Montag, 13. April 2026

Tag der Auferstehung

 

 

Tag der Auferstehung!
Licht laßt uns werden, ihr Völker!
Pascha des Herrn, Pascha!
Denn vom Tod zum Lebe
und von der Erde zum Himmel 
führte Christus, Gott,
uns hinüber,
die wir ein Siegeslied singen.

Reinigen laßt uns die Sinne
und schauen werden wir
im unzugänglichem Licht
der Auferstehung Christus;
wie er aufstrahlt
und wie er spricht: Freuet euch!,
werden deutlich wir vernehmen,
die wir ein Siegeslied singen.

Die Himmel sollen würdevoll
sich freuen,
die Erde soll jauchzen,
ein Fest soll feiern die Welt,
die sichtbare insgesamt
und die unsichtbare!
Denn Christus ist erstanden,
die ewige Freude.


Osterkanon des Johannes von Damaskus, 1. Ode; Anthologion III, 177,
in: Lothar Heiser, Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe, 642 

Heute gedenkt die Kirche des hl. Papstes Martin I., das Evangelium schildert das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus.


Sonntag, 12. April 2026

In jeder polnischen Kirche mindestens ein barmherziger Jesus....

 

das verlorengegangene Schaf wird aus den Dornen befreit, Rymanov

Wieder möchte ich einer Seele, die entschlossen Heiligkeit anstrebt und auch Früchte, das heißt Nutzen aus der Beichte ziehen will, drei Worte anempfehlen.

Erstens - unbedingte Aufrichtigkeit und Offenheit. Auch der heiligste und klügste Beichtvater kann der Seele nicht mit Gewalt einflößen, was er möchte, wenn die Seele nicht aufrichtig und offen ist. Eine unaufrichtige, verschlossene Seele begibt sich im geistigen Leben in große Gefahren und Jesus selbst teilt sich einer solchen Seele nicht in höherem Maße mit, denn Er weiß, daß sie von diesen großen Gnaden keinerlei Nutzen davontragen würde.

Das zweite Wort - Demut. Die Seele nutzt das Bußsakrament nicht gebührend, wenn sie nicht demütig ist. Hochmut hält die Seele in Dunkelheit. Sie weiß nichts und will sich nicht gründlich in den Abgrund ihres Elends vertiefen; sie verstellt sich und meidet alles, was sie heilen sollte.

Das dritte Wort - Gehorsam. Eine ungehorsame Seele trägt keinen Sieg davon, sogar wenn Jesus Selbst ihre Beichte abnehmen würde. Der erfahrenste Beichtvater kann einer solchen Seele nicht helfen. Eine ungehorsame Seele begibt sich in großes Unglück, sie macht keinerlei Fortschritte in ihrer Vervollkommnung und kommt mit dem geistigen Leben nicht zurecht. Gott überhäuft die Seele mit Seinen Gnaden, aber die gehorsame Seele.
(Tagebuch der Schwester Faustyna, Nr. 113)


Jesus ich vertraue auf dich

Pfarrkirche von Rymanow zum hl. Laurentius

Montag, 6. April 2026

Emmausgebet von Papst Benedikt XVI.

Emmausjünger, St. Maria Magdalena, Völkermarkt

  

Herr Jesus Christus, Pilger von Emmaus,
der du aus Liebe mit uns unseren Weg gehst,
auch wenn wir aus Niedergeschlagenheit und Trauer
manchmal nicht erkennen, dass du bei uns bist.
Du bist der Ruf, der unseren Glauben belebt.
Du bist das Licht, das unsere Hoffnung reinigt.
Du bist die Kraft, die unsere Liebe entzündet.
Lehre uns, dich zu erkennen im Wort,
im Haus und am Tisch, wo das Brot des Lebens geteilt wird,
wie im großherzigen Dienst am leidenden Menschen.
Und wenn es dunkel wird, Herr, hilf uns zu sagen:
"Bleib bei uns". Amen.

