Mittwoch, 7. Oktober 2026

Maria, dir zur Ehre

 

Stift Heiligenkreuz

gesungen von einer Dame und einem Herrn (Pfarrer Brei)

Es blüht der Blumen eine 
Auf ewig grüner Au, 
Wie diese blühet keine
So weit der Himmel blau. 

Wenn ein Betrübter weinet, 
Getröstet ist sein Schmerz: 
Wenn ihm die Blume scheinet 
Ins leidenvolle Herz.

Und wer vom Feind verwundet 
Zum Tode niedersinkt, 
Von ihrem Duft gesundet, 
Wenn er ihn gläubig trinkt. 

Die Blume, die ich meine, 
Sie ist euch wohl bekannt, 
Die Fleckenlose, Reine 
Maria wird genannt. 

Maria ist's die süße, 
Die Lilie auserwählt, 
Die ich von Herzen grüße, 
Die sich der Geist vermählt.  

Maria ist's die reine, 
Die also lieblich blüht, 
Daß in so lichtem Scheine 
Der Rosen keine glüht.  

Erfreue, süße Blüthe, 
Der Erde finstre Gruft, 
Erblühe im Gemüthe 
Mit Deinem Himmelsduft. 

Und Heiligkeit und Frieden 
Verleihe unsrer Brust, 
Und nach dem Tod hienieden 
Des Himmels ew'ge Lust. 

Die Rosenkranzmadonna von Caravaggio im KHM, Lösung aller Probleme, Mattei, 2026 

Auf dem Weg zur Rosenkranzmadonna, Don Bosco, der Bankrott des Teufels, 2026

Sieg bei Lepanto in der Dominikanerkirche in Valletta, Mattei, 2025 

Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche mit der Schlacht von Lepanto, B16, 7.10.2007, 2022

Marialis Cultis 42-47, S. Maria sopra Minerva, Rom, 2021

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Pompej, Bartolo Longo, 2020

Die Lepantomonstranz in der Asamkirche, 2019

Lourdes und der Rosenkranzbodenmosaik in der Rosenkranzbasilika, B16, 13.9.2008, 2018

Lepanto und der Rosenkranz, Glasfenster in St. Dominic´s Priory Church, London, 2017

Eine kleine Geschichte des Rosenkranzes, Dominikus Bedouelle, Rosenkranzaltar in Dominikanerkirche, Cingoli

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Fatima, Fatimakapelle in der Wiener Franziskanerkirche, 2016

Pius V. und der Rosenkranz, Altar der Vision v. Lepanto in der Rosenkranzbasilika, Pompei, 2016

Glaube Hoffnung und Liebe, Vogelwelt, 2016 

Am Rosenkranzfest den ganzen Psalter beten, 2015, in der Vogelwelt

Glasfenster in der Dominikanerkirche in Pisa, Papst Benedikt ermutigt Kinder, den Rosenkranz zu beten, 2014

Am Ziel: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns! 3/3

 

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns!
Heiliger Dominikus, bitte für uns!
Heiliger Petrus Martyr, bitte für uns

 

Der Rosenkranz als Lösung internationaler Probleme

Der wahre Frieden ist der Frieden Christi

9. Oktober 2025 Von Roberto de Mattei

Die internationale Lage ist heute derart dramatisch und komplex, daß es keine andere Lösung zu geben scheint als jene, die uns die Gottesmutter im Jahr 1917 in Fatima aufgezeigt hat: den heiligen Rosenkranz.

Die Verehrung des Rosenkranzes wird gemeinhin als eine rein persönliche, bestenfalls familiäre Gebetspraxis betrachtet – dabei besitzt sie auch eine öffentliche, gesellschaftliche Dimension. Der Rosenkranz hilft nicht nur dem einzelnen, in den materiellen und geistlichen Nöten seines Lebens Trost und Orientierung zu finden, sondern entfaltet auch eine soziale Wirkkraft, die sich auf das Leben ganzer Völker und Nationen erstreckt.

