Dienstag, 31. März 2026

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Svatý Hostýn

ZEHNTE STATION

Jesus wird seiner Kleider beraubt

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Evangelium nach Markus. 15, 24

Die Soldaten warfen das Los
und verteilten seine Kleider unter sich
und gaben jedem, was ihm zufiel.


MEDITATION

Als Jesus auf Golgotha ohne Kleider dasteht (vgl. Mk 15, 24 usw.), wenden sich unsere Gedanken seiner Mutter zu: sie gehen zurück zum Ursprung dieses Leibes, der schon jetzt, vor der Kreuzigung, eine einzige Wunde ist (vgl. Jes 52, 14). Das Geheimnis der Menschwerdung: Der Sohn Gottes nimmt aus dem Schoß der Jungfrau seinen Leib an (vgl. Mt 1, 23; Lk 1, 26-38). Der Sohn Gottes spricht zum Vater mit den Worten des Psalms: "An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen..., doch einen Leib hast du mir geschaffen" (Ps 40, 8.7; Hebr 10, 6.5). Der Leib des Menschen ist Ausdruck seiner Seele. Der Leib Christi ist Ausdruck der Liebe zum Vater: "Darum sage ich: Ja, ich komme... Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude" (Ps 40, 9; Hebr 10, 7). "Ich tue immer das, was ihm gefällt" (Joh 8, 29). Mit jeder Wunde, mit jedem Schmerzensschauer, mit jedem Muskelriß, mit jedem vergossenen Blutstropfen, mit der ganzen Ermüdung der Arme, mit den Wunden an Hals und Schultern, mit dem schrecklichen Schmerz an den Schläfen erfüllt dieser entblößte Leib den Willen des Sohnes und jenen des Vaters. Dieser Leib erfüllt den Willen des Vaters, als er seiner Kleider beraubt und als Folterobjekt behandelt wird; als er in sich den unermeßlichen Schmerz des geschändeten Menschseins umschließt.
Der Leib des Menschen wird auf vielfältige Weise geschändet.
Bei dieser Station müssen wir an die Mutter Christi denken, denn unter ihrem Herzen, in ihren Augen und geborgen in ihren Händen hat der Leib des Gottessohnes vollkommene Anbetung empfangen.


ANRUFUNGEN

Jesus, heiliger Leib,
noch immer geschändet in deinen lebendigen Gliedern.
R. Kyrie, eleison.

Jesus, aus Liebe aufgeopferter Leib,
noch immer getrennt in deinen Gliedern.
R. Kyrie, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

 
Fac ut ardeat cor meum
in amando Christum Deum,
ut sibi complaceam.

Svatý Hostýn

 

9. Station: Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz

 


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 
Svatý Hostýn


NEUNTE STATION

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Buch der Klagelieder. 3, 27-32

Gut ist es für den Mann, ein Joch zu tragen
in der Jugend.
Er sitze einsam und schweige,
wenn der Herr es ihm auflegt.
Er beuge in den Staub seinen Mund;
vielleicht ist noch Hoffnung.
Er biete die Wange dem, der ihn schlägt,
und lasse sich sättigen mit Schmach.
Denn nicht für immer verwirft der Herr.
Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder
nach seiner großen Huld.


MEDITATION

"Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2, 8). Jede Station dieses Kreuzwegs ist ein Meilenstein dieses Gehorsams und dieser Erniedrigung.
Das Ausmaß dieser Entäußerung begreifen wir, wenn wir den Worten des Propheten folgen: "Der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen... Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen" (Jes 53, 6).
Das Ausmaß dieser Erniedrigung erfassen wir, wenn wir sehen, daß Jesus wieder, zum dritten Mal, unter dem Kreuz zusammenbricht. Wir begreifen es, wenn wir darüber nachdenken, wer da zu Boden stürzt, wer da unter dem Kreuz im Straßenstaub liegt, neben den Füßen feindseliger Leute, die ihn mit Demütigungen und Schmähungen nicht verschonen...
Wer ist das, der zu Boden stürzt? Wer ist Jesus Christus? "Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz " (Phil 2,6-8).


ANRUFUNGEN

Jesus Christus,
du hast die Bitterkeit der Erde verkostet,
um das Stöhnen des Schmerzes in Jubelgesang zu verwandeln.
R. Christe, eleison.

Jesus Christus,
der du dich im Fleisch erniedrigt hast,
um die ganze Schöpfung zu adeln.
R. Christe, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.


Eia, mater, fons amoris,
me sentire vim doloris
fac, ut tecum lugeam.

