Donnerstag, 28. Mai 2026
Dienstag, 26. Mai 2026
Im Oratorium des Philipp Neri in Chioggia Oratorio dei "Rossi"

Oratorium des hl. Philipp zur heiligsten Dreifaltigkeit, Chioggia
Um sie zu trösten sandte ihr deshalb der Ewige Vater seinen einzigen, geliebten Sohn.
(Philipp Neri, in: eine Richtschnur für jeden Tag, die Maximen des hl. Philipp Neri, 1. Juni)
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| Kapelle des hl. Philipp Neri, die Jungfrau mit den Heiligen Philipp Neri und Franz von Sales, G. Bevilacqua, 1794 |
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| in Chioggia, rechts das Oratorium zur heiligsten Dreifaltigkeit |
Philipp Neri
Hochaltar in San Felipe Neri, Palma de Mallorca
Kelch, Brille und Büstenreliquiar in den Räumen bei der chiesa nova, über die heilige Messe
Glasfenster in Our Lady and the English Martyrs Church, Cambridge (über die Demut)
Fresko, der Heilige empfängt den Heiligen Geist, Privaträume bei der Chiesa Nova, Rom
Beichtstuhl des Philipp Neri, Relief über dem Eingang zu seinen Privaträumen (über die Beichte)
Kapelle des hl. Philipp Neri in der Chiesa Nova, Brustreliquie, Totenmaske (seine Sorge für das Heil der Menschen)
Beim Grab des P. Neri in der Chiesa Nova (Gott lieben)
Fresko, Zelebration, Ekstase und Schweben - starkes Argument für Zelebration ad orientem
Philipp über die tägliche Zelebration (Sakristei Pöllau, ohne Philipp ;-))
Montag, 25. Mai 2026
Heiligkeit ist Gleichförmigkeit mit Christus
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| Maria, Mutter der Kirche bitte für uns! San Benedetto, Subiaco |
PREDIGT VON PAPST LEO XIV.
Gedenktag der seligen Jungfrau Maria, Mutter der Kirche - Montag, 9. Juni 2025
heute wird uns die Freude und Gnade zuteil, am liturgischen Gedenktag Marias, der Mutter der Kirche, die Jubiläumsfeier des Heiligen Stuhls zu begehen. Dieses glückliche Zusammentreffen ist eine Quelle des Lichts und der inneren Inspiration im Heiligen Geist, der gestern, am Pfingstfest, in Fülle auf das Volk Gottes herabkam. Und in diesem geistlichen Klima begehen wir heute einen besonderen Tag, zuerst mit der Meditation, die wir gehört haben, und jetzt hier am Tisch des Wortes und der Eucharistie.
Das Wort Gottes in dieser Messe lässt uns das Geheimnis der Kirche – und in ihr des Heiligen Stuhls – im Licht der beiden biblischen Bilder verstehen, die der Heilige Geist in der Apostelgeschichte (1,12-14) und im Johannesevangelium (19,25-34) beschrieben hat.
Beginnen wir mit dem grundlegenden Bild, dem Bericht über Jesu Tod. Johannes, der als einziger der Zwölf auf dem Kalvarienberg zugegen war, sah und bezeugte, dass unter dem Kreuz, zusammen mit den anderen Frauen, die Mutter Jesu stand (V. 25). Und er hörte mit eigenen Ohren die letzten Worte des Herrn, darunter diese: »Frau, siehe, dein Sohn!«, und dann, an ihn gerichtet: »Siehe, deine Mutter!« (V. 26-27).
Die Mutterschaft Marias hat durch das Geheimnis des Kreuzes einen unvorstellbaren Sprung gemacht: Die Mutter Jesu wurde zur neuen Eva, weil der Sohn diese Verbindung zwischen ihr und seinem Erlösungstod herstellte, der Quelle neuen und ewigen Lebens für jeden Menschen, der in diese Welt kommt. Das Thema der Fruchtbarkeit ist in dieser Liturgie sehr präsent. Das Tagesgebet hat es sofort hervorgehoben, indem es uns den Vater bitten lässt, dass die Kirche, getragen von der Liebe Christi, »immer fruchtbarer werde im Geist« [1].
