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Donnerstag, 14. Dezember 2023

Reliquie des hl. Johannes vom Kreuz

 

Heiliger Johannes vom Kreuz, bitte für uns!

Montag, 14. Dezember 2020

Gott wohnt in allen Seelen (Johannes von Kreuz)

 

Johannes von Kreuz, Öl auf Kupfer, anonym,
Museum Verkündigungskonvent, Alba de Tormes
 

Gott wohnt in allen Seelen geheim und verborgen, sonst könnten sie nicht bestehen.
Aber in einigen weilt er allein, in anderen nicht allein; hier mit Wohlgefallen, dort mit Widerwillen.

In einigen weilt er wie in seinem eigenen Hause, wo er alles lenkt und leitet, in anderen wie ein Fremdling, den man nichts gebieten und nichts tun lässt. Je weniger eine Seele von eigenen Begierden und Neigungen eingenommen ist, desto mehr ist er darin allein und wie im eigenen Haus, und je mehr allein, desto verborgener weilt er auch darin.
(hl. Johannes vom Kreuz Lebendige Liebesflamme 4,4)

Kelch von Johannes vom Kreuz, Altar des Menschwerdungsklosters in Avila

Zeichnung der Kreuzigung Christi von Johannes vom Kreuz

Johannes vom Kreuz im Karmel von London (Our Lady of Carmel and Saint Simon Stock)

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (2)

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (1)

Freitag, 14. Dezember 2018

Kreuzigung Christi (Zeichnung vom hl. Johannes vom Kreuz)

Zeichnung der Kreuzigung von Johannes vom Kreuz, Menschwerdungskloster, Avila


Trotz seiner winzigen Maße, trotz des bescheidenen Aufwands – eine  Federzeichnung von wenigen Quadratzentimetern – ein großes Bild.
Ein großes Bild ja, aber nicht von einem, der als großer Maler gilt. Johannes vom Kreuz (1542 bis 1591), der bedeutendste Mystiker der Neuzeit und einer der großen Meister der spanischen Sprache, schuf es in dem für seine dramatische Biographie entscheidenden Jahr 1577. Noch wirkte er als Spiritual und Beichtvater im Karmelitinnenkloster „La Encarnación“ zu Avila, wo Teresa von Jesus, die ihm ebenbürtige Mystikerin, Priorin war. Im Streit um die Reform des Ordens, deren geistliche Antriebskräfte Teresa und Johannes waren, wurde er Ende 1577 von seinen Gegnern entführt, und von da an durchlitt er bis zu seinem Tod eine Epoche der Demütigung, Verfolgung, Verkennung, Anfechtung und Krankheit. Gerade in diesen Jahren reifte sein literarisches Werk, das nicht nur ein einmaliges Zeugnis persönlicher Liebesvereinigung mit dem lebendigen Gott darstellt, sondern auch bis heute den Weg anzeigt, der zu diesem Ziel führt. Der entscheidende Punkt auf diesem Weg ist – wie könnte es in christlicher Mystik anders sein? – der Gekreuzigte, das Kreuz.
Wen wundert es, daß einer, der nichts anderes „ist“ als lebendige Beziehung zum Gekreuzigten, ihn nicht nur in sich, sondern auch über sich hinaus zur Gestalt bringt? Es geht bei dieser Zeichnung eines Meditationsbildes nicht darum, ein Kunstwerk zu fertigen, sondern jenen, den die eigene Seele sucht, ins Bild zu holen und sich selbst ins Erbilden dieses Bildes hineinzugeben.
Die Größe dieses Bildes liegt in der überraschenden Unmittelbarkeit, in der seine Gestalt als solche zu sprechen vermag, wenn wir uns, ohne uns auf Kontexte abzustützen, die Augen von ihr gefangennehmen lassen.
Versuchen wir es in vier hinblickenden Annäherungen. Es sind die meinen, sie sind zufällig. Aber vielleicht fällt in ihnen auch anderen die Botschaft zu, die mich darin traf.

