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Freitag, 6. Februar 2026

Es gibt keinen anderen Weg zum Heil, als den der Christen (Paul Miki)

Der Jesuit Paul Miki, ein gebürtiger Japaner, und seine mit ihm am 5. Februar 1597 in Nagasaki gekreuzigten 25 Gefährten sind die ersten (1862 kanonisierten) Heiligen des Fernen Ostens. Die aus europäischen Missionaren und einheimischen Christen bestehende Schar gehört zeitlich in die 1549 vom hl. Franz Xaver begonnene japanische Mission, die um 1580 schon etwa 160.000 Gläubige zählte und seit 1587 furchtbaren Verfolgungen ausgesetzt war. Erst im 19. Jh. war Japan wieder für die Missionsarbeit zugänglich, die an die dort noch vorhandenen „Altchristen“ anzuknüpfen versuchte.
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Martyrium des hl. Paul Miki und seiner Gefährten in der Innsbrucker Universitätskirche

Brief des vierzehnjährigen Thomas Ozaki an seine Mutter (Kreuzigung und Kreuzabnahme des Herrn in Burgos)

Heiliger Paul Miki, bitte für uns


Ihr sollt meine Zeugen sein
 
In dem Bewusstsein, in hohen Ehren vor den Augen all derer zu stehen, die ihm einst angehört hatten, erklärte unser Bruder Paulus Miki den Umstehenden, er sei Japaner und gehöre zur Gesellschaft Jesu, er müsse sterben wegen der Verkündigung des Evangeliums und danke Gott für diese außerordentliche Wohltat. Dann fügte er hinzu: "Da es nun mit mir dahin gekommen ist, denke ich, niemand von euch wird von mir glauben, dass ich die Wahrheit verhehle. So erkläre ich denn euch allen, dass es keinen anderen Weg zum Heil gibt, als den der Christen. Dieser Weg lehrt mich, den Feinden zu verzeihen und allen, die mich beleidigt haben. Darum vergebe ich gerne dem König und allen, die an meinem Tod schuldig sind und ich bitte sie, die christliche Taufe zu empfangen." Dann richtete er seine Augen auf die Gefährten und begann ihnen für den Höhepunkt dieses Kampfes Mut zuzusprechen. Auf dem Gesicht aller erschien ein Aufleuchten der Freude, besonders bei Ludwig. Als ihm ein anderer Christ zurief, er werde bald im Paradies sein, lenkte er durch eine von Freude erfüllte Bewegung der Finger und des ganzen Leibes die Augen aller Zuschauer auf sich. Antonius, neben Ludwig, richtete seinen Blick zum Himmel und rief die heiligen Namen Jesus und Maria und sang den Psalm: "Lobet, ihr Knechte des Herrn!", den er im katechetischen Institut von Nagasaki gelernt hatte, wo man große Mühe darauf verwendet, den Knaben einige Psalmen beizubringen. Andere riefen mit frohem Angesicht immer wieder: "Jesus, Maria!" Einige ermahnten sogar die Umstehenden, ein eines Christen würdigeres Leben zu führen. Durch diese und andere Handlungen zeigten sie ihre Bereitschaft zu sterben.
Da zogen die vier Henker die Schwerter, wie sie bei den Japanern im Gebrauch sind. Bei diesem schrecklichen Anblick schrien die Gläubigen: "Jesus! Maria!", und ein Wehklagen erhob sich, das den Himmel selbst rühren musste. Die Henker töten sie nacheinander mit einem oder einem zweiten Stoß. 

Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. In ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben. * Durch ihn sind wir erlöst und befreit.
Euch wurde die Gnade zuteil, nicht nur an Christus zu glauben, sondern auch seinetwegen zu leiden. * Durch ihn sind wir erlöst und befreit.

Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen Paul Miki und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz zur ewigen Herrlichkeit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen, Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

In der Pfarrkirche St. Martin in Bamberg (Bayern, Deutschland) befinden sich mehrere Figuren barocker Jesuiten-Heiliger, die vom Jesuiten-Bildhauer *Johannes Bitterich (1675 – † 1720) geschaffen wurden – darunter auch die Figur des Paul Miki.

Diese überlebensgroßen Holzfiguren stehen im Langhaus der Kirche und zeigen Jesuitenheilige, viele davon mit Bezug zur Japan-Mission:

  • Hl. Paul Miki – japanischer Jesuitenmärtyrer, der 1597 hingerichtet wurde.
  • Hl. Jakob Chisai – einer der japanischen Mitschwestern/Mitbrüder, ebenfalls Märtyrer.
  • Hl. Johannes de Goto – weiterer japanischer Märtyrer.
  • Hl. Stanislaus Kostka – Jesuit und Patron junger Novizen.
  • Hl. Franz von Borgia – dritten Ordensoberer der Jesuiten.
  • Hl. Aloysius Gonzaga – Jesuit und Patron der Jugend.

Diese Figuren stehen entlang der Wände im Langhaus der Kirche, meist auf Konsolen oder in Nischen, so dass ein Betrachter beim Gang durch das Kirchenschiff nacheinander auf sie trifft.

Johannes Bitterich SJ hat um 1675 (wahrscheinlich in Tirol) bis 1720 gelebt. Er war Jesuit und Bildhauer, tätig um 1700 / frühes 18. Jahrhundert.

Seine Werke – wie die Figur des hl. Paul Miki – gehören stilistisch in den späten Hoch- bis Frührokoko-Barock und stehen stark im Kontext der jesuitischen Frömmigkeit nach der Gegenreformation.


