Samstag, 22. August 2026

Maria Königin - Die Zeugnisse der Väter und Päpste

 

Maria Königin, Bürgerspitalkirche, Waidhofen/Ybbs

 

I. Die Zeugnisse der Väter und Päpste

 8 Das christliche Volk hat auch in den vergangenen Jahrhunderten mit Recht geglaubt, dass diejenige, die den Sohn des Allerhöchsten gebar, der „im Hause Jakobs ewiglich herrschen wird" (5), als „Friedensfürst" (6), als „König der Könige und Herr der Herrsmer" (7), mehr wie jede andere Kreatur an Gnade und einzigartigen Privilegien empfangen hat. Er zog dabei die enge Verbindung in Betracht, welche die Mutter mit dem Sohn eint, und hat ohne Mühe die königliche Erhabenheit der Mutter Gottes über allem erkannt.

9 Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass die alten kirchlichen Schriftsteller sich auf das Wort des HI. Erzengels Gabriel stützten, der verkündete, dass der Sohn Mariens ewig herrschen wird (8), und auf das Wort Elisabeths, welche ehrfurchtsvoll begrüßend sie „die Mutter meines Herrn" (9) nannte und bereits Maria als die „Mutter des Königs", „die Mutter des Herrn" bezeichnete. Sie wiesen klar daraufhin, dass kraft königlicher Würde ihres Sohnes sie selbst eine besondere Größe und Erhabenheit besitze.

10 Auch St. Ephrem hat in der Glut seiner poetischen Inspirationen sie sprechen lassen: „Möge der Himmel mich umschirmen; denn ich bin mehr geehrt als er. In der Tat war nicht der Himmel Deine Mutter, Du hast ihn vielmehr zu Deinem Throne gemacht. Wie viel mehr ist die Mutter des Königs der Ehren und der Verehrung wert als sein Thron" (10), und an einer anderen Stelle bittet er sie mit den Worten: „Erhabene Jungfrau und Patronin, Königin, Herrin, bewahre mich, beschütze mich, damit der Satan, der Urheber alles Bösen, nicht über mich frohlocke und der böse Feind nicht über mich triumphiere" (11).

11 Der Hl. Gregor von Nazianz nennt Maria „die Mutter des Königs des Universums", „die jungfräuliche Mutter, die den König der ganzen Welt geboren hat" (12). Prudentius erklärt, „dass diese Mutter sich verwundert, Gott als Mensch geboren zu haben und selbst als obersten König" (13).

12 Diese königliche Würde der seligsten Jungfrau Maria ist klar und deutlich bezeichnet durch die, welche sie „Fürstin", „Herrin" und „Königin" nennen.

13 Schon in einer Homilie, die dem Origenes zugeschrieben wird, wird Maria von Elisabeth nicht allein „Mutter meines Herrn" genannt, sondern „meine Herrscherin" (14).

14 Die gleiche Idee leuchtet aus den folgenden Worten des HI. Hieronymus hervor, in welchen er unter den verschiedenen Deutungen des Namens Mariä zuletzt folgende aufführt: „Man muss wissen, das Maria auf Syrisch ,Herrscherin' bedeutet" (15). Nach ihm drückt der HI. Chrysologus den gleichen Gedanken in einer noch deutlicheren Weise aus: „Das hebräische Wort ,Maria' heißt auf Lateinisch ,Herrscherin'. Der Engel nennt sie ,Herrscherin', damit sie aufhören soll zu erbeben wie eine Dienerin, sie, welche die Autorität ihres Sohnes erlangt hat, zu gebären und Herrscherin genannt zu werden" (16).

15 Epiphanius, Bischof von Konstantinopel, sagt in seinem Schreiben an den Papst Hormisdas, dass man beten müsse, damit die Einheit der Kirche bewahrt bleibe „durch die Gnade der Heiligen und wesenseinen Dreifaltigkeit und durch die Fürsprache unserer Heiligen Herrin, der glorreichen Jungfrau Maria, der Mutter Gottes" (17).

16 Ein Autor der gleichen Zeit grüßt mit folgenden Worten die Heilige Jungfrau Maria, die zur Rechten Gottes sitzt, um sie zu bitten für uns zu beten: „Herrscherin der Sterblichen, Allerheiligste Mutter Gottes" (18).

17 Der Hl. Andreas von Kreta erkennt mehrmals der Jungfrau Maria die Würde der Königin zu; er schreibt z. B. „(Jesus) nimmt heute aus ihrer irdischen Wohnung die Königin des Menschengeschlechtes, seine immer jungfräuliche Mutter, in deren Schoß er, ohne aufzuhören Gott zu sein, menschliche Gestalt angenommen hat“ (19).

