Freitag, 6. Februar 2026

Es gibt keinen anderen Weg zum Heil, als den der Christen (Paul Miki)

Der Jesuit Paul Miki, ein gebürtiger Japaner, und seine mit ihm am 5. Februar 1597 in Nagasaki gekreuzigten 25 Gefährten sind die ersten (1862 kanonisierten) Heiligen des Fernen Ostens. Die aus europäischen Missionaren und einheimischen Christen bestehende Schar gehört zeitlich in die 1549 vom hl. Franz Xaver begonnene japanische Mission, die um 1580 schon etwa 160.000 Gläubige zählte und seit 1587 furchtbaren Verfolgungen ausgesetzt war. Erst im 19. Jh. war Japan wieder für die Missionsarbeit zugänglich, die an die dort noch vorhandenen „Altchristen“ anzuknüpfen versuchte.
erzabteibeuron


Martyrium des hl. Paul Miki und seiner Gefährten in der Innsbrucker Universitätskirche

Brief des vierzehnjährigen Thomas Ozaki an seine Mutter (Kreuzigung und Kreuzabnahme des Herrn in Burgos)

Heiliger Paul Miki, bitte für uns


Ihr sollt meine Zeugen sein
 
In dem Bewusstsein, in hohen Ehren vor den Augen all derer zu stehen, die ihm einst angehört hatten, erklärte unser Bruder Paulus Miki den Umstehenden, er sei Japaner und gehöre zur Gesellschaft Jesu, er müsse sterben wegen der Verkündigung des Evangeliums und danke Gott für diese außerordentliche Wohltat. Dann fügte er hinzu: "Da es nun mit mir dahin gekommen ist, denke ich, niemand von euch wird von mir glauben, dass ich die Wahrheit verhehle. So erkläre ich denn euch allen, dass es keinen anderen Weg zum Heil gibt, als den der Christen. Dieser Weg lehrt mich, den Feinden zu verzeihen und allen, die mich beleidigt haben. Darum vergebe ich gerne dem König und allen, die an meinem Tod schuldig sind und ich bitte sie, die christliche Taufe zu empfangen." Dann richtete er seine Augen auf die Gefährten und begann ihnen für den Höhepunkt dieses Kampfes Mut zuzusprechen. Auf dem Gesicht aller erschien ein Aufleuchten der Freude, besonders bei Ludwig. Als ihm ein anderer Christ zurief, er werde bald im Paradies sein, lenkte er durch eine von Freude erfüllte Bewegung der Finger und des ganzen Leibes die Augen aller Zuschauer auf sich. Antonius, neben Ludwig, richtete seinen Blick zum Himmel und rief die heiligen Namen Jesus und Maria und sang den Psalm: "Lobet, ihr Knechte des Herrn!", den er im katechetischen Institut von Nagasaki gelernt hatte, wo man große Mühe darauf verwendet, den Knaben einige Psalmen beizubringen. Andere riefen mit frohem Angesicht immer wieder: "Jesus, Maria!" Einige ermahnten sogar die Umstehenden, ein eines Christen würdigeres Leben zu führen. Durch diese und andere Handlungen zeigten sie ihre Bereitschaft zu sterben.
Da zogen die vier Henker die Schwerter, wie sie bei den Japanern im Gebrauch sind. Bei diesem schrecklichen Anblick schrien die Gläubigen: "Jesus! Maria!", und ein Wehklagen erhob sich, das den Himmel selbst rühren musste. Die Henker töten sie nacheinander mit einem oder einem zweiten Stoß. 

Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. In ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben. * Durch ihn sind wir erlöst und befreit.
Euch wurde die Gnade zuteil, nicht nur an Christus zu glauben, sondern auch seinetwegen zu leiden. * Durch ihn sind wir erlöst und befreit.

Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen Paul Miki und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz zur ewigen Herrlichkeit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen, Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

In der Pfarrkirche St. Martin in Bamberg (Bayern, Deutschland) findest du mehrere Figuren barocker Jesuiten-Heiliger, die vom Jesuiten-Bildhauer *Johannes Bitterich (1675 – † 1720) geschaffen wurden – darunter auch die Figur des Paul Miki.

