Montag, 7. September 2026

Am Geburtsort von John/Johannes Ogilvie in Schottland

 

Gedenktag der seligen und heiligen Märtyrer des Grazer Jesuitenkollegs:

Johannes Ogilvie, Markus Crisin, Stephan Pongracz, Melchior Grodecz und Jan Sarkander.

Die Märtyrer von Kosice

Bild des hl. John Ogilvie von Peter Howson in der Sakramentskapelle von St Andrews RC, Glasgow


St Thomas RC - Keith

hl. John Ogilvie, bitte für uns!
„Betet, Brüder und Schwestern,
dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, wohlgefalle.“

John Ogilvie wurde 1579 in Drum-Na-Keith bei Keith in Banffshire, Schottland, geboren. Seine adlige schottische Familie war teils katholisch und teils presbyterianisch. Sein Vater erzog John im calvinistischen Glauben und schickte ihn zur Ausbildung auf den europäischen Kontinent.

Dort begann er sich für die damals beliebten Diskussionen zwischen katholischen und calvinistischen Gelehrten zu interessieren. Da die Debatten jedoch nur zu Verwirrung führten, wandte sich John der Heiligen Schrift zu. Zwei Bibelstellen wurden für ihn besonders wichtig:

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“

„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch Ruhe schenken.“

John kam zu dem Schluss, dass die katholische Kirche alle Menschen aufnehmen könne. Im Alter von 17 Jahren wurde er daher 1596 in Löwen (Louvain), Belgien, in die katholische Kirche aufgenommen.

1610 wurde er als Mitglied des Jesuitenordens zum Priester geweiht. Anschließend wurde er als Missionar nach Schottland geschickt. Aufgrund der dort geltenden Strafgesetze gab er sich als Pferdehändler und Soldat aus, wurde jedoch verraten.

Er wurde vor Gericht gestellt, und sein Prozess zog sich hin, bis er 26 Stunden lang nichts zu essen bekommen hatte. Acht Tage und Nächte lang wurde ihm der Schlaf verweigert. Man schleifte ihn umher, stieß ihn mit spitzen Stöcken und riss ihm die Haare aus. Trotzdem weigerte er sich, die Namen anderer Katholiken preiszugeben.

Er musste sich einem zweiten und einem dritten Prozess stellen, blieb aber standhaft. Selbst auf dem Schafott wurde ihm Freiheit und ein gutes Leben angeboten, wenn er seinem Glauben abschwören würde. Doch er blieb seinem Glauben treu.

Sein Mut während seiner Gefangenschaft und sein Martyrium wurden in ganz Schottland bekannt.

John Ogilvie wurde 1976 heiliggesprochen, nachdem der Glasgower John Fagan auf wundersame Weise von Krebs geheilt worden war. Er war der erste schottische Heilige seit dem Jahr 1250.
(stjohnogilvies, übersetzung chatgpt)

St Thomas RC, Keith

Sonntag, 6. September 2026

Binden und lösen

 

Guter Hirte, führe uns in Dein Reich



Herz-Jesu Kirche, Bregenz
Die Worte binden und lösen besagen: Wen ihr aus eurer Gemeinschaft ausschließen werdet, wird Gott auch aus der Gemeinschaft mit sich ausschließen; wen ihr von neuem in eure Gemeinschaft aufnehmen werdet, wird auch Gott wieder in die Gemeinschaft mit sich aufnehmen. Die Versöhnung mit der Kirche läßt sich von der Versöhnung mit Gott nicht trennen.

(Katechismus der katholischen Kirche, 1445) 

 

Glasfenster der Sakramente, Beichte, Herz-Jesu Kirche, Bregenz

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 18

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
15 Wenn dein Bruder gegen dich sündigt,
dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!
Hört er auf dich,
so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
16 Hört er aber nicht auf dich,
dann nimm einen oder zwei mit dir,
damit die ganze Sache
durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen
entschieden werde.
17 Hört er auch auf sie nicht,
dann sag es der Gemeinde!
Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht,
dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
18 Amen, ich sage euch:
Alles, was ihr auf Erden binden werdet,
das wird auch im Himmel gebunden sein,
und alles, was ihr auf Erden lösen werdet,
das wird auch im Himmel gelöst sein.

