Freitag, 13. Mai 2022

Die Erscheinungskapelle (inkl. der Messtexte für den 13. Mai)

 

Die Erscheinungskapelle von Fatima

Die Erscheinungskapelle ist das "Herz" des Heiligtums von Fatima.

An der Stelle, an der sich die kleine Kapelle befindet, sprach Unsere Liebe Frau zu den Hirtenkindern. Von den sechs Erscheinungen, fanden fünf an diesem Ort statt – Mai, Juni, Juli, September und Oktober – wo, auf Wunsch Unserer Lieben Frau, eine Kapelle Ihr zu Ehren erbaut worden ist. Zwischen dem 28. April und dem 15. Juni 1919 errichtet, wurde sie später geweiht und die Messe wurde zum ersten Mal am 13. Oktober 1921 gefeiert. Am frühen Morgen des 6. März 1922 gesprengt, wurde sie am 13. Januar 1923 restauriert und wieder eingeweiht.

Auch wenn sie kleine Änderungen erlitt, behält die Erscheinungskapelle die ursprünglichen Merkmale einer Volkskapelle. Der heutige Vorbau wurde während des Besuchs von Johannes Paul II., am 12. und 13. Mai 1982, eingeweiht. Im Marianischen Jahr 1988 wurde die Decke mit Pinienholz eingekleidet, das aus dem Norden Sibiriens stammt, eine Holzart, die wegen ihrer Merkmale der Leichtigkeit und Haltbarkeit ausgewählt worden ist. 

Der Sockel, auf dem sich die Statue Unserer Lieben Frau befindet, markiert die Stelle, an der sich die kleine Steineiche befand, über welche die Liebe Frau des Rosenkranzes erschien. 



Messtexte für den 13. Mai

Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fátima

entnommen dem Missale von Fátima

 

Am 13. Mai wird der "Gedenktag der seligen Jungfrau Maria von Fatima" (Memoria Beatae Mariae Virginis de Fatima) gefeiert. Das neue lateinische "Missale Romanum" in der 3. Auflage von 2002 hat diesen Gedenktag als "memoria ad libitum" d.h. als nichtgebotenen Gedenktag vorgesehen. 

 

ERÖFFNUNGSVERS                                                                        vgl. Hebr 4,16

Lasst uns voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade,

damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.

Halleluja.

 

TAGESGEBET

 

Herr, unser Gott, Du hast Maria,

die Mutter deines Sohnes, auch uns zur Mutter gegeben.

Gib, dass wir, durch ihre Ermahnungen belehrt,

im Geist der Buße und des Gebetes der Ausbreitung

des Reiches deines Sohnes mit noch größerem Eifer dienen,

um die Welt zu erneuern.

Darum bitten wir, durch Jesus Christus,

deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. (Amen.)

 

Das Tagesgebet lautet im lateinischen Original:

 

Deus, qui Genetricem Filii tui Matrem quoque nostram constituisti,
condede nobis, ut, in paenitentia et oratione pro mundi salute perseverantes,
in dies valeamus regnum Christi efficacius promovere.

Per Dominum nostrum Iesum Christum, Filium tuum, qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus, per omnia saecula saeculorum. (Amen.)

 

GABENGEBET

 

Herr, beim Gedenken an die allerseligste Jungfrau Maria

bringen wir Dir die Gaben der Versöhnung und des Lobes dar.

Vergib uns gnädig unsere Schuld und lenke unsere unbeständigen Herzen.

Durch Christus, unseren Herrn.

 

PRÄFATION                                                          Maria - Urbild  und Mutter der Kirche

 

KOMMUNIONVERS                                                                    vgl. Joh 19, 26-27

 

Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte,

sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe dein Sohn!     

Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe deine Mutter!

Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.                                                                                           

SCHLUSSGEBET

 

Herr, unser Gott, beim Gedächtnis der seligen Jungfrau Maria,

die wir als Mutter deines Sohnes und Mutter der Kirche verehren,

haben wir voll Freude das heilige Sakrament empfangen.

Lass es uns eine Hilfe sein, die uns zum ewigen Leben führt.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

 

 

LESUNG                                                                              Gen 3,9-15.20

 

Lesung aus dem Buch Genesis

 

9Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?

10Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.

11Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?

12Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.

13Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen.

14Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.

15Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.

20Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

 

oder                                                                                       Offb 21, 1-5a

 

Lesung aus der Offenbarung des Johannes

 

1Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.

2Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.

3Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.

4Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen : Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.

5aEr, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.

 

ANTWORTPSALM                                                                  Jdt 13, 18a.19

 

Kehrvers: Du bist der Ruhm unseres Volkes

 

Meine Tochter, du bist von Gott, dem Allerhöchsten, mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Erde. Gepriesen sei der Herr, unser Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat.

