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Montag, 25. Mai 2026

Heiligkeit ist Gleichförmigkeit mit Christus

 

Maria, Mutter der Kirche bitte für uns!
San Benedetto, Subiaco

PREDIGT VON PAPST LEO XIV.

Gedenktag der seligen Jungfrau Maria, Mutter der Kirche - Montag, 9. Juni 2025

heute wird uns die Freude und Gnade zuteil, am liturgischen Gedenktag Marias, der Mutter der Kirche, die Jubiläumsfeier des Heiligen Stuhls zu begehen. Dieses glückliche Zusammentreffen ist eine Quelle des Lichts und der inneren Inspiration im Heiligen Geist, der gestern, am Pfingstfest, in Fülle auf das Volk Gottes herabkam. Und in diesem geistlichen Klima begehen wir heute einen besonderen Tag, zuerst mit der Meditation, die wir gehört haben, und jetzt hier am Tisch des Wortes und der Eucharistie.

Das Wort Gottes in dieser Messe lässt uns das Geheimnis der Kirche – und in ihr des Heiligen Stuhls – im Licht der beiden biblischen Bilder verstehen, die der Heilige Geist in der Apostelgeschichte (1,12-14) und im Johannesevangelium (19,25-34) beschrieben hat.

Beginnen wir mit dem grundlegenden Bild, dem Bericht über Jesu Tod. Johannes, der als einziger der Zwölf auf dem Kalvarienberg zugegen war, sah und bezeugte, dass unter dem Kreuz, zusammen mit den anderen Frauen, die Mutter Jesu stand (V. 25). Und er hörte mit eigenen Ohren die letzten Worte des Herrn, darunter diese: »Frau, siehe, dein Sohn!«, und dann, an ihn gerichtet: »Siehe, deine Mutter!« (V. 26-27).

Die Mutterschaft Marias hat durch das Geheimnis des Kreuzes einen unvorstellbaren Sprung gemacht: Die Mutter Jesu wurde zur neuen Eva, weil der Sohn diese Verbindung zwischen ihr und seinem Erlösungstod herstellte, der Quelle neuen und ewigen Lebens für jeden Menschen, der in diese Welt kommt. Das Thema der Fruchtbarkeit ist in dieser Liturgie sehr präsent. Das Tagesgebet hat es sofort hervorgehoben, indem es uns den Vater bitten lässt, dass die Kirche, getragen von der Liebe Christi, »immer fruchtbarer werde im Geist« [1].

Die Fruchtbarkeit der Kirche ist dieselbe wie die Fruchtbarkeit Marias, und sie verwirklicht sich im Leben ihrer Glieder in dem Maße, in dem sie „im Kleinen“ nachempfinden, was die Mutter gelebt hat, das heißt, sie lieben gemäß der Liebe Jesu. Die gesamte Fruchtbarkeit der Kirche und des Heiligen Stuhls hängt vom Kreuz Christi ab. Andernfalls ist es nur Schein, wenn nicht Schlimmeres. Ein großer zeitgenössischer Theologe schrieb: »Ist sie [die Kirche] der Baum, der aus dem kleinen Senfkorn des Kreuzes hervorwuchs, so ist dieser Baum bestimmt, selber wieder Senfkörner zu tragen, Früchte also, die die Gestalt des Kreuzes wiederholen, weil sie sich ihm verdanken« (H.U. von Balthasar, Cordula oder der Ernstfall, S. 38).

Im Tagesgebet haben wir auch darum gebetet, dass sich die Kirche „an der Heiligkeit ihrer Kinder erfreut“. Tatsächlich ist diese Fruchtbarkeit Marias und der Kirche untrennbar mit ihrer Heiligkeit verbunden, das heißt mit ihrer Gleichförmigkeit mit Christus. Der Heilige Stuhl ist heilig wie die Kirche in ihrem ursprünglichen Kern, in der Faser, aus der sie gewoben ist. So hütet der Apostolische Stuhl die Heiligkeit ihrer Wurzeln, während er selbst von ihnen behütet wird. Aber es ist nicht weniger wahr, dass er auch in der Heiligkeit eines jeden seiner Mitglieder lebt. Der beste Weg, dem Heiligen Stuhl zu dienen, besteht also in dem Bemühen, heilig zu sein – jeder von uns gemäß seinem jeweiligen Lebensstand und der ihm anvertrauten Aufgabe.