I.
Vaterlos
Mit dem Bild ist in sich selber Schluß.
Genauer: Mit Dem am Kreuz ist in sich selber Schluß.
Er blickt nicht auf zu einem Antlitz, das ihn anblickte.
Und sein Blick nach unten fällt nicht in einen bergenden Schoß.

Die ans Kreuz genagelten Hände sind nicht nach vorne oder oben ausgestreckt im Gestus der Bitte.

Durchhängend und zusammengezogen,
beides zugleich sein Leib.
Aber wo kommt mein Blick überhaupt an in diesem Bild?
Er findet seinen Weg von rückwärts seitlich oben.
Er trifft den am Kreuz Hängenden im Nacken.
Was für ein Weg: von rückwärts seitlich oben in den Nacken!
Der Blick gleitet den Längsbalken des Kreuzes entlang, bis er auf den Leib des Gekreuzigten stößt.
So aber verwandelt sich das Bild.
Die in sich verharrende Gespanntheit und Gekrümmtheit des Korpus
tritt doch in Beziehung.

In Beziehung wozu?
Ort der Beziehung: der Nacken.
Was liegt auf dem Nacken?
Nichts. Ein lastendes Nichts, das grenzenlos von oben hereinbricht.

Und dann sieht der Blick plötzlich mehr: auch links vor und über dem Gekreuzigten: Nichts.
Auch unter und hinter dem Kreuz: Nichts.
Und wo die nach vorne stoßenden Knie den Bildrand berühren, auf den auch der
geneigte Kopf und die angewinkelten Füße weisen:
wiederum Nichts.

Im Nichts, vom Nichts, ins Nichts.
Vaterlos, Gott-los.

Da bist du.
Und da hältst du meinen Blick fest, da bannst du mich,
daß ich bei dir bleibe.

Und du, der in sich Gekrümmte und Gewinkelte,
Ausgespannte und Eingeschlossene,
rührst mich an, machst mich still,
bist mir Wort.
Du sprichst mir – wovon?

Vom Nichts über dir, unter dir, um dich.
Und wenn ich dich lange genug | zu | mir habe sprechen lassen
in deinem Schweigen,
dann kann ich es nicht mehr sagen: Vaterlos, Gottlos.


Johannes vom Kreuz schreibt wenige Jahre, nachdem er dieses Bild gezeichnet hat, vom Gekreuzigten: „daß er im Augenblick des Todes auch in der Seele vernichtet war, ohne irgendeinen Trost und eine Stärkung, weil der Vater ihn so sehr in innerster Trockenheit ließ … Deswegen war er genötigt zu schreien und sagte: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ohne Stütze gelassen? Das war die größte Verlassenheit, … die er in seinem Leben je empfand. Und dadurch wirkte er in dir das größte Werk, größer als alle, die er in seinem Leben mit Wundern und Werken tat …: In Gnaden das Menschengeschlecht mit Gott versöhnen und mit ihm vereinen … so soll man das Geheimnis der Tür und des Weges Christi verstehen und erkennen, daß man sich desto mehr mit Gott vereinigt …, je mehr man sich um Gottes willen vernichtet“.
(Klaus Hemmerle, 1993,  Quelle: wie oben)


Johannes vom Kreuz im Karmel von London (Our Lady of Carmel and Saint Simon Stock)

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (2)

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (1)

Die Kreuzigung, von Johannes vom Kreuz, Museo del Convento de la Encarnacion, Avila

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Johannes vom Kreuz



Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz, Lebensbeschreibung, Katechese von Benedikt XVI. 


Bleibe stets standhaft in deinem Herzen gegen alles,
was dich bewegen will zu dem, was nicht Gottes ist,
und sei stets ein Freund der Leiden Christi.

Johannes vom Kreuz, Our Lady of Carmel / St Simon Stock, London


Freue dich stets in Gott, deinem Heil,
und bedenke, daß es gut für dich ist,
Ihm zuliebe zu leiden, der das Gute selbst ist.
(J. Boldt, Johannes vom Kreuz, 206)

Karmel in London

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Johannes vom Kreuz


hier gehts weiter:

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz, Lebensbeschreibung, Katechese von Benedikt XVI.

