Mittwoch, 5. August 2026

Mögen wir so an der Pforte des ewigen Lebens empfangen werden

 Die Porta Santa in Santa Maria Maggiore


Die Jubiläumstür (Porta Santa) der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom, die sich links im Portikus der Basilika befindet, ist ein Werk der zeitgenössischen sakralen Kunst Roms. Sie wurde vom Bildhauer Luigi Enzo Mattei geschaffen und anlässlich des Großen Jubiläums 2000 ausgeführt; Papst Johannes Paul II. segnete sie am 8. Dezember 2001. Erstmals geöffnet wurde sie beim Heiligen Jahr der Barmherzigkeit 2016 durch Papst Franziskus. 

Die Türflügel zeigen rechts den auferstandenen Christus, der dem Turiner Grabttuch nachempfunden ist. Auf dem linken Flügel ist die Gottesmutter Maria, nach dem Gnadenbild der Basilika "Salus Populi Romani - Heil des römisches Volkes" gestaltet. Sie weist auf Jesus hin.



Die obere Szene links zeigt die Verkündigung des Engels an Maria und rechts das Pfingsfest, Maria inmitten der Apostel, Mutter Christi und Mutter der Kirche
Links unten ist das Konzil von Ephesus dargestellt, bei dem Maria als Gottesmutter - Theotokos - bezeichnet wurde. Die rechte Szene zeigt das zweite Vatikanische Konzil, in der Maria als Mutter der Kirche in den Blick kommt.


Das heutige Gedenkfest gilt der Weihe der ursprünglich von Papst Liberius (352–366) erbauten Basilika auf dem Esquilin zu einer Kirche der Gottesmutter durch Xystus III., nachdem auf dem Konzil zu Ephesus 431 die Gottesmutterschaft Mariens lehramtlich verkündet worden war. Die Kirche Santa Maria Maggiore ist bis heute die bedeutendste Marienkirche des Abendlandes.

Barmherziger Gott,mit unserem eigenen Tun
können wir vor dir nicht bestehen.
Darum höre auf die Fürsprache
der seligen Jungfrau Maria.
Schau nicht auf unser Versagen,
sondern sei uns gnädig und rette uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

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Dienstag, 4. August 2026

Laßt uns den Herrn besuchen! - Pfarrer von Ars

 

Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für uns und für alle Priester
Kirche Zell an der Ybbs

Unser Herr, im Tabernakel verborgen, wartet darauf, daß wir mit unseren Bitten zu ihm kommen. Er ist gegenwärtig im Sakrament seiner Liebe, stets bereit, bei seinem Vater für die Sünder Fürsprache einzulegen.
Er ist hier, um uns zu trösten. Laßt uns ihn öfters besuchen!

Sooft wir uns für eine kleine viertel Stunde von unseren Beschäftigungen oder von so manchem nutzlosen Zeitvertreib freimachen, um zu ihm zu kommen, ihn zu bitten und ihn für die zugefügten Schmähungen zu trösten, bereiten wir ihm Freude. Wenn immer er reine Seelen in aufrichtiger Hingabe kommen sieht, lächelt er ihnen entgegen. Welche Seligkeit dürfen wir in der Gegenwart Gottes erfahren, wenn wir uns allein zu seinen Füßen vor dem heiligen Tabernakel einfinden!

Hört, meine Kinder, wenn ihr während der Nacht aufwacht, begebt euch schnell im Geiste vor den Tabernakel und sagt dem Herrn: "Mein Gott, hier bin ich! Ich komme, um Dich anzubeten, Dich zu loben und zu preisen, Dir zu danken, Dich zu lieben und Dir mit den Engeln Gesellschaft zu leisten!"...