Ein Priester zum Beispiel, der wegen seines Dienstes persönlich ein schweres Kreuz zu tragen hat und dennoch jeden Tag ins Büro geht und versucht, seine Arbeit nach besten Kräften mit Liebe und Glauben zu tun. Dieser Priester hat Anteil an der Fruchtbarkeit der Kirche und trägt zu ihr bei. Und so ist es auch bei einem Familienvater oder einer Familienmutter, die zu Hause eine schwierige Situation erleben, wie etwa ein Kind, das Sorgen bereitet, oder ein kranker Elternteil: Wenn diese Eltern ihre Arbeit mit Engagement ausüben, dann sind dieser Mann und diese Frau fruchtbar durch die Fruchtbarkeit Marias und der Kirche.

Kommen wir nun zum zweiten Bild, das der heilige Lukas zu Beginn der Apostelgeschichte beschreibt und das die Mutter Jesu zusammen mit den Aposteln und Jüngern im Abendmahlssaal darstellt (1,12-14). Es zeigt uns die Mutterschaft Marias in Bezug auf die entstehende Kirche, jene „archetypische“ Mutterschaft, die in jeder Zeit und an jedem Ort von Bedeutung bleibt. Vor allem ist sie immer die Frucht des Ostergeheimnisses, der Gabe des gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

Der Heilige Geist, der machtvoll auf die erste Gemeinde herabkommt, ist derselbe Geist, den Jesus mit seinem letzten Atemzug übergab (vgl. Joh 19,30). Dieses biblische Bild ist untrennbar mit dem ersten verbunden: Die Fruchtbarkeit der Kirche ist immer an die Gnade gebunden, die zusammen mit dem Blut und dem Wasser, den Symbolen der Sakramente, aus dem durchbohrten Herzen Jesu strömt (vgl. Joh 19,34).

Maria steht im Abendmahlssaal dank der mütterlichen Sendung, die sie am Fuße des Kreuzes erhalten hat, im Dienst der entstehenden Gemeinde: Sie ist die lebendige Erinnerung an Jesus und als solche sozusagen der Anziehungspol, der die Unterschiede harmonisiert und bewirkt, dass das Gebet der Jünger einmütig ist.

Die Apostel werden auch in diesem Text namentlich aufgeführt, und wie immer ist der erste Petrus (vgl. V. 13). Aber auch er, ja gerade er, wird von Maria in seinem Amt unterstützt. In analoger Weise unterstützt die Mutter Kirche den Dienst der Nachfolger Petri mit dem marianischen Charisma. Der Heilige Stuhl lebt in ganz besonderer Weise die Kopräsenz der beiden Prinzipien, des marianischen und des petrinischen Prinzips. Und es ist das marianische Prinzip, das die Fruchtbarkeit und Heiligkeit des petrinischen Prinzips mit seiner Mutterschaft, einem Geschenk Christi und des Heiligen Geistes, gewährleistet.

Meine Lieben, preisen wir Gott für sein Wort, das Licht, das unsere Wege erhellt, auch unser tägliches Leben im Dienst des Heiligen Stuhls. Und von diesem Wort erleuchtet, wiederholen wir unser Gebet: »Vater […], schau hin auf [Christi] große Liebe, lass die Kirche zur Mutter vieler Kinder werden, an deren Heiligkeit sie sich freuen kann, und führe alle Völker in ihre Gemeinschaft« (Tagesgebet). Amen.

San Benedetto, Subiaco



Samstag, 4. April 2026

Ich erwecke euch durch das Holz des Kreuzes

 

Gang Jesu in die Unterwelt, Völkermarkt, St. Maria Magdalena

 

Aus dem apokryphen Nikodemusevangelium über die Höllenfahrt des Herrn:

(......), streckte der König der Herrlichkeit seine rechte Hand aus, ergriff den Urvater Adam und richtete ihn auf. Dann wandte er sich auch zu den übrigen und sprach:

Her zu mir alle, die ihr durch das Holz, nach dem dieser griff, sterben mußtet! Denn seht, ich erwecke euch alle wieder durch das Holz des Kreuzes. 

