Sonntag, 26. April 2026

Er geht ihnen voraus und die Schafe folgen ihm

 

Guter Hirt, All Saints, Cambridge


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 10

In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, ich sage euch:
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
sondern anderswo einsteigt,
der ist ein Dieb und ein Räuber.
2 Wer aber durch die Tür hineingeht,
ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter
und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen
und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,
geht er ihnen voraus
und die Schafe folgen ihm;
denn sie kennen seine Stimme.
5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
sondern sie werden vor ihm fliehen,
weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
aber sie verstanden nicht den Sinn
dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch:
Ich bin die Tür zu den Schafen.
8 Alle, die vor mir kamen,
sind Diebe und Räuber;
aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür;
wer durch mich hineingeht,
wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
10 Der Dieb
kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.

(Evangelium vom 4. Ostersonntag, Lesejahr A) 

All Saints, Cambridge

BOTSCHAFT DES HEILIGEN VATERS ZUM 39. WELTGEBETSTAG
FÜR GEISTLICHE BERUFE

21. April 2002, 4. Ostersonntag

Thema: "Die Berufung zur Heiligkeit."

 

Verehrte Mitbrüder im Bischofsamt,
liebe Brüder und Schwestern! 

1.An alle, "die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus" (Rm 1,7). Diese Worte des Apostels Paulus an die Christen von Rom führen uns hin zum Thema des kommenden Weltgebetstags für geistliche Berufe: "Die Berufung zur Heiligkeit." Die Heiligkeit: die Gnade und das Ziel jedes Gläubigen, wie uns dasBuchLevitikusin Erinnerung ruft: "Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig" (19,2).

Im Apostolischen Schreiben Novo millennio ineunte habe ich dazu aufgerufen, "die seelsorgliche Planung unter das Zeichen der Heiligkeit" zu stellen. "Damit wird die Überzeugung ausgedrückt, daß es widersinnig wäre, sich mit einem mittelmäßigen Leben zufriedenzugeben, das im Zeichen einer minimalistischen Ethik und einer oberflächlichen Religiosität geführt wird, wenn die Taufe durch die Einverleibung in Christus und die Einwohnung des Heiligen Geistes ein wahrer Eintritt in die Heiligkeit Gottes ist. ... Es ist jetzt an der Zeit, allen mit Überzeugungskraft diesen "hohen Maßstab" des gewöhnlichen christlichen Lebens neu vor Augen zu stellen. Das ganze Leben der kirchlichen Gemeinschaft und der christlichen Familien muß in diese Richtung führen" (Nr. 31).

Vorrangige Aufgabe der Kirche ist es, die Christen auf den Wegen der Heiligkeit zu begleiten, damit sie – erleuchtet durch die Erkenntnis aus dem Glauben – lernen, auf das Antlitz Christi zu schauen und es kennenzulernen und so in Ihm die persönliche, authentische Identität und Sendung neu zu entdecken, die der Herr einem jedem anvertraut. Auf diese Weise werden sie "auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlußstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn" (Eph 2,20–21).

Die Kirche sammelt in sich alle Berufungen, die Gott in seinen Kindern weckt, und sie selbst gestaltet sich als leuchtendes Abbild des Geheimnisses der Heiligsten Dreifaltigkeit. Als "Volk, das von der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes geeint ist", trägt sie selbst in sich das Geheimnis des Vaters, der alle ruft, seinen Namen zu heiligen und seinen Willen zu tun. Sie bewahrt in sich das Geheimnis des Sohnes, der vom Vater zur Verkündigung des Reiches Gottes gesandt ist und alle in seine Nachfolge ruft. Sie ist Hüterin des Geheimnisses des Heiligen Geistes, der jene zu ihrer Sendung heiligt, die der Vater durch seinen Sohn Jesus Christus erwählt hat.

Gerade weil die kirchliche Gemeinschaft der Ort ist, wo all die verschiedenen, von Gott erweckten Berufungen ihren Ausdruck finden, wird im Zusammenhang des Weltgebetstags am kommenden 21. April, dem vierten Ostersonntag, der dritte Kontinentalkongreß für die Berufungen zum geweihten Amt und zum geweihten Leben in Nordamerika stattfinden. Gerne spreche ich den Veranstaltern und Teilnehmern meine Grüße und Segenswünsche für diese Inititative aus, die sich ein Kernproblem der Kirche in Amerika und der Neuevangelisierung des Kontinents zum Thema gemacht hat. Ich lade alle ein zum Gebet, daß diese Begegnung den anstrengenden Dienst für die Berufungen neu belebt und zu einem selbstlosen, frohen Einsatz dafür unter den Christen der "Neuen Welt" führt. 

