Sonntag, 30. August 2026

Das soll Gott verhüten, Herr

Santi Vittore e Corona Martiri, Fanzolo

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 16

In jener Zeit
21 begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären:
Er müsse nach Jerusalem gehen
und von den Ältesten
und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden,
getötet
und am dritten Tag auferweckt werden.
22 Da nahm ihn Petrus beiseite
und begann, ihn zurechtzuweisen,
und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr!
Das darf nicht mit dir geschehen!
23 Jesus aber wandte sich um
und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan!
Ein Ärgernis bist du mir,
denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.
24 Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst,
nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
25 Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
wird es finden.
26 Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt,
dabei aber sein Leben einbüßt?
Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
27 Der Menschensohn
wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen
und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.
(Evangelium vom 22. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)



Simon hilft Jesus das Kreuz tragen




Samstag, 29. August 2026

Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen (Enthauptung Johannes´ des Täufers)


Taufstein in San Giovanni Battista in Vallà

Die heutige Kirche San Giovanni Battista in Vallà (Riese Pio X), Provinz Treviso wurde 1735–1746 nach einem Entwurf von Francesco Maria Preti errichtet. Im 20. Jahrhundert wurde sie erweitert und erhielt ihre heutige dreischiffige Gestalt. Besonders interessant ist, dass mehrere Kunstwerke ganz unmittelbar das Leben des Kirchenpatrons Johannes des Täufers darstellen.



Maria am Samstag



für die Wahrheit hat Johannes Zeugnis abgelegt



Der Hochaltar befindet sich im rechteckigen Presbyterium. Darüber bzw. im Bereich des Presbyteriums befinden sich drei große Altarbilder, die zusammen eine Art Lebensgeschichte des Kirchenpatrons bilden:

  • Geburt des hl. Johannes des Täufers
  • Johannes der Täufer tauft Jesus im Jordan
  • Enthauptung des hl. Johannes des Täufers

Das dritte Bild zeigt das dramatische Ende seines Lebens: Johannes wird auf Befehl des Herodes enthauptet. Der biblische Zusammenhang ist die Geschichte von Herodes, Herodias und Salome. Johannes hatte die Verbindung des Herodes mit Herodias kritisiert. Salome verlangt nach ihrem Tanz als Belohnung den Kopf Johannes des Täufers. Damit wird Johannes als Märtyrer für die Wahrheit und seinen Glauben dargestellt.

Johannes wird auf Befehl des Herodes enthauptet

Johannes tauft Jesus

Geburt Johannes`des Täufers


Das wichtigste Bild im Kirchenraum ist das große Deckenbild von Giovanni Battista Canal aus dem späten 18. Jahrhundert.

Es zeigt die Verherrlichung des hl. Johannes des Täufers: Johannes wird in einer himmlischen Szene dargestellt, umgeben von der göttlichen Sphäre. Das Bild befand sich ursprünglich in der alten Kirche und wurde bei der Erweiterung der Kirche abgenommen und an seine heutige Stelle versetzt.



Verherrlichung Johannes`der Täufer

Predigt über die Enthauptung des Johannes

Als das heilige Evangelium vorgelesen wurde, wurde unseren Augen ein grausames Schauspiel vorgeführt: der Kopf des heiligen Johannes auf einer Schüssel, eine tödliche Botschaft der Grausamkeit, hervorgebracht aus Hass gegen die Wahrheit.

Das Mädchen tanzt, und die Mutter wütet. Und mitten unter den Genüssen und Ausschweifungen der Tischgesellschaft wird leichtfertig ein Eid geschworen – und was geschworen wurde, wird ruchlos erfüllt.

An Johannes geschah, was er selbst vorausgesagt hatte. Denn über den Herrn Jesus Christus hatte er gesagt:

„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

Dieser wurde am Haupt vermindert; jener wuchs am Kreuz.

Die Wahrheit brachte Hass hervor.