Darauf ließ er sie alle hinaus. Und der Urvater Adam, dem man ansah, daß er voller Freude war, sprach: Ich danke deiner Majestät, Herr, daß du mich aus der tiefsten Unterwelt hinaufgeführt hast. Ebenso sprachen auch alle Propheten und Heiligen. Wir danken dir, Christus, Heiland der Welt, daß du unser Leben aus dem Verderben hinaufgeführt hast.

Als sie so gesprochen hatten, segnete der Heiland den Adam, indem er das Kreuzeszeichen auf seine Stirn machte. Und so tat er es auch bei den Patriarchen, Propheten, Märtyrern und Vorvätern. Dann stieg er mit ihnen aus der Unterwelt empor.

Während er ging, folgten ihm die heiligen Väter und stimmten den Lobgesang an: gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Alleluja! (Ps 118,26) Ihm gebührt Ehre und Lob von allen Heiligen.

(Schneemelcher, Neutestamentliche Apokryphen, Evangelien, 417) 

Gang Jesu in die Unterwelt

Der auferstandene Herr zeigt seiner Mutter die Erlösten, Adam und Eva; Diözesanmuseum Mallorca, Predigt von Eusebius Gallicanus

Glasfenster in der Kathedrale von Bourges, Jesu Gang in die Unterwelt, Predigt von Epiphanius

Mosaik, Christus holt Adam und Eva aus der Unterwelt, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau
Gebet zur Grabwache aus der orthodoxen Liturgie

Malerei im Limburger Dom

Relief, Christi Gang zu den Toten, Marienkirche, Krakau
Hymnus Osterzeit

Rijksmuseum, Amsterdam 

Glasfenster im Limburger Dom

Relief im All souls College, Oxford (Predigt Christi in der Unterwelt), Epiphanius

Malerei in der alten Kathedrale von Salamanca (Osterpredigt Meliton von Sardes)

Dienstag, 28. Januar 2025

Der Triumpf bzw die Weisheit des heiligen Thomas

 

Triumpf des hl. Thomas, in der Spanischen Kapelle, Andrea di Bonaiuto 1365, S. Maria Novella, Florenz,

 

Thomas von Aquin, Dominikaner und Kirchenlehrer. Der Aquinate wurde um 1225 auf dem Schloss Roccasecca bei Neapel geboren und war von vornehmer Herkunft. Seit 1239 Student zu Neapel, lernte er dort den Dominikanerorden kennen, dem er gegen den Willen seiner Eltern um 1243 beitrat. Daraufhin überfielen ihn seine Angehörigen und hielten ihn zwei Jahre gefangen. Wieder in Freiheit sandte der Orden ihn zum Studium nach Paris oder Köln. In Köln war Thomas jedenfalls von 1248 bis 1252 Schüler des Albertus Magnus. Nun wechselten längere Aufenthalte in Paris und und Italien einander ab. Seine wissen-schaftlichen Erkenntnisse legte er in zahlreichen Werken nieder. Auf den Schriften seines Lehrers Albert aufbauend, vollzog er als größte geistesgeschichtliche Tat des Mittelalters die Synthese zwischen den Lehren von Augustinus und von Aristoteles in Philosophie und Theologie in seinem Hauptwerk, der Summa theologica. Mit der arabischen Philosophie setzte er sich in der Summa contra gentiles auseinander. Thomas schrieb die liturgischen Texte für das Fronleichnamsfest, – das „Adoro te devote“ und das „Lauda Sion Salvato-rem“. Er erweist sich hierin auch als mystisch-spekulativer Dichter. Auf dem Weg zum 2. Konzil von Lyon starb Thomas an einer plötzlich aufgetretenen Krankheit in der Zisterzien-serabtei Fossanuova am 7. März 1274. Thomas ist ohne Zweifel der größte Theologe der Kirchengeschichte. Er wird dargestellt im Dominikanerhabit mit Buch und Schreibfeder, mit Sonne, Stern oder Edelstein auf der Brust. (Martyrologium Sancrucense)


