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Dienstag, 2. Dezember 2025

Ein Reis aus dem Baumstumpf Isais

 

Maria 



Isai

Lesung aus dem Buch Jesája 11

An jenem Tag
1 wächst aus dem Baumstumpf Ísais ein Reis hervor,
ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2 Der Geist des Herrn ruht auf ihm:
der Geist der Weisheit und der Einsicht,
der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des Herrn.
Er richtet nicht nach dem Augenschein
und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht,
4 sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit
und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.
Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes
und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen.
Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften
und die Treue der Gürtel um seine Lenden.
Der Wolf findet Schutz beim Lamm,
der Panther liegt beim Böcklein.
Kalb und Löwe weiden zusammen,
ein kleiner Junge leitet sie.
7 Kuh und Bärin nähren sich zusammen,
ihre Jungen liegen beieinander.
Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter
und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.
Man tut nichts Böses
und begeht kein Verbrechen
auf meinem ganzen heiligen Berg;
denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn,
so wie die Wasser das Meer bedecken.
10 An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Ísais sein,
der dasteht als Feldzeichen für die Völker;
die Nationen werden nach ihm fragen
und seine Ruhe wird herrlich sein.

(Lesung vom Dienstag der 1. Adventwoche) 


Kathedrale von Amiens, Stammbaum, 2. Fenster von links

Montag, 25. August 2025

Ludwig der Heilige

 

Kathedrale von Amiens


Ludwig IX., ganz links, mittlere Figur (an der Kathedrale)

König von Frankreich
Namensdeutung: glorreicher Kampf (althochdt.)
Namenstage: Ludwig, Louis, Lou, Louie, Chlodwig, Lovis, Ludovico, Luigi, Lutz, weibl.: Ludovica, Ludwika
Gedenktag: 25. August

Lebensdaten: geboren am 25. April 1219 in Poissy bei Paris, gestorben am 25. August 1270 bei Tunis

Lebensgeschichte: Louis wurde mit zwölf Jahren und unter der Regentschaft seiner Mutter Blanche von Kastilien König von Frankreich und hatte zunächst Mühe, seine Herrschaft gegen die großen Landbarone und den König von England durchzusetzen. Mitte der 1240er Jahre war ihm aber nicht nur der Rückzug der Engländer und die Unterwerfung des Adels gelungen, sondern er hatte durch den Albigenserkreuzzug auch Okzitanien seinem Thron einverleibt. Mit rechtlich-administrativen Reformen, die am römischen Recht angelehnt waren, sowie diplomatischem Geschick führte der „ungekrönte Kaiser des Abendlandes“ Frankreich in ein Goldenes Zeitalter politischer und wirtschaftlicher Erfolge.

Ludwig IX., der mit Margarete von Provence elf Kinder hatte, lebte persönlich wie ein Mönch und beteiligte auch seinen Hof und seine Familie an seinen Fasten- und Gebetsübungen. Seine Kinder mussten an den Papst appellieren, um nicht in einen der neuen, vom König favorisierten Bettelorden eintreten zu müssen. 1239 erwarb er die Dornenkrone Christi und ließ dieser kostbaren Reliquie die Sainte-Chapelle erbauen. 1248 wurde die Kathedrale Notre-Dame eingeweiht, 1268 das theologische Kolleg seines Hofkaplans Robert de Sorbon, die spätere Universität Sorbonne, bestätigt. Auch in der Armen- und Krankenfürsorge engagierte sich der Monarch.

König Ludwig beteiligte sich an zwei Kreuzzügen zur Befreiung Jerusalems, die eindrucksvoll scheiterten. Beim ersten wurde er 1250 in Ägypten gefangengenommen, vom zweiten kehrte er 1270 gar nicht mehr zurück. Kurz nach der Eroberung Karthagos fiel er einer verheerenden Seuche zum Opfer.

Verehrung: Ludwig wurde in der Königsabtei Saint-Denis bei Paris bestattet, sein Schädel kam in der Sainte-Chapelle zu liegen, sein Herz ruht im Dom von Monreale auf Sizilien. 1297 heiliggesprochen, wurde er zum französischen Nationalheiligen, der zahllosen Orten wie St. Louis in Missouri seinen Namen gegeben hat. In Bayern wird er als Namenspatron der Könige Ludwig I. und Ludwig II. verehrt, die beide an einem 25. August geboren wurden.

