Samstag, 15. August 2026

Mit wieviel mehr Grund dann Maria

 

Osterkerze mit Marienmotiven, oben Aufnahme Mariens


Wenn er, Christus, seinen Heiligen das ganze Himmelreich gegeben
und mit einem Wort dem Schächer das Paradies geöffnet hat,
mit wieviel mehr Grund dann auch derjenigen,
die er selbst geschaffen hat und aus der er Fleisch angenommen hat.


Theoteknos von Livias (2. Hälfte des 6. Jahrhunderts)


Probsteikirche St. Mariä Himmelfahrt, Jülich

Auch für den Leib ist in Gott Raum (Benedikt XVI.)

 

Aufnahme Mariens, Nicola Filotesio alias Cola dell´Amatrice, 1515, Öl auf Holz

 

HL. MESSE AM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

PREDIGT VON BENEDIKT XVI.

Pfarrkirche von Castelgandolfo Montag, 15. August 2005

 Liebe Mitbrüder im Bischofsund im Priesteramt, liebe Brüder und Schwestern!

Zunächst richte ich einen herzlichen Gruß an euch alle. Es ist mir eine große Freude, am Tag der Aufnahme Marias in den Himmel die heilige Messe in dieser schönen Pfarrkirche zu feiern. Ich begrüße Kardinal Sodano und den Bischof von Albano, alle Priester, den Bürgermeister und euch alle. Danke für eure Anwesenheit. Das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel ist ein Tag der Freude. Gott hat gesiegt. Die Liebe hat gesiegt. Das Leben hat gesiegt. Es hat sich gezeigt, daß die Liebe stärker ist als der Tod. Gott gehört die wahre Macht, und seine Macht ist Güte und Liebe.

Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen: Auch für den Leib ist in Gott Raum. Der Himmel ist für uns nicht mehr eine weit entfernte und unbekannte Sphäre. Wir haben eine Mutter im Himmel. Es ist die Mutter Gottes, die Mutter des Sohnes Gottes, sie ist unsere Mutter. Er selbst hat es gesagt. Er hat sie zu unserer Mutter gemacht, als er zu seinem Jünger und uns allen gesagt hat: »Siehe, deine Mutter!« Der Himmel steht offen, der Himmel hat ein Herz.

Im Evangelium haben wir das Magnificat gehört, diese großartige Dichtung, die aus dem Munde, ja aus dem Herzen Marias kam und vom Heiligen Geist inspiriert war. In diesem wundervollen Lied spiegelt sich die ganze Seele Marias wider, ihre ganze Persönlichkeit. Wir können sagen, daß dieser Gesang ein Porträt, eine wahre Ikone Marias ist, in der wir sie so sehen können, wie sie ist. Ich möchte nur zwei Aspekte dieses großartigen Gesangs hervorheben. Er beginnt mit dem Wort »Magnificat«: Meine Seele »macht den Herrn groß«, das heißt sie »preist die Größe des Herrn«. Maria möchte, daß der Herr in der Welt, in ihrem Leben groß ist, daß er unter uns allen gegenwärtig ist. Sie hat keine Angst, daß der Herr ein »Konkurrent« in unserem Leben sein könnte, daß er uns durch seine Größe etwas von unserer Freiheit, unserem Lebensraum nehmen könnte. Sie weiß, daß wenn Gott groß ist, auch wir groß sind. Unser Leben wird nicht unterdrückt, sondern es wird erhöht und weitet sich: gerade dann wird es groß im Glanz Gottes.

Die Tatsache, daß unsere Stammeltern das Gegenteil dachten, war der Kern der Erbsünde. Sie fürchteten, daß wenn Gott zu groß wäre, er ihnen etwas von ihrem Leben nehmen würde. Sie dachten, sie müßten Gott zurücksetzen, um Freiraum für sich selbst zu haben. Das war auch die große Versuchung der Moderne, der letzten drei bis vier Jahrhunderte. Immer häufiger hat man gedacht und auch gesagt: »Aber dieser Gott läßt uns nicht unsere Freiheit, mit all seinen Geboten engt er unseren Lebensraum ein. Gott muß also verschwinden; wir wollen autonom sein, unabhängig. Ohne diesen Gott werden wir selbst Götter sein und das tun, was wir wollen.« Dies waren auch die Gedanken des verlorenen Sohnes, der nicht verstanden hat, daß er gerade dadurch, daß er im Haus des Vaters war, »frei« war. Er ging weit weg in fremde Länder und verschleuderte sein Vermögen. Letztendlich sah er ein, daß er – gerade weil er sich vom Vater entfernt hatte – anstatt frei zu werden, ein Sklave geworden war. Er erkannte, daß er nur durch die Rückkehr in das Haus des Vaters wirklich frei sein würde, in der ganzen Schönheit des Lebens. So ist es auch in der Moderne. Zuerst dachten und glaubten wir, wir würden, wenn wir Gott beiseite ließen und autonom würden und nur unseren Ideen, unserem Willen folgten, wirklich frei, weil wir alles tun könnten, was wir wollten, ohne daß uns irgend jemand irgendwelche Befehle geben könne. Aber wo Gott verschwindet, wird der Mensch nicht größer. Im Gegenteil: Er verliert seine göttliche Würde, er verliert den göttlichen Glanz auf seinem Angesicht. Schließlich erweist er sich nur als das Produkt einer blinden Evolution und als solches kann er gebraucht und mißbraucht werden. Gerade das hat die Erfahrung dieser unserer Zeit bestätigt.

