Samstag, 27. Juni 2026

Hemma von Gurk, Gründungsmutter von Admont

 

Stiftskirche Admont

Stifterin
Namensdeutung: von Wilhelma: Helm und Schutz (althochdeutsch)
Namenstage: Hemma, Emma, Emmi, Wilhelma, Helma
Gedenktag: 27. Juni

Lebensdaten: geboren um 995 in Kärnten, gestorben am 29. Juni 1045 in Gurk

Lebensgeschichte: Hemma stammte von den bayerischen Luitpoldingern ab, einer der führenden und reichsten Adelsfamilien, und kam in Kärnten zur Welt, wo ihre Familie ausgedehnte Ländereien besaß. Um 1010 wurde sie mit Wilhelm, Graf von Friesach und Markgraf im Sanntal, verheiratet.

1036 wurde ihr Mann als Konkurrent des Kärntner Herzogs ermordet, und auch ihre Söhne soll sie auf gewaltsame Weise verloren haben. Der Legende nach wurden ihre Söhne bei einem Aufstand von Knappen erschlagen, und ihr Mann hatte die Aufständischen so hart bestrafen lassen, dass Hemma ihn zur Buße auf Pilgerfahrt nach Rom schickte, von der er nicht mehr lebend zurückkehrte.

Hemma gründete auf ihren Besitztümern in Kärnten, der Steiermark, im heutigen Slowenien und in der Krain etliche Kirchen, legte mit der Übertragung reicher Güter den Grundstein für das spätere Stift Admont und errichtete 1043 in Gurk ein Frauenkloster, in dem sie bis zu ihrem Tod am 29. Juni 1045 auch lebte.

Legende: Als die Bauarbeiter des Klosters Gurk sich über zu wenig Lohn beschwerten, ließ Hemma jeden aus einem Geldbeutel greifen, so viel er mochte. Die Arbeiter konnten genau so viel fassen, wie sie auch vorher schon bekommen hatten, alles andere entglitt ihren Fingern.

Verehrung: 1174 wurden Hemmas Gebeine in die Krypta des Gurker Doms erhoben, 1287 wurde ihr Grab feierlich geöffnet – damit war sie als Selige anerkannt. Besonders verehrt wurde Hemma von den Krainern und Slowenen, die große Wallfahrten zu ihrem Grab veranstalteten. Ab 1745 wurde ihr Gedenktag am 27. Juni begangen, bis 1938 endlich ihre Verehrung als Heilige von Papst Pius XI. bestätigt wurde.

Darstellung: als vornehme Dame mit Urkunde, Rose oder Kirchenmodell

Patronin: von Kärnten, des Bistums Gurk-Klagenfurt, Helferin bei Augenleiden, Krankheit, für eine glückliche Geburt und bei Kinderwunsch

Altar der hl. Hemma in der Stiftskirche Admont


auf dem Weg dorthin

Cyrill von Alexandrien gegen Nestorius

Cyrill von Alexandrien, Verurteilung des Nestorius
Nikolauskirche in Prag

 

Cyrill von Alexandrien spielte eine entscheidende Rolle im theologischen Streit mit Nestorius. Sein wichtigster Beitrag bestand darin, die Lehre von der Einheit der Person Christi zu verteidigen und damit die spätere christologische Lehre der Kirche maßgeblich zu prägen.

Zusammengefasst hat Cyrill gegenüber Nestorius Folgendes geleistet:

  • Verteidigung der Einheit Christi: Cyrill betonte, dass Jesus Christus eine einzige Person ist, in der göttliche und menschliche Natur untrennbar vereint sind. Nestorius sprach dagegen so stark von der Unterscheidung der beiden Naturen, dass es den Eindruck erweckte, Christus bestehe aus zwei getrennten Personen.
  • Verteidigung des Titels „Gottesgebärerin“ (Theotokos): Nestorius wollte Theotokos für Maria ablehnen und bevorzugte den Titel „Christusgebärerin“. Cyrill argumentierte, dass Maria den menschgewordenen Sohn Gottes geboren habe und deshalb zu Recht „Gottesgebärerin“ genannt werde. Dabei ging es weniger um Maria als um die Frage, wer Christus ist.
  • Formulierung der „Zwölf Anathematismen“: Cyrill verfasste zwölf Lehrsätze, in denen er zentrale Aussagen gegen die Lehre des Nestorius formulierte. Diese wurden zu einem wichtigen Maßstab in der christologischen Auseinandersetzung.
  • Führende Rolle auf dem Konzil von Ephesus (431): Auf dem Konzil von Ephesus leitete Cyrill den theologischen Kampf gegen Nestorius. Das Konzil verurteilte die Lehre des Nestorius und bestätigte den Titel „Theotokos“ für Maria.
  • Nachhaltiger Einfluss auf die Christologie: Cyrills Verständnis der Einheit Christi wurde später auf dem Konzil von Chalkedon aufgegriffen. Dort wurde formuliert, dass Christus eine Person in zwei Naturen ist – wahrer Gott und wahrer Mensch.

Kurzfazit:
Cyrill von Alexandrien setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Kirche Christus als eine Person mit göttlicher und menschlicher Natur verstand. Durch seine Argumentation, seine Schriften und seinen Einfluss auf das Konzil von Ephesus wurde die Lehre des Nestorius verworfen und die Grundlage der klassischen christlichen Christologie gelegt.

(chatgpt) 

Cyrill von Jerusalem in der Cappella Paolina, S. Maria Maggiore, Cyrill von Alexandrien im rechten Bogen, Katechese von Papst Benedikt XVI.

 

Nikolauskirche in Prag, mala strana

Freitag, 26. Juni 2026

Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen

 

Grabeskapelle des hl. Pater Pio in der Krypta der Kirche des hl. P. Pio
Chiesa di San Pio da Pietrelcina

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 8

Als Jesus von dem Berg herabstieg,
folgten ihm viele Menschen nach.
Und siehe, da kam ein Aussätziger,
fiel vor ihm nieder
und sagte: Herr, wenn du willst,
kannst du mich rein machen.
3 Jesus streckte die Hand aus,
berührte ihn
und sagte: Ich will – werde rein!
Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.
Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in Acht!
Erzähl niemandem davon,
sondern geh,
zeig dich dem Priester
und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat –
ihnen zum Zeugnis!
(Evangelium vom Freitag der 12. Woche im Jahreskreis)

Heilung eines Aussätzigen, S. Giovanni Rotondo

Donnerstag, 25. Juni 2026

Freut euch! (Medjugorje)

 

Blick vom Kreuzberg auf Medjugorje
 

„Liebe Kinder!

Freut euch mit mir, denn der Allerhöchste hat mir erlaubt, bei euch zu sein, um euch zu Ihm zu führen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Freut euch, meine lieben Kinder, und seid froh, auch in Schwierigkeiten; und ihr werdet Kraft haben, denn ihr werdet euch bewusst sein, dass ihr vergänglich seid, und ihr werdet wissen, wie ihr alles Gott darbringen könnt.

Und deshalb vergesst nicht: Ich bin eure Mutter und ich liebe euch.

Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

(Botschaft der Gospa vom 25.6.2026)

 

auf dem Kreuzberg

Mittwoch, 24. Juni 2026

Christuskind und Johannesknabe

Malerei ider griech.-katholische Johanneskathedrale, Przemysl (Beuron, Tagesgebet)

Glasfenster von Zacharias in St Giles Cathedral, Edinburgh

Glasfenster der Engelserscheinung, der Geburt und Namensgebung des Johannes

S. Maria in Portico in Campitelli, Rom,  Hymnus Christus dem Herren, dientest du als Herold

Relief der Geburt Johannes´ in der Kathedrale von Amiens 

Relief der Namensgebung des Johannes in der Kathedrale von Amiens 

Geburtskirche des Johannes des Täufers in Ain Karem (Wohnhaus des Zacharias)

Geburt Johannes des Täufers (Kathedrale von Genua) 

Verkündigung an Zacharias, Kunsthistorisches Museum Wien
Verkündigung an Zacharias, All Saints, Cambridge (Glas)
Verkündigung an Zacharias (Baptisterium des Lateran) 

