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Dienstag, 11. April 2017
Samstag, 11. April 2015
Hl. Gemma Galgani
| Mantel der hl. Gemma Galgani, Passionistenkloster, Lucca |
Am Karsamstag, den 11. April 1903, starb die 25jährige Gemma Galgani in Lucca. Pius XII. sprach sie 1949 heilig.
Am Grab der hl. Gemma Galgani
Gott der Güte, siehe
mich zu deinen Füßen!
Verwirf mich nicht, da ich als Sünderin vor Dir erscheine!
In vergangener Zeit habe ich Dich schmerzlich gekränkt, lieber Jesus!
Von nun an wird das nicht mehr sein.
Vor Dir, mein Gott, lege ich ab all mein Versagen,
alle meine Sünden...
Ich kenne sie, lieber Jesus und sehe wohl,
daß ich keine Verzeihung verdient habe.
Aber um deines Erbarmens willen flehe ich Dich an,
denke an deine Qualen, und schaue auf das kostbare Blut,
das aus Deinen Wunden strömt!
In diesem Augenblick, o mein Gott,
verschließe die Augen vor meiner Nachlässigkeiten,
und öffne sie für Deine Verdienste!
Und da Du wirklich wegen meiner Sünden gestorben bist,
vergib sie mir alle, damit ich ihre Last nicht mehr spüre!
Diese Last, lieber Jesus, bedrückt mich allzu sehr.
Hilf mir, lieber Jesus!
Mit allen Mitteln will ich mich heiligen.
Nimm weg, zerstöre und vernichte in mir alles,
was Deinem heiligen Willen nicht entspricht!
Auch bitte ich Dich inständig, Jesus,
mich zu erleuchten,
damit ich wandern kann auf meinem Weg
in Deinem heiligen Licht.
Verwirf mich nicht, da ich als Sünderin vor Dir erscheine!
In vergangener Zeit habe ich Dich schmerzlich gekränkt, lieber Jesus!
Von nun an wird das nicht mehr sein.
Vor Dir, mein Gott, lege ich ab all mein Versagen,
alle meine Sünden...
Ich kenne sie, lieber Jesus und sehe wohl,
daß ich keine Verzeihung verdient habe.
Aber um deines Erbarmens willen flehe ich Dich an,
denke an deine Qualen, und schaue auf das kostbare Blut,
das aus Deinen Wunden strömt!
In diesem Augenblick, o mein Gott,
verschließe die Augen vor meiner Nachlässigkeiten,
und öffne sie für Deine Verdienste!
Und da Du wirklich wegen meiner Sünden gestorben bist,
vergib sie mir alle, damit ich ihre Last nicht mehr spüre!
Diese Last, lieber Jesus, bedrückt mich allzu sehr.
Hilf mir, lieber Jesus!
Mit allen Mitteln will ich mich heiligen.
Nimm weg, zerstöre und vernichte in mir alles,
was Deinem heiligen Willen nicht entspricht!
Auch bitte ich Dich inständig, Jesus,
mich zu erleuchten,
damit ich wandern kann auf meinem Weg
in Deinem heiligen Licht.
Freitag, 11. April 2014
Am Grab der hl. Gemma Galgani in Lucca
Gemma Galgani, Dienstmädchen und stigmatisierte Mystikerin. Gemma Galgani wurde am 12. März 1878 zu Camigliano bei Lucca geboren, sie hatte eine schwere Kindheit und arbeitete als Dienstmädchen. Am Vorabend des Herz-Jesu-Festes 1899 fiel Gemma in Ekstase und empfing die Wundmale Christi. In den folgenden 4 Jahren bis zu ihrem Tod traten die Wundmale jeden Donnerstag wieder in Erscheinung und verursachten Gemma furchtbare Schmerzen. Sie erlebte auch an sich selbst Blutschweiß, Dornenkrönung und Geißelung, versuchte aber alles geheim zu halten. Ihre außergewöhnlichen Leiden brachte sie als Sühneopfer für gefährdete Seelen dar. Gemma Galgani starb im Alter von 25 Jahren am Karsamstag, 11. April 1903, in Lucca und wurde im dortigen Passionistinnenkloster beigesetzt.