Wenn wir Gott liebten, sähen wir immer vor unserem geistigen Auge diesen vergoldeten Tabernakel, dieses Haus des lieben Gottes. Erblicken wir unterwegs eine Kirche, so soll ihr Anblick unser Herz höher schlagen lassen.
Hätten wir die Augen der Engel und sähen unseren Herrn Jesus Christus gegenwärtig im Tabernakel, seinen Blick auf uns gerichtet, wie würden wir ihn lieben! Wir würden nicht mehr von ihm gehen, wir wollten immer zu seinen Füßen bleiben; es wäre ein Vorgeschmack des Himmels. Alles übrige bliebe uns schal. Aber merkt ihr, wie sehr uns noch der Glaube fehlt?

Sind wir vor dem heiligen Sakrament, so laßt uns, statt umherzusehen, unsere Augen schließen und unser Herz öffnen. Der liebe Gott wird das seine öffnen. Wir gehen zu ihm, er kommt zu uns, wir, um zu bitten, er, um zu schenken.

(Frossard, Ausgewählte Gedanken des heiligen Pfarrers von Ars, 62f) 

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Tabernakel mit Anbetungsengeln in der Zeller Kirche

 

Zeller Kirche zum hl. Florian

Zeller Kirche, links Pfarrer von Ars, rechts Don Bosco

Statue des hl. Pfarrers von Ars in der Kerzenkapelle von Ars, ein Mann des Gebetes, (aus Sacerdotii nostri primordia, zum 100. Todestag des hl. Pfarrer von Ars, Johannes XXIII.)

Der Pfarrer von Ars mit Kardinal Newman im Oratorium von Manchester 

Im Haus des hl. Pfarrers von Ars

zum Abschluss des Priesterjahres beim Petersdom

Mosaik in der Basilika in Lisieux, Gebet für die Priester

Das Kirchlein des hl. Pfarrers von Ars

Am Grab des hl. Pfarrers von Ars

Die Herzkapelle in Ars

Der Kelch des hl. Pfarrers von Ars

Die Paramente des hl. Pfarrers von Ars


rechts Waidhofen/Ybbs, links Zeller Kirche

Sonntag, 2. August 2026

Sie folgten ihm zu Fuß

Die Leute folgten ihm zu Fuß, nicht auf Reittieren, nicht auf Wagen, sondern mühevoll auf ihren eigenen Füßen. Das lässt ihr brennendes Herz erkennen!
(Hieronymus, Thomas von Aquin, Catena Aurea, Hrsg. Schlosser, Kolbinger, 257)

Brotvermehrung, Nikolaus Bette, zw. 1982-1988, Paderborner Dom

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 14

In jener Zeit,
13 als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war,
zog er sich allein von dort mit dem Boot
in eine einsame Gegend zurück.
Aber die Volksscharen hörten davon
und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach.
14 Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen
und hatte Mitleid mit ihnen
und heilte ihre Kranken.
15 Als es Abend wurde,
kamen die Jünger zu ihm
und sagten: Der Ort ist abgelegen
und es ist schon spät geworden.
Schick die Leute weg,
damit sie in die Dörfer gehen
und sich etwas zu essen kaufen!
16 Jesus aber antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen.
Gebt ihr ihnen zu essen!
17 Sie sagten zu ihm:
Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.
18 Er antwortete:
Bringt sie mir her!
19 Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen.
Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische,
blickte zum Himmel auf,
sprach den Lobpreis,
brach die Brote und gab sie den Jüngern;
die Jünger aber gaben sie den Leuten
20 und alle aßen und wurden satt.
Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein,
zwölf Körbe voll.
21 Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten,
dazu noch Frauen und Kinder.
(Evangelium vom 18. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Paderborner Dom

Samstag, 1. August 2026

Lebensordung eines Christen (Alfons v. Liguori)

 

Grab des heiligen Alfons von Liguori, Pagani

 

Sobald man des Morgens aufgestanden ist, soll man folgende Gebete verrichten:
 

1. Mein, Gott, ich bete Dich an, ich liebe Dich von ganzem Herzen, und ich danke Dir für alle Wohltaten, die Du mir erwiesen, besonders dafür, daß Du mich diese Nacht erhalten hast.