19 Weiter sage ich euch:
Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten,
werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
20 Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.

Samstag, 5. September 2026

Die Hingabe an Gott ausdrücken (Mutter Teresa)

 

Liebfrauenkirche, Koblenz

Mit besonderen Gesten und Körperhaltungen können wir unsere Hingabe an Gott besser ausdrücken:
Wir nehmen Weihwasser zum Zeichen für unsere innere Reinigung und den Segen Gottes.

Wir machen das Kreuzzeichen, um zu zeigen, daß wir ganz dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist gehören, daß wir erwählt wurden für ein Leben der Kontemplation und Liebe und daß wir um Schutz bitten gegen die Macht des Fleisches, der Welt und des Teufels.

Wir falten beim Beten die Hände zum Zeichen tiefer Ehrfurcht vor Gott.

Wir knien nieder als Ausdruck der Anbetung, der Bitte, Fürbitte, Demut und Buße.

Wir stehen aufrecht beim liturgischen Gebet als Zeichen, daß unsere Gemeinschaft teilnimmt am Gottesdienst des pilgernden Gottesvolkes, das auf dem Weg zum Vater ist.

Das Stehen ist ferner zeichen unserer Befreiung und Auferstehung in Christus; schließlich drückt es unsere Ehrfurcht, unsere Wachsamkeit und völlige Verfügbarkeit aus.

Wir setzen uns, wenn wir in tiefer Sammlung beten, zum zeichen der Bereitschaft zuzuhören, der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Beschauung und des liebenden Vertrauens auf Gott.

Wir beugen uns nieder bei der Anbetung zum Zeichen unserer Ganzhingabe.

(Für jeden Tag, Gedanken von Mutter Teresa, Neue Stadt, 135)

Chorfenster von Hans Gottfried von Stockhausen, 1992

Ordensfrau, Ordensgründerin
Namensdeutung: von der Insel Thera stammend (griech.)
Namenstage: Teresa, Therese, Theresia, Resa, Resi, Tessa, Thea
Gedenktag: 5. September

Lebensdaten: geboren am 27. August 1910 in Skopje (heute Mazedonien), gestorben am 5. September 1997 in Kalkutta

Lebensgeschichte: Anjezë Gonxha Bojaxhiu stammte aus einer albanischen katholischen Familie. Sie erlebte eine frohe Kindheit, doch als sie neun Jahre alt war, starb der Vater. Agnes besuchte das Gymnasium der Jesuiten und wollte bereits mit zwölf Jahren Missionarin werden. Mit 18 Jahren schloss sie sich in Dublin den Loreto-Schwestern an, einem irischen Zweig der Englischen Fräulein, die sie umgehend ins Noviziat nach Indien schickten, wo sie in Kalkutta als Lehrerin und später auch als Direktorin der höheren Mädchenschule tätig war. 1931 legte sie dort ihre Gelübde ab und nahm aus Verehrung für die heilige Therese von Lisieux, der Patronin der Missionare, den Ordensnamen Teresa an.

Am 10. September 1946 hörte sie bei einer Fahrt durch Kalkutta den Ruf Christi „Mich dürstet“ und verstand ihn als Aufforderung, sich um die Ärmsten zu kümmern. Sie erhielt vom Bischof und der Ordensleitung die Erlaubnis, das Kloster zu verlassen und in den Slums zu arbeiten und zu leben. Wie die Menschen dort trug sie nur noch einen schlichten Sari mit blauer Borte. Schwester Teresa eröffnete eine Schule, kümmerte sich um die Kranken und pflegte obdachlose Leprakranke. Ehemalige Schülerinnen und Helferinnen kamen, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. So entstand 1950 die Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe. Aus Schwester Teresa wurde Mutter Teresa – ein Name, der um die Welt ging.