Pius XII. sprach die junge Mystikerin 1940 heilig. Gemma Galgani wird als betendes junges
Mädchen mit den Wundmalen des Herrn dargestellt.
Auf ihrem Grabstein steht: „Sie wurde mehr durch die Glut ihrer Gottesliebe als durch ihre Krankheit dahingerafft.“
(Martyrologium Sancrucense)
Unter dem Altar des Passionistinnenklosters in Lucca sind die sterblichen Überreste der heiligen Gemma beigesetzt.
Die folgende Anerkennung befindet sich als Inschrift auf dem Grab der Heiligen Gemma:
GEMMA GALGANI LUCENSIS VIRGO INNOCENTISSIMA QUAE DIVINI AMORIS AESTU MAGIS QUAM VI MORIS ABSUMPTA QUINTO AETATIS LUSTRO VIX EMENSO AD COELESTIS SPONSI NUPTIAS EVOLAVIT DIE XI M. APRILIS A. MCMII PERVIGILIA DOMINICAE RESURRECTIONIS ANIMA DULCIS TE IN PACE CUM ANGELIS.
"Gemma Galgani aus Lucca, die unschuldigste Jungfrau, die in ihrem 25. Jahr, verzehrt eher von der göttlichen Liebe als von der Gewalt der Krankheit, am Heiligen Sonntag, dem 11. April 1903, in die Arme ihres Himmlischen Gatten flog. Friede sei dir, o süße Seele, in Begleitung mit den Engeln." (Quelle)
In der äußersten Not und Verlassenheit, in der auch Satan ihr Gedanken der Mutlosigkeit zuflüsterte, kam schließlich als spürbare Hilfe vom Himmel der heilige (damals noch "ehrwürdige") Frater Gabriel Possenti (1838-1862), dessen Leben Gemma vorher gelesen hatte. Mehrmals zeigte er sich ihr und nannte sie seine "Schwester". Doch die Krankheit verschlimmerte sich immer mehr, und am 2.Februar 1899 war Gemma schon von den Ängsten aufgegeben. Aber am 27. Februar fühlt sie wieder die Gegenwart des heiligen Fraters Gabriel und vernimmt seine Frage: "Willst du gesund werden?" - "Es ist mir gleich", erwiderte Gemma mit der Einfalt einer Seele, die sich restlos Gott übergeben und überlassen hat. Darauf der Heilige:" Du wirst gesund werden; bitte mit Glauben und Vertrauen das Herz Jesu; jeden Abend, bis zum Schluß der Novene, werde ich kommen, und wir werden zusammen beten." Gemma selbst erzählte später: "Die gleich Person (nämlich der heilige Gabriel Possenti) kam an den folgenden neun Abenden, legte mir die Hand auf die Stirn, und wir beteten zusammen das Vaterunser zum Herzen Jesu... Die Novene schloß am 1. März... Ans Bett gefesselt, emfpfing ich die heilige Kommunion. Oh, wie selige Augenblicke verbrachte ich mit Jesus! Auch er stellte mir die Frage: Gemma, willst du gesund werden? Ich erwiderte im Herzen: Jesus, wie du willst! - Und ich war geheilt. Zwei Stunden später stand ich auf." (Baumann, 22)
Dazu kamen dann die erlebten Leiden der Dornenkrönung und Geißelung Christi und die vielen Sühneleiden für die Bekehrung der Sünder, endlich auch die Anfeindungen und Plagen durch den Satan selbst. In all diesen Qualen bewahrheite sich aber das Versprechen des Herrn: "Fürchte dich nicht! Ich werde dir Leiden schicken, aber ich werde dir auch die Kraft zum Leiden geben... Zwar spürst du jetzt nichts von meiner Hilfe, aber ich helfe dir dennoch jetzt mehr als vorher. In diesen Augenblicken bist du mir viel teurer als dann, wenn du dich in Tröstungen befindest... Sei versichert, daß ich dich liebe, wenn ich dich am Kreuz festhalte!"