Heilige Familie mit Johannes dem Täufer

Zu dem gelangen, den Johannes vorausverkündet hat

 

Geburt Johannes des Täufers, griech.-katholische Johanneskathedrale, Przemysl


Johannes der Täufer ist außer Maria der einzige Heilige, dessen leibliche Geburt in der Liturgie gefeiert wird, und zwar seit dem 5. Jahrhundert am 24. Juni, sechs Monate vor der Geburt Jesu.
Aus dem Bericht des Lukasevangeliums (Lk 1) wird entnommen, dass Johannes schon vor seiner Geburt geheiligt wurde, als Maria zu Elisabet kam.
Die ungewöhnlichen Ereignisse bei seiner Geburt weisen auf die Bedeutung des Johannes in der Heilsgeschichte hin. Er steht an der Schwelle vom Ersten zum Neuen Bund; er war dazu berufen, durch seine Predigt von der Gottesherrschaft und seinen Ruf zur Umkehr das Volk auf das Kommen Jesu vorzubereiten. Jesus selbst empfing von ihm die Bußtaufe.
Die ersten Jünger Jesu kamen aus dem Kreis der Johannesjünger. Johannes selbst verstand sich als den Rufer in der Wüste, den Vorläufer des Größeren, der nach ihm kommen sollte. Jesus aber nennt ihn den Größten unter allen Menschen, gleichsam den wieder gekommenen Elija (Mt 11, 8.11.14).
(erzabteibeuron)

Allmächtiger Gott,
führe deine Kirche auf dem Weg des Heiles
und gib uns die Gnade,
den Weisungen Johannes’ des Täufers zu folgen,
damit wir zu dem gelangen,
den er vorausverkündet hat,
zu unserem Herrn Jesus Christus, deinem Sohn.

Dienstag, 23. Juni 2026

Die Niederlage des Sanherib

Der König von Assur hat die kleinen Königreiche des Westens unterworfen, nur Jerusalem leistet noch Widerstand, einen aussichtslosen Widerstand, wenn man die Machtverhältnisse betrachtet. Aber der König Hiskija, gestützt vom Propheten Jesaja, kapituliert nicht. Er verlässt sich auf Jahwe, den lebendigen Gott, der helfen kann. Tatsächlich wird Jerusalem gerettet. Der biblische Bericht schreibt die Rettung dem „Engel des Herrn“ zu. Der griechische Schriftsteller Herodot weiß von einer Epidemie, die im Lager der Assyrer ausbrach. Beide Darstellungen schließen sich nicht aus. Die Frage ist, von welcher Seite man die Ereignisse betrachtet. – Zu bedenken ist, dass es keine geschichtliche Situation gibt, in der Gott durch ein Wunder eingreifen müsste. Er kann auch zulassen, dass Jerusalem zerstört wird. Gott hat viele Weisen, die Geschichte der Welt und des einzelnen Menschen zu regieren. – 2 Chr 32, 17; Jes 37, 9b–38; 2 Chr 32, 20; Weish 13, 10; 1 Sam 17, 47; 2 Sam 7, 12–17; Hos 1, 7; 2 Chr 32, 21–22; 2 Makk 8, 18–19; Sir 48, 17–21

