Dienstag, 13. Oktober 2026

Der erste Landespatron Österreichs

Dom von St. Pölten

Für die Geschichte Österreichs war der erste Heilige unserer Heimat und unseres Landes von ganz besonderer Bedeutung. Der heilige Koloman war der erste Hausheilige der ersten Markgrafen Österreichs, der Babenberger.

Der heilige Koloman war ein irischer Königssohn, der das königliche Erbe seines Vaters nicht antreten wollte, also auf Krone, Macht und Reichtum verzichtete und stattdessen die Pilgerschaft in das Heilige Land antrat. Er kam aber nur bis Stockerau, wo er von verängstigten Bewohnern dieser Gegend als Spion verdächtigt, gefoltert und schließlich, so die Erzählung, auf einem Holunderbaum erhängt wurde. Dieser Holunderbaum habe darauf frische Blätter und frische Blüten bekommen, was für die Babenberger die Heiligkeit Kolomans bezeugte. Zu spät kam die Einsicht, dass hier ein Unschuldiger aus Angst und aufgrund von Vorurteilen hingerichtet wurde. Im Jahre 1014 wurde Koloman in der damaligen Burg an der Seite der ersten Babenberger bestattet.

Bronzerelief von Jakob Kopp, 2000, am Portal des Doms zu St. Pölten, Hl. Koloman

 

Gott, du Ziel unseres Lebens,
der heilige Koloman hat auf der Fahrt zu den Stätten des Leidens Christi
unschuldig die Strafe des Galgens erlitten
und in christlicher Geduld den Tod angenommen.
Höre auf seine Fürsprache und hilf auch uns, Christus zu suchen,
ihm nachzufolgen und dir zu vertrauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Statue im Garten von St. Koloman/Stockerau (ein potentieller Gefährder)

Glasfenster in der Servatiuskirche in Wien Liesing 

Am Grab des hl. Koloman in der Stiftskirche Melk 

am Ort seiner Hinrichtung in St. Koloman/Stockerau

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Simpert von Augsburg und des hl. Eduards des Bekenners.

Montag, 12. Oktober 2026

Der Himmel erwartet uns schon immer (Carlo Acutis)

 

Diese Gegenstände habe ich auch immer mit dabei

Aus der Predigt von Papst Leo XIV. zur Heiligsprechung am 7. September 2025

In diesem Zusammenhang blicken wir heute auf den heiligen Pier Giorgio Frassati und den heiligen Carlo Acutis: ein junger Mann des frühen 20. Jahrhunderts und ein Teenager unserer Zeit, beide voller Liebe zu Jesus und bereit, alles für ihn zu geben.

 (....) 

Carlo wiederum lernte Jesus in seiner Familie kennen, dank seiner Eltern Andrea und Antonia – die heute mit seinen beiden Geschwistern Francesca und Michele hier anwesend sind – und dann auch in der Schule und vor allem durch die Feier der Sakramente in der Pfarrgemeinde. So wuchs er auf und verband als Kind und Jugendlicher ganz natürlich Gebet, Sport, Lernen und Nächstenliebe miteinander.

Sowohl Pier Giorgio als auch Carlo pflegten ihre Liebe zu Gott und ihren Brüdern und Schwestern mit einfachen Mitteln, die allen zugänglich sind: die tägliche Heilige Messe, das Gebet und insbesondere die Eucharistische Anbetung. Carlo sagte: »In der Sonne wird man braun. Vor der Eucharistie wird man heilig«, und weiter: »Traurig ist, wer auf sich selbst schaut, glücklich ist, wer auf Gott schaut. Bekehrung ist nichts anderes, als den Blick von unten nach oben zu lenken, eine einfache Bewegung der Augen genügt«. Eine weitere wichtige Sache für sie war die häufige Beichte. Carlo schrieb einmal: »Das Einzige, was wir wirklich fürchten sollten, ist die Sünde«; und er wunderte sich darüber, dass – das sind immer noch seine Worte – »die Menschen sich so sehr um die Schönheit ihrer Körper sorgen und sich nicht um die Schönheit ihrer Seelen kümmern«. Beide hatten eine große Verehrung für die Heiligen und die Jungfrau Maria, und sie übten großzügig Nächstenliebe. Pier Giorgio pflegte zu sagen: »Um die Armen und Kranken herum sehe ich ein Licht, das wir nicht haben.« [3] Er nannte die Nächstenliebe „das Fundament unserer Religion“ und wie Carlo praktizierte er sie vor allem in kleinen, oft verborgenen, konkreten Gesten und lebte das, was Papst Franziskus »die Heiligkeit „von nebenan“« genannt hat (Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 7).