(Papst Benedikt XVI., 8. September 2010)

Emmaus

Emmaus im Heiligen Land (Benedikt XVI., 12. April 2012)

Tabernakelrelief in Pottenstein 

Glasfenster in Saint Pierre, Chartres (Benedikt XVI, Regina Coeli, 7. April 2008)

Glasfenster in Notre Dame de Chartres (Benedikt XVI., 11. April 2007, Generalaudienz)

Cambridge, Jesus College, Glasfenster (Balthasar, Licht des Wortes)

Glasfenster in St Alban´s Cathedral

Emmaus-Gang

Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum Krakau (Benedikt XVI., Regina Caeli, 7.4.2008)

Relief in Santo Domingo de Silos 

Wandteppich in Vatikanischen Museen (2)

Wandteppich (1) - Johannes Paul II., Mane nobiscum Domine)

Samstag, 4. April 2026

Ich erwecke euch durch das Holz des Kreuzes

 

Gang Jesu in die Unterwelt, Völkermarkt, St. Maria Magdalena

 

Aus dem apokryphen Nikodemusevangelium über die Höllenfahrt des Herrn:

(......), streckte der König der Herrlichkeit seine rechte Hand aus, ergriff den Urvater Adam und richtete ihn auf. Dann wandte er sich auch zu den übrigen und sprach:

Her zu mir alle, die ihr durch das Holz, nach dem dieser griff, sterben mußtet! Denn seht, ich erwecke euch alle wieder durch das Holz des Kreuzes. 

Darauf ließ er sie alle hinaus. Und der Urvater Adam, dem man ansah, daß er voller Freude war, sprach: Ich danke deiner Majestät, Herr, daß du mich aus der tiefsten Unterwelt hinaufgeführt hast. Ebenso sprachen auch alle Propheten und Heiligen. Wir danken dir, Christus, Heiland der Welt, daß du unser Leben aus dem Verderben hinaufgeführt hast.

Als sie so gesprochen hatten, segnete der Heiland den Adam, indem er das Kreuzeszeichen auf seine Stirn machte. Und so tat er es auch bei den Patriarchen, Propheten, Märtyrern und Vorvätern. Dann stieg er mit ihnen aus der Unterwelt empor.

Während er ging, folgten ihm die heiligen Väter und stimmten den Lobgesang an: gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Alleluja! (Ps 118,26) Ihm gebührt Ehre und Lob von allen Heiligen.

(Schneemelcher, Neutestamentliche Apokryphen, Evangelien, 417) 

Gang Jesu in die Unterwelt

Der auferstandene Herr zeigt seiner Mutter die Erlösten, Adam und Eva; Diözesanmuseum Mallorca, Predigt von Eusebius Gallicanus

Glasfenster in der Kathedrale von Bourges, Jesu Gang in die Unterwelt, Predigt von Epiphanius

Mosaik, Christus holt Adam und Eva aus der Unterwelt, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau
Gebet zur Grabwache aus der orthodoxen Liturgie

Malerei im Limburger Dom

Relief, Christi Gang zu den Toten, Marienkirche, Krakau
Hymnus Osterzeit

Rijksmuseum, Amsterdam 

Glasfenster im Limburger Dom

Relief im All souls College, Oxford (Predigt Christi in der Unterwelt), Epiphanius

Malerei in der alten Kathedrale von Salamanca (Osterpredigt Meliton von Sardes)

Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

 

Grabwache, Völkermarkt, St. Maria Magdalena


V: Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

A: Er starb den Tod, den alle Menschen sterben.
V: Im Tod hat er den Tod vernichtet, das Leben neu geschaffen.
A: Er starb unseren Tod und schenkt uns sein Leben.
V: Lasst uns ihn besingen als Schöpfer und Herrn.
A: Jesus ruht im Grabe. Kommt wir beten ihn an!
V: Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser. A: wiederholen 2x
 


Als du hinab stiegst ins Totenreich, du unsterbliches Leben, da hast du den Tod getötet durch die Macht deiner Gottheit. Als du aber auch die Verstorbenen aus der Unterwelt auferweckt hast, da riefen alle himmlischen Mächte dir zu: Lebensspender, Christus, unser Gott, Ehre sei dir!

Totenklage um Jesus Herr, mein Erlöser, eine Totenhymne will ich dir singen, dir, der durch sein Grab mir den Zugang zum Leben eröffnet und durch den Tod den Tod getötet hat.