Montag, 30. März 2026

Salbe die Füße Jesu (Augustinus)

Maria Magdalena salbt Jesus, The Burell Collection, Glasgow
"made by the circle of the Willemsmeister" (Meister Wilhelm, 1470-1500, Köln)

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 12 (Evangelium vom Karmontag)

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betánien,
wo Lázarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.
2 Dort bereiteten sie ihm ein Mahl;
Marta bediente
und Lázarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
3 Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl,
salbte Jesus die Füße
und trocknete sie mit ihren Haaren.
Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
4 Doch einer von seinen Jüngern,
Judas Iskáriot, der ihn später auslieferte, sagte:
Warum hat man dieses Öl
nicht für dreihundert Denáre verkauft
und den Erlös den Armen gegeben?
6 Das sagte er aber nicht,
weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte,
sondern weil er ein Dieb war;
er hatte nämlich die Kasse
und veruntreute die Einkünfte.
7 Jesus jedoch sagte:
Lass sie,
damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt!
8 Die Armen habt ihr immer bei euch,
mich aber habt ihr nicht immer.
9 Eine große Menge der Juden hatte erfahren, dass Jesus dort war,
und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen,
sondern auch um Lázarus zu sehen,
den er von den Toten auferweckt hatte.
10 Die Hohepriester aber beschlossen, auch Lázarus zu töten,
11 weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

 

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, Augustinus, 50. Vortrag über das Johannesevangelium

„Maria“ aber, die andere Schwester des Lazarus, „nahm ein Pfund kostbarer Salbe von pistischem Nardenöl, salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihren Haaren seine Füße, und das Haus wurde mit dem Geruche des Salböls erfüllt.“ Die Tatsache haben wir vernommen, forschen wir nach der Bedeutung. Willst du, wer immer du bist, eine gläubige Seele sein, so salbe mit Maria die Füße des Herrn mit kostbarer Salbe.
Jene Salbe war die Gerechtigkeit, darum war es ein Pfund1; es war aber eine kostbare Salbe von pistischem Nardenöl. Wenn es heißt „pistisch“, so müssen wir das für den Ort halten, woher diese kostbare Salbe war; doch ist dieses Wort nicht belanglos und paßt ganz gut zu der symbolischen Bedeutung.
Pistis heißt im Griechischen Glaube2. Du suchtest Gerechtigkeit zu üben; der Gerechte lebt aus dem Glauben3.
Salbe die Füße Jesu; folge durch ein gutes Leben den Fußtapfen des Herrn. Trockne sie mit den Haaren; wenn du Überfluß hast, gib davon den Armen und du hast die Füße des Herrn getrocknet; denn die Haare erscheinen ja als etwas Überflüssiges am Leibe. Da hast du also Gelegenheit, etwas zu tun mit deinem Überfluß; für dich ist es überflüssig, aber für die Füße des Herrn ist es notwendig. Vielleicht leiden auf Erden die Füße des Herrn Not. Denn von wem andern als von seinen Gliedern wird er am Ende sagen: „Was ihr einem aus meinen Geringsten getan, das habt ihr mir getan“4? Ihr habt euren Überfluß aufgewendet, aber ihr habt meinen Füßen einen Dienst erwiesen.


  1. Libra, zunächst Wage, dann eine Wagschale voll, ein Pfund. 

  2. πιστικός [pistikos] (pisticus) wird vielfach von einer persischen Stadt Pista abgeleitet, so daß es pistisches Nardenöl bedeutet; nach andern kommt es von πίστις [pistis], so daß es echtes, zuverlässiges Nardenöl bedeutet. 

  3. Röm. 1, 17. 

  4. Matth. 25, 40. 


The Burrell Collection, Glasgow

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 
Svatý Hostýn



Kreuzweg, Svatý Hostýn

ACHTE STATION

Jesus begegnet den Frauen von Jerusalem

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Evangelium nach Lukas. 23, 28-31

Jesus wandte sich zu den Frauen und sagte:
"Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich;
weint über euch und eure Kinder!
Denn es kommen Tage, da wird man sagen:
Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren
und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen:
Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu!
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht,
was wird dann erst mit dem dürren werden?".


MEDITATION

Das ist der Aufruf zur Reue, zur wahren Reue, zur wahrhaftigen Trauer über das begangene Übel. Jesus sagt zu den Frauen von Jerusalem, die bei seinem Anblick weinen: "Weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!" (Lk 23, 28). Man darf nicht an der Oberfläche des Übels stehen bleiben, man muß zu seinen Wurzeln, zu den Ursachen, bis zur äußersten Wahrheit des Gewissens vordringen.
Genau das will Jesus sagen, der das Kreuz trägt, der von jeher "wußte, was im Menschen ist" (vgl. Joh 2, 25), und der es immer weiß. Darum muß er stets der allernächste Zeuge unserer Handlungen und der Urteile sein, die wir uns über sie in unserem Gewissen bilden. Vielleicht läßt er uns sogar begreifen, daß diese Urteile überlegt, vernünftig und sachlich sind, so daß er sagt: "Weint nicht!" - Und doch müssen sie zugleich mit alldem verbunden sein, was diese Wahrheit enthält: Er weist uns darauf hin, weil er es ist, der das Kreuz trägt.
Ich bitte dich, Herr, in der Wahrheit leben und wandeln zu können!


ANRUFUNGEN

Herr Jesus, weise und barmherzig,
Wahrheit, die zum Leben führt.
R. Kyrie, eleison.

Herr Jesus, von Mitleid erfüllt,
deine Gegenwart stillt in der Stunde der Prüfung unsere Trauer.
R. Kyrie, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.


Tui nati vulnerati,
tam dignati pro me pati
poenas mecum divide.