(erzabteibeuron


Lesung aus dem zweiten Buch der Könige 19

In jenen Tagen
9b sandte Sánherib, der König von Assur,
Boten zu Hiskíja, dem König von Juda,
um ihm zu sagen:
10 So sollt ihr zu Hiskíja, dem König von Juda, sagen:
Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, wenn du sagst:
Jerusalem wird nicht in die Hand
des Königs von Assur gegeben werden.
11 Siehe, du hast doch gehört,
was die Könige von Assur
mit allen Ländern gemacht haben.
Sie haben an ihnen den Bann vollzogen.
Und du solltest gerettet werden?
14 Hiskíja nahm das Schreiben von den Boten in Empfang
und las es.
Dann ging er zum Haus des Herrn hinauf,
breitete das Schreiben vor dem Herrn aus
15 und betete vor dem Herrn;
er sagte:
Herr, Gott Israels, der über den Kérubim thront,
du allein bist der Gott aller Reiche der Erde.
Du hast den Himmel und die Erde gemacht.
16 Neige, Herr, dein Ohr und höre!
Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!
Höre die Worte Sánheribs,
der seinen Boten hergesandt hat,
um den lebendigen Gott zu verhöhnen.
17 Es ist wahr, Herr,
die Könige von Assur haben die Völker vernichtet,
ihre Länder verwüstet
18 und ihre Götter ins Feuer geworfen.
Denn das waren keine Götter,
sondern Werke von Menschenhand,
aus Holz und Stein;
darum konnte man sie vernichten.
19 Nun aber, Herr, unser Gott,
rette uns aus seiner Hand,
damit alle Reiche der Erde erkennen,
dass du, Herr, Gott bist, du allein!
20Der Prophet Jesája, der Sohn des Amoz,
schickte zu Hiskíja
und ließ ihm sagen:
So spricht der Herr, der Gott Israels:
Du hast zu mir wegen Sánherib,
des Königs von Assur, gebetet.
Ich habe es gehört.
21 Das ist das Wort, das der Herr über ihn gesprochen hat:
Dich verachtet, dich verspottet
die Jungfrau, die Tochter Zion.
Hinter dir
schüttelt die Tochter Jerusalem den Kopf über dich.
31 Denn von Jerusalem wird ein Rest ausziehen,
vom Berg Zion ziehen die Geretteten hinaus.
Der Eifer des Herrn wird das vollbringen.
32 Darum – so spricht der Herr über den König von Assur:
Er wird nicht in diese Stadt eindringen;
er wird keinen einzigen Pfeil hineinschießen,
er wird nicht
unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen
und keinen Wall gegen sie aufschütten.
33 Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist,
wird er wieder zurückkehren.
Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen – Spruch des Herrn.
34 Ich werde diese Stadt beschützen und retten,
um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
35a In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus
und erschlug im Lager der Assýrer
hundertfünfundachtzigtausend Mann.
36 Da brach Sánherib, der König von Assur, auf
und kehrte in sein Land zurück.
Er blieb in Nínive.

Peter Paul Rubens, die Niederlage des Sanherib, um 1617, Alte Pinakothek

Montag, 22. Juni 2026

Nicht wanken im katholischen Glauben

 „Christliche Menschen, ich bin hierher gekommen, um für den Glauben der katholischen Kirche Christi zu sterben, und ich danke Gott, dass mir mein Mut bisher dabei treu gedient hat, sodass ich bis jetzt den Tod nicht gefürchtet habe. Deshalb bitte ich euch, mir mit euren Gebeten beizustehen und mich zu unterstützen, damit ich im entscheidenden Augenblick des Todes, im Augenblick des tödlichen Schlages und im letzten Moment meines Lebens, aus Furcht in keinem Punkt des katholischen Glaubens wanke. Und ich bitte Gott, den König und das Reich zu bewahren, seine heilige Hand schützend über sie zu halten und dem König guten Rat zu senden.“
John Fisher

John Fisher studierte in Canterbury, wurde Priester und Bischof von Rochester, als welcher er durch einfache Lebensweise, eifrige Hirtensorge und schriftstellerische Tätigkeit hervorragte.
Thomas Morus studierte in Oxford, gründete eine Familie und wurde königlicher Kanzler. Auch er war religiöser und politischer Schriftsteller.
Beide fielen den Wünschen Heinrichs VIII. nach Scheidung zum Opfer und wurden 1535 Märtyrer, John Fisher am 22. Juni, Thomas Morus am 6. Juli.


Heiliger Gott,du hast die Glaubenstreue des Bischofs John Fisher
und des Kanzlers Thomas Morus
im Martyrium erprobt und zur Vollendung geführt.
Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns,
den Glauben, den wir mit Worten bekennen,
in den Prüfungen des Lebens zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.



