![]() |
| Altarbereich der Schatzkapelle im Dom zu Neapel |
![]() |
| Enthauptung des hl. Januarius in der Cappella del Tesoro di San Gennaro |
![]() |
| Krypta des Freisinger Doms |
![]() |
| der hl. Lambert erbittet Nebel, Bild über dem Grab des heiligen Lambert Krypta des Freisinger Doms |
Beim Einfall der Ungarn 955 und während eines mehrtägigen Aufenthalts in Freising brannten sie Weihenstephan und St. Veit nieder. Den benachbarten Domberg sahen sie nicht, als wären sie von Blindheit geschlagen. „Dies geschah durch die Verdienste Mariens, der Patronin der Freisinger Kirche und durch die Gebete des hl. Lantpert, des Bekenners Christi.“ Das Blendungswunder wurde später zum Nebelwunder. Auf das Gebet Lantperts hin sei so dichter Nebel eingefallen, dass der Domberg nicht zu sehen war. In einer späteren abgeänderten Version hätten die Ungarn den Dom zwar entdeckt, der Nebel war aber so dicht, dass die bereits angelegten Brandfackeln und die Brandpfeile sich nicht entzünden ließen.[1] Freising ist eine nebelreiche Gegend. Das Nebelwunder ist in der Krypta in einem Rundbogenbild über dem Lantpertschrein dargestellt. (wikipedia)
Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Lambert von Lüttich und des hl. Josef von Copertino.
![]() |
| links Hildegard von Bingen, rechts Birgitta von Schweden, Aachener Dom |
Hildegardfenster in der Hildegard Gedächtniskirche auf dem Rupertsberg, 2022
Malerei auf einem Haus in Bingen (Gebet um Hilfe)
Hymnus zu Ehren der 1100 Jungfrauen (St. Ursula, Köln)
Statue und Bild der hl. Hildegard in der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim, Eibingen
Hildegard wird zu Jutta von Disiboden gebracht, Hildegardisaltar, Bingener Rochuskapelle
Die älteste bekannte Darstellung der hl. Hildegard, Bingener Rochuskapelle
Zur Kirchenlehrerin erhoben, Rom Petersdom![]() |
| Dom St. Marien zu Aachen |
![]() |
| Korneliusstatue auf der Laterne der Korneliuskapelli, Kornelimünster |
![]() |
| Kornelimünster |
Von den beiden Zeitgenossen auf den Bischofsstühlen von Rom und Karthago wurde Kornelius nach der Verfolgung des Kaisers Decius (249–251) zum Bischof gewählt, vertrat eine milde Bußdisziplin und starb, unter Kaiser Gallus verbannt, nach der Überlieferung am 14. September 253.
Cyprian leitete die Kirche von Karthago in der Decischen Verfolgung aus seinem Zufluchtsort außerhalb der Stadt, geriet wegen seiner strengen Bußauffassung und seiner Einstellung zur Ketzertaufe, die er für ungültig hielt, mit Papst Stephan I. in Gegensatz und wurde in der Verfolgung des Kaisers Valerian am 14. September 258 enthauptet. Seine Briefe geben Einblick in das Leben der Christengemeinden des 3. Jahrhunderts. (erzabteibeuron)
Ewiger Gott, du hast deiner Kirche in den heiligen Bischöfen
Kornelius und Cyprian eifrige Hirten geschenkt
und ihnen die Kraft gegeben,
treu bis in den Tod ihren Glauben zu bekennen.
Höre auf ihre Fürsprache
und festige unseren Glauben,
damit wir bereit sind,
für die Einheit der Kirche zu beten und zu arbeiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
![]() |
| Beweinung Christi, Raffaellino del Garbo, um 1500 |
Maria Mater Dolorosa, die schmerzensreiche Jungfrau und Gottesmutter Maria. Der Ursprung des Gedenktages entspringt der Mystik und der Marienminne des Spätmittelalters.
Schon 1423 ist ein Fest zum Gedächtnis der Schmerzen Marias in der Erzdiözese Köln bekannt.