Sonntag, 29. März 2026

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 
Svatý Hostýn

SIEBTE STATION

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Buch der Klagelieder. 3, 1-2.9.16

Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat
durch die Rute seines Grimms.
Er hat mich getrieben und gedrängt
in Finsternis, nicht ins Licht...
Mit Quadern hat er mir den Weg verriegelt,
meine Pfade irregeleitet...
Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen,
er drückte mich in den Staub.


MEDITATION

"Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet" (Ps 22, 7): Die Worte des als Prophet sprechenden Psalmisten finden ihre volle Verwirklichung in diesen engen, steilen Gassen Jerusalems in den letzten Stunden vor dem Paschafest. Und wie man weiß, sind diese Stunden, gerade vor dem Fest, mühsam, und die Straßen überfüllt. Und in diesem Rahmen bewahrheiten sich die Worte des Psalmisten, auch wenn niemand daran denkt. All dessen sind sich zweifellos diejenigen nicht bewußt, die ihre Verachtung zeigen und für die dieser Jesus von Nazaret, der zum zweiten Mal unter dem Kreuz fällt, zu einem Objekt des Spottes geworden ist.
Und er will das. Er will, daß sich die Prophezeiung erfüllt. Er fällt also, erschöpft vor Anstrengung. Er fällt nach dem Willen des Vaters. Dieser Wille kommt auch in den Worten des Propheten zum Ausdruck. Er fällt, weil es sein eigener Wille ist, denn: "Wie würde dann aber die Schrift erfüllt?" (Mt 26, 54): "Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch" (Ps 22, 7), also nicht einmal "Ecce Homo" (Joh 19, 5), sondern noch geringer, noch schlechter.
Der Wurm kriecht, an die Erde geheftet; der Mensch hingegen als König der Geschöpfe geht aufrecht über sie. Der Wurm nagt auch am Holz: wie der Wurm, so nagt das Schuldgefühl über die Sünde am Gewissen des Menschen. Gewissensbisse darüber, daß Jesus zum zweiten Mal fällt.


 

 

ANRUFUNGEN

Jesus von Nazaret, zur Schande der Menschen geworden,
um alle Geschöpfe zu adeln.
R. Kyrie, eleison.

Jesus, Diener des Lebens,
von den Menschen zermalmt, von Gott erhöht.
R. Kyrie, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Pro peccatis suae gentis
vidit Iesum in tormentis
et flagellis subditum.


Christus gläubig und jubelnd aufnehmen (Palmsonntag, Johannes Paul II., 2003)

 

Einzug Jesu in Jerusalem, Edinburg, St Giles Cathedral


PREDIGT DES HEILIGEN VATERS JOHANNES PAUL II. 

13. April 2003

XVIII. Weltjugendtag 
»Siehe, deine Mutter!«
(Joh 19, 27)

 

1. »Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!« (Mk 11, 9). 

Die Liturgie des Palmsonntags ist gleichsam ein feierliches Eingangstor zur Karwoche. Sie verbindet zwei gegensätzliche Momente miteinander: den Empfang Jesu in Jerusalem und das Drama der Passion; das freudige »Hosanna« und das mehrfach wiederholte »Kreuzige ihn!«; den triumphalen Einzug und die scheinbare Niederlage des Kreuzestodes. So nimmt sie die »Stunde« vorweg, in welcher der Messias viel erleiden muß, getötet und am dritten Tag auferstehen wird (vgl. Mt 16, 21), und bereitet uns darauf vor, das Ostergeheimnis in Fülle zu leben.

2. »Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir« (Sach 9, 9). Beim Einzug Jesu jubelt die Stadt, in der die Erinnerung an David lebendig ist; die Stadt der Propheten, von denen viele dort um der Wahrheit willen das Martyrium erlitten; die Stadt des Friedens, die im Laufe der Jahrhunderte unter Gewalt, Krieg und Verschleppung gelitten hat. 

In mancherlei Hinsicht könnte die Stadt Jerusalem als Symbol der Menschheit angesehen werden, besonders an diesem dramatischen Beginn des dritten Jahrtausends, den wir gegenwärtig durchleben. Deshalb nehmen die Palmsonntagsriten eine besondere Aussagekraft an. Tröstlich erklingen die Worte des Propheten Sacharja: »Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel […] Vernichtet wird der Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden« (Sach 9, 9-10). Heute feiern wir, weil Jesus, der Friedenskönig, in Jerusalem einzieht. 

3. Damals liefen Christus an den Hängen des Ölbergs die Kinder und Jugendlichen Jerusalems entgegen; sie jubelten ihm zu und schwenkten freudig Öl- und Palmzweige. 

Heute stehen zu seinem Empfang die jungen Menschen der ganzen Welt bereit, die in allen Diözesangemeinschaften den XVIII. Weltjugendtag feiern. 

Ich begrüße euch ganz herzlich, liebe Jugendliche aus Rom, und auch euch, die ihr aus verschiedenen Ländern hierhergepilgert seid. Ich grüße die zahlreichen Verantwortlichen der Jugendpastoral, die an dem vom Päpstlichen Rat für die Laien organisierten Kongreß über die Weltjugendtage teilnehmen. Und wie könnten wir nicht unsere brüderliche Solidarität bekunden gegenüber euren Altersgenossen, die von Krieg und Gewalt im Irak, im Heiligen Land und in verschiedenen anderen Teilen der Welt so schwer geprüft werden? 