2.Die Kirche ist das "Haus der Heiligkeit", und die Liebe Christi, ausgegossen durch den Heiligen Geist, ist die Seele darin. In diesem Zuhause helfen sich alle Christen gegenseitig, die eigene Berufung zu entdecken und zu verwirklichen: im Hören auf das Wort Gottes, im Gebet, im häufigen Empfang der Sakramente und in der beständigen Suche nach dem Antlitz Christi in jedem Mitmenschen. Auf diese Weise schreitet jeder – je nach den eigenen Begabungen – auf dem Weg des Glaubens voran, hält fest an der Hoffnung und ist tätig in der Liebe (vgl. Lumen gentium, 41), während die Kirche "den unendlichen Reichtum des Geheimnisses Jesu Christi" enthüllt und erlebt (Christifideles laici, 55) und sicherstellt, daß Gottes Heiligkeit jeden Lebensstand und jede Lebenslage durchdringt, damit alle Christen Arbeiter im Weinberg des Herrn werden und den Leib Christi aufbauen.

Wenn auch alle Berufungen in der Kirche im Dienst der Heiligkeit stehen, so tun dies doch bestimmte, wie die Berufung zum geweihten Dienstamt und zum geweihten Leben, auf ganz einzigartige Weise. Auf diese Berufungen bitte ich Euch alle, heute Eure besondere Aufmerksamkeit zu richten und für sie umso inniger zu beten.

Die Berufung zum geweihten Dienstamt "ist im wesentlichen eine Berufung zur Heiligkeit in der Form, die aus dem Sakrament der Priesterweihe entspringt. Die Heiligkeit ist Vertrautheit mit Gott, sie ist Nachahmung des armen, keuschen und demütigen Christus; sie ist vorbehaltlose Liebe zu den Seelen und Hingabe an ihr wahres Wohl; sie ist Liebe zur Kirche, die heilig ist und uns heiligen will, weil das die Sendung ist, die Christus ihr anvertraut hat" (Pastores dabo vobis, 33). Jesus beruft die Apostel, weil er sie in bevorzugter Nähe (vgl. Lk 8,1–2; 22,28) "bei sich haben" wollte (Mk 3,14). Er läßt sie nicht nur die Geheimnisse des Himmelsreiches erkennen (vgl. Mt 13,11.16–18), sondern erwartet sich von ihnen auch eine größere Treue, die dem apostolischen Dienst entspricht, zu dem er sie beruft. Er fordert von ihnen eine radikalere Armut (vgl. Mt 19,22–23), die Demut des Knechtes, der sich zum Letzten aller macht (vgl. Mt 20,25–27). Er verlangt von ihnen den Glauben an die verliehenen Vollmachten (vgl. Mt 17,19–21), Gebet und Fasten als wirksame Mittel der Verkündigung (vgl. Mk 9,29) sowie Uneigennützigkeit: "Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben" (Mt 10,8). Er erwartet von ihnen Klugheit gepaart mit Einfalt und sittlicher Festigkeit (vgl. Mt 10,26–28) sowie die Hingabe an die Vorsehung (vgl. Lk 9,1–3; 19,22–23). Ebensowenig darf ihnen das Verantwortungsbewußtsein für die übertragenen Aufgaben fehlen, insofern sie die Verwalter der vom Herrn eingesetzten Sakramente und Arbeiter in seinem Weinberg sind (vgl. Lk 12,43-48).

Das geweihte Leben offenbart das innerste Wesen jeder christlichen Berufung zur Heiligkeit und die Beziehung der ganzen Kirche als Braut zu Christus, «ihrem einzigen Bräutigam». "Das Bekenntnis zu den evangelischen Räten [ist] zutiefst mit dem Geheimnis Christi verbunden ..., da es die Aufgabe hat, so gut wie möglich die Lebensform darzustellen, die er für sich wählte, und sie als absoluten und eschatologischen Wert aufzuzeigen" (Vita consecrata, 29). Die Berufungen zu diesen Lebensständen sind wertvolle und notwendige Geschenke, die bezeugen, wie auch heute die Nachfolge des keuschen, armen und gehorsamen Christus, das Zeugnis des absoluten Vorrangs Gottes und der Dienst an der Menschheit nach Art des Erlösers bevorzugte Wege hin zur Fülle geistlichen Lebens darstellen.

Der Mangel an Kandidaten für das Priestertum und für das geweihte Leben, der sich in manchen Gebieten heute abzeichnet, muß – weit davon entfernt, dazu zu verleiten, weniger zu fordern und sich mit einer mittelmäßigen Ausbildung und Spiritualität zufrieden zu geben – vielmehr Anlaß sein, die Aufmerksamkeit stärker auf die Auswahl und Ausbildung derer zu richten, die – zu Dienern und Zeugen Christi bestellt – berufen sein werden, durch die Heiligkeit ihres Lebens das zu bestätigen, was sie verkünden und feiern. 

