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Sonntag, 31. Mai 2026

Gebet zur Dreifaltigkeit für die geistlichen Berufungen (Johannes Paul II.)

 

Heiligste Dreifaltigkeit, erbarme Dich unser!

Der „Gnadenstuhl“ ist eine ikonographische Form der Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit: Gottvater hält den gekreuzigten Christus vor sich oder trägt ihn auf seinem Schoß, während zwischen ihnen die Taube des Heiligen Geistes erscheint. Diese Bildform wurde besonders im Spätmittelalter beliebt, weil sie die Einheit der Dreifaltigkeit und zugleich das Erlösungswerk Christi veranschaulicht.

Im Veitsdom befindet sich ein großes Chorfenster, das zwischen 1946 und 1948 nach Entwürfen des tschechischen Künstlers Max Švabinský geschaffen wurde. Im Zentrum dieses Fensters ist die Heilige Dreifaltigkeit als Gnadenstuhl dargestellt. Unter der Dreifaltigkeit erscheinen die vier Evangelisten. Die benachbarten Fenster zeigen die Gottesmutter sowie wichtige böhmische Heilige.

Interessant ist, dass dieses Fenster nicht aus der mittelalterlichen Bauzeit stammt. Die ursprünglichen gotischen Glasfenster des Doms gingen bis auf wenige Fragmente verloren. Die heute sichtbaren Glasfenster entstanden überwiegend zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert im Zuge der Vollendung und Restaurierung des Doms. (chatgpt)


Selige und seligmachende Heiligste Dreifaltigkeit, mache deine Söhne und Töchter selig, die du berufen hast, die Größe deiner Liebe, deiner barmherzigen Güte und deiner Schönheit zu bekennen.

Heiliger Vater
, heilige die Söhne und Töchter, die sich um der Ehre deines Namens willen dir geweiht haben. Begleite sie mit deiner Macht, damit sie bezeugen können, dass du der Ursprung von allem bist, die einzige Quelle der Liebe und der Freiheit. Wir danken dir für das Geschenk des geweihten Lebens, das im Glauben dich sucht und in seiner universalen Sendung alle einlädt, den Weg zu dir zu gehen.

Erlöser Jesus Christus
, menschgewordenes Wort, wie du deine Lebensform jenen anvertraut hast, die du gerufen hast, so ziehe weiterhin Menschen zu dir, die für die Menschheit unserer Zeit Hüter der Barmherzigkeit, Vorboten deiner Wiederkunft, lebendiges Zeichen der Güter der künftigen Auferstehung sein sollen. Keine Bedrängnis trenne sie von dir und von deiner Liebe!

Heiliger Geist
, in die Herzen ausgegossene Liebe, die du Geist und Sinn, Gnade und Inspiration schenkst, ewige Lebensquelle, die du durch die zahlreichen Charismen die Sendung Christi vollendest, wir bitten dich für alle Personen des geweihten Lebens. Erfülle ihr Herz mit der innigen Gewissheit, dazu auserwählt worden zu sein, um zu lieben, zu loben und zu dienen. Lab sie deine Freundschaft kosten, erfülle sie mit deiner Freude und mit deinem Trost, hilf ihnen, Momente der Schwierigkeit zu überwinden und nach dem Fall in Vertrauen wieder aufzustehen, mache sie zum Spiegel der göttlichen Schönheit. Gib ihnen den Mut, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen, und die Gnade, den Menschen die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Retters Jesus Christus zu bringen (vgl. Tit 3,4).

 Anrufung der Jungfrau Maria

112. Maria, Sinnbild der Kirche, Braut ohne Falte und Makel, die, indem sie dich nachahmt, »jungfräulich einen unversehrten Glauben, eine feste Hoffnung und eine aufrichtige Liebe bewahrt«, stehe den Personen des geweihten Lebens in ihrem Streben nach der ewigen und einzigen Seligkeit bei.

Dir, Jungfrau der Heimsuchung, vertrauen wir sie an, damit sie auf die Nöte der Menschen einzugehen verstehen, um ihnen Hilfe, vor allem aber Jesus zu bringen. Lehre sie die Wunder zu verkündigen, die der Herr in der Welt vollbringt, damit alle Völker seinen Namen rühmen. Stehe ihnen bei in ihrer Arbeit für die Armen, die Hungernden, die Hoffnungslosen, die Geringsten und für alle, die mit aufrichtigem Herzen deinen Sohn suchen. An dich, Mutter, die du die geistliche und apostolische Erneuerung deiner Söhne und Töchter in der Antwort der Liebe und der Ganzhingabe an Christus willst, wenden wir uns vertrauensvoll mit unserem Gebet.