Von dieser Zeit an stellt die Kunst Maria als „Mater dolorosa“ dar: in der Gestalt der
Pietà oder mit Schwertern in der Brust.
Durch die Serviten verbreitet sich die Verehrung
von gezählten 7 Schmerzen Mariens ab dem 17. Jahrhundert. Als Schmerzen werden aufgezählt: die Beschneidung Jesu, die Flucht nach Ägypten, der Verlust im Tempel, die Begegnung auf dem Kreuzweg, die Kreuzigung, die Kreuzabnahme und die Grablegung.
Die
Serviten begingen das Fest der „Mater dolorosa“ ab 1668 am Tag nach Kreuzerhöhung, am
15. September. Pius VII. ordnete 1814 das Gedächtnis für die ganze Kirche an, um damit
für die glückliche Heimkehr aus seiner fünfjährigen Gefangenschaft durch Napoleon zu
danken.
(Martyrologium Sancrucense)
![]() |
| Kreuzigung, Tintoretto, um 1550, Alte Pinakothek München |
Laßt uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der durch sein heiliges Kreuz die Welt erlöst hat:
R: Kyrie, eleison.
Du hast dich entäußert, du wurdest wie ein Sklave und uns Menschen gleich;
- gib, dass die Welt deine Liebe erkennt.
Du wurdest gehorsam bis zum Tod am Kreuz;
- hilf den Leidenden, ihr Geschick anzunehmen.
Gott hat dir den Namen verliehen, der alle Namen übertrifft;
- steh allen bei, die sich zu diesem Namen bekennen.
Vor dir beugen die Knie alle Mächte im Himmel, auf der Erde und unter der Erde;
- gib, dass alle Menschen dich anbeten.
Durch dein Kreuz hast du das Tor des Himmels geöffnet;
- nimm unsere verstorbenen Brüder und Schwestern auf.
Vater unser
Allmächtiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat dein geliebter Sohn den Tod am Kreuz auf sich genommen, um alle Menschen zu erlösen. Gib, dass wir in der Torheit des Kreuzes deine Macht und Weisheit erkennen und in Ewigkeit teilhaben an der Frucht der Erlösung. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
![]() |
| Kreuzaufrichtung, Rembrandt, um 1633, Alte Pinakothek, München |
Es leuchtet das heilige Kreuz;
an dem der Herr im Fleische hing
und unsere Wunden wusch mit seinem Blut.
(2. Antiphon der Laudes)
Steinrelief, Kathedrale von Como
Mose in der Wüste, Glasfenster, Saint Aignan, Chartres
Kreuzerhöhung - in diesem Zeichen wirst du siegen (Baptisterium von S. Giovanni in Laterano)
Die Kreuzreliquie in S. Croce in Gerusalemme
Altarbild der Auffindung des Kreuzes durch Helena, Pfarrkirche zur hl. Notburga, Eben, Aachensee
Die Kreuzauffindungskapelle in der Grabeskirche
Apsismosaik in S. Croce in Gerusalemme (Kreuzauffindung)
![]() |
| Karmelitenkirche Wien-Döbling |
Nach seinem Österreichbesuch im September 2007 hat Papst Benedikt XVI. zweimal über den Hl. Johannes Chrysosomus gesprochen: Teil 1, und Teil 2
Glasfenster im Mansfield College in Oxford, 2024, Sterben mit Christus
Glasfenster in der Kathedrale von Ely, über das Priestertum, 2022
Osterpredigt, Glasfenster in Ely, 2019
Am Grab des hl. Johannes Chrysostomus im Petersdom, Vorbereitung auf die hl. Kommunion - aus dem Schreiben von B16 anlässlich des 1600. Todestages von Johannes Chrysostomus
Buße und Umkehr (Glasfenster Pusey House, Oxford, 2017, Leben, Über die Busse
Statue auf dem Lateran, 2016
Reliquienkreuz im Museum der Kathedrale von Burgos, 2012, Fürbitte, in: Walter Nigg
![]() |
| Hochaltar der Karmelitenkirche mit Kreuzigungsgruppe und den griechischen Kirchenvätern |
![]() |
| griech. Kirchenväter von l.n.r.: Athanasius, Basilius der Große, Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos |
Das Fest erinnert an den Sieg über die Türken bei Wien (am Sonntag in der Oktav von Mariä Geburt 1683). Bei der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde dieser Gedenktag als Verdoppelung zum Fest Mariä Geburt (8. September) aus dem Generalkalender gestrichen. Der Gedenktag blieb wegen seines historischen Bezuges zum deutschen Sprachgebiet und seiner Verwurzelung bei den Gläubigen im deutschen Regionalkalender erhalten. Im Römischen Messbuch 2002 wurde er wieder in den Kalender für die Gesamtkirche aufgenommen.