Einmal fand Mutter Teresa eine Frau, die elend auf der Straße starb. Daraufhin gründete sie Sterbehospize für die Ärmsten. Zu den Schwestern kamen bald die Missionsbrüder der Nächstenliebe hinzu. Mutter Teresas Lebenswerk war es, Christus in den Armen zu dienen, wofür sie zahlreiche Ehrungen erhielt, darunter 1979 den Friedensnobelpreis. Ihre Nobelpreisrede nutzte sie für ein flammendes Plädoyer gegen die Abtreibung: „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? … Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts.“ Der „Engel der Armen“ erhielt nach seinem Tod ein Staatsbegräbnis, an dem die ganze Welt Anteil nahm.

Verehrung: Am 19. Oktober 2003 sprach Papst Johannes Paul II. seine Freundin Mutter Teresa nach dem kürzesten Seligsprechungsprozess aller Zeiten selig. Im früher atheistischen Albanien, das bis 1990 jegliche Religionsausübung verboten hatte, wird der Tag ihrer Seligsprechung als Nationalfeiertag begangen. Am 4. September 2016 wurde Mutter Teresa unter Anteilnahme zahlloser Zuschauer vor Ort und am Fernseher von Papst Franziskus heiliggesprochen.
(bistumaugsburg)





Mutter Teresa, bitte für uns!

Freitag, 4. September 2026

Heiliger Suitbert, wo ist dein Schrein?

 

Hl. Suitbert, St. Suitbertus, Düsseldorf Kaiserswerth

Suitbert, angelsächsischer Glaubensbote und Bischof. Suitbert war Angelsachse und wurde 690 zusammen mit Willibrord nach Friesland geschickt, das eben erst von Pippin dem Mittleren erobert worden war.
Um 692 wurde Suitbert während der Romreise Willibrords von Wilfrid von York zum Bischof geweiht. Danach begann er die Mission bei den Brukterern im Gebiet zwischen Lippe und Ruhr. Anfängliche Erfolge wurden durch Einfälle der Sachsen vernichtet. Als die einfallenden Sachsen seine Anlagen zerstörten, verlegte er seine Tätigkeit auf fränkisches Gebiet.
710 gründete Suitbert zusammen mit seiner Ehefrau Plektrudis auf der Rheininsel das Kloster Kaiserswerth. Hier starb er am 1. März 713. Am 4. September 803 erfolgte die Heiligsprechung Suitberts. Die Gebeine Suitberts ruhen in einem kostbaren Schrein in der heutigen Pfarrkirche von Kaiserswerth. 

Heute feiert die Kirche folgende Heilige:

Cutberth von Lindisfarne

Ida von Herzfeld

Rosa von Viterbo

Rosalia von Palermo 


Suitbertschrein in Restauration

Ida von Herzfeld, die erste Heilige in Westfalen

 

Wallfahrtskirche St. Ida, Herzfeld


Stifterin, Wohltäterin
Namensdeutung: die Seherin (althochdeutsch)
Namenstage: Ida, Itha, Lida, Aida
Gedenktag: 4. September

Lebensdaten: geboren um 770 in Franken, gestorben am 4. September 825 in Herzfeld

Lebensgeschichte und Legende: Ida war die Nichte oder Großnichte Karls des Großen und wurde mit dem fränkischen Edlen Ekbert vermählt, den Karl der Große als Herzog in Sachsen einsetzte. Im Jahre 786, als sie auf ihrem Weg zu seinen Gütern die Lippe bei Hirutveldun (altsächsisch Hirschfelder, heute Herzfeld) überquerten und dort rasteten, vernahm Ida im Traum den Auftrag, genau dort eine Kirche zu errichten. In Gesellschaft eines Hirschen – einem Sinnbild für die 32 Jahre lang von den Franken bedrängten Sachsen –, der ihr nicht von der Seite wich, erbaute sie darauf die erste Kirche Westfalens.

Als Ekbert 811 starb, wurde er neben dieser Kirche unter einer Vorhalle bestattet, die Ida als Wohnung bezog. Sie widmete sich dem Gebet und soll zweimal am Tag aus dem Steinsarg ihres Mannes Gaben an die Armen ausgeteilt haben. Als sie 825 starb und selber in der Vorhalle ihr Grab fand, wurde sie zur ersten Heiligen Westfalens und der Gang zur „Mutter der Armen“ zur ersten Wallfahrt des Landes.