Du, die du bereit im Gehorsam, mutig in der Armut, empfangsbereit in der fruchtbaren Jungfräulichkeit den Willen des Vaters erfüllt hast, erwirke von deinem göttlichen Sohn, dass alle, die die Gabe empfangen haben, ihm im geweihten Leben zu folgen, von ihm mit einer verklärten Existenz Zeugnis geben können, indem sie mit allen anderen Brüdern und Schwestern voll Freude auf die himmlische Heimat und auf das nie erlöschende Licht zugehen.

Wir bitten Dich darum, dass der höchste Herr aller Dinge, Vater, Sohn und Heiliger Geist, in allen und in allem verherrlicht, gepriesen und geliebt werde.
(Johannes Paul II., vita consecrata)

Dreifaltigkeitsdarstellung eines Gnadenstuhls im Prager Veitsdom

Sonntag, 15. März 2026

Auf, salbe ihn!

 

Berufung von David, Douglas Strachan, Holy Trinity Church, St. Andrews

Lesung aus dem ersten Buch Sámuel 16

In jenen Tagen
1b sprach der Herr zu Sámuel:
Fülle dein Horn mit Öl
und mach dich auf den Weg!
Ich schicke dich zu dem Betlehemíter Ísai;
denn ich habe mir einen von seinen Söhnen
als König ausersehen.
Als Sámuel den Éliab sah,
dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter.
7 Der Herr aber sagte zu Sámuel:
Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt,
denn ich habe ihn verworfen;
Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht.
Der Mensch sieht, was vor den Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz.
10 So ließ Ísai sieben seiner Söhne vor Sámuel treten,
aber Sámuel sagte zu Ísai: Diese hat der Herr nicht erwählt.
11 Und er fragte Ísai: Sind das alle jungen Männer?
Er antwortete: Der jüngste fehlt noch,
aber der hütet gerade die Schafe.
Sámuel sagte zu Ísai:
Schick jemand hin und lass ihn holen;
wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen,
bevor er hergekommen ist.
12 Ísai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.
David war rötlich,
hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt.
Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn!
Denn er ist es.
13ab Sámuel nahm das Horn mit dem Öl
und salbte David mitten unter seinen Brüdern.
Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.
(1. Lesung vom 4. Fastensonntag, Lesejahr A)



Samuel salbt David zum König, Douglas Strachan, St Andrews, Holy Trinity Church

Mittwoch, 15. Januar 2020

Geburt und Berufung Samuels


1 Sam 1,9 Nachdem man in Schilo gegessen und getrunken hatte, stand Hanna auf und trat vor den Herrn. Der Priester Eli saß an den Türpfosten des Tempels des Herrn auf seinem Stuhl.
1 Sam 1,10 Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn und weinte sehr. 


1 Sam 1,19 Am nächsten Morgen standen sie früh auf und beteten den Herrn an. Dann machten sie sich auf den Heimweg und kehrten in ihr Haus nach Rama zurück. Elkana erkannte seine Frau Hanna; der Herr dachte an sie,
1 Sam 1,20 und Hanna wurde schwanger. Als die Zeit abgelaufen war, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Samuel, denn (sie sagte): Ich habe ihn vom Herrn erbeten.  



Elkana und Hanna bringen Samuel zu Eli


1 Sam 1,24 Als sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung.
1 Sam 1,25 Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli,
1 Sam 1,26 und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten.
1 Sam 1,27 Ich habe um diesen Knaben gebetet und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe.
1 Sam 1,28 Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.
 
Eli segnet Elkana und Hanna
 
1 Sam 2,18 Der junge Samuel aber versah den Dienst vor dem Angesicht des Herrn, bekleidet mit dem leinenen Efod.
1 Sam 2,19 Seine Mutter machte ihm immer wieder ein kleines Obergewand und brachte es ihm jedes Jahr mit, wenn sie zusammen mit ihrem Mann hinaufzog, um das jährliche Opfer darzubringen.
1 Sam 2,20 Dann segnete Eli Elkana und seine Frau und sagte: Der Herr gebe dir für den, den er von dir erbeten hat, andere Nachkommenschaft von dieser Frau. Darauf gingen sie wieder in ihren Heimatort zurück.