Gewähre uns, allmächtiger Gott,
dass die selige Jungfrau Maria allen,
die in dieser Feier ihres glorreichen Namens gedenken,
die Wohltaten deines Erbarmens verschaffe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Wallfahrtskirche Mariahilf in Passau - Maria hilft bei der Türkenbelagerung
Statue des sel Markus von Aviano vor der Kapuzinerkirche
Gedenken wir dankbar der Schlacht am Kahlenberg (Fußwallfahrt)
Die Rettung Wiens durch die Gottesmutter (mithilfe des sel. Markus von Aviano)
Die hl. Messe auf dem Kahlenberg vor der Schlacht von 1683
Santo subito für Markus von Aviano
Markus von Aviano - der Retter Wiens
Mariä Namen gedenkt des Sieges über die Osmanen (Jan Matejka)
![]() |
| Anna selbdritt im Aufsatz |
![]() |
| Krönung Mariens |
![]() |
| Herz Mariä Statue |
![]() |
| fast lebensgroße Gnadenmadonna |
![]() |
| Geburt Jesu |
![]() |
| gotischer Flügelaltar mit dem Marienleben, um 1500 |
![]() |
| Maria Rojach |
![]() |
| S. Maria Maggiore, Triest |
Franziskus Johannes, Sohn einer armen Familie, trat 1931 ins damalige Priesterseminar in Gorizia ein. 1936 wurde er in der Kathedrale in Triest zum Priester geweiht und arbeitete dann als Kaplan und Vikar, der sich in der Jugendarbeit engagierte und verschiedene Zweige der Katholischen Aktion im seit 1919/1920 zu Italien gehörenden Istrien gründete. Ab 1939 war er Pfarrer an der Kirche Sveti Stjepan bei Buje und versah trotz Asthma, anhaltendem Husten und chronischen Lungenproblemen eifrig seinen Dienst.
Nachdem Italien sich 1943 vom Faschismus lossagte und sich den Alliierten anschloss, besetzte die deutsche Wehrmacht Italien, aber schon 1943 erlangten jugoslawische Partisanen unter Josip Broz Tito in Istrien große Erfolge gegen die Besatzer, nach dem Kriegsende 1945 gehörte Istrien zur zweiten Republik Jugoslawien. Die jugoslawische Partisanenarmee verübte eine Welle von Massakern, meist unter bekannten Faschisten oder Antikommunisten, Angehörigen der italienischen und deutschen Exekutivorgane sowie Kollaborateuren mit den Deutschen – die so genannten Foibe-Massaker, denn die Opfer wurden in als Foiben bezeichnete Karsthöhlen geworfen, oftmals bei lebendigem Leibe.
Franziskus Johannes wehrte sich vehement gegen die neuen kommunistischen Herrscher. Er wusste um die Gefahr für sich, ließ sich aber nicht einschüchtern. Am 10. September kam die Nachricht zur Ergreifung von Widerstand leistenden Priestern; er wurde dann ergriffen, gefoltert und erstochen, schließlich sein Leichnam in die Karsthöhle Martinesi geworfen – nach anderer Version verbrannt, andere Berichte sagen, dass er gesteinigt, mit einem Messer verletzt und erschossen wurde. In der Liste der Opfer der Foibe-Massaker ist er nicht verzeichnet.