3.Es ist notwendig, alle Mittel dafür einzusetzen, daß die Berufungen zum Priestertum und Ordensleben, die unerläßlich sind für das Leben und die Heiligkeit des Volkes Gottes, dauerhaft in den Mittelpunkt der Spiritualität, des pastoralen Handelns und des Gebets der Gläubigen gerückt werden.

Die Bischöfe und Priester seien an vorderster Stelle Zeugen der Heiligkeit des als Geschenk empfangenen Dienstamts. Durch ihr Leben und ihre Verkündigung sollen sie ihre Freude, Christus, dem guten Hirten nachzufolgen, und die erneuernde und erlösende Kraft seines Ostergeheimnisses zeigen. Durch ihr Beispiel sollen sie vor allem den jungen Generationen sichtbar machen, welch frohmachendes Abenteuer demjenigen vorbehalten ist, der sich auf den Spuren des göttlichen Lehrers dafür entscheidet, ganz Gott zu gehören, und sich selbst hingibt, damit jeder Mensch das Leben in Fülle haben kann (vgl. Joh 10,10).

Die Ordensmänner und -frauen, die "als entscheidendes Element für die Sendung der Kirche in deren Herz und Mitte" stehen (Vita consecrata, 3), sollen zeigen, daß ihr Leben fest in Christus verwurzelt ist, daß das Ordensleben "Haus" und "Schule der Gemeinschaft" ist (Novo millennio ineunte, 43), daß in ihrem demütigen und gläubigen Dienst am Menschen jene "Phantasie der Liebe" pulsiert (ebd., 50), die der Heilige Geist immer in der Kirche lebendig hält. Sie sollen nicht vergessen, daß in der Liebe zur Betrachtung, in der Freude, den Mitmenschen zu dienen, in der für das Himmelreich gelebten Keuschheit, in der selbstlosen Hingabe an den eigenen Dienst der eigentliche Anruf und Appell für neue Berufungen liegt!

Eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Berufungen in der Kirche kommt dabei den Familien zu. Die Heiligkeit der ehelichen Liebe, die Harmonie des Familienlebens, der Glaubensgeist, aus dem heraus die alltäglichen Probleme des Lebens angegangen werden, die Offenheit für andere, vor allem die Ärmeren, die Teilnahme am Leben der christlichen Gemeinschaft stellen das geeignete Umfeld dafür dar, daß der göttliche Ruf vernommen wird und zu einer selbstlosen Antwort seitens der Kinder führt. 

4."Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden" (Mt 9,38; Lk 10,2). In Gehorsam gegenüber dem Auftrag Christi zeichnet sich jeder Weltgebetstag als Moment intensiven Gebets dadurch aus, daß er die gesamte christliche Gemeinschaft zusammenführt zu einem inständigen und eindringlichen Anruf an Gott um Berufungen. Wie wichtig ist es, daß die christlichen Gemeinden "echte Schulen des Gebets" werden (vgl. Novo millennio ineunte, 33), die imstande sind, zum Dialog mit Gott zu erziehen und die Gläubigen dazu anzuhalten, sich immer mehr jener Liebe zu öffnen, mit der der Vater "die Welt so sehr geliebt" hat, "daß er seinen einzigen Sohn hingab" (Joh 3,16)! Gepflegtes und gelebtes Gebet hilft, sich vom Geist Christi leiten zu lassen, um am Aufbau der Kirche in der Liebe mitzuarbeiten. In diesem Zusammenhang wächst im Jünger das brennende Verlangen, daß jeder Mensch Christus begegne und die wahre Freiheit der Kinder Gottes erlange. Diese Sehnsucht wird den Gläubigen nach dem Vorbild Mariens dahin führen, sich dem Herrn mit einem vollen und selbstlosen "Ja" zur Verfügung zu stellen. Der Herr ist es, der dazu beruft, Diener des Wortes, der Sakramente und der Liebe zu sein, beziehungsweise lebendiges Zeichen des keuschen, armen und gehorsamen Lebens Christi unter den Menschen unserer Zeit.

Der Herr der Ernte lasse es seiner Kirche nicht an zahlreichen und heiligen Priester- und Ordensberufungen fehlen!

Heiliger Vater, schau auf diese unsere Menschheit,
die ihre ersten Schritte auf dem Weg des dritten Jahrtausends unternimmt.
Ihr Leben ist noch stark gezeichnet
vom Haß, von der Gewalt, von der Unterdrückung.
Doch der Hunger nach Gerechtigkeit, Wahrheit und Gnade
findet noch immer Raum im Herzen von so vielen,
die auf den warten, der das Heil bringt,
das du bereitet hast durch deinen Sohn Jesus.
Es braucht mutige Verkünder des Evangeliums,
selbstlose Diener der leidenden Menschheit.
Wir bitten dich, sende deiner Kirche
heilige Priester, die dein Volk heiligen
durch die Mittel deiner Gnade.
Sende zahlreiche Ordensmänner und Ordensfrauen,
die deine Heiligkeit inmitten der Welt sichtbar machen.
Sende in deinen Weinberg heilige Arbeiter,
die arbeiten mit dem Feuer der Liebe
und die, getrieben vom Heiligen Geist,
das Heil Christi bringen
bis an die äußersten Enden der Erde. Amen. 