Nur wenn Gott groß ist, ist auch der Mensch groß. Mit Maria sollen wir beginnen zu verstehen, daß dies so ist. Wir dürfen uns nicht von Gott entfernen, sondern wir müssen Gott gegenwärtig werden lassen. Wir sollen Ihn in unserem Leben groß sein lassen, dann werden auch wir göttlich werden, und all der Glanz der göttlichen Würde wird dann auch uns zuteil. Es ist wichtig, daß Gott unter uns groß ist, im öffentlichen und privaten Leben. Im öffentlichen Leben ist es wichtig, daß Gott zum Beispiel durch das Zeichen des Kreuzes in den öffentlichen Gebäuden gegenwärtig ist und daß er in unserem gemeinschaftlichen Leben gegenwärtig ist, denn nur wenn Gott gegenwärtig ist, haben wir eine Orientierung, einen gemeinsamen Weg. Andernfalls werden die Gegensätze unversöhnlich, weil die Anerkennung einer gemeinsamen Würde fehlt. Lassen wir Gott groß sein im öffentlichen und privaten Leben. Das bedeutet auch, daß wir Gott jeden Tag im persönlichen Leben Raum geben, angefangen beim morgendlichen Gebet, und daß wir Gott Zeit geben, indem wir den Sonntag Gott schenken. Wir verlieren unsere freie Zeit nicht, wenn wir sie Gott schenken. Wenn Gott in unsere Zeit eintritt, wird die ganze Zeit größer, weiter, reicher.

Eine zweite Bemerkung. Dieses Gedicht Marias – das Magnificat – ist vollkommen neuartig; dennoch ist es zugleich ein »Gewebe«, das ganz aus »Fäden« des Alten Testaments besteht, aus dem Wort Gottes. Und so sehen wir, daß Maria sozusagen im Wort Gottes »zu Hause« war, vom Wort Gottes lebte und vom Wort Gottes durchdrungen war. In dem Maß, in dem sie mit den Worten Gottes sprach, mit ihnen dachte, waren ihre Gedanken die Gedanken Gottes, waren ihre Worte die Worte Gottes. Sie war vom göttlichen Licht durchdrungen und deshalb war sie so leuchtend, so gütig, so strahlend vor Liebe und Güte. Maria lebt vom Wort Gottes, sie ist vom Wort Gottes durchdrungen. Und dieses Eingetaucht- Sein in das Wort Gottes, diese vollständige Vertrautheit mit ihm schenkt ihr auch das innere Licht der Weisheit. Wer mit Gott denkt, denkt gut, und wer mit Gott spricht, spricht gut. Er hat Urteilskriterien, die für alle Dinge dieser Welt gelten. Er wird klug, weise und gleichzeitig gut; er wird auch stark und mutig mit der Kraft Gottes, die dem Bösen widersteht und das Gute in der Welt fördert.

Und so spricht Maria mit uns, sie spricht zu uns und lädt uns ein, das Wort Gottes kennenzulernen, das Wort Gottes zu lieben, mit dem Wort Gottes zu leben, mit dem Wort Gottes zu denken. Dies können wir auf ganz verschiedene Weise tun: indem wir die Heilige Schrift lesen, und vor allem indem wir an der Liturgie teilnehmen, in der die heilige Kirche im Lauf des Jahres vor uns das Buch der Heiligen Schrift öffnet. Sie öffnet es für unser Leben und läßt es in unserem Leben gegenwärtig werden. Aber ich denke auch an das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche, das wir vor kurzem veröffentlicht haben und in dem das Wort Gottes auf unser Leben angewendet, die Wirklichkeit unseres Lebens interpretiert wird. Es hilft uns, in den großen »Tempel« des Wortes Gottes einzutreten, es lieben zu lernen und wie Maria von diesem Wort durchdrungen zu werden. So wird das Leben voller Licht und wir haben ein Kriterium, auf dessen Grundlage wir Urteile fällen können; wir empfangen Güte und Stärke zugleich.