Franziskus Johannes’ Leichnam wurde nie gefunden.
Franziskus Johannes Bonifacio wurde am 4. Oktober 2008 durch Erzbischof Angelo Amato im Auftrag von Papst Franziskus in der Kathedrale in Triest seliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 11. September.
Gebet zum Seligen Francesco Giovanni Bonifacio
Seliger Francesco Giovanni Bonifacio gib uns den Mut, den du in all deinem Leiden hattest, damit wir unser Leiden mit deinem vereinen und Gott die Ehre geben können. Hilf uns, alle seine Gebote und die der Kirche zu befolgen, damit das Opfer unseres Herrn nicht vergeblich war und alle Sünder der Welt gerettet werden.
(Quelle)
![]() |
| Francesco Bonifacio, S. Maria Maggiore, Triest |
| ex ossibus Reliquiar, Theodard von Maastricht, Schatzkammer Maastricht |
geboren um 613/622, ist 660 als Bischof von Maastricht bezeugt. Als er sich bei König Childerich gegen die Bedrückung und Beraubung seines Bistums durch fränkische Adelige beschweren wollte, wurde er auf der Reise dorthin nach dem 6. September 669/670 bei Speyer erschlagen. Sein Nachfolger Lambert überführte den Leichnam nach Lüttich.
Patron der Viehhändler.
dargestellt in bischöflichen Gewändern, in der Hand bzw. im Kopf ein Schwert, das nach oben gerichtet ist.
Heute gedenkt die Kirche des hl. Nikolaus von Tolentino, und der Kaiserin Pulcheria Aelia.
Euthymia Üffing, Ordensfrau. Emma Üffing wurde 1914 in Halverde in Norddeutschland
geboren und trat mit 20 Jahren in den Orden der Clemensschwestern in Münster ein. Sie
erhielt den Namen Euthymia und wurde zur Krankenschwester ausgebildet. In diesem Beruf arbeitete sie ab 1936 und pflegte während des Krieges Ansteckend-Kranke, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, was ihr den Beinamen „Engel der Liebe“ eintrug. Ab 1948
wirkte Schwester Euthymia wieder in Münster als Leiterin der Wäscherei des Mutterhauses, sie verbrachte viel Zeit im Gebet. Schwester Euthymia Üffing starb im Alter von 41
Jahren am 9. September 1955 an Krebs. Schon an ihrem offenen Sarg ereignete sich die
wunderbare Heilung der verbrannten und zerquetschten Hand einer Mitschwester. Seither
bezeugen 150.000 Briefe im Mutterhaus der Clemensschwestern die Fürsprache von
Schwester Euthymia. Papst Johannes Paul II. sprach den „Engel der Liebe“ am 7. Oktober
2001 selig.
(Martyrologium Sancrucense)
Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Petrus Claver.
![]() |
| Grabkapelle der sel. Schwester Maria Euthymia Üffing, Zentralfriedhof Münster |
![]() |
| Grab der Seligen Euthymia Üffing |
![]() |
| Grabkapelle der sel. Maria Euthymia Üffing |
»Hier in Münster habt Ihr die Wirkstätten und das Grab der Clemensschwester Maria Euthymia, zu der Scharen von Hilfe Suchenden pilgern. An den scheinbar verborgenen Orten ihres aufopfernden Dienstes hat diese einfache Ordensfrau stellvertretend für viele gezeigt, ein Leben aus dem Glauben und dem Evangelium hat weltverändernde Kraft. Aus der Kraft ihrer Christusnachfolge entstand in ihrer Nähe Heimat und Geborgenheit für kriegsgefangene Menschen, die ihr anvertraut waren. Liebe besiegt den Hass« (Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Münster am 01. Mai 1987).
