Sonntag, 25. Oktober 2020

Nicht wir haben Gott geliebt

 sondern Er hat uns zuerst geliebt,

und seinen Sohn gesandt

zur Sühne für unsere Sünden

(1 Joh 4,10)

Maria mit Kind, Jan Gossaert genannt Mabuse, um 1530, Tempera auf Holz,
Diözesanmuseum Brixen

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 22,34-40

In jener Zeit,
34 als die Pharisäer hörten,
dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie am selben Ort zusammen.
35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer,
wollte ihn versuchen
und fragte ihn: Meister,
36 welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
37 Er antwortete ihm:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit deinem ganzen Denken.
38 Das ist das wichtigste und erste Gebot.
39 Ebenso wichtig ist das zweite:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
40 An diesen beiden Geboten
hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

(Evangelium vom 30. Sonntag, Lesejahr A)

Beweinung Christi, nach William Key, um 1600, Öl auf Holz, Diözesanmuseum Brixen

Freitag, 23. Oktober 2020

Severin von Köln

Severingrab im Chorraum von St. Severin


Severin von Köln war der dritte namentlich bekannte Kölner Bischof. Seine Verehrung geht von der Kölner Kirche St. Severin aus, wo sich auch die Gebeine des Heiligen befinden. Sein Gedenktag ist der 23. Oktober.


St. Severin, Köln

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Johannes von Capestran

Die Rettung Belgrads durch Johannes, Franziskanerkirche Stuhlweissenburg

Das Leben des hl. Johannes von Capestrano (kath-info.de)

Sandalen, Habit und Stola des hl. Johannes von Capestran

227 später rettet wieder ein Franziskanermönch die Christenheit vor den Türken

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Und so sieht die Kaplanskirche von Johannes Paul II. aus

 

St. Florian, Krakau


Johannes Paul II. - Kaplanszeit als Studentenseelsorger

 

Altar von Johannes Paul II., als Kaplan in St. Florian, Krakau

 Im März 1949, acht Monate nach seiner Ankunft, wurde der Vikar von Niegowic in die Pfarrei St. florian in Krakau versetzt, in eine ganz andere Umgebung. Dort sollte Karol Woytyla eine Art der Seelsorge entwickeln und Freundschaftsbande knüpfen, die mehr als ein halbes Jahrhundert überdauerten. (..)

Die Studentenseelsorge hatte traditionell ihren Sitz an der Universitätskirche St. Anna. () Der dort wirkende Pfarrer Jan Pietraszko hatte unter den Studenten und der Krakauer Intelligenz so erfolgreich gewirkt, dass man das Studentenpfarramt vergrößeren mußte. Zu diesem Zweck hatte der Fürst-Kardinal den Vikar Wojtyla der Florianskirche zugewiesen, wo ein zweiten Seelsorgezentrum (...) geschaffen werden sollte. Woytila, der schon immer 16 bis 18 Stunden täglich arbeitete, packte die Aufgabe energisch an.

In seinen Jahren an St. Florian führte Wojtyla eine Reihe geistiger, liturgischer, kultureller und seelsorgischer Neuerungen ein, welche die Studentenseelsorge in der Erzdiözese Krakau einschneidend veränderten. Zugleich parierte er Punkt für Punkt die Bemühungen der stalinistischen Herrscher Polens, die Geschichte und Kultur des Landes umzuschreiben.

(in Stichworten):

- eine wöchentliche Verstanstaltungsreihe, die sich mit der Existenz Gottes und der geistigen Natur des Menschen befaßte

- Bildung einer Gruppe, die Thomas von Aquin im lateinischen Original las.

- durch seine Predigten lernte der Kaplan viele Intellektuelle kennen und kam rasch in den Dialaog mit den Naturwissenschaften.

- angeregt durch Pius Parsch gründete der Kaplan einen Studentchor und führte dialogische Messen ein, in denen die Studenten die Antworten gaben, die sonst den Meßdienern vorbehalten waren.

- Aufführung mittelalterlicher Mysterienspiele, die biblische Themen aufgriffen.

- der heftigste Kampf zwischen Kirche und Regime wurde auf dem Feld der Familie ausgetragen. Wohnungssituation, die Arbeitsstunden, die Schulstunden: alles war so organisiert, dass Eltern möglichst wenig Zeit mit ihren Kindern verbrachten. Die Ministrantentreffen fanden deshalb immer gemeinsam mit den Eltern statt, so daß die Familie Zeit miteinander verbrachte und dazu noch religiös unterwiesen wurde.