Wenn Du, o guter Jesus,
in Deiner Liebe den Menschen nicht erweichst,
wird er für immer in seiner natürlichen Härte verbleiben.

Grab des hl. Johannes vom Kreuz, Karmel in Segovia, Spanien

Bleibe immer standhaft in deinem Herzen gegen alles,
was dich bewegen will zu dem, was nicht GOTTES ist,
und sei stets ein Freund der Leiden Christi.

(J. Boldt, Johannes vom Kreuz, 206f)

Montag, 14. Dezember 2015

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (2)

Burg Alcaraz de Segovia

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (1)

Segovia

Grabeskapelle des hl. Johannes vom Kreuz, oben Reliquienschrein


Auszug aus dem Gebet der liebenden Seele (unten fett gedruckt)


Gebet der liebenden Seele

Herr Gott, mein Geliebter!
Wenn du immer noch an meine Sünden denkst
und deshalb das, was ich fortwährend erbitte, nicht gewährst,
so erfülle deinen Willen in ihnen, mein Gott,
denn das ist es, was ich vor allem möchte,
und übe deine Güte und Barmherzigkeit aus
und du wirst in den Sünden erkannt.

 
Und wenn es so ist, daß du auf meine Werke wartest,
um mir durch dieses Mittel meine Bitte zu gewähren,
dann gib und wirke du sie mir, und gib mir die Schmerzen,
die du empfangen möchtest; ja, so geschehe es!

 
Und wenn du nicht auf meine Werke wartest,
worauf wartest du dann, mein mildester Herr? Warum säumst du noch?
Denn wenn es letztendlich Gnade und Barmherzigkeit sein soll,
worum ich dich in deinem Sohn bitte,
dann nimm mein Scherflein, denn das willst du ja,
und gib mir dieses Gut, denn auch das willst du.

 
Wer wird sich von seinen unzulänglichen Verhaltensweisen
und Begrenztheiten befreien können, wenn nicht du, mein Gott,
ihn in lauterer Liebe zu dir erhebst?
Wie aber wird sich der in Unzulänglichkeiten gezeugte
und aufgewachsene Mensch zu dir erheben,
wenn nicht du ihn erhebst, o Herr,
mit der Hand, mit der du ihn erschufst?

 
Du nimmst mir ja nicht weg, mein Gott, was du mir
in deinem einzigen Sohn Jesus Christus einmal gegeben hast,
und in ihm hast du mir alles gegeben, was ich möchte;
deshalb freue ich mich, denn du zögerst ja nicht,
wenn ich voll Erwartung bin.
 

Warum wartest du noch und schiebst es noch weiter hinaus,
da du Gott in deinem Herzen doch schon jetzt lieben kannst?
 

Mein sind die Himmel und mein ist die Erde;
mein sind die Völker, die Gerechten sind mein und mein die Sünder;
die Engel sind mein, und die Muttergottes und alle Dinge sind mein,
ja Gott selbst ist mein und für mich, denn Christus ist mein und ganz für mich.

 
Was erbittest und suchst du also noch, meine Seele?
Dein ist all dies, und alles ist für dich.
Gib dich nicht mit etwas Geringerem ab und schiele nicht auf die Brosamen,
die vom Tisch deines Vaters fallen.

 
Laß das alles und rühme dich deiner Herrlichkeit;
verbirg dich in ihr und freue dich,
und du wirst erlangen, was dein Herz erbittet.

(Johannes vom Kreuz) 

Jesus an der Geißelsäule, Johannes vom Kreuz

Und passend zum Advent:

Vom GÖTTLICHEN WORT
Ist schwanger die JUNGFRAU
Sie kommt des Wegs;
Gebt ihr doch Wohnung!

(J. Boldt, Johannes vom Kreuz, 156)

Ikone des hl. Johannes vom Kreuz

rechts Kathedrale von Segovia