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Sonntag, 28. Juni 2020

Wir sind auf seinen Tod getauft worden

Taufe von Maria Goretti, Taufkapelle in S. Francesco, Corinaldo


Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom. 6, 3–4.8–11
Schwestern und Brüder!
3 Wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden,
sind auf seinen Tod getauft worden.
4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
von den Toten auferweckt wurde,
in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
8 Sind wir nun mit Christus gestorben,
so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
9 Wir wissen,
dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt;
der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
10 Denn durch sein Sterben
ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
sein Leben aber lebt er für Gott.
11 So begreift auch ihr euch als Menschen,
die für die Sünde tot sind,
aber für Gott leben in Christus Jesus.
(2. Lesung des 13. Sonntags, Lesejahr A)


Bei diesem Taufbecken empfing Maria Goretti die Gnade des ewigen Lebens

Donnerstag, 6. Juli 2017

Am Grab der hl. Maria Goretti

Pontificio Santuario Basilica Madonna delle Gracie e S. Maria Goretti, Nettuno

Der Bildersturm war eine Begleiterscheinung der Reformation im 16. Jahrhundert. Darstellungen von Heiligen, Gemälde, Statuen, Glasfenster wurden entfernt, verkauft und zerstört. In England beschloss 1550 das Parlament die Vernichtung aller Bildwerke, nachdem zuvor schon Heinrich VIII. und Edward VI. zahllose Kunstgegenstände vernichtet hatten lassen.
Das Gnadenbild Madonna della Gracie (Ypswich) sollte mit dem Schiff nach Neapel in Sicherheit gebracht werden. Heftiger Sturm nötigte die Seeleute in Nettuno an Land zu gehen, wo die Statue heute in der Basilika Madonna delle Grazie aufbewahrt wird.
Die Reliquien der heiligen Maria Goretti befinden sich in der Krypta der Kirche.

Das Heiligtum der Maria Goretti in Corinaldo (Geburtsort)

Der Ort des Martyriums der hl. Maria Goretti in Le Ferriere bei Nettuno



 



Gnadenbild Madonna delle Grazie aus England

Grab der hl. Maria Goretti in der Krypta

 Figur der hl. Maria Goretti, in der ihre Reliquien aufbewahrt sind.



Ermordung von Maria Goretti durch Alessandor Serenelli



Heiligsprechung von Maria Goretti durch Papst Pius XII.

Papst Pius XII. segnet die Mutter von Maria Goretti, Mamma Assunta

Eltern Luigi und Assunta, Maria geboren 1890 in Corinaldo, getauft 1890,
1899 kommt die Familie nach Ferriere
 

in Ferriere trifft Maria auf ihren Mörder Alessandor, 1900 stirbt ihr Vater,
1902 erleitet sie das Martyrium

Reliquie von Maria Goretti






Diorama: Die Familie in Ferriere mit Alessandro bei der Arbeit

Der Tod des Vaters von Maria Goretti

Maria Goretti empfängt die erste hl. Kommunion

Alessandro tötet Maria Goretti

Maria Goretti empfängt die Sterbesakramente



Selbst der Mörder musste gestehen und bezeugen: „Ich fand an ihr weder Schönheit noch Reiz. Sie hat mir nie eine Gelegenheit gegeben durch irgendein Zulächeln oder irgendeinen Ausdruck, der in mir hätte die Leidenschaft wecken können."
Und weiter: „Ich habe sie nie anders gekannt als gut, den Eltern gehorsam, gottesfürchtig, bescheiden, ernst, nicht leichtsinnig und flatterhaft wie andere Mädchen. Ich kann sagen, dass ich sie nie ein Gebot Gottes übertreten gesehen habe. Ich habe sie nie eine Lüge sagen hören. Sie mied gefährliche Bekanntschaften nach den Weisungen ihrer Mutter. Ich habe sie nie scherzen sehen mit jungen Männern, ihren Altersgenossen. Nie habe ich sie eine Handlung gegen die Keuschheit tun sehen. Ich hatte eine hohe Achtung vor ihrer Korrektheit.
Vor ihrer Erstkommunion bat sie alle Familienmitglieder, darunter auch mich, um Verzeihung. Zur Messe ging sie immer gern und manchmal auch mit den Opfern von zwei Stunden Weges. Sie betete alle Abend den Rosenkranz mit den Ihrigen zusammen. Sie hatte eine besondere Verehrung zur Madonna. Man sah sie oft mit dem Rosenkranz in der Hand. Sie schmückte auch die Bilder der seligsten Jungfrau mit Vorliebe. Sie war mit jedem Kleidungsstück zufrieden, das ihr die Mutter anfertigte oder irgendeine Frau ihr schenkte. Maria war wirklich ein sauberes, musterhaftes Mädchen"
(eidliche Aussage von Alessandro Serenelli im Seligsprechungsprozess).