Thomas inmitten der Evangelisten, rechts Mose, links Paulus
die Irrlehrer Nestorius, Arius und Averroes zu seinen Füßen

Mittwoch, 14. August 2024

Das Vorausbild für Maria als Ort der göttlichen Gegenwart

 

König David singt und spielt vor der Bundeslade Gottes, Stift Altenburg
 

Die Bundeslade war ein Schrein aus Akazienholz; sie war mit Gold überzogen und enthielt die beiden Gesetzestafeln (Ex 25; Dtn 10, 1–5). König David ließ sie nach Jerusalem bringen; Salomo stellte sie im heiligsten Raum des Tempels auf. Sie war Symbol der Gegenwart Gottes bei seinem Volk und zugleich Mahnung, nach dem Wort und Willen Gottes zu leben. Bei der Zerstörung des Tempels (587 v. Chr.) ging die Bundeslade verloren. Die Verehrung, die man ihr entgegengebracht hatte, ging später auf den Tempel und die Stadt Jerusalem über; hier war der Thron Gottes, der Schemel seiner Füße. Im Neuen Bund ist auf besondere Weise Maria die Verkörperung Israels und Zions als Ort der göttlichen Gegenwart.

Lesung aus dem ersten Buch der Chronik  15, 3–4.15–16; 16, 1–2

In jenen Tagen
15, 3 berief David ganz Israel nach Jerusalem,
um die Lade des Herrn an den Ort zu bringen,
den er für sie hergerichtet hatte.
4 Er ließ die Nachkommen Aarons und die Leviten kommen:
15 Die Leviten hoben die Lade Gottes
mit den Tragstangen auf ihre Schultern,
wie es Mose auf Befehl des Herrn angeordnet hatte.
16 Den Vorstehern der Leviten befahl David,
sie sollten ihre Stammesbrüder, die Sänger,
mit ihren Instrumenten,
mit Harfen, Zithern und Zimbeln, aufstellen,
damit sie zum Freudenjubel laut ihr Spiel ertönen ließen.
16, 1 Man trug die Lade Gottes in das Zelt,
das David für sie aufgestellt hatte,
setzte sie an ihren Platz in der Mitte des Zeltes
und brachte Brand- und Heilsopfer vor Gott dar.
2 Als David
mit dem Darbringen der Brand- und Heilsopfer fertig war,
segnete er das Volk im Namen des Herrn.

 

Singt und spielt dem Herrn!

 
Maria, du Bundeslade Gottes, bitte für uns!
Hochaltarbild von Stift Altenburg, Aufnahme Mariens

Mittwoch, 22. Mai 2024

Die Kapelle der hl. Rita in der Würzburger Augustinerkirche

 

Heilige Rita, bitte für uns!

Mystikerin/Kreuzesmystik/Stigmatisation

Die hl. Rita ist eine bedeutende Mystikerin des Augustinerordens. In der leidenschaftlichen Liebe zum Kreuz, als einer Gabe der Liebe, stellt sie uns einen Christus dar, nicht wie wir ihn uns vorstellen am Karfreitag, sondern wie er uns erscheint am folgenden Tag, dem Karsamstag (in der Vorahnung der Auferstehung). s.Band II (D.T.)

1442 ereignete sich die Stigmatisation (Dornenwunde), mit der sie 15 Jahre lang gezeichnet war. Im Augustinerinnenkloster in Cascia wird ein halboffener Raum gezeigt mit einem Fresko des Gekreuzigten vor dem Rita am Karfreitag die Stirnenwunde empfangen haben soll. Nach der Karfreitags-Predigt verbrachte sie die Nacht im Gebet vor dem Kreuz, ihre Mitschwestern fanden sie dort in der Frühe des Karsamstags bewusstlos liegen, mit dem Stigma gezeichnet. Die barocke Weiterentwicklung der Kunst übertrieb die Wunde und ihre Schrecklichkeit und vergaß darüber den Aussagewert des Stirnmals: dass nämlich die erlösende Liebe ein staunenswürdiges Wunder ist. Auf der reich bebilderten äußeren Kassette des Prunk-Sarges, der im Jahre 1457 gefertigt wurde, ist uns ein Bild der Heiligen gemalt, das ein edles, ja vornehmes Gepräge offenbart und vor allem den innersten Bezug dieser stigmatisierten Mystikerin des Quattrocento (bezeichnet ital. Stil im 15. Jhdt., Frührenaissance) zum Gekreuzigten kundgibt. Von Gott empfing sie das Kreuz als Liebesgeschenk; und als ein solches gab Rita täglich den Dorn zurück.
Ein Hymnus auf Rita lässt auf ihr passionsmystisches und caritatives Leben schließen.