Castelgandolfo, 8. September 2001

JOANNES PAULUS II.

Der gute Hirt

Holzrelief, Beichtstuhl, der gute Hirt befreit das Schaf aus den Dornen, 

Glasfenster, Westruther Church, Schottland, Jeremia 23, 2024

Glasfenster in der Salisbury Cathedral, B16, Priesterweihe, 7. Mai 2006, 2023

Altarbild in Mannersdorf/Leithagebirge (B16, 16. Mai 2011)

Herz Jesu Bild des Guten Hirten mit Schaf auf Schulter, S. Maria in Vado, Ferrara

Guter Hirt auf der Kanzel in Enzersfeld, Niederösterreich

Guter Hirt in St. Wolfgang im Salzkammergut

Guter Hirte, St. Giles, Cambridge (Guter Hirtendienst, B16, 7.5.2006, anläßl. einer Priesterweihe)

Tabernakel in der Seitenkapelle des Stiftes Klosterneuburg

Wandmalerei über dem Sarkphag der Apostel Jakobus und Philippus, Rom

Glasfenster in Stokenchurch, England

Statue in der Mathiaskirche, Budapest

Glasfenster in der Rochester Cathedral

Statue in S. Maria della Pace, Rom

Mosaik in der Kathedrale von Aquileia

Mosaik im Mausoleum Galla Placidia, Ravenna

Glasfenster von Christopher Webb in der St Alban´s Cathedral 

Glasfenster im Kapuzinerkloster in Padua 


Samstag, 25. April 2026

Christus, den Herrn, der im Evangelium spricht - kommt, wir beten ihn an! Halleluja.

Markus 1

Anfang des Evangeliums Jesu Christi

Es gibt keine andere frohe Botschaft als die Jesu Christi. Sie ist Inbegriff der Botschaft und Inbegriff der Freude. In Jesus Christus fallen der Bote und die Botschaft zusammen. Er es der Meldende, der den Botenauftrag vom Vater erhält. Er ist auch der Inhalt der Meldung, das, was der Vater der Welt zu künden hat.
Sein ganzes Dasein, jede Faser, jede Sekunde ist Botschaft von Gott, Offenbarung des Vaters. Auch unser Leben soll täglich mehr zu einer Botschaft von Gott werden.
Weil Christus der Inbegriff der Botschaft Gottes ist, ist er unser Alles, der Inbegriff unseres Lebens. Ist er es? Was muß ich tun, damit er es werde. 
(Adrienne von Speyr, Markus, 12)

Evangelist Markus, Lindenholz, polychrom, um 1790


der auferstandene Herr, Kirchenmuseum Pilsen

Museum für Kirchenkunst, Pilsen

Freitag, 24. April 2026

Fidelis von Sigmaringen, Jurist, Ordensmann und Märtyrer

 

Fidelis von Sigmaringen, Wiener Kapuzinerkirche

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: der Treue, Zuverlässige (lat.)
Namenstage: Fidelis, Fidel, Fedele, Fidelio
Gedenktag: 24. April

Lebensdaten: geboren am 1. Oktober 1578 in Sigmaringen, gestorben am 24. April 1622 in Seewis, Graubünden

Lebensgeschichte: Markus Rey oder Roy war der Sohn eines Sigmaringer Gastwirts und Bürgermeisters und studierte in Freiburg Philosophie und weltliches sowie kirchliches Recht. Von 1604 bis 1610 bereiste er als Hofmeister des Freiherrn Wilhelm von Stotzingen Frankreich, Norditalien und die Niederlande und wurde nach seiner Rückkehr zum Doktor beiderlei Rechte promoviert. Durch die Protektion des Landesherrn von Hohenzollern-Sigmaringen erhielt er die einträgliche Stelle eines Gerichtsrats im elsässischen Ensisheim und machte sich als „Advokat der Armen“ einen Namen.

Die Misswirtschaft in der Verwaltung, Korruption und Fehlurteile vergällten ihm das Leben, weswegen er 1612, wie bereits zuvor sein Bruder, in den Kapuzinerorden eintrat und den Ordensnamen Fidelis annahm. Er wurde zum Priester geweiht, studierte Theologie und wurde von seinem Orden als Seelsorger und Klostergründer oder -vorsteher in der Schweiz und am Oberrhein eingesetzt. 1621 wurde er Guardian in Feldkirch.

