Der König von Assur hat die kleinen Königreiche des Westens unterworfen,
nur Jerusalem leistet noch Widerstand, einen aussichtslosen Widerstand,
wenn man die Machtverhältnisse betrachtet. Aber der König Hiskija,
gestützt vom Propheten Jesaja, kapituliert nicht. Er verlässt sich auf
Jahwe, den lebendigen Gott, der helfen kann. Tatsächlich wird Jerusalem
gerettet. Der biblische Bericht schreibt die Rettung dem „Engel des
Herrn“ zu. Der griechische Schriftsteller Herodot weiß von einer
Epidemie, die im Lager der Assyrer ausbrach. Beide Darstellungen
schließen sich nicht aus. Die Frage ist, von welcher Seite man die
Ereignisse betrachtet. – Zu bedenken ist, dass es keine geschichtliche
Situation gibt, in der Gott durch ein Wunder eingreifen müsste. Er kann
auch zulassen, dass Jerusalem zerstört wird. Gott hat viele Weisen, die
Geschichte der Welt und des einzelnen Menschen zu regieren. – 2 Chr
32, 17; Jes 37, 9b–38; 2 Chr 32, 20; Weish 13, 10; 1 Sam 17, 47; 2 Sam
7, 12–17; Hos 1, 7; 2 Chr 32, 21–22; 2 Makk 8, 18–19; Sir 48, 17–21
(erzabteibeuron)
Lesung aus dem zweiten Buch der Könige 19
In jenen Tagen
9b sandte Sánherib, der König von Assur,
Boten zu Hiskíja, dem König von Juda,
um ihm zu sagen:
10 So sollt ihr zu Hiskíja, dem König von Juda, sagen:
Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, wenn du sagst:
Jerusalem wird nicht in die Hand
des Königs von Assur gegeben werden.
11 Siehe, du hast doch gehört,
was die Könige von Assur
mit allen Ländern gemacht haben.
Sie haben an ihnen den Bann vollzogen.
Und du solltest gerettet werden?
14 Hiskíja nahm das Schreiben von den Boten in Empfang
und las es.
Dann ging er zum Haus des Herrn hinauf,
breitete das Schreiben vor dem Herrn aus
15 und betete vor dem Herrn;
er sagte:
Herr, Gott Israels, der über den Kérubim thront,
du allein bist der Gott aller Reiche der Erde.
Du hast den Himmel und die Erde gemacht.
16 Neige, Herr, dein Ohr und höre!
Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!
Höre die Worte Sánheribs,
der seinen Boten hergesandt hat,
um den lebendigen Gott zu verhöhnen.
17 Es ist wahr, Herr,
die Könige von Assur haben die Völker vernichtet,
ihre Länder verwüstet
18 und ihre Götter ins Feuer geworfen.
Denn das waren keine Götter,
sondern Werke von Menschenhand,
aus Holz und Stein;
darum konnte man sie vernichten.
19 Nun aber, Herr, unser Gott,
rette uns aus seiner Hand,
damit alle Reiche der Erde erkennen,
dass du, Herr, Gott bist, du allein!
20Der Prophet Jesája, der Sohn des Amoz,
schickte zu Hiskíja
und ließ ihm sagen:
So spricht der Herr, der Gott Israels:
Du hast zu mir wegen Sánherib,
des Königs von Assur, gebetet.
Ich habe es gehört.
21 Das ist das Wort, das der Herr über ihn gesprochen hat:
Dich verachtet, dich verspottet
die Jungfrau, die Tochter Zion.
Hinter dir
schüttelt die Tochter Jerusalem den Kopf über dich.
31 Denn von Jerusalem wird ein Rest ausziehen,
vom Berg Zion ziehen die Geretteten hinaus.
Der Eifer des Herrn wird das vollbringen.
32 Darum – so spricht der Herr über den König von Assur:
Er wird nicht in diese Stadt eindringen;
er wird keinen einzigen Pfeil hineinschießen,
er wird nicht
unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen
und keinen Wall gegen sie aufschütten.
33 Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist,
wird er wieder zurückkehren.
Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen – Spruch des Herrn.
34 Ich werde diese Stadt beschützen und retten,
um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
35a In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus
und erschlug im Lager der Assýrer
hundertfünfundachtzigtausend Mann.
36 Da brach Sánherib, der König von Assur, auf
und kehrte in sein Land zurück.
Er blieb in Nínive.
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| Peter Paul Rubens, die Niederlage des Sanherib, um 1617, Alte Pinakothek |