Erster Teil

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben.
Des Todes Reich vernichtest du, die Toten richtest du auf.

Wir preisen dich, Jesus, o König. Wir verehren dein Grab,
deine Leiden, durch die du uns vom Verderben errettet hast.

Einst hast du der Erde ihre Weite gegeben, heute wohnst du in der Enge des Grabes,
Jesus, Allherrscher, und erweckst aus den Grüften die Toten.

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben. Durch deinen Tod
hast du den Tod vernichtet und der Welt geöffnet die Quelle des Lebens.

Mit den Verbrechern wurdest du, Christus, für einen Verbrecher gehalten,
du, der uns alle von der alten Bosheit des Feindes zur Gerechtigkeit trug.

Der du freiwillig starbst und dich in die Erde legen ließest, mein Jesus,
Lebensspender, neu erwarbst du mir das Leben, mir, der an bitterer Sünde starb.

Als Sterblicher stirbst du freiwillig, o Heiland, als Gott hast du die Toten
erweckt aus den Grüften, aus dem Abgrund der Sünden.

Christus, das Leben, hat den Tod gekostet und die Sterblichen vom Tod
befreit und schenkt jetzt allen das Leben.

Wir besingen in Hymnen, Jesus, dich den Gott aller, mit dem Vater und
dem Geist und preisen dein heiliges Grab.

Wir preisen glückselig dich, heilige Gottesmutter;  und das Grab,
aus dem dein Sohn, unser Gott, am dritten Tage erstanden, verehren wir gläubig.

Zweiter Teil

Würdig ist es, dich den Spender des Lebens zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.

Würdig ist es, dich, den Schöpfer aller, zu preisen.
Denn durch dein Leiden sind wir von Leidenschaften befreit,
erlöst vom Verderben.

Im Grabe vernichtest du das Reich des Todes, Christus.
Im Tode tötest du den Tod, befreist vom Verderben die Menschen.

Es weint um dich, Jesus, deine Mutter Ströme von Tränen.
Da dein Leib ins Grab gelegt wurde, rief sie dir zu:
Wie du verheißen, mein Sohn, stehe auf!

Ein großes Geheimnis schauen wir jetzt.
Er, der das Leben ist, nahm willig den Tod auf sich
und erweckte zum Leben die Menschen, die aus Erde gebildet.

Mit Hymnen, Christus, verherrlichen wir alle jetzt dein Kreuz und dein Grab,
denn dadurch sind wir vom Tode befreit.

Würdig ist es, dich, den Spender des Lebens, zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.


Dritter Teil:
Alle Geschlechter bringen ein Lied deinem Grabe, mein Christus!

Vom Kreuz nimmt Joseph von Arimathäa dich herab und bestattet dich in einem neuen Grab.

Auf, alle Schöpfung, lasst Totenhymnen uns bringen dem Schöpfer!
Lebensspender, Erretter, Preis sei deiner Macht.
Denn du hast den Tod vernichtet.

Es stimmte an eine Klage ob deines Todes, o Wort, deine allreine Mutter.
O Licht meiner Augen, mein süßestes Kind,
wie wirst du von einem Grabe bedeckt?

Weine nicht, Mutter!
Adam und Eva, den Menschen, zu befreien,
dulde ich dies.

Ich preise, mein Sohn, dein großes Erbarmen,
mit dem du das alles geschehen lässt!

Erstehe, Spender des Lebens,
so spricht unter Strömen von Tränen, die Mutter, die dich geboren.

Erstehe eilends, nimm von ihr die Trauer und schenke denen,
die in Ehrfurcht deine Leiden verehren, die Vergebung ihrer Fehler.

Frieden schenk der Kirche und Heil deinem Volke durch deine Auferstehung.

O Dreiheit, Vater, Sohn und heiliger Geist, erbarm dich der Welt!
Alle Geschlechter bringen ein Lied, deinem Grabe, mein Christus!