Diese überlebensgroßen Holzfiguren stehen im Langhaus der Kirche und zeigen Jesuitenheilige, viele davon mit Bezug zur Japan-Mission:

  • Hl. Paul Miki – japanischer Jesuitenmärtyrer, der 1597 hingerichtet wurde.
  • Hl. Jakob Chisai – einer der japanischen Mitschwestern/Mitbrüder, ebenfalls Märtyrer.
  • Hl. Johannes de Goto – weiterer japanischer Märtyrer.
  • Hl. Stanislaus Kostka – Jesuit und Patron junger Novizen.
  • Hl. Franz von Borgia – dritten Ordensoberer der Jesuiten.
  • Hl. Aloysius Gonzaga – Jesuit und Patron der Jugend.

Diese Figuren stehen entlang der Wände im Langhaus der Kirche, meist auf Konsolen oder in Nischen, so dass ein Betrachter beim Gang durch das Kirchenschiff nacheinander auf sie trifft.

Johannes Bitterich SJ hat um 1675 (wahrscheinlich in Tirol) bis 1720 gelebt. Er war Jesuit und Bildhauer, tätig um 1700 / frühes 18. Jahrhundert.

Seine Werke – wie die Figur des hl. Paul Miki – gehören stilistisch in den späten Hoch- bis Frührokoko-Barock und stehen stark im Kontext der jesuitischen Frömmigkeit nach der Gegenreformation.


Pfarrkirche St. Martin, Bamberg, ehemalige Jesuiten- und Universitätskirche

Donnerstag, 5. Februar 2026

Agatha von Catania

 

Kathedrale von Catania

Heilige Agatha, bitte für uns!

Die frühen Martyrologien, die sie zu diesem Tag in Catania (Sizilien) anführen, scheinen die Zeit der Verfolgung unter Decius (249–251) im Auge zu haben. Die Legende berichtet, man habe die Heilige in ein öffentliches Haus gebracht und grausam gemartert, um sie zum Abfall zu bringen. Dargestellt wird sie mit den nach der Legende bei der Folterung abgetrennten Brüsten. (erzabteibeuron)

Allmächtiger Gott,du hast die heilige Agatha
zur Jungfräulichkeit um Christi willen berufen
und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt.
Höre auf ihre Fürsprache
und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren
und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.



Statue der hl. Agatha mit dem Leidenswerkzeug an der  Fassade der Kathedrale

Am Grab der hl. Agatha in Catania/Sizilien

Mosaik der hl. Agatha in der Krypta der hl.  Cäcilia 

Bild im Stift Vorau (Martyrium der hl. Agatha) 2013

Bilderzyklus in Sant`Agata dei Goti 2016

Hauptaltarbild des Martyriums (Kremser Schmid) in Hausleiten/NÖ 2019

Mittwoch, 4. Februar 2026

Hrabanus Maurus

 

Dom zu Fulda

Abt, Bischof
Namensdeutung: Rabe (germ.)
Namenstage: Rabanus, Hrabanus, Raban
Gedenktag: 4. Februar

Lebensdaten: geboren um 780 in Mainz, gestorben am 4. Februar 856 in Oestrich-Winkel

Lebensgeschichte: Raban stammte aus rheinfränkischem Adel und wurde als Oblate im Kloster Fulda erzogen. Nach der Diakonenweihe 801 wurde er noch Schüler Alkuins in Tours – vom Hoftheologen Karls des Großen erhielt er auch den Beinamen Maurus in Anlehnung an den Lieblingsschüler des heiligen Benedikt. Zurück in Fulda, übernahm er den Unterricht an der Klosterschule, wurde 814 Priester und 822 zum Abt gewählt.

