Samstag, 16. Mai 2026

Der Johannes Nepomuk Altar in der Wiener Peterskirche

 

Brückensturz des hl. Johannes Nepomuk in der Wiener Peterskirche

Der Altar wurde rechts beim Presbyterium wurde 1729 anläßlich der Heiligsprechung des Heiligen erreichtet. Er stammt von Lorenzo Mattielli (Holz, vergoldet) und stellt das Martyrium des hl. Johannes Nepomuk dar. Darüber schwebt die Muttergottes von Bunzlau, wo der Heilige Pfarrer war.

Ein Engel hält ihm die Palme des Martyriums entgegen. Die fünf Sterne im Wasser sind Symbol für das lateinische Wort TACUI (ich habe geschwiegen).







Am Geburtsort des hl. Johannes Nepomuk in Nepomuk

Mosaik an der Grazer Stadtpfarrkiche, vita, als Wahrer des Beichtgeheimnisses 



Johannes Nepomuk
 
 

Der Sohn eines gewissen Welflin war seit 1370 Kleriker der Diözese Prag und später Generalvikar. Als solcher wurde er in Jurisdiktionsstreitigkeiten mit König Wenzel verwickelt, festgenommen, gefoltert und am 20. März 1393 von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Nach seinem Tod entstand die Überlieferung, er sei deswegen Märtyrer geworden, weil er die Preisgabe des Beichtgeheimnisses an den König verweigert habe. Eher ist er jedoch als Märtyrer für das Recht der Kirche anzusehen. Sein Leib ruht im Veitsdom zu Prag. Verehrt wird der Heilige vor allem als Brückenpatron. (erzbistumbeuron)


Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast dem heiligen Johannes Nepomuk geholfen,

bis zur Hingabe seines Lebens
die Rechte der Kirche zu verteidigen.
Auf seine Fürbitte hin gib uns den Mut,
für Gerechtigkeit und Wahrheit einzutreten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Die Kirche steht der Überlieferung nach an jener Stelle, an der Johannes von Nepomuk um 1340 geboren wurde. Bereits zwischen 1641 und 1660 ließ die Adelsfamilie Sternberg dort eine erste Kirche errichten, die Johannes dem Täufer geweiht war. Nach der Heiligsprechung Johannes’ von Nepomuk im Jahr 1729 gewann der Wallfahrtsort stark an Bedeutung. Deshalb wurde die ältere Kirche 1734 durch einen repräsentativen barocken Neubau ersetzt.

Johannes Nepomukkirche

Darstellung der Geburt des hl. Johannes Nepomuk, eines der vier Gemälde aus dem Leben des Heiligen

Glasfenster des hl. Johannes Nepomuk


Hier wurde der hl. Johannes, Märtyrer, geboren

Hochaltarstatue von Josef Max

ursprünglich war die Kirche Johannes dem Täufer geweiht,
  (Bild im Ädikulaaufsatz)



hier wurde der hl. Johannes geboren

Johann Nepomukkirche, dahinter die Pfarrkirche zum hl. Jakobus

Freitag, 15. Mai 2026

Sophia, Märtyrin und Eisheilige

Sophie von Rom im Stephansdom vor der Renovierung

Sophia (um 1450 aus Kalkstein) nach der Renovierung mit Hand und Palme,
 Stephansdom

 
Eine besondere Gruppe ist an der Nordwand des Langhauses zu finden: die heilige Sophia mit ihren drei Töchtern, Spes, Fides und Caritas. Die Legende berichtet von einer christlichen Witwe mit drei Töchtern, die aus Mailand stammten und zu Opfern der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (303-305) wurden.
Die Namen haben auch eine andere Bedeutung, die über die tragische persönliche Geschichte hinausweist: Die drei Töchter tragen die Namen der drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, die aus der Beschreibung der Liebe im ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther hergeleitet werden: „Für jetzt bleiben diese drei: Glaube, Hoffnung und Liebe“. Die Weisheit (Sophia) ist eines der Ziele einer tugendhaften Lebensführung. Im Vers davor schreibt Paulus: „Dann (im Paradies) werde ich [die Weisheit, griechisch Sophia] vollkommen erkennen“.
(Quelle: Verein UnserStephansdom)



Sophia links vor dem Fenster ganz rechts, Stephansdom

Donnerstag, 14. Mai 2026

Eine Wolke nahm ihn auf - Christi Himmelfahrt

Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
8 Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien
und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. 
Apostelgeschichte 1


Liebe Brüder und Schwestern!