Heute nehmen wir gläubig und jubelnd Christus auf, der unser »König« ist: ein König der Wahrheit, der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Liebe. Dies sind die vier Säulen, auf denen das Gebäude des wahren Friedens erbaut werden kann, wie der selige Papst Johannes XXIII. vor 40 Jahren in der Enzyklika Pacem in terris schrieb. Dieses historische Dokument, das nichts von seiner Aktualität verloren hat, übergebe ich heute im Geiste einem jeden von euch, liebe Jugendliche der ganzen Welt:Lest es, denkt darüber nach, und bemüht euch, es in die Tat umzusetzen. Dann werdet ihr »selig« sein, weil ihr zu wahren Kindern des Gottes des Friedens werdet (vgl. Mt 5, 9). 

4. Der Friede ist ein Geschenk Christi, das er durch das Kreuzesopfer für uns erwirkt hat. Um den Frieden wirksam zu fördern, müssen wir mit dem göttlichen Meister bis auf den Kalvarienberg hinaufsteigen. Wer kann uns bei diesem Aufstieg besser führen als Maria, die uns unter dem Kreuz im treuen Apostel Johannes zur Mutter gegeben wurde? Um den jungen Menschen zu helfen, diese wundervolle spirituelle Wirklichkeit zu entdecken, habe ich als Thema der Botschaft zum diesjährigen Weltjugendtag die Worte des sterbenden Christus gewählt: »Siehe, deine Mutter!« (Joh 19, 26). Johannes nahm dieses Testament der Liebe an und öffnete Maria sein Haus (vgl. Joh 19, 27), das heißt, er nahm sie in sein Leben auf und teilte mit ihr eine vollkommen neue geistige Nähe. Die tiefe Verbindung zur Mutter des Herrn wird den »geliebten Jünger« zu einem Apostel jener Liebe machen, die er durch das unbefleckte Herz Marias aus dem Herz Christi erhalten hatte. 

5. »Siehe, deine Mutter!« Jesus richtet diese Worte an einen jeden von euch, liebe Freunde. Auch euch bittet er, Maria als Mutter »›zu euch nach Hause‹ zu nehmen, sie aufzunehmen ›in das, was euch gehört‹«, denn »sie übt ihr mütterliches Dienstamt aus, indem sie euch erzieht und formt, bis Christus vollkommen in euch Gestalt angenommen hat« (Botschaft zum Weltjugendtag 2003, 3; in: O.R. dt., Nr. 14, 4.4.2003, S. 7). Maria bewirke, daß ihr großherzig auf den Ruf des Herrn antwortet und freudig und treu an der christlichen Sendung festhaltet! 

Wie viele Jugendliche haben im Laufe der Jahrhunderte diese Aufforderung gehört, und wie viele tun dies auch in unseren Tagen! Junge Menschen des dritten Jahrtausends, habt keine Angst davor, euer Leben als vollkommene Antwort an Christus hinzugeben! Er allein verändert das Leben und die Geschichte der Welt. 

6. »Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn« (Mk 15, 39). Wir haben erneut das eindeutige Glaubensbekenntnis gehört, das der Hauptmann sprach, als er »ihn auf diese Weise sterben sah« (ebd.). Aus dem Gesehenen ergibt sich das erstaunliche Zeugnis des römischen Soldaten, des ersten Menschen, der verkündet hat, daß jener Mensch am Kreuz »Gottes Sohn war«. 

Herr Jesus, auch wir haben »gesehen«, wie du gelitten hast und wie du für uns gestorben bist. Treu bis zum letzten Atemzug, hast uns durch deinen Tod dem Tod entrissen. Durch dein Kreuz hast du uns erlöst. 

Stille Zeugin dieser für die Heilsgeschichte entscheidenden Augenblicke bist du, Maria, schmerzensreiche Mutter. 

Gib uns deine Augen, um in dem schmerzverzerrten Antlitz des Gekreuzigten das Abbild des glorreichen Auferstandenen zu erkennen. 

Hilf uns, ihn zu umarmen und ihm zu vertrauen, damit wir uns seiner Verheißungen würdig erweisen. Hilf uns, ihm heute und unser ganzes Leben lang treu zu bleiben. 

Amen. 



St Giles Cathedral, Edinburg

Einzug in Jerusalem

Ein Esel erfreut sich des Herrn 

Tympanonrelief, Kathedrale von Salamanca 

Glasfenster in Saint Etienne, Chalons en Champagne (Augustinus, Catena aurea)

Glasfenster in St Peter´s church, Nottingham (Einleitung in die Liturgie des Palmsonntags)

eine kleine Darstellung des Einzugs

Glasfenster in der Kathedrale von Brüssel (B16, Palmsonntag 2012)

Jesus auf einem Esel in St. Nikolaus in Hall in Tirol

Chorgestühl in der Kathedrale von Cordoba

Der Einzugsesel war ein weißer Esel😄😄😄

Fresko in der Unterkirche von Assisi (Adrienne v. Speyr, Johannesevangelium)

Relief in Notre Dame de Paris (Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit)

es war einer meiner Vorfahren😁

Fresko in rumän.-orthodoxer Kirche in Knittelfeld/Ö (Papst Benedikt, Palmsonntag 2012) 

Glasfenster in Chartres (Papst Benedikt, Palmsonntag 2009) 

Glasfenster in der Kathedrale von Canterbury

Samstag, 28. März 2026

I´ll be coming soon

 


Unsereins hat der Herr erwählt!

