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| Einzug Jesu in Jerusalem, Edinburg, St Giles Cathedral |
PREDIGT DES HEILIGEN VATERS JOHANNES PAUL II.
13. April 2003
XVIII. Weltjugendtag
»Siehe, deine Mutter!« (Joh 19, 27)
1. »Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!« (Mk 11, 9).
Die Liturgie des Palmsonntags ist gleichsam ein feierliches
Eingangstor zur Karwoche. Sie verbindet zwei gegensätzliche Momente
miteinander: den Empfang Jesu in Jerusalem und das Drama der Passion;
das freudige »Hosanna« und das mehrfach wiederholte »Kreuzige ihn!«; den
triumphalen Einzug und die scheinbare Niederlage des Kreuzestodes. So
nimmt sie die »Stunde« vorweg, in welcher der Messias viel erleiden muß,
getötet und am dritten Tag auferstehen wird (vgl. Mt 16, 21), und bereitet uns darauf vor, das Ostergeheimnis in Fülle zu leben.
2. »Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir« (Sach
9, 9). Beim Einzug Jesu jubelt die Stadt, in der die Erinnerung an
David lebendig ist; die Stadt der Propheten, von denen viele dort um der
Wahrheit willen das Martyrium erlitten; die Stadt des Friedens, die im
Laufe der Jahrhunderte unter Gewalt, Krieg und Verschleppung gelitten
hat.
In mancherlei Hinsicht könnte die Stadt Jerusalem als Symbol der Menschheit
angesehen werden, besonders an diesem dramatischen Beginn des dritten
Jahrtausends, den wir gegenwärtig durchleben. Deshalb nehmen die
Palmsonntagsriten eine besondere Aussagekraft an. Tröstlich erklingen
die Worte des Propheten Sacharja: »Juble laut, Tochter Zion! Jauchze,
Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und
hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel […] Vernichtet wird der
Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden« (Sach 9, 9-10). Heute feiern wir, weil Jesus, der Friedenskönig, in Jerusalem einzieht.
3. Damals liefen Christus an den Hängen des Ölbergs die Kinder und Jugendlichen Jerusalems entgegen; sie jubelten ihm zu und schwenkten freudig Öl- und Palmzweige.
Heute stehen zu seinem Empfang die jungen Menschen der ganzen Welt bereit, die in allen Diözesangemeinschaften den XVIII. Weltjugendtag feiern.
Ich begrüße euch ganz herzlich, liebe Jugendliche aus Rom, und auch
euch, die ihr aus verschiedenen Ländern hierhergepilgert seid. Ich grüße
die zahlreichen Verantwortlichen der Jugendpastoral, die an dem
vom Päpstlichen Rat für die Laien organisierten Kongreß über die
Weltjugendtage teilnehmen. Und wie könnten wir nicht unsere brüderliche
Solidarität bekunden gegenüber euren Altersgenossen, die von Krieg und
Gewalt im Irak, im Heiligen Land und in verschiedenen anderen Teilen der
Welt so schwer geprüft werden?
Heute nehmen wir gläubig und jubelnd Christus auf, der unser »König« ist: ein König der Wahrheit, der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Liebe.
Dies sind die vier Säulen, auf denen das Gebäude des wahren Friedens
erbaut werden kann, wie der selige Papst Johannes XXIII. vor 40 Jahren
in der Enzyklika Pacem in terris
schrieb. Dieses historische Dokument, das nichts von seiner Aktualität
verloren hat, übergebe ich heute im Geiste einem jeden von euch, liebe
Jugendliche der ganzen Welt:Lest es, denkt darüber nach, und bemüht
euch, es in die Tat umzusetzen. Dann werdet ihr »selig« sein, weil ihr zu wahren Kindern des Gottes des Friedens werdet (vgl. Mt 5, 9).