Emma Üffing, so der bürgerliche Name von Schwester M. Euthymia, wurde am 08. April 1914 in Halverde, Kreis Steinfurt, geboren und am gleichen Tag in der Pfarrkirche zu Halverde getauft. Als Kind aus zweiter Ehe der Eltern August Üffing und Maria Schnitt wuchs Emma mit zehn Geschwistern in dörflicher Umgebung auf. Die tief-religiöse kinderreiche Familie und das kirchliche Leben prägten ihre Kindheit und Jugend. Eine Rachitiserkrankung verzögerte ihre körperliche Entwicklung. Sie blieb schwächlich. Dennoch beklagte sie sich niemals, empörte sich nicht, wenn ihr Unrecht widerfuhr, sondern nahm den Geschwistern unangenehme Arbeiten ab, wo immer sie konnte. Sie besuchte die Volksschule Halverde. Auch hier musste sie sich anstrengen. Durch Fleiß und Ausdauer erwarb sie sich das Zeugnis einer guten Schülerin, die fast immer den zweiten Platz in der Schule erreichte.
Am 27. April 1924 empfing Emma die erste hl. Kommunion und am 03. September des gleichen Jahres die Firmung aus der Hand von Bischof Johannes Poggenburg. Sie feierte täglich die hl. Messe mit, war ein frommes und stilles, aber frohes Kind, das durch die andächtige Haltung beim Gebet auffiel. Bereits mit 14 Jahren äußerte Emma den Wunsch, Ordensschwester zu werden.
Am 01. November 1931 begann sie ihre Berufsausbildung als Hauswirtschaftslehrling im nahegelegenen St. Anna-Hospital, Hopsten. Hier lernte sie die Barmherzigen Schwestern von Münster, Clemensschwestern, kennen. Die Oberin des Hauses, Schwester Euthymia Linnenkämper, schätzte Emma Üffings stets hilfsbereite und einsatzfreudige Art. Eine Mitschülerin bezeugt: »Keine Arbeit war Emma Üffing zu klein und zu gering. Von allen im Haus wurde sie geschätzt und geachtet. Nie sah man sie verstimmt oder verdrießlich. Darum war sie überall gern gesehen«. Am 08. Dezember 1932 starb Emmas Vater. Tage zuvor kam sie ins Elternhaus, um der Mutter bei der Pflege des schwerkranken Vaters zu helfen. Es war das erste Mal, dass Emma einem Kranken beistehen durfte und sie bei der Spendung der Krankensakramente dabei war; ein Dienst, den sie später noch so oft am Bett von sterbenden Menschen erfüllen sollte.
Nach Abschluss ihrer Ausbildung am 01. Mai 1933 kehrte Emma ins Elternhaus zurück. Im Einverständnis mit der Mutter bat sie im März 1934 durch einen Brief an das Mutterhaus in Münster um Aufnahme in die Kongregation der Clemensschwestern. Emma, damals 20 Jahre alt, war aufgrund ihrer frühen Rachitiserkrankung von schwächlicher Konstitution, wie das ärztliche Gesundheitszeugnis bestätigt. Nach anfänglichem Zögern beschloss die Ordensleitung in Münster, ihrem Antrag zuzustimmen. Am 23. Juli 1934 trat Emma Üffing, als eine von 47 Postulantinnen, in die Kongregation der Clemensschwestern in Münster ein. Sie erhielt den Namen Euthymia, den sie sich in Erinnerung an die damalige Oberin Euthymia Linnenkämper in Hopsten so sehnlichst gewünscht hatte. Das Ziel ihrer großen Sehnsucht nach einem Leben für Gott und die Menschen erfüllte sich, als sie am 11. Oktober 1936 ihre zeitlichen Gelübde ablegte. Auf diesen Tag hatte sie sich in der Zeit des Postulates und Noviziates intensiv und gewissenhaft vorbereitet. Freudig teilt sie ihrer Mutter im Brief mit: »Ich habe ihn gefunden, den meine Seele liebt, ich will ihn festhalten und nicht mehr von mir lassen« (vgl. Hld. 3, 4).