Daran erinnerte Papst Leo XIII., als er schrieb: „In allen Jahrhunderten und in allen Kämpfen hat sich die Kirche an Maria gewandt und stets Trost und Schutz von ihr erhalten“ (aus dem Schreiben Da molte parti, 26. Mai 1903). Der Rosenkranz war zu allen Zeiten und in allen Auseinandersetzungen die Waffe schlechthin zum Schutz der Kirche und der christlichen Gesellschaft.

Die Rolle des Rosenkranzes in der Geschichte der christlichen Zivilisation zu schildern würde ein langes Unterfangen sein. Man müßte bei seiner Entstehung im 13. Jahrhundert beginnen, bei der Initiative des heiligen Dominikus von Guzmán und seiner Dominikanerbrüder, und ihre siegreiche Predigt gegen die Häresie der Katharer darlegen. Es wäre auch notwendig, den Beitrag des Rosenkranzes zur Evangelisierung und Zivilisierung Amerikas sowie von Teilen Asiens und Afrikas zu beleuchten. Vor allem aber darf nicht vergessen werden, daß das Rosenkranzfest von Papst Pius V. eingesetzt wurde, um Maria unter dem Titel „Auxilium Christianorum“ – Hilfe der Christen – zu ehren, in Erinnerung an den Sieg der christlichen Heere über die muslimischen bei der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571.

Der Name Lepanto steht sinnbildlich und prophetisch für alle zukünftigen Siege der Kirche, wie der heilige Johannes Bosco erkannte – als ein vollkommenes Zusammenwirken der übernatürlichen Gnade durch den Rosenkranz und der menschlichen Mitwirkung an dieser Gnade durch Kampf und Blutzeugnis.

Schon vor Lepanto war ein anderer bedeutender Sieg dem Rosenkranz zu verdanken: die Schlacht bei Belgrad am 22. Juli 1456, in der die osmanischen Heere, die bis nach Ungarn vorgedrungen waren, zurückgeschlagen wurden. Zum Gedenken an diesen Sieg setzte Papst Calixt III. das Fest der Verklärung Christi ein – ein Symbol für das in Freude verklärte Europa.

In jüngerer Zeit ist es vor allem die Gottesmutter selbst, die in Fatima auf die Bedeutung – man könnte sagen: die Notwendigkeit – des Rosenkranzgebets hingewiesen hat.

Bei der ersten Erscheinung in der Cova da Iria hielt die Jungfrau Maria den Rosenkranz in der Hand. Auf die Frage der kleinen Lucia hin, ob ihr Cousin Francisco in den Himmel kommen werde, antwortete sie, daß er dies tun werde, aber erst nachdem er „viele Rosenkränze“ gebetet habe. Am Ende derselben Erscheinung forderte sie die Hirtenkinder ausdrücklich auf: „Betet den Rosenkranz jeden Tag, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen.“ Auch bei der zweiten und dritten Erscheinung wiederholte Maria ihre Bitte, den Rosenkranz täglich zu ihrer Ehre zu beten – „um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges“ zu erflehen.

In der dritten Erscheinung lehrte sie zudem das Gebet: „O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen“, das – wie sie sagte – „nach jedem Geheimnis“ zu beten sei.

Auch die vierte, fünfte und sechste Erscheinung begann jeweils mit der Aufforderung zum täglichen Rosenkranzgebet. Am 13. Oktober 1917, dem Tag der letzten Erscheinung, offenbarte sich Maria mit den Worten: „Ich bin die Königin des Rosenkranzes. Ich wünsche, daß an diesem Ort eine Kapelle zu meiner Ehre errichtet wird. Fahrt fort, täglich den Rosenkranz zu beten. Der Krieg geht bald zu Ende, und die Soldaten werden bald heimkehren.“ In dieser Gestalt erschien sie glorreich im Himmel, an der Seite des heiligen Joseph und des Jesuskindes.

