater omnium viventium“ macht.
Der Wunsch ist es, dass diese Feier, die nunmehr auf die ganze Kirche ausgedehnt ist, alle Jünger Christi daran erinnern möge, dass wir wachsen und von der Liebe Gottes erfüllt werden, wenn wir unser Leben in drei Wirklichkeiten verwurzeln: Im Kreuz, im Opfer und in der Jungfrau – Crux, Hostia et Virgo. Dies sind die drei Geheimnisse, die Gott der Welt geschenkt hat, um unser Leben zu ordnen, zu befruchten und zu heiligen und uns zu Jesus Christus zu führen. Es sind drei Geheimnisse, die im Stillen zu be-
trachten sind (R. Sarah, Die Kraft der Stille, Nr. 57).
.
Robertus Card. Sarah
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

Freitag, 12. Februar 2021

Am Grab der hl. Eulalia von Barcelona

 

Krypta mit dem Grab der hl. Eulalia in der Kathedrale von Barcelona

 

In der im Jahr 1329 errichteten Krypta befindet sich das Grab der seit 405 als Märtyrerin verehrten Heiligen Eulalia. Sie soll im Stadtteil Sarrià gelebt haben und als Christin im Alter von 13 Jahren um 290 unter Kaiser Diocletian gefoltert und ermordet worden sein. Ihre Märtyrerakten (..) haben Ähnlichkeit mit denen der Heiligen Eulalia von Mérida († 10. Dezember 304 in Mérida). Die Reliquien befanden sich bis zum 14. Jahrhundert in der Kirche Santa Maria del Mar.

Der Sarkophag aus Alabaster entstammt dem Jahr 1339.
(wikipedia)

 

Eulalia, die Stadtpatronin Barcelonas


Heilige Eulalia, bitte für uns!

Donnerstag, 7. Januar 2021

Die Liegefigur am Grab des hl. Raimund von Penyafort

 

Raimund von Penyafort, Kathethrale von Barcelona

 Ordensgeneral

Namensdeutung: Rat und Schutz (germ.-althochdt.)
Namenstage: Raimund, Raymund, Raymond, Ray, Ramón, weibl.: Raimunda, Ramona
Gedenktag: 7. Januar

Lebensdaten: geboren um 1175 auf Schloss Peñafort bei Barcelona, gestorben am 6. Januar 1275 in Barcelona

Lebensgeschichte und Bedeutung: Der hochadlige Raimund war mit den Grafen von Barcelona und den Königen von Aragon verwandt und wurde nach Studien in Barcelona und Bologna zu einem der angesehensten Rechtsgelehrten, dessen Lehrbücher in ganz Europa gelesen wurden.
Nach einer Begegnung mit den Predigerbrüdern des neugegründeten Dominikanerordens schloss er sich diesen 1222 an und brachte seine juristischen Kenntnisse sofort in die Verfassung des Mercedarierordens sowie in die Ordensausbildung ein. 1230 berief ihn Papst Gregor IX. nach Rom, wo er Raimund die Gesamtheit der kirchlichen Gesetzestexte überarbeiten ließ und das vollendete Werk zum alleingültigen erklärte. Auf Raimunds Anregung soll auch die Summa Theologica des hl. Thomas von Aquin zurückgehen. 1238 wurde er der dritte Ordensgeneral der Dominikaner und unterzog in seiner dreijährigen Amtszeit die Ordensregeln ebenfalls einer strengen Prüfung. Unter seinen zahlreichen Schriften waren besonders seine Anweisungen für Beichtväter einflussreich. Zur Bekehrung der Juden und Muslime führte er im Orden das Erlernen orientalischer Sprachen ein.
Raimund lehnte den Bischofsstuhl von Tarragona ab und wirkte als Beichtvater des Königs Jakob I. von Aragon. Mit etwa 100 Jahren starb er am 6. Januar 1275 in Barcelona. 

Legende: Als Raimund sein königliches Beichtkind wegen dessen Lebenswandel tadelte, dieser aber nicht folgte, kündigte Raimund an, ihn zu verlassen. König Jakob I. verbot bei Todesstrafe, Raimund mit dem Schiff übers Meer zu fahren. Da legte dieser seinen Mantel aufs Wasser, machte das Kreuzzeichen darüber und segelte fort.

Verehrung: Raimund liegt in einer eigenen Kapelle der Kathedrale Santa Eulalia in Barcelona begraben und wird in Katalonien und im Dominikanerorden bis heute sehr verehrt. 1601 wurde er heiliggesprochen.