Von dort aus versuchte Fidelis durch Predigt und Glaubensunterweisung, die zum Calvinismus übergetretenen Gläubigen zurückzugewinnen. Als österreichische Truppen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ins Prättigau einfielen und die Bevölkerung gewaltsam rekatholisierten, folgte ihnen Fidelis. Er wanderte von Ort zu Ort und predigte gegen die protestantischen Lehren, wobei er jede Gewaltanwendung im Glauben verurteilte. Das brachte ihm viele Erfolge und den Respekt auch seiner Widersacher ein.

Trotzdem fiel er einem Anschlag zum Opfer. Als er einer Einladung folgte, in Seewis zu predigen, provozierten calvinistische Bauern einen Tumult, machten Fidelis’ österreichische Eskorte nieder und erschlugen ihn.

Verehrung: Fidelis wurde zuerst neben der Kirche von Seewis begraben und später in der Kathedrale von Chur beigesetzt. 1729 wurde er als erster Märtyrer des Kapuzinerordens selig- und 1746 heiliggesprochen. Seine Hauptreliquie wird im Kapuzinerkloster Feldkirch aufbewahrt.

Darstellung: als Kapuzinerpater mit Schwert und einem nägelbeschlagenen Knüppel

Patron: von Feldkirch und Sigmaringen, von Hohenzollern und Vorarlberg, der (Erz-)Diözesen Freiburg und Feldkirch, der Juristen, vor Gericht, für die Ausbreitung des Glaubens, gegen Kopfschmerzen.
(bistumaugsburg)

Fidelis von Sigmaringen in der Innsbrucker Kapuzinerkirche, 2020

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Egbert von Irland.

Hauptaltar der Wiener Kapuzinerkirche, Mitte Franziskus vor Christus, links der hl. Fidelis,
rechts der hl. Josef von Leonissa, beide von Josef Baumgartner, 1759

Kapuzinerkirche hl. Maria zu den Engeln, Wien

Donnerstag, 23. April 2026

Adalbert von Prag - den Samen des Evangeliums mit seinem Blut getränkt

 

Skulptur des hl. Adalbert, Frantisek Ignac Platzer, um 1750
Museum für Kirchenkunst, Pilsen

Vojtech stammte aus dem Fürstengeschlecht der Slavnikiden in Böhmen und erhielt bei der Firmung den Namen des heiligen Firmspenders, Erzbischof Adalberts von Magdeburg. In der Magdeburger Domschule erzogen, wurde er 983 zweiter Bischof von Prag. Infolge seelsorglich-missionarischer und politischer Schwierigkeiten verließ er seinen Bischofssitz und wurde in Rom Benediktiner, wirkte jedoch später wieder in Prag und im Winter 996/997 als Missionar an der Weichselmündung. Hier erlitt er am 23. April 997 durch heidnische Preußen den Martertod. Grab zuerst in Gnesen, seit 1039 in Prag. (erzabteibeuron)

Gott, in deinem Auftrag
hat der heilige Bischof Adalbert

den Samen des Evangeliums ausgesät
und ihn mit seinem Blut getränkt.
Gib allen, die du zum Glauben berufen hast,
die Kraft unbeirrbarer Treue.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Fenster des hl. Adalbert im Prager Veitsdom 

Adalbert von Prag in der Grabeskirche des Apostels Bartholomäus auf der Tiberinsel

Hilfe in jeder Not - hl. Georg

 

Relief des hl. Georg, Pilsen um 1520, Lindenholz, polychrom
Museum für Kirchenkunst in Pilsen

Die kultische Verehrung in Lydda-Diospolis in Palästina seit dem 4. Jh. beweist das hohe Alter der Überlieferung vom Martertod des Heiligen. Die dortige Kirche ging in der Kreuzzugszeit 1191 unter. Die im Morgen- und Abendland verbreitete und überaus volkstümliche Verehrung beruht größtenteils auf Motiven der vielfältig und reich ausgestalteten Legende (besonders Drachenkampfmotiv).

Starker Gott,
am Gedenktag des heiligen Georg

preisen wir deine Macht.
Auf seine Fürsprache hin
stehe uns in jeder Not bei.
Hilf uns, deinem Sohn im Leiden nachzufolgen
und in der Kraft des Kreuzes das Böse zu besiegen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Georgstatue im Stephansdom, 2014

Georg mit Pferd, Zagreb, 2019 

Altarbild des hl. Georg in der Horner Georgskirche, 2020 

Georgsmosaik beim Eingang der Kölner Georgskirche, 2020

Sonntag, 19. April 2026

Bleibe bei uns, o Herr

 

Emmausjünger, Franziskanerkloster Maria Lankowitz

 