2. Ich opfere Dir alles auf, was ich heute tun und leiden werde, ich vereinige es mit allem, was Jesus und Maria getan und gelitten haben, und mache zugleich die Meinung, alle Ablässe zu gewinnen, die ich gewinnen kann.

3. Ich nehme mir vor, o Herr, mich vor aller Sünde zu hüten, und bitte Dich, Deine schützende Hand über mich zu halten, damit ich Dich nicht neuerdings beleidige und verrate.
Mutter meines Herrn und meine Mutter Maria, bewahre mich unter deinem Schutzmantel.
Mein heiliger Schutzengel und meine heiligen Schutzpatrone, steht mir bei.
 

Zum Schluß ein Vater unser, ein Ave Maria und den Glauben, und sodann noch drei Ave Maria zu Ehren der unbefleckten Reinheit der allerseligsten Jungfrau. 

(Hl. Alfons Maria von Liguori, Lebensordnung eines Christen, Hrsg. Priesterseminar St. Petrus, Wigratzbad, 9) 

Verherrlichung von Alfons v. Liguori, Basilika des hl. Alfons, Pagani


Heiliger Alfons, bitte für uns!

 

Altar des hl. Alfons in Maria am Gestade, Wien, B16 Generalaudienz vom 1. August 2012 über das Gebet

Totenmaske des hl. Alfons, Leiden und Tod des Heiligen

 

Eucharistie am Grab des hl. Alfons, Bild Sakristei (Brot des Lebens)

Am Grab des hl. Alfons von Liguori in Pagani

Wie der Heiland geliebt zu werden verdient (Bild des Gekreuzigten von Alfons gemalt), Glasfenster des hl. Alfons in Pagani

Bild des hl. Alfons in Maria am Gestade 

Jesus, lass mich Dich inniger lieben (Gebet) 

Belebe mich durch Deine Gnade (Gebet)

 

 

Freitag, 31. Juli 2026

Mitfühlen mit dem leidenden Herrn (Ignatius von Loyola)

 

Ignatius und seine Gefährten schauen auf den leidenden Herrn,
Pfarrkirche Posen zur Muttergottes, des Bischofs Stanislaus

In der dritten Woche der geistlichen Übungen steht die Passion im Mittelpunkt. Ignatius empfiehlt, die einzelnen Szenen – Abendmahl, Garten Getsemani, Verhör, Kreuzweg und Kreuzigung – meditativ zu betrachten.

Ignatius fragt:

Was tut Christus?
Was leidet Christus für mich?
Wie antworte ich auf diese Liebe?

Bitten um das, was ich begehre: um das also, was als Bitte für die Leidenwoche eigentümlich ist: 
Schmerz mit dem schmerzerfüllten Christus,
Zerschlagenheit mit dem zerschlagenen Christus,
Tränen, innerliche Pein über die große Pein, die Christus für mich gelitten hat.


(aus der zweiten Betrachtung der dritten Woche der geistlichen Übungen, Geistliche Übungen, Hrsg. Adolf Haas, 70) 

Hinweis auf Apg 9,15: ut portet nomen meum coram gentibus et regibus et filiis Israel.
(Damit er meinen Namen) vor die Völker, die Könige (und Kinder Israels trägt)



Pfarrkirche von der Mutter der immerwährenden Hilfe und der hl. Maria Magdalena, Posen,
Kirche zum hl. Bischof Stanislaus, frühere Jesuitenkirche

Donnerstag, 30. Juli 2026

Petrus Chrysologus - Geh beim Samenkorn in die Schule

Altarbild des Todes von Bischof Petrus Chrysologus in der Kathedrale von Ravenna

Am Grab des hl. Petrus Chrysologus in Imola 

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Leopold Mandic

Leopold Mandic Denkmal vor dem Kapuzinerkloster in Padua als Beichtvater 

Glasfenster im Kapuzinerkloster in Padua, Relief des hl. Leopold

Leopold Mandic, Apostel der Barmherzigkeit

Leopold Mandic unter den kroatischen Heiligen im Krka Nationalpark

Leopold als Apostel der Barmherzigkeit 2

Am Grab des hl. Leopold Mandic in Padua

 

und der hl. Erentrudis von Salzburg.