Die Fruchtbarkeit der Kirche ist dieselbe wie die Fruchtbarkeit Marias, und sie verwirklicht sich im Leben ihrer Glieder in dem Maße, in dem sie „im Kleinen“ nachempfinden, was die Mutter gelebt hat, das heißt, sie lieben gemäß der Liebe Jesu. Die gesamte Fruchtbarkeit der Kirche und des Heiligen Stuhls hängt vom Kreuz Christi ab. Andernfalls ist es nur Schein, wenn nicht Schlimmeres. Ein großer zeitgenössischer Theologe schrieb: »Ist sie [die Kirche] der Baum, der aus dem kleinen Senfkorn des Kreuzes hervorwuchs, so ist dieser Baum bestimmt, selber wieder Senfkörner zu tragen, Früchte also, die die Gestalt des Kreuzes wiederholen, weil sie sich ihm verdanken« (H.U. von Balthasar, Cordula oder der Ernstfall, S. 38).
Im Tagesgebet haben wir auch darum gebetet, dass sich die Kirche „an der Heiligkeit ihrer Kinder erfreut“. Tatsächlich ist diese Fruchtbarkeit Marias und der Kirche untrennbar mit ihrer Heiligkeit verbunden, das heißt mit ihrer Gleichförmigkeit mit Christus. Der Heilige Stuhl ist heilig wie die Kirche in ihrem ursprünglichen Kern, in der Faser, aus der sie gewoben ist. So hütet der Apostolische Stuhl die Heiligkeit ihrer Wurzeln, während er selbst von ihnen behütet wird. Aber es ist nicht weniger wahr, dass er auch in der Heiligkeit eines jeden seiner Mitglieder lebt. Der beste Weg, dem Heiligen Stuhl zu dienen, besteht also in dem Bemühen, heilig zu sein – jeder von uns gemäß seinem jeweiligen Lebensstand und der ihm anvertrauten Aufgabe.
Ein Priester zum Beispiel, der wegen seines Dienstes persönlich ein schweres Kreuz zu tragen hat und dennoch jeden Tag ins Büro geht und versucht, seine Arbeit nach besten Kräften mit Liebe und Glauben zu tun. Dieser Priester hat Anteil an der Fruchtbarkeit der Kirche und trägt zu ihr bei. Und so ist es auch bei einem Familienvater oder einer Familienmutter, die zu Hause eine schwierige Situation erleben, wie etwa ein Kind, das Sorgen bereitet, oder ein kranker Elternteil: Wenn diese Eltern ihre Arbeit mit Engagement ausüben, dann sind dieser Mann und diese Frau fruchtbar durch die Fruchtbarkeit Marias und der Kirche.
Kommen wir nun zum zweiten Bild, das der heilige Lukas zu Beginn der Apostelgeschichte beschreibt und das die Mutter Jesu zusammen mit den Aposteln und Jüngern im Abendmahlssaal darstellt (1,12-14). Es zeigt uns die Mutterschaft Marias in Bezug auf die entstehende Kirche, jene „archetypische“ Mutterschaft, die in jeder Zeit und an jedem Ort von Bedeutung bleibt. Vor allem ist sie immer die Frucht des Ostergeheimnisses, der Gabe des gekreuzigten und auferstandenen Herrn.
Der Heilige Geist, der machtvoll auf die erste Gemeinde herabkommt, ist derselbe Geist, den Jesus mit seinem letzten Atemzug übergab (vgl. Joh 19,30). Dieses biblische Bild ist untrennbar mit dem ersten verbunden: Die Fruchtbarkeit der Kirche ist immer an die Gnade gebunden, die zusammen mit dem Blut und dem Wasser, den Symbolen der Sakramente, aus dem durchbohrten Herzen Jesu strömt (vgl. Joh 19,34).
Maria steht im Abendmahlssaal dank der mütterlichen Sendung, die sie am Fuße des Kreuzes erhalten hat, im Dienst der entstehenden Gemeinde: Sie ist die lebendige Erinnerung an Jesus und als solche sozusagen der Anziehungspol, der die Unterschiede harmonisiert und bewirkt, dass das Gebet der Jünger einmütig ist.