19. Auf die Bitte der Jünger von Emmaus, ,,bei” ihnen zu bleiben, antwortet Jesus mit einem viel größeren Geschenk: Durch das Sakrament der Eucharistie fand er Gelegenheit, ,,in” ihnen zu bleiben. Die Eucharistie empfangen bedeutet in tiefe Gemeinschaft mit Jesus eintreten. ,,Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch” (Joh 15, 4). Diese Beziehung eines zuinnersten, wechselseitigen ,,Verbleibens”, erlaubt uns in gewisser Weise, den Himmel auf der Erde vorwegzunehmen. Ist dies nicht das größte Verlangen des Menschen? Ist es nicht das, was Gott sich vorgenommen hat in der Verwirklichung seines Heilsplans in der Geschichte? Er hat in das Herz des Menschen den ,,Hunger” nach seinem Wort gelegt (vgl. Am 8,11), einen Hunger, der nur in der vollen Einheit mit ihm gestillt werden wird. Die eucharistische Gemeinschaft ist uns geschenkt, um uns auf dieser Erde an Gott zu ,,sättigen” in Erwartung der vollen Befriedigung im Himmel.
(aus dem APOSTOLISCHES SCHREIBEN MANE NOBISCUM DOMINE, Johannes Paul II.)

Emmaus

Malerei in St. Maria Magdalena, Völkermarkt (Emmausgebet von Benedikt XVI.) 

Emmaus im Heiligen Land (Benedikt XVI., 12. April 2012)

Tabernakelrelief in Pottenstein 

Glasfenster in Saint Pierre, Chartres (Benedikt XVI, Regina Coeli, 7. April 2008)

Glasfenster in Notre Dame de Chartres (Benedikt XVI., 11. April 2007, Generalaudienz)

Cambridge, Jesus College, Glasfenster (Balthasar, Licht des Wortes)

Glasfenster in St Alban´s Cathedral

Emmaus-Gang

Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum Krakau (Benedikt XVI., Regina Caeli, 7.4.2008)

Relief in Santo Domingo de Silos 

Wandteppich in Vatikanischen Museen (2)

Wandteppich (1) - Johannes Paul II., Mane nobiscum Domine)


Montag, 13. April 2026

Tag der Auferstehung

 

 

Tag der Auferstehung!
Licht laßt uns werden, ihr Völker!
Pascha des Herrn, Pascha!
Denn vom Tod zum Lebe
und von der Erde zum Himmel 
führte Christus, Gott,
uns hinüber,
die wir ein Siegeslied singen.

Reinigen laßt uns die Sinne
und schauen werden wir
im unzugänglichem Licht
der Auferstehung Christus;
wie er aufstrahlt
und wie er spricht: Freuet euch!,
werden deutlich wir vernehmen,
die wir ein Siegeslied singen.

Die Himmel sollen würdevoll
sich freuen,
die Erde soll jauchzen,
ein Fest soll feiern die Welt,
die sichtbare insgesamt
und die unsichtbare!
Denn Christus ist erstanden,
die ewige Freude.


Osterkanon des Johannes von Damaskus, 1. Ode; Anthologion III, 177,
in: Lothar Heiser, Jesus Christus, Das Licht aus der Höhe, 642 

Heute gedenkt die Kirche des hl. Papstes Martin I., das Evangelium schildert das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus.


Sonntag, 12. April 2026

In jeder polnischen Kirche mindestens ein barmherziger Jesus....

 

das verlorengegangene Schaf wird aus den Dornen befreit, Rymanov

Wieder möchte ich einer Seele, die entschlossen Heiligkeit anstrebt und auch Früchte, das heißt Nutzen aus der Beichte ziehen will, drei Worte anempfehlen.

Erstens - unbedingte Aufrichtigkeit und Offenheit. Auch der heiligste und klügste Beichtvater kann der Seele nicht mit Gewalt einflößen, was er möchte, wenn die Seele nicht aufrichtig und offen ist. Eine unaufrichtige, verschlossene Seele begibt sich im geistigen Leben in große Gefahren und Jesus selbst teilt sich einer solchen Seele nicht in höherem Maße mit, denn Er weiß, daß sie von diesen großen Gnaden keinerlei Nutzen davontragen würde.

Das zweite Wort - Demut. Die Seele nutzt das Bußsakrament nicht gebührend, wenn sie nicht demütig ist. Hochmut hält die Seele in Dunkelheit. Sie weiß nichts und will sich nicht gründlich in den Abgrund ihres Elends vertiefen; sie verstellt sich und meidet alles, was sie heilen sollte.

Das dritte Wort - Gehorsam. Eine ungehorsame Seele trägt keinen Sieg davon, sogar wenn Jesus Selbst ihre Beichte abnehmen würde. Der erfahrenste Beichtvater kann einer solchen Seele nicht helfen. Eine ungehorsame Seele begibt sich in großes Unglück, sie macht keinerlei Fortschritte in ihrer Vervollkommnung und kommt mit dem geistigen Leben nicht zurecht. Gott überhäuft die Seele mit Seinen Gnaden, aber die gehorsame Seele.
(Tagebuch der Schwester Faustyna, Nr. 113)


Jesus ich vertraue auf dich

Pfarrkirche von Rymanow zum hl. Laurentius

Montag, 6. April 2026

Emmausgebet von Papst Benedikt XVI.