Samuel versieht seinen Dienst vor dem Herrn 1 Sam 2,18

1 Sam 3,2 Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen.
1 Sam 3,3 Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand.
1 Sam 3,4 Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich.
1 Sam 3,5 Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen.
1 Sam 3,6 Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!
1 Sam 3,7 Samuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden.
1 Sam 3,8 Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte.
1 Sam 3,9 Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
1 Sam 3,10 Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
1 Sam 3,11 Der Herr sagte zu Samuel: Fürwahr, ich werde in Israel etwas tun, sodass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen.
1 Sam 3,12 An jenem Tag werde ich an Eli vom Anfang bis zum Ende alles verwirklichen, was ich seinem Haus angedroht habe.
1 Sam 3,13 Ich habe ihm angekündigt, dass ich über sein Haus für immer das Urteil gesprochen habe wegen seiner Schuld; denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern, und gebot ihnen nicht Einhalt.
1 Sam 3,14 Darum habe ich dem Haus Eli geschworen: Die Schuld des Hauses Eli kann durch Opfer und durch Gaben in Ewigkeit nicht gesühnt werden.  
 (Lesung vom Mittwoch in der 1. Woche im Jahreskreis)

Der Herr ruft Samuel

Samuel teilt Ely alle Worte Gottes mit
 
1 Sam 3,15 Samuel blieb bis zum Morgen liegen, dann öffnete er die Türen zum Haus des Herrn. Er fürchtete sich aber, Eli von der Vision zu berichten.
1 Sam 3,16 Da rief Eli Samuel und sagte: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Hier bin ich.
1 Sam 3,17 Eli fragte: Was war es, das er zu dir gesagt hat? Verheimliche mir nichts! Gott möge dir dies und das antun, wenn du mir auch nur eines von all den Worten verheimlichst, die er zu dir gesprochen hat.
1 Sam 3,18 Da teilte ihm Samuel alle Worte mit und verheimlichte ihm nichts. Darauf sagte Eli: Es ist der Herr. Er tue, was ihm gefällt.

Die Geburt und Berufung des Samuel, Ely Cathedral

Mittwoch, 10. Januar 2018

Gott ruft Samuel - Rede, denn dein Diener hört

Samuel und Eli, Christ Church Cathedral, Oxford


In jenen Tagen 1versah der junge Samuel den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig.
2Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen.
3Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand.
4Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich.
5Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen.
6Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!
7Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden.
8Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte.
9Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich wieder ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
10Da kam der Herr, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
19Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.
20Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als Prophet des Herrn beglaubigt war.

(Tageslesung, 1 Samuel 3,1-10.19-20)

Christ Church Cathedral, Oxford

Dienstag, 5. September 2017

Klartext: Mutter Teresas Ansprache in Heiligenkreuz

Wandskulptur von Mutter Teresa im Stift Heiligenkreuz vor der Bernhardikapelle


Mutter Teresa von Kalkutta, Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin. Die selige Mutter Teresa hieß mit bürgerlichem Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu; sie wurde als Tochter eines Geschäftsmannes in Albanien geboren und katholisch getauft. Im Alter von 18 Jahren schloss sie sich den „Schwestern der Jungfrau von Loreto“ an und erhielt in Dublin ihre Ausbildung als Missionarin. Sie nahm in Erinnerung an Thérèse von Lisieux den Ordensnamen Teresa an.
Anfang 1929 kam sie nach Indien und wurde Lehrerin und Leiterin einer höheren Schule für bengalische Mädchen in Calcutta. Direkt neben der Schule lag ein großes Armenviertel. Am 10. September 1937 entschloss sich Teresa nach geistlichen Exerzitien, ihr Leben in Zukunft den Ärmsten der Armen zu widmen. Diesen Tag bezeichnet sie als den „wichtigsten Tag meines Lebens“. Dennoch wartete sie geduldig 11 Jahre, bis sie erst 1948 die Erlaubnis erhielt, den Orden zu verlassen und unter den Ärmsten im Slum zu leben und zu arbeiten. 1950 genehmigte Pius XII. die Gründung der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ (Missionaries of Charity), die damals 12 Schwestern umfasste. Die Gemeinschaft wuchs und selbst die Anerkennung der Öffentlichkeit blieb nicht aus: Ihre selbstlose Nächstenliebe wurde weltweit bekannt und Mutter Teresa erhielt 1979 den Friedensnobelpreis. Ihre Popularität nützte die bescheidene Ordensfrau, die den Rosenkranz nie aus der Hand legte, um zum Schutz des ungeborenen Lebens aufzurufen, zur eucharistischen Anbetung zu ermutigen und zum Dienst an den Ärmsten der Armen aufzurufen. (Dies tat sie auch vor hunderten Jugendlichen bei ihrem Besuch in Heiligenkreuz am 15. März 1988.) Mutter Teresa starb am 5. September 1997 in Calcutta. Erst aus ihren Schriften konnte die Öffentlichkeit erkennen, dass Mutter Teresa in ihrer Seele schwere Bedrängnisse und Zeiten der Dunkelheit und Gottferne durchleiden musste. Der Selig- und Heiligsprechungsprozess wurde mit Erlaubnis des Papstes schon 2 Jahre nach ihrem Tod eröffnet, sodass sie bereits 2003 selig gesprochen wurde. (Papst Franziskus hat Mutter Teresa am 4. September 2016 heiliggesprochen)
(Martyrologium Sancrucense)