- 1950 führte Wojtyla den ersten Unterricht für Brautpaare in der Geschichte der Erzdiözese Krakau ein. Er schuf ein pastorales Programm, das junge Paare durch religiöses Nachdenken, theologische Unterweisung und offene Erörterung des Ehelebens und der Kindererziehung auf die christliche Ehe und Familie vorbereitete. Zu diesem Programm lud er auch Ärzte und Krankenschwestern ein.

- Während seiner zweieinhalb Jahre an der Florianskirche traute Wojtyla 160 Paare, im Durchschnitt eines pro Woche.

Die dauerhafteste Folge seiner Zeit an St. Florian war wohl, daß Karol Wojtyla hier tiefe persönliche, spirituelle und geistige Freundschaften mit jungen Laien schloß - Freundschaften, die in einigen Fällen mehr als 50 Jahre überdauert haben.

(aus: G. Weigel, Zeuge der Hoffnung, 98ff)

 

Johannes Paul bei einem Einkehrtag für Studenten:

Der Sexualtrieb ist eine Gabe Gottes. Der Mensch kann diesen Trieb ausschließlich Gott aufopfern und das Gelübde der Jungfräulichkeit ablegen.

Er kann ihn aber auch einem anderen Menschen schenken, in dem Wissen, daß er ihn einer Person gibt. Es kann kein Akt des Zufalls sein. Auf der anderen Seite steht auch ein Mensch, der nicht verletzt werden darf, den man lieben sollte. Nur eine Person kann eine Person lieben.

Zu lieben heißt, das Wohl des anderen zu wollen, sich selbst für das Glück des anderen aufzuopfern. (ebd)

Heiliger Johannes Paul II., bitte für uns
und deine Nachfolger im Petrusamt

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Der Schrein der hl. Ursula

Der Legende nach wurden die Hunnen, die die Stadt Köln seit längerer Zeit belagert hatten, nach der Ermordung der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen von 11.000 Engeln in die Flucht geschlagen. Zum Dank bestatteten die Kölner Bürger die Märtyrerinnen feierlich und stellten ihre Stadt unter das Patronat der heiligen Ursula.


Ursulaschrein, St. Ursula Köln

 

Nach der Erhebung der Gebeine der heiligen Ursula aus dem neu entdeckten ager Ursulanus, wurde zwischen 1156 und 1170 ein goldener Reliquienschrein hergestellt. Um 1800 wurde er von den französischen Truppen seines Metallschmucks beraubt. Franz Wüsten und Gabriel Hermeling fertigten daraufhin aus den Resten des alten 1878 bis 1883 einen neuen Schrein. In gotischer Zeit stand der Ursulaschrein hinter der Mensa erhöht auf einer Schieferplatte eingerahmt von den Schreinen des heiligen Aetherius und des heiligen Hippolitus. Gläubige konnten unter dem Schrein her gehen, um so der Heiligen, auf deren Beistand sie hofften, zu huldigen und ihr möglichst nahe zu sein.

(Quelle: erzbistumköln)

Ursula zwischen den Erzengeln Gabriel und Michael

 
Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Karl von Österreich

 


Ursula:

Fenster der Ursula mit ihren Gefährtinnen (Kölner Ursulakirche) und der Hymnus zu Ehren der elftausend Jungfrauen von Hildegard von Bingen

Am Grab der hl. Ursula in Köln, Ursulalegende

Schutzmantelursula und Leben der hl. Ursula

 

links Ursulaschrein, rechts Atheriusschrein (legendärer Bräutigam der hl. Ursula)

Dienstag, 20. Oktober 2020

Jakob Kern - er wollte ein froher Diener aller sein

Stift Geras

 

Verehrte Freunde des Stiftes, 

Jakob Kern war ein außergewöhnlicher Priester, aber mit Sicherheit nicht im Sinne heutiger Zuschaustellung in der Öffentlichkeit, sondern durch das Wirken seiner Persönlichkeit, gepaart mit einer tiefen Frömmigkeit – wir bezeichnen es heute mit dem zeitgemäßeren Wort „Spiritualität“.

1.     Jakob Kern war Sühnepriester, jedoch nicht im Sinne eines falsch verstandenen Masochismus, sondern er war sich bewusst, dass nur die Hingabe in Wahrheit fähig ist, Leben zu schenken. So wurde er – wie wir auch in unserem Jakob-Kern-Lied singen– zum Weizenkorn, das, in die Erde gefallen und gestorben, reiche Frucht brachte.