Pfarrkirche St. Martin, Bamberg, ehemalige Jesuiten- und Universitätskirche

Montag, 13. Juli 2020

Am Grab des heiligen Ehepaars Heinrich und Kunigunde


Grab der Heiligen Heinrich und Kunigunde, Bamberger Dom, Tilmann Riemenschneider


Der Bistumsgründer Heinrich II., gestorben 1024, ist im Jahr 1146 als einziger deutscher Kaiser heiliggesprochen worden. Kaiserin Kunigunde, gestorben 1033, wurde im Jahr 1200 heiliggesprochen.
Nachdem beide erst getrennt in der Mitte der Kirche begraben worden waren, wurden sie dort nach ihren Heiligsprechungen erhoben bestattet. Ihre Grabmäler löste das gemeinsame Hochgrab ab, das zum Ostchor versetzt worden ist. Beider Hochgrab, begonnen 1499, vollendet 1513, wurde unter Tilman Riemenschneider geschaffen. Die Deckplatte des Grabes zeigt das kinderlos gebliebene Ehepaar. Der Sarkophag besteht aus Juramarmor. Seine Seiten sind mit Legenden versehen, die sich um die Heiligen bildeten. Eine der bekanntesten Legende ist die Seelenwägung des Kaisers.
(Bistum Bamberg)

Glasfenster in ND de Luxenbourg (Vita, Novene)

Statuen bei der Adamspforte des Bamberger Doms (Sorge um Seelenheil)




 
 
Mitten im Sommer – am 13. Juli – feiern wir das heilige Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde. Es ist eines der ganz wenigen Ehepaare, das als heiliges Paar verehrt wird. Das ist schon sehr merkwürdig. Allerdings so abgeklärt, friedvoll und heilig waren sie zu Lebzeiten oft nicht. Ihr Leben miteinander und mit ihren Mitmenschen war spannungsreich. Ihre Heirat um das Jahr 1000 war eine Liebesheirat. Aber ihrer Ehe wurden keine Kinder geschenkt. Heinrich und Kunigunde lebten in einer sehr bewegten politischen Situation.
Nach dem führen Tod König Ottos III. wurden Heinrich und Kunigunde1002 zum König und zur Königin gekrönt. 1014 wurde König Heinrich in Rom von Papst Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt und Kunigunde zur Kaiserin. Heinrich war oft in seinem weiten Reich unterwegs. Kriege und Kämpfe blieben ihm nicht erspart. Kunigunde führte die Regierungsgeschäfte –nicht ohne Streit und Krisen mit den Hofbeamten und Fürsten des Reiches. Kunigunde konnte mit Macht und Geld umgehen. Gemeinsam stiftete das Kaiserpaar das Bistum Bamberg. Heinrich und Kunigunde waren bestrebt von diesen Bistum aus, dem vernachlässigten Ostteil des Reiches den Glauben zu bringen. 

Dazu gehörten die Gebiete der Salven – aber auch Gebiete des heutigen Österreich. Allein im heutigen Niederösterreich errichtete das Königspaar wichtige zentrale Pfarren: etwa Tulln, Krems, Herzogenburg, Kirchberg am Wagram u.a. Diese neuen Seelsorgsgebiete wurden reich ausgestattet, um eine gute Seelsorge zu ermöglichen. Damit haben sie vor mehr als 1000 Jahren eine kirchliche Struktur in unserem Land geschaffen. In diesem Raum wurden auch klösterliche Niederlassungen durch das Kaiserpaar unterstützt. So erhielten die Mönche vom Kloster Tegernsee ein großes Weinbaugebiet im Raum Loiben – Dürnstein. Aus dem Jahr 1002 gibt es in Loiben bis heute einen Felsenkeller.
Am 13. Juni 1024 starb Kaiser Heinrich in der Pfalz Groningen bei Göttingen im Beisein seiner Frau. Sein Leichnam wurde nach Bamberg überführt und im Dom beigesetzt. Kunigunde führte die Regierungsgeschäfte noch weiter, bis sie dem neugewählten König Konrad die Herrschaft übergeben konnte. Dann zog sie sich in das Kloster Kaufungen zurück.
1033 stirbt sie und wird neben Kaiser Heinrich im Bamberger Dom bestattet. Für dieses Grabmal hat der Künstler Tilman Riemenschneider um 1500 eine Deckplatte geschaffen, die das Kaiserpaar friedlich nebeneinander zeigt.

Auf vielen Darstellungen tragen die beiden in den Armen einen Reichsapfel und eine Kirche. Dafür haben sie gelebt und gewirkt: für das Reich, für die Kirche. Die Lebensbilanz dieses heiligen Kaiserpaares ist gewaltig: Heinrich und Kunigunde regierten, organisierten, führten Kriege, reformierten Reich und Kirche, stifteten Klöster, ließen kirchliche und weltliche Großbauten errichten und Kunstwerke schaffen. Sie spürten aber auch die Last des Lebens und ihres Amtes, hatten mit Resignation und Müdigkeit zu kämpfen. Von ihrer Sendung überzeugt, gingen sie aber immer wiederneu ihre Aufgaben an bis zu ihrem Lebensende. Beide waren echte Kinder ihrer Zeit, Frau und Mann, Mensch und Mitmensch, schwach und stark: spannungsreich war ihr Leben, das Gott für seine Pläne in ihrer Zeit benutzte. In der Stiftskirche Herzogenburg wird beim Gottesdienst am 13. Juli das heilige Kaiserpaar gefeiert – dankbar. Denn vor über 1000 Jahren haben sie die Pfarre Herzogenburg gegründet.
(Prälat Mag. Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, Juni 2018)


wer zeigt mir denn hier die Zunge?