 

Kehrvers: Du bist der Ruhm unseres Volkes

 

Die Erinnerung an dein Vertrauen soll in Ewigkeit nicht aus den Herzen der Menschen entschwinden, die sich an die Macht Gottes erinnern.

 

Kehrvers: Du bist der Ruhm unseres Volkes

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM                                                   vgl. Lk 1, 45

 

Vers: Selig bist du, Jungfrau Maria; du hast geglaubt,

            dass sich erfüllt, was der Herr dir sagen ließ.

 

EVANGELIUM                                                                         Joh 19, 25-27

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

 

25Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.

26Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!

27Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

 

Unsere Liebe Frau von Fatima, bitte für uns!

 

In der Taufkapelle der Kinder von Fatima


Sonntag, 8. Mai 2022

Ich kenne sie und sie folgen mir

 

Der Gute Hirt, Mannersdorf, Niederösterreich

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 10,27-30

In jener Zeit sprach Jesus:
27 Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie
und sie folgen mir.
28 Ich gebe ihnen ewiges Leben.
Sie werden niemals zugrunde gehen
und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
29 Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle
und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
30 Ich und der Vater sind eins.

Das Evangelium des heiligen Johannes beschreibt uns im zehnten Kapitel  die charakteristischen Züge der Beziehung zwischen Christus, dem Hirten, und seiner Herde, eine Beziehung, die so stark ist, dass niemand die Schafe seinen Händen entreißen zu vermag.

Sie sind mit ihm durch ein Band der Liebe und des gegenseitigen Kennens verbunden, die ihnen das unermessliche Geschenk des ewigen Lebens sichert. Gleichzeitig wird die Haltung der Herde gegenüber dem guten Hirten, Christus, vom Evangelisten mit zwei spezifischen Worten beschrieben: hören und folgen. Diese Begriffe kennzeichnen die besonderen Charakteristiken derjenigen, die die Nachfolge des Herrn leben.

Vor allem durch das „Hören“ auf sein Wort wächst und nährt sich der Glaube. Nur wer aufmerksam auf die Stimme des Herrn hört, kann in seinem eigenen Gewissen die richtigen Entscheidungen treffen, Gottes Willen entsprechend zu handeln.

Dem Hören schließt sich das „Nachfolgen“ Jesu an: Man handelt dann täglich als Jünger, nachdem man zugehört und innerlich die Lehren des Meisters aufgenommen hat. An diesem Sonntag kommt also spontan eine Erinnerung an die Hirten der Kirche in den Sinn, und an diejenigen, die sich vorbereiten, Hirten zu werden.

Ich lade euch dazu ein, an einem besonderen Gebet für die Bischöfe teilzunehmen – dazu gehört auch der Bischof von Rom! -, für die Pfarrer und für alle, die in der Leitung der Herde Christi  Verantwortung tragen, dass sie bei ihrem Dienst treu und weise handeln mögen.

Beten wir an diesem Welttag des Gebets besonders für Berufungen zum Priestertum, damit niemals fähige Arbeiter im Weinberg des Herrn fehlen.

Siebzig Jahre ist es schon her, dass der verehrte Papst Pius XII. das Päpstliche Werk für priesterliche Berufungen gegründet hat. Diese geglückte Institution meines Vorgängers gründete sich auf der Überzeugung, dass die Berufungen in den Teilkirchen wachsen und reifen und in einem familiären Umfeld erleichtert werden, das verankert ist in einem gesunden und im unerschütterlichen Glauben, in Liebe und Frömmigkeit.

In meiner Botschaft für diesen Welttag habe ich hervorgehoben, dass die Berufung sich erfüllt, wenn „man von seinem eigenen engen Willen und der eigenen Idee der Selbstverwirklichung absieht und sich in einen anderen Willen versenkt, den Willen Gottes und sich von ihm leiten lässt.“

Auch in dieser Zeit, in der die Stimme des Herrn inmitten vieler anderer Stimmen unterzugehen scheint, ist jede kirchliche Gemeinschaft dazu aufgerufen, sich um Berufungen zum Priestertum und dem gottgeweihten Leben zu kümmern und sie zu fördern. Den Menschen verlangt es immer nach Gott, auch in unserer technologisierten Welt, und es werden immer Hirten benötigt, die sein Wort verkünden und den Herrn in den Sakramenten gegenwärtig machen.