Im Gefängnis wird Alessandro Serenelli einer Vision von Maria Goretti zuteil

Heiligsprechung von Maria Gorettii am Petersplatz
 
Heilige Maria Goretti!
Du hast, gestärkt durch Gottes Gnade,
unerschrocken im jugendlichen Alter dein Blut vergossen.
Um deine jungfräuliche Reinheit unbefleckt zu bewahren,
hast du entschlossen dein Leben geopfert.
Wende deine Hilfe der armen Menschheit zu,
die vom Wege des Heils so weit abgewichen ist!
Zeige allen, besonders der Jugend,
mit welchem Mut und mit welcher Bereitschaft alles aus Liebe zu Jesus geopfert werden muss,
um Ihn nicht zu beleidigen und die Seele nicht mit schwerer Sünde zu beflecken!
Erlange uns vom Herrn den Sieg in den Versuchungen,
Trost und Kraft im Leiden und alle Gnaden, die wir durch dich erbitten wollen!
Hilf uns, rein und fromm durch das Leben zu gehen,
damit wir wie du die ewige Herrlichkeit im Himmel erlangen.





Mittwoch, 6. Juli 2016

Das Heiligtum der Maria Goretti in Corinaldo


Als ältestes von sieben Kinder wuchs Maria Goretti in Corinaldo in der Nähe von Ancona auf.
Da die Eltern die Familie durch ihre kleine Landwirtschaft nicht mehr ernähren konnten, zogen sie schließlich nach Le Ferriere in die Nähe von Nettuno, wo der Vater ein Jahr danach an Malaria starb.
Maria führte ein vorbildliches und äußerst frommes Leben, unterstützte die Mutter bei der Arbeit und sorgte sich um ihre jüngeren Geschwister. Auch um die Mitpächter Serenelli kümmerte sie sich. Der fast zwanzigjährige Sohn dieser Familie, Alessandro Serenelli, belästigte und bedrängte das Mädchen. Obwohl es mehrere Übergriffe gab, schwieg Maria ihrer Mutter gegenüber, um sie nicht noch mehr zu belasten. Schließlich verlor Alessandro am 5. Juli 1902 die Geduld und versuchte, gewalttätig zu werden. Das Mädchen wehrte sich und wurde durch 14 Messerstiche schwer verletzt. Ins Krankenhaus gebracht, starb sie einen Tag später. Auf dem Sterbebett verzieh Maria Goretti ihrem Mörder und versprach, für seine Bekehrung zu beten.

Der Mörder Maria Gorettis wurde zu 30 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Jahre nach Marias Tod, während denen Alessandro keine Anzeichen von Reue zeigte, erschien ihm in einem Traum (oder einer Vision) die junge Märtyrerin und reichte ihm eine Blume. Dies war der Anlass für seine Bekehrung. Nach seiner frühzeitigen Entlassung aus der Zwangsarbeit, die ihm als Strafe auferlegt wurde, lebte er als Klostergärtner im Kapuzinerkloster Ascoli Piceno; er schloss sich auch dem 3. Orden an und führte ein Leben der Buße. Er starb 1970.

Die Reliquien der heiligen Maria Goretti befinden sich in der Krypta der Kirche Madonna delle Grazie der Passionisten in Nettuno; auch in ihrem Geburtsort Corinaldo gibt es ein ihr geweihtes Heiligtum. Bei der Heiligsprechung Maria Gorettis am 24. Juni 1950 versammelten sich rund 500.000 Menschen.

(Quelle: kathpedia.com)







Maria Goretti erscheint Alessandro Serenelli im Traum, Corinaldo

Alessandro hatte für seine Tat 30 Jahre Gefängnis bekommen, er wurde aber wegen guter Führung etwas früher entlassen.

