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Mittwoch, 2. Juli 2025

Auf dem Weg zu Elisabeth

 

Heimsuchungskirche, Ain Karem,

 

Am heutigen Fest der Heimsuchung hören wir in der Liturgie erneut den Abschnitt des Lukasevangeliums, der Marias Weg von Nazaret zum Haus der älteren Kusine Elisabet erzählt. Wir können uns den Seelenzustand der Jungfrau nach der Verkündigung, als der Engel von ihr gegangen war, vorstellen. Maria trägt jetzt, geborgen in ihrem Schoß, ein großes Geheimnis in sich; sie weiß, daß etwas ganz Einzigartiges geschehen ist; sie ist sich bewußt, daß das letzte Kapitel der Heilsgeschichte der Welt begonnen hat. Aber um sie herum hat sich nichts verändert, und das Dorf Nazaret weiß nichts von dem, was ihr geschehen war.

Maria denkt aber zuerst nicht an sich selbst, sondern an die ältere Elisabet, die, wie sie erfahren hatte, hochschwanger war. Gedrängt vom Geheimnis der Liebe, das sie soeben in sich empfangen hat, macht sich Maria »eilends« auf den Weg, um ihr beizustehen. Das ist die einfache und zugleich erhabene Größe Marias! Als sie das Haus von Elisabet betritt, geschieht etwas, dessen Schönheit und tiefe Wirklichkeit kein Maler je wiedergeben könnte. Das innere Licht des Heiligen Geistes umstrahlt ihre Personen. Und Elisabet, vom Heiligen Geist erfüllt, ruft aus: »Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (Lk 1,42–45).
(Benedikt XVI., 3. Mai 2008)

Montag, 6. Januar 2020

Hochzeit von Kana (Ain Karim)

Hochzeit von Kana, Ain Karim, Heimsuchungsbasilika

Das "Zeichen von Kana" gehört nach dem Evangelium (Joh 2,1-11) zum Geheimnis der Offenbarung des Herrn. Daher erinnert die Römische Liturgie jedes Jahr am Hochfest der Erscheinung des Herrn daran:
"Drei Wunder heiligen diesen Tag:
Heute führte der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe.
Heute wurde Wasser zu Wein bei der Hochzeit.
Heute wurde Christus im Jordan getauft, uns zum Heil. Halleluja"
 (Erscheinung des Herrn, 2. Vesper, Magnificat-Antiphon).

Hochzeit von Kana
in Chartres
auf dem Weg nach Kana
die lateinische Kirche in Kana
bei der Johannesgemeinschaft

Heimsuchungsbasilika in Ain Karim

Montag, 10. Juni 2019

Maria, Mutter der Kirche

Schutzmantelmadonna, Heimsuchungskirche, Ain Karim



Gott, du Vater des Erbarmens,
dein Sohn hat am Kreuz seine Mutter Maria auch uns zur Mutter gegeben.
Schau hin auf seine große Liebe,
lass die Kirche zur Mutter vieler Kinder werden,
an denen Heiligkeit sie sich freuen kann,
und führe alle Völker in ihre Gemeinschaft.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Tagesgebet vom Gedenktag Maria, Mutter der Kirche)



Heute befindet sich Maria in der Freude und Herrlichkeit der Auferstehung. Die Tränen, die sie am Fuß des Kreuzes vergossen hat, haben sich zu einem Lächeln gewandelt, das durch nichts mehr ausgelöscht werden kann, und dennoch bleibt ihr mütterliches Mitleid uns gegenüber unverändert bestehen.
Das hilfreiche Eingreifen der Jungfrau Maria im Laufe der Geschichte bestätigt das und hört nicht auf, im Volk Gottes ein unerschütterliches Vertrauen zu ihr zu wecken: Das Gebet Memorare („Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria“) bringt dieses Gefühl sehr gut zum Ausdruck. Maria liebt jedes ihrer Kinder, wobei sie ihre Aufmerksamkeit besonders auf diejenigen lenkt, die wie ihr Sohn in der Stunde seiner Passion vom Leiden heimgesucht werden; sie liebt sie, einfach weil sie nach dem Willen Christi am Kreuz ihre Kinder sind.
(Benedikt XVI. in Lourdes am 15.9.2008)


Heimsuchungskirche, Ain Karim