2.     Jakob Kern war Segenspriester: Durch seine Hinwendung zu den Menschen in der Seelsorgearbeit des Stiftes Geras vermochte er es, vielen Menschen Trost und Segen zu bringen. Er war somit ein lebendiger Vermittler des barmherzigen und menschenfreundlichen Gottes und seines Sohnes Jesus Christus, der in die Welt gekommen ist, nicht um die Menschen zu richten, sondern um sie zu retten.“ (vgl. Jo 3,17).

3.     Jakob Kern fand seine Erfüllung in der Spiritualität der Eucharistie. Die Feier der Liturgie ist die Vergegenwärtigung des ganzen Heilsgeschehens in Christus, insbesondere seines Todes und seiner Auferstehung. Wir Christen leben aus diesem Geheimnis, dass im Tode Christi das Leben ein für allemal gesiegt hat.

4.     Jakob Kern war ein großer Verehrer der Gottesmutter Maria: Papst Benedikt XVI. umreißt in seinem Büchlein „Die Tochter Zion“ sehr treffend, was das Wesen jeder Marienverehrung in Wirklichkeit sein soll: „Sie ist über alle Probleme hinweg das Hingerissenwerden von der Freude darüber, dass es das wahre Israel unzerstörbar gibt; sie ist das glückselige Einschwingen in die Freude des Magnificat und damit Lobpreis dessen, dem sich die Tochter Zion verdankt und den sie trägt als die wahre, unverwesliche und unzerstörbare Lade des Bundes.“
(aus dem Vorwort zur Sonderausgabe Unser Stift Geras zum Jubiläum 10 Jahre Seligsprechung Jakob Kern, 2008, Abt Michael Prohazka OPraem)



Bild über dem Reliquienschrein v. Jakob Kern, Stift Geras
 

Am Grab des sel. Jakob Kern in der Stiftskirche Geras

Gedenktafel bei der Taufkirche in St. Jakob, Wien Penzing


Stiftskirche Geras

 Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Vitalis von Salzburg.

Montag, 19. Oktober 2020

Jerzy Popieluszko, polnischer Märtyrer

 

Jerzy Popieluszko, Johannes Paul II., Kardinal Stefan Wyszynski
Fenster in der Kathedrale von Tschenstochau

 

Jerzy Popieluszko (* 14. September 1947 im ostpolnischen Okopy nahe bei Suchowola; † 19. Oktober 1984 bei Włocławek) war ein polnischer, römisch-katholischer, anti-kommunistischer Priester und Märtyrer der selig gesprochen wurde. Er wurde vom kommunistischen Geheimdienst "Służba Bezpieczeństwa" (SB) ermordet.

Sein liturgischer Gedenktag ist der 19. Oktober. In Polen ist Jerzy Popieluszko schon vor seiner Seligsprechung als Held im Kampf gegen den Kommunismus verehrt worden.

Biografie

Der selige Jerzy Popieluszko wurde im nordöstlichen Dorf Okopy nahe bei Suchowola in Polen geboren. Seine Eltern, Marianna und Władysław waren einfache Bauern. Bereits als Kind hatte er in seiner Familie Erfahrungen mit dem stalinistischem Terror machen müssen. 1961 besuchte er die Oberschule und von 1966 bis 1968 erfüllte er den Militärdienst. Später studierte er Philosophie und Theologie und empfing durch Kardinal Stefan Wyszynski am 28. Mai 1972 in Warschau die Priesterweihe. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er in verschiedenen Warschauer Pfarren vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Später wurde er als Seelsorger in verschiedenen medizinischen Einrichtungen eingesetzt. Darüberhinaus engagierte er sich mit großer Hingabe bei der Gründung von Arbeitergemeinden.

Am 31. August 1980 hielt er für die polnische Arbeiterbewegung die erste Messe und zwar für streikende Schweißer auf dem Gelände ihrer Fabrik. Er war als Kaplan ein besonders eifriger Unterstützer der 1980 gegründeten unabhängigen Gewerkschaft Solidarność, die aus der Streikbewegung heraus entstanden war. Der selige Jerzy Popieluszko organisierte eine Art Schule für die Arbeiter, wo ihnen neben Religion, polnische Geschichte, Literatur, Fragen des Rechts und Verhandlungstechniken vermittelt wurden. In seinen Predigten kritisierte er häuft die kommunistische Regierung und das am 13. Dezember 1981 über Polen verhängte Kriegsrecht. Das Kriegsrecht wurde deshalb verhängt, um den wachsenden Einfluß der Gewerkschaft Solidarność auf das polnische Volk zu brechen.