Immer wieder spornte der Herr ihre Großmut an durch Klagen wie diese: "Wieviel Undank und Bosheit ist in der Welt! Die Sünder fahren fort in ihrer Verstocktheit... Mein Vater will sie nicht mehr ertragen... Die feigen und schwachen Seelen geben sich keine Mühe, ihr Fleisch zu überwinden... Die eifrigen Seelen werden allmählich lau... Die Diener meines Heiligtums! Ihnen ist das große Werk der Erlösung anvertraut... Auch sie kann mein Vater nicht mehr ertragen. Ich gebe ihnen ständig Licht und Kraft, und sie...!
Sie, auf die ich immer mit besonderer Liebe geschaut habe, die ich immer wie meinen Augapfel behütet habe!... Meine Liebe ist vergessen, wie wenn ich nichts gelitten hätte, wie wenn ich allen unbekannt wäre!" - Wenn dann der Heiland sie wissen ließ: "Ich brauche eine große Sühne", so konnte sie bei ihrer großen Liebe nicht anders sagen als. "Ich bin bereit zu allem; tu mit mir, was du willst!"
(F. Baumann, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, 25f)
Aber fast immer, Jesus,
wenn ich Dich suche,
inde ich Dich am Kreuz.
Mehrere Vorträge über die hl. Gemma sind hier zu hören.
Pius XII. sprach die junge Mystikerin 1940 heilig. Gemma Galgani wird als betendes junges
Mädchen mit den Wundmalen des Herrn dargestellt.
Auf ihrem Grabstein steht: „Sie wurde mehr durch die Glut ihrer Gottesliebe als durch ihre Krankheit dahingerafft.“
(Martyrologium Sancrucense)
| Santuario di Santa Gemma, Lucca |
Unter dem Altar des Passionistinnenklosters in Lucca sind die sterblichen Überreste der heiligen Gemma beigesetzt.
| Passionistinnenkloster Lucca |
| Vorbereitungen für die hl. Messe, die ich an diesem Gnadenort feiern darf. |
Die folgende Anerkennung befindet sich als Inschrift auf dem Grab der Heiligen Gemma:
GEMMA GALGANI LUCENSIS VIRGO INNOCENTISSIMA QUAE DIVINI AMORIS AESTU MAGIS QUAM VI MORIS ABSUMPTA QUINTO AETATIS LUSTRO VIX EMENSO AD COELESTIS SPONSI NUPTIAS EVOLAVIT DIE XI M. APRILIS A. MCMII PERVIGILIA DOMINICAE RESURRECTIONIS ANIMA DULCIS TE IN PACE CUM ANGELIS.
"Gemma Galgani aus Lucca, die unschuldigste Jungfrau, die in ihrem 25. Jahr, verzehrt eher von der göttlichen Liebe als von der Gewalt der Krankheit, am Heiligen Sonntag, dem 11. April 1903, in die Arme ihres Himmlischen Gatten flog. Friede sei dir, o süße Seele, in Begleitung mit den Engeln." (Quelle)
In der äußersten Not und Verlassenheit, in der auch Satan ihr Gedanken der Mutlosigkeit zuflüsterte, kam schließlich als spürbare Hilfe vom Himmel der heilige (damals noch "ehrwürdige") Frater Gabriel Possenti (1838-1862), dessen Leben Gemma vorher gelesen hatte. Mehrmals zeigte er sich ihr und nannte sie seine "Schwester". Doch die Krankheit verschlimmerte sich immer mehr, und am 2.Februar 1899 war Gemma schon von den Ängsten aufgegeben. Aber am 27. Februar fühlt sie wieder die Gegenwart des heiligen Fraters Gabriel und vernimmt seine Frage: "Willst du gesund werden?" - "Es ist mir gleich", erwiderte Gemma mit der Einfalt einer Seele, die sich restlos Gott übergeben und überlassen hat. Darauf der Heilige:" Du wirst gesund werden; bitte mit Glauben und Vertrauen das Herz Jesu; jeden Abend, bis zum Schluß der Novene, werde ich kommen, und wir werden zusammen beten." Gemma selbst erzählte später: "Die gleich Person (nämlich der heilige Gabriel Possenti) kam an den folgenden neun Abenden, legte mir die Hand auf die Stirn, und wir beteten zusammen das Vaterunser zum Herzen Jesu... Die Novene schloß am 1. März... Ans Bett gefesselt, emfpfing ich die heilige Kommunion. Oh, wie selige Augenblicke verbrachte ich mit Jesus! Auch er stellte mir die Frage: Gemma, willst du gesund werden? Ich erwiderte im Herzen: Jesus, wie du willst! - Und ich war geheilt. Zwei Stunden später stand ich auf." (Baumann, 22)