Liebe Brüder und Schwestern, legen wir gestärkt durch die Osterfreude und den Glauben an den Auferstandenen all unsere Intentionen und unsere Vorhaben in die Hände der Jungfrau Maria, die Mutter aller Berufungen, denn mit ihrer Fürsprache erweckt und unterstützt sie zahlreiche und heilige Berufungen im Dienst an der Kirche und der Welt. (B16, 16. Mai 2011)

 

Der Gute Hirt

Herz Jesu Bild des Guten Hirten mit Schaf auf Schulter, S. Maria in Vado, Ferrara
Guter Hirt auf der Kanzel in Enzersfeld, Niederösterreich
Guter Hirt in St. Wolfgang im Salzkammergut
Guter Hirte, St. Giles, Cambridge (Guter Hirtendienst, B16, 7.5.2006, anläßl. einer Priesterweihe)
Tabernakel in der Seitenkapelle der Seitenkapelle
Wandmalerei über dem Sarkphag der Apostel Jakobus und Philippus, Rom
Glasfenster in Stokenchurch, England
Statue in der Mathiaskirche, Budapest
Glasfenster in der Rochester Cathedral
Statue in S. Maria della Pace, Rom
Mosaik in der Kathedrale von Aquileia
Mosaik im Mausoleum Galla Placidia, Ravenna
Glasfenster von Christopher Webb in der St Alban´s Cathedral 
Glasfenster im Kapuzinerkloster in Padua 

Freitag, 29. April 2022

Kapelle mit dem Haupt der hl. Katharina von Siena (tiefe Dankbarkeit und Demut)

 

Kapelle mit dem Haupt der hl. Katharina in S. Domenico, Siena

 
Und wenn die Seele sieht, wie maßlos sie geliebt wird, wie das Lamm sterbend am Kreuze sich hingibt, dann wird dieses Feuer sie durchleuchten und keine Finsternis mehr in ihr lassen.
Eine solche Seele wird tiefer im Verstehen, wird weit. Sie hat das Licht empfangen und kann nun unterscheiden, was der Wille Gottes ist. Und sie will nur mehr den Spuren des Gekreuzigten folgen. Einen anderen Weg gibt es nicht mehr für sie. Und keine andere Freude als seine Schmach! So also gelangt sie zur süßen göttlichen Milch, durch den Leib des gekreuzigten Christus.

O mildes Licht, in das keine Finsternis mehr hereinbricht und wo keine Bitterkeit und keine Trauer mehr Peinen bringt! Denn das Licht aus diesem Feuer weiß, daß alles von Gott ausgeht, außer Sünde und Laster.
Und weiß, daß Gott nur unsere Heiligung will. Um uns diese Heiligung in der Gnade zu schenken, ward Gott klein und band sich an den Menschen, damit seine Erniedrigung unsern Stolz bis in die Wurzel treffe!

Er ist die Richtschnur geworden, der wir alle folgen müssen. Der erleuchtete Geist sieht und weiß das wohl, da er mit den Augen der göttlichen Liebe und Güte zu sehen sucht. Wie findet er diese Richtschnur? In der Selbsterkenntnis. Denn da erkennt er, daß er aus sich selbst nichts ist und sein Sein von Gottes freier Gnade und Liebe besitzt. Solcher Güte wird er bereite Antwort geben. Es wird eine tiefe Dankbarkeit in ihm lebendig werden, tiefe Demut wird in ihm erströmen, die ihn nicht mehr zu Fall kommen oder stolz sich aufblähen läßt weder auf Grund von Amt und Würde noch Ruhmes halber.
(Katharina von Siena, Engagiert aus Glauben, 76f)

Herzenstausch (Wiener Dominikanerkirche)

Maria übergibt Katharina und Dominikus den Rosenkranz, Chapelle de la Sagesse Saint Laurent sur Sevre (Sich durch das Gebet in Gott verankern)

Katharina von Siena, Mitpatronin Europas (Johannes Paul II., 1999), am Grab der hl. Katharina
 

Die Vermählung der hl. Katharina (S. Maria sopra Minerva, Rom)

 
Am Grab der hl. Katharina in Rom (Vita u. Tod der hl. Katharina)

 
Das Haupt der hl. Katharina in Siena (Hymnus zur Vesper)


S. Domenico, Siena

Montag, 25. April 2022

Markus

Hl. Markus, der Evangelist, S. Marco, Venedig


Johannes mit dem Beinamen Markus (Apg 12,12) war der Sohn der Maria, in deren Haus sich die Urgemeinde von Jerusalem versammelte. Er begleitete seinen Verwandten Barnabas und den Apostel Paulus auf der ersten Missionsreise, kehrte aber, als sie in Perge in Pamphylien ankamen, allein nach Jerusalem zurück (Apg 13,13). Es scheint, dass er den Mut verloren hatte. Auf die zweite Missionsreise wollte Paulus ihn nicht mehr mitnehmen. Später finden wir ihn wieder bei Paulus (Phlm 24; Kol 4,10; 2 Tim 4,11). Dann war er Begleiter des Petrus in Rom. Petrus-Erinnerungen sind auch in dem nach Markus benannten Evangelium zu erkennen, das sicher vor der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) geschrieben wurde. - Nach der Überlieferung soll Markus die Kirche von Alexandrien gegründet und geleitet haben und dort als Märtyrer gestorben sein. Seine Reliquien kamen im 9. Jahrhundert auf abenteuerliche Weise nach Venedig, wo ihm die Hauptkirche (Markus-Dom) geweiht ist.
(erzabteibeuron)