Maria wurde mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen, und mit Gott und in Gott ist sie die Königin des Himmels und der Erde. Ist sie etwa dadurch weit von uns entfernt? Das Gegenteil ist wahr. Denn gerade weil sie mit Gott und in Gott ist, ist sie jedem von uns ganz nahe. Als sie auf der Erde war, konnte sie nur wenigen Menschen nahe sein. Weil sie in Gott ist, der uns nahe ist, der vielmehr uns allen »innerlich« ist, hat Maria Anteil an dieser Nähe Gottes. Weil sie in Gott und mit Gott ist, ist sie jedem von uns nahe, sie kennt unser Herz, sie kann unsere Gebete hören, sie kann uns mit ihrer mütterlichen Güte helfen und sie ist uns – wie der Herr gesagt hat – als »Mutter« gegeben, an die wir uns in jedem Augenblick wenden können. Sie hört uns immer, sie ist uns immer nahe, und weil sie die Mutter des Sohnes ist, hat sie Anteil an der Macht des Sohnes, an seiner Güte. Wir können immer unser ganzes Leben dieser Mutter anvertrauen, die niemandem von uns fern ist.

Danken wir dem Herrn an diesem Festtag für das Geschenk seiner Mutter, und bitten wir Maria, daß sie uns hilft, jeden Tag den rechten Weg zu finden. Amen



Aufnahme Mariens, links Benedikt, Laurentius, rechts Maria Magdalena und Scholastika

 
 
 Hochaltar Aufnahme Mariens in den Himmel, BialystokPius XII., Aus der Konstitution "Munificentissimus Deus", 2023
 
 
Aufnahme Mariens, S. Ignazio, Rom, Tagesgebet, erzabteibeuron
 
Aufnahme Mariens, Konstanzer Dom, Heiser: Überwunden werden die Grenzen der Natur

Das Heiligtum Dormitio im Heiligen Land (Entschlafung Mariens)Papst Benedikt XVI., Generalaudienz, 15. August 2008

Peter Paul Rubens, Musee d´arts, Brüssel, Hymnus O Jungfrau rein und makellos

Mosaik der Aufnahme Mariens, Rosenkranzbasilika Lourdes, Heiser: Völker tanzt, Judith als Vorausbild, 2018

Hochaltarbild in S. Luigi dei Francesi, Rom, Matthäusbilder von Caravaggio

Hochaltar Figurengruppe mit Heilig Geist Glasfenster im Dom zu Neapel, dem hl. Januarius und der Aufnahme Mariä geweiht

Hochaltarbild Maria Himmelfahrt, Piaristenkirche, Krems

Glasfenster der Aufnahme Mariens, Dominikanerkirche, Brüssel

Tafelbild in der Kathedrale zur Aufnahme Mariens, Katedrala Marijina Uznesenja, Zagreb

Das Mariengrab in Jerusalem

Hochaltarbild in der Stiftskirche in Göttweig, am Grab von Altmann 

Aufnahme und Krönung Mariens in Santa Maria Maggiore, Schnitzler 

Bild von Aufnahme Mariens von 1696, J. M. Rottmayr in Stiftskirche Heiligenkreuz

Deckenfresko im Schatzsaal von Loreto 

Hochaltarbild in der Sachsler Pfarrkirche am Grab des hl. Niklaus von der Flüe 

Kathedrale Burgos, Glasfenster und Figurengruppe von Aufnahme und Krönung, Balthasar , 2013

Krönung Mariens an der Außenfassade des Doms von Orvieto, Balthsar, Du krönst das Jahr 

Glasfenster des Todes (Kommunionempfang) und der Aufnahme Mariens in La Salette, Adrienne v. Speyr

Freitag, 14. August 2026

Heilig sein wie ein Auto - Maximilian Maria Kolbe

 

Kościół św. Anny, ehem. Bernhardinerkirche, Warschau

Heiliger Maximilian Kolbe, bitte für uns!
Kościół św. Anny, Warschau

Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen
Altar der Unbefleckten Empfängnis, Kościół św. Anny, Warschau

Was sollen wir also tun, um uns um ihre Angelegenheiten (die der Immaculata) zu kümmern?

Einfach heiligmäßig sein. Und ein Heiliger ist kein Mummelgreis, kein Tollpatsch, den man herumschubsen kann. Ein Heiliger muss rüstig, energisch, voller Initiative sein. Das bedeutet nicht, dass er so viel arbeiten soll, bis ihm die Zunge aus dem Hals hängt.

Er muss zum Beispiel so sein wie ein Auto, mit allem, was dazugehört. Das Auto soll von einem Chauffeur gefahren werden, aber es bewegt sich von selbst, der Chauffeur legt nur den Gang ein, lenkt nach rechts oder links, biegt ab usw. Und das Auto wird dann am vollkommensten sein, wenn es so fährt, wie der Chauffeur es will: Wenn es langsam fahren soll - dann fährt es langsam, wenn schnell, dann schnell, wenn nach links - dann nach links usw.