Man konnte nicht gelassen ertragen, was der heilige Mann Gottes ermahnte – obwohl er doch gewiss das Heil jener suchte, die er auf diese Weise ermahnte. Sie vergolten ihm Böses für Gutes.

Denn was hätte er anderes sagen sollen als das, womit er erfüllt war? Und was hätten jene anderes antworten sollen als das, womit sie erfüllt waren?

Er säte Weizen, aber er fand Dornen.

Er sagte zum König:

„Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben.“

Denn die Begierde besiegte den König: Er hielt die verbotene Frau seines Bruders bei sich. Dennoch war er ihr so verfallen, dass er gegen Johannes nicht wütend wurde. Er ehrte denjenigen, von dem er die Wahrheit hörte.

Aber jene verabscheuungswürdige Frau empfing Hass in ihrem Herzen, dem sie bei passender Gelegenheit zur Geburt verhelfen wollte.

Als sie schließlich gebar, gebar sie eine Tochter – eine Tochter, die tanzte.

Und jener König, der Johannes als heiligen Mann betrachtete und ihn um des Herrn willen fürchtete, obwohl er ihm nicht gehorchte, wurde traurig, als von ihm der Kopf des Johannes auf einer Schüssel verlangt wurde.

Doch wegen seines Eides und wegen der mit ihm zu Tisch Liegenden sandte er den Henker und erfüllte seinen Schwur. (chatgpt)

Es gibt eine Diskussion darüber, ob diese Predigt Augustinus oder Pseudo Augustinus (Caesarius von Arles) zuzuschreiben ist. 


San Giovanni Battista, Valla, Italien

Freitag, 28. August 2026

Wie wir sind, so sind die Zeiten (Augustinus)

 


an den vier Ecken des neugotischen Chorgestühls stehen in etwa zwei Meter Höhe rundplastische Holzfiguren
 der lateinischen Kirchenväter, St. Martin, Kaufbeuren

 

"Tempora mala sunt, tempora molesta sunt, tempora misera sunt. Sic dicunt homines.
Nos sumus tempora: quales sumus, talia sunt tempora." Sermo 8,8

„Böse Zeiten, schwierige Zeiten, elende Zeiten – so sagen die Menschen.
Wir sind die Zeiten: Wie wir sind, so sind die Zeiten.“
Augustinus


Augustinus, St. Martin, Kaufbeuren

Donnerstag, 27. August 2026

Die Dienerin aller (Monika)

 

Augustinus und Monika, Bayerisches Nationalmuseum, München

Zum Schluß gelang es ihr, ihren Mann, der sich schon dem Ende seines Lebensweges näherte, für Dich zu gewinnen, und so brauchte sie, da er gläubig war, nicht mehr zu bedauern, was sie von noch Ungläubigen erduldet hatte.
Sie war in Wahrheit die Magd Deiner Diener. Wer immer sie kannte, fand Anlaß, sie vielfach zu loben, und darin Dich zu ehren und zu lieben. Denn man spürte Deine Gegenwart in ihrem Herzen. Die Früchte ihres heiligen Wandels bezeugten es. Sie war "die Frau eines einzigen Mannes" gewesen, "hatte ihren Eltern treu vergolten", "ihr Haus in Gottesfurcht geführt", besaß "ihr Zeugnis in guten Werken".
Sie erzog ihre Söhne so, daß  sie immer neu in Wehen um sie lagm, sooft sie sah, daß sie von Dir abwichen.

Schließlich hat sie für uns alle, die wir kraft Deiner Gnade uns Deine Diener nennen dürfen und vor ihrem Tod nach Erhalt der Taufgnade schon in Dir versammelt lebten, so treu gesorgt, als hätte sie uns alle geboren, und uns so gedient, als wäre sie eines jeden Tochter gewesen.
(Augustinus, Die Bekenntnisse, 9. Buch, X,22)

Alle Posts der hl. Monika


Mittwoch, 26. August 2026

Montag, 24. August 2026

Der Bartholomäuszyklus im Kaiserdom in Frankfurt

Kaiserdom in Frankfurt am Main


Der Bartholomäusfries im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main ist ein bedeutender spätgotischer Malereizyklus im Hochchor. Er wurde in den Jahren 1407 bis 1427 über dem Chorgestühl in Seccomalerei (auf trockener Wand) geschaffen und zeigt in 28 Szenen die Legende und das Martyrium des Frankfurter Stadt- und Patronatsheiligen. 