Unter seiner Leitung und intellektuellen Anziehungskraft entwickelte sich das Kloster Fulda zu einem geistlichen, straff verwalteten Zentrum mit 600 Mönchen sowie zu einer bedeutenden Stätte der Wissensvermittlung der kirchlichen und profanen Antike an das frühe Mittelalter. Rabanus selbst stellte auf Grundlage besonders der Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor den Großen Erklärungen der gesamten Heiligen Schrift zusammen, die noch bis zur beginnenden Neuzeit breite Verwendung fanden. Sein sehr umfangreiches und vielseitiges Schrifttum umfasst neben theologisch-kirchlichen Büchern für die Ausbildung des Klerus noch enzyklopädische, grammatische und mathematische Werke. Sein frühestes und eigenständiges Werk, das Figurengedicht „Lob des heiligen Kreuzes“, war bis zur Humanistenzeit beliebt. Ihm wird der Pfingsthymnus „Veni, creator Spiritus – Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“ (Gotteslob 341/42) zugeschrieben.

Raban war ein Anhänger der Reichseinheit, weswegen er 842, nachdem Ludwig der Deutsche die Reichsteilung erzwungen hatte, als Abt resignierte und sich auf den Petersberg bei Fulda zurückzog. Doch Ludwig suchte ihn persönlich auf und berief den dann 67-jährigen Gelehrten zum Erzbischof von Mainz. Unter seiner Leitung fanden drei größere Synoden statt, darunter die im Jahr 848 mit der Verurteilung seines früheren Oblaten Gottschalk, der eine irrige Vorsehungslehre vertrat. Raban beteiligte sich auch am Abendmahlstreit zwischen Paschasius Radbertus und Ratramnus von Corbie. Besonders im Gedächtnis blieb jedoch sein Einsatz während der Hungersnot von 850.

Verehrung: Raban wurde in der Grablege der Mainzer Erzbischöfe in St. Alban bestattet. Die Versuche Kardinal Albrechts von Brandenburg, ihn 1540 in die Renaissancestadt Halle zu überführen, endeten in Aschaffenburg, wo sich hernach seine Spuren verlieren. Ab der Neuzeit wurde Rabanus verschiedentlich als „Praeceptor Germaniae – Lehrer Deutschlands“ verehrt.

Darstellung: als Bischof, als Abt beim Überreichen seines Werks, mit Spruchband „Veni creator Spiritus“

Hrabanus Maurus in der Domkrypta Fulda beim Grab des hl. Bonifatius

Dienstag, 3. Februar 2026

Blasius im mittelalterlichen Becket-Window

 


Heiliger Blasius, bitte für uns (um 1320)

Nach der Legende wurde Bischof Blasius von Sebaste in Armenien unter Kaiser Licinius nach grausamen Martern enthauptet (um 316). Seine seit dem Mittelalter im Morgen- und Abendland weitverbreitete Verehrung beruht auf legendären Berichten: Heilung eines Knaben, der an einer verschluckten Fischgräte zu ersticken drohte, Übergabe einer Kerze und anderer Gaben durch eine Frau, der er das vom Wolf geraubte Schwein zurückbrachte. (erzabteibeuronde)


Herr, unser Gott,erhöre dein Volk, das am Tag des heiligen
Bischofs und Märtyrers Blasius zu dir ruft.
Bewahre uns vor Krankheit und Schaden
in diesem zeitlichen Leben
und hilf uns in aller Not,
damit wir das ewige Heil erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Christ Church Cathedral, Oxford


Montag, 2. Februar 2026

Die Wesenszüge Christi sichtbar machen (Mariä Lichtmess - Tag des geweihten Lebens)

 

St Botolph, Boston


BOTSCHAFT VON JOHANNES PAUL II.
ANLÄßLICH DES I. TAGES DES GEWEIHTEN LEBENS

Verehrte Mitbrüder im Bischofsamt,
liebe Personen des geweihten Lebens!

1. Die Feier des Tages des geweihten Lebens, der am kommenden 2. Februar zum ersten Mal begangen wird, will der ganzen Kirche helfen, das Zeugnis der Männer und Frauen, die sich für ein Leben der engeren Christusnachfolge durch die Übernahme der evangelischen Räte entschieden haben, immer mehr wertzuschätzen. Zugleich will er für die Personen des geweihten Lebens Gelegenheit sein, ihre Vorsätze zu erneuern und ihre Hingabe an den Herrn zu verlebendigen.