Jeder von uns muss sich führen lassen, aber man muss von allein vorwärts gehen - wie dieses Auto. Niemand schiebt das Auto von hinten an. Wenn die Immaculata anordnet, hier zu arbeiten, dann soll man seine ganze Energie, seinen ganzen Eifer und seine Fähigkeiten da hineinstecken; wenn sie Erholung anordnet, dann sollen wir uns erholen, und wenn wir zur Rekreation gehen sollen, dann gehen wir zur Rekreation. Und eine Seele, die dies genau erfüllt, tut sehr viel für die Sache der Immaculata.

Wir müssen uns bemühen, dass die Opfergabe auf einer kleinen Flamme brennt, also 50, 60, und sogar 100 Jahre lang. Sich schnell verbrennen, kann nämlich jeder.

(aus einem Brief an die Brüder, die die Arbeit leiten und an ältere Brüder, aus: Impulse des hl. Maximilian Maria Kolbe, 182f)


Altarbild in der Franziskanerkirche zur Aufnahme Mariens in Przemysl 
Seligsprechungspredigt von Paul VI.

Glasfenster in der St Mary´s Cathedral in Inverness (Hingabe an die Immaculata) 

Glasfenster im Heiligtum der Barmherzigkeit in Bialystok (Lesehore, durch Leiden zur Herrlichkeit) 

Altar in der Minoritenkirche in Venedig

Statue in der Franziskanerkirche Vicenza

Gebet zur Mutter Gottes um Rettung (Loretokapelle Brünn)

Über das Leiden (Minoritenkirche Wien)

Durch die Hände der Unbefleckten kannst du alles (Katharinakirche Krakau) 

Die Macht des Gebetes (Chiesa dei Santi Apostoli, Rom)

Priesterweihe in Rom in S. Andrea della Valle

Die Primizkirche des M. Kolbe, (S. Andrea delle Fratte, Rom)

Die Todeszelle des hl. Maximilian Kolbe

Donnerstag, 13. August 2026

Hippolyt, Diözesanpatron von St. Pölten

 

Hippolyt bei der Dreifaltigkeitssäule in St. Pölten
 

Hippolyt war Presbyter und gelehrtester Theologe der römischen Kirche. Die Wahl seines Gegners Kallistus führte 217 zum Schisma, indem ein Teil der Gemeinde Hippolyt als Bischof aufstellte. Unter Pontianus, einem gebürtigen Römer (230–235), dauerte die Spaltung noch fort, bis beide Gegner in der vom Kaiser verhängten Verbannung nach Sardinien den Entbehrungen erlagen. Sie wurden, vermutlich ausgesöhnt, beide an einem 13. August in Rom beigesetzt, Pontianus in der Kallistuskatakombe, Hippolyt in dem nach ihm benannten Cömeterium an der Via Tiburtina. Zu Hippolyts Schriften gehört die „Apostolische Überlieferung“ mit dem berühmten Hochgebet, aus dem Teile im jetzigen Hochgebet II verwertet sind. 

Herr, unser Gott,wir gedenken der heiligen Märtyrer
Pontianus und Hippolyt
und ehren ihr ruhmvolles Sterben für Christus.
Das Beispiel ihrer Treue
mehre in uns die Liebe zu dir und stärke unseren Glauben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Marko d´Aviano, des Retters Wiens.

Dreifaltigkeitssäule und Franziskanerkirche St. Pölten

Hl. Hippolyt & St. Pölten.

(Quelle

Der Weg, den Hippolytus nach St. Pölten genommen hat, ist nicht recht klar. Abt Fulrad von St. Denis brachte jedenfalls im achten Jahrhundert Reliquien des Heiligen Hippolyt nach Frankreich. Einen Teil davon gab er auf seinen Erbbesitz in Fulradsweiler im Elsaß. Der Ort bekam den Namen St. Pilt oder französisch St. Hippolyte. Fulrad stand seinerseits mit den Brüdern Adalbert und Ottokar (Autkar) in Verbindung, die der Sage nach auch Gründer von St. Pölten sind.

Adalbert wurde erster Abt von Tegernsee. Dort sind ebenso wie in Salzburg Hippolyt-Reliquien nachgewiesen. Eine wohlbegründete Tradition berichtet, dass von Tegernsee aus das Kloster St. Pölten gegründet wurde. Vermutlich hat sich das Kloster Tegernsee, das eines der wohlhabendsten in Bayern war, 791 am Awarenfeldzug Karls des Großen beteiligt und bekam vom späteren Kaiser Güter im neu eroberten Land zugesprochen. Auf einem solchen Besitz in der ehemaligen Römerstadt Aelium Cetium errichtete es ein Kloster und stattete es mit Hippolyt-Reliquien aus.