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

 


Svatý Hostýn

SECHSTE STATION

Veronika trocknet das Antlitz Jesu

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Buch des Propheten Jesaja. 53, 2-3

Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
so daß wir ihn anschauen mochten.
Er sah nicht so aus, daß wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt.

MEDITATION

Die Überlieferung hat uns mit Veronika bekanntgemacht. Sie vervollständigt vielleicht die Geschichte des Mannes aus Zyrene. Denn es ist sicher, daß sie - auch wenn sie als Frau das Kreuz nicht physisch getragen hat und auch nicht dazu gezwungen worden ist - dieses Kreuz gewiß mit Jesus mitgetragen hat: sie hat es so getragen, wie sie es vermochte, wie ihr es in jenem Augenblick möglich war, und wie ihr Herz es ihr eingab. Und sie hat sein Antlitz getrocknet.
Dieses Detail, das uns die Tradition überliefert, läßt sich allem Anschein nach auch leicht erklären: auf dem Schweißtuch, mit dem sie ihm das Angesicht getrocknet hat, sind die Gesichtszüge Christi abgedrückt geblieben. Da das Antlitz ganz mit Blut und Schweiß bedeckt war, konnte es Spuren und Umrisse hinterlassen.
Der Sinn dieses Details kann jedoch auch anders interpretiert werden, wenn man es im Licht der Rede Christi vom Weltgericht sieht. Zweifellos werden viele fragen: "Herr, wann haben wir das getan?". Und Jesus wird antworten: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (vgl. Mt 25, 37-40). In der Tat drückt der Heiland jedem Akt der Nächstenliebe die Ähnlichkeit mit ihm ein, wie er es auf dem Tuch der Veronika getan hat.


ANRUFUNGEN

O Antlitz des Herrn Jesus,
vom Schmerz entstellt, strahlend von göttlicher Herrlichkeit.
R. Kyrie, eleison.

O heiliges Antlitz,
als Siegel in jede Liebestat eingeprägt.
R. Kyrie, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Quis non posset contristari,
piam matrem contemplari
dolentem cum Filio?

Freitag, 27. März 2026

5. Station: Simon hilft Jesus das Kreuz tragen

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Svatý Hostýn

FÜNFTE STATION

Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Evangelium nach Markus. 15, 21-22

Einen Mann, der gerade vom Feld kam,
Simon von Zyrene,
den Vater des Alexander und des Rufus,
zwangen sie sein Kreuz zu tragen.
Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota,
das heißt übersetzt: Schädelhöhe.


MEDITATION

Simon von Zyrene, der angehalten wurde, das Kreuz zu tragen (vgl. Mk 15, 21; Lk 23, 26), wollte es gewiß nicht tragen. Er ist also dazu gezwungen worden. Er ging neben Christus unter derselben Last. Er lieh ihm seine Schultern, als die Schultern des Verurteilten zu schwach zu sein schienen. Er war ihm ganz nahe: näher als Maria, näher als Johannes, der, obwohl auch er ein Mann war, nicht gerufen worden ist, um ihm zu helfen. Sie haben ihn, Simon von Zyrene, den Vater des Alexander und des Rufus, gerufen, wie das Markusevangelium berichtet (Mk 15, 21). Sie haben ihn gerufen, ja sie haben ihn gezwungen.
Wie lange hat dieser Zwang gedauert? Wie lange ist er neben ihm gegangen und hat dabei zu erkennen gegeben, daß ihn nichts mit dem Verurteilten, mit seiner Schuld, mit seiner Strafe verband? Wie lange ist er so gegangen, innerlich gespalten durch eine Sperre der Gleichgültigkeit gegenüber dem Mann, der litt? "Ich war nackt, ich war durstig, ich war im Gefängnis" (vgl. Mt 25, 35.36), ich habe das Kreuz getragen... und: Hast du es mit mir getragen? ... Hast du es wirklich bis zum Ende mit mir getragen?
Das wissen wir nicht. Der heilige Markus nennt nur den Namen der Söhne des Mannes aus Zyrene, und die Überlieferung behauptet, daß sie zu der Christengemeinde gehörten, die dem heiligen Petrus nahestand (vgl. Röm 16, 13).

 


 

ANRUFUNGEN

Christus, barmherziger Samariter,
du hat dich an die Seite des Armen, des Kranken und des Geringsten gestellt.
R. Christe, eleison.

Christus, Diener des Ewigen, du betrachtest jede liebevolle Geste
gegenüber dem Verbannten, dem Ausgegrenzten und dem Fremden,
als würde sie dir erwiesen.
R. Christe, eleison.  
 

Alle: 

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Quis est homo qui non fleret,
matrem Christi si videret
in tanto supplicio?

Svatý Hostýn





 

 

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Svatý Hostýn

Svatý Hostýn, Kreuzweg

VIERTE STATION

Jesus begegnet seiner Mutter

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Evangelium nach Lukas. 2, 34-35. 51

Simeon sagte zu Maria, der Mutter Jesu:
Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel
viele durch ihn zu Fall kommen
und viele aufgerichtet werden,
und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden.
Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen...
Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.

