Dienstag, 15. Juni 2021

Veit, ein jugendlicher Märtyrer

 

Schottwien, zum hl. Veit

Im Veitsdom und anderswo

Märtyrer
Namensdeutung: „aus Bithynien“ (thrakisch) oder „aus Holz, aus dem Wald“ (althochdt.)
Namenstage: Vitus, Veit, Vito, Vít, Vid, Guy
Gedenktag: 15. Juni

Lebensdaten: geboren in Mazara, Sizilien, gestorben um 304 in Lukanien (Süditalien)

Lebensgeschichte und Legende: Vitus erlitt 304 unter Kaiser Diokletian das Martyrium, als er gerade sieben, anderen Quellen nach zwölf Jahre alt war. Er wurde von seiner Amme Crescentia und deren Mann Modestus christlich erzogen und nach Lukanien verbracht, weil sein Vater davon erfahren hatte und ihn umzubringen drohte.

Vitus konnte Wunder wirken, weshalb ihn Kaiser Diokletian nach Rom befahl, um seinen besessenen Sohn zu heilen. Nachdem es Vitus gelungen war, den sich in Krämpfen windenden Knaben von einem Dämon zu befreien, forderte der undankbare Herrscher dennoch von ihm das heidnische Opfer. Als Vitus sich weigerte, ließ der Kaiser ihn den Löwen vorwerfen, doch diese leckten ihm bloß die Füße. Schließlich wurde er zusammen mit seinen Erziehern in siedendes Öl geworfen.

Sie starben aber in Lukanien, wohin sie Engel gebracht hatten und wo eine fromme Witwe namens Florentia sie bestattete.

Verehrung: Vitus ist einer der volkstümlichen Heiligen und zählt zu den 14 Nothelfern. Seine Verehrung beginnt Ende des 4. Jahrhunderts und breitete sich im 8. und 9. Jahrhundert über die Abteien Saint-Denis bei Paris und Corvey über Nord- und Osteuropa aus. Der Veitsdom in Prag wurde zur Aufbewahrung seiner Hauptreliquie gebaut.

Seine Verehrung steht im Zusammenhang mit der im späten Mittelalter epidemisch auftretenden „Tanzwut“ (Choreomania), auch „Veitstanz“ genannt, bei der Menschen bis zur Erschöpfung tanzten und ihnen Schaum aus dem Mund trat. Die Erkrankten wurden 1418 zum Beispiel von Straßburg aus zur St. Veitskapelle bei Zabern gebracht, wo sie bei der Andacht Linderung ihrer Symptome erfuhren.

Darstellung: als Knabe in vornehmer Kleidung mit Hut, seiner Amme und seinem Lehrer, mit Buch, Hahn, Löwe, Adler, Hase, Brot, oder im Kessel

Patron: von Niedersachsen, Sachsen, Pommern, Böhmen, Rügen, Sizilien, Prag, Mönchengladbach, Ellwangen, der Jugend, Lahmen, Gehörgeschädigten, Gastwirte, Apotheker, Winzer, Schauspieler, Bierbrauer, Bergleute, Schmiede, Haustiere, Hunde, des Geflügels, der Quellen, Helfer zur Bewahrung der Keuschheit, gegen Tollwut, Epilepsie, Besessenheit, Hysterie, Krämpfe, Augen- und Ohrenkrankheiten, Bettnässen, Blitz, Unwetter, Feuersgefahren, Unfruchtbarkeit, für eine gute Aussaat und Ernte
bistumaugsburg

ora pro nobis

Guten Morgen

 


Sonntag, 13. Juni 2021

Antonius von Padua

Antoniusaltar in der Franziskanerkirche in Hall in Tirol

 

 

Einmal, als dein Beten währte,
da erschien dir  als Gefährte,
Jesus Christ als kleines Kind.


Heiliger Antonius, bitte für uns!

Der Mann weiß nicht, wie

 


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 4

In jener Zeit
sprach Jesus zu der Menge:
26 Mit dem Reich Gottes ist es so,
wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
27 dann schläft er und steht wieder auf,
es wird Nacht und wird Tag,
der Samen keimt und wächst
und der Mann weiß nicht, wie.
28 Die Erde bringt von selbst ihre Frucht,
zuerst den Halm,
dann die Ähre,
dann das volle Korn in der Ähre.
29 Sobald aber die Frucht reif ist,
legt er die Sichel an;
denn die Zeit der Ernte ist da.


Samstag, 12. Juni 2021

Vater, du hast der sel. Jungfrau Maria ein kluges und verständiges Herz geschenkt

 

In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade gebührend zu preisen.

Denn du hast der seligen Jungfrau Maria
ein kluges und verständiges Herz geschenkt,
bereit, auf dich zu hören
und deinen Weisungen in allem zu folgen;
ein neues und mildes Herz,
in das du selbst
das Gesetz des Neuen Bundes geschrieben hast;

ein schlichtes und reines Herz,
mit dem sie als Jungfrau deinen Sohn empfing
und mit dem sie dich schauen darf
in ewiger Freude;
ein waches und starkes Herz,
das das Schwert des Leidens furchtlos ertrug
und die Auferstehung des Sohnes gläubig erwartete.