Der Ort, der zunächst nach dem Fluss Traisma benannt war, bekam schließlich den Namen St. Pölten. Es ist anzunehmen, dass das Kloster in St. Pölten um 800 errichtet wurde und in Abhängigkeit von Tegernsee stand. Im Spätmittelalter wurde an der Volksseite des Lettners ein Marienaltar errichtet. Nach der Beseitigung des Lettners rückte der Marienaltar als Hauptaltar in das Presbyterium an die Stelle des Hippolytsaltars. Hippolyt bekam nur mehr einen Seitenaltar zugewiesen und die Stifts- bzw. Domkirche ist seither Maria Himmelfahrt geweiht. Bei der Errichtung der Diözese St. Pölten 1785 wurde aber der Heilige Hippolyt zum Diözesanpatron erwählt.

Am Grab des hl. Kassian von Imola, dem Patron der Stenografen und Lehrer

Der heilige Kassian von Imola gilt als Schutzpatron der Stenografen. Nach der Überlieferung war Kassian im 4. Jahrhundert Lehrer und christlicher Katechet. Während der Christenverfolgungen soll er sich geweigert haben, seinem Glauben abzuschwören. Daraufhin wurde er seinen eigenen Schülern ausgeliefert, die ihn mit Schreibgriffeln (Stili) und anderen Schreibwerkzeugen zu Tode quälten. Deshalb wird er in der Kunst häufig mit Schreibgriffeln dargestellt.
Die neuesten Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Kassian von seinen eigenen Schülern mit Schreibgriffeln erstochen wurde. Als im Jahre 2004 in Imola das Grab des Heiligen geöffnet wurde, fanden sich an seinem Schädel tatsächlich Spuren des grausamen Martyriums, das man gerne als Legende abgetan hatte.

Kassian ist Mitpatron des Doms zu Brixen. Seit 845 ist Kassian als Patron der Bischofskirche von Säben bzw. Bri­xen bezeugt. 

(Quelle Diözese Boxen Brixen)




Der Märtyrer Cassian von Imola wird in der katholischen Kirche am 13. August gefeiert. 

Seine Gebeine befinden sich heute in der Krypta des Doms (Kathedrale) von Imola. Ursprünglich wurde Cassian außerhalb der antiken Stadt bestattet. Über seinem Grab entstand schon früh eine Basilika, die der Dichter Aurelius Prudentius Clemens um 400 besuchte und beschrieb. Nach der Zerstörung der alten Basilika im 12. Jahrhundert wurden die Reliquien in die neue Kathedrale von Imola übertragen, wo sie bis heute verehrt werden.

In Imola ist der 13. August zugleich das Patronatsfest der Stadt und der Diözese. 




Tafel zur Ernennung des hl. Kassian zum Patron der Stenografen


„… in der Fülle unseres apostolischen kirchlichen Lehramtes erklären und verkünden Wir für immer den Märtyrer St. Kassian, den himmlischen Schutzpatron der italienischen Stenografen …“

Pius PP. XII.

Aus dem Vatikan, 23. Februar 1952

„Die italienischen Stenografen errichteten [diese Tafel] auf Initiative von Prof. Giuseppe Quitadamo und der U.S.N.E.N. von Neapel.

August 1959.“


“… NELLA PIENEZZA DEL NOSTRO APOSTOLICO
MAGISTERO ECCLESIASTICO, ORDIAMO, PROCLAMIAMO
PER SEMPRE IL MARTIRE SAN CASSIANO, PATRONO CELESTE
PRESSO GLI STENOGRAFI ITALIANI.”

PIO PP. XII

DAL VATICANO, 23 FEBBRAIO 1952

“GLI STENOGRAFI ITALIANI POSERO AD INIZIATIVA DEL
PROF. GIUSEPPE QUITADAMO, E DELL’U.S.N.E.N. DI NAPOLI
AGOSTO 1959”


Mittwoch, 12. August 2026

Radegund von Thüringen in Poitiers

Der Gedenktag der Heiligen wird in Erfurt und Fulda am 12. August, gesamtkirchlich am 13. August, begangen.


