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| Maria Königin, Bürgerspitalkirche, Waidhofen/Ybbs |
I.
Die Zeugnisse der Väter und Päpste
8 Das christliche Volk hat auch in den
vergangenen Jahrhunderten mit Recht geglaubt, dass diejenige, die den Sohn des
Allerhöchsten gebar, der „im Hause Jakobs ewiglich herrschen wird" (5), als „Friedensfürst" (6), als „König der Könige und Herr
der Herren" (7), mehr wie jede andere Kreatur an
Gnade und einzigartigen Privilegien empfangen hat. Er zog dabei die enge
Verbindung in Betracht, welche die Mutter mit dem Sohn eint, und hat ohne Mühe
die königliche Erhabenheit der Mutter Gottes über allem erkannt.
9 Deswegen ist es
nicht erstaunlich, dass die alten kirchlichen Schriftsteller sich auf das Wort
des HI. Erzengels Gabriel stützten, der verkündete, dass der Sohn Mariens ewig
herrschen wird (8), und auf das Wort Elisabeths,
welche ehrfurchtsvoll begrüßend sie „die Mutter meines Herrn" (9) nannte und bereits Maria als die
„Mutter des Königs", „die Mutter des Herrn" bezeichnete. Sie wiesen
klar daraufhin, dass kraft königlicher Würde ihres Sohnes sie selbst eine
besondere Größe und Erhabenheit besitze.
10 Auch St. Ephrem
hat in der Glut seiner poetischen Inspirationen sie sprechen lassen: „Möge der
Himmel mich umschirmen; denn ich bin mehr geehrt als er. In der Tat war nicht
der Himmel Deine Mutter, Du hast ihn vielmehr zu Deinem Throne gemacht. Wie
viel mehr ist die Mutter des Königs der Ehren und der Verehrung wert als sein
Thron" (10), und an einer anderen Stelle
bittet er sie mit den Worten: „Erhabene Jungfrau und Patronin, Königin, Herrin,
bewahre mich, beschütze mich, damit der Satan, der Urheber alles Bösen, nicht
über mich frohlocke und der böse Feind nicht über mich triumphiere" (11).
11 Der Hl. Gregor
von Nazianz nennt Maria „die Mutter des Königs des Universums", „die
jungfräuliche Mutter, die den König der ganzen Welt geboren hat" (12). Prudentius erklärt, „dass diese
Mutter sich verwundert, Gott als Mensch geboren zu haben und selbst als
obersten König" (13).
12 Diese
königliche Würde der seligsten Jungfrau Maria ist klar und deutlich bezeichnet
durch die, welche sie „Fürstin", „Herrin" und „Königin" nennen.
13 Schon in einer
Homilie, die dem Origenes zugeschrieben wird, wird Maria von Elisabeth nicht
allein „Mutter meines Herrn" genannt, sondern „meine Herrscherin" (14).
14 Die gleiche
Idee leuchtet aus den folgenden Worten des HI. Hieronymus hervor, in welchen er
unter den verschiedenen Deutungen des Namens Mariä zuletzt folgende aufführt:
„Man muss wissen, das Maria auf Syrisch ,Herrscherin' bedeutet" (15). Nach ihm drückt der HI.
Chrysologus den gleichen Gedanken in einer noch deutlicheren Weise aus: „Das
hebräische Wort ,Maria' heißt auf Lateinisch ,Herrscherin'. Der Engel nennt sie
,Herrscherin', damit sie aufhören soll zu erbeben wie eine Dienerin, sie,
welche die Autorität ihres Sohnes erlangt hat, zu gebären und Herrscherin
genannt zu werden" (16).
15 Epiphanius,
Bischof von Konstantinopel, sagt in seinem Schreiben an den Papst Hormisdas,
dass man beten müsse, damit die Einheit der Kirche bewahrt bleibe „durch die
Gnade der Heiligen und wesenseinen Dreifaltigkeit und durch die Fürsprache
unserer Heiligen Herrin, der glorreichen Jungfrau Maria, der Mutter
Gottes" (17).
16 Ein Autor der
gleichen Zeit grüßt mit folgenden Worten die Heilige Jungfrau Maria, die zur
Rechten Gottes sitzt, um sie zu bitten für uns zu beten: „Herrscherin der
Sterblichen, Allerheiligste Mutter Gottes" (18).