MEDITATION

Die Mutter. Maria begegnet dem Sohn auf dem Kreuzweg. Sein Kreuz wird zu ihrem Kreuz, seine Erniedrigung zu ihrer, die öffentliche Schmach wird zu ihrer Schmach. Das ist die menschliche Ordnung der Dinge. So müssen es jene empfinden, die um sie herum sind, und so begreift es ihr Herz: "...Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen" (Lk 2, 35). Diese Worte, die gesprochen wurden, als Jesus vierzig Tage alt war, erfüllen sich in diesem Augenblick. Sie erlangen ihre ganze Fülle. Und durchbohrt von diesem unsichtbaren Schwert, geht Maria dem Golgota ihres Sohnes und damit ihrem eigenen Golgota entgegen. Christliche Frömmigkeit und Verehrung sieht sie mit diesem Schwert im Herzen und stellt sie auf Bildern und in Skulpturen so dar: Mater dolorosa! Schmerzhafte Mutter!
"Du, die du mit ihm gelitten hast!", wiederholen die Gläubigen, die im Innersten wissen, daß man das Geheimnis dieses Leidens so ausdrücken muß. Obwohl dieser Schmerz zu ihr gehört und sie in der ganzen Tiefe ihrer Mütterlichkeit berührt, wird die volle Wahrheit dieses Schmerzes mit dem Wort Mitleiden ausgedrückt. Es gehört zu demselben Geheimnis: es bringt in gewisser Weise die Einheit mit dem Leiden des Sohnes zum Ausdruck.


ANRUFUNGEN

Heilige Maria, unsere Mutter und Schwester auf dem Weg des Glaubens,
mit dir rufen wir zu deinem Sohn Jesus.
R. Kyrie, eleison.

Heilige Maria, unerschrocken auf dem Weg nach Golgotha,
mit dir flehen wir zu deinem Sohn Jesus.
R. Kyrie, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Quae maerebat et dolebat
pia mater, cum videbat
Nati poenas incliti.

Donnerstag, 26. März 2026

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst
Svatý Hostýn

DRITTE STATION

Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Buch des Propheten Jesaja. 53, 4-6

Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen,
wegen unserer Sünden zermalmt.
Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm,
durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der Herr lud auf ihn
die Schuld von uns allen.

MEDITATION

Jesus bricht unter dem Kreuz zusammen. Er fällt zu Boden. Er wendet nicht seine übermenschlichen Kräfte an, er greift nicht auf die Stärke der Engel zurück. "Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte?" (Mt 26, 53). Nein, er bittet nicht darum. Nachdem er den Kelch aus den Händen des Vaters entgegengenommen hat (Mk 14, 36 usw.), will er ihn bis zur Neige trinken. Genau das will er. Und deshalb denkt er nicht an irgendeine übermenschliche Kraft, obgleich sie ihm zur Verfügung stünde. Diejenigen, die ihn gesehen hatten, als er die menschlichen Gebrechen, die Verstümmelungen und Krankheiten, ja selbst den Tod in die Schranken wies, können ein schmerzreiches Wunder erleben. Und jetzt? Verneint er das alles? "Wir aber hatten gehofft", werden einige Tage später die Emmaus-Jünger sagen (vgl. Lk 24, 21). "Wenn du Gottes Sohn bist..." (Mt 27, 40), werden ihn die Mitglieder des Hohen Rates verhöhnen. "Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen" (Mk 15, 31; Mt 27, 42), wird die Menge brüllen.
Und er nimmt diese provokanten Sätze hin, die den ganzen Sinn seiner Sendung, der Reden, die er gehalten, der Wunder, die er vollbracht hat, aufzuheben scheinen. Er nimmt alle diese Worte hin, er hat beschlossen, keinen Widerstand zu leisten. Er will geschmäht werden. Er will schwanken. Er will unter dem Kreuz fallen. Er will das. Er ist bis zum Ende, bis in die kleinsten Einzelheiten der Aussage treu: "Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen" (vgl. Mk 14, 36 usw.).
Gott wird aus dem Zu-Boden-Fallen Christi unter dem Kreuz das Heil der Menschheit bereiten.

ANRUFUNGEN

Jesus, sanftes Erlöserlamm,
der du die Sünde der Welt trägst.
R. Kyrie, eleison.

Jesus, unser Gefährte in der Zeit der Angst,
verbunden mit der menschlichen Schwachheit,
R. Kyrie, eleison.
 

Alle:

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

O quam tristis et afflicta
fuit illa benedicta
mater Unigeniti!


Mittwoch, 25. März 2026

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir (Augustinus)

 

Verkündigungsszene vom Altar der Geburt des Herrn, 1480-1490

 

Mehr als mit mir.
Derselbe nämlich ist in deinem Herzen,
entsteht in deinem Schoß,
erfüllt deinen Geist
und wohnt in deinem Leib.