Verehrung und Brauchtum: 980 wurden Idas Gebeine zur Bestätigung ihrer Heiligkeit erhoben und in der Grabkrypta der heutigen Wallfahrtsbasilika St. Ida in Herzfeld zur Ruhe gebettet. Bis heute wird ihrer jedes Jahr im September mit einer „Idawoche“ gedacht, einem Volksfest rund um die feierliche Prozession ihres kostbaren Reliquienschreins durch den Ort („Große Identracht“).
(bistumaugsburg

Grabkrypta mit dem Schrein der hl. Ida

das Kreuz bezeichnet das ursprünglich Grab der hl. Ida
 
Von 1975 bis 1976 wurde bei Grabungen das Fundament der Westmauer des ehemaligen Portikus ergraben, den Ida über dem Grab von Egbert bauen ließ. Nach seinem Tod führte sie hier ein Leben nach der Regel des Hl. Benedikt. Der steinerne Sarg, aus dem sie Gaben an Bedürftige austeilte, stand ebenfalls hier. Das Grab des Egbert wurde bei dem Abriss der alten Kirche zerstört. Ein liegendes Kreuz aus Mooreiche bezeichnete die Stelle, an der Ida von 825 bis 980 begraben war. Das Grab lag an der südlichen Chormauer.

 

Der Name Idenrast ist das Schlüsselwort der Ida-Tradition, er bezieht sich auf die Rast Idas und ihres Mannes in Herzfeld, während einer Reise von Ripuarien nach Westfalen. Bei dieser Reise soll Ida im Traum ein Engel erschienen sein, der ihr den Auftrag gab, eine Kirche bauen zu lassen.

Die sogenannte Idenrast ist über dem Treppenabgang zur Grabstätte aufgestellt. Sie ist eine kunstvoll geschnitzte, liegende Ida-Figur. Über ihrem Kopf ist das karolingische Wappen mit Krone und Schriftband S. IDA PIPINI SANGUINE CLARA (Die Hl. Ida, berühmt durch ihre Verwandtschaft mit Pipin) angebracht. So wird auf ihre königliche Abstammung hingewiesen. Das Kirchenmodell in der rechten Hand versinnbildlicht die Gründung der Kirche. Der Hirsch zu Füßen der Ida soll wohl an den altsächsischen Namen von Herzfeld, Hirutveldun erinnern. Lange Zeit stand die Idenrast auf einem kastenförmigen Unterbau, zur Aufnahme des Sarkophags. Durch ein Türchen an der Rückseite konnte der Sarg berührt werden. (wikipedia)

Liegefigur, sog. Idenrast, beim Abgang zur Krypta

St. Ida, Herzfeld

Donnerstag, 3. September 2026

Gregor der Große über die Sünde der Hirten (aus der Pastoralregel)

 

Reliquienbüste von Papst Gregor, Schatzkammer Maastricht

 

II. Kapitel: Keiner soll das Hirtenamt übernehmen, der in seinem Leben das nicht in die Tat umsetzt, was er in der Betrachtung erkannt hat

Es gibt solche, die sorgfältig und emsig die Gesetze des geistlichen Lebens erforschen, aber durch ihr Leben das mit Füßen treten, was sie mit dem Verstande erfassen. Schnell lehren sie, was sie nicht durch eigene Übung, sondern nur durch Nachdenken erlernt haben; und was sie dann mit Worten predigen, das bekämpfen sie durch ihr Verhalten.
So geht der Hirt den jähen Weg abwärts, und die Herde stürzt ihm nach. Darum klagt der Herr über diese bejammernswerte Wissenschaft der Hirten durch den Propheten: „Nachdem ihr das reinste Wasser getrunken, habt ihr, was übrig blieb, mit eueren
 Füßen getrübt. So hatten meine Schafe zur Weide, was euere Füße zertraten; und was euere Füße trübten, das tranken sie.“
Das ganz reine Wasser trinken die Hirten, wenn sie die Ströme der Wahrheit in richtigem Verständnis in sich aufnehmen. Aber es heißt dieses Wasser mit den Füßen trüben, wenn man die Erkenntnisse heiliger Betrachtung durch ein schlechtes Leben zunichte macht. Die Schafe trinken dann das mit den Füßen getrübte Wasser, wenn die Untergebenen nicht nach den Worten handeln, die sie hören, sondern nur dem schlimmen Beispiel folgen, das sie sehen. Nach Worten dürstend, durch Werke aber irregeführt, trinken sie gleichsam Schmutz aus verdorbenen Quellen. Deshalb steht beim Propheten geschrieben: „Ein Fallstrick meines Volkes seid ihr, schlechte Priester!“ Darum sagt wiederum der Herr von den Priestern: „Sie sind dem Hause Israel ein Ärgernis zur Sünde geworden.“