17 Der Hl. Andreas
von Kreta erkennt mehrmals der Jungfrau Maria die Würde der Königin zu; er
schreibt z. B. „(Jesus) nimmt heute aus ihrer irdischen Wohnung die Königin des
Menschengeschlechtes, seine immer jungfräuliche Mutter, in deren Schoß er, ohne
aufzuhören Gott zu sein, menschliche Gestalt angenommen hat“ (19).
18 Und an anderer
Stelle: „Königin des ganzen Menschengeschlechtes, im Sinne deines Namens in
Wahrheit treu, welche, Gott allein aus" genommen, alles überragt" (20).
19 Der HI. Germanus grüßt mit diesen Worten
die demütige Jungfrau: „Setze Dich nieder, O Herrin, Dir kommt es in Wahrheit
zu, dass Du an hoher Stelle herrschest, da Du Königin bist und glorreicher als
alle Könige" (21). Er nennt sie auch: „Herrscherin
aller Bewohner der Erde" (22).
20 Der HI.
Johannes von Damaskus gibt ihr den Namen „Königin, Patronin, Herrscherin“ (23) und selbst „Herrscherin aller
Kreatur" (24). Ein alter Schriftsteller der
orientalischen Kirche nennt sie „glückliche Königin", „ewige Königin beim
König, ihrem Sohn", deren „Haupt, weiß wie Schnee, mit goldenem Diadem
geschmückt ist" (25).
21 Schließlich
vereint der Hl. IIdefons von Toledo fast alle ihre Ehrentitel in diesem Gruß:
„O meine Herrin, oberste Herrscherin, Mutter meines Herrschers, du regierst
über mich ...Herrscherin unter den Dienern, Königin unter deinen
Schwestern" (26).
22 Diesen und
anderen ähnlichen und unzähligen Zeugnissen, die bis in die Frühzeit
hinaufreichen, haben die Theologen der Kirche die Lehre entnommen, nach der sie
die Allerseligste Jungfrau, Königin aller Kreaturen, Königin der Welt, Herrscherin
des Universums nennen.
23 Die obersten
Hirten der Kirche haben es als ihre Pflicht erachtet, durch ihre Anregungen und
Predigten die Frömmigkeit des christlichen Volkes gegenüber seiner himmlischen
Mutter und Königin zu billigen und zu ermutigen. Erinnern Wir noch, um nicht
die Dokumente der letzten Päpste zu erwähnen: Seit dem 7. Jahrhundert nennt
Unser Vorgänger, der Hl. Martin I., Maria „Unsere glorreiche Herrscherin und
immerwährende Jungfrau" (27). Der HI. Agathon sagt von ihr in
seinem Synodalschreiben an die Väter des 6. Ökumenischen Konzils: „Unsere
Herrscherin, wahrhaft Gottesmutter im eigentlichen Sinne". (28) Im 8. Jahrhundert gibt Gregor II.
in seinem Brief an den Patriarchen St. Germanus, der unter dem Beifall aller
Väter des 7. Ökumenischen Konzils verlesen wurde, ihr den Titel: „Universale
Herrscherin und wahrhafte Mutter Gottes" und „Herrscherin aller
Christen" (29).
24 Wir erinnern
schließlich noch daran, dass Unser Vorgänger unvergesslichen Angedenkens,
Sixtus IV., mit Eifer die Lehre der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen
Jungfrau in seinem Apostolischen Brief „Cum praeexcelsa" (30) erwähnt und damit beginnt, Maria
„die Königin der Himmels und der Erde" zu nennen, sowie bekräftigt, dass
der oberste König ihr gewissermaßen seine Vollmacht übertragen habe (31).
25 Darum fasst der
Heilige Alphons von Liguori alle die Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte
zusammen und schreibt mit großer Verehrung: „Da die Jungfrau Maria zu dieser so
großen Würde der Mutter Gottes erhoben wurde, hat die Kirche ihr mit gutem
Recht den Titel der Königin zuerkannt" (32).
(5) Luc. 1, 32.
(6) Isai. 9, 6.
(7) Apoc. 19, 16.
(8) Cfr. Luc. 1, 32, 33.
(9) Luc. 1, 43.
(10) S. Ephrem, Hymni de B. Maria, ed. Th. J. Lamy, t. II, Mechliniae,
1886, hymn. XIX, p.624.
(11) Idem, Oratio ad Ssmam Dei Matrem; Opera omnia. Ed. Assemani, t, III
(graece), Romae, 1747, pag. 546.