(Augustinus)

St. Ägidius, Bardejov

Verkündigung des Herrn

1 Glasfenster in Southwark Cathedral, London

2 Glasfenster der Ankündigung der Jungfrauengeburt durch Jesaja, Etheldreda´s Church, London

3 Tympanon der Marienkapelle, Würzburg, Ewiges Wort verwendet Sprachrohr als Rutsche

4 Glasfenster in Koekelberg, Brüssel

5 Verkündigungsaltar S. Ignazio, Rom

6 Verkündigungsrelief, S. Maria del Carmine, Brescia

7 Glasfenster S. Maria Maggiore, Triest

8 Glasfenster Ely Cathedral 

9 Mosaik, 6. Jh., Euphrasius Basilika, Porec

10 Glasfenster in ULF v. Chartres

11 Glasfenster in St. Ottilien

12 Glasfenster im Liebfrauendom, München

13 Musee d´arts, Brüssel 

14 Fresko, S. Maria sopra Minerva, Rom

15 Glasfenster in der Franziskanerkirche in Pressburg

16 Dom von Orvieto

17 Maria am Gestade, Wien

18 Fresko, S. Maria in Trastevere, Rom

19 Glasfenster in All Saints, Cambridge 

20 Kathedrale von Sevilla

21 Mosaik und Fresko im orthodoxen Nazareth

22 Kunsthistorisches Museum, auf Stein 

23 neugotisches Altarretabel in der Kathedrale von Zagreb

24 Tympanon des Ericsdoms in Uppsala

25 Glasfenster in Saint Germain, Paris

26 Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum in Krakau

27 Relief im heiligen Haus im Loreto, Italien

28 Relief des Eingangstors, S. Maria Maggiore, Rom 

29 Fresko, griech. orthodoxe Dreifaltigkeitskirche, Wien 

30 Verkündigungsmonstranz im Klemensmuseum, Maria am Gestade, Wien

31 Fresko in Silvesterkapelle in Santi Quattro Coronati, Rom

32 rumänisch-orthodoxe Kirche Knittelfeld, Österreich

33 Fresko in S. Zeno Maggiore, Steinrelief am Portal, Verona

34 Mosaik beim Portal v. Maria am Gestade, Wien

35 Glasfenster im Kölner Dom 

36 Fresko in der Kathedrale von Burgos

27 Taufstein von Johannes Paul II. in Wadowice, Polen

38 im Museum der Kathedrale von Burgos

39 Fresko in S. Maria infra Portas, Foligno

40 Verkündigungsszene auf dem Tabernakel in Pamhagen, Burgenland

41 Verkündigung auf dem Verduner Altar, Klosterneuburg

42 Tabernakel von Egino Weinert, St. Foillan, Aachen

43 Heilig Geist Kirche in Veresegyhaz, Ungarn

44 Verkündigungsfenster in Pfarrkirche Ybbs, Niederösterreich

45 in Loreto, Malerei

46 in Colmar, Altar im Museum Unterlinden 1

47 in Colmar, Museum Unterlinden 2

48 Fresko in der Wiener Dominikanerkirche

49 Maria am Gestade, Wien, Detail von Nr. 17, B16, 25.3.2007

50 Glasfenster in Notre Dame de la Chapelle, Brüssel

51 Glasfenster in meiner Heimatkirche

52 Glasfenster in der Kathedrale von Worcester 

53 Fra Angelico im San Marco Museum im Florenz (Gregor der Große) 

54 Malerei in Salford RC Cathedral in Manchester (Adrienne v. Speyr) 

55 Peter Paul Rubens in der Prager Bildergalerie (Präfation von Verkündigung des Herrn) 

Dienstag, 24. März 2026

Maria empfängt das ewige Wort - Präfation von Verkündigung des Herrn (Peter Paul Rubens)

links Eingang zur Prager Bildergalerie, rechts der Veitsdom

 


In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel,
zu danken und das Werk deiner Liebe zu rühmen.
Denn heute brachte der Engel Maria die Botschaft,
und deine Magd nahm sie auf mit gläubigem Herzen.
Durch die Kraft des Heiligen Geistes empfing die Jungfrau dein ewiges Wort,
und das Wort wurde Mensch in ihrem Schoß, um unter uns Menschen zu wohnen.
So hast du an Israel deine Verheißung erfüllt und den gesandt,
den die Völker erwarten, deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit:



Verkündigung des Herrn, Peter Paul Rubens, Bildergalerie der Prager Burg

Jesus nimmt das schwere Kreuz auf seine Schultern (Kreuzweg Johannes Paul II., 2003)

 


Kreuzweg, Svatý Hostýn

ZWEITE STATION

Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

V: Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem Evangelium nach Markus. 15, 20

Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten,
nahmen sie ihm den Purpurmantel ab
und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.
Dann führten sie Jesus hinaus,
um ihn zu kreuzigen.