Selbst als sie von Krankheiten heimgesucht wurden, die ihrem jungen Leben ein jähes Ende bereiteten, hielt sie das nicht davon ab, Gott zu lieben, sich ihm darzubringen, ihn zu loben und für sich selbst und für alle zu beten. Eines Tages sagte Pier Giorgio: »Der Tag, an dem ich sterbe, wird der schönste Tag meines Lebens sein«; [4] und auf sein letztes Foto, das ihn beim Erklimmen eines Berges im Lanzo-Tal zeigt, das Gesicht auf sein Ziel gerichtet, hatte er geschrieben: »Auf dem Weg nach oben«. [5]
Und der noch jüngere Carlo sagte übrigens gerne, dass der Himmel uns schon immer erwartet und dass die Liebe zum Morgen darin besteht, dass man heute das Beste gibt.

Bild und Reliquie in Gdynia, Basilika der Königin von Polen

Heiliger Carlo, bitte für die Jugend

Heute gedenkt die Kirche auch des Maximilian von Pongau und des Jakob Rem.

Sonntag, 11. Oktober 2026

Der König lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein

 in Berlin:

sieht aus wie ein König

keiner kümmert sich


alle gehen ihrer Arbeit nach





Küchenstück mit dem Gleichnis vom Großen Gastmahl, Joachim Anthonisz Wtewael, um 1605
Gemäldegalerie Berlin

In den Evangelien des Matthäus (22, 2-14) und des Lukas (14, 15-24) wird als Gleichnis für die Gerechtigkeit am Jüngsten Tag berichtet, wie ein reicher Pharisäer zu einem Gastmahl lädt, sich aber alle Gäste mit fadenscheinigen Entschuldigungen verweigern. Darauf schickt er seine Knechte auf die Straße und lässt Krüppel und Bettler in sein Haus bitten. Gott wird die zur Seligkeit Auserwählten nicht nach Reichtum und äußerem Ansehen bestimmen. Am Tage des Jüngsten Gerichtes wird er vielmehr die Armen und Kranken bevorzugen, da sie sich seiner Gnade wert erweisen. 