"Ein Traum gab mir einen kräftigen Antrieb zur Besserung meines Geistes. Es war das einzige Mal, daß ich von Maria Goretti träumte. Die weißgekleidete Maria pflückte in einem Garten, in dem ich mich befand, schneeweiße Lilien und reichte mir eine nach der anderen. Während sie mir diese Gab, verwandelten sie sich in viele brennende Lämpchen wie Kerzen. Dann verschwand sie."

Seine Bekehrung im Gefängnis war ehrlich und dauerhaft. Seither führte er ein beispielhaftes Leben. (Quelle: Stjosef)


Geistliches Testament von Alessandro Serenelli, das vom 5. Mai 1961 stammt und am 19. November 1970 veröffentlicht wurde (Quelle: stjosef):

Ich bin fast achzig Jahre alt und bald am Ende meiner Tage. Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückschaue, so erkenne ich, daß ich in meiner Jugend einen falschen Weg eingeschlagen habe: den Weg des Bösen, der mich in den Ruin führte. Ich erkannte durch die Zeitungen, die Darstellungen und die schlechten Beispiele, daß die Mehrzahl der Jugend jenen Weg ging, ohne sich darüber Sorgen zu machen; und so war auch in unbekümmert.
Ich hatte gläubige und religiöse Menschen in meiner Nähe, aber ich achtete nicht auf sie. Eine brutale Kraft machte mich blind und zog mich auf den schlechten Weg. Mit zwanzig Jahren wurde ich zum Sittenverbrecher, und graut mir bei der bloßen Erinnerung. Maria Goretti, jetzt eine Heilige, war der gute Engel, der von der göttlichen Vorsehung auf meinen Weg gestellt wurde. In meinem Herzen sind noch immer ihre Worte des Vorwurfs und der Verzeihung lebendig. Sie betete für mich und legte Fürsprache für einen Mörder ein.
Es folgten dreißig Jahre Gefängni. Wenn ich nicht minderjährig gewesen wäre, wäre ich lebenslang verurteilt worden. Ich nahm die verdiente Strafe an: ergeben bezahlte ich meine Schuld. Maria war wirklich mein Licht, meine Beschützerin; mit ihrer Hilfe verhielt ich mich recht, und als mich die Gemeinschaft wieder aufnahm, versuchte ich ehrlich zu leben. Die Söhne des hl. Franziskus, Laienkapuziner in den Marken, haben mich mit seraphischer Barmherzigkeit aufgenommen, nicht als ihren Diener, sondern als ihren Bruder. Ich lebte mit ihnen seit dem Jahr 1936.
Von nun warte ich ruhig auf den Moment, der mich vor Gottes Angesicht erscheinen läßt, um dann meine Lieben zu umarmen und in Nähe meines Schutzengels und seiner lieben Mutter Assunta zu sein.
Alle, die diesen Brief lesen, mögen die heilsame Lehre daraus ziehen, das Böse zu meiden und sich immer, schon als Kind dem Guten zuzuwenden. Sie sollen daran denken, daß die Religion mit ihren Geboten nicht etwas ist, was man nicht braucht, sondern der wahre Trost, der einzig sichere Weg in allen Lebenslagen, auch in den schmerzhaftesten.
Pax et bonum!

Grab von Alessandro Serenelli
 

Mutter Assunta Goretti

Nach der Urteilsverkündigung fragte der Gerichtspräsident Assunta: Frau Assunta Goretti, verzeiht ihr dem Mörder Eurer Tochter? Meinerseits ja, ich verzeihe ihm von Herzen, Herr Präsident.
Unter dem Volk im Gerichtssaal hörte man einen verworrenen Lärm. Jemand sagte: Ich würde ihm nicht verzeihen! Darauf Mutter Assunta: Und wenn jesus Christus uns auch nicht verzeihen würde?
(Quelle wie oben)



1937 hatte sich Alessandro Serenelli nach Corinaldo begeben mit dem Vorsatz, Mutter Assunta und die Familie Goretti um Verzeihung für sein Verbrechen zu bitten. Er fiel auf die Knie und stammelte gerührt: Assunta, verzeiht mir!
Assunta rief aus:  Sie hat euch verziehen, Gott hat euch verziehen! Auch ich verzeihe euch.




Das Martyrium der hl. Maria Goretti

Statue von Maria, die sie im Augenblick des Todes zeigt, Marienbild der Familie

Armreliquie v. Maria Goretti, Corinaldo








Elsa über Maria Goretti und Alessandro Serenelli
Der Schrein der Heiligen wird durch Corinaldo getragen