Heilige Radegund, bitte für uns!
Fresko in Sainte Radegonde - Poitiers

Radegund von Thüringen, Königin der Franken. Radegund wurde 518 als Tochter des Thüringerkönigs Berthachar geboren. Sie wurde im Alter von 13 Jahren als Geisel nach Frankreich gebracht, dort erfolgte die Zwangsheirat mit dem Frankenkönig Chlotar I. im Jahre 536. Nachdem Chlotar den Bruder Radegunds hatte ermorden lassen, floh sie nach 20-jähriger Ehe vor ihrem tyrannischen Mann zu Bischof Medard von Noyon, der ihr den Nonnenschleier verlieh.
Später gründete Radegund in Poitiers ein Kloster, das später Sainte-Croix genannt wurde. Äbtissin des Kloster war Agnes, Radegunds Pflegetochter. 
Radegund führte in Sainte-Croix, wo man die Regel des Caesarius von Arles befolgte, ein Leben des Gebetes und der Nächstenliebe bis zu ihrem Tod am 13. August 587. Ihr Grab in der Krypta von Sainte-Radegonde zu Poitiers ist eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte.
(Martyrologium Sancrucense)

Unter dem Altar ist in der Krypta Radegund begraben, eine gute Fürsprecherin für Eheleute


Sainte Radegonde, Poitiers

Eine einzige heilige Messe - Karl Leisner

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Papstes Innozenz XI., der 1683 mithalf Wien vor den Türken zu retten.

des Xantener Doms

1966 wurde die Krypta unter dem Dom erweitert und Opfer des Nationalsozialismus in dieser beigesetzt. So befinden sich dort Urnen mit Asche aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Bergen-Belsen und Dachau. Ebenfalls in der Krypta befinden sich die Gräber Heinz Bellos, Karl Leisners und Gerhard Storms. Aschenurnen, Erinnerungsstücke und Schrifttafeln erinnern an Wilhelm Frede, Nikolaus Groß und Johannes Maria Verweyen. Am 28. Januar 2006 wurde auch eine Reliquie des Bischofs Clemens August Graf von Galen, der in Xanten und Münster gegen den Nationalsozialismus gepredigt hatte, in die Xantener Krypta übergeführt. (wikipedia)

Zugang zur Krypta 


Foto von der Generalprobe der Priesterweihe
Foto von der Generalprobe der Priesterweihe
(Quelle: bistumaugsburg)
  

Karl Leisner, Priester und Märtyrer. Karl Leisner wurde am 28. Februar 1915 zu Rees am Niederrhein geboren. Er war ein begnadeter Jugendführer und wurde als Diakon Leiter der Jungschar im Bistum Münster. Als er im November 1939 vom missglückten Attentat des Georg Elsner auf Hitler erfuhr, sagte er dazu: „Schade!“
Daraufhin wurde er sofort denunziert und am nächsten Tag verhaftet. Er kam zuerst in das Konzentrationslager Sachsenhausen, dann nach Dachau, wo er Folter in unerschütterlichem Gottvertrauen ertrug, auch als sein Gesundheitszustand sich mehr und mehr verschlechterte.
Ein ebenfalls inhaftierter französischer Bischof weihte Karl Leisner am 17. Dezember 1944 geheim zum Priester. Im Geheimen konnte er im Konzentrationslager am 26. Dezember 1944 eine einzige heilige Messe feiern. Nach der Befreiung aus Dachau durch die Amerikaner starb Karl Leisner trotz aufopfernder Pflege am 12. August 1945 im Alter von 30 Jahren. Er wurde in der Krypta des Domes zu Xanten beigesetzt und 1996 von Johannes Paul II. selig gesprochen.

Krypta in St. Vikor mit den Gräbern der Märtyrer 

Vor der Subdiakonenweihe schrieb Karl Leisner am 25. Februar 1939 in sein Tagebuch:

Jetzt geht es auf das letzte Liebeswort für das ganze Leben zu, mit aller Lust und allem Leid gesprochen – wie jedes Liebeswort, auch unter Menschen, die sich restlos einander lieben und wei­hen wollen. – Ich spreche „Ja, Vater”, weil Gott zu mir gesprochen „Ja, du bist mein lieber Sohn”. – Ich kann und will nicht mehr anders und koste es das Leben des Kreuzes; und das kostet es ganz sicher mehr als ich es aussprechen kann. Aber ich ahne es. Herr, ich entscheide mich frei für Dich, Dir gehört mein Leben und Sterben! (Quelle)


Seliger Karl Leisner, bitte für uns!
Grab von Karl Leisner

Dienstag, 11. August 2026

Auf ihre Fürsprache unsere Wünsche mäßigen (Klara von Assisi)

 

Hl. Klara, Deckenfresko in der Franziskanerkirche in Roznava/Rosenau, Slowakei

Die Mitbegründerin des Klarissenordens wurde 1193 zu Assisi aus adeliger Familie geboren. Vom hl. Franziskus in der Portiunkulakirche eingekleidet, widmete sie sich in S. Damiano, wo auch ihre Mutter und ihre Schwester sich einfanden, einem armen Leben im Geist des Ordensvaters, das sich noch zu ihren Lebzeiten in zahlreichen neuen Klöstern ausbreitete. Ihr Gebet zum allerheiligsten Sakrament bewahrte 1240 und 1241 Assisi vor den Sarazenen. Gestorben nach langer Krankheit am 11. August 1253 in S. Damiano. Grab in der Kirche S. Chiara.
(erzabteibeuron)