Wtewael verlagert in seiner Komposition das lebhafte, vielfigurige Geschehen in den Hintergrund, wo die von städtischen Plätzen herandrängen Armen zu erkennen sind. Links ist durch einen großen Rundbogen der Blick in eine Stadt freigegeben. Heftig bewegte und gestikulierende Menschen drängen von der Anhöhe draußen, über eine Straße heran und werden von einem Hausknecht an der Treppe mit einladenden Armbewegungen ins Haus gebeten. 
Rechts führt eine weitere rundbogige Öffnung in einen Saal des Hauses, in dem hinter den zahlreich an Tischen sitzenden Menschen hohe rundbogige Fenster den Blick ins Freie lenken. Gestützt auf einen Stab, von einem Mann und einem Hündchen begleitet, strebt ein Beinamputierter gerade dem gastlichen Saal zu und schafft so die Verbindung zwischen den beiden Hintergrundszenen. Obwohl der Maler mit diesem zweifachen Aufbrechen des Hintergrundes eine große Tiefenwirkung und einen lebhaften Licht- und Schattenwechsel erzeugt hat, wird die Aufmerksamkeit des Betrachters doch zunächst ganz vom Treiben vorn, von dem wie eine Bühne geöffneten Küchenraum in Anspruch genommen. Hier hantieren, das Festmahl vorbereitende Mägde und Knechte an den Tischen, zwischen Körben, Kesseln, Bottichen und Kannen. Die vertikale Betonung des Bildzentrums übernimmt eine schlanke junge Magd, die gerade Hühner auf einen Bratspieß reiht. In ihrer gespreizten, tänzelnden Pose scheint sie einer antiken Götterszene entstiegen zu sein. Auch der einen großen Fisch zerhackende Knecht, ein junges, sich liebkosendes Paar am Kamin mit offenem Feuer und ein kleiner, auf einen am Boden liegenden Kessel gestützter Knabe scheinen in ihren kraftvollen oder grazilen Haltungen dem vertrauten Figurenapparat mythologischer Szenen des Spätmanierismus entnommen zu sein. Und doch bewegen sie sich zwischen so gewöhnlichen Dingen wie Fischen, Wildbret, Kohlköpfen, Zwiebeln und Mohrrüben. Ein Hund und eine Katze erzählen, indem sie angriffslustig einen zwischen ihnen liegenden Fisch belauern, nebenbei eine kleine Tiergeschichte.
Gerade aus der Zuordnung dieser alltäglichen Dinge zu den Gestalten ergeben sich volkstümliche allegorische Doppelbedeutungen, wie sie in der niederländischen Malerei verbreitet waren, dienten die Bilder doch auch der moralischen Belehrung des Betrachters. Dieser war gewohnt hinter der primären Darstellungsebene auch eine symbolische zu suchen. So galt der Fisch als christliches Symbol (hier zudem mit anderen Fischen kreuzweise am Boden übereinandergeschichtet) zugleich auch als erotisch-phallische Metapher. Zwiebeln, Möhren und Artischocken schrieb man aphrodisierende Kraft zu. Vögel und Hasen, gar das Aufspießen von Hühnern unterstreichen das erotische Moment. Die Frau verkörpert die Fleischeslust (voluptas carnis), mit der der Mann neben ihr vom christlichen Tugendpfad abgelenkt wird. Die alte Frau hinter dem Tisch mit Mörser und Stößel versinnbildlicht ebenfalls diesen Topos. In dem Paar rechts, das das Feuer der Liebe anfacht und einen Korb mit Eiern, Inbegriff der Sinnenlust, trägt, wird er am deutlichsten. (Quelle, weiter hier)

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 22

In jener Zeit
1 erzählte Jesus den Hohepriestern
und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:
2 Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem König,
der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.
3 Er schickte seine Diener,
um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen.
Sie aber wollten nicht kommen.
4  Da schickte er noch einmal Diener
und trug ihnen auf:
Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig,
meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet,
alles ist bereit.
Kommt zur Hochzeit!
5 Sie aber kümmerten sich nicht darum,
sondern der eine ging auf seinen Acker,
der andere in seinen Laden,
6 wieder andere fielen über seine Diener her,
misshandelten sie
und brachten sie um.
7 Da wurde der König zornig;
er schickte sein Heer,
ließ die Mörder töten
und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
8 Dann sagte er zu seinen Dienern:
Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet,
aber die Gäste waren nicht würdig.
9 Geht also an die Kreuzungen der Straßen
und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!10Die Diener gingen auf die Straßen hinaus
und holten alle zusammen, die sie trafen,
Böse und Gute,
und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
11 Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen,
bemerkte er unter ihnen einen Menschen,
der kein Hochzeitsgewand anhatte.
12 Er sagte zu ihm:
Freund,
wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen?
Der aber blieb stumm.
13 Da befahl der König seinen Dienern:
Bindet ihm Hände und Füße
und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
14 Denn viele sind gerufen,
wenige aber auserwählt.

in Berlin:

 

Samstag, 10. Oktober 2026

Am Grab des hl. Viktor von Xanten

 