Die Apostel werden auch in diesem Text namentlich aufgeführt, und wie immer ist der erste Petrus (vgl. V. 13). Aber auch er, ja gerade er, wird von Maria in seinem Amt unterstützt. In analoger Weise unterstützt die Mutter Kirche den Dienst der Nachfolger Petri mit dem marianischen Charisma. Der Heilige Stuhl lebt in ganz besonderer Weise die Kopräsenz der beiden Prinzipien, des marianischen und des petrinischen Prinzips. Und es ist das marianische Prinzip, das die Fruchtbarkeit und Heiligkeit des petrinischen Prinzips mit seiner Mutterschaft, einem Geschenk Christi und des Heiligen Geistes, gewährleistet.
Meine Lieben, preisen wir Gott für sein Wort, das Licht, das unsere Wege erhellt, auch unser tägliches Leben im Dienst des Heiligen Stuhls. Und von diesem Wort erleuchtet, wiederholen wir unser Gebet: »Vater […], schau hin auf [Christi] große Liebe, lass die Kirche zur Mutter vieler Kinder werden, an deren Heiligkeit sie sich freuen kann, und führe alle Völker in ihre Gemeinschaft« (Tagesgebet). Amen.
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| San Benedetto, Subiaco |
Sonntag, 24. Mai 2026
Pfingsten ist Erfüllung von Tod und Auferstehung Jesu
Polychromes Relief in der Krakauer Marienkirche, Redemptoris mater 27,28
Glasfenster in St Giles, Cambridge, Redemptoris mater 26
Glasfenster im Kölner Dom, Hymnus Und wieder führt das Jahr....
Teppich in der Kathedrale von Como, Tagesgebet
Glasmalerei in der St Aloysius R. C. Church, London (B16, Regina Coeli, 15. Mai 2005)
Glasfenster im Stift Lambrecht (Gebet von Johannes Baptist von la Salle)
Glasfenster in Our Lady and the Martyrers, Cambridge (JP II. Gebet in Altötting)
Holzrelief in der Kathedrale von Orleans, JP II, Gebet aus vita consecrata
Glasfenster in der Herz-Jesu-Basilika in Koekelberg, Brüssel (Predigt Benedikt XV., Pfingsten 2009)
pfingstliche Flugkunst
in der Dormitio-Abtei, Jerusalem (Predigt, Benedikt XVI., Pfingsten 2008)
aus seinem Inneren werden Ströme lebendigen Wassers fließen ( Glasfenster, Herz-Jesu-Basilika in Koekelberg, Brüssel)
Gemälde über der Taufkapelle des hl. Antonius
Gemälde Turmbau zu Babel (Pieter Bruegel) und Glasfenster in St Aloysius Church, London (Predigt Benedikt XVI., Pfingstsonntag 2012)
Pfingstrosen
Philipp Neri empfängt den Heiligen Geist, Fresko in der Chiesa Nuova
Mosaik in der Rosenkranzbasilika in Pompei
Pfingsten lässt sich schwer einfangen
Hochaltarbild in Maria Roggendorf, NÖ (Papst Benedikt XVI. Generalaudienz 14.3.2012; von Maria beten lernen)
Hochaltar in der Kathedrale von Toledo (Warum die Taube, Hauke)
Glasmalerei in der Kathedrale von Notre Dame (optimale Vorbereitung auf Pfingsten)
Pfingstsonntag in Wien, garantiert coronafrei
von der Knospe zur Blüte
Figurengruppe in der Krakauer Marienkirche (Gebet von Alfons Maria von Liguori)
ein pfingstliches Pferd
Medaillon am Hochaltar der Pöllauer Pfarrkirche, Stmk.
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| Pfingsten, Kölner Dom |
PAPSTMESSE AM HOCHFEST PFINGSTEN PREDIGT VON PAPST BENEDIKT XVI.
Vatikanische Basilika Sonntag, 12. Juni 2011
Liebe Brüder und Schwestern!
