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Samstag, 21. November 2020

Mariä Opferung

 

Fenster des Lebens Mariens, ND en Vaux, Chalons en Champagne
 

Eine Legende berichtet, die Jungfrau Maria sei von ihren Eltern, dem hl. Joachim und der hl. Anna als Mädchen in dem Tempel von Jerusalem gebracht worden, um dort erzogen zu werden. Ein Gedenktag zu Ehren der Darstellung Mariens, der in der Ostkirche schon im 8. Jahrhundert bekannt war, kam vermutlich durch die Kreuzfahrer in das Abendland und wurde 1472 von Papst Sixtus IV. auch für die römische Kirche übernommen.

Wir mögen daran denken, dass Maria der Tempel ist, den Gott sich durch die Gnade ihrer unbefleckten Empfängnis als würdige Wohnstatt bereitet hat, um unter ihrem Herzen Mensch zu werden. Maria selbst hat sich durch ihre Jungfräulichkeit für Gott bereitet und sich ihm durch ihr "fiat" -"es geschehe" dargebracht.

(Ramm, Volksmissale)

Gott, der Du wolltest, dass die heilige immerwährende Jungfrau Maria,
die Wohnung des Heiligen Geistes,
am heutigen Tag im Tempel dargestellt werden,
gewähre, so bitten wir, dass wir auf ihre Fürsprache
im Tempel Deiner Herrlichkeit dargestellt zu werden verdienen.
Durch unseren Herrn...


Opferung Mariä, ND en Vaux

 

Tempelgang, Opferung Mariä / Darstellung Mariens im Tempel

Glasfenster in der Basilika Koekelberg

Donnerstag, 21. November 2019

Unsere Liebe Frau in Jerusalem

Darstellung Mariens im Tempel, Basilika Koekelberg


Der Gedenktag »Unserer Lieben Frau in Jerusalem« hat seinen Ursprung im Weihefest der Jerusalemer Kirche Sancta Maria Nova am 21. November 543. In der Ostkirche wurde an diesem Tag der Tempelgang der Gottesmutter gefeiert. Das Fest gehört in der Ostkirche zu einem der zwölf großen Feste des Kirchenjahres und wird vom Vorabend des 21. bis zum 25. November gefeiert.
In der Westkirche begegnet das Fest erstmals im 9. Jahrhundert in England. Nachdem die römische Kirche das Fest lange abgelehnt hatte, übernahm sie es im 14. Jahrhundert unter dem Namen Mariä Opferung. Im Jahr 1472 wurde das Fest offiziell von Papst Sixtus IV. für die gesamte katholische Kirche als Mariä Opferung festgeschrieben.

Aber erst Papst Sixtus V. nahm das Fest dann im Jahr 1585 in den allgemeinen Festkalender der katholischen Kirche auf. Im Zuge der Liturgiereform durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde der 21. November zum »Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem«.
(Quelle)



Marienkapelle, Basilika Koekelberg, Brüssel

Mittwoch, 21. November 2018

Unsere Liebe Frau in Jerusalem


Mariä Opferung, Kathedrale von Zagreb

Unsere Liebe Frau in Jerusalem (Kleinmariazell)

Tempelgang Mariens (Petersdom)

Sainte Chapelle - Paris

Maria Maggiore - Rom


Gott, der Du wolltest, dass die heilige immerwährende Jungfrau Maria,
die Wohnung des Heiligen Geistes am heutigen Tag im Tempel dargestellt werde,
gewähre, so bitten wir, dass wir auf ihre Fürsprache
im Tempel Deiner Herrlichkeit dargestellt zu werden verdienen.
Durch unseren Herrn... in der Einheit eben dieses Heiligen Geistes.
(Ramm, Volksmissale)

Kathedrale von Zagreb

Dienstag, 21. November 2017

Unsere Liebe Frau in Jerusalem

Maria wird in den Tempel gebracht, S. Maria Maggiore, Rom

Vom Tempelgang Marias berichtet das apokryphe Jakobusevangelium.
Gemäß dem Versprechen Annas, ihr Kind dem Herrn zu weihen, brachten sie und Joachim Maria im Alter von drei Jahren in den Tempel, wo sie bis zur Eheschließung mit Joseph ein gottgefälliges, tugendhaftes Leben führte. Als Fest der Opferung Mariä wird der Tag am 21. November gefeiert.
(Marienlexikon, Bd. 6, 369)

Montag, 21. November 2016

Unsere Liebe Frau in Jerusalem



Dem Protoevangelium des Jakobus zufolge wird Maria mit drei Jahren von ihren Eltern in den Tempel gebracht, Gott geweiht und dort erzogen. Der 21. November als Termin geht vermutlich auf die Weihe einer Marienkirche im 6. Jahrhundert zurück. Im Osten wird der "Eintritt unserer hochheiligen Herrin, der Gottesgebärerin, in den Tempel" seit dem 8. Jahrhundert gefeiert.