18 Und an anderer Stelle: „Königin des ganzen Menschengeschlechtes, im Sinne deines Namens in Wahrheit treu, welche, Gott allein aus" genommen, alles überragt" (20).

19 Der HI. Germanus grüßt mit diesen Worten die demütige Jungfrau: „Setze Dich nieder, O Herrin, Dir kommt es in Wahrheit zu, dass Du an hoher Stelle herrschest, da Du Königin bist und glorreicher als alle Könige" (21). Er nennt sie auch: „Herrscherin aller Bewohner der Erde" (22).

20 Der HI. Johannes von Damaskus gibt ihr den Namen „Königin, Patronin, Herrscherin“ (23) und selbst „Herrscherin aller Kreatur" (24). Ein alter Schriftsteller der orientalischen Kirche nennt sie „glückliche Königin", „ewige Königin beim König, ihrem Sohn", deren „Haupt, weiß wie Schnee, mit goldenem Diadem geschmückt ist" (25).

21 Schließlich vereint der Hl. IIdefons von Toledo fast alle ihre Ehrentitel in diesem Gruß: „O meine Herrin, oberste Herrscherin, Mutter meines Herrschers, du regierst über mich ...Herrscherin unter den Dienern, Königin unter deinen Schwestern" (26).

22 Diesen und anderen ähnlichen und unzähligen Zeugnissen, die bis in die Frühzeit hinaufreichen, haben die Theologen der Kirche die Lehre entnommen, nach der sie die Allerseligste Jungfrau, Königin aller Kreaturen, Königin der Welt, Herrscherin des Universums nennen.

23 Die obersten Hirten der Kirche haben es als ihre Pflicht erachtet, durch ihre Anregungen und Predigten die Frömmigkeit des christlichen Volkes gegenüber seiner himmlischen Mutter und Königin zu billigen und zu ermutigen. Erinnern Wir noch, um nicht die Dokumente der letzten Päpste zu erwähnen: Seit dem 7. Jahrhundert nennt Unser Vorgänger, der Hl. Martin I., Maria „Unsere glorreiche Herrscherin und immerwährende Jungfrau" (27). Der HI. Agathon sagt von ihr in seinem Synodalschreiben an die Väter des 6. Ökumenischen Konzils: „Unsere Herrscherin, wahrhaft Gottesmutter im eigentlichen Sinne". (28) Im 8. Jahrhundert gibt Gregor II. in seinem Brief an den Patriarchen St. Germanus, der unter dem Beifall aller Väter des 7. Ökumenischen Konzils verlesen wurde, ihr den Titel: „Universale Herrscherin und wahrhafte Mutter Gottes" und „Herrscherin aller Christen" (29).

24 Wir erinnern schließlich noch daran, dass Unser Vorgänger unvergesslichen Angedenkens, Sixtus IV., mit Eifer die Lehre der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau in seinem Apostolischen Brief „Cum praeexcelsa" (30) erwähnt und damit beginnt, Maria „die Königin der Himmels und der Erde" zu nennen, sowie bekräftigt, dass der oberste König ihr gewissermaßen seine Vollmacht übertragen habe (31).

25 Darum fasst der Heilige Alphons von Liguori alle die Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte zusammen und schreibt mit großer Verehrung: „Da die Jungfrau Maria zu dieser so großen Würde der Mutter Gottes erhoben wurde, hat die Kirche ihr mit gutem Recht den Titel der Königin zuerkannt" (32).
(aus dem 
Rundschreiben “AD CAELI REGINAM” unseres Heiligen Vaters Pius XII., 11.10.1954)



Marienkrönung von Veit Stoß in der Krakauer Marienkirche, P. Benno Mikocki über die Rosenkranzkönigin

Maria, Königin der Engel im Nationalmuseum Warschau, Homilie von Amadeus von Lausanne 

Krönung Mariens, Walsingham, anglik., (B16 Angelus, 22. August 2010)

Krönung Mariens, Relief auf dem Altar vor dem Dreikönigsschrein in Köln (B16, Generalaudienz 2012)

Schutzmantelmadonna durch Engel gekrönt, Stiftskirche Rein

Der Thron für die Königin in der Stiftskirche Rein

Glasfenster im Konstanzer Dom

Krönung Marias in der Sakristei der Kathedrale von Burgos

Altarbild der Krönung Marias in der Kirche der Barmherzigen Brüder in Wien (Amadeus von Lausanne, Lesehore) 