In verschiedenen Ländern, darunter auch in Italien, wird heute das Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert, jenes Geheimnis des Glaubens, das das Buch der Apostelgeschichte auf den 40. Tag nach der Auferstehung legt (vgl. Apg 1,3-11). Aus diesem Grund ist es im Vatikan und in einigen anderen Nationen der Welt bereits am letzten Donnerstag gefeiert worden.

Nach der Himmelfahrt blieben die ersten Jünger im Abendmahlsaal; sie sammelten sich um die Mutter Jesu, in brennender Erwartung der Gabe des Heiligen Geistes, den Jesus versprochen hatte (vgl. Apg 1,14). An diesem ersten Sonntag im Mai, dem Marienmonat, machen auch wir diese Erfahrung, und fühlen intensiv die geistliche Gegenwart Mariens. Und der Petersplatz gleicht heute fast einem „Abendmahlsaal“ unter freiem Himmel, der mit Gläubigen gefüllt ist, zum Großteil Mitglieder der Katholischen Aktion Italiens, an die ich mich nach dem marianischen Gebet des „Regina Caeli“ wenden werde.

In seiner Abschiedsrede an die Jünger hob Jesus besonders die Bedeutung seiner „Heimkehr zum Vater“ hervor, der Krönung seiner ganzen Sendung. Denn er ist in die Welt gekommen, um den Menschen zu Gott zurückzuführen, und zwar nicht auf einer geistigen Ebene – als Philosoph oder Weisheitslehrer –, sondern in Wirklichkeit, als Hirte, der die Schafe in ihren Stall zurückbringen will. Diesen „Auszug“ (Exodus) zur himmlischen Heimat, den Jesus persönlich erlebte, hat er in allem für uns auf sich genommen: Für uns ist er vom Himmel herabgestiegen, und für uns fuhr er zu ihm auf, nachdem er dem Menschen in allem gleich geworden war, erniedrigt bis zum Tod am Kreuz, und nachdem er den Abgrund der größten Gottesferne berührt hatte. Gerade aus diesem Grund hat Gott an ihm Gefallen gefunden und „ihn über alle erhöht“ (Phil 2,9) und ihm so die Fülle seiner Herrlichkeit zurückerstattet, jetzt aber in unserer menschlichen Natur. Gott im Menschen, der Mensch in Gott: Das ist nun keine theoretische, sondern eine wirkliche Wahrheit. Deshalb ist die christliche Hoffnung, die ihren Grund in Christus hat, keine Illusion, sondern wir haben, wie der Brief an die Hebräer sagt, „in ihr… einen sicheren und festen Anker der Seele“ (Heb 6,19), einen Anker, der in den Himmel eindringt, wohin Christus uns vorangegangen ist.

Und was benötigte der Mensch aller Zeiten eher als das: eine feste Verankerung für das eigene Dasein? Und wiederum also ist der wunderbare Sinn der Gegenwart Mariens mitten unter uns augenfällig. Wenn wir wie die ersten Jünger den Blick auf sie wenden, werden wir unmittelbar auf die Wirklichkeit Jesu verwiesen: Die Mutter verweist auf den Sohn, der nicht mehr leiblich unter uns ist, der uns aber im Haus des Vaters erwartet. Jesus lädt uns ein, nicht dazustehen und nach oben zu schauen, sondern im Gebet vereint zu bleiben, um das Geschenk des Heiligen Geistes zu erbitten. Denn nur für den, der „von oben her neu geboren wird“, das heißt aus dem Geist Gottes, steht der Eingang zum Himmelreich offen (vgl. Joh 3,3-5), und die erste, die „von oben her neu geboren“ ist, ist gerade die Jungfrau Maria. An sie wenden wir uns somit in der Fülle der österlichen Freude.