Die 28 Bildszenen folgen exakt der Legenda Aurea (einer berühmten Sammlung von Heiligenlegenden des Jakobus de Voragine), die sich damals in der Bibliothek des Frankfurter Stifts befand.
Dargestellt ist das Leben und das grausame Martyrium des Apostels Bartholomäus, der der Überlieferung nach in Armenien bei lebendigem Leibe gehäutet und enthauptet wurde.
Der Fries betont die enge Verbindung des Stifts zu seinem Schutzpatron, von dem der Dom auch eine bedeutende Reliquie (einen Teil der Hirnschale) besitzt. 



Freskenzyklus des hl. Bartholomäus im Bartholomäusdom von Frankfurt

1. Bild: Berufung des Apostel durch Christus und rechts Aussendung des Apostels Bartholomäus 

Der monumentale Bartholomäuszyklus Kaiserdom St. Bartholomäus beginnt auf der Südseite des Hochchors und führt chronologisch im Uhrzeigersinn an der Stirnseite vorbei bis zur Nordseite.
Historisch dokumentiert ist der Bildzyklus im Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei, das die Szenen nach der Vorlage der Legenda Aurea gliedert. Da der Fries im Laufe der Jahrhunderte stark beschädigt, übertüncht und im 19. und 20. Jahrhundert restauriert wurde, lassen sich die verbliebenen, rekonstruierten Segmente den folgenden wichtigsten Einzelszenen und Stationen zuordnen
Beginn und Mission (Chor-Südseite)
  • Bild 1: Die Berufung der Apostel durch Jesus Christus (Auftakt des Zyklus).
  • Bild 2 bis 8: Die Aussendung zur Mission und die Ankunft des Apostels in Indien. 
 
Bild 3: Die Priester überreichen dem Götterbild des Astarot Opfergaben
Bild 4: Vergebliches Anrufen des Götterbildes des Astarot
Bild 5: Die Priester vor dem Orakel des Bereth

Sonntag, 23. August 2026

Die Schlüssel des Himmelreiches

 Heute gedenkt die Kirche der hl. Rosa von Lima.

Pfarrkirche Ybbsitz

links Petrus: Du bist Christus, rechts Christus: Du bist Petrus, Eingangstür zur Pfarrkirche

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 16

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18 Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst,
das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst,
das wird im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern,
niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.
(Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)


Pfarrkirche Johannes der Täufer, Ybbsitz

Samstag, 22. August 2026

Maria Königin - Die Zeugnisse der Väter und Päpste

 

Maria Königin, Bürgerspitalkirche, Waidhofen/Ybbs

 

I. Die Zeugnisse der Väter und Päpste

 8 Das christliche Volk hat auch in den vergangenen Jahrhunderten mit Recht geglaubt, dass diejenige, die den Sohn des Allerhöchsten gebar, der „im Hause Jakobs ewiglich herrschen wird" (5), als „Friedensfürst" (6), als „König der Könige und Herr der Herren" (7), mehr wie jede andere Kreatur an Gnade und einzigartigen Privilegien empfangen hat. Er zog dabei die enge Verbindung in Betracht, welche die Mutter mit dem Sohn eint, und hat ohne Mühe die königliche Erhabenheit der Mutter Gottes über allem erkannt.

9 Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass die alten kirchlichen Schriftsteller sich auf das Wort des HI. Erzengels Gabriel stützten, der verkündete, dass der Sohn Mariens ewig herrschen wird (8), und auf das Wort Elisabeths, welche ehrfurchtsvoll begrüßend sie „die Mutter meines Herrn" (9) nannte und bereits Maria als die „Mutter des Königs", „die Mutter des Herrn" bezeichnete. Sie wiesen klar daraufhin, dass kraft königlicher Würde ihres Sohnes sie selbst eine besondere Größe und Erhabenheit besitze.