 Herr, unser Gott, du hast den heiligen Markus auserwählt,
durch das Wort des Evangeliums dein Heil zu verkünden.
Gib, dass wir gläubig auf die Botschaft hören
und unserem Herrn Jesus Christus in Treue nachfolgen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Sonntag, 24. April 2022

Die Heilung des Misstrauens

Thomas berührt die Wundmale, S. Thomas, Unterpremstätten/Stmk

Liebe Brüder und Schwestern!

Der heutige Sonntag beschließt die Osteroktav, die wie ein einziger „vom Herrn gemachter" Tag ist, der sich durch die Auferstehung und die Freude der Jünger, Jesus zu sehen, auszeichnet. Seit der Antike wird dieser Sonntag „in albis" genannt, vom lateinischen Namen „alba", wie das weiße Gewand heißt, das die Neophyten bei der Tauf in der Osternacht trugen und nach acht Tagen ablegten. Der ehrwürdige Diener Gottes Johannes Paul II. hat diesen Sonntag anlässlich der Heiligsprechung von Schwester Maria Faustyna Kowalska am 20. April 2000 der Göttlichen Barmherzigkeit geweiht.

Reich an Barmherzigkeit und göttlicher Güte ist der Abschnitt aus dem Evangelium des heiligen Johannes (20, 19-31) vom heutigen Sonntag. Es wird berichtet, dass Jesus nach der Auferstehung die Jünger besuchte und dabei durch die verschlossenen Türen des Abendmahlssaales trat. Der heilige Augustinus erklärt: „Der Körpermasse aber, worin die Gottheit war, leisteten die verschlossenen Türen keinen Widerstand. Der nämlich konnte, ohne dass sie geöffnet wurden, eintreten, bei dessen Geburt die Jungfräulichkeit der Mutter unverletzt blieb" (In Ioh. 121,4: CCL 36/7, 667); und der heilige Gregor der Große fügt hinzu, dass unser Erlöser nach seiner Auferstehung mit einem unvergänglichen und tastbaren Leib, jedoch in einem Zustand der Herrlichkeit gekommen ist (vgl. Hom. in Evag., 21,1: CCL 141, 219). Jesus zeigt die Zeichen der Passion und gewährt dem ungläubigen Thomas sogar, sie zu berühren. Wie aber ist es möglich, dass ein Jünger zweifeln kann? Tatsächlich gestattet es uns das göttliche Entgegenkommen, jenseits der gläubigen Jünger auch von der Ungläubigkeit des Thomas zu profitieren. Denn als der zögernde Jünger die Wundmale des Herrn berührt, heilt er nicht nur sein eigenes Misstrauen, sondern auch das unsrige.

Der Besuch des Auferstandenen beschränkt sich nicht auf den Bereich des Abendmahlssaals, sondern geht darüber hinaus, damit alle das Geschenk des Friedens und des Lebens mit dem „schöpferischen Hauch" empfangen können. Zweimal nämlich sagte Jesus zu den Jüngern: „Friede sei mit euch!", und er fügte hinzu: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch". Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert". Das ist der Auftrag der Kirche, der der Paraklet stets zur Seite steht: allen die frohe Botschaft zu bringen, die freudige Wahrheit der barmherzigen Liebe Gottes, „damit ihr glaubt - wie der heilige Johannes sagt -, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen" (20,31).

Im Licht dieses Wortes ermutige ich vor allem alle Hirten, dem Beispiel des heiligen Pfarrers von Ars zu folgen, der „in seiner Zeit das Herz und das Leben so vieler Menschen zu verwandeln vermocht (hat), weil es ihm gelungen ist, sie die barmherzige Liebe des Herrn wahrnehmen zu lassen. Auch in unserer Zeit ist eine solche Verkündigung und ein solches Zeugnis der Wahrheit der Liebe dringend" (Schreiben zum Beginn des Priesterjahres). Auf diese Weise werden wir immer vertrauter und näher mit dem, den unsere Augen nicht gesehen haben, dessen unendlicher Barmherzigkeit wir jedoch absolut gewiss sind haben. Die Jungfrau Maria, Königin der Apostel, bitten wir, die Sendung der Kirche zu unterstützen, und sie rufen wir voller Freude jubelnd an: Regina Caeli.....

(B16, 12.4.2010