(B16, 5. Mai 2008)



Christi Himmelfahrt, Wandteppich von Rafael, Vatikanische Museen



 

 
die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi,

Kathedrale von Toledo,

Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)

Marienkirche in Krakau,

gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),

Chiesa Nuova - Rom 

Mittwoch, 13. Mai 2026

Das Attentat auf Johannes Paul II. am Fatimatag

 

Sanktuarium Matki Bożej Fatimskiej - Zakopane

Am 13. Mai 198, heute vor 45 Jahren, wurde auf dem Petersplatz ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt. Der polnische Papst überlebte schwer verletzt und kam wieder auf die Beine. Seine Rettung aus der Todesgefahr schrieb er der Muttergottes von Fatima zu, derer die Kirche am 13. Mai gedenkt. 

 

Prozession bei Regen in Fatima, Gebet von Papst Leo für den Frieden 

Ort an dem Maria zu Opfer und Gebet für die Sünder aufrief 

Die Erscheinungskapelle von Fatima (Messtexte v ULF v. Fatima) 

In der Taufkapelle der Kinder von Fatima


 
 
Das Marienheiligtum Muttergottes von Fatima in Zakopane (poln. Sanktuarium Matki Bożej Fatimskiej) wurde in den Jahren 1987 bis 1992 als Votivkirche nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Stil der Postmoderne mit Einfluss des Zakopane-Stils erbaut. 1997 erfolgte die Weihe unter dem Patrozinium der Muttergottes von Fatima durch Papst Johannes Paul II. Die Kirche dient als Pfarrkirche. wikipedia

Glasfenster des Attentats in der Fatimakirche in Zakopane

Quelle 

Karol Wojtyla (...) fährt im offenen Wagen über die Piazza San Pietro durch die Menschenmenge, küsst Kleinkinder, segnet. Auf einmal Schüsse – der Papst bricht getroffen zusammen, Panik bricht aus. Man fährt den Schwerverletzten quer durch den römischen Stadtverkehr in die Gemelli-Klinik, dort kämpfen Ärzte um sein Leben.

Derweil herrscht auf dem Petersplatz Fassungslosigkeit. Eine Durchsage in mehreren Sprachen, auch auf Deutsch: „Wie Sie wissen, ist der Heilige Vater verwundet worden. Man weiß noch nichts über die Schwere der Verwundung. Wir vereinen uns um ihn im Gebet und beten zusammen auf Latein das Vaterunser, Gegrüßet seist du Maria und Ehre sei dem Vater.“

 

17. Mai 1981. Einen Tag vor seinem 61. Geburtstag wendet sich Johannes Paul in einer Radiobotschaft an die Menschen draußen. Seine Stimme ist schwach, seine Botschaft keine zehn Zeilen lang.

„Liebe Brüder und Schwestern! Ich weiß, dass ihr in diesen Tagen und speziell in dieser Stunde mit mir verbunden seid. Ich danke euch bewegt für eure Gebete und segne euch alle. Ich bin besonders den beiden Personen nahe, die mit mir verletzt wurden. Ich bete für den Bruder, der auf mich geschossen hat; ich habe ihm aufrichtig vergeben. Vereint mit Christus, opfere ich meine Leiden auf für die Kirche und für die Welt.
Dir, Maria, wiederhole ich: Ich bin ganz dein.“

 

totus tuus - ganz dein Maria


Heiliger Johannes Paul II.,
bitte für uns um Frieden und Versöhnung
 

Unsere Liebe Frau von Fatima, bitte für uns!


Donnerstag, 7. Mai 2026

Die Reliquie der sel. Gisela von Ungarn in der Kathedrale von Veszprém

 Am Grab der seligen Gisela in Passau


Reliquie der sel. Gisela, Kathedrale St. Michael, 



Königin, Äbtissin
Namensdeutung: die Geisel (althochdeutsch)
Namenstage: Gisela, Gisella, Giselle, Silke
Gedenktag: 7. Mai

Lebensdaten: geboren um 985 bei Regensburg, gestorben am 7. Mai 1060 in Niedernburg bei Passau

Lebensgeschichte: Gisela war die älteste Tochter des Bayernherzogs Heinrich und die Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. Sie wurde in Regensburg im Umfeld des heiligen Wolfgang erzogen und mit zehn Jahren mit dem vielversprechenden ungarischen Königssohn Stephan vermählt.