Die innige Liebe zum Gekreuzigten zeigt eine Darstellung in der Kirche S. Antonio in Cascia: Christus am Kreuz, weiß gewandet, mit blutender Herzwunde auf dem Gewand, eine dreifache Krone tragend, wird angebetet von der Heiligen, die als kleine kniende Gestalt zu seinen Füßen abgebildet wird, im Nonnengewand, den Rosenkranz in der Hand. Es ist uns nicht bekannt, welcher Art diese Vision gewesen ist; ob sie hochmystisch oder eine gewöhnliche Gnadenerfahrung war. (Geschenk, Kreuzesgeschenk war sie.)

Sie blieb fähig, selbst im äußersten Leid und in der menschlichen Schrecklichkeit jener Tag, zu verzeihen und den Frieden zu suchen. Nach jedem dieser Karfreitage nahm sie ihre Zuflucht zu Christus, dessen Geheimnis der Karsamstagsruhe sie verehrte. Er verbirgt nicht Kreuz und Wunden, verharrt aber im Frieden und in der Hoffnung auf das strahlende Licht des Ostermorgens. Die Betrachtung dieser Haltung ihres Christus gab ihr wohl schon von Kindheit (ein Bildnis von Christus am Karsamstag war bereits in ihrem Elternhaus) an jene wundervolle Ausgeglichenheit, die ihr Leben so staunenswert macht. Auch ihre spätere klösterliche Daseinsform hatte in dieser Geistesrichtung ihren verankerten Mittelpunkt.

Rita und Kreuz sind untrennbar; aber ihre Verehrung dieses hl. Zeichens ist ihre eigene und charakteristische, nämlich die Versenkung in das Geheimnis des Herrn, der in der Erwartung der österlichen Erlösung unser Heil wirkt.

Der erste Biograph will wissen, dass Rita schon als Kind und später als Frau und Nonne eine Verehrerin des hl. Grabes war: In einem Winkel ihres Hauses hatte sie das Grab ihres 'lieben süßen Jesus'. Als Gottgeweihte konnte sie nicht leben ohne Gebet und ohne Betrachten der Christuspassion. So hatte sie sich auch in ihrer armen Zelle ein Heiliges Grab gerichtet, vor dem sie in dankbarer Liebe kniete und sie einmal von ihrem Herrn in eine ekstatische Schau erhoben wurde.
(Ritawerk, P. Damasus Trapp OSA)

Der Mantel der hl. Rita in Roccoporena

Reliefs aus dem Leben der hl. Rita, Teil 2

Reliefs aus dem Leben der hl. Rita, Teil 1 

Am Grab der heiligen Rita von Cascia

Glasfenster mit Rita, Augustinus und Jakobus am Geburtsort von Rita in Roccaporena 

Fresko der hl. Rita in der Franziskanerkirche in Cascia (Helferin in aussichtslosen Anliegen)

Statue der hl. Rita in der Kathedrale von Norcia

Altar der hl. Rita in der Grabeskirche des hl. Augustinus in Pavia

Leben der hl. Rita, Augustinerkirche, Würzburg

Reliquie in der Hand der Liegefigur auf dem Scheingrab


Scheingrab der hl. Rita, Augustinerkirche Würzburg

Mittwoch, 8. Mai 2024

Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkündige ich euch

Rede des Paulus auf dem Areopag, St. Paul vor den Mauern


Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 17, 15.22 - 18, 1

In jenen Tagen

15brachten die Begleiter des Paulus ihn nach Athen. Mit dem Auftrag an Silas und Timotheus, Paulus möglichst rasch nachzukommen, kehrten sie zurück.

22Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen.

23Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch.

24Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind.

25Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt.

26Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.

27Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern.

28Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art.

29Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.

30Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen.

31Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte.

32Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören.

33So ging Paulus aus ihrer Mitte weg.

34Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen.

1Hierauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth.

 

(Lesung vom Mittwoch der 6. Osterwoche)




 

Sonntag, 16. April 2023

Thomas, Zeuge der Auferstehung

Zu Maria Magdalena hatte der Herr gesagt: »Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen« (Joh 20,17).
Ein Wort, das uns überrascht, vor allem wenn wir es mit dem vergleichen, was mit dem ungläubigen Thomas geschieht. Dort im Abendmahlssaal zeigt der Auferstandene selbst dem Apostel die Hände und die Seite, damit er sie berührte und daraus die Gewißheit gewann, daß es tatsächlich Er war (vgl. Joh 20,27). In Wirklichkeit besteht zwischen den beiden Episoden kein Widerspruch; im Gegenteil, die eine hilft uns, die andere zu verstehen. Maria Magdalena möchte ihren Meister so wiederhaben wie vorher und hält das Kreuz für eine dramatische Erinnerung, die man vergessen kann. Doch für eine rein menschliche Beziehung mit dem Auferstandenen ist jetzt kein Platz mehr. Um ihm zu begegnen, muß man nicht zurückkehren, sondern auf neue Weise zu ihm in Beziehung treten: Man muß weitergehen! Das unterstreicht der hl. Bernhard: Jesus »lädt uns alle zu diesem neuen Leben, zu diesem Übergang ein … Wir werden Christus nicht sehen, wenn wir uns nach rückwärts wenden« (Predigt über Ostern; PL 183). Und genau das ist bei Thomas geschehen.

Jesus zeigt ihm seine Wundmale nicht, um das Kreuz zu vergessen, sondern um es auch in Zukunft unvergeßlich zu machen. Denn der Blick ist nunmehr in die Zukunft gerichtet. Aufgabe des Jüngers ist es, Zeugnis zu geben vom Tod und von der Auferstehung seines Meisters und von seinem neuen Leben. Darum fordert Jesus seinen ungläubigen Freund dazu auf, »ihn zu berühren«: Er will ihn zum direkten Zeugen seiner Auferstehung machen. 

Thomas und der Auferstandene, Alte Kathedrale in Salamanca

 

Liebe Brüder und Schwestern, wie Maria Magdalena, Thomas und die anderen Apostel, sind auch wir gerufen, Zeugen des Todes und der Auferstehung Christi zu sein. Wir können die großartige Nachricht nicht für uns behalten. Wir müssen sie der ganzen Welt überbringen: »Wir haben den Herrn gesehen!« (Joh 20,25). Die Jungfrau Maria helfe uns, die österliche Freude voll auszukosten, auf daß wir, gestärkt durch die Kraft des Heiligen Geistes, dazu fähig werden, überall, wo wir leben und wirken, sie unsererseits zu verbreiten. Nochmals Frohe Ostern euch allen!
(B16, 11. April 2007)

Montag, 27. Februar 2023

Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid

 


Wiener Neustädter Liebfrauendom

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 25

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

31Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

32Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.

33Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

34Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.

35Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;

36ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

37Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?

38Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?

39Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

40Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

41Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

42Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;

43ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

44Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

45Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

46Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.



Fresko vom Jüngsten Gericht im Wiener Neustädter Dom

Dienstag, 18. Oktober 2022

Lukas

 

Deckenfresko mit den 4 Evangelisten in der Bibliothek in Admont

 

Herr, unser Gott, du hast den Evangelisten Lukas auserwählt,

in Wort und Schrift das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden.

Gib, dass alle, die sich Christen nennen, ein Herz und eine Seele sind,

und lass alle Völker der Erde das Heil schauen,

das du ihnen bereitet hast.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

Bibliothek im Stift Admont

Mittwoch, 25. Mai 2022

Christi Himmelfahrt

 

Christi Himmelfahrt, Fresko von der Decke der Spanischen Kapelle, S. Maria Novella, Florenz

 