Darstellung: als Dominikanermönch lesend oder lehrend, auf seinem Mantel über das Meer gleitend

Patron: von Barcelona und der Kirchenrechtler, der Rechtsanwälte und Staatsanwälte

Heute gedenkt die Kirche des hl. Valentin von Meran

und des hl. Raimund von Penyafort
an seinem Grab in Barcelona
Glasfenster in St Dominic´s Priory Church in London


Montag, 7. Januar 2019

Am Grab des hl. Raimund von Penyafort

Altar mit Reliquienschrein des hl. Raimund von Penyafort, Kathedrale von Barcelona

Von Engeln umjubelt, zieht er in den Himmel ein.
Dort wird er den heiligen Lehrern zugezählt
und empfängt den ewigen Lohn für seine Jungfräulichkeit.
(Antiphon zur Laudes)

Raimund von Penyafort (Leben) und die Mantellegende



Namen zu nennen,
keinen zu vergessen,
der vor uns lebte
und der Stimme traute,
dich auch uns lockte:
Grund, dich zu besingen,
Heiliger Raimund.

Dir war gegeben,
deinen Weg zu gehen
und vielen Menschen
Aussicht zu eröffnen.
Was du einst sätest,
ist in Gott verborgen,
geht nicht verloren.

Der Väter Weisheit
wolltest du erforschen;
was große Denker
einst geschrieben hatten,
hast du gesammelt
und herausgegeben
und uns vermittelt.

Forscher und Lehrer,
Mensch mit reinem Herzen,
wohnst du für immer
in der Liebe Gottes,
darum verbunden
allen, die dich brauchen,
Schwestern und Brüdern.

Lob, Ruhm und Ehre
Gott, dem Herrn der Herren;
einer und einzig,
Liebe, Wort und Antwort;
der unsern Bruder 
Raimund angenommen,
wird auch uns retten. Amen.

(Hymnus zur Laudes,
Dominikanisches Proprium, 162f)

Montag, 12. Februar 2018

Eulalia von Barcelona

Kathedrale von Barcelona

Eulalia ist eine in Spanien hochverehrte Heilige, Stadtpatronin von Barcelona und zweite Titelheilige der Kathedrale.
Um 304 erlitt Eulalia der Legende zufolge in den Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian im jugendlichen Alter das Martyrium. Das zwölfjährige Mädchen lebte der Legende nach im Stadtteil Sarria. Sie war Christin geworden und bei dem Versuch, dem römischen Statthalter Datian wegen der einsetzenden Christenverfolgungen Vorwürfe zu machen, gefangen und grausam gefoltert worden: gekreuzigt, in siedendes Öl geworfen, verbrannt und schließlich geköpft. Aus ihrem Leib soll nach ihrem Tod eine weiße Taube aufgestiegen sein bzw. schneite es nach ihrem Tod, der Schnee bedeckte ihren Körper wie ein weißer Schleier. Bereits 405 wurde sie von Prudentius als Märtyrerin gerühmt. An ihrem Festtag, dem 12. Februar, wird die heilige Eulalia mit farbenprächtigen Umzügen rund um die Kathedrale gefeiert. 
Die Verehrung, besonders in Barcelona, ist erst seit dem 7. Jahrhundert mit dem Hymnus Fulget hic honor (Hier glänzt Ehre), nachgewiesen. Er wird Bischof Quiricus von Barcelona (um 650) zugeschrieben. 877 wurde Eulalias angebliches Grab entdeckt, ihr Sarkophag steht in der nach ihr benannten Kathedrale in Barcelona. Ihre Hagiographie hat große Ähnlichkeit mit denen der Eulalia von Mérida (* 292 in Mérida; † 304 ebenda) weshalb sie gelegentlich auch mit dieser identifiziert wird.
Ihre Heiligenattribute sind Kreuz, Taube, Eisenhaken und Schnee. Eulalia ist die Patronin von Spanien, Barcelona, der Seefahrer und Marine, für sicheres Segeln und sichere Schifffahrt
(vgl. kathpedia bzw. Barcelonaführer)



Die Renaissance-Marmorreliefs schildern das Martyrium der hl. Eulalia. Die flankierenden Statuen stellen die Heiligen Olegario, Eulalia, Raimondo de Penyafort und Coloma dar. Einer der besten Renaissancebildhauer Spaniens, Barmolome Ordonez aus Burgos, begann 1517 mit den Arbeiten an der Reliefwand. Allerdings konnte er vor seinem Tod nur die beiden Szenen ´Die Heilige verteidigt sich vor dem römischen Prätor´ (links) und ´Folter der Heiligen in den Flammen´rechts einschließlich der beiden erstgenannten Heiligenfiguren vollenden. Den Rest schuf Pere Villar aus Zaragoza.
(Barcelona-ADAC Reiseführer)

Marmorreliefs des Martyriums der hl. Eulalia, Kathedrale von Barcelona

Verteidigung vor dem Prätor und Geisselung der hl. Eulalia

Eulalia wird mit Flammen gefoltert und gekreuzigt, Kathedrale von Barcelona

Eulalia auf der Kirchturmspitze der Kathedrale