Während ihrer 40-jährigen Regierungszeit entstand im weithin noch heidnischen Ungarn eine funktionierende kirchliche Hierarchie mit zehn Bistümern, zahlreiche Kirchen und Klöster wurden mit Hilfe deutscher Ordensleute gegründet und reich ausgestattet. Wegen dieser Christianisierungskampagne war das Königspaar nicht überall beliebt.

Nach dem Tod König Stephans im Jahr 1038 wurde Gisela festgesetzt und kam erst vier Jahre später durch König Heinrich III. wieder frei, der sie nach Passau ins Kloster Niedernburg brachte, das ihre Tante Heilika leitete.

1057 wurde sie selber Äbtissin des Klosters, das unter ihrer Leitung reiche Schenkungen erfuhr. In Niedernburg starb sie am 7. Mai 1060.

Verehrung: Eine von ihr gestiftete Kasel mit ihrem Bild war als ungarischer Krönungsmantel in Gebrauch. Besonders verehrt wird sie in Veszprém, wo sie residiert haben soll. Als 1908 ihr Grab im Kloster Niedernburg geöffnet wurde, fand man die Grabplatte aus dem 11. Jahrhundert und das Skelett der Heiligen erhalten.

Darstellung: als Königin, beim Verteilen von Almosen oder mit einem Kirchenmodell, manchmal mit Rosenkranz

 

Kathedrale St. Michael in Veszprem

Selige Gisela, bitte für uns!

Mittwoch, 6. Mai 2026

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe...

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1 Ich bin der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer.
2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt,
schneidet er ab
und jede Rebe, die Frucht bringt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein kraft des Wortes,
das ich zu euch gesagt habe.
4 Bleibt in mir
und ich bleibe in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
so auch ihr,
wenn ihr nicht in mir bleibt.
5 Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6 Wer nicht in mir bleibt,
wird wie die Rebe weggeworfen
und er verdorrt.
Man sammelt die Reben,
wirft sie ins Feuer
und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt:
Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

(Evangelium vom Mittwoch der 5. Osterwoche) 

 

Blick vom Bisamberg auf Wien

Maria, Maienkönigin, bitte für uns



Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht

Stift Klosterneuburg

Montag, 4. Mai 2026

Heiliger Florian, Märtyrer und die hll. Märtyrer von Lorch

Glasfenster in Obersdorf 

Florianaltar in St. Florian

Denkmal des hl. Florian in Pressburg

 

Leiden, Sterben und Verherrlichung des hl. Florian in den Deckenfresken von St. Florian

Die Porta S. Floriani in der Basilika St. Laurenz in Lorch-Enns (mit dem Grab der 40 Märtyrer)


Ausflug zur Stiftsbasilika St. Forian (Außenansicht)

Florian beim Heiligenkreuzer Kreuzweg

Kirche des hl. Johannes des Täufers in Ybbsitz

Sebastian und Florian, ihr Märtyrer des menschgewordenen Gottessohnes, bittet für uns

Als in der Diokletianischen Verfolgung die Christen von Lauriacum (Lorch an der Enns) verfolgt wurden, setzte sich der in Cetium (St. Pölten) wohnhafte ehemalige Kanzleivorstand des Statthalters für sie ein, wurde aber selbst wegen seines Glaubens am 4. Mai 304  mit einem um den Hals gebundenen Stein von der Brücke in die Enns gestürzt. An seinem Begräbnisort erhob sich später das Stift St. Florian. Die im Jahre 1900 wiederentdeckten Reliquien der übrigen Lorcher Märtyrer ruhen heute unter dem Hochaltar der ehemaligen Bischofskirche von Lorch.

Heiliger Florian, bitte für uns!