Wir feiern heute das bedeutende Hochfest Pfingsten. Wenn in einem gewissen Sinn alle liturgischen Hochfeste der Kirche bedeutend sind, so ist es Pfingsten in einer einzigartigen Weise, da es am fünfzigsten Tag die Erfüllung des Paschaereignisses, des Todes und der Auferstehung Jesu, des Herrn, durch die Gabe des Geistes des Auferstandenen bezeichnet. Auf Pfingsten hat uns die Kirche in den vergangenen Tagen mit ihrem Gebet vorbereitet, mit der wiederholten und innigen Anrufung Gottes, um eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes über uns zu erlangen. Die Kirche hat so erneut erlebt, was an ihren Anfängen geschehen ist, als die im Abendmahlssaal von Jerusalem versammelten Apostel »dort einmütig im Gebet [verharrten], zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern« (Apg 1,14). Sie waren in demütiger und vertrauensvoller Erwartung versammelt, daß sich die ihnen von Jesus mitgeteilte Verheißung des Vaters erfülle: »Ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft […] ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird« (Apg 1,5.8).
In der Pfingstliturgie entspricht dem Bericht der Apostelgeschichte über das Entstehen der Kirche (vgl. Apg 2,1–11) der Psalm 104, den wir gehört haben: ein Lobpreis der ganzen Schöpfung, die dem Schöpfergeist huldigt, der alles mit Weisheit gemacht hat: »Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen … Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke« (Ps 104,24.31). Was uns die Kirche sagen will, ist folgendes: Der Geist, Schöpfer aller Dinge, und der Heilige Geist, den Christus vom Vater auf die Gemeinde der Jünger herabsteigen hat lassen, sind ein und derselbe: Schöpfung und Erlösung gehören zueinander und bilden in der Tiefe ein einziges Geheimnis der Liebe und des Heils. Der Heilige Geist ist vor allem Schöpfergeist, und somit ist Pfingsten auch ein Fest der Schöpfung. Für uns Christen ist die Welt Frucht einer Liebestat Gottes, der alles gemacht hat und sich darüber freut, da es »gut«, »sehr gut« ist, wie der Schöpfungsbericht sagt (Gen 1,1–31). Daher ist Gott nicht der ganz Andere, unnennbar und geheimnisvoll. Gott offenbart sich, er hat ein Antlitz, Gott ist Vernunft, Gott ist Wille, Gott ist Liebe, Gott ist Schönheit. Der Glaube an den Schöpfergeist und der Glaube an den Geist, den der auferstandene Christus den Aposteln geschenkt hat und einem jeden von uns schenkt, sind untrennbar ineinander verschränkt.
Die zweite Lesung und das Evangelium von heute zeigen uns diese Verbindung. Der Heilige Geist ist es, der uns in Christus den Herrn erkennen läßt, und er läßt uns das Glaubensbekenntnis der Kirche sprechen: »Jesus ist der Herr« (vgl. 1 Kor 12,3b). »Herr« ist der Gott im Alten Testament gegebene Titel, ein Titel, der in der Lesung der Bibel den Platz seines unaussprechlichen Namen einnahm. Das Credo der Kirche ist nichts anderes als die Entfaltung dessen, was mit diesem einfachen Satz gesagt wird: »Jesus ist der Herr.« Von diesem Glaubensbekenntnis sagt uns der hl. Paulus, daß es sich gerade um das Wort und das Werk des Heiligen Geistes handele. Wenn wir im Geist sein wollen, so müssen wir diesem Credo zustimmen. Indem wir es uns zu eigen machen, indem wir es als unser Wort annehmen, haben wir Zugang zum Wirken des Heiligen Geistes.