Darum rühmen wir dich mit allen Chören der Engel....
(Präfation Unbeflecktes Herz Mariä)


Altar der Pieta, Maria Moos, Zistersdorf

Unbeflecktes Herz Mariä - bitte für uns

 

Litanei zum Unbefleckten Herzen Mariens

V/A: Herr, erbarme dich unser

V/A: Christus, erbarme dich unser

V/A: Herr, erbarme dich unser 

V: Christus, höre uns

A: Christus, erhöre uns

V: Gott, Vater vom Himmel - A: erbarme dich unser

V: Gott Sohn, Erlöser der Welt - A: erbarme dich unser

V: Gott Heiliger Geist - A: erbarme dich unser

V: Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott - A: erbarme dich unser

V: Herz Mariä - A: bitte für uns

V: Herz nach Gottes eigenem Herzen
V: Herz, mit dem Herzen Jesu vereint
V: Herz, Tempel des Heiligen Geistes
V: Herz Mariä, Schrein der Dreieinigkeit

V:
Herz Mariä, Heimat des Wortes
V: Herz Mariä, unbefleckt in deiner Erschaffung
V: Herz Mariä, überfließend von Gnade
V: Herz Mariä, gesegnet vor allen Herzen

V:
Herz Mariä, Thron der Herrlichkeit
V: Herz Mariä, Abgrund der Demut
V: Herz Mariä, Opfer der Liebe
V: Herz Mariä, ans Kreuz genagelt

V:
Herz Mariä, Trost der Trauernden
V: Herz Mariä, Zuflucht der Sünder
V: Herz Mariä, Hoffnung der Sterbenden
V: Herz Mariä, Sitz der Barmherzigkeit

V: O Du Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt - A: verschone uns, o Herr

V: O Du Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt - A: erhöre uns, o Herr

V: O Du Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt - A: erbarme Dich unser

V: Unbeflecktes Herz Mariä, milde und demütig von Herzen

A: Bilde unser Herz nach dem Herzen Jes.

Lasset uns beten: Barmherziger Gott, du hast für das Heil der Sünder das Unbefleckte Herz  Mariens dem Herzen Jesu an Zartheit und Erbarmen gleichförmig gemacht. Gib, dass wir, die wir ihres lieblichen und liebenden Herzens gedenken, durch ihre Verdienste und Fürsprache immer in Gemeinschaft mit den Herzen der Mutterund des Sohnes leben. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. A: Amen.

Freitag, 11. Juni 2021

Jesus ist im heiligen Tabernakel


 

Seine Pfarreimitglieder belehrte der heilige Pfarrer vor allem mit dem Zeugnis seines Lebens. Durch sein Vorbild lernten die Gläubigen zu beten und für einen Besuch beim eucharistischen Jesus gern vor dem Tabernakel zu verharren.[12] „Es ist nicht nötig, viel zu sprechen, um gut zu beten“, erklärte ihnen der Pfarrer. „Man weiß, daß Jesus dort ist, im heiligen Tabernakel: Öffnen wir ihm unser Herz, freuen wir uns über seine heilige Gegenwart. Das ist das beste Gebet.“[13] Und er ermunterte sie: „Kommt zur Kommunion, meine Brüder, kommt zu Jesus. Kommt, um von ihm zu leben, damit ihr mit ihm leben könnt…“[14] „Es stimmt, daß ihr dessen nicht würdig seid, aber ihr habt es nötig!“[15] Diese Erziehung der Gläubigen zur eucharistischen Gegenwart und zum Kommunionempfang wurde besonders wirkkräftig, wenn die Gläubigen ihn das heilige Meßopfer zelebrieren sahen. Wer ihm beiwohnte, sagte, daß „es nicht möglich war, eine Gestalt zu finden, welche die Anbetung besser ausgedrückt hätte … Er betrachtete die Hostie liebevoll“.[16] „Alle guten Werke zusammen wiegen das Meßopfer nicht auf, denn sie sind Werke von Menschen, während die heilige Messe Werk Gottes ist“[17], sagte er. Er war überzeugt, daß von der Messe der ganze Eifer eines Priesterlebens abhängt: „Die Ursache der Erschlaffung des Priesters liegt darin, daß er bei der Messe nicht aufmerksam ist! Mein Gott, wie ist ein Priester zu beklagen, der so zelebriert, als ob er etwas Gewöhnliches täte!“[18] Und er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, bei der Zelebration immer auch das eigene Leben aufzuopfern: „Wie gut tut ein Priester, wenn er Gott allmorgendlich sich selbst als Opfer darbringt!“[19]

aus dem SCHREIBEN VON PAPST BENEDIKT XVI. ZUM BEGINN DES PRIESTERJAHRES
ANLÄSSLICH DES 150. JAHRESTAGES DES "DIES NATALIS" VON JOHANNES MARIA VIANNEY, 16. Juni 2009

Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen

 

Herz-Jesu-Statue im Dom zu Fulda

Mittwoch, 9. Juni 2021

Gaudi und die Sagrada Familia

 

die sagrada familia

Antonio Gaudí y Cornet, Architekt. Antonio Gaudí wurde 1852 in Katalonien als Sohn eines Kupferschmiedes geboren. 1878 schloss er sein Studium der Architektur ab und war schon bald ein gefeierter Architekt, der viele jener Bauten schuf, die bis heute das Stadtbild Barcelonas prägen. Dabei entwickelte Gaudí seine eigentümliche stilistische Vielfalt, indem er gotische und maurische Elemente verband.