John Fisher und Thomas Morus, bittet für uns
The Cathedral Church of St Peter and Saint Peter's Cathedral
Lancaster Cathedral
 
 

Sonntag, 21. Juni 2026

noch ein Alban - der Mainzer

 

Alban von Mainz, lebensgroße Figur im Kreuzgang des Mainzer Doms

Alban von Mainz, Priester und Märtyrer. Hrabanus Maurus berichtet im 9. Jahrhundert, Alban sei zur Zeit des Kaisers Theodosius I., also Ende des 4. Jahrhunderts, mit zwei Begleitern, Theonestus und Ursus, nach Mailand gekommen und vom heiligen Ambrosius zur Missionspredigt nach Gallien geschickt worden. Während Ursus schon unterwegs in der Stadt Augusta den Märtyrertod fand, wurden Alban und Theonestus erst bei Mainz enthauptet.
Nach der späteren Legende soll Alban nach der Enthauptung seinen Kopf selbst an die Stätte seines Begräbnisses getragen haben. Die Ausgrabungen auf dem spätrömischen Friedhof förderten tatsächlich sein Grab zutage, so dass an seiner geschichtlichen Persönlichkeit nicht gezweifelt werden kann. Auf der „Albans-Schanze“ in Mainz stand die von Karl dem Großen erbaute Abtei „Sankt Alban“, in der die Mainzer Bischöfe beigesetzt wurden.
Alban wird dargestellt ohne Kopf, bzw. den Kopf tragend. Sein Gedenktag ist der 21. Juni.
(Martyrologium Sancrucense)


Wir danken unserem Herrn Jesus Christus, der uns hier als sein Volk versammelt, und bitten ihn auf die Fürsprache des heiligen Alban.

Du hast den heiligen Alban berufen, Gottes Gegenwart in der Welt zu bekennen. - Steh unserem Papst N., unserem Bischof N. und allen Bischöfen, Priestern und Diakonen bei, dich mutig zu verkünden.

In der Kraft des Heiligen Geistes hat der heilige Alban die Kirche von Mainz erneuert. - Lass die Kirche von Mainz wachsen im Glauben und in der Liebe und mache sie zu einem Zeichen der Hoffnung.

Der heilige Alban hat als Wanderprediger die Botschaft des Evangeliums verkündet. - Schenke allen Christen die Bereitschaft, auf dein Wort zu hören und dir zu dienen.

Du hast im Wirken des heiligen Alban deine Liebe sichtbar gemacht. - Nimm dich der Menschen an, die in Angst und Sorge leben.

Als Märtyrer ist der heilige Alban gestorben und vor den Toren von Mainz begraben. - Lass ihn und alle Verstorbenen das Licht deiner Herrlichkeit schauen.

Denn durch dich schenkt uns der Vater Leben und Zukunft. Ihm gebühren Lob und Dank in Ewigkeit. Amen.

(bistummainz


Kreuzgang des Mainzer Doms

Samstag, 20. Juni 2026

Am Grab der seligen Margarete Ebner

Ebnerkapelle im Jahr 2020
 

Gleichzeitig mit dem Ostflügel des Klosters Maria Medingen wurde 1753 bis 1758 die Ebnerkapelle südlich an das Langhaus der Klosterkirche angebaut und vor dem Altar der Kapelle das Hochgrab der 1979 seliggesprochenen Mystikerin Margareta Ebner (1291–1351) untergebracht, die von 1305 bis zu ihrem Tod im Kloster Maria Medingen lebte. Die Grabplatte mit ihrer Liegefigur wurde im 14. Jahrhundert, kurze Zeit nach ihrem Tod, von einem Lauinger Steinmetz angefertigt. (wiki)

Grabplatte von Margarete Ebner, 14. Jhdt, Ebnerkapelle, Maria

Ordensfrau, Mystikerin
Namensdeutung: die Perle (griech.)
Namenstage: Margarete, Margret, Margareta, Margit, Marga, Greta, Margot, Maggie, Maret, Margitta, Marika
Gedenktag: 20. Juni

Lebensdaten: geboren um 1291 in Donauwörth, gestorben am 20. Juni 1351 in Mödingen bei Dillingen

Lebensgeschichte: Margarete Ebner war die Tochter eines Donauwörther Patriziers und trat mit 15 Jahren als Chorschwester in das Kloster der Dominikanerinnen von Maria Medingen ein. Ab 1312 war sie ständig krank, konnte weder essen noch trinken und zog sich immer mehr von der Klostergemeinschaft zurück. Es folgten Schwellungen und Lähmungen, die sie ans Bett fesselten. In dieser Zeit erfuhr Margarete Visionen, in denen sie von Jesus Christus direkt angesprochen wurde.