Am 30. Oktober 1936 wurde Schwester M. Euthymia zum Vinzenz-Hospital nach Dinslaken versetzt. Nach kurzer Tätigkeit in der Frauenstation betreute sie die Kranken der Isolierstation, die, in einer Holzbaracke untergebracht, den Namen der heiligen Barbara trug. Mit der ihr eigenen Zähigkeit und Gründlichkeit bereitete sie sich für die Krankenpflege auf theoretische und praktische Prüfungen vor. Am 03. September 1939 erhielt sie das Diplom einer Krankenschwester mit der Note »sehr gut«. Ein Jahr später, am 15. September 1940, bindet Schwester M. Euthymia sich endgültig an Gott und die Gemeinschaft in ihrer Ewigen Profess.
Die Not in der Zeit des Krieges erschwerte die Arbeit in der Krankenpflege. 1943 wurde Schwester M. Euthymia die Pflege der kranken Kriegsgefangenen und Fremdarbeiter anvertraut, insbesondere Engländer, Franzosen, Russen, Polen, Ukrainer. Sie widmete sich der Betreuung mit unermüdlicher Sorge und Herzlichkeit. Der französische Priester Emile Eche, der selbst als Kriegsgefangener mehrere Jahre im Krankenhaus in Dinslaken lebte, stellt ihr ein hervorragendes Zeugnis aus: Im Umgang mit den Kranken war sie von einer herzlichen Liebe und Freundlichkeit, nichts wurde ihr zuviel. Sie wusste, dass die kranken Gefangenen nicht nur körperlich viele Leiden zu ertragen hatten. Durch ihre menschliche Zuneigung und Nähe vermittelte sie ihnen das Gefühl der Geborgenheit und Heimat. Sie betete mit den Kranken und sorgte, dass sie die heiligen Sakramente empfangen konnten.
Man nannte Schwester M. Euthymia schon bald den »Engel von St. Barbara«.
Viele Menschen in ihrer Umgebung sahen in den kranken Kriegsgefangenen den Gegner und Feind. Für Schwester M. Euthymia waren es Menschen, die ihre Hilfe brauchten. Als sie bemerkte, dass Kriegsgefangene, vom Hunger getrieben, sogar in den Mülltonnen wühlten, bettelte sie um Brot, bereitete Butterbrote und legte sie in die zuvor gesäuberten Mülltonnen, damit die Hungrigen sie finden konnten.
Sie tat das Gute, auch unter Androhung von Strafe. »Schwester M. Euthymias Leben war ein Gesang der Hoffnung mitten im Krieg«, sagt Emile Eche.
Nach Beendigung des Krieges wurde Schwester M. Euthymia, die so leidenschaftlich in der Krankenpflege tätig gewesen war, die Leitung der Wäscherei in Dinslaken anvertraut und drei Jahre später der groen Wäscherei des Mutterhauses und der Raphaelsklinik in Münster. Obwohl sie den Dienst an den Kranken so liebte, folgte sie diesem Ruf wie selbstverständlich. »Es ist ja alles für den großen Gott«, war ihre Reaktion.
Trotz der Überfülle ungeheuer anstrengender Arbeit blieb sie die freundliche und immer hilfsbereite Ordensfrau, die für jeden ein freundliches Lächeln und ein gutes Wort hatte und allen, die sie in irgendeiner Angelegenheit um Hilfe baten, auch zur Seite stand. Sie lebte das Alltägliche auf ganz außerordentliche Weise. Alle freie Zeit, die oft nur knapp bemessen war, verbrachte sie betend vor dem Tabernakel. Viele, die sie kannten, baten sie schon damals um ihr fürbittendes Gebet.
Eine schwere Krebserkrankung führte nach wochenlangem Krankenlager zum frühen Tod von Schwester M. Euthymia. Sie starb am Morgen des 09. September 1955. Sofort begann die Verehrung; Menschen - inzwischen weit über Deutschland hinaus - erbitten ihre Fürsprache bei Gott und erfahren Hilfe.
(vaticanva)