Die Sendung des geweihten Lebens in der Gegenwart und Zukunft der Kirche an der Schwelle zum dritten Jahrtausend betrifft nicht nur diejenigen, denen dieses besondere Charisma geschenkt wurde, sondern alle Christen. In meinem nachsynodalen apostolischen Schreiben Vita Consecrata, das im letzten Jahr veröffentlicht wurde, habe ich geschrieben: "Tatsächlich steht das geweihte Leben als entscheidendes Element für die Sendung der Kirche in deren Herz und Mitte, da es »das innerste Wesen der christlichen Berufung offenbart und darstellt« und das Streben der ganzen Kirche als Braut nach der Vereinigung mit dem einen Bräutigam zum Ausdruck bringt" (n. 3). Die Personen des geweihten Lebens möchte ich noch einmal ermuntern, mit Vertrauen in die Zukunft zu blicken und auf die Treue Gottes und die Macht seiner Gnade zu bauen, die fähig ist, immer neue Wunder zu wirken: "Ihr sollt euch nicht nur einer glanzvollen Geschichte erinnern und darüber erzählen, sondern ihr habt eine große Geschichte aufzubauen! Blickt in die Zukunft, in die der Geist euch versetzt, um durch euch noch große Dinge zu vollbringen" (ebd.., 110).

Die Gründe für einen Tag des geweihten Lebens

1. Das Ziel eines solchen Tages ist darum ein dreifaches: zunächst entspricht er dem inneren Bedürfnis, den Herrn in noch feierlicherer Weise zu preisen und ihm für das große Geschenk des geweihten Lebens zu danken. Denn es bereichert und erfreut die christliche Gemeinschaft mit der Vielfalt seiner Charismen und den Früchten der Erbauung, die aus der Ganzhingabe so vieler an Gottes Reich fließen. Wir dürfen niemals vergessen, daß das geweihte Leben nicht zuerst Ergebnis menschlicher Anstrengungen ist, sondern Gabe, die von oben kommt, Initiative des Vaters, "der sein Geschöpf mit einer besonderen Liebe und im Hinblick auf eine spezielle Sendung an sich zieht" (ebd., 17). Dieser Blick seiner bevorzugten Liebe trifft zutiefst das Herz des Gerufenen, welcher sich vom Heiligen Geist bewegt aufmacht, der Spur Christi in einer Form der besonderen Nachfolge durch die Übernahme der evangelischen Räte der Jungfräulichkeit, der Armut und des Gehorsams nachzugehen. Welch wunderbares Geschenk!

"Was wäre die Welt, wenn es die Ordensleute nicht gäbe?", fragte sich zurecht die hl. Theresia (Buch des Lebens, Kap. 32, 11). Eine Frage, die uns anregt, dem Herrn unentwegt dafür zu danken, daß er mit dieser besonderen Gabe des Geistes seine Kirche auf ihrem schwierigen Weg durch die Welt belebt und ihr beisteht.

3. Zweitens will dieser Tag die Kenntnis und die Wertschätzung des geweihten Lebens im ganzen Gottesvolk fördern.

Wie das Konzil hervorhob (vgl. Lumen gentium, 44), und wie ich selbst in dem oben genannten Apostolischen Schreiben bekräftigt habe, "ahmt das geweihte Leben .... die Lebensform »ausdrücklicher nach und bringt sie in der Kirche ständig zur Darstellung«, die Jesus, der höchste Geweihte und Gesandte des Vaters für sein Reich und für die Jünger, die ihm folgten, bestimmt hat" (n. 22). Das geweihte Leben ist also in besonderer und lebendiger Weise Erinnerung an das Sohn-Sein Jesu, der den Vater zu seiner einzigen Liebe macht - die Jungfräulichkeit Jesu -, der all seinen Reichtum ausschließlich in Ihm findet, - seine Armut -, und für den der Wille des Vaters die "Speise" ist, die ihn nährt (vgl. Joh 4,34) - sein Gehorsam.

Diese Lebensform, die Christus selbst auf sich genommen hat, und die besonders durch die Personen des geweihten Lebens gegenwärtig gesetzt wird, ist von großer Bedeutung für die Kirche, die ja in jedem ihrer Glieder gerufen ist, gleichermaßen nach Gott als ihrem Alles zu trachten und Christus im Licht und in der Kraft des Heiligen Geistes nachzufolgen.