Der Ausdruck »Jesus ist der Herr« kann in seinem zweifachen Sinn gelesen werden. Er bedeutet: Jesus ist Gott, und zugleich: Gott ist Jesus. Der Heilige Geist erhellt diese Gegenseitigkeit: Jesus besitzt göttliche Würde, und Gott hat das menschliche Antlitz Jesu. Gott zeigt sich in Jesus und schenkt uns damit die Wahrheit über uns selbst. Sich in der Tiefe von diesem Wort erleuchten zu lassen ist das Pfingstereignis. Wenn wir das Credo beten, treten wir in das Geheimnis des ersten Pfingsten ein: gegenüber der Unordnung Babels, gegenüber jenen Stimmen, die sich gegenseitig anschreien, vollzieht sich eine radikale Verwandlung: die Vielfalt wird zu einer vielgestaltigen Einheit, der einenden Macht der Wahrheit entwächst das Verstehen. Im Credo, das uns auf der ganzen Erde vereint, das es durch den Heiligen Geist möglich macht, daß man sich durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe auch in der Verschiedenheit der Sprachen versteht, bildet sich die neue Gemeinschaft der Kirche Gottes.
Der Abschnitt aus dem Evangelium bietet uns dann ein wunderbares Bild, um die Verbindung zwischen Jesus, dem Heiligen Geist und dem Vater zu erhellen: der Heilige Geist wird als der Hauch des auferstandenen Jesus Christus dargestellt (vgl. Joh 20,22). Der Evangelist Johannes nimmt hier ein Bild des Schöpfungsberichtes auf, wo es heißt, daß Gott in die Nase des Menschen den Lebensatem blies (vgl. Gen 2,7). Der Hauch Gottes ist Leben. Nun haucht der Herr in unsere Seele den neuen Lebensatem, den Heiligen Geist, sein innerstes Wesen, und auf diese Weise nimmt er uns in die Familie Gottes auf. Mit der Taufe und der Firmung hat er uns dieses Geschenk in einer spezifischen Weise gemacht, und mit den Sakramenten der Eucharistie und der Buße wiederholt es sich ständig: der Herr haucht in unsere Seele einen Lebensatem. Alle Sakramente, jedes auf seine Weise, teilen dem Menschen dank des Heiligen Geistes, der in ihnen wirkt, das göttliche Leben mit.
In der heutigen Liturgie nehmen wir noch eine weitere Verbindung wahr. Der Heilige Geist ist Schöpfer, er ist gleichzeitig Geist Jesu Christi, derart jedoch, daß der Vater, der Sohn und der Heilige Geist einer und ein einziger Gott sind. Und im Licht der ersten Lesung können wir hinzufügen: der Heilige Geist beseelt die Kirche. Sie entstammt nicht dem menschlichen Willen, dem Nachdenken, der Geschicktheit des Menschen oder seiner organisatorischen Fähigkeit, denn wäre dem so, so wäre sie schon seit langem untergegangen, wie alles Menschliche vergeht. Die Kirche ist vielmehr der vom Heiligen Geist beseelte Leib Christi. Die Bilder des Sturmes und des Feuers, die der hl. Lukas benutzt, um das Kommen des Heiligen Geistes darzustellen (vgl. Apg 2,2–3), erinnern an den Sinai, wo Gott sich dem Volk Israel offenbart und ihm den Bund mit ihm gewährt hatte. »Der ganze Sinai war in Rauch gehüllt«, so lesen wir im Buch Exodus, »denn der Herr war im Feuer auf ihn herabgestiegen « (19,18). Tatsächlich feierte Israel den fünfzigsten Tag nach dem Paschafest, nach dem Gedenken der Flucht aus Ägypten, als das Fest des Sinai, das Fest des Bundes. Wenn der hl. Lukas von Feuerzungen spricht, um den Heiligen Geist darzustellen, wird damit jenes alte Bündnis in Erinnerung gerufen, das auf der Grundlage des von Israel auf dem Sinai empfangenen Gesetzes besiegelt worden war. So wird das Pfingstereignis als ein neuer Sinai dargestellt, als die Gabe eines neuen Bündnisses, in dem der Bund mit Israel auf alle Völker der Erde ausgeweitet wird, in dem alle Beschränkungen des alten Gesetzes fallen und dessen heiligstes und unveränderliches Herz zutage tritt, das heißt die Liebe, die gerade der Heilige Geist mitteilt und ausgießt, die Liebe, die alle Dinge umfaßt. Gleichzeitig wird das Gesetz weiter, es öffnet sich und wird dabei dennoch einfacher: Es ist das neue Bündnis, das der Heilige Geist in die Herzen all derer einschreibt, die an Christus glauben. Die Ausweitung des Bündnisses auf alle Völker der Erde wird vom hl. Lukas durch eine für jenes Zeitalter beachtenswerte Aufzählung von Völkern dargestellt (vgl. Apg 2,9–11).