10 Auch St. Ephrem hat in der Glut seiner poetischen Inspirationen sie sprechen lassen: „Möge der Himmel mich umschirmen; denn ich bin mehr geehrt als er. In der Tat war nicht der Himmel Deine Mutter, Du hast ihn vielmehr zu Deinem Throne gemacht. Wie viel mehr ist die Mutter des Königs der Ehren und der Verehrung wert als sein Thron" (10), und an einer anderen Stelle bittet er sie mit den Worten: „Erhabene Jungfrau und Patronin, Königin, Herrin, bewahre mich, beschütze mich, damit der Satan, der Urheber alles Bösen, nicht über mich frohlocke und der böse Feind nicht über mich triumphiere" (11).

11 Der Hl. Gregor von Nazianz nennt Maria „die Mutter des Königs des Universums", „die jungfräuliche Mutter, die den König der ganzen Welt geboren hat" (12). Prudentius erklärt, „dass diese Mutter sich verwundert, Gott als Mensch geboren zu haben und selbst als obersten König" (13).

12 Diese königliche Würde der seligsten Jungfrau Maria ist klar und deutlich bezeichnet durch die, welche sie „Fürstin", „Herrin" und „Königin" nennen.

13 Schon in einer Homilie, die dem Origenes zugeschrieben wird, wird Maria von Elisabeth nicht allein „Mutter meines Herrn" genannt, sondern „meine Herrscherin" (14).

14 Die gleiche Idee leuchtet aus den folgenden Worten des HI. Hieronymus hervor, in welchen er unter den verschiedenen Deutungen des Namens Mariä zuletzt folgende aufführt: „Man muss wissen, das Maria auf Syrisch ,Herrscherin' bedeutet" (15). Nach ihm drückt der HI. Chrysologus den gleichen Gedanken in einer noch deutlicheren Weise aus: „Das hebräische Wort ,Maria' heißt auf Lateinisch ,Herrscherin'. Der Engel nennt sie ,Herrscherin', damit sie aufhören soll zu erbeben wie eine Dienerin, sie, welche die Autorität ihres Sohnes erlangt hat, zu gebären und Herrscherin genannt zu werden" (16).

15 Epiphanius, Bischof von Konstantinopel, sagt in seinem Schreiben an den Papst Hormisdas, dass man beten müsse, damit die Einheit der Kirche bewahrt bleibe „durch die Gnade der Heiligen und wesenseinen Dreifaltigkeit und durch die Fürsprache unserer Heiligen Herrin, der glorreichen Jungfrau Maria, der Mutter Gottes" (17).

16 Ein Autor der gleichen Zeit grüßt mit folgenden Worten die Heilige Jungfrau Maria, die zur Rechten Gottes sitzt, um sie zu bitten für uns zu beten: „Herrscherin der Sterblichen, Allerheiligste Mutter Gottes" (18).

17 Der Hl. Andreas von Kreta erkennt mehrmals der Jungfrau Maria die Würde der Königin zu; er schreibt z. B. „(Jesus) nimmt heute aus ihrer irdischen Wohnung die Königin des Menschengeschlechtes, seine immer jungfräuliche Mutter, in deren Schoß er, ohne aufzuhören Gott zu sein, menschliche Gestalt angenommen hat“ (19).

18 Und an anderer Stelle: „Königin des ganzen Menschengeschlechtes, im Sinne deines Namens in Wahrheit treu, welche, Gott allein aus" genommen, alles überragt" (20).

19 Der HI. Germanus grüßt mit diesen Worten die demütige Jungfrau: „Setze Dich nieder, O Herrin, Dir kommt es in Wahrheit zu, dass Du an hoher Stelle herrschest, da Du Königin bist und glorreicher als alle Könige" (21). Er nennt sie auch: „Herrscherin aller Bewohner der Erde" (22).