Das Leben der besonderen Weihe an Gott in seinen vielfältigen Ausdrucksformen steht somit im Dienst an der Taufweihe aller Gläubigen. In der Betrachtung der Gabe des geweihten Lebens betrachtet die Kirche ihre innerste Berufung, allein ihrem Herrn zu gehören und in seinen Augen "ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig und makellos" (Ef 5,27) zu sein.

So ist verständlich, warum man dieser Lebensform einen speziellen Tag widmet, der dazu beiträgt, daß alle Glieder des Gottesvolkes eingehender und tiefer über das geweihte Leben nachdenken und seine Lehre aufnehmen.

4. Der dritte Beweggrund betrifft direkt die Personen des geweihten Lebens, die eingeladen sind, gemeinsam und in feierlicher Weise die Wundertaten zu feiern, die der Herr an ihnen vollbracht hat, um mit noch klarerem Glaubensblick die Strahlen der göttlichen Schönheit wahrzunehmen, die der Geist ihrer Lebensform verliehen hat, und um sich ihrer unersetzlichen Sendung in der Kirche und in der Welt lebendiger bewußt zu werden.

In eine oft hektische und zerstreuende Welt hineingestellt, und manches Mal von drängenden Aufgaben in Beschlag genommen, wird die Feier solch eines jährlichen Gedenktages den Personen des geweihten Lebens auch helfen, zu den Quellen ihrer Berufung zurückzukehren, eine Bilanz ihres eigenen Lebens zu ziehen und die Verpflichtung ihrer Weihe zu bekräftigen. So können sie den Männern und Frauen unserer Zeit in den verschiedenen Lebenslagen mit Freude Zeugnis davon geben, daß der Herr die Liebe ist und fähig, das Herz des Menschen zu erfüllen.

Es ist wirklich dringend notwendig, daß das geweihte Leben sich immer mehr als "von Freude und vom Heiligen Geist erfüllt" darstellt, schwungvoll die Wege der Sendung geht, und aufgrund des gelebten Zeugnisses an Glaubwürdigkeit gewinnt, denn "der heutige Mensch ... hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann eben, weil sie Zeugen sind." (Apost. Schreiben, Evangelii nuntiandi, n. 41).

Am Fest der Darstellung des Herrn

5. Der Tag des geweihten Lebens wird an dem kirchlichen Festtag begangen, der daran erinnert, daß Maria und Joseph Jesus im Tempel dargebracht haben, "um ihn dem Herrn zu weihen" (Lk 2,22).

In dieser Szene des Evangeliums wird das Geheimnis Christi, des Geweihten des Vaters enthüllt, der in die Welt gekommen ist, um den Willen Gottes treu zu erfüllen (vgl. Hebr. 10, 5-7). Simeon bezeichnet ihn als "Licht, das die Heiden erleuchtet" (Lk 2,32) und sagt mit prophetischen Worten das erhabene Opfer Jesu an den Vater und seinen endgültigen Sieg voraus (vgl. Lk 2, 32-35).

Die Darstellung Jesu im Tempel ist so ein beredtes Bild der Ganzhingabe des eigenen Lebens für diejenigen, die berufen sind, in der Kirche und in der Welt durch die evangelischen Räte "die Wesenszüge Christi - Jungfräulichkeit, Armut und Gehorsam" (Apost. Schreiben Vita consecrata, n. 1) sichtbar zu machen.

Mit der Darstellung Christi ist Maria verbunden.

Die jungfräuliche Mutter, die ihren Sohn zum Tempel bringt, um ihn dem Vater zu weihen, ist ein treffendes Bild für die Kirche, die fortfährt, ihre Söhne und Töchter dem himmlischen Vater darzubringen und sie so mit dem einzigen Opfer Christi zu verbinden, das Grund und Vorbild jeder Weihe in der Kirche ist.