1325 kehrte sie für ein Jahr zu ihrer Familie nach Donauwörth zurück, weil ihr Kloster infolge kriegerischer Auseinandersetzungen aufgelöst worden war. Nach Wiederaufnahme des Ordenslebens besserte sich ihr gesundheitlicher Zustand merklich, und sie band sich stärker an die Gemeinschaft.

1332 lernte sie den Priester Heinrich von Nördlingen kennen, der sie geistlich begleitete, sie mit Schriften anderer Mystiker bekanntmachte und sie zur Niederschrift ihrer eigenen Erfahrungen ermunterte. Margarete verfasste ein „Büchlein“ genanntes Tagebuch, in dem sie ihre Visionen und Auditionen sowie Gebete und Briefauszüge festhielt. Ihre Korrespondenz mit Heinrich von Nördlingen ist der älteste erhaltene Briefwechsel in deutscher Sprache.

Eine Besonderheit von Margaretes Mystik sind die Dialoge, die sie als eine Art „Amme“ mit einer hölzernen Jesuspuppe führte. Sie starb mit 60 Jahren im Ruf der Heiligkeit.

Verehrung: Margarete erhielt im Klosterkapitel ein kunstvolles Grabmal, dessen Inschrift sie eine „Selige“ nennt. Nach 600-jähriger Verehrung nahm Papst Johannes Paul II. am 24. Februar 1979 an ihr seine erste Seligsprechung vor.

Darstellung: als Dominikanerin mit Kreuz, Kind oder Bußwerkzeug


„Do neigete sich unser herre zuo mir und truckte mich an sin herz. Do wart min sele erfüllet mit süezekeit und mit solicher minne, daz ich nit enmochte begrifen, waz got an dem menschen gewirken mag.“

„Da neigte sich unser Herr zu mir und drückte mich an sein Herz. Da wurde meine Seele mit Süße und mit einer solchen Liebe erfüllt, dass ich nicht begreifen konnte, was Gott am Menschen wirken kann.“

        (Margarete Ebner) 

Selige Margarete Ebner, bitte für uns!

Ich verehre den lebendigen und wahren Gott, der das All erschaffen hat (Alban)

Heute, am 20. Juni, ist der Gedenktag des hl. Alban.

Glasfenster in St Peter in St Albans

Glasfenster in St Alban´s Cathedral (Martyriumserzählung)

Am Grab des hl. Alban in St Alban´s Cathedral

hl. Alban, bitte für uns!
St Alban´s church / Holborn

Während einer Christenverfolgung suchte ein christlicher Priester Zuflucht im Haus Albans. Alban war damals vermutlich noch kein Christ. Beeindruckt vom Glauben, Gebet und Lebenswandel des Priesters nahm er dessen Glauben an und ließ sich unterweisen.

Als die Behörden den Priester festnehmen wollten, tauschte Alban mit ihm die Kleidung. Die Soldaten verhafteten daher Alban anstelle des Geistlichen.

Vor dem Richter wurde er aufgefordert, den römischen Göttern zu opfern. Alban verweigerte dies und bekannte offen seinen Glauben an Christus. In der Überlieferung antwortet er:

„Christianus sum.“

„Ich bin Christ.“

Auf die Frage nach seiner Herkunft und Familie soll er gesagt haben:

„Quid ad te genus meum? Si tamen vis scire religionem meam, Christianus sum et christianis officiis operam do.“

„Was geht dich meine Herkunft an? Wenn du aber meine Religion wissen willst: Ich bin Christ und erfülle die Pflichten eines Christen.“

Als der Richter ihn zum Opfer für die Götter zwingen wollte, bekannte Alban:

„Deum vivum et verum colo, qui universa creavit.“

„Ich verehre den lebendigen und wahren Gott, der das All erschaffen hat.“

Daraufhin wurde er zum Tod verurteilt.