1. Die Himmelfahrt des Heilandes ist die Krönung und Vollendung seines gottmenschlichen Lebens auf Erden. Unter den Siegesgesängen der vereinigten Himmelschöre öffnen sich für ihn die Tore des Himmels; mit seiner verklärten Menschheit, begleitet von den Erstlingen der Erlösung, den Vätern aus der Vorhölle, tritt Jesus als König ein in die blendende Gottesherrlichkeit. Statt mit der schimpflichen Dornenkrone ist er nun mit «Ehre und Herrlichkeit» gekrönt. Er sitzt auf dem höchsten Throne und hat von seinem Vater unumschränkte Herrschergewalt erhalten über alle Völker der Erde. Als mitleidsvoller, mit unsern Schwachheiten vertrauter Hoherpriester zeigt er dem Vater ohne Unterlaß die Wundmale, die er auch in seiner Verklärung beibehalten wollte, und bewegt ihn dadurch zum Erbarmen. Er ist unser Fürsprecher beim Vater (1 Joh. 2, 1).
 

2. Christus zog nicht allein in den Himmel ein, an seinem Triumphzug nahm die ganze menschliche Natur teil. «Gott», sagt der hl. Paulus (Eph. 2, 4-6), «hat uns mitbelebt in Christus und mitauferweckt und in Christus Jesus mitversetzt in den Himmel.» Er ist nicht allein aufgefahren, er hat nicht allein den Thron der Herrlichkeit bestiegen, sondern wir mit ihm: «Gottes Sohn hat die mit ihm als Glieder zu einem Leibe zusammengeschlossenen Gläubigen zur Rechten des Vaters gesetzt» (hl. Leo der Große). So findet das erhabene Geheimnis der Himmelfahrt seine Fortsetzung, bis mit der Aufnahme des letzten Auserwählten der mystische Leib Christi seine Vollendung erreicht haben wird.
 

3. Freuen wir uns über den Triumph unsres göttlichen Heilandes, der nun der «König der Glorie» ist. «Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe» (Joh. 14, 28). Wir sollen aber auch selbst ein sehnsüchtiges Verlangen erwecken nach der Seligkeit des Himmels, unsrer einstigen Heimat. «Was droben ist, suchet, wo Christus ist zur Rechten des Vaters» (Kol. 3, 1). Beachten wir auch, daß der Heiland vom Ölberg, der Stätte seines Leidensbeginnes, zum Himmel aufgefahren ist; so müssen auch wir «durch viele Trübsale ins Himmelreich eingehen» (Act. 14, 22).
 

4. Ursprünglich war die gottesdienstliche Feier der Auffahrt des Herrn mit dem Pfingsttage verbunden gewesen (s. S. 567). Um das Jahr 400 aber war ihr bereits auch ein eigener Tag geweiht. Als selbständiges Fest gewann es von den ältesten Zeiten her gerade in der Mutterkirche von Rom eine hervorragende Stellung. War Ostern das Fest des Sieges Jesu Christi, so erscheint das heutige als das Fest des triumphierenden Einzuges des Ostersiegers in die ewige Lichtstadt des Himmels, wo er als unser glorreicher Mittler und König thront («Rex gloriae»). In der Frühzeit des Kirchenjahres war dieser Tag der Abschluß der großen Feste des Erlösers. «Die Himmelfahrt Christi ist die Vollendung und Erfüllung aller seiner übrigen Feste und ein glückseliger Beschluß der ganzen irdischen Laufbahn des Gottessohnes» (hl. Bernhard, † 1153).
 

5. Wir sind um Petrus geschart (Stationskirche). Mit ihm schauen wir zu dem in den Himmel Erhöhten auf, an dem wir liebend hängen. Er tröstet uns durch die Versicherung seiner Wiederkunft (Intr.). Wir verlangen, dem Geiste nach im Himmel zu leben (Oratio). Lukas und Markus berichten uns die näheren Einzelheiten der Himmelfahrt Christi (Lesung, Evang.). Freudig begrüßen wir Christus als König (Allel., Offert.) und gehen ihm entgegen, der als verklärter Gottkönig in der hl. Wandlung zu uns kommt und in uns die Gnaden seiner Himmelfahrt wirkt (Comm.). (Schott 1954)


die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi,

Kathedrale von Toledo,
Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)
Marienkirche in Krakau,
gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),
Chiesa Nuova - Rom 

Kreuzgang, S. Maria Novella, Florenz