Skulpur von Mutter Teresa in Erinnerung an ihren Besuch am 15.3.1988 in Heiligenkreuz

Ansprache von Mutter Teresa in Heiligenkreuz am 15. März 1988 (zum Anhören):



Lasst uns unsere Liebe Frau bitten, dass wir ein Herz haben, so schön wie das ihre, so rein wie das ihre, so unbefleckt wie das ihre, dass auch wir fähig sind, Jesus in unser Herz aufzunehmen, und in Seiner Liebe den Ärmsten der Armen zu dienen. Wir lesen im Evangelium, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass Er uns Jesus durch die arme Magd Maria gab. Und sie, als sie Jesus empfangen hatte, ging mit Eile zu ihrer Kusine Elisabeth, um ihr zu dienen. Sie kam in das Haus Elisabeths um die niedrige Arbeit einer Dienerin zu tun. Es geschah etwas Seltsames, als Maria das Haus betrat. Da sprang der kleine ungeborene Johannes vor Freude im Schoß seiner Mutter. Wie merkwürdig, dass Gott ein ungeborenes Kind benützt, um das Kommen Christi anzukündigen.

Und wir wissen, was für schreckliche Dinge heute passieren, dass die Mutter selbst ihr ungeborenes Kind tötet durch die Abtreibung. Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens geworden, denn sie zerstört die Liebe, sie zerstört das Bild Gottes, sie zerstört das wunderbare Geschenk, das Kind, das geschaffen wurde (…) , um zu lieben und um geliebt zu werden. 
Lasst uns unseren Eltern danken, dass sie uns gewollt haben, dass sie uns geliebt haben, dass sie uns die Freude zu leben gegeben haben. Jesus ist gekommen, um uns die Frohe Botschaft zu bringen, dass Gott die Liebe ist. Und dass Er uns liebt und von uns möchte, dass wir einander lieben, wie er jeden von uns liebt.

Um es uns einfach zu machen, den Nächsten zu lieben, hat Jesus gesagt: Was ihr den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Wenn ihr ein einziges Glas Wasser jemandem gebt in meinem Namen, gebt ihr es mir. Und wenn ihr ein kleines Kind in meinem Namen aufnehmt, nehmt ihr mich auf. Und wenn wir sterben und zu Gott gehen, dann wiederum wird Gott uns richten nach der Liebe, die wir einander gegeben haben. Er wird zu jedem von uns sagen: Kommt ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das für euch geschaffen worden ist, denn ich war nackt und ihr habt mich bekleidet. Ich war obdachlos und ihr habt mir ein Heim gegeben.

Wo beginnt diese Liebe? In unserer eigenen Familie. Wie beginnt sie? Wenn wir miteinander beten. Eine Familie, die zusammen betet, bleibt zusammen. Und wenn ihr zusammen bleibt, liebt ihr einander, wie Gott jeden von uns liebt.
Lehrt eure Kinder zu beten und betet mit ihnen. Denn wer betet hat ein reines Herz, wer ein reines Herz hat, kann Gott schauen. Die Frucht des Gebetes ist die Vertiefung des Glaubens, die Frucht des Glaubens ist die Liebe, die Frucht der Liebe ist der Dienst. Die Frucht des Dienstes ist der Friede.
Deshalb beten wir miteinander, damit wir die Freude haben einander zu lieben wie Jesus jeden von uns geliebt hat.

Wenn wir auf das Kreuz schauen, wissen wir, wie sehr Jesus uns geliebt hat.
Aber wenn wir auf den Tabernakel schauen, wissen wir, wie sehr Jesus uns JETZT liebt.

Bittet euren Pfarrer, euch die Freude der Anbetung zu geben, wenigstens einmal in der Woche, damit ihr allein mit Jesus sein könnt und die Freude teilen könnt bei ihm zu sein.