Damit wird uns etwas sehr Wichtiges gesagt: daß die Kirche vom ersten Augenblick an katholisch ist, daß ihre Universalität nicht das Ergebnis einer späteren Aufnahme verschiedener Gemeinschaften ist. Vom ersten Augenblick an hat sie nämlich der Heilige Geist als Kirche aller Völker geschaffen; sie umfaßt die ganze Welt, sie überwindet die Grenzen von Rasse, Klasse und Nation; sie reißt alle Schranken nieder und vereint die Menschen im Bekenntnis des einen und dreifaltigen Gottes. Von Anbeginn ist die Kirche die eine, katholische und apostolische Kirche: dies ist ihr wahres Wesen und als solche muß sie anerkannt werden. Sie ist nicht dank der Fähigkeiten ihrer Glieder heilig, sondern weil Gott selbst sie mit seinem Geist schafft, reinigt und immer heiligt. Schließlich schenkt uns das heutige Evangelium diesen wunderschönen Ausdruck: »Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen« (Joh 20,20). Diese Worte sind zutiefst menschlich. Der verlorene Freund ist wieder gegenwärtig, und wer vorher fassungslos war, freut sich nun. Doch er besagt viel mehr. Denn der verlorene Freund kommt nicht von irgendwo her, sondern aus der Nacht des Todes; und er hat sie durchschritten! Er ist nicht irgendeiner, sondern er ist der Freund und zugleich jener, der die Wahrheit ist, die die Menschen leben läßt; und was er schenkt, ist nicht irgendeine Freude, sondern die Freude schlechthin, Gabe des Heiligen Geistes. Ja, es ist schön zu leben, da ich geliebt bin, und es ist die Wahrheit, die mich liebt. Die Jünger freuten sich, daß sie den Herrn sahen. Heute, am Pfingstfest, gelten diese Worte auch uns, da wir ihn im Glauben sehen können; im Glauben kommt er unter uns und zeigt auch uns die Hände und die Seite, und wir freuen uns darüber. Daher wollen wir beten: Herr, zeige dich! Schenke uns deine Gegenwart, und so werden wir das schönste Geschenk haben: deine Freude. Amen!
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| Johannes Klein Fenster, Jesus von Nazareth, Kölner Dom |
Samstag, 23. Mai 2026
Einmütig im Gebet mit Maria
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| Altar der Schmuckmadonna, Kölner Dom, oben die Anbetung der Könige |
Die prächtige Altarwand aus schwarzem Marmor und hellem Alabaster bildete ehemals die Schauseite des barocken Dreikönigenmausoleums in der Achskapelle, um 1668-83 von Heribert Neuss geschaffen.
Nach
dem Abbruch 1889 wurde die Vorderfront 1920 leicht verändert als
Dreikönigenaltar wiederaufgebaut. Über dem säulengeschmückten
Hauptgeschoß erhebt sich ein Giebel mit dem Stern von Bethlehem als
Bekrönung. Die flankierenden Alabasterstatuen der hll. Felix und Nabor
wurden 1699 von Michiel van der Voort aus Antwerpen hinzugefügt. Vor dem
Gitter inmitten der Schauwand, hinter dem bis 1948 der
Dreikönigenschrein in der Schatzkammer sichtbar war, steht seit 1963 die
Schmuckmadonna.
Hildegard Schäfer M.A., Kunsthistorikerin, Quelle
Die Jünger verharrten einmütig im Gebet,
zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu,
und mit seinen Brüdern. Halleluja.