20 Der HI. Johannes von Damaskus gibt ihr den Namen „Königin, Patronin, Herrscherin“ (23) und selbst „Herrscherin aller Kreatur" (24). Ein alter Schriftsteller der orientalischen Kirche nennt sie „glückliche Königin", „ewige Königin beim König, ihrem Sohn", deren „Haupt, weiß wie Schnee, mit goldenem Diadem geschmückt ist" (25).

21 Schließlich vereint der Hl. IIdefons von Toledo fast alle ihre Ehrentitel in diesem Gruß: „O meine Herrin, oberste Herrscherin, Mutter meines Herrschers, du regierst über mich ...Herrscherin unter den Dienern, Königin unter deinen Schwestern" (26).

22 Diesen und anderen ähnlichen und unzähligen Zeugnissen, die bis in die Frühzeit hinaufreichen, haben die Theologen der Kirche die Lehre entnommen, nach der sie die Allerseligste Jungfrau, Königin aller Kreaturen, Königin der Welt, Herrscherin des Universums nennen.

23 Die obersten Hirten der Kirche haben es als ihre Pflicht erachtet, durch ihre Anregungen und Predigten die Frömmigkeit des christlichen Volkes gegenüber seiner himmlischen Mutter und Königin zu billigen und zu ermutigen. Erinnern Wir noch, um nicht die Dokumente der letzten Päpste zu erwähnen: Seit dem 7. Jahrhundert nennt Unser Vorgänger, der Hl. Martin I., Maria „Unsere glorreiche Herrscherin und immerwährende Jungfrau" (27). Der HI. Agathon sagt von ihr in seinem Synodalschreiben an die Väter des 6. Ökumenischen Konzils: „Unsere Herrscherin, wahrhaft Gottesmutter im eigentlichen Sinne". (28) Im 8. Jahrhundert gibt Gregor II. in seinem Brief an den Patriarchen St. Germanus, der unter dem Beifall aller Väter des 7. Ökumenischen Konzils verlesen wurde, ihr den Titel: „Universale Herrscherin und wahrhafte Mutter Gottes" und „Herrscherin aller Christen" (29).

24 Wir erinnern schließlich noch daran, dass Unser Vorgänger unvergesslichen Angedenkens, Sixtus IV., mit Eifer die Lehre der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau in seinem Apostolischen Brief „Cum praeexcelsa" (30) erwähnt und damit beginnt, Maria „die Königin der Himmels und der Erde" zu nennen, sowie bekräftigt, dass der oberste König ihr gewissermaßen seine Vollmacht übertragen habe (31).

25 Darum fasst der Heilige Alphons von Liguori alle die Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte zusammen und schreibt mit großer Verehrung: „Da die Jungfrau Maria zu dieser so großen Würde der Mutter Gottes erhoben wurde, hat die Kirche ihr mit gutem Recht den Titel der Königin zuerkannt" (32).

(5) Luc. 1, 32.

(6) Isai. 9, 6.

(7) Apoc. 19, 16.

(8) Cfr. Luc. 1, 32, 33.

(9) Luc. 1, 43.

(10) S. Ephrem, Hymni de B. Maria, ed. Th. J. Lamy, t. II, Mechliniae, 1886, hymn. XIX, p.624.

(11) Idem, Oratio ad Ssmam Dei Matrem; Opera omnia. Ed. Assemani, t, III (graece), Romae, 1747, pag. 546.

(12) S. Gregorius Nu., Poemata dogmatica, XVIII, v. 58: P. G. XXXVII, 485.

(13) Prudentius, Dittochaeum, XXVII: P. L. LX, 102 A.

(14) Hom. in S. Lucam, horn. VII; ed. Rauer, Origenes' Werke, t. IX, p. 48 (ex catena Macarii Chrysocephall). Cfr. P. G. XIII, 1902 D.