Darstellung: im Königsornat, als Kreuzfahrer, mit Dornenkrone, Lanze, Schwert, Kreuzstab, Geißel, Jagdvogel oder Ring

Patron: von München, Saarlouis, Berlin, Paris, der Franziskaner, Pilger und Reisenden, Bäcker, Friseure, Bauarbeiter und vieler anderer Berufe, Helfer gegen Pest, Blindheit und Hörschäden
(bistumaugsburg)

oben Ludwig IX.

 

Der Großteil der Bauarbeiten an der Kathedrale von Amiens wurde 1269 unter der Herrschaft des heiligen Königs Ludwig IX. von Frankreich abgeschlossen, der hier an der Westfassade der Kathedrale dargestellt wird. Neben ihm ist das Wappen von "France Ancien", das er als König von Frankreich trug.

Statue des hl. Ludwig in der Sainte Chapelle, Paris 

Glasfenster von Ludwig IX. im St. Denis, Paris (aus dem Testament an seinen Sohn)

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl.

Josef von Calasanz - Altar in der Piaristenkirche Maria Treu, Wien 

 

und der hl. Mirjam von Abellin (im Karmel, in der Universalkirche am 26.8.)

Im Karmel von Bethlehem

Reliquienrosenkranz der hl. Mirjam

Am Grab der hl. Mirjam (Seligsprechung Johannes Paul II.)

Ikone und Morgengebet der hl. Mirjam

Montag, 29. August 2022

Vorläufer des Herr in Geburt, Predigt und Tod

 

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

 

Beda Venerabilis († 735)

Aus einer Homilie zum Gedenktag der Enthauptung Johannes' des Täufers.

Johannes ist der Vorläufer Christi in Geburt und Tod
 
Der Vorläufer des Herrn in Geburt, Predigt und Tod bewies eine Kraft des Kampfes, würdig der Zuschauer im Himmel, wie die Heilige Schrift sagt: Wenn er auch vor den Menschen Qualen erdulden musste, so ist doch seine Hoffnung voll Unsterblichkeit (1). Mit Recht feiern wir wieder den Gedächtnistag, den er uns selbst durch sein Leiden zum Fest gemacht und den er mit dem rosenroten Leuchten seines Blutes geschmückt hat. Mit Recht verehren wir sein Andenken in geistlicher Freude; denn er hat das Zeugnis für Jesus Christus mit dem Siegel des Martyriums abgeschlossen.
Kein Zweifel: der heilige Johannes hat Gefängnis und Ketten ertragen zum Zeugnis für Jesus Christus, unsern Erlöser. Ihm ging er voran und hat für ihn das Leben hingegeben. Von Johannes verlangte der Verfolger nicht, Christus zu verleugnen, sondern die Wahrheit zu verschweigen; dennoch ist er für Christus gestorben. Christus hat selbst gesagt: "Ich bin die Wahrheit" (2), und so vergoss Johannes sein Blut für Christus, weil er es für die Wahrheit tat. Durch Geburt, Predigt und Taufe legte er Zeugnis ab für Christus, der nach ihm geboren wurde, der nach ihm predigte und von ihm getauft wurde. Auch auf das Leiden Christi wies er hin; denn er hat vor ihm gelitten.
Solche Größe besaß der Mann, der nach dem Leiden einer langen Gefangenschaft sein irdisches Leben im Vergießen seines Blutes beendete. Er, der die Freiheit eines überiridischen Friedens verkündigt, wird von den Gottlosen in Ketten gelegt. Er wird in das Dunkel des Kerkers eingeschlossen, er, der gekommen ist, um Zeugnis abzulegen vom Licht (3), und den Christus - das Licht selbst - eine brennende und leuchtende Lampe genannt hat (4). In seinem eigenen Blut wird er getauft, der den Erlöser der Welt taufen durfte, der über ihm die Stimme des Vaters hörte und sah, wie die Gnade des Heiligen Geistes auf ihn herabkam. Doch für solche Menschen wie Johannes war es nicht schwer, nein, es war leicht und der Sehnsucht wert, so für die Wahrheit zeitliche Qualen zu erdulden; denn Johannes wusste, dass sie mit ewigem Glück vergolten werden.
Menschen wie Johannes begehren, durch das Bekenntnis zum Namen Christi mit dem Tod, der ohnehin unvermeidlich ist, die Palme des ewigen Lebens zu empfangen. Treffend sagt der Apostel: "Euch wurde die Gnade zuteil, nicht nur an Christus zu glauben, sondern auch seinetwegen zu leiden" (5). Dass die Auserwählten für Christus leiden, nennt er deshalb ein Geschenk Christi, wie er auch sagt: "Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll" (6).
1 Vgl. Weish 3,4.
2 Joh 14,6.
3 Vgl. Joh 1,8.
4 Vgl. Joh 5,35.
5 Phil 1,29.
6 Röm 8,18.