| Nur Mut, Gemma, ich erwarte dich auf Kalvaria, an diesem Ort, zu dem du unterwegs bist |
Dazu kamen dann die erlebten Leiden der Dornenkrönung und Geißelung Christi und die vielen Sühneleiden für die Bekehrung der Sünder, endlich auch die Anfeindungen und Plagen durch den Satan selbst. In all diesen Qualen bewahrheite sich aber das Versprechen des Herrn: "Fürchte dich nicht! Ich werde dir Leiden schicken, aber ich werde dir auch die Kraft zum Leiden geben... Zwar spürst du jetzt nichts von meiner Hilfe, aber ich helfe dir dennoch jetzt mehr als vorher. In diesen Augenblicken bist du mir viel teurer als dann, wenn du dich in Tröstungen befindest... Sei versichert, daß ich dich liebe, wenn ich dich am Kreuz festhalte!"
| Ich möchte die Krone Jesu |
Immer wieder spornte der Herr ihre Großmut an durch Klagen wie diese: "Wieviel Undank und Bosheit ist in der Welt! Die Sünder fahren fort in ihrer Verstocktheit... Mein Vater will sie nicht mehr ertragen... Die feigen und schwachen Seelen geben sich keine Mühe, ihr Fleisch zu überwinden... Die eifrigen Seelen werden allmählich lau... Die Diener meines Heiligtums! Ihnen ist das große Werk der Erlösung anvertraut... Auch sie kann mein Vater nicht mehr ertragen. Ich gebe ihnen ständig Licht und Kraft, und sie...!
Sie, auf die ich immer mit besonderer Liebe geschaut habe, die ich immer wie meinen Augapfel behütet habe!... Meine Liebe ist vergessen, wie wenn ich nichts gelitten hätte, wie wenn ich allen unbekannt wäre!" - Wenn dann der Heiland sie wissen ließ: "Ich brauche eine große Sühne", so konnte sie bei ihrer großen Liebe nicht anders sagen als. "Ich bin bereit zu allem; tu mit mir, was du willst!"
(F. Baumann, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, 25f)
Aber fast immer, Jesus,
wenn ich Dich suche,
inde ich Dich am Kreuz.
O Jesus, Deine Passion zu betrachten,
war stets ein Trost für die heiligen Seelen.
war stets ein Trost für die heiligen Seelen.
Und ich, warum ängstige ich mich vor dem Leiden?
O Jesus, so oft!
O heiliges Kreuz!
O heiliges Kreuz!
(Gemma Galgani)
Mehrere Vorträge über die hl. Gemma sind hier zu hören.
Donnerstag, 27. Februar 2014
Gabriel Possenti
Kurz vor seiner Priesterweihe starb Gabriel Possenti am 27. Februar 1862. Benedikt XV. sprach ihn am 13. Mai 1929 heilig.
Vor einem Jahr habe ich am heutigen Tag den Blog Maria dich lieben mit diesem Gebet des hl. Gabriel zur Gottesmutter beendet:
Ich glaube, Maria, dass du die Mutter aller Menschen bist.
Ich glaube, dass du die Mitwirkerin bei unserer Erlösung bist,
Ich glaube, dass Gott dich im höchsten Grade mit allen Gnaden ausgestattet hat,
Radiovortrag über Gabriel Possenti von P. Gregor Lenzen CP auf Radio Horeb
(Gabriel Possenti in einem Brief an seinen Vater, in Holböck, Geführt von Maria, 489)
Vor einem Jahr habe ich am heutigen Tag den Blog Maria dich lieben mit diesem Gebet des hl. Gabriel zur Gottesmutter beendet:
Ich glaube, Maria, dass du die Mutter aller Menschen bist.