Malerei der Krönung Marias in S. Maria Maggiore, Rom 

Fliesenmosaik vor der Jakobuskathedrale in Jerusalem (H. U. v. Balthasar, Vollmacht der Königin)

Kuppelfresko der Krönung von Rottmayr, Wiener Peterskirche 

und nochmal das Kuppelfresko 

Altarbild der Marienkrönung in der Wiener Dominikanerkirche

Mosaik in der Rosenkranzbasilika in Lourdes (Pius XII. über die Einführung des Festes Mariä Königin) 

Marienkrönung, Schnatterpeck-Altar in Lana, Südtirol (Küng, Königin der Familien)

Maria als Königin, Maria Empfängnis, Weerberg, Tirol, (Weihegebet Maximilian Kolbe) 

Relief vom Altar im Kölner Dom (Benedikt XVI., Maria Königin, 2012)



Bürgerspitalkirche zur hl. Katharina in Waidhofen/Ybbs

Auch meine Mutter

 

Krönung Marias, mit Aposteln, Heiligen und dem Schmerzensmann "vir dolorum",
Jacopo di Cione, um 1375, Pinakothek der Vatikanischen Museen

Gott, du hast die Mutter deines Sohnes
auch uns zur Mutter gegeben.
Wir ehren sie als unsere Königin
und vertrauen auf ihre Fürsprache.
Lass uns im himmlischen Reich
an der Herrlichkeit deiner Kinder teilhaben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Freitag, 21. August 2026

Das (leere) Grabmal von Pius X. in Riese, Gotteshaus und Gottesdienst

 

St Matthäus, Riese, Heimatkirche von Pius X.

Da es Unser lebhafter Wunsch ist, daß der wahre christliche Geist in jeder Weise wieder aufblühe und sich bei allen Gläubigen erhalte, so ist es notwendig, zu allererst für die Heiligkeit und Würde des Gotteshauses zu sorgen.
Im Gotteshaus versammeln sich die Gläubigen, um diesen Geist aus seiner ersten und unentbehrlichen Quelle zu schöpfen, nämlich durch die tätige Teilnahme an den hochheiligen Geheimnissen und an den öffentlichen und feierlichen Gebeten der Kirche.

Nichts darf im Hause Gottes geschehen, was die Frömmigkeit und Andacht der Gläubigen stören oder auch nur vermindern könnte.
Vergebens ist die Hoffnung auf den reichen Segen des Himmels, wenn unsere Ehrerbietung gegen den Allerhöchsten anstatt im Geruche der Lieblichkeit emporzusteigen, im Gegenteil dem herrn die Geißeln in die Hand drückt, mit denen der göttliche Erlöser einmal die unwürdigen Tempelschänder verjagt hat.

P. Justinus Albrecht, Der heilige Pius X., 1954, S 100.

ursprüngliche Grabmal von Pius X im Petersdom, S. Matteo di Riese

„Im ehrfurchtsvollen Schweigen der Vatikanischen Grotten bargen diese Grabmarmore von 1914 bis 1945 den verehrten Leichnam des heiligen Pius X. – als universales Zeugnis der Gebete, die voller Vertrauen an diesem heiligen Grab niedergelegt wurden. Die väterliche Güte des Heiligen Vaters Johannes XXIII. wollte, dass dieses Grabmal dieser Pfarrei geschenkt wurde.“



hinter dem Altar ist das leere Grabmal, S. Matteo di Riese



Büste in Riese
, über die Mitarbeit der Laien, 2024

Heimatkirche von Pius X. in Riese, 2021

Glasfenster im Kölner Dom, Frühkommunion Quam singulari, 2019

Pius X. über Maria, zur unbefleckten Empfängnis (Lourdes), 2018

Gemälde in Castel Gandolfo, Pius X. an die Priester über Gebet und Heiligkeit, 2017

Am Grab von Pius X. im Petersdom - Vorhersage des Krieges, 2015

Marmorstatue im Petersdom, Benedikt XVI. über Pius X., 2013

Wie es zur Frühkommunion der Kinder kam, 2013

Donnerstag, 20. August 2026

Umarmt durch den Gekreuzigten (Bernhard von Clairvaux)