(12) S. Gregorius Nu., Poemata dogmatica,
XVIII, v. 58: P. G. XXXVII, 485.
(13) Prudentius,
Dittochaeum, XXVII: P. L. LX, 102 A.
(14) Hom. in
S. Lucam, horn. VII; ed. Rauer, Origenes' Werke, t. IX, p. 48 (ex catena
Macarii Chrysocephall). Cfr. P. G. XIII, 1902 D.
(15) S.
Hieronymus, Liber de nominibus hebraeis: P. L. XXIII, 886.
(16) S. Petrus
Chrysologus, Sermo 142, De Annuntiatione B. M. V.: P. L. III, 579 C, cfr. etiam
582 B; 584 A: “Reglna totius exstitit castitatls".
(17) Relatio
Eplphanii Ep. Constantin.: P.
L. LXIII, 498 D.
(18) Encomium In Dormitionem Ssmae Deiparae (Inter
opera S. Modesti): P. G. LXXXVI, 3306 B.
(19) S. Andreas Cretensis, Homilia II in
Dormitionem Ssmae Delparae: P. G. XCVII, 1979 B.
(20) Id., Homilia III in Dormitionem Ssmae
Deiparae: P. G. XCVII, 1099 A.
(21) S. Germanus, in Praesentationem Ssmae
Delparae, I: P. G. XCVIII, 303 A.
(22) Id., In Praesentatlonem Ssmae Delparae, 11; P. G.
XCVIII, 315 C.
(23) S. loannes Damascenus, Homilia I In
Dormitionem B. M. V.: P. G. XCVI, 719 A.
(24) Id., De Fide orthodoxa, I, IV, c.
14 : P. G. XLIV, 1158 B.
(25) De laudibus Mariae (inter opera Venantii
Fortunati): P. L. LXXXVIII, 282 B et 283 A
(26) Ildefonsus Toletanus, De virginitate
perpetua B. M. V.: P. L. XCVI, 58 AD .
(27) S.
Martinus I, Epist. XIV: P. L. LXXXVII, 199-200 A. .
(28) 5
Agatho: P. L. LXXXVII, 1221 A.
(29) Hardouin,
Acta Conciliorum, IV, 234; 238; P. L. LXXXIX, 508 B.
(30) Xystus
IV, Bulla Cum praeexcelsa, d. d. 28 febr. a 1476.
(31) Benedictus XIV, Bulla Gloriosae Dominae, d. d,
27 sept. a 1743.
(32) S. Alfonso, Le glorie di Maria, p. I, c.
I, § I.
(aus dem Rundschreiben “AD CAELI REGINAM” unseres Heiligen Vaters Pius XII., 11.10.1954)
Marienkrönung von Veit Stoß in der Krakauer Marienkirche, P. Benno Mikocki über die Rosenkranzkönigin
Maria, Königin der Engel im Nationalmuseum Warschau, Homilie von Amadeus von Lausanne
Krönung Mariens, Walsingham, anglik., (B16 Angelus, 22. August 2010)
Krönung Mariens, Relief auf dem Altar vor dem Dreikönigsschrein in Köln (B16, Generalaudienz 2012)
Schutzmantelmadonna durch Engel gekrönt, Stiftskirche Rein
Der Thron für die Königin in der Stiftskirche Rein
Glasfenster im Konstanzer Dom
Krönung Marias in der Sakristei der Kathedrale von Burgos
Altarbild der Krönung Marias in der Kirche der Barmherzigen Brüder in Wien (Amadeus von Lausanne, Lesehore)
Malerei der Krönung Marias in S. Maria Maggiore, Rom
Fliesenmosaik vor der Jakobuskathedrale in Jerusalem (H. U. v. Balthasar, Vollmacht der Königin)
Kuppelfresko der Krönung von Rottmayr, Wiener Peterskirche
und nochmal das Kuppelfresko
Altarbild der Marienkrönung in der Wiener Dominikanerkirche
Mosaik in der Rosenkranzbasilika in Lourdes (Pius XII. über die Einführung des Festes Mariä Königin)
Marienkrönung, Schnatterpeck-Altar in Lana, Südtirol (Küng, Königin der Familien)
Maria als Königin, Maria Empfängnis, Weerberg, Tirol, (Weihegebet Maximilian Kolbe)
Relief vom Altar im Kölner Dom (Benedikt XVI., Maria Königin, 2012)
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