4. Der Friede ist ein Geschenk Christi, das er durch das Kreuzesopfer
für uns erwirkt hat. Um den Frieden wirksam zu fördern, müssen wir mit
dem göttlichen Meister bis auf den Kalvarienberg hinaufsteigen. Wer kann
uns bei diesem Aufstieg besser führen als Maria, die uns unter dem
Kreuz im treuen Apostel Johannes zur Mutter gegeben wurde? Um den jungen
Menschen zu helfen, diese wundervolle spirituelle Wirklichkeit zu
entdecken, habe ich als Thema der Botschaft zum diesjährigen Weltjugendtag die Worte des sterbenden Christus gewählt: »Siehe, deine Mutter!« (Joh 19, 26). Johannes nahm dieses Testament der Liebe an und öffnete Maria sein Haus (vgl. Joh 19, 27), das heißt, er nahm sie in sein Leben auf und teilte mit ihr eine vollkommen neue geistige Nähe. Die tiefe Verbindung zur Mutter des Herrn
wird den »geliebten Jünger« zu einem Apostel jener Liebe machen, die er
durch das unbefleckte Herz Marias aus dem Herz Christi erhalten hatte.
5. »Siehe, deine Mutter!« Jesus richtet diese Worte an einen
jeden von euch, liebe Freunde. Auch euch bittet er, Maria als Mutter
»›zu euch nach Hause‹ zu nehmen, sie aufzunehmen ›in das, was euch
gehört‹«, denn »sie übt ihr mütterliches Dienstamt aus, indem sie euch
erzieht und formt, bis Christus vollkommen in euch Gestalt angenommen
hat« (Botschaft zum Weltjugendtag 2003,
3; in: O.R. dt., Nr. 14, 4.4.2003, S. 7). Maria bewirke, daß ihr
großherzig auf den Ruf des Herrn antwortet und freudig und treu an der
christlichen Sendung festhaltet!
Wie viele Jugendliche haben im Laufe der Jahrhunderte diese
Aufforderung gehört, und wie viele tun dies auch in unseren Tagen! Junge
Menschen des dritten Jahrtausends, habt keine Angst davor, euer Leben
als vollkommene Antwort an Christus hinzugeben! Er allein verändert das
Leben und die Geschichte der Welt.
6. »Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn« (Mk 15,
39). Wir haben erneut das eindeutige Glaubensbekenntnis gehört, das der
Hauptmann sprach, als er »ihn auf diese Weise sterben sah« (ebd.).
Aus dem Gesehenen ergibt sich das erstaunliche Zeugnis des römischen
Soldaten, des ersten Menschen, der verkündet hat, daß jener Mensch am
Kreuz »Gottes Sohn war«.
Herr Jesus, auch wir haben »gesehen«, wie du gelitten hast und wie du für uns gestorben bist. Treu bis zum letzten Atemzug, hast uns durch deinen Tod dem Tod entrissen. Durch dein Kreuz hast du uns erlöst.
Stille Zeugin dieser für die Heilsgeschichte entscheidenden Augenblicke bist du, Maria, schmerzensreiche Mutter.
Gib uns deine Augen, um in dem schmerzverzerrten Antlitz des
Gekreuzigten das Abbild des glorreichen Auferstandenen zu erkennen.
Hilf uns, ihn zu umarmen und ihm zu vertrauen, damit wir uns seiner
Verheißungen würdig erweisen. Hilf uns, ihm heute und unser ganzes Leben
lang treu zu bleiben.
Amen.
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| St Giles Cathedral, Edinburg |
Einzug in Jerusalem
Ein Esel erfreut sich des Herrn
Tympanonrelief, Kathedrale von Salamanca
Glasfenster in Saint Etienne, Chalons en Champagne (Augustinus, Catena aurea)
Glasfenster in St Peter´s church, Nottingham (Einleitung in die Liturgie des Palmsonntags)
eine kleine Darstellung des Einzugs
Glasfenster in der Kathedrale von Brüssel (B16, Palmsonntag 2012)
Jesus auf einem Esel in St. Nikolaus in Hall in Tirol
Chorgestühl in der Kathedrale von Cordoba
Der Einzugsesel war ein weißer Esel😄😄😄
Fresko in der Unterkirche von Assisi (Adrienne v. Speyr, Johannesevangelium)
Relief in Notre Dame de Paris (Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit)
es war einer meiner Vorfahren😁
Fresko in rumän.-orthodoxer Kirche in Knittelfeld/Ö (Papst Benedikt, Palmsonntag 2012)
Glasfenster in Chartres (Papst Benedikt, Palmsonntag 2009)
Glasfenster in der Kathedrale von Canterbury