St Alban´s Church, Holborn

Freitag, 19. Juni 2026

Verstehe, dass du vor Gott stehst, unter seinen Augen (hl. Romuald)

 

Hl. Romuald von Camaldoli, Petersplatz, Rom

Die Statue des heiligen Romuald auf dem Petersplatz gehört zu den 140 Heiligenfiguren, die die Kolonnaden von Petersplatz krönen. Diese Figuren wurden im späten 17. Jahrhundert von Schülern und Mitarbeitern des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini geschaffen.

Über die Romuald-Statue weiß man unter anderem:

  • Sie stellt den heiligen Romuald von Ravenna dar, den Gründer der Kamaldulenser, eines Ordens, der das gemeinschaftliche Klosterleben mit dem Eremitentum verbinden wollte.
  • Die Statue wurde um 1672 geschaffen und gehört zu einer Gruppe von 16 Figuren, die zwischen 1670 und 1673 auf der südlichen Kolonnade aufgestellt wurden.
  • Ihr Bildhauer war Lazzaro Morelli, ein Mitarbeiter aus Berninis Werkstatt.
  • Die Figur ist etwa 3,1 Meter hoch und aus Travertin gefertigt, wie die meisten Heiligenstatuen der Kolonnade.
  • Romuald wird mit langem Bart und weitem Ordensgewand dargestellt. In seiner rechten Hand hält er ein Modell einer Kirche – ein Hinweis auf seine Rolle als Ordensgründer. In der linken Hand befand sich ursprünglich ein Hirtenstab; heute ist davon nur noch ein Fragment erhalten.

Interessant ist auch der heutige Tag: Der Gedenktag des heiligen Romuald wird am 19. Juni gefeiert. Nach der Überlieferung starb er am 19. Juni 1027.
(chatgpt)

Sitze in deiner Zelle wie im Paradies.
Stelle die ganze Welt hinter deinen Rücken und vergiss sie.
Achte auf deine Gedanken wie ein guter Fischer auf die Fische.
Der Weg, den du in den Psalmen gehen sollst, ist dieser: Verlasse ihn niemals.
Wenn du noch ein Anfänger in den geistlichen Dingen bist und dies noch nicht verstehen kannst, dann bete die Psalmen einen nach dem anderen, wobei dein Geist auf die Worte gerichtet sei.
Und wenn dein Geist zu schweifen beginnt, gib nicht auf, sondern rufe ihn rasch zurück.
Verstehe, dass du vor Gott stehst, unter seinen Augen.
Entleere dich selbst vollständig und sitze wartend da, zufrieden mit der Gnade Gottes, wie ein Schwalbenküken; denn wenn du dies nicht tust, wirst du die Süße Gottes nicht kosten.
Kurzregel des hl. Romuald

in der Mitte der hl. Josef, links Romuald, rechts Petrus/Peter Nolascus, Gründer der Mercedarier

Mittwoch, 17. Juni 2026

Möchten mir doch zwei Anteile deines Geistes zufallen


 

Lesung aus dem zweiten Buch der Könige 2

An dem Tag,
da der Herr
Elíja im Wirbelsturm in den Himmel aufnehmen wollte,
ging Elíja mit Elíscha von Gilgal weg.
4b So kamen sie nach Jéricho.
6 Elíja aber bat Elíscha:
Bleib hier;
denn der Herr hat mich an den Jordan gesandt.
Elíscha erwiderte:
So wahr der Herr lebt und so wahr du lebst:
Ich verlasse dich nicht.
So gingen beide miteinander.
7 Fünfzig Prophetenjünger folgten ihnen
und blieben dann seitwärts in einiger Entfernung stehen.
Die beiden traten an den Jordan.
Hier nahm Elíja seinen Mantel,
rollte ihn zusammen
und schlug mit ihm auf das Wasser.
Dieses teilte sich nach beiden Seiten
und sie schritten trockenen Fußes hindurch.
Als sie drüben angekommen waren, sagte Elíja zu Elíscha:
Sprich eine Bitte aus,
die ich dir erfüllen soll, bevor ich von dir weggenommen werde!
Elíscha antwortete:
Möchten mir doch zwei Anteile deines Geistes zufallen.
10 Elíja entgegnete:
Du hast etwas Schweres erbeten.
Wenn du siehst, wie ich von dir weggenommen werde,
wird es dir zuteilwerden.
Sonst aber wird es nicht geschehen.
11 Während sie miteinander gingen und redeten,
erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden
und trennte beide voneinander.
Elíja fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.