Eröffnungsvers vom Samstag vor Pfingsten
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| Maria, erbitte uns die Fülle des hl. Geistes |
Freitag, 22. Mai 2026
Vita und Messformular der hl. Rita von Cascia
Altar der hl. Rita in Santa Prisca in Rom
Kapelle der hl. Rita in der Würzburger Augustinerkirche, Ritawerk, P. Damasus Trapp
Der Mantel der hl. Rita in Roccoporena
Reliefs aus dem Leben der hl. Rita, Teil 2, Litanei zur hl. Rita
Reliefs aus dem Leben der hl. Rita, Teil 1
Am Grab der heiligen Rita von Cascia
Glasfenster mit Rita, Augustinus und Jakobus am Geburtsort von Rita in Roccaporena
Fresko der hl. Rita in der Franziskanerkirche in Cascia (Helferin in aussichtslosen Anliegen)
Statue der hl. Rita in der Kathedrale von Norcia
Altar der hl. Rita in der Grabeskirche des hl. Augustinus in Pavia
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| Heilige Rita, bitte für uns! S. Maria in Portico in Campitelli |
Fest: 22. Mai
Die heilige Rita von Cascia ist bei weitem eine der berühmtesten Augustinerheiligen. Sie lebte im 15. Jahrhundert und wurde 1900 heiliggesprochen. Die geschichtlich sicheren Daten ihres Lebens sind in den Dokumenten ihres Seligsprechungsprozesses aus dem Jahre 1626 enthalten.
Rita, das einzige Kind von Antonio Lotti, wurde 1381 im kleinen Bergdorf Roccaporena in der Nähe von Cascia geboren. Sie starb 1457 in Cascia. Auf Drängen ihrer Eltern heiratete sie und schenkte ihrem Mann zwei Söhne. Ihr Gatte wurde dann ermordet. Als kurz darauf auch ihre beiden Söhne starben, wollte Rita in ein Kloster eintreten. Nach mehreren Abweisungen erhielt sie dann doch die Erlaubnis, sich den Augustinerinnen von Cascia anzuschließen. Dort lebte sie während der nächsten 40 Jahre in außergewöhnlicher Heiligkeit ein gottgeweihtes Leben. Eines Tages war sie von einer Predigt über das Leiden Christi so ergriffen, dass sie Gott um die Gnade bat, an den Leiden Christi teilhaben zu dürfen. Da bohrte sich ein Dorn aus Jesu Krone in Ritas Stirne, und sie trug von da ab diese schmerzende und offene Wunde 15 Jahre lang bis zu ihrem Tod. Sie starb am 22. Mai 1457 und wurde zwei Tage später feierlich beigesetzt.
Auf ihre Fürbitte geschahen bald nach ihrem Tod viele Wunder; deshalb verbreitete sich ihre Verehrung rasch. Zehn Jahre nach ihrem Tode wurde ihr unversehrter Leib in die Sakristei ihres Klosters übertragen und in einen kunstvoll verzierten Sarg gelegt. Das Jahr 1457 ist also das Datum der Übertragung ihres Leichnams, nicht, wie früher angenommen, ihr Todesjahr.
Der Sarg des Jahres 1457 besitzt hervorragenden geschichtlichen Wert, denn er enthält die Anerkennung ihres Kultes durch den Ortsbischof, zwei Bilder und das Leben der Heiligen in Versen. Im Jahre 1946 wurde in Cascia neben dem alten Kloster eine neue Basilika gebaut, dazu eine Schule, ein Hospital und ein Waisenhaus. Die Basilika wurde ein viel besuchter Wallfahrtsort. Sie wird überall in der katholischen Welt verehrt, besonders in Südamerika und auf den Philippinen, wo ihr viele Kirchen geweiht sind und Städte und Dörfer ihren Namen tragen.
Mess-Texte
Eröffnungsvers
Ich will mich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. (Gal 6,14)
Gloria
Tagesgebet
Gott, unser Vater, du hast deiner Dienerin Rita eine innige Liebe zum Gekreuzigten geschenkt. Gib auch uns deine Kraft, unsere Leiden in Geduld zu tragen, damit wir immer innigeren Anteil erhalten am österlichen Geheimnis deines Sohnes, unseres Herrn, Jesus Christus.