Barmherziger Gott,aus Liebe zu dir hat die heilige Klara
ein Leben der Armut geführt.
Hilf uns auf ihre Fürsprache,
dass wir unsere Wünsche mäßigen
und mit ganzer Hingabe Christus nachfolgen,
damit wir im Himmel
dich, unser höchstes Gut, schauen dürfen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Franziskanerkirche in Roznava

Sonntag, 9. August 2026

Klarheit, ob ich in den Karmel gehen darf (Edith Stein)

 

Gemälde Niels Stensen und Edith Stein, sacra conversazione
Ludgerikirche, Münster 


  • Edith Stein lebte 1932/33 in Münster und arbeitete am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik. Nachdem sie wegen der nationalsozialistischen Gesetzgebung ihre Lehrtätigkeit aufgeben musste, suchte sie in der Ludgerikirche nach Klarheit über ihren weiteren Lebensweg.
  • Am 30. April 1933, während eines Gebetsgottesdienstes zum Fest des heiligen Liudger, betete sie dort darum, zu erkennen, ob sie in den Karmel eintreten solle. Sie beschrieb später, sie habe beim Schlusssegen die Gewissheit erhalten, dass dies ihr Weg sei.
  • Niels Stensen (Nicolaus Steno) wiederum war im 17. Jahrhundert Priester und wirkte als Seelsorger in Münster; auch er steht deshalb in einer besonderen Beziehung zur Gemeinde St. Ludgeri. (chatgpt)

Ikone im Breslauer Elternhaus, das Leiden als Weg der Vereinigung mit Gott, Kreuzeswissenschaft, 2025

Glasfenster in St Mary´s Cathedral, Inverness, Predigt zur Seligsprechung von JPII., 2024

Edith Stein - Kapelle in Breslau, 2023

Edith Steins letzter Weg, Ausschwitz und Ausschwitzmuseum, 2013

Das Edith Stein Denkmal in Köln, 2014

Auschwitz-Birkenau, Sühneleiden, 2015

Ausschwitz, Botschaft von Johannes Paul II. zum 60. Jahrestag der Befreiung , 2015


das heilige Gespräch, Niels Stensen und Edith Stein

 „Am 30. April, es war der Sonntag vom Guten Hirten, wurde in der Ludgerikirche das Fest des hl. Ludgerus mit dreizehnstündigem Gebet gefeiert. Am späten Nachmittag ging ich dorthin und sagte mir: ich gehe nicht wieder fort, ehe ich Klarheit habe, ob ich jetzt in den Karmel gehen darf. Als der Schlußsegen gegeben war, hatte ich das Jawort des Guten Hirten.“
(Edith Stein Gesamtausgabe Band I, aus dem Leben einer jüdischen Familie)

 


Herr, rette mich!

 

Der im Wasser versinkende Petrus wird vom Herrn gerettet, Paderborner Dom

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 14

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte,
22 drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen
und an das andere Ufer vorauszufahren.Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
23 Nachdem er sie weggeschickt hatte,
stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt
und wurde von den Wellen hin und her geworfen;
denn sie hatten Gegenwind.
25 In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen;
er ging auf dem See.
26 Als ihn die Jünger über den See kommen sahen,
erschraken sie,
weil sie meinten, es sei ein Gespenst,
und sie schrien vor Angst.
27 Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen
und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es;
fürchtet euch nicht!
28 Petrus erwiderte ihm und sagte:
Herr, wenn du es bist,
so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!
29 Jesus sagte: Komm!
Da stieg Petrus aus dem Boot
und kam über das Wasser zu Jesus.
30 Als er aber den heftigen Wind bemerkte,
bekam er Angst.
Und als er begann unterzugehen,
schrie er: Herr, rette mich!
31 Jesus streckte sofort die Hand aus,
ergriff ihn
und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?
32 Und als sie ins Boot gestiegen waren,
legte sich der Wind.
33 Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder
und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.
(Evangelium vom 19. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)


Glasfenster von Nikolaus Bette, vlnr: König David, Nachfolge Christi, Christus, die Urgemeinde, das himmlische Jerusalem, Paderborner Dom

Paderborner Dom

Samstag, 8. August 2026

Ein Mann des Evangeliums - Dominikus

 

Dominikus mit dem Hund zu Füßen, Dominikanerkirche Lublin

Wo immer er weilte: unterwegs mit den Gefährten, in einem Hause mit dem Gastgeber und seiner Familie, unter Magnaten und Fürsten und Prälaten, immer strömte er über von erbaulichen Gesprächen und Geschichten, um dadurch die Herzen der Hörer geneigt zu machen für die Liebe Christi und die Verachtung der Welt. Überall erwies er sich in Wort und Werk als Mann des Evangeliums.