(15) S. Hieronymus, Liber de nominibus hebraeis: P. L. XXIII, 886.

(16) S. Petrus Chrysologus, Sermo 142, De Annuntiatione B. M. V.: P. L. III, 579 C, cfr. etiam 582 B; 584 A: “Reglna totius exstitit castitatls".

(17) Relatio Eplphanii Ep. Constantin.: P. L. LXIII, 498 D.

(
18)  Encomium In Dormitionem Ssmae Deiparae (Inter opera S. Modesti): P. G. LXXXVI, 3306 B.

(19) S. Andreas Cretensis, Homilia II in Dormitionem Ssmae Delparae: P. G. XCVII, 1979 B.

(20) Id., Homilia III in Dormitionem Ssmae Deiparae: P. G. XCVII, 1099 A.

(21) S. Germanus, in Praesentationem Ssmae Delparae, I: P. G. XCVIII, 303 A.

(22) Id., In Praesentatlonem Ssmae Delparae, 11; P. G. XCVIII, 315 C.

(23) S. loannes Damascenus, Homilia I In Dormitionem B. M. V.: P. G. XCVI, 719 A.

(24) Id., De Fide orthodoxa, I, IV, c. 14 : P. G. XLIV, 1158 B.

(25) De laudibus Mariae (inter opera Venantii Fortunati): P. L. LXXXVIII, 282 B et 283 A

(26) Ildefonsus Toletanus, De virginitate perpetua B. M. V.: P. L. XCVI, 58 AD .

(27) S. Martinus I, Epist. XIV: P. L. LXXXVII, 199-200 A. .

(28) 5 Agatho: P. L. LXXXVII, 1221 A.

(29) Hardouin, Acta Conciliorum, IV, 234; 238; P. L. LXXXIX, 508 B.

(30) Xystus IV, Bulla Cum praeexcelsa, d. d. 28 febr. a 1476.

(31) Benedictus XIV, Bulla Gloriosae Dominae, d. d, 27 sept. a 1743.

(32) S. Alfonso, Le glorie di Maria, p. I, c. I, § I.


(aus dem Rundschreiben “AD CAELI REGINAM” unseres Heiligen Vaters Pius XII., 11.10.1954)



Marienkrönung von Veit Stoß in der Krakauer Marienkirche, P. Benno Mikocki über die Rosenkranzkönigin

Maria, Königin der Engel im Nationalmuseum Warschau, Homilie von Amadeus von Lausanne 

Krönung Mariens, Walsingham, anglik., (B16 Angelus, 22. August 2010)

Krönung Mariens, Relief auf dem Altar vor dem Dreikönigsschrein in Köln (B16, Generalaudienz 2012)

Schutzmantelmadonna durch Engel gekrönt, Stiftskirche Rein

Der Thron für die Königin in der Stiftskirche Rein

Glasfenster im Konstanzer Dom

Krönung Marias in der Sakristei der Kathedrale von Burgos

Altarbild der Krönung Marias in der Kirche der Barmherzigen Brüder in Wien (Amadeus von Lausanne, Lesehore) 

Malerei der Krönung Marias in S. Maria Maggiore, Rom 

Fliesenmosaik vor der Jakobuskathedrale in Jerusalem (H. U. v. Balthasar, Vollmacht der Königin)

Kuppelfresko der Krönung von Rottmayr, Wiener Peterskirche 

und nochmal das Kuppelfresko 

Altarbild der Marienkrönung in der Wiener Dominikanerkirche

Mosaik in der Rosenkranzbasilika in Lourdes (Pius XII. über die Einführung des Festes Mariä Königin) 

Marienkrönung, Schnatterpeck-Altar in Lana, Südtirol (Küng, Königin der Familien)

Maria als Königin, Maria Empfängnis, Weerberg, Tirol, (Weihegebet Maximilian Kolbe) 

Relief vom Altar im Kölner Dom (Benedikt XVI., Maria Königin, 2012)



Bürgerspitalkirche zur hl. Katharina in Waidhofen/Ybbs