12 Elíscha sah es
und rief laut:
Mein Vater, mein Vater!
Wagen Israels und seine Reiter!
Als er ihn nicht mehr sah,
fasste er sein Gewand und riss es mitten entzwei.
13 Dann hob er den Mantel auf, der Elíja entfallen war,
kehrte um
und trat an das Ufer des Jordan.
14 Er nahm den Mantel, der Elíja entfallen war,
schlug mit ihm auf das Wasser
und rief: Wo ist der Herr, der Gott des Elíja?
Als er auf das Wasser schlug,
teilte es sich nach beiden Seiten
und Elíscha ging hinüber.
(Lesung vom Mittwoch der 11. Woche im Jahreskreis)

Dienstag, 16. Juni 2026

Erinnerung an das ursprüngliche Hochgrab des hl. Benno

 Die Silberbüste mit dem Reliquienschrein des hl. Benno in der Münchener Liebfrauenkirche

Meißner Dom

Bischof Benno wurde im Meißner Dom bestattet. Um 1270 wurden seine Gebeine durch Bischof Withego I. erhoben. Seitdem gab es im Dom ein Heiligenmonument in Form eines Schreins für die Gebeine, das 1370/90 um einen Baldachin ergänzt wurde. Im Rahmen der am 31. Mai 1523 erfolgten Heiligsprechung von Bischof Benno entstand ein Pilgerweg von Böhmen nach Meißen.

Mit Beginn der Reformation in Sachsen wurden die Gebeine aus dem Dom entfernt. Laut einem evangelischen Bericht sollen sie am 15. Juli 1539 in die Elbe geworfen worden sein. Aus katholischer Sicht wurden die Gebeine jedoch gerettet und zunächst nach Bayern überführt. Im Jahr 1580 wurden sie schließlich in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt. Das Heiligenmonument im Meißner Dom wurde kurz nach der Entnahme der Gebeine im Jahr 1539 zerstört. Heute erinnert nur noch eine Sandsteinplatte im Dom an das Monument. (Quelle)

 

 

Eine wichtige Person sächsischer Kirchengeschichte ist der Bischof Benno, der vermutlich 1106 starb. Um ihn entwickelte sich im 13. Jahrhundert eine lokale Heiligenverehrung. 1523 wurde Benno von Papst Hadrian VI. zu Sachsens erstem Heiligen erhoben. An Benno machte Martin Luther allerdings seine Kritik an der Heiligenverehrung der römisch-katholischen Kirche fest. 1539, mit Einführung der Reformation, wurde daher das Hochgrab des Bischofs Benno im Meißner Dom zerstört. Die Reliquien gelangten 1576 nach München. Dort avancierte Benno zum Patron Bayerns, Münchens und des Erzbistums München und Freising. In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens war lange jede Beschäftigung mit Benno verpönt. Erst in den letzten 20 Jahren erfolgte eine Annäherung.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung „Ein Schatz nicht von Gold. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger“, die 2017 in der Albrechtsburg Meißen zu sehen ist, wurde die Stelle im Meißner Dom, an der Benno einst begraben war, mit einer dezenten Kennzeichnung versehen. Somit gibt es erstmals seit fast 500 Jahren wieder einen Erinnerungsort für Benno im Meißner Dom.

(Dombauverein Meissen)

Kennzeichnung des ursprünglichen Grabes im Mittelgang des Doms