(Jordan von Sachsen, aus dem Buch von den Anfängen des Predigerordens, in: Proprium des Predigerordens, 488)


In der Dominikanerbasilika in Lublin gibt es zwei einander gegenüberliegende Rokoko-Kanzeln, beide 1761 in der Werkstatt von Sebastian Zeisel geschaffen. Auf der linken Kanzel steht oben auf dem Schalldeckel eine Statue des hl. Dominikus,  auf der rechten Kanzel eine Figur des hl. Thomas von Aquin.

Kanzel links mit dem hl. Dominkus, rechts Thomas von Aquin, Dominikanerkirche Lublin

Donnerstag, 6. August 2026

Lernen: Auf ihn sollt ihr hören

 

Bremer Dom

Verklärung des Herrn

Glasfenster in St Peter Mancraft, Norwich (Präfation 2. Fastensonntag)

Figurengruppe der Verklärung im Chorumgang von Notre Dame de Chartres, B16 7. August 2005 

Altar der Dominikanerkirche in Lublin, Gebet der Ostkirche

San Marco Museum, Florenz, Fra Angelico, B16 Angelus, 9.3.2009

Glasfenster in der St Paul´s Cathedral in Dundee, B16, 2. Fastensonntag 2006

Glasfenster in Salisbury Cathedral, Einführung ins Jesusbuch von B16

Glasfenster in St Chad´s Church - The Manchester Oratory (Präfation)

Gemälde in den Uffizien

Mosaik, Rosenkranzstation in Medjugorje (B16. 6 August 2006)

Hochaltarbild im Stift Kremsmünster

Glasfenster in St Etheldreda´s Church, London

Berg Tabor im Heiligen Land 1 (B16, 24.2.2013)

Glasfenster in La Salette

Mosaik im Petersdom

Malerei in S. Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom

Kloster Sucevita in Rumänien

Berg Tabor - neue Impressionen 2 (B16, 18.2.2008)

Glasfenster im Magdalene College in Cambridge

Glasfenster im Straßburger Münster

Glasfenster in der Basilika Sacre Coeur, Paray Le Monial (B16. 5.3.2007)

Verklärung des Herrn, Eingangsportal, Peter Fuchs, 1891, Dom St. Petri, Bremen
 

"Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören" (Mk 9,7).
Die heilige Wolke, die Schechina, ist das Zeichen der Gegenwart Gottes selbst. Die Wolke über dem Offenbarungszelt zeigte Gottes Gegenwart an. Jesus ist das heilige Zelt, über dem die Wolke der Gegenwart Gottes steht und von dem aus sie nun auch die anderen "überschattet". Die Szene der Taufe Jesu wiederholt sich, in der der Vater selbst Jesus aus der Wolke heraus als Sohn proklamiert hatte: "Du bist mein Sohn, der Geliebte. An dir habe ich Wohlgefallen" (Mk 1,11).
Zu dieser feierlichen Proklamation der Sohnschaft tritt nun aber der Imperativ hinzu: "Auf ihn sollt ihr hören." Hier wird der Zusammenhang mit dem Aufstieg des Mose auf dem Sinai wieder sichtbar, den wir als Hintergrund der Verklärungsgeschichte am Beginn gesehen habe. Mose hatte auf dem Berg die Tora, Gottes weisendes Wort empfangen. Nun wird uns über Jesus gesagt: "Auf ihn sollt ihr hören."
Gese hat diese Szene treffend so kommentiert: "Jesus ist zum göttlichen Offenbarungswort selbst geworden. Deutlicher, gewaltiger können es die Evangelien nicht darstellen: Jesus ist die Tora selbst".
Die Erscheinung ist damit beendet, ihr tiefster Sinn zusammengefasst in diesem einen Wort. Die Jünger müssen mit Jesus wieder absteigen und immer neu lernen: "Auf ihn sollt ihr hören."
(Ratzinger, Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, 1. Teil, 363f)


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 17

In jener Zeit
1 nahm Jesus Petrus, Jakobus
und dessen Bruder Johannes beiseite
und führte sie auf einen hohen Berg.
2 Und er wurde vor ihnen verwandelt;
sein Gesicht leuchtete wie die Sonne
und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.
3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elíja
und redeten mit Jesus.
4 Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus:
Herr, es ist gut, dass wir hier sind.
Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja.
Noch während er redete,
siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie
und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke:
Dieser ist mein geliebter Sohn,
an dem ich Wohlgefallen gefunden habe;
auf ihn sollt ihr hören.
6 Als die Jünger das hörten,
warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden
und fürchteten sich sehr.
7 Da trat Jesus zu ihnen,
fasste sie an
und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht!
Und als sie aufblickten,
sahen sie niemanden außer Jesus allein.
9 Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus:
Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt,
bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!

Bremer Dom St. Petri