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Samstag, 21. März 2026

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 11

In jener Zeit
1 war ein Mann krank,
Lázarus aus Betánien,
dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
2 Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt
und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte;
deren Bruder Lázarus war krank.
3 Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
4 Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
5 Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus.
6 Als er hörte, dass Lázarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
7 Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
8 Die Jünger sagten zu ihm:
Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen
und du gehst wieder dorthin?
9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden?
Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an,
weil er das Licht dieser Welt sieht;
10 wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,
weil das Licht nicht in ihm ist.
11 So sprach er.
Dann sagte er zu ihnen:
Lázarus, unser Freund, schläft;
aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.
12 Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
13 Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen,
während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.
14 Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt:
Lázarus ist gestorben.
15 Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war;
denn ich will, dass ihr glaubt.
Doch wir wollen zu ihm gehen.
16 Da sagte Thomas, genannt Dídymus – Zwilling –,
zu den anderen Jüngern:
Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!
17 Als Jesus ankam,
fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
18 Betánien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
20 Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
21 Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
25 Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
27 Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
28 Nach diesen Worten ging sie weg,
rief heimlich ihre Schwester Maria
und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
29 Als Maria das hörte,
stand sie sofort auf und ging zu ihm.
30  Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen;
er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,
sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging.
Da folgten sie ihr,
weil sie meinten, sie gehe zum Grab,
um dort zu weinen.
32 Als Maria dorthin kam, wo Jesus war,
und ihn sah,
fiel sie ihm zu Füßen
und sagte zu ihm:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
33 Als Jesus sah, wie sie weinte
und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren,
war er im Innersten erregt und erschüttert.
34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
35 Da weinte Jesus.
36 Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
37 Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
40 Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
43 Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus!
44 Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.

(Evangelium vom 5. Fastensonntag, Lesejahr A) 

Mosaik der Auferweckung des Lazarus, St Alysius RC, Glasgow

 

Die Auferweckung des Lazarus ist Jesu letztes Zeichen vor seiner Passion, und sie wird auch zum unmittelbaren Anlaß seiner Gefangennahme (Joh 11,47-56).
Der dem Tod Entgegengehende will vorweg dem Tod in die Augen sehen. Darum läßt er den Lazarus ausdrücklich sterben, unbeschadet der Bitten seiner Freundinnen. Er will vor dem durch einen Stein verschlossenen Grab des Freundes stehen und weinen, "verstört, bestürzt, ergrimmt", wie immer man das Wort übersetzen mag ob der furchtbaren Macht dieses letztes Feindes (1 Kor 15,26), der nur von zuinnerst her überwunden werden kann.
Ohne diese Tränen am Grab wäre er nicht der Mensch, der er ist.
Und dann überstürzt sich alles: erst kommt der Befehl, den Stein (gegen jeden Einspruch) wegzuwälzen, dann das Gebet zum Vater - denn noch erfleht der Sohn jedes Wunder, das er wirkt, von oben, nie ist es Magie, sondern geschenkte Kraft -, dann der Befehl: "Lazarus, komm heraus"!

Seine Macht über den Tod ist Teil seiner Sendung, die doch erst "Vollmacht" auch für uns sein wird, wenn er, den Heiligen Geist zu Gott und zur Kirche aushauchend, selbst sterben wird. Dieser Tod wird nicht mehr Schicksal der Kinder Adams sein, sondern Offenbarung der letzten Hingabe Gottes in Jesus Christus an die Menschen.
Nur weil er diesen Tod selbstloser Liebe stirbt, kann er sich selbst die "Auferstehung und das Leben" nennen und das den Tod überholende Wort sagen: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt."

(Hans Urs von Balthsar, Licht des Wortes, 52f) 

 

Seitenkapelle von St Alysius` RC, Glasgow

Auferweckung des Lazarus

Bemalte Fliesen in St Paul - Knightsbridge, London, 2017

Glasfenster in Catholic Apostolic Church, London, gleicher Post

Glasfenster in der Kathedrale von Malaga, 2019

mehrere GlasbilderD im Fenster der Maria Magdalena in Unserer Lieben Frau von Chartres
(B16, Angelus, 5. Fastensonntag, 2008) 2020

Glasfenster in der Peterborough Cathedral, 2022 

Glasfenster in der Salisbury Cathedral, 2023 

Freitag, 29. Juli 2022

Staunende Gesichter - glaubst du das?

Nach dem Johannesevangelium war Marta die Schwester des Lazarus und der Maria von Betanien. Jesus war ein gern gesehener Gast im Haus der beiden Schwestern (vgl. Joh 11,5). Marta scheint die Ältere gewesen zu sein; jedenfalls war sie es, die sich energisch um alles kümmerte (Joh 12,2). Aber „nur eines ist notwendig“, sagte Jesus zu ihr (Lk 10,42). Zu ihr sagte er auch das Wort: „Ich bin die Auferstehung und das Leben ...“ (Joh 11,25), worauf Marta mit ihrem Bekenntnis zu Jesus als dem Messias und Gottessohn antwortete.
(erzabteibeuron)

 

Marta, Maria und Jesus

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 11,19-27

In jener Zeit

19waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.

20Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.

21Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

22Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

23Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.

24Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.

25Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?

27Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

 

Auferweckung des Lazarus, Peterborough Cathedral

 

Samstag, 24. April 2021

Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen

 

Die Auferweckung der Tabita durch Petrus, Exeter College

 

Lesung aus der Apostelgeschichte 9, 31-42

In jenen Tagen

31hatte die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.

32Auf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda.

33Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war.

34Petrus sagte zu ihm: Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf, und richte dir dein Bett! Sogleich stand er auf.

35Und alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn.

36In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen.

37In jenen Tagen aber wurde sie krank und starb. Man wusch sie und bahrte sie im Obergemach auf.

38Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger hörten, dass Petrus dort war, schickten sie zwei Männer zu ihm und ließen ihn bitten: Komm zu uns, zögere nicht!

39Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf; alle Witwen traten zu ihm, sie weinten und zeigten ihm die Röcke und Mäntel, die Gazelle gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.

40Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf! Da öffnete sie ihre Augen, sah Petrus an und setzte sich auf.

41Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen und zeigte ihnen, dass sie wieder lebte.

42Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn.

Sonntag, 29. März 2020

Lazarus, unser Freund, schläft

aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken
Jesus erweckt Lazarus von den Toten, Maria Magdalena Fenster, Notre Dame de Chartres


Liebe Brüder und Schwestern!

Auf unserem Weg durch die Fastenzeit sind wir beim fünften Fastensonntag angekommen; ihn kennzeichnet das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1-45). Es ist dies das letzte große Zeichen, das Jesus vollbrachte, bevor die Hohenpriester den Hohen Rat einberiefen, um darüber zu beraten, ihn zu töten. Und sie fassten den Beschluss, auch Lazarus zu töten, der der lebende Beweis für die Göttlichkeit Christi war, des Herrn über das Leben und den Tod. Dieser Abschnitt aus dem Evangelium zeigt uns nämlich Jesus als wahren Menschen und wahren Gott.

Der Evangelist unterstreicht vor allem die Freundschaft mit Lazarus und den Schwestern Marta und Maria. Er betont, dass „Jesus sie liebte“ (Joh 11,5). Gerade deshalb wollte er das große Wunder vollbringen. „Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken“ (Joh 11,11), so sprach er zu seinen Jüngern. Und mit der Metapher des Schlafes brachte er Gottes Sichtweise hinsichtlich des leiblichen Todes zum Ausdruck: Gott sieht ihn als einen Schlaf, von dem man aufwachen kann. Jesus hat absolute Gewalt über diesen Tod an den Tag gelegt: Das zeigt sich, als er dem jungen Sohn der Witwe von Nain (vgl. Lk 7,11-17) und dem zwölfjährigen Mädchen (vgl. Mk 5,35-43) das Leben zurückerstattet. Eben von ihr sagt er: „Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur“ (Mk 5,39), und dadurch das Gelächter der Anwesenden erregt. In Wahrheit aber ist es so: Der leibliche Tod ist ein Schlaf, von dem Gott uns zu jedem Zeitpunkt wecken kann.

Diese Herrschaft über den Tod hielt Jesus nicht davon ab, angesichts des Schmerzes der Trennung aufrichtiges Mitleid zu fühlen. Als er Marta und Maria sowie die anderen weinen sah, die gekommen waren, um sie zu trösten, „war er im Innersten erregt und erschüttert“, und „weinte“ schließlich (Joh 11,33.35). Das Herz Christi ist göttlich-menschlich: In ihm sind Gott und Mensch einander in vollkommener Weise begegnet, ungetrennt und unvermischt. Er ist das Bild, ja, mehr noch: die Fleischwerdung Gottes, der Liebe, Barmherzigkeit, väterliche und mütterliche Zärtlichkeit ist, des Gottes, der Leben ist. Deshalb erklärt er vor Marta feierlich: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Und er fügte hinzu: „Glaubst du das?“ (Joh 11,25-26). Ja, Herr! Auch wir glauben, trotz unserer Zweifel und unserer dunklen Seiten. Wir glauben an dich, weil du Worte des ewigen Lebens hast. Wir wollen an dich glauben, da du uns eine verlässliche Hoffnung auf Leben jenseits des Lebens schenkst, auf  wahres und volles Leben in deinem Reich des Lichtes und des Friedens.

Stellen wir dieses Gebet der allerseligsten Maria anheim. Ihre Fürbitte möge unseren Glauben und unsere Hoffnung in Jesus beleben, besonders in den Momenten der größten Prüfung und Not.

(Papst Benedikt XVI., Angelus, 5. Fastensonntag, 10.3.2008) 


Bild 5 - 10, Auferweckung des Lazarus

5 Tod des Lazarus; 6 u. 7 Begräbnis, 8 Martha, Maria und