Kathedrale des hl. Cassian von Imola 

Abgang zum Grab des hl. Petrus Chrysologus und des hl. Cassian von Imola

Geboren in Forum Cornelii bei Ímola um 380, wurde er Kleriker und vor 431 Bischof von Ravenna, das unter ihm als Residenzstadt zur kirchlichen Metropole aufrückte. Er verlangte von Eutyches, der sich an ihn wandte, die Unterordnung unter den römischen Bischof. Seine gedankentiefen und originellen Predigten erweisen ihn als einen bedeutenden Redner und Schriftsteller, was den Beinamen „Goldredner“, den er wohl als Gegenstück zum hl. Johannes Chrysostomus erhielt, rechtfertigt. Gestorben am 31. Juli 450 in Forum Cornelii, das Grab wird in Ímola verehrt.

Erhabener Gott, du hast den Bischof Petrus Chrysologus
zu einem begnadeten Verkünder deines ewigen Wortes gemacht,
das unsere Menschennatur angenommen hat.
Gewähre uns auf seine Fürsprache,
dass wir die Geheimnisse der Erlösung
allezeit im Herzen erwägen
und in unseren Werken davon Zeugnis geben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Heiliger Petrus Chrysologus, bitte für uns

 

Es hat nicht nur vergebens geglaubt, sondern auch vergebens gelebt, wer sich nur dafür geboren glaubt, daß er untergehe.
Mensch, was geht dir auf, das nicht auch wieder untergeht?
Und was erhebt sich nicht für dich, das dir untergegangen ist?

Der Tag steigt am Morgen auf, und wird am Abend in die Nacht begraben, und am Morgen erhebt er sich wieder.
Die Sonne wird täglich neu geboren, täglich stirbt sie und täglich ersteht sie wieder.
Die Zeiten gehen unter, indem sie vorüberziehen, und leben wieder auf, indem sie wiederkehren.

Wenn du, Mensch, Gott nicht glauben, dem Gesetz nicht zustimmen, dieser Botschaft nicht trauen willst, dann glaube doch deinen Augen, pflichte doch den Elementen bei, die dir ständig die Auferstehung predigen!
Gewiß, wenn auch dies alles, was vor dir liegt, weit unter dir steht, und doch durch deine Tat vom Tode gleichsam auferweckt wird, so soll dich das alles lehren, daß auch du durch das Werk Gottes auferweckt werden kannst. Geh beim Samenkorn in die Schule, wie der Apostel dich lehrt! (1 Kor 15,36f.)

Betrachte das Weizenkorn, das ohne Empfindung, ohne Bewegung ganz vertrocknet ist: ziehe eine Furche, grabe die Erde auf, bilde eine Grube, begrabe darin das Weizenkorn und dann sieh, wie es im Tode untergeht, wie es durch die Feuchtigkeit anschwillt, wie es in Fäulnis übergeht. Ist es nun so weit gekommen, daß Verzweiflung und Unglauben es dir als Verwesung einzureden versuchen, dann lebt es plötzlich im Keim wieder auf, wächst im Kraut heran, erstarkt im Halm, reift in der Frucht und erhebt sich zu jener vollen Schönheit und Gestalt, die du schon als untergegangen beklagtest.
So will das Weizenkorn dich, Mensch, nicht so sehr zum Essen als zur Erkenntnis führen, nicht so sehr zur Arbeit dich anhalten als zum Glauben.

(Petrus Chrysologus, Vorträge über die Paulusbriefe 51, in: Texte der Kirchenväter 4, 491f) 

Mittwoch, 29. Juli 2026

Christus im Haus von Martha und Maria

 

Jesus mit Martha und Maria im Haus des Lazarus,
Johannes Vermeer,Nationalgallerie Schottland

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 10

In jener Zeit
38 kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.
39 Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu.
40 Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen
zu dienen.
Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
41 Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
42 Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.