Denn niemand richtet in der Kirche größeren Schaden an, als wer ein sündhaftes Leben führt und dabei Namen und Stand der Heiligkeit inne hat. Niemand wagt es, ihn wegen seiner Sünde zurechtzuweisen; und zugleich wird die Sünde zum mächtigen Vorbild, wenn der Sünder wegen der Würde seines Amtes geehrt wird. Die Unwürdigen würden aber alle die Last einer so großen Schuld fliehen, wenn sie ernstlich den Ausspruch der ewigen Wahrheit bedächten: „Wer eines aus diesen Kleinen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“
Der Mühlstein bedeutet nämlich die mühevolle Last des weltlichen Lebens, und die Tiefe des Meeres bezeichnet die tiefste Verdammnis. Wer also seinem Amte gemäß als heilig erscheinen sollte, durch sein Wort und Beispiel aber die andern zugrunderichtet, dem wäre es sicher besser, daß ihn in einem weltlichen Stande irdische Verfehlungen dem Tode überlieferten, als daß sein heiliges Amt ihn andern als Vorbild der Sünde vor Augen stellte; denn es würde ihn immerhin eine noch erträglichere Strafe im Jenseits treffen, wenn er allein für sich gefallen wäre.
(Quelle)


Zugang zur Schatzkammer der Servatiusbasilika

Remaklus von Maastricht/Stavelot

 

Remklus von Maastricht, Schatzkammer Maastricht

Gedächtnis: 3. September und 25. Juni (Übertragung der Gebeine)

Der hl. Remaclus wurde um 600 in Aquitanien (Südwestfrankreich) geboren. Er wurde im Jahre 624 Mönch in Luxeuil und gründete zusammen mit Eligius das Kloster Solignac in Mittelfrankreich, wo er im Jahre 632 erster Abt wurde. Im Jahre 650 gründete er im Gebiet des heutigen Belgien auf Einladung von König Sigebert III. das Doppelkloster Stablo und Malmedy. Zudem wurde Remaclus zum Bischof von Maastricht ernannt. Er entschlief um das Jahr 670. Seine Reliquien befinden sich heute in einem kostbaren Schrein in der Pfarrkirche zu Stablo. Quelle

Troparion (7. Ton)

Jünger des heiligen Sulpicius und des heiligen Eligius,
du gründetest die Abteien von Malmedy und Stablo,
welche du bevölkertest mit deinen Mönchen,
darauf bestiegst du die Kathedra von Maastricht
und leitetest die Kirche mit Weisheit und Frömmigkeit.
Heiliger Remaklus, bitte Gott, dass Er unsere Seelen errette!




Der Legende nach hatte Remaclus einen Esel, der ihm beim Bau des Klosters half und Steine transportierte. Ein Wolf griff den Esel an und tötete ihn. Daraufhin zwang Remaclus den Wolf, fortan die Lasten des Esels zu tragen – insbesondere Körbe mit Steinen für den Klosterbau. Deshalb wird Remaclus häufig mit einem Wolf dargestellt, manchmal mit einem Korb oder seiner Last auf dem Rücken.

Mittwoch, 2. September 2026

Am Grab der heiligen Bischöfe Agricola von Avignon und dessen Vater Magnus von Avignon

Agricol (etwa 628-700) war der Sohn des Bischofs == Magnus von Avignon (wurde als Witwer Bischof) und der Gandaltruda / Austadlala. Er wurde im Kloster auf der Lérins-Insel Saint-Honorat erzogen, wo er Mönch wurde, der durch seine Tugenden und seinen heiligmäßigen Lebenswandel auffiel. Nach 16 Jahren im Kloster wurde er um 658 Archidiakon in Avignon und 660 nach dem Tod seines Vaters dessen Nachfolger als Bischof der Stadt. Gedenktag: 2. September.