Emmausjünger, St. Maria Magdalena, Völkermarkt

  

Herr Jesus Christus, Pilger von Emmaus,
der du aus Liebe mit uns unseren Weg gehst,
auch wenn wir aus Niedergeschlagenheit und Trauer
manchmal nicht erkennen, dass du bei uns bist.
Du bist der Ruf, der unseren Glauben belebt.
Du bist das Licht, das unsere Hoffnung reinigt.
Du bist die Kraft, die unsere Liebe entzündet.
Lehre uns, dich zu erkennen im Wort,
im Haus und am Tisch, wo das Brot des Lebens geteilt wird,
wie im großherzigen Dienst am leidenden Menschen.
Und wenn es dunkel wird, Herr, hilf uns zu sagen:
"Bleib bei uns". Amen.

(Papst Benedikt XVI., 8. September 2010)

Emmaus

Emmaus im Heiligen Land (Benedikt XVI., 12. April 2012)

Tabernakelrelief in Pottenstein 

Glasfenster in Saint Pierre, Chartres (Benedikt XVI, Regina Coeli, 7. April 2008)

Glasfenster in Notre Dame de Chartres (Benedikt XVI., 11. April 2007, Generalaudienz)

Cambridge, Jesus College, Glasfenster (Balthasar, Licht des Wortes)

Glasfenster in St Alban´s Cathedral

Emmaus-Gang

Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum Krakau (Benedikt XVI., Regina Caeli, 7.4.2008)

Relief in Santo Domingo de Silos 

Wandteppich in Vatikanischen Museen (2)

Wandteppich (1) - Johannes Paul II., Mane nobiscum Domine)

Samstag, 4. April 2026

Ich erwecke euch durch das Holz des Kreuzes

 

Gang Jesu in die Unterwelt, Völkermarkt, St. Maria Magdalena

 

Aus dem apokryphen Nikodemusevangelium über die Höllenfahrt des Herrn:

(......), streckte der König der Herrlichkeit seine rechte Hand aus, ergriff den Urvater Adam und richtete ihn auf. Dann wandte er sich auch zu den übrigen und sprach:

Her zu mir alle, die ihr durch das Holz, nach dem dieser griff, sterben mußtet! Denn seht, ich erwecke euch alle wieder durch das Holz des Kreuzes. 

Darauf ließ er sie alle hinaus. Und der Urvater Adam, dem man ansah, daß er voller Freude war, sprach: Ich danke deiner Majestät, Herr, daß du mich aus der tiefsten Unterwelt hinaufgeführt hast. Ebenso sprachen auch alle Propheten und Heiligen. Wir danken dir, Christus, Heiland der Welt, daß du unser Leben aus dem Verderben hinaufgeführt hast.

Als sie so gesprochen hatten, segnete der Heiland den Adam, indem er das Kreuzeszeichen auf seine Stirn machte. Und so tat er es auch bei den Patriarchen, Propheten, Märtyrern und Vorvätern. Dann stieg er mit ihnen aus der Unterwelt empor.

Während er ging, folgten ihm die heiligen Väter und stimmten den Lobgesang an: gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Alleluja! (Ps 118,26) Ihm gebührt Ehre und Lob von allen Heiligen.

(Schneemelcher, Neutestamentliche Apokryphen, Evangelien, 417) 

Gang Jesu in die Unterwelt

Der auferstandene Herr zeigt seiner Mutter die Erlösten, Adam und Eva; Diözesanmuseum Mallorca, Predigt von Eusebius Gallicanus

Glasfenster in der Kathedrale von Bourges, Jesu Gang in die Unterwelt, Predigt von Epiphanius

Mosaik, Christus holt Adam und Eva aus der Unterwelt, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau
Gebet zur Grabwache aus der orthodoxen Liturgie

Malerei im Limburger Dom

Relief, Christi Gang zu den Toten, Marienkirche, Krakau
Hymnus Osterzeit

Rijksmuseum, Amsterdam 

Glasfenster im Limburger Dom

Relief im All souls College, Oxford (Predigt Christi in der Unterwelt), Epiphanius

Malerei in der alten Kathedrale von Salamanca (Osterpredigt Meliton von Sardes)

Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

 

Grabwache, Völkermarkt, St. Maria Magdalena


V: Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

A: Er starb den Tod, den alle Menschen sterben.
V: Im Tod hat er den Tod vernichtet, das Leben neu geschaffen.
A: Er starb unseren Tod und schenkt uns sein Leben.
V: Lasst uns ihn besingen als Schöpfer und Herrn.
A: Jesus ruht im Grabe. Kommt wir beten ihn an!
V: Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser. A: wiederholen 2x
 


Als du hinab stiegst ins Totenreich, du unsterbliches Leben, da hast du den Tod getötet durch die Macht deiner Gottheit. Als du aber auch die Verstorbenen aus der Unterwelt auferweckt hast, da riefen alle himmlischen Mächte dir zu: Lebensspender, Christus, unser Gott, Ehre sei dir!