Ich glaube, dass du
unser Leben bist und nach Gott die einzige Zuflucht der Sünder.
Ich glaube,
dass du die Ruhe der Christen bist und ihre Hilfe, vor allem im Tode.
Wenn ich
dir folge, werde ich nicht vom Weg abirren;
wenn ich dich anrufe, werde ich
nicht im Stich gelassen;
wenn ich bei dir stehe, werde ich nicht fallen;
dir nachfolgend,
werde ich nicht ermüden, wenn du mir gnädig bist.
Ich glaube, dass du die Mitwirkerin bei unserer Erlösung bist,
dass alle
Gnaden, die Gott uns spendet, durch deine Hände gehen
und dass keiner in den
Himmel kommen kann,
wenn er nicht durch dich hindurchgeht, die du die Pforte
des Himmels bist.
Ich glaube, dass deine Verehrung das sicherste Zeichen des
ewigen Heiles ist.
Ich glaube, dass du erhaben bist über alle Heiligen und
Engel,
so dass Gott allein deine Größe ermessen kann.
Ich glaube, dass Gott dich im höchsten Grade mit allen Gnaden ausgestattet hat,
die nur je Geschöpfen verliehen wurden.
Ich glaube, dass deine Schönheit die
Schönheit aller Engel und Menschen übertrifft.
Ich glaube, dass du allein jenes
Gebot vollkommen erfüllt hast:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus
deinem ganzen Herzen,
so dass die seligen Seraphim des Himmels hätten
herabsteigen können,
um in deinem Herzen zu lernen, wie man Gott liebt.
| Portal Basilika Maria delle Gracie e S. Maria Goretti, Nettuno, Passionistenkloster |
Radiovortrag über Gabriel Possenti von P. Gregor Lenzen CP auf Radio Horeb
"Es ist unmöglich, einen so liebenswürdigen Herrn, wie Jesus Christus,
und eine so liebevolle Herrin wie Maria zu verlassen.
Die
Zufriedenheit und Freude, die ich in diesen heiligen Mauern verkoste,
ist unbeschreiblich.
Eine Viertelstunde vor dem Bild der seligstens Jungfrau, unserer Trösterin,
Eine Viertelstunde vor dem Bild der seligstens Jungfrau, unserer Trösterin,
möchte ich nicht mit einem oder noch so vielen Jahren
weltlicher Unterhaltungen und Vergnügungen vertauschen."
(Gabriel Possenti in einem Brief an seinen Vater, in Holböck, Geführt von Maria, 489)
In dieser
Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen für meine Genesung ab und ließ sie
abhalten; aber sie erreichte nichts. Ich selbst blieb gleichgültig; die
Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel. Beinahe mit Verachtung nahm ich es und legte es unter das Kopfkissen. Die Dame bat, ich sollte mich ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrüßet seist du Maria und Ehre sei dem Vater] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn ich ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und hielt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn in meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei jeder schlechten Handlung, die ich getan hatte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: "Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantinen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden ließe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beichte zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. Überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte. Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz, das die Passionisten auf der Brust tragen, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen.
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel. Beinahe mit Verachtung nahm ich es und legte es unter das Kopfkissen. Die Dame bat, ich sollte mich ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrüßet seist du Maria und Ehre sei dem Vater] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn ich ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und hielt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn in meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei jeder schlechten Handlung, die ich getan hatte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: "Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantinen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden ließe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beichte zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. Überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte. Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz, das die Passionisten auf der Brust tragen, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen.
| Bild des hl. Gabriel Possenti im Haus der Familie Giannini, die Gemma Galgani im Jahre 1899 zu sich genommen hatte. |
In
dieser Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen fürmeine Genesung ab
und ließ sie abhalten; aber sie "reichte nichts. Ich selbst blieb
gleichgültig; die Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at: http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at: http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
In
dieser Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen fürmeine Genesung ab
und ließ sie abhalten; aber sie "reichte nichts. Ich selbst blieb
gleichgültig; die Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at: http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at: http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
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dieser Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen fürmeine Genesung ab
und ließ sie abhalten; aber sie "reichte nichts. Ich selbst blieb
gleichgültig; die Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at: http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden; unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at: http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
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