Der Herr verbietet also nicht die Gastfreundschaft, sondern dass wir uns mit zu vielen Dingen beschäftigen, die uns durcheinanderbringen und von ihm wegziehen.
Und sieh den Entschluß des Herrn: zunächst sagte er Marta nichts, sondern erst als sie ihre Schwester vom Zuhören abzubringen suchte, da ergriff der Herr die Gelegenheit und wies sie zurecht.

Gastfreundschaft nämlich ist ehrenvoll, insofern sie uns zum Notwendigen hinzieht. Wenn sie aber anfängt, uns von Nützlicherem abzuhalten, ist offenkundig, dass es ehrenvoller ist, göttlichen Lehren zuzuhören.
(Theophylactus, Thomas von Aquin, Catena Aurea, Hrsg. Schlosser, Kolbinger, 674)

National Galleries of Scotland, Edinburgh


Dienstag, 28. Juli 2026

Heulen und Zähneknirschen oder leuchten wie die Sonne

 

Jüngstes Gericht, Hans Holbein der Ältere/Gumpolt Giltlinger, um 1502,
Mortuarium des Eichstätter Doms
 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 13

In jener Zeit
36 verließ Jesus die Menge
und ging in das Haus.
Und seine Jünger kamen zu ihm
und sagten:
Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
37 Er antwortete: Der den guten Samen sät,
ist der Menschensohn;
38 der Acker ist die Welt;
der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches;
das Unkraut sind die Kinder des Bösen;
39 der Feind, der es gesät hat,
ist der Teufel;
die Ernte ist das Ende der Welt;
die Schnitter sind die Engel.
40 Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird,
so wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
41 Der Menschensohn wird seine Engel aussenden
und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen,
die andere verführt und Gesetzloses getan haben,
42 und werden sie in den Feuerofen werfen.
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
43 Dann werden die Gerechten
im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wer Ohren hat, der höre!
(Evangelium vom Dienstag der 17. Woche im Jahreskreis, Lesejahr A)

Die seit 1968 wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzte fensterfüllende Darstellung des Jüngsten Gerichts zeigt in der unteren Zone die Auferstehung der Toten und die Trennung der Auserwählten von den Verdammten.
Die Auferstehung aus den Gräbern wird nur durch drei nackte, mit Leichentuch oder Schurz verhüllte Figuren angedeutet, von denen ein jüngerer und ein älterer Mann bereits von Teufeln ergriffen und fortgetragen, das junge Mädchen dagegen von einem Engel in Empfang genommen wird.
Alle übrigen Figuren, die geistliche und weltliche Obrigkeit, Bürgersleute, Mönche und Bettler, sind standesgemäß gekleidet und offenbaren, wie unterschiedslos die verschiedenen Stände auf beiden Seiten zu finden sind. Besonders Kaiser und Könige, Päpste, Kardinäle und Bischöfe scheinen streng paritätisch auf Paradies und Hölle verteilt.
Links sieht man unter der Fahne des Christentums den friedlichen Zug der Seligen durch die Paradiespforte, wo Petrus einen Kaiser begrüßt.
Auf der rechten Seite werden die mit Verzweiflung geschlagenen Sünder von Teufeln ergriffen und unter dem Banner des Bösen (einer Kröte) in den fürchterlich aufgerissenen Höllenrachen getrieben. Im Hintergrund tobt noch der Kampf um die Seelen der Auferstandenen, die in langer Schlange herangetreten sind, während das Gewicht ihrer guten und bösen Taten im Kampf des Erzengels Michael mit den Mächten des Satans zum Ausdruck kommt.
(wikipedia)

Jüngstes Gericht, Mortuarium im Eichstätter Dom

Montag, 27. Juli 2026

Das kleinste von allen Samenkörnern

 