Xantener Dom
 

Viktor von Xanten, frühchristlicher Märtyrer. Viktor erlitt das Martyrium in Xanten. Sein Grab wurde, wie die Ausgrabungen erwiesen haben, bereits im 4. Jahrhundert verehrt. Über seinem Grab, das die Inschrift „Victor ut victima“ trägt, erhebt sich heute der prachtvolle Viktorsdom. Die spätere Legende brachte Viktor in Verbindung mit der Thebaischen Legion. Doch hat Viktor wohl in den Verfolgungen des 3. Jahrhunderts oder in der Mitte des 4. Jahrhunderts unter Kaiser Julian den Tod erlitten. Viktor wird dargestellt als Soldat oder Ritter in voller Rüstung mit Palme.
(Martyrologium Sancrucense)

Schrein des hl. Viktor in Xanten

Der Hochaltar als bedeutendstes Heiligtum des Domschatzes enthält die Gebeine des heiligen Viktor in einem edelsteinbesetzten Schrein, welcher heute zu den ältesten erhaltenen Schreinen im Rheinland zählt. Seit 1128 werden die mutmaßlichen Gebeine des heiligen Viktor in diesem Schrein aufbewahrt. An den Seiten des Schreins wurden Büsten, welche den heiligen Viktor und Helena abbilden, errichtet. Der Altaraufsatz (Retabel) wurde 1529 bei dem Kölner Schreiner W. von Roermond und dem Maler Barthel Bruyn d. Ä. in Auftrag gegeben und gehört zu den Hauptwerken der frühen Renaissance am Rhein. In den Flügeln des Altars befinden sich Gemälde Bruyns aus dem Jahr 1534, auf denen verschiedene Ereignisse aus den Legenden um Viktor und Helena dargestellt werden.(wikipedia)






Xantener Dom

Freitag, 9. Oktober 2026

Wenn Ihr mir nur in Ewigkeit verzeiht (Ludwig Bertrand)

 


Ludwig Bertrand, Außenfassade der Wiener Dominikanerkirche

„Herr, hier mögt Ihr mich brennen,
hier mögt Ihr mich schneiden,
hier mögt Ihr mir nicht verzeihen,
wenn Ihr mir nur in Ewigkeit verzeiht!“

Ludwig Bertrand wurde am 1. Januar 1526 in Valencia geboren.

Im Alter von 19 Jahren trat er in seiner Heimatstadt Valencia in den Dominikanerorden ein. Der heilige Prior Giovanni Micone, der ihn aufnahm, sagte ihm eine große Zukunft voraus und erklärte, er werde ein zweiter heiliger Vinzenz Ferrer sein. Schon als Novize war Ludwig ein Vorbild an Bußstrenge und Gebet, selbst für die erfahrensten Ordensbrüder.

Mit 25 Jahren wurde er zum Novizenmeister ernannt. Zehn Jahre lang leitete er die Novizen mit bewundernswerter Weisheit. Fast alle von ihnen starben später im Ruf der Heiligkeit. Doch Ludwig sehnte sich danach, wie so viele seiner Mitbrüder die Meere zu überqueren und in jene Neue Welt zu reisen, die sich mit so großen Hoffnungen dem wahren Glauben öffnete. Eines Tages brach er mit Erlaubnis des Ordensgenerals dorthin auf.

Im Jahr 1562 wurde Mittelamerika, insbesondere Kolumbien, zu seinem Missionsgebiet. Zu Fuß durchquerte er die weiten Landstriche, die das Gebiet von Ecuador, Neugranada und die Inseln des Archipels umfassten. In sieben Jahren bekehrte er etwa 150.000 Indigene zum christlichen Glauben.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat im Jahr 1569 war er trotz seiner heldenhaften Anstrengungen weiterhin ein Licht für die Seelen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klosters. Er wirkte erneut als Novizenmeister und später als Prior in Valencia.

Als ihn eine Krankheit befiel und er unter großen Schmerzen litt, wiederholte er immer wieder die Worte, die ihm so vertraut waren:

„Herr, hier mögt Ihr mich brennen, hier mögt Ihr mich schneiden, hier mögt Ihr mir nicht verzeihen, wenn Ihr mir nur in Ewigkeit verzeiht!“

Trotz des Feuers, das ihn verzehrte, wollte er im heiligen Wollgewand seines Ordens sterben. Es war der 9. Oktober 1581.