Von Jesus werdet ihr die Gnade und die wunderschöne Gabe von Berufungen für eure Kinder empfangen. Es ist ein wunderschönes Geschenk Gottes an die Familie, einen Sohn als Priester zu haben oder eine Tochter als Ordensfrau.
Gott hat unsere Gemeinschaft gesegnet mit vielen wunderbaren Berufungen.  Die Aufgabe unserer Gemeinschaft ist es, den Durst Jesu am Kreuz zu stillen, den Durst nach Liebe und nach Seelen, indem wir für das Heil und die Heiligung der Ärmsten der Armen arbeiten.

Ich werde für euch beten, dass ihr wachst in Heiligkeit durch diese gegenseitige Liebe. Und betet auch für uns, damit wir Gottes Arbeit mit großer Liebe weiterführen können.
Damit wir alle zusammen etwas Schönes für Gott tun können. Gott segne euch.




Stiftskirche Heiligenkreuz

Sonntag, 25. Januar 2015

Ich werde euch zu Menschenfischern machen


Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.
Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

(Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis, Mk 1,14-20)

Berufung der Jünger, Mosaik beim Aufgang zur Kuppel, Petersdom

Sonntag, 29. April 2012

GANZ WICHTIG

der Tag heute. Für alle, die Gott zum Priestertum und/oder in den Ordensstand ruft, und für uns, die wir am Weltgebetstag für geistliche Berufe beten, dass die Gerufenen dem Herrn ihre Ohren und ihr Herz öffnen.

Ich bin zwar kein Schaf des Guten Hirten (*schnüff*), lege aber trotzdem gleich los mit dem Rosenkranz!
Beten wir zu dritt? Ist einfacher!


Na gut, ich mach mit!



Ich komm nach dem ersten Gesätzchen dazu!


"Das grundlegende und charakteristische Element jeder Berufung zum Priestertum und zum geweihten Leben ist die Freundschaft mit Christus.

Jesus lebte in ständiger Einheit mit dem Vater. Das weckte auch in den Jüngern den Wunsch, dieselbe Erfahrung machen zu dürfen und von ihm zu lernen, in ständiger Gemeinschaft und in immer-währendem Dialog mit Gott zu leben. Wenn der Priester ein „Mann Gottes" ist, der Gott gehört und der anderen hilft, Gott kennen und lieben zu lernen, muß er eine tiefe Verbindung mit Gott pflegen, in seiner Liebe verweilen und dem Hören auf sein Wort Raum geben.


Das Gebet ist das wichtigste Zeugnis, das Berufungen weckt. Ebenso wie der Apostel Andreas, der seinem Bruder mitteilt, daß er den Meister kennengelernt hat, muß derjenige, der Jünger und Zeuge Christi sein will, ihn persönlich „gesehen" und kennengelernt haben; er muß gelernt haben, ihn zu lieben und bei ihm zu sein."

(aus der Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 47. Weltgebetstag um Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben, 2010).

Der Auferstandene als guter Hirte, Freisinger Dom

Donnerstag, 2. Februar 2012

Am Tag des geweihten Lebens

sollten wir uns gehörig ins Zeug legen und den Herrn auf Knien anflehen um geistliche Berufungen. Noch ohne darum zu wissen warten in jeder Pfarre Burschen und Mädchen  auf den Empfang dieser Gabe.

O Vater, laß unter den Christen
viele und heilige Berufungen zum Priestertum entstehen,
die den Glauben am Leben erhalten
und die dankbare Erinnerung an deinen Sohn Jesus bewahren,
durch die Verkündigung seines Wortes
und die Verwaltung der Sakramente,
durch die du deine Gläubigen ständig erneuerst.


Schenke uns heilige Diener deines Altars,
die aufmerksame und eifrige Bewahrer der Eucharistie seien,
des Sakraments der höchsten Gabe Christi
für die Erlösung der Welt.


Rufe Diener deiner Barmherzigkeit,
die durch das Sakrament der Versöhnung
die Freude deiner Vergebung verbreiten.
O Vater, laß die Kirche mit Freuden die
zahlreichen Inspirationen  des Geistes deines Sohnes aufnehmen
und laß sie – deiner Lehre fügsam – Sorge tragen
für die Berufungen zum priesterlichen Dienst und zum geweihten Leben.


Unterstütze die Bischöfe, die Priester,
die Diakone, die Menschen des geweihten Lebens
und alle in Christus Getauften, damit sie treu
ihre Sendung erfüllen im Dienst des Evangeliums.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.


Maria, Königin der Apostel, bitte für uns!


(Papst Benedikt XVI.)

Darstellung im Tempel, Kleinmariazell, Niederösterreich