Am 10. Dezember 1925 erschien die Gottesmutter erneut – diesmal Schwester Lucia, in ihrer Zelle im Haus der Dorotheerinnen in Pontevedra (Spanien). Sie erklärte ihr, wie das Beten und Meditieren des Rosenkranzes mit der Praxis der Sühnekommunion an den ersten fünf Samstagen des Monats verbunden sein solle. Während sie Lucia die Hand auf die Schulter legte, zeigte sie ihr mit der anderen Hand ein von Dornen umgebenes Herz und sagte:   WEITER HIER


Rosenkranzmadonna, um 1603, Caravaggio
Kunsthistorisches Museum, Wien

Wir kommen der Sache schon näher 2/3


Kunsthistorisches Museum, Wien


Auf den täglichen Rosenkranz ist mein Werk gegründet.
Ich bin entschlossen, viele andere Übungen zu unterlassen,
aber nicht diese.
Ich sehe im Rosenkranz den Bankrott des Teufels.

Hl. Don Bosco


Dabei bleibt es nicht 1/3

 

Kunsthistorisches Museum, Wien

Dienstag, 6. Oktober 2026

Fleisch und Blut zur Vergebung unserer Sünden (Bruno)

 

Hl. Bruno, Joan Macip, "Joan de Joanes", 11540-1545
Museum National Art de Catalunya, Barcelona


Als Bruno selber sich in Kalabrien dem Tode nahe fühlte, fügte er dem dem Akt des Glaubens mit einer kurzen Formel einige Worte hinzu, die seine Söhne treu überlieferten. Sie bildeten eine wesentliche Antwort auf das, was Berengar geleugnet hatte. Es war ein letztes Echo seines alten Glaubens:

"Ich glaube auch an die Sakramente, an welche die Kirche glaubt, und die sie verehrt, im besonderen: daß das Brot und der Wein, die auf dem Altar konsekriert werden, nach der Wandlung wahrer Leib unseres Herrn Jesu Christi, sein wahres Fleisch und sein wahres Blut ist, das wir zur Vergebung unserer Sünden und in der Hoffnung auf die ewige Erlösung empfangen."

(Gerardo Pasada: Der heilige Bruno, Vater der Kartäuser, 56)

Statue im Kölner Dom, aus einem Brief an die Kartäuser

Bruno in Fatima

Der Tod des hl. Bruno, St. Severin, Köln

Statue im Petersdom

Glasfenster im Kölner Dom

Seitenaltar der ehemaligen Kartäuserkirche von S. Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom

Statue von Bruno von Köln in S. Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom UND Altarbild Maria erscheint dem hl. Bruno, ebendort

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Adalbero von Würzburg.



Montag, 5. Oktober 2026

Dein Gebet ist Mir außerordentlich lieb

 

St. Peter und Paul Kathedrale, Liegnitz

Jesus, ich vertraue auf Dich

Barmherziger Jesus, erbarme dich unser!

Donnerstag. Heute, obwohl ich sehr erschöpft bin, beschloß ich, die heilige Stunde abzuhalten. Beten konnte ich nicht, knien konnte ich auch nicht, aber ich harrte die ganze Stunde des Gebetes aus und verband mich im Geiste mit jenen Seelen, die schon in vollkommener Weise Gott preisen.

Am Ende dieser Stunde erblickte ich plötzlich Jesus. er sah mich tief und mit unaussprechlicher Güte an und sagte: "Dein Gebet ist Mir außerordentlich lieb." - Nach diesen Worten kam in meine Seele eine eigentümliche Kraft und geistige Freude. Die Anwesenheit Gottes durchdrang meine Seele durch und durch. O, was mit einer Seele geschieht, die sich Auge in Auge mit dem Herrn trifft, das hat keine Feder beschrieben und wird es niemals beschreiben....
Tagebuch der Schwester Faustyna, Nr. 691

Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Franz Xaver Seelos (Redemptorist)
Tafelbild in der Wiener Marienkirche

der sel. Anna Schäffer
an ihrem Grab in Mindelstätten
Sühne für die Seelen

des sel. Bartolo Longo in Pompej

und des hl. Raimund von Capua (an seinem Grab in Neapel) 

 

Schwester Faustyna Kowalska 

der barmherzige Jesus in der Pfarrkirche von Rymanow zum hl. Laurentius

Haus v. Schwester Faustyna in Vilnius 

Glasfenster von Schwester Faustyna im Heiligtum der Barmherzigkeit, Białystok

Der Beichtvater von Schwester Faustyna (1), Heiligtum von Bialystok

Zum Gipfel der Heiligkeit, Florianbasilika, Krakau

Reliquie in der Unterkirche im Heiligtum der Barmherzigkeit (warum ist das Jesuskind so froh)

Glasfenster in der Kathedrale von Tschenstochau, vita

Kapelle der Gemeinschaft der Heiligen im Heiligtum der Barmherzigkeit, Gebet für die Stunde der Barmherzigkeit 

Reliquienbild und Gebet auf die Fürsprache der hl. Faustyna - Faustyna bewahrt durch Leiden einen Priester vor einer Todsünde

Weiheakt der Welt an die Barmherzigkeit Gottes - Heiligtum d. Barmherzigkeit innen

Gebet Barmherzigstes Herz sei gegrüßt - Altar d. Heiligtums der Barmherzigkeit

Kapelle der hl. Schwester Faustyna im Heiligtum der Barmherzigkeit 

Kardinal Schönborn über Johannes Paul II. und Schwester Faustyna, 2007 

Am Grab der hl. Faustyna Kowalska, Litanei zur Barmherzigkeit Gottes

Seelenrettung durch Opfer, Statue bei der Grabeskirche v. Sr. Faustyna

Altar des barmherzigen Jesus und v. Sr. Faustyna, Fronleichnamskirche, Krakau 

Beichte, am Grab v. Sr. Faustyna

Johannes Paul II. Benedikt XVI., Klosterkirche Sr. Faustyna

Buchtipp zum Franziskusjubiläum (enthält 12 Bilder von mir....

 die sich von meiner Kamera in das Buch hineinverirrt haben.



erhältlich bei Christoph Hurnaus
https://www.christ-media.com



Sonntag, 4. Oktober 2026

Heimgang des hl. Franziskus

 

Tod des hl. Franziskus und Überprüfung seiner Stigmata, Giotto, 1320/1328, Santa Croce, Florenz


Als die Brüder bitterlichst weinten und untröstlich klagten, ließ sich der heilige Vater Brot bringen. Er segnete es, brach es und reichte jedem ein Stücklein zum Essen. Er ließ auch das Evangelienbuch bringen und bat, man möge ihm das Evangelium nach Johannes vorlesen von der Stelle an, wo es heißt: "Vor dem Osterfeste usw. Er erinnerte sich jenes allerheiligsten Abendmahles, das der herr mit seinen Jüngern zuletzt feierte. Denn zum ehrenden Andenken daran und zum Erweis, welch innige Liebe er zu seinen Brüdern hatte, tat er dies alles.
Darauf benützte er die wenigen Tage, die bis zu seinen Heimgang noch übrig waren, zum Lobe Gottes und forderte seine geliebten Gefährten auf, mit ihm Christus zu loben. Er selbst aber brach, so gut er konnte, in diesen Psalm aus: Mit meiner Stimme rufe ich zum Herrn, mit meiner Stimme flehe ich zum Herrn. Er lud auch alle Geschöpfe zum Lobpreis Gottes ein und durch Worte, die er einst gedichtet hatte, forderte er sie auf zur Liebe Gottes.
Ja, sogar den Tod persönlich, allen schrecklich und verhasst, forderte er auf zum Lobpreis. Fröhlich ging er ihm entgegen und lud ihn ein zu Gast: "Sei willkommen, meine Schwester Tod!"
Zum Arzt aber sagte er: "Mut, Bruder Arzt, sag es mir nur, dass der Tod sehr nahe ist; er wird mir die Pforte zum Leben sein!"
Und zu den Brüdern sprach er: "Wenn ihr seht, dass es mit mir zu Ende geht, so legt mich nackt, wie ihr mich vorgestern gesehen habt, auf den Boden und lasst mich, wenn ich verschieden bin, so lange so liegen, wie man braucht, um gemächlich eine Meile weit gehen zu können."