Seine Beerdigung wurde zu einem Triumphzug. Papst Clemens X. erhob ihn am 12. April 1671 zur Ehre der Altäre und sprach ihn heilig. Papst Alexander VIII. erklärte ihn zum Schutzpatron Kolumbiens.

Sein Leichnam ruhte bis zum Jahr 1936 in der Stadtkirche Santo Stefano. Während der Revolution wurde die Kirche in Brand gesetzt, wobei auch seine sterblichen Überreste verbrannten.
(Quelle Causesanti)

Glasfenster in St Dominic´s Priory Church London

Statue mit Pistole und Kreuz in der Dominikanerkirche in Sopron

Wiener Dominikanerkirche

Heute gedenkt die Kirche auch des

hl. Johannes Leonardi, an seinem Grab

hl. John Henry Newman

hl. Dionysius von Paris

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Am Grab des ehrwürdigen Dieners Gottes P. Viktrizius Weiß, Ordenspriester

Wallfahrtskirche Maria Hilf, Vilsbiburg



 

Am 18. Dezember 1842 wurde Anton Nikolaus Weiß in Eggenfelden geboren und am nächsten Tag in der Pfarrkirche getauft. Sein Vater war Chirurg, seine Mutter Maria Anna hatte bei den Ursulinen in Straubing eine gediegene Ausbildung erfahren.

Anton besuchte die Lateinschule in Landshut und gehörte jeweils zu den Jahrgangsbesten. Nach dem Abitur studierte er ab 1861 Philosophie und Theologie in München. Im Herbst 1862 wechselte er ins Priesterseminar nach Freising. Dort wurde er am 29. Juni 1866 zum Priester geweiht. Seine erste seelsorgliche Aufgabe übernahm er als Koadjutor in der Pfarrei St. Ursula (heute St. Sylvester) in Schwabing. Schon 1869 wurde er als Dozent in der Predigerausbildung und als Präfekt für die Studenten ans Priesterseminar Freising berufen. In kurzer Zeit promoviert er zum Doktor der Theologie mit Bestnoten.

Ihm ging es nicht um Karriere, auch wenn er indirekt doch eine gemacht hat. Ihm ging es um seine Berufung, um seinen Weg mit Gott. Er rang mit sich und wurde 1875 in den Kapuzinerorden aufgenommen. Bei der Einkleidung bekam er den Ordensnamen Viktrizius. Was ihn im innersten bewegte, kennen wir aus seinem geistlichen Tagebuch. Er strebte nach Heiligkeit: „Mittelmäßigkeit ist nicht dein Beruf.“ Es ging ihm nicht um Perfektion, nicht um Karriere, sondern um die rechte Beziehung zu Menschen und zu Gott.

Im Orden wurden seine Talente erkannt, so dass er bald in der Ausbildung der jungen Brüder eingesetzt wurde. Als Beichtvater und geistlicher Begleiter war er gesucht. 1884 wählten ihn die Brüder erstmals zum Provinzial. Insgesamt wurde er fünf Mal in diese Aufgabe berufen. Bis er 1908 darum bat, ihn nicht mehr zu wählen. In seiner Zeit übernahm er mehrere Klöster, er stimmte der Gründung der Pfarrei St. Joseph in München zu, er unterstützte seit 1889 den Aufbau des Seraphischen Liebeswerkes (Hilfe für bedürftige Kinder), 1893 übernahmen die Kapuziner das Missionsgebiet im Süden Chiles. In seiner Zeit nahm die Volksmission einen großen Aufschwung. Er lebte viele Jahre in Altötting unter anderem mit Br. Konrad von Parzham. 