Seit einigen Jahrzehnten ist der 2. Februar in der Kirche Roms und in anderen Diözesen für zahlreiche Mitglieder von Instituten des geweihten Lebens und Gesellschaften des Apostolischen Lebens Anlaß, sich gleichsam spontan um den Papst und die Hirten der jeweiligen Diözesen zu scharen, um in Gemeinschaft mit dem ganzen Volk Gottes auf die Gabe und Verpflichtung ihrer Berufung, die Vielfältigkeit der Charismen des geweihten Lebens und ihre spezifische Präsenz in der Gemeinschaft der Gläubigen aufmerksam zu machen.

Es ist mein Wunsch, daß diese Erfahrung sich auf die ganze Kirche ausweitet, damit die Feier des Tages des geweihten Lebens die Personen des geweihten Lebens und die anderen Gläubigen zusammenbringt, um mit der Gottesmutter Maria die Wundertaten zu besingen, die der Herr an so vielen seiner Söhne und Töchter vollbracht hat, und um allen kundzutun, daß alle von Christus Erlösten dazu bestimmt sind, "ein Volk zu sein, das ihm heilig ist" (Dt 28,9).

Die erwarteten Früchte für die Sendung der ganzen Kirche

6. Liebe Brüder und Schwestern, während ich die Einrichtung dieses Gedenktages dem mütterlichen Schutz Mariens anempfehle, wünsche ich von Herzen, daß er reiche Frucht für die Heiligkeit und Sendung der Kirche trage. Insbesondere möge er helfen, in der Gemeinschaft der Christen die Wertschätzung für die Berufungen zum geweihten Leben zu vermehren, das Gebet um Berufungen in ihr zu intensivieren, und so dazu beitragen, daß in den Jugendlichen und ihren Familien eine Haltung großherziger Bereitschaft reifen kann, diese Gabe anzunehmen. Dies wird dem kirchlichen Leben in seiner Gesamtheit zum Nutzen gereichen und der Neuevangelisierung Kraft geben.

Ich vertraue darauf, daß dieser "Tag" des Gebets und der Reflektion den Ortskirchen hilft, das Geschenk des geweihten Lebens immer mehr zu schätzen und sich an seiner Botschaft zu messen, um das rechte und fruchtbare Gleichgewicht zwischen Aktion und Kontemplation, Gebet und tätiger Nächstenliebe, Engagement im Hier und Jetzt der Geschichte und eschatologischer Erwartung zu finden.

Die Jungfrau Maria, die das hohe Vorrecht hatte, dem Vater seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus als reine und heilige Opfergabe darzubringen, möge dafür sorgen, daß wir immer offen und aufnahmebereit für die großen Werke sind, die Er nicht aufhört, zum Wohl seiner Kirche und der ganzen Menschheit zu vollbringen.

Indem ich den Personen des geweihten Lebens Beständigkeit und Freude an ihrer Berufung wünsche, erteile ich allen meinen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 6. Januar 1997



Nun lässt du Herr deinen Knecht, wie du gesagt hast in Frieden scheiden,
denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Fenster der Darstellung des Herrn, St Botolph, Boston



Glasfenster in Corpus Christi Brixton, London, Benedikt XVI., 2. Februar 2013

Glasfenster in St James, Spanish Place, London

Fresko in der Domininikanerkirche in Malta/Vittoriosa

Relief in Notre Dame de Paris (Präfation)

Rosenkranzgeheimnisse um das Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche

Rosenkranzstation auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje

Rosenkranzbasilika in Lourdes (Johannes Paul II., 2. Februar 2000)

Fra Bartolomeo, Kunsthistorisches Museum, Wien

Relief in St. Agatha, Hausleiten, Niederösterreich (Papst Benedikt XVI. zur Darstellung d. Herrn 2003)

Mariä Lichtmess im Musee des Beaux Arts - Brüssel

Alte Gebete zur Kerzenweihe

Mariä Lichtmess in S. Maria in Trastevere - Rom (Johannes Paul II. in Redemptoris Mater) 
 
Mariä Lichtmess in Alba de Tormes (Hymnus)

Mariä Lichtmess in der Basilika Frauenkirchen (Papst Benedikt XVI. über das gottgeweihte Leben am 2.2.2006)