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Donnerstag, 19. März 2026

Josef in der Olmützer Mauritiuskirche

 

Heilige Familie, bitte für uns!


Geburt Jesu, Kanzel der Mauritiuskirche in Olmütz

BENEDIKT XVI.

ANGELUS

Petersplatz
III. Fastensonntag, 19. März 2006

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute, am 19. März, wird das Hochfest des hl. Josef gefeiert; da es jedoch mit dem 3. Fastensonntag zusammenfällt, wird seine liturgische Feier auf morgen verschoben. Der marianische Bezug des Angelusgebets lädt heute aber dennoch ein, voll Verehrung bei der Gestalt des Bräutigams der seligen Jungfrau Maria und Patrons der Universalkirche zu verweilen. Ich denke gerne daran zurück, daß auch der geliebte Papst Johannes Paul II. den hl. Josef sehr verehrt hat, er hat ihm das Apostolische Schreiben Redemptoris Custos – Beschützer des Erlösers – gewidmet und sicherlich in der Todesstunde seinen Beistand erfahren.

Die Gestalt dieses großen Heiligen ist, auch wenn sie eher verborgen blieb, in der Heilsgeschichte von grundlegender Bedeutung. Vor allem verband der hl. Josef dadurch, daß er dem Stamm Juda angehörte, Jesus mit der Nachkommenschaft Davids, so daß sich die Verheißungen über den Messias verwirklichten und der Sohn der Jungfrau Maria sich tatsächlich »Sohn Davids« nennen kann. Vor allem das Matthäusevangelium betont die messianischen Prophezeiungen, die durch Josefs Rolle ihre Erfüllung fanden: die Geburt Jesu in Betlehem (2,1–6); sein Aufenthalt in Ägypten, wohin die Heilige Familie geflohen war (2,13–15); der Beiname »Nazoräer« (2,22–23). In all dem erwies er sich genau wie seine Braut Maria als wahrer Erbe des Glaubens Abrahams: Glauben an den Gott, der die Ereignisse der Geschichte nach seinem geheimnisvollen Heilsplan leitet. Josefs Größe tritt wie die Marias noch deutlicher hervor, weil seine Sendung in der Demut und in der Verborgenheit des Hauses in Nazaret geschah. Im übrigen hat ja Gott selbst, in der Person seines menschgewordenen Sohnes, diesen Weg und diesen Stil – die Demut und die Verborgenheit – für sein Dasein auf Erden gewählt.

Das Vorbild des hl. Josef ist für uns alle ein eindringlicher Aufruf, die Aufgabe, die uns von der Vorsehung anvertraut wurde, in Treue, Einfachheit und Bescheidenheit zu erfüllen. Ich denke vor allem an die Familienväter und -mütter, und ich bete dafür, daß sie die Schönheit eines einfachen, arbeitsamen Lebens stets zu schätzen wissen, indem sie ihre eheliche Beziehung sorgfältig pflegen und ihren großen und nicht einfachen Erziehungsauftrag mit Begeisterung wahrnehmen. Für die Priester, die die Vaterschaft gegenüber den kirchlichen Gemeinschaften ausüben, erwirke der hl. Josef, daß sie die Kirche mit Zuneigung und voller Hingabe lieben, und er unterstütze die geweihten Menschen in ihrer freudigen und treuen Befolgung der evangelischen Räte der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams. Er beschütze die Arbeiter der ganzen Welt, damit sie durch ihre unterschiedlichen Berufe zum Fortschritt der gesamten Menschheit beitragen, und helfe jedem Christen, den Willen Gottes vertrauens- und liebevoll zu erfüllen, um auf diese Weise an der Vollendung des Heilswerks mitzuarbeiten.



Josefsaltar, Mauritiuskirche in Olmütz

St. Mauritius-Kirche, Olmütz,Tschechien

Dienstag, 30. September 2025

Niemand ist glücklicher als ein Christ

 


St. Michael, Olmütz

Heiliger Hieronymus, bitte für uns
 

Niemand ist glücklicher als ein Christ, da ihm das Himmelreich verheißen ist. Aber auch niemand hat mehr Sorge als ein Christ, da sein Leben täglich von Gefahren umlauert wird. Niemand ist stärker als er, da er den Teufel bezwingt. Aber auch niemand ist schwächer, da er vom Fleische überwunden wird.

Für beide Behauptungen gibt es Beispiele in Hülle und Fülle.

Der Schächer am Kreuz ist gläubig geworden, und zum Lohne vernimmt er sogleich die Verheißung:"Amen, amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies Sein" (Lk 23,42).

Judas gleitet von der Würde des Apostelamtes in den Abgrund des Verrats. Ihn rührt nicht die vertraute Mahlgemeinschaft, nicht der eingetauchte Bissen Brot (vgl. Joh 13,26-30), nicht der freundschaftliche Kuss (vgl. Mk 14,44f; Mt 26,48f; Lk 22,47f), so daß er wie einen Menschen den verrät, von dem er wusste, dass er Gottes Sohn ist.