Viktrizius Weiß entschied sich für das Leben im Kapuzinerorden und lebte seine Berufung konsequent, ja radikal. Seine Entschiedenheit zog andere mit. Er war nicht fanatisch, aber glaubwürdig. Am Glauben, den er als Kind kennengelernt hatte, hielt er treu fest und schöpfte daraus die Kraft für seine Aufgaben. Im Umgang mit Menschen war er zugewandt und hilfsbereit. Er übernahm Verantwortung im Orden, stellte sich den Herausforderungen und setzte seine ganze Kraft ein. Auch als Provinzial blieb er Seelsorger und hat sich von der Not der Menschen berühren und fordern lassen. Große Geduld zeigte er mit geplagten Menschen. Er war entgegenkommend und behandelte Menschen gleich.

Er war 66 Jahre alt als er nach Vilsbiburg ging, wo er im Konvent Mariahilf 16 Jahre lebte. Zeitlebens verband ihn eine besondere Beziehung zur Gottesmutter Maria. Zunehmende Krankheiten machten ihm das Leben schwer. Er brauchte einen Vorleser, weil er erblindet war. Körperliche, seelische und geistige Belastungen trug er geduldig und bewahrte auch in schwerer Krankheit die Hoffnung. 

Am 8. Oktober 1924 starb er im Ruf der Heiligkeit: ein geduldiger Zuhörer, ein Menschenfreund, einer, dessen Nähe guttat und der etwas von Gottes Güte spüren ließ. In seinem Verhalten war er ein Vorbild, ohne andere zu bewerten oder zu überfordern. Sein Lebensstil war einfach. Der Regensburger Bischof Antonius Henle sagte am Tag der Beisetzung: „Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ein heiligmäßiger Mann mich seiner Freundschaft würdigte.“

Auf Wunsch der Bevölkerung wurde sein Sarg 1927 vom Klosterfriedhof in die Kirche umgebettet. 1935 wurde der Prozess zur Seligsprechung eröffnet, nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen und bald abgeschlossen. Am 10. Mai 1979 bestätigte Papst Johannes Paul II. per Dekret, dass Viktrizius die göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) und die Kardinaltugenden vorbildlich gelebt hatte. Seither darf er „ehrwürdiger Diener Gottes“ genannt werden.
Quelle: kapuzinerorg

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Simeon und des hl. Gunther von Regensburg, Bischof

Am Grab von Simeon dem Gerechten in Zadar

Mariä Lichtmess: 

Glasfenster in St Botolph, Boston, Botschaft von JPII an die Personen des geweihten Lebens im Jahr 1997, 2026

Glasfenster in Corpus Christi Brixton, London, Benedikt XVI., 2. Februar 2013

Glasfenster in St James, Spanish Place, London

Fresko in der Domininikanerkirche in Malta/Vittoriosa

Relief in Notre Dame de Paris (Präfation)

Rosenkranzgeheimnisse um das Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche

Rosenkranzstation auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje

Rosenkranzbasilika in Lourdes (Johannes Paul II., 2. Februar 2000, 2020

Fra Bartolomeo, Kunsthistorisches Museum, Wien

Relief in St. Agatha, Hausleiten, Niederösterreich (Papst Benedikt XVI. zur Darstellung d. Herrn 2003)

Mariä Lichtmess im Musee des Beaux Arts - Brüssel

Alte Gebete zur Kerzenweihe

Mariä Lichtmess in S. Maria in Trastevere - Rom (Johannes Paul II. in Redemptoris Mater) 
 
Mariä Lichtmess in Alba de Tormes (Hymnus)

Mariä Lichtmess in der Basilika Frauenkirchen (Papst Benedikt XVI. über das gottgeweihte Leben am 2.2.2006) 




Grab von P. Viktrizius Weiß, Kapuziner




Mittwoch, 7. Oktober 2026

Maria, dir zur Ehre

 

Stift Heiligenkreuz

gesungen von einer Dame und einem Herrn (Pfarrer Brei)

Es blüht der Blumen eine 
Auf ewig grüner Au, 
Wie diese blühet keine
So weit der Himmel blau. 

Wenn ein Betrübter weinet, 
Getröstet ist sein Schmerz: 
Wenn ihm die Blume scheinet 
Ins leidenvolle Herz.