Segen Der du die Enden der Erde zusammenhältst, du ließest dich einengen im Grab, um uns aus dem Tod zu retten und neues, unsterbliches Leben zu schenken. Durch dein unvorstellbares Hinabsteigen mit uns in den Tod, Christus unser Gott, erbarme dich unser und rette uns! 


Herrlicher als jeder Königssaal, Christus, erscheint uns dein Grab

 

Deckenfresko der Grablegung Jesu, St. Maria Magdalena, Völkermarkt


Im Grab befandest du dich mit dem Leib,
im Totenreich mit der Seele als Gott,
im Paradies mit dem Räuber,
auf dem Thron, Christus, mit dem Vater und dem Geist,
alles füllend, Unermeßlicher.
Als Träger des Lebens, wahrhaft schöner als das Paradies
und herrlicher als jeder Königssaal, Christus,
erscheint uns dein Grab, der Quell unserer Auferstehung.

(Hymnus beim Niederlegen der Opfergaben auf dem Altar, Chrysostomos-Liturgie,
Euchologion, 50, in: Lothar Heiser, Jesus Christus, 612f)

Freitag, 3. April 2026

Drücke deines Sohnes Wunden

 

Pieta, St. Maria Magdalena, Völkermarkt

Ach für seiner Brüder Schulden
sah sie Ihn die Marter dulden,
Geißeln, Dornen, Spott und Hohn,
sah ihn trostlos und verlassen,
an dem blut‘gen Kreuz erblassen,
ihren lieben einz‘gen Sohn.

Drücke deines Sohnes Wunden,
wie du selber sie empfunden,
heil‘ge Mutter in mein Herz.
Dass ich weiß was ich verschuldet,
was dein Sohn für mich erduldet,
gib mir teil an deinem Schmerz

Wir danken dir, Herr Jesu Christ

 

Kreuzigung, Völkermarkt


1) Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut
gemacht vor Gott gerecht und gut

2) und bitten dich, wahr Mensch und Gott:
Durch deine Wunden, Schmach und Spott
erlös uns von dem ewgen Tod
und tröst uns in der letzten Not.

3) Behüt uns auch vor Sünd und Schand
und reich uns dein allmächtig Hand,
dass wir im Kreuz geduldig sein,
uns trösten deiner schweren Pein

4) und schöpfen draus die Zuversicht,
dass du uns wirst verlassen nicht,
sondern ganz treulich bei uns stehn,
dass wir durchs Kreuz ins Leben gehn

Donnerstag, 2. April 2026

Den ich küssen werde....

Verrat des Judas, Svatý Hostýn, Tschechien


Der Mensch, mit dem ich in Frieden lebte, auf den ich gehofft habe.
Der mein Brot aß, hob hoch über mich die Ferse.
 
Der Verräter aber gab ihnen ein Zeichen und sprach:
Den ich küssen werde, der ist es, den ergreift.

Die Erschütterung des ganz Reinen vor der Flut des Bösen

 

Ölbergszene in Völkermarkt, Kärnten

 

Jesus ringt mit dem Vater. Er ringt mit sich selbst. Und er ringt um uns. Er erleidet die Angst vor der Macht des Todes. Dies ist zunächst einfach die dem Menschen, ja jeder lebenden Kreatur eigene Erschütterung vor der Gegenwart des Todes.
Aber bei Jesus geht es um mehr. Er sieht in die Nächte des Bösen hinein. Er sieht die schmutzige Flut aller Lüge und alles Niedrigen, die auf ihn zukommt in dem Kelch, den er trinken muß. Es ist die Erschütterung des ganz Reinen und Heiligen vor der ganzen Flut des Bösen dieser Welt, die auf ihn hereinbricht.

Er sieht auch mich und betet auch für mich. So ist dieser Augenblick der Todesangst Jesu ein wesentliches Moment im Vorgang der Erlösung. Der Brief an die Hebräer hat deshalb das Ringen Jesu auf dem Ölberg als einen priesterlichen Vorgang gewertet.
In diesem von der Todesangst durchdrungenen Beten Jesu vollzieht der Herr die Aufgabe des Priesters: Er nimmt die Schuld der Menschheit, er nimmt uns alle auf sich und trägt uns zum Vater hin.
(B16, Gründonnerstag 2012)