Senfkornfenster, Charles Crodel, um 1954, St. Katharinen, Frankfurt

Das Fenster mit dem Gleichnis vom Senfkorn in der Katharinenkirche gehört zu einem Glasfensterzyklus des Künstlers Charles Crodel. Crodel gestaltete die biblischen Szenen nicht als große Einzelbilder, sondern in sechseckigen Medaillons. Die kräftigen Farben – vor allem Rot, Gelb und Blau – lassen viel Licht in den Kirchenraum und verleihen den Fenstern eine lebendige Wirkung.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 13

In jener Zeit
31 legte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis vor
und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn,
das ein Mann auf seinen Acker säte.
32 Es ist das kleinste von allen Samenkörnern;
sobald es aber hochgewachsen ist,
ist es größer als die anderen Gewächse
und wird zu einem Baum,
sodass die Vögel des Himmels kommen
und in seinen Zweigen nisten.
33 Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig,
den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg,
bis das Ganze durchsäuert war.
34 Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen
und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen,
35 damit sich erfülle,
was durch den Propheten gesagt worden ist:
Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen,
ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
(Evangelium vom Montag der 17. Woche im Jahreskreis, Lesejahr A)


Katharinenkirche in Frankfurt/Main

Sonntag, 26. Juli 2026

Der Schatz ist die Sehnsucht nach dem Himmel

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:
44 Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.
Ein Mann entdeckte ihn
und grub ihn wieder ein.Und in seiner Freude ging er hin,
verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte den Acker. (Mt 13,44)
(aus dem Evangelium vom Sonntag der 17. Woche im Jahreskreis, Lesejahr A)

Detail aus einem Bild mit Gleichnissen Jesu, Schatz der im Acker vergraben wird, 
im Kreuzgang des Franziskanerklosters Maria Lankowitz,

Der im Acker verborgene Schatz ist die Sehnsucht nach dem Himmel;
der Acker aber, in dem der Schatz verborgen liegt, ist das zuchtvolle Leben, das diesem Eifer für das Himmlische entspricht.

Wenn ein Mensch diesen Schatz findet, verbirgt er ihn, um ihn zu bewahren.
.... Im gegenwärtigen Leben sind wir nämlich gleichsam auf dem Pilgerweg in die Heimat. Die bösen Geister lauern wie Räuber am Weg in der Absicht, diejenigen auszurauben, die den Schatz auf dem Weg vor sich hertragen.

Ich meine damit nicht, dass unsere Mitmenschen unsere Werke nicht sehen sollten, sondern dass wir keinerlei menschliches Lob für unsere Taten suchen sollen. (Gregor der Große)

(Thomas von Aquin, Catena Aurea, Hrsg Schlosser, Kolbinger; 253)

Schatz im Acker

Glasfenster in St Mary Abbots, London

Heute gedenkt die Kirche der heiligen Großeltern Jesu Joachim und Anna:
 
Joachim und Anna in der Linzer Minoritenkirche

Glasfenster der hl. Großeltern Jesu in Notre Dame du Sablon, Brüssel

Die Geburt Mariens nach dem apokryphen Jakobusevangelium (St. Quen, Rouen)

Freitag, 24. Juli 2026

Christus in uns tragen

Bonner Münster

Erzengel Michael, Barbara und Christopher, Fresken im Bonner Münster

Dem Märtyrer, der nach Zeit und Ort nicht eingeordnet werden kann, wurde schon 452 in Chalkedon eine Kirche geweiht. Seine Verehrung verbreitete sich nicht nur im Osten, sondern auch im Abendland, wo er zu den Vierzehn Nothelfern zählt. Aus den zahlreichen Legendenmotiven ist das an den Namen anknüpfende des Christusträgers, der das göttliche Kind über den Fluss bringt, heute das bekannteste.
(erzabteibeuron)

Allmächtiger Gott, auf unserem Lebensweg
bedrohen uns viele Gefahren.
Höre auf die Fürsprache
des heiligen Märtyrers Christophorus.
Gib, dass wir Christus in uns tragen
und mit unseren Weggefährten
sicher zu dem Ziel gelangen,
für das wir geschaffen sind.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.