Antonio Gaudí lebte ehelos und führte ein tief religiöses Leben. Besonders verehrte er die Muttergottes und dekorierte seine Wohnhäuser mit Versen aus Marienliedern oder dem Ave Maria. Während einer schweren Krankheit in Jugendjahren wurde ihm durch eine Vision die Herrlichkeit der Schöpfung Gottes bewusst, sodass er fortan versuchte, in seinen Bauwerken die Natur als Abbild der göttlichen Schönheit einzubeziehen. Sein Motto lautete: „Ich bin kein Künstler. Ich führe nur das Werk Gottes fort.“ 

Die Errichtung der riesigen Sühnekirche „Sagrada Familia“ in Barcelona war ihm das größte Anliegen. Den Auftrag dazu hatte er bereits 1884 im Alter von nur 32 Jahren erhalten, der Kirche widmete er praktisch sein ganzes Leben. Er wurde 1926 auf dem täglichen Weg zu der Großbaustelle, in deren Nähe er wohnte, von einer Straßenbahn angefahren. Drei Tage später, am 10. Juni 1926, erlag er seinen Verletzungen. Zehntausende Menschen geleiteten den Sarg von Antonio Gaudí zu seiner letzten Ruhestätte in der Krypta der Sagrada Familia. Sofort nach seinem Tod setzte die Verehrung ein. Seiner Fürbitte werden auch zahlreiche Heilungen zugeschrieben. Der Seligsprechungsprozess ist seit 2002 auf diözesaner Ebene abgeschlossen.
(Martyrologium Sancrucense)

Die Sagrada Familia im Weitwinkel












Heinrich von Bozen, ein betender Familienvater

 

Reliquienschrein des sel. Heinrich von Bozen im Bozener Dom

 

Heinrich von Bozen, Taglöhner, Familienvater. Heinrich wurde um 1250 in Bozen geboren, war verheiratet und arbeitete zeit seines Lebens als Taglöhner. Durch Hilfsarbeiten verdiente er den Lebensunterhalt für sich und seine Familie.
Heinrich hatte nie eine Schule besucht und konnte nicht lesen. Umso intensiver besuchte er in Treviso, wohin er mit seiner Frau und seinem Sohn übersiedelt war, täglich mehrere Messen und lernte auf diese Weise den Glauben der Kirche immer besser kennen. Heinrich lebte in großer Frömmigkeit und Abtötung. Am liebsten hielt er sich in den Kirchen auf, in einen Winkel gedrückt, wo er den Rosenkranz durch seine Finger gleiten ließ. Er besuchte jeden Tag alle Gotteshäuser von Treviso. Fand er eines geschlossen, so kniete er sich vor dem Portal nieder und betete mit Inbrunst. Das Volk verehrte Heinrich schon zu Lebzeiten als Heiligen.
Nach seinem Tod am 10. Juni 1315 geschahen schon während des Requiems im Dom zu Treviso die ersten Wunder, sodass bald ein Pilgerstrom zu seinem Grab einsetzte. 1381 wurden seine Reliquien erhoben, 1750 bestätigte Benedikt XIV. seinen Kult, 1870 errichtete man zu Ehren des Seligen eine Kirche in Bozen.
(Martyrologium Sancrucense)


Dom zu Bozen

Dienstag, 8. Juni 2021

Deocar / Deochar, Abt

 

links: Karl der Große beichtet beim hl. Deocar; rechts: der Tod des hl. Deocar, St. Lorenz, Nürnberg

 

Deocar war der erste Abt der Benediktinerabtei Herrieden, früher Hasareode, in Mittelfranken im Bistum Eichstätt. Im Jahr 819 war der an der Übertragung der Gebeine von Bonifatius nach Fulda beteiligt.
Nach seinem Tod wurde Deocar 830 in Herrieden beigesetzt; nachdem Kaiser Ludwig der Bayer 1316 die Abtei eingenommen hatte, erhob er Deochars Gebeine und schenkte einen großen Teil der Reliquien der Reichsstadt Nürnberg, wo sie zunächst in der Deocar-Kapelle in St. Lorenz beigesetzt wurden. Im Jahr 1845 gelangten die Gebeine dann alle in den Dom von Eichstätt. Der Gedenktag des Abtes ist der 7. Juni.
In St. Lorenz in Nürnberg kann noch heute der berühmte Deocharus-Altar bewundert werden.
(Schauber, Schindler - Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, 279f)


Deocaraltar in St. Lorenz, Nürnberg, 1437

Heiliger Deocar, bitte für uns!


Blick auf den Deocar-Altar, St. Lorenz, Nürnberg