(heiligenlexikon

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Nonnosus  

Saint Agricol, Avignon


Hochaltar der Aufnahme Mariens mit den Reliquien der Heiligen Agricola und Magnus




Das wichtigste ikonografische Attribut des heiligen Agricol von Avignon (auch Agricola genannt) ist der Storch. In Darstellungen wird er häufig als Bischof mit einem Storch gezeigt, der teilweise eine Schlange im Schnabel hält.

Dieses Attribut geht auf eine Legende zurück: Nach einer schweren Überschwemmung der Rhône wurde die Stadt von einer Schlangenplage (oder einer Invasion von Ungeziefer) heimgesucht. Durch das Gebet und den Segen des heiligen Agricol erschien eine Schar von Störchen, welche die Plage beseitigte.

Aufgrund dieser Überlieferung gilt er nicht nur als Schutzpatron von Avignon, sondern auch als Schutzheiliger der Störche sowie als Helfer für gutes Wetter und gegen Missernten.

Agricola mit Storch und Schlange hält Fürbitte, Saint Agricol, Avignon


Dienstag, 1. September 2026

Ägidius

 

St. Ägidii, Münster, ehemals Kapuzinerkirche zu den Engeln

Links Ägidiusaltar u. rechts Marienaltar von Vincenz Statz, 1858-60,
Mitte: Christus von den Nothelfern angebetet,

pokalförmiger Taufstein mit sechseckigem Becken aus Baumberger Sandstein, 
557
dat., von Albert Reining, mit z. T. beschädigten Reliefs (Taufsakrament, Kirchenpatron)

Vom Eremiten zum Abt

Das Grab des Heiligen wird in einer Abtei in der Region von Nîmes in Frankreich verehrt. Es stammt wahrscheinlich aus merowingischer Zeit, auch wenn die Inschrift nicht vor dem 10. Jahrhundert angebracht worden ist. Zu der Zeit wurde auch die Lebensgeschichte von Ägidius verschriftlicht, sie ist durchwoben von wunderbaren Ereignissen.

Eine der wahrscheinlichsten Rekonstruktionen des Lebens von Ägidius (oder St. Gilles, wie er in Frankreich genannt wird), besagt, dass er aus reicher Familie in Athen stammte und in einem Wald im Süden Frankreichs, nahe des Ortes, an dem die Rhône ins Mittelmeer mündet, das Leben eines Eremiten gewählt hatte, um Gott auf diese Weise besser zu dienen. Er verbrachte den Großteil seiner Zeit im Gebet, in Schlichtheit und mit Fasten. Er ernährte sich von Gräsern, Wurzeln und Wildfrüchten und schlief auf der nackten Erde, mit einem Stein als Kopfkissen.

Durch die Opferbereitschaft des Eremiten gerührt, soll Gott ihm eine Hirschkuh geschickt haben, die ihn täglich mit ihrer Milch nährte. Doch eines Tages wurde er durch den Gotenkönig Flavius, der im Wald jagte, entdeckt. Dieser war auf der Spur der Hirschkuh, die sich zu Ägidius geflüchtet hatte; ein Pfeil, den Flavius abgeschossen hatte, traf statt des Tieres den Heiligen. Zwischen dem Herrscher und dem Emeriten entwickelte sich eine Freundschaft; Flavius bot in der Folge dem Ägidius ein Stück Land an, um dort eine Abtei zu errichten. Dieser nahm das Angebot an und tauschte das Leben in Einsamkeit gegen ein Leben in einer Gemeinschaft von Mönchen, die rasch anwuchs und über ihre Mauern hinaus bekannt wurde. Bis zu seinem Tod, am 1. September 720, stand Ägidius dem Kloster, das den Namen „Saint-Gilles“ erhielt, als Abt vor. (Fortsetzung hier)

Ägidiusposts 



Spätgotische Steinfigur des hl. Ägidius, französisch, 2. H. 15. Jh.