MEDITATION

Die Exekution, das heißt der Vollzug des Urteils, nimmt ihren Anfang. Der zum Tode verurteilte Christus muß das Kreuz auf seine Schultern laden wie die beiden anderen Verurteilten, die dieselbe Strafe erleiden sollen: "Er ließ sich unter die Verbrecher rechnen" (Jes 53, 12). Mit seinem schrecklich zerschlagenen Körper, voller Striemen und Wunden, während ihm das Blut vom dornengekrönten Haupt über das Gesicht rinnt, nähert sich Christus dem Kreuz. Ecce Homo! (Joh 19, 5). In ihm ist die ganze Wahrheit des Menschensohnes, wie sie von den Propheten vorhergesagt worden war, die von Jesaja angekündigte Wahrheit über den Knecht Jahwes: "Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen..., durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jes 53, 5).
Bei ihm ist - was Erstaunen erregt - auch eine gewisse Konsequenz dessen gegeben, was der Mensch mit seinem Gott getrieben hat. Pilatus sagt: "Ecce Homo! Seht, da ist der Mensch!" (Joh 19, 5): "Seht, was ihr aus diesem Menschen gemacht habt!". Aus diesem Satz scheint eine andere Stimme zu sprechen, die scheinbar sagen will: "Seht, was ihr an diesem Menschen mit eurem Gott gemacht habt!".
Ergreifend ist das Näherkommen, das Sich-Dazwischenschalten dieser Stimme, die wir durch die Geschichte mit dem vernehmen, was uns durch das Bewußtsein des Glaubens erreicht. Ecce Homo! Jesus, "den man den Messias nennt" (Mt 27, 17), nimmt das Kreuz auf seine Schultern (Joh 19, 17). Die Urteilsvollstreckung hat begonnen.


ANRUFUNGEN

Christus, Sohn Gottes,
enthülle dem Menschen das Geheimnis des Menschen.
R. Christe, eleison.

Jesus, Knecht des Herrn,
durch deine Wunden sind wir geheilt.
R. Christe, eleison.
  

Alle:

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.


Cuius animam gementem,
contristatam et dolentem
pertransivit gladius.




Mose und die Schlange 
(Lesung vom Dienstag der 5. Fastenwoche)

Bibelhaus in Görlitz 

Glasfenster in Salisbury Cathedral, (B16, 18.3.2013, Angelus) 

Glasfenster in Saint Aignan in Chartres 

Mose mit Schlange in Johannes Nepomuk Kirche, Wien

Bemalte Kacheln/Fliesen in  All Saints Margaret Street, London

Montag, 23. März 2026

Kreuzweg (Johannes Paul II., 2003)

Lesungen am Montag der 5. Fastenwoche 

Susanna im Bade

Tintoretto im Kunsthistorischem Museum in Wien 

Susanna im Bade, Georg Schweigger, Kunsthistorisches Museum, Wien

Jesus und die Ehebrecherin

Tintoretto in der Prager Burg, B16, Angelus, 21.3.2010)

Tizian im Kunsthistorischen Museum Wien, B16, Predigt 25.3.2007)

Mosaik in S. Pio da Pietrelcina, Johannes Paul II. in mulieris dignitatem

Glasfenster in der Kathedrale von Troyes

1. Station des Kreuzweges, Jesus wird zum Tod verurteilt, Svatý Hostýn

 

ERSTE STATION

Jesus wird zum Tod verurteilt

 

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

(Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.)

Aus dem Evangelium nach Markus. 15, 14-15

Sie schrien noch lauter: "Kreuzige ihn!".
Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen,
Barabbas frei
und gab den Befehl, Jesus zu geißeln
und zu kreuzigen.

MEDITATION

Das Urteil des Pilatus wurde unter dem Druck der Priester und der Menge gefällt. Die Verurteilung zum Tod durch Kreuzigung hätte ihre Leidenschaften befriedigen und die Antwort auf das Geschrei: "Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!" (Mk 15, 13-14 ff.) sein sollen. Der römische Statthalter dachte, sich dem Urteil dadurch zu entziehen, daß er sich die Hände wusch, so wie er sich zuvor der Worte Christi entledigt hatte, der sein Reich mit der Wahrheit, mit dem Zeugnis für die Wahrheit (Joh 18, 38), gleichgesetzt hatte. Im dem einen wie im dem anderen Fall suchte Pilatus, seine Unabhängigkeit zu bewahren, gewissermaßen "abseits" zu stehen. Aber das war nur die Oberfläche. Das Kreuz, zu dem Jesus von Nazaret verurteilt wurde (Joh 19, 16), ebenso wie seine Wahrheit über das Reich (Joh 18, 36-37), sollten zutiefst die Seele des römischen Statthalters berühren. Das Kreuz war und ist eine Realität, angesichts derer man nicht abseits oder am Rande stehen kann. Die Tatsache, daß Jesus, der Sohn Gottes, von dem Mann über sein Reich befragt und deshalb gerichtet und zum Tod verurteilt worden ist, stellt den Anfang jenes abschließenden Zeugnisses Gottes dafür dar, daß er die Welt so sehr geliebt hat (vgl. Joh 3, 16).
Wir stehen vor diesem Zeugnis und wissen, daß es uns nicht erlaubt ist, uns die Hände zu waschen.

 

ANRUFUNGEN

Jesus von Nazaret, zum Tod am Kreuz verurteilt,
getreuer Zeuge der Liebe des Vaters.
R. Kyrie, eleison.

Jesus, Sohn Gottes, gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters
bis zum Tode am Kreuz.
R. Kyrie, eleison.

Alle:

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimite nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.

Stabat Mater dolorosa,
iuxta crucem lacrimosa,
dum pendebat Filius.


1. Station: Jesus wird zum Tod verurteilt, Svatý Hostýn