Und wer vom Feind verwundet 
Zum Tode niedersinkt, 
Von ihrem Duft gesundet, 
Wenn er ihn gläubig trinkt. 

Die Blume, die ich meine, 
Sie ist euch wohl bekannt, 
Die Fleckenlose, Reine 
Maria wird genannt. 

Maria ist's die süße, 
Die Lilie auserwählt, 
Die ich von Herzen grüße, 
Die sich der Geist vermählt.  

Maria ist's die reine, 
Die also lieblich blüht, 
Daß in so lichtem Scheine 
Der Rosen keine glüht.  

Erfreue, süße Blüthe, 
Der Erde finstre Gruft, 
Erblühe im Gemüthe 
Mit Deinem Himmelsduft. 

Und Heiligkeit und Frieden 
Verleihe unsrer Brust, 
Und nach dem Tod hienieden 
Des Himmels ew'ge Lust. 

Die Rosenkranzmadonna von Caravaggio im KHM, Lösung aller Probleme, Mattei, 2026 

Auf dem Weg zur Rosenkranzmadonna, Don Bosco, der Bankrott des Teufels, 2026

Sieg bei Lepanto in der Dominikanerkirche in Valletta, Mattei, 2025 

Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche mit der Schlacht von Lepanto, B16, 7.10.2007, 2022

Marialis Cultis 42-47, S. Maria sopra Minerva, Rom, 2021

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Pompej, Bartolo Longo, 2020

Die Lepantomonstranz in der Asamkirche, 2019

Lourdes und der Rosenkranzbodenmosaik in der Rosenkranzbasilika, B16, 13.9.2008, 2018

Lepanto und der Rosenkranz, Glasfenster in St. Dominic´s Priory Church, London, 2017

Eine kleine Geschichte des Rosenkranzes, Dominikus Bedouelle, Rosenkranzaltar in Dominikanerkirche, Cingoli

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Fatima, Fatimakapelle in der Wiener Franziskanerkirche, 2016

Pius V. und der Rosenkranz, Altar der Vision v. Lepanto in der Rosenkranzbasilika, Pompei, 2016

Glaube Hoffnung und Liebe, Vogelwelt, 2016 

Am Rosenkranzfest den ganzen Psalter beten, 2015, in der Vogelwelt

Glasfenster in der Dominikanerkirche in Pisa, Papst Benedikt ermutigt Kinder, den Rosenkranz zu beten, 2014

Am Ziel: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns! 3/3

 

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns!
Heiliger Dominikus, bitte für uns!
Heiliger Petrus Martyr, bitte für uns

 

Der Rosenkranz als Lösung internationaler Probleme

Der wahre Frieden ist der Frieden Christi

9. Oktober 2025 Von Roberto de Mattei

Die internationale Lage ist heute derart dramatisch und komplex, daß es keine andere Lösung zu geben scheint als jene, die uns die Gottesmutter im Jahr 1917 in Fatima aufgezeigt hat: den heiligen Rosenkranz.

Die Verehrung des Rosenkranzes wird gemeinhin als eine rein persönliche, bestenfalls familiäre Gebetspraxis betrachtet – dabei besitzt sie auch eine öffentliche, gesellschaftliche Dimension. Der Rosenkranz hilft nicht nur dem einzelnen, in den materiellen und geistlichen Nöten seines Lebens Trost und Orientierung zu finden, sondern entfaltet auch eine soziale Wirkkraft, die sich auf das Leben ganzer Völker und Nationen erstreckt.

Daran erinnerte Papst Leo XIII., als er schrieb: „In allen Jahrhunderten und in allen Kämpfen hat sich die Kirche an Maria gewandt und stets Trost und Schutz von ihr erhalten“ (aus dem Schreiben Da molte parti, 26. Mai 1903). Der Rosenkranz war zu allen Zeiten und in allen Auseinandersetzungen die Waffe schlechthin zum Schutz der Kirche und der christlichen Gesellschaft.