Totenklage um Jesus Herr, mein Erlöser, eine Totenhymne will ich dir singen, dir, der durch sein Grab mir den Zugang zum Leben eröffnet und durch den Tod den Tod getötet hat.

Erster Teil

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben.
Des Todes Reich vernichtest du, die Toten richtest du auf.

Wir preisen dich, Jesus, o König. Wir verehren dein Grab,
deine Leiden, durch die du uns vom Verderben errettet hast.

Einst hast du der Erde ihre Weite gegeben, heute wohnst du in der Enge des Grabes,
Jesus, Allherrscher, und erweckst aus den Grüften die Toten.

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben. Durch deinen Tod
hast du den Tod vernichtet und der Welt geöffnet die Quelle des Lebens.

Mit den Verbrechern wurdest du, Christus, für einen Verbrecher gehalten,
du, der uns alle von der alten Bosheit des Feindes zur Gerechtigkeit trug.

Der du freiwillig starbst und dich in die Erde legen ließest, mein Jesus,
Lebensspender, neu erwarbst du mir das Leben, mir, der an bitterer Sünde starb.

Als Sterblicher stirbst du freiwillig, o Heiland, als Gott hast du die Toten
erweckt aus den Grüften, aus dem Abgrund der Sünden.

Christus, das Leben, hat den Tod gekostet und die Sterblichen vom Tod
befreit und schenkt jetzt allen das Leben.

Wir besingen in Hymnen, Jesus, dich den Gott aller, mit dem Vater und
dem Geist und preisen dein heiliges Grab.

Wir preisen glückselig dich, heilige Gottesmutter;  und das Grab,
aus dem dein Sohn, unser Gott, am dritten Tage erstanden, verehren wir gläubig.

Zweiter Teil

Würdig ist es, dich den Spender des Lebens zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.

Würdig ist es, dich, den Schöpfer aller, zu preisen.
Denn durch dein Leiden sind wir von Leidenschaften befreit,
erlöst vom Verderben.

Im Grabe vernichtest du das Reich des Todes, Christus.
Im Tode tötest du den Tod, befreist vom Verderben die Menschen.

Es weint um dich, Jesus, deine Mutter Ströme von Tränen.
Da dein Leib ins Grab gelegt wurde, rief sie dir zu:
Wie du verheißen, mein Sohn, stehe auf!

Ein großes Geheimnis schauen wir jetzt.
Er, der das Leben ist, nahm willig den Tod auf sich
und erweckte zum Leben die Menschen, die aus Erde gebildet.

Mit Hymnen, Christus, verherrlichen wir alle jetzt dein Kreuz und dein Grab,
denn dadurch sind wir vom Tode befreit.

Würdig ist es, dich, den Spender des Lebens, zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.


Dritter Teil:
Alle Geschlechter bringen ein Lied deinem Grabe, mein Christus!

Vom Kreuz nimmt Joseph von Arimathäa dich herab und bestattet dich in einem neuen Grab.

Auf, alle Schöpfung, lasst Totenhymnen uns bringen dem Schöpfer!
Lebensspender, Erretter, Preis sei deiner Macht.
Denn du hast den Tod vernichtet.

Es stimmte an eine Klage ob deines Todes, o Wort, deine allreine Mutter.
O Licht meiner Augen, mein süßestes Kind,
wie wirst du von einem Grabe bedeckt?

Weine nicht, Mutter!
Adam und Eva, den Menschen, zu befreien,
dulde ich dies.

Ich preise, mein Sohn, dein großes Erbarmen,
mit dem du das alles geschehen lässt!

Erstehe, Spender des Lebens,
so spricht unter Strömen von Tränen, die Mutter, die dich geboren.

Erstehe eilends, nimm von ihr die Trauer und schenke denen,
die in Ehrfurcht deine Leiden verehren, die Vergebung ihrer Fehler.

Frieden schenk der Kirche und Heil deinem Volke durch deine Auferstehung.

O Dreiheit, Vater, Sohn und heiliger Geist, erbarm dich der Welt!
Alle Geschlechter bringen ein Lied, deinem Grabe, mein Christus!

Segen Der du die Enden der Erde zusammenhältst, du ließest dich einengen im Grab, um uns aus dem Tod zu retten und neues, unsterbliches Leben zu schenken. Durch dein unvorstellbares Hinabsteigen mit uns in den Tod, Christus unser Gott, erbarme dich unser und rette uns!