Am 28. Februar 1982 zelebrierte er erstmals die "Messe für das Vaterland". In seinen "Messen für das Vaterland" richtete er jeden letzten Sonntag im Monat von der Kanzel aus unmissverständliche Appelle an die Staatsregierung, in denen er das Verbot der Gewerkschaft Solidarność kritisierte. Die Machthaber des polnischen Regimes begannen gegen ihn zu ermitteln. 1983 wurde er aufgrund seiner Predigten und der öffentlichen Kritik am kommunistischen Regime verhaftet, konnte jedoch schon bald darauf wieder aus der Haft entlassen werden. Dennoch wurde er dreizehn Mal in der ersten Jahreshälfte 1984 zum Verhör geladen. Am 19. Oktober 1984 wurde der Priester durch Agenten des polnischen Geheimdienstes "Służba Bezpieczeństwa" nach Jahren der Bespitzelung und Schikanen entführt. Anschließend schlugen sie ihn mit Holzknüppeln zusammen, befestigten einen mit Steinen gefüllten Sack, in dem seine Füße steckten und ertränkten ihn im Weichsel-Stausee bei Włocławek, südöstlich von Bydgoszcz. Die Täter konnten rasch ausfindig gemacht werden, da der Fahrer des Kaplans fliehen konnte und sich das Autokennzeichen der Entführer gemerkt hatte.

Die Ermordung Jerzy Popiełuszkos sorgte in ganz Polen für heftige Kritik am kommunistischen Regime, was dazu führte, daß den drei Agenten des Geheimdienstes der Prozeß gemacht wurde. Zu einem Wunder wurde sein Begräbnis am 3. November 1984, weil trotz Einschüchterungen durch die Polizei über 600 000 Menschen zu seinem Begräbnis kamen. Sein Grab ist vor der Stanislaw-Kostka-Kirche in der er einst überfüllte Messen feierte.

Selig- und Heiligsprechung

Sein Grab im Warschauer Stadtteil Żoliborz wurde zur Pilgerstätte, am 14. Juni 1987 kniete dort Papst Johannes Paul II. nieder und küsste die Grabplatte. Am 8. Februar 1998 wurde der Seligsprechungsprozeß eingeleitet. Papst Benedikt XVI. anerkannte das Martyrium und den heroischen Tugendgrad des Dieners Gottes am 19. Dezember 2009 an. Am 6. Juni 2010 (Tag der Dankbarkeit) wurde er in Warschau durch Angelo Amato seliggesprochen. Rund 150.000 Gläubige nahmen an dem feierlichen Gottesdienst auf dem Pilsudski-Platz im Stadtzentrum teil. Unter ihnen war die 100-jährige Mutter Marianna Popieluszkos, aber auch rund 100 Bischöfe und die höchsten Politiker des Landes. Zum kirchlichen Gedenktag des neuen Seligen bestimmte Benedikt XVI. den 19. Oktober, den Todestag Popieluszkos.

Am 20. September 2014 begann in Paris der Heiligsprechungsprozess für Jerzy Popieluszko.

(kathpedia)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Paul vom Kreuz

Jerzy Popieluszko, Kathedrale von Tschenstochau
 

Die grundlegende Bedingung der Befreiung des Menschen für die Gewinnung der Freiheit und für die Bekämpfung des Bösen, das eine Lüge ist, ist das Gewinnen der Tugend der Tapferkeit.

Sie bedeutet die Überwindung der menschlichen Schwächen, besonders der Angst.

Ängstigen sollte man sich nur vor dem Verrat an Christus.

(Jerzy Popieluszko: An das Volk, Predigten)

Die grundlegende Bedingung der Befreiung des Menschen für die Gewinnung der Freiheit und für die Bekämpfung des Bösen, das eine Lüge ist, ist das Gewinnen der Tugend der Tapferkeit. Sie bedeutet die Überwindung der menschlichen Schwächen, besonders der Angst. Ängstigen sollte man sich nur vor dem Verrat an Christus.

Die grundlegende Bedingung der Befreiung des Menschen für die Gewinnung der Freiheit und für die Bekämpfung des Bösen, das eine Lüge ist, ist das Gewinnen der Tugend der Tapferkeit. Sie bedeutet die Überwindung der menschlichen Schwächen, besonders der Angst. Ängstigen sollte man sich nur vor dem Verrat an Christus.