Der reinste Tempel des Erlösers,
die ehrenvolle Brautstätte und Jungfrau,
die heilige Schatzkammer göttlicher Herrlichkeit
wird heute geleitet ins Haus des Herrn,
und mit ihr tritt ein die Gnade des göttlichen Geistes.
Ihr singen die Engel entgegen: Dies ist das himmlische Zelt!

(Kontakion am 21.11., in: Heiser, Maria in der Christusverkündigung des orthodoxen Kirchenjahres)

Mariä Opferung, Glasfenster in der Krypta der Sainte Chapelle, Paris

Donnerstag, 8. September 2016

Mutter Maria, alles Gute zum Geburtstag

Mariä Geburt, in der Kathedrale von Zagreb

Deine Geburt,
Jungfrau und Gottesgebärerin,
hat der ganzen Welt Freude gebracht.
Denn aus dir ging hervor
die Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, unser Gott.
Er hat den alten Fluch gelöst
und Segen gespendet,
er hat den Tod vernichtet
und ewiges Leben geschenkt.

(Benediktusantiphon vom Mariä Geburt)

 
neugotisches Altarretabel Maria Königin, 1881, Jakob Peschek, auf dem dem Thron sitzende Maria mit Kind von Karl Morak, Altarflügel mit Darstellungen aus dem Leben Marias, links unten: Mariä Geburt, rechts unten: Tempelgang Mariens,
links oben: Verkündigung des Herrn, rechts oben: Aufnahme Mariens, gemalt von Epamindas Bucevski,
Kathedrale zur Aufnahme Mariens, Katedrala Marijina Uznesenja, Zagreb


Sei gegrüßt, du lichter Meeresstern,
Gottes hohe Mutter,
Jungfrau, die der Höchste sich erwählt,
sel´ges Tor des Himmels. 

„Sei gegrüßt“, so sprach des Engels Mund,
„du bist voll der Gnade.“
Dieses Ave wendet Evas Los,
schenkt uns Gottes Frieden. 

In das Dunkel unsrer Sündenschuld
bringe Licht den Blinden,
laß uns Sünder nicht verloren sein,
bitt für uns um Gnade. 

Steh uns immerdar als Mutter bei,
dass durch dich uns höre,
der in deinem Schoße Wohnung nahm,
Mensch für uns zu werden. 

Du bliebst rein vom Makel jeder Schuld,
Jungfrau ohnegleichen.
Halte fern des bösen Feindes Macht,
dass er uns nicht schade. 

Führe sicher unsern Weg ans Ziel,
lenke unsre Schritte,
dass wir einst mit dir in Freude schaun,
Christus, unsern König. 

Gott dem Vater Lob und Herrlichkeit,
ew´ger Ruhm dem Sohne,
Dank und Lobpreis Gott dem Heil´gen Geist:
Ehre dem Dreieinen. Amen. 
(Hymnus der Vesper)

Freitag, 21. August 2015

Am Grab des hl. Papstes Pius X.



Zu seinen Schwestern hatte Pius oft gesagt: "Ich sehe einen großen Krieg." Wenn sie ihn dann mit allen möglichen Gründen aufzuheitern suchten, antwortete er: "Leider wird es zu einem großen Kriege kommen." Ähnliches sagte er auch zu seinem Staatssekretär. Während des Balkankrieges 1912-1913 äußerte er sehr bestimmt: "Das ist alles nichts im Vergleich zu dem großen Kriege, der kommen wird." Wenn der Kardinal dann meinte, das könne noch lange Zeit haben, so erklärte der Papst eindeutig: "Eminenz, bevor der Jahr 1914 vergeht."
Als am 28. Juni 1914 der österreichische Thronfolger mit seiner Gemahlin bei einem Attentat erschossen wurde, war der Papst tief erschüttert. Er erkannte mit aller Klarheit, daß der lang gefürchtete Krieg unmittelbar bevorstehe. Er versuchte alles, um ihn zu verhindern, und auf die Bitte des österreichischen Botschafters, die Waffen der Donau-Monarchie zu segnen, antwortete der Papst: "Ich segne nicht die Waffen, sondern den Frieden."
Am 2. August, als die Kriegserklärung Tatsache geworden war, richtete er ein "Mahnwort an die Katholiken der ganzen Welt", aus dem der ganze Schmerz spricht, den sein Vaterherz angesichts des Völkermordens empfand. Oft hörte man ihn in den folgenden Tagen die Worte wiederholen: "Ich möchte mein armes Leben hinopfern, um den Untergang so vieler meiner Kinder zu verhüten."
Einmal stöhnte er auf: "O dieser Krieg! Ich spüre, dieser Krieg ist mein Tod."