 - So kam seine Stunde und, da sich Christi Geheimnisse alle an ihm erfüllt hatten, entschwebte er glückselig zu Gott.

(...).... Es klagten die Söhne, die ihren großen Vater verloren hatten, und taten die kindliche Liebe ihres Herzens kund durch Tränen und Seufzer. Doch die Neuheit des Wunders verwandelte ihr Wehklagen in Jubel, ihre Trauer in Lobgesang. 
Sie sahen den Leib des seligen Vaters mit Christi Wundmalen geschmückt: mitten in seinen Händen und Füßen nicht bloß die Male der Nägel, sondern die Nägel selber, aus seinem Fleisch gebildet,ja, aus dem Fleische selbst natürlich entstanden, in der Schwärze des Eisens gehalten, und die rechte Seite vom Blut gerötet. Sein Leib, von Natur aus dunkel, erstrahlte in blendendem Glanz und verhieß den Lohn der seligen Auferstehung.

Thomas von Celano, zweite Lebensbeschreibung, in: Franziskus-Quellen, 416f 

Samstag, 3. Oktober 2026

Wir sind im Rosenkranzmonat Oktober

 

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns!

 

Seiner Heiligkeit Papst Johannes Paul II. an die Bischöfe, den Klerus, die Ordensleute und die Gläubigen über den Rosenkranz

16. Oktober 2002

EINFÜHRUNG

1. Der Rosenkranz der Jungfrau Maria (Rosarium Virginis Mariae), der sich allmählich im zweiten Jahrtausend unter dem Wehen des Geistes Gottes entwickelt hat, ist ein durch das Lehramt empfohlenes beliebtes Gebet vieler Heiliger. In seiner Schlichtheit und Tiefe bleibt der Rosenkranz auch in dem soeben begonnenen dritten Jahrtausend ein Gebet von großer Bedeutung und ist dazu bestimmt, Früchte der Heiligkeit hervorzubringen. Dieses Gebet reiht sich gut ein in den geistigen Weg des Christentums, das nach zweitausend Jahren nichts von der Frische des Ursprungs verloren hat und das sich durch den Geist Gottes gedrängt fühlt, "hinauszufahren" ("duc in altum!" ), um der Welt wieder und wieder Christus zuzurufen, noch mehr ihn "hinauszurufen": Christus, als den Herrn und Erlöser, als "den Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6), als "das Ziel der menschlichen Geschichte, der Punkt, auf den hin alle Bestrebungen der Geschichte und Kultur konvergieren". Tatsächlich ist der Rosenkranz, wenn auch von seinem marianischen Erscheinungsbild her charakterisiert, ein zutiefst christologisches Gebet. In der Nüchternheit seiner Teile vereinigt er in sich die Tiefe der ganzen Frohen Botschaft, für die er gleichsam eine Kurzfassung ist. In ihm erklingt das Gebet Marias, ihr unaufhörliches Magnificat durch das Werk der erlösenden Menschwerdung, die in ihrem jungfräulichen Schoß ihren Anfang nahm. Mit dem Rosenkranz geht das christliche Volk in die Schule Mariens, um sich in die Betrachtung der Schönheit des Antlitzes Christi und in die Erfahrung der Tiefe seiner Liebe einführen zu lassen. In der Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse schöpft der Gläubige Gnade in Fülle, die er gleichsam aus den Händen der Mutter des Erlösers selbst erhält.