Wer verdient größere Verachtung als die Samariterin? Aber es war ihr nicht genug, allein zum Glauben zu kommen. Als sie, die sechs Männer gehabt hat, den einen Herrn findet und am Brunnen als den Messias erkennt, von dem das jüdische Volk im Tempel nichts wissen wollte, vermittelt sie vielen das Heil. Während die Apostel Essen einkaufen, labt sie den Durstenden und erfrischt den Ermüdeten (vgl. Joh 4,5-43.

Wer ist weiser als Salomo? Trotzdem betört ihn die Liebe zu den Frauen (vgl. 1Kön 11,1-3).
(Hieronymus, Brief an Rusticus, in: Alfons Fürst, Hieronymus, 301)

Erzengel Michael inmitten der vier Kirchenlehrer Gregor, Augustinus, Ambrosius und Hieronymus

Freitag, 16. März 2018

Johannes Sarkander - Patron des Beichtgeheimnisses

Statue des hl. Johannes Sarkander über seinem Grab im Wenzelsdom, Olmütz

Johannes Paul anläßlich der Heiligsprechung von Jan Sarkander 1995


Johannes Sarkander stammt aus dem schlesischen Skotschau, das heute in Polen liegt. Dort wurde er 1576 geboren. Bei der Familie seines älteren Bruders Paul lebte Johannes Sarkander nach dem Tode seines Vaters in Freiberg bei Neutitschein (tschechisch Přibor). Als er sich 1597 an der Universität Olmütz einschrieb, vermelden die Annalen: Johannes Sarkander, ein Mährer aus Freiburg (Priborensis Moravus). Er studierte Theologie in Olmütz und Graz, ließ sich aber erst 1609 zum Priester weihen. Seine Seelsorgestellen waren Jaktar bei Troppau, Charwath bei Olmütz, Boskowitz und Holleschau.

1619 machte er eine Wallfahrt nach Tschenstochau. Damals hatten die Protestanten in Brünn den katholischen Landeshauptmann Lobkowitz gestürzt und die Jesuiten vertrieben. Auch in Holleschau wurde ein protestantischer Pfarrer eingesetzt. Kaiser Ferdinand II. hatte indessen nach dem böhmischen Aufstand von 1618 mit seinem Schwager König Sigismund III. Wasa von Polen Verhandlungen geführt und polnische Hilfstruppen angeworben. Solch ein Kosakentrupp von 4.000 Reitern zog Anfang Februar 1620 über Schlesien und Mähren nach Wien, wobei die Soldaten überall auf dem Weg plünderten. Am 6. Februar näherten sich diese Kosaken auch Holleschau, von wo aus ihnen Sarkander mit dem Schlosskaplan und seinen Gläubigen in einer feierlichen Prozession in Richtung Hullein entgegenzog. Johannes Sarkander trug an der Spitze der Prozession eine Monstranz mit dem Allerheiligsten. Als die Soldaten die Prozession und den Priester mit der Monstranz sahen, stiegen sie von den Pferden und knieten nieder. Sie umritten dann Holleschau und sprengten bis Wien durch.
Dieses Ereignis wurde Sarkander von den Protestanten zum Vorwurf gemacht. Sie behaupteten, er habe mit den Kosaken im Einverständnis gestanden, ja er habe sie bei seiner Reise nach Tschenstochau sogar angeworben. Deshalb sei nur Holleschau von ihnen verschont geblieben, er aber sei schuld an den Plünderungen, die anderenorts durch die polnischen Truppen in Mähren stattgefunden haben. Sarkander sah die drohende Gefahr hinter diesen Beschuldigungen und floh.

Er wurde jedoch nach verschiedenen Verstecken in Scheunen und einer Totenkammer auf dem Friedhof sowie nach einem Aufenthalt auf Schloss Tobitschau festgenommen und nach Olmütz gebracht. Hier wurde er beim Verhör mehrfach gefoltert, damit er aussage, er habe die Kosaken geholt. Während der Haft und der Folter war auch der evangelische „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz in Olmütz. Unter anderem wurde von ihm beim Verhör am 18. Februar 1620 verlangt, das Beichtgeheimnis zu verletzen und die Inhalte der Beichten seines Herren von Lobkowicz bekannt zu geben. Sarkander weigerte sich und starb einen Monat später an den Folgen der Folterung im Alter von nur 43 Jahren.

Wegen dieser Glaubensstärke gilt Johannes Sarkander auch als Patron des Beichtgeheimnisses. Sehr bald setzte die Verehrung ein, denn die Olmützer Katholiken sahen in ihm einen Martyrer. 1860 erfolgte die Seligsprechung. Am Ort seines Martyriums steht heute in Olmütz die Sarkanderkapelle. Drei Kapellen erinnern in seiner Geburtsstadt Skotschau an den Heiligen.

Die Heiligungssprechung erfolgte 1995 durch Papst Johannes Paul II. in Olmütz)

R. Grulich, Der hl. Johannes Sarkander, Quelle: Kirche in Not

Kathedrale von Olmütz, Wenzelsdom, Olmütz