Leider hatte seine Ahnung ihn nicht getäuscht. Am 15. August überfiel ihn ein Unwohlsein, das sich bald verschlimmerte. Als die große Papstglocke den Römern verkündete, daß Pius im Sterben liege, füllten sich die Kirchen mit Gläubigen, die Gott um sein Leben anflehten und oft ihr eigenes zum Opfer anboten. Aber Gott hatte es anders beschlossen. Am 20. August, noch ehe der Morgen graute, gab Pius X. seine Seele in die Hand seines Schöpfers zurück. Er hatte sein Werk vollendet.
(aus: Kirch/Rodewyk, Helden des Christentums III, 430f)

Grab Pius X., Altarbild Tempelgang Mariä, Petersdom

Donnerstag, 21. November 2013

Unsere Liebe Frau in Jerusalem

Das Fest bezieht sich auf das nichtkanonische Protoevangelium des Jakobus, nach dem Maria von den Eltern als Kind in den Tempel gebracht und Gott geweiht wurde (Mariä Opferung), um dort erzogen zu werden:

"Das Kind wuchs heran. Als es zwei Jahre alt geworden war, sagte Joachim: "Wir wollen es zum Tempel des Herrn bringen, um das Versprechen einzulösen, das wir gegeben  haben"... Und Anna sagte: "Wir wollen bis zum dritten Jahr zuwarten, damit das Kind nicht durch die frühe Trennung Heimweih nach Vater und Mutter bekommt." .... Als aber das dritten Jahr um war, riefen sie die Töchter der Hebräer, die unbefleckt waren, und jede nahm eine Fackel und zündete sie an, damit das Kind dem Tempel zugewandt blieb und sich nicht ablenken ließ. So brachten sie es zum Tempel vor den Priester, der das Kind küßte, segnete und sprach: "Groß gemacht hat der Herr deinen Namen unter allen Geschlechtern, durch dich wird er den Kindern Israels am Ende der Tage die Erlösung offenbaren!" Und der ließ sie auf der dritten Stufe des Altares sitzen. Der Herr aber erfüllte sie mit Anmut, und das ganze Haus Israel gewann sie lieb. Die Eltern gingen staunend hinab in ihr Haus und lobten den Allerhöchsten; denn das Kind hatte sich ihnen nicht zugewandt. Maria aber blieb im Tempel des Herrn und nährte sich wie eine Taube, indem sie ihre Nahrung aus Engelshand erhielt."

Die Bibelexegese behauptet, dass es sich bei der Erzählung von der Opferung Marias nicht um eine geschichtliche Tatsache handelt, denn der Tempel durfte nur von Priestern, nicht einmal von Männern und schon gar nicht von Frauen betreten werden. Außerdem spricht das Alte Testament nie von einer Tempelschule für Mädchen und kennt auch den Brauch nicht, Mädchen im dritten Lebensjahr Gott zu weihen und im Tempel erziehen zu lassen. Dem entsprechend legt der neue Name "Unsere liebe Frau in Jerusalem", den das Fest Mariä Opferung durch die Liturgiereform erhielt, den Inhalt des Gedächtnisses nicht mehr genau fest.
So feiern wir gemeinsam mit der Ostkirche, dass sich Maria von Kindheit an Gott ganz geschenkt hat. Der Gedanke einer Opferung Marias bleibt somit bedeutsam, denn Maria hat sich Gott zum Opfer dargebracht. Als Urbild der Kirche und als Tempel des Heiligen Geistes zeigt uns Maria, dass Gott von uns bedingungslose Hingabe verlangt.

(vgl. Walter Lang, Marienverehrung und Marienfeste, 179ff)

Gütiger Gott, wir gedenken am heutigen Tag der seligen Jungfrau Maria,
die du mit der Fülle deiner Gnade beschenkt hast. 
Höre auf ihre Fürsprache und laß auch uns am Reichtum deiner Gnade teilhaben,
damit wir mit ganzer Hingabe und frohem Vertrauen vor dir leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)


Deckenfresko, Kleinmariazell, Maria wird von ihren Eltern zum Tempel gebracht, wo sie als Tempeldienerin aufwächst