Die Päpste und der Rosenkranz

2. Diesem Gebet haben viele meiner Vorgänger große Bedeutung zugemessen. Besondere Verdienste erwarb sich Papst Leo XIII., der am 1. September 1883 die Enzyklika Supremi apostolatus officio veröffentlichte, eine Erklärung hoher Bedeutung, die am Beginn von zahlreichen anderen Äußerungen über dieses Gebet stand und in der der Papst auf dieses Gebet als wirksames geistiges Mittel angesichts der Übel der Gesellschaft hinwies. Unter den Päpsten der jüngeren Geschichte, die sich in der Konzilszeit durch die Verbreitung des Rosenkranzes ausgezeichnet haben, möchte ich an den seligen Johannes XXIII. erinnern und vor allem an Paul VI., der im Apostolischen Schreiben Marialis cultus in Übereinstimmung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil den evangeliumsgemäßen Charakter des Rosenkranzgebetes und seine christologische Ausrichtung hervorgehoben hat.

Auch ich selbst habe in der Folge keine Gelegenheit verabsäumt, um zum häufigen Rosenkranzgebet zu ermutigen. Seit meinen Kinder- und Jugendjahren hat dieses Gebet einen wichtigen Platz in meinem geistlichen Leben eingenommen. Daran habe ich mich während meiner letzten Reise nach Polen erinnert, vor allem beim Besuch des Wallfahrtsortes Kalwaria Zebrzydowska.
Das Rosenkranzgebet hat mich in Augenblicken der Freude und der Prüfung begleitet. Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet hineingelegt und habe dadurch stets Stärkung und Trost erfahren. Vor vierundzwanzig Jahren, am 29. Oktober 1978, gerade zwei Wochen nach meiner Wahl auf den Stuhl Petri, habe ich mich, gleichsam mein Herz öffnend, wie folgt ausgedrückt: "Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet. Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und seiner Tiefe. [...] Man kann sagen, der Rosenkranz ist in gewisser Weise ein Gebetskommentar zum letzten Kapitel der Konstitution Lumen Gentium des Zweiten Vatikanischen Konzils, dem Kapitel, das von der wunderbaren Gegenwart der Muttergottes im Geheimnis Christi und der Kirche handelt. In der Tat ziehen vor dem Hintergrund der Worte des Ave Maria vor den Augen der Seele die wichtigsten Ereignisse des Lebens Jesu vorbei. Sie bilden zusammen den freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz, der uns - so könnten wir sagen - durch das Herz seiner Mutter in lebendige Verbindung mit Jesus bringt. Gleichzeitig kann unser Herz in die Abfolge dieser Geheimnisse des Rosenkranzes alle Ereignisse einschließen, die das Leben des einzelnen, der Familie, der Nation, der Kirche und der Menschheit ausmachen; die persönlichen Erfahrungen und die des Nächsten, in besonderer Weise die jener Menschen, die uns am allernächsten stehen, die uns am Herzen liegen. So bekommt das schlichte Gebet des Rosenkranzes den Rhythmus des menschlichen Lebens".

Mit diesen Worten, meine lieben Brüder und Schwestern, stellte ich das erste Jahr meines Pontifikates in den täglichen Rhythmus des Rosenkranzgebetes hinein. Heute, am Anfang des fünfundzwanzigsten Jahres des Dienstes als Nachfolger Petri, möchte ich dasselbe tun. Wie viele Gnaden habe ich in diesen Jahren von der Heiligen Jungfrau durch das Rosenkranzgebet empfangen: Magnificat anima mea Dominum! Meinen Dank an den Herrn möchte ich mit den Worten der heiligsten Mutter ausdrücken, unter deren Schutz ich mein petrinisches Dienstamt gestellt habe: Totus tuus!



Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Deggendorf

 Heute gedenkt die Kirche der Brüder Ewaldi.