Der heilige Bernhard von Clairvaux zeigte während seines Aufenthalts in Wertheim auf seiner Pilgerreise eines Tages nach einer Wildnis des Taubertals und sprach: „Auch dort wird ein Kloster meines Ordens gegründet werden.“ Noch zu seinen Lebzeiten ging diese Weissagung des berühmten Abtes in Erfüllung, weil einige fränkische Edelleute beschlossen hatten, ein Zisterzienserkloster zu stiften. Als sie hierfür im stillen Taubertal einen geeigneten Platz suchten, erhoben sich plötzlich aus jener Gegend drei weiße Lerchen, ihr Morgenlied zwitschernd. Die Stifter erblickten hierin einen Fingerzeig Gottes und bauten an der so bezeichneten Stelle die Abtei Bronnbach. In das Wappen derselben wurde eine der Lerchen aufgenommen. Sie ruht auf den Händen des Jesuskindes, das auf dem Schoß seiner Mutter sitzt.
(Quelle)

ehemalige Zisterziensterabteikirche Bronnbach Mariä Himmelfahrt

links Judas Thaddäusaltar, rechts Bronnbacher Amplexus Bernhardsaltar

Der Bronnbacher Amplexusaltar zeigt den heiligen Bernhard von Clairvaux, wie er kniend den gekreuzigten Christus anbetet. Bernhards Devotion findet Antwort in der Umarmung durch den Gekreuzigten. Christus hat seine Arme vom Querholz gelöst, beugt sich vom Kreuz herab und zieht den Betenden an sich. Bernhard nimmt die Geste auf, öffnet die Arme, um den Herrn zu empfangen. 

Der Bronnbacher Altar ist ungewöhnlich: Christus und Bernhard umarmen sich tatsächlich körperlich, während bei anderen fränkischen Amplexus-Darstellungen Christus sich lediglich vom Kreuz herabbeugt.


Dom Menardus, einst Abt von Mores, Tochterkloster von Clairvaux, ein tiefgläubiger Mann, erzählte seinen Mitbrüdern eine wunderhafte Begebenheit gleichsam wie über einen anderen; wir aber glauben, dass sie ihm selbst widerfahren ist.
Er berichtete Folgendes: Ich kenne einen Mönch, der einmal den seligen Abt Bernhard in der Kirche allein betend fand. Während er hingestreckt vor dem Altar lag, erschien ihm dort ein Kreuz mit seinem Gekreuzigten (crux cum suo crucifixo), das vor ihm über dem Boden aufgerichtet war, welches der hochselige Mann mit größter Andacht anbetete und küsste.
Da löste die Herrlichkeit selbst (ipsa maiestas) ihre Arme von den Enden des Kreuzes und schien den Knecht Gottes zu umarmen und an sich zu ziehen (videbatur Dei famulum amplecti atque astringere sibi). 

Erst schaute der Mönch eine Weile zu, starr vor großem Staunen und wie außer sich. Er fürchtete aber,
den heiligen Vater zu verletzten, wenn er ihn wie einen Beobachter seiner Geheimnisse in nächster Nähe lauern sähe. So zog er sich schweigend zurück, denn er erkannte und verspürte von diesem Heiligen, dass sein ganzes Beten und Leben wahrhaft über dem Menschen stehe.
Vision Bernhards in: Conrad von Eberbach, Gründungsgeschichte des Zisterzienserordens, zit. Geist und Leben 81/2 (2008), 140.


Wunderbar, Herr Jesus,
ist Dein Leiden,
das die Leiden von uns allen
abgewehrt hat,
das sich allen unseren Schlechtigkeiten
gnädig zeigte
und gegen keine Seuche,
die uns jemals befallen könnte,
unwirksam erscheint.
Was ist denn so des Todes würdig,
dass es nicht durch Deinen Tod
getilgt würde?


Traugott Ohse, Voll Güte bist du, Herr, Beten mit Bernhard von Clairvaux


Blick vom Kreuzgang auf die Klosterkirche


Orangerie

Kanzelfigur im Neuberger Münster, für vollkommen darf gelten, 2025

Figur am Eingang der Stiftskirche Rhein, Süß ists o Jesus denken dein, 2021

Bernhard und Maria in der Stiftskirche Schlierbach, B16, 21.10.2009, 2019

Bernhardsaltar in der Stiftskirche Rein, monstra esse matrem 

Amplexus in der Zisterzienserabtei Zirc, 2018

Bernhard feiert die Hl. Messe und hilft Armen Seelen, Tre Fontane, Rom, 2017 

Bernhard in Clairvaux, 2017 

Barocker Bilderzyklus im Heiligenkreuzer Kreuzgang, 2016

Bernhardsaltar in der Heiligenkreuzer Stiftskirche, zum zweiten, handle nun Herr, 2015

Bernhardsaltar in in der Heiligenkreuzer Stiftskirche, zum ersten, 2014 mit Bernhard und Benediktstatue im Eingang der Kirche