Enthauptung Johannes des Täufers, Kathedrale von Amiens

Dienstag, 24. Dezember 2019

Es wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe

Lobgesang des Zacharias, Kathedrale von Amiens



Der Lobgesang des Zacharias, das „Benediktus“, bildet den Abschluss der Geburtsgeschichte des Johannes. Schon in Vers 64 wurde gesagt, der stumme Mund des Zacharias sei geöffnet worden. Sein Lied wird als geisterfülltes und prophetisches Wort gekennzeichnet (V. 67). Der 1. Teil des Liedes (V. 68-75) ist Dank und Lobpreis des treuen und barmherzigen Gottes; er hat sein Volk gerettet und wird es wieder erretten. Das Ziel dieser Rettung: damit das Volk ihm dienen kann in „Heiligkeit und Gerechtigkeit“, d. h. in ganzer Treue; „im Geist und in der Wahrheit“ wird Jesus sagen (Joh 4, 23). Der 2. Teil (V. 76-79) richtet sich an das Kind, das dazu bestimmt ist, dem Herrn die Wege zu bereiten Die Rettung aber, der Friede (V. 79), wird durch die Barmherzigkeit Gottes selbst kommen, durch das Erscheinen des Lichtes, dessen Zeuge Johannes werden soll (Joh 1, 7). - Gen 17, 4; 22, 16-17; Ex 6, 5-6; Jos 24, 14; Jer 23, 5-6; 33, 15-16; Sach 3, 8.

Evangelium                                                                                                       Lk 1, 67-79
Das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird uns besuchen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
67Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden:
68Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;
69er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David.
70So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.
71Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen;
72er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht,
73an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;
74er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen
75in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.
76Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.
77Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden.
78Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
79um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Montag, 23. Dezember 2019

Nein, er soll Johannes heißen

SEIN NAME IST JOHANNES, Kathedrale von Amiens


Geburtskirche des Johannes des Täufers in Ain Karem (Wohnhaus des Zacharias)

Geburt Johannes des Täufers (Kathedrale von Genua) 

Verkündigung an Zacharias, Kunsthistorisches Museum Wien
Verkündigung an Zacharias, All Saints, Cambridge (Glas)
Verkündigung an Zacharias (Baptisterium des Lateran) 



Die Erzählung von der Geburt und der Beschneidung des Vorläufers gipfelt in der Namengebung (vgl. Lk 1, 13). „Gott ist gnädig“ bedeutet dieser Name, oder genauer: „Gott hat sich als gnädig erwiesen“. Die Eltern und Verwandten des Johannes betrachten seine Geburt als Geschenk der Gnade Gottes. Sie wissen noch nicht, was Gott mir diesem Kind vorhat: aber sie spüren, dass etwas Großes in Gang gekommen ist. Staunende Freude erfüllt die Menschen, die in dem kleinen menschlichen Ereignis die Gewissheit der Gegenwart Gottes erfahren. - Jes 32, 3-4; Zef 3, 14-17.


Evangelium                                                                                                       Lk 1, 57-66

Die Geburt Johannes‘ des Täufers

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
57Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
59Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
60Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.
61Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
62Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
63Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
64Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.
65Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
66Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.
(Evangelium vom 23. Dezember)
(Erzabtei Beuron)
 
 
Reliefzyklus des Johannes des Täufers, Kathedrale von Amiens