Die Rolle des Rosenkranzes in der Geschichte der christlichen Zivilisation zu schildern würde ein langes Unterfangen sein. Man müßte bei seiner Entstehung im 13. Jahrhundert beginnen, bei der Initiative des heiligen Dominikus von Guzmán und seiner Dominikanerbrüder, und ihre siegreiche Predigt gegen die Häresie der Katharer darlegen. Es wäre auch notwendig, den Beitrag des Rosenkranzes zur Evangelisierung und Zivilisierung Amerikas sowie von Teilen Asiens und Afrikas zu beleuchten. Vor allem aber darf nicht vergessen werden, daß das Rosenkranzfest von Papst Pius V. eingesetzt wurde, um Maria unter dem Titel „Auxilium Christianorum“ – Hilfe der Christen – zu ehren, in Erinnerung an den Sieg der christlichen Heere über die muslimischen bei der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571.

Der Name Lepanto steht sinnbildlich und prophetisch für alle zukünftigen Siege der Kirche, wie der heilige Johannes Bosco erkannte – als ein vollkommenes Zusammenwirken der übernatürlichen Gnade durch den Rosenkranz und der menschlichen Mitwirkung an dieser Gnade durch Kampf und Blutzeugnis.

Schon vor Lepanto war ein anderer bedeutender Sieg dem Rosenkranz zu verdanken: die Schlacht bei Belgrad am 22. Juli 1456, in der die osmanischen Heere, die bis nach Ungarn vorgedrungen waren, zurückgeschlagen wurden. Zum Gedenken an diesen Sieg setzte Papst Calixt III. das Fest der Verklärung Christi ein – ein Symbol für das in Freude verklärte Europa.

In jüngerer Zeit ist es vor allem die Gottesmutter selbst, die in Fatima auf die Bedeutung – man könnte sagen: die Notwendigkeit – des Rosenkranzgebets hingewiesen hat.

Bei der ersten Erscheinung in der Cova da Iria hielt die Jungfrau Maria den Rosenkranz in der Hand. Auf die Frage der kleinen Lucia hin, ob ihr Cousin Francisco in den Himmel kommen werde, antwortete sie, daß er dies tun werde, aber erst nachdem er „viele Rosenkränze“ gebetet habe. Am Ende derselben Erscheinung forderte sie die Hirtenkinder ausdrücklich auf: „Betet den Rosenkranz jeden Tag, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen.“ Auch bei der zweiten und dritten Erscheinung wiederholte Maria ihre Bitte, den Rosenkranz täglich zu ihrer Ehre zu beten – „um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges“ zu erflehen.

In der dritten Erscheinung lehrte sie zudem das Gebet: „O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen“, das – wie sie sagte – „nach jedem Geheimnis“ zu beten sei.

Auch die vierte, fünfte und sechste Erscheinung begann jeweils mit der Aufforderung zum täglichen Rosenkranzgebet. Am 13. Oktober 1917, dem Tag der letzten Erscheinung, offenbarte sich Maria mit den Worten: „Ich bin die Königin des Rosenkranzes. Ich wünsche, daß an diesem Ort eine Kapelle zu meiner Ehre errichtet wird. Fahrt fort, täglich den Rosenkranz zu beten. Der Krieg geht bald zu Ende, und die Soldaten werden bald heimkehren.“ In dieser Gestalt erschien sie glorreich im Himmel, an der Seite des heiligen Joseph und des Jesuskindes.

Am 10. Dezember 1925 erschien die Gottesmutter erneut – diesmal Schwester Lucia, in ihrer Zelle im Haus der Dorotheerinnen in Pontevedra (Spanien). Sie erklärte ihr, wie das Beten und Meditieren des Rosenkranzes mit der Praxis der Sühnekommunion an den ersten fünf Samstagen des Monats verbunden sein solle. Während sie Lucia die Hand auf die Schulter legte, zeigte sie ihr mit der anderen Hand ein von Dornen umgebenes Herz und sagte:   WEITER HIER


Rosenkranzmadonna, um 1603, Caravaggio
Kunsthistorisches Museum, Wien