1. Lesung: Spr 2,1-15
2. Lesung: Röm 12,9-21
Ruf vor dem Evangelium
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm. (1 Joh 4,16b)
Evangelium: Joh 15,1-14
Gabengebet
Barmherziger Gott, am Fest der heiligen Rita bringen wir unsere Gaben zum Altar. Nimm sie an, erlöse uns von allem Bösen und hilf uns, täglich unser Kreuz zu tragen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und am Fest der hl. Rita das Werk deiner Gnade zu rühmen. Du gabst uns in der heiligen Rita ein einzigartiges Vorbild der Liebe zu deiner göttlichen Güte und, um deinetwillen, zu allen Menschen. Du machtest ihr Leben in Wahrheit zu einem Leben beständiger Betrachtung der erlösenden Menschheit deines Sohnes. In allen Lebensständen folgte sie den Spuren Jesu, des Erlösers, und wurde so zu einem Vorbild der Buße und der Liebe. Voll Freude erfuhr sie den hohen Anspruch der Liebe, die die Seelen durch das Kreuz des Leides zum Licht und zur Freude der Auferstehung geleitet. Darum rühmen dich Himmel und Erde. Engel und Menschen und singen wie aus einem Munde das Lob deiner Herrlichkeit.
Kommunionvers
So spricht der Herr: Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Halleluja. (Joh 15,5)
Schlussgebet
Gütiger Gott, in dieser Opferfeier hast du uns gestärkt mit dem Fleisch und Blut deines Sohnes. Lass uns auf die Fürbitte der heiligen Rita die Geheimnisse deines Leidens so verehren, dass uns die Frucht des ewigen Friedens zuteil wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
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| S. Maria in Portico in Campitelli, Rom |
Donnerstag, 21. Mai 2026
Hermann Joseph in Jasov
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| Prämostratenserkloster in Jasov, Slowakei |
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| Die Kirche kann nur mit einer Führung besichtigt werden |
Lebensdaten: geboren um 1150 in Köln, gestorben am 7. April 1241 in Hoven (Zülpich)
Lebensgeschichte und Legende: Hermanns Biograph und Zeitgenosse Razo Bonvisinus gibt an, er sei in Köln als Sohn des verarmten Grafen Lothar von Meer (-busch) zur Welt gekommen und habe als Kind in der Kirche St. Maria im Kapitol der Gottesmutter einen Apfel angeboten, den sie auch angenommen habe.
Mit zwölf Jahren wurde er Oblate des Prämonstratenserklosters Steinfeld in der Eifel und wurde zum Studium ins friesische Mariengaarde geschickt, wo er auch zum Priester geweiht wurde.
Nach seiner Rückkehr nach Steinfeld wirkte er als Kaplan und Beichtvater in Frauenklöstern wie bei den Zisterzienserinnen in Hoven, wenn er seiner sprichwörtlichen Geschicklichkeit wegen nicht zum Reparieren von Uhren weggeholt wurde, so die etwas anachronistische Überlieferung.
Unter seinen mystischen Erfahrungen ragt seine Vermählung mit der Gottesmutter Maria hervor, die ihm den Beinamen Josef eintrug. Neben dieser Marienminne erlebte er Ekstasen bei der Feier der Eucharistie, die ihn stets drei Rosen im Kelch sehen ließen, und dichtete zahlreiche Lieder und Hymnen.
Zu Lebzeiten schon beliebt und verehrt, starb er in der Karwoche des Jahres 1241 im Kloster Hoven.
Verehrung: 1626 eingeleitet, erfolgte seine Seligsprechung erst hundert Jahre später. Am 21. Mai 1701 wurden seine Gebeine in die Basilika des Klosters Steinfeld erhoben. 1958 bestätigte Papst Pius XII. seinen Status als Heiliger. In der Romantik spielte Hermann Josef als „Kinderheiliger“ eine Rolle.
Darstellung: einen Kelch mit drei Rosen tragend, mit Apfel
Patron: der Uhrmacher, der Mütter und Kinder
Mystische Verlobung des Hermann Joseph im Kunsthistorischem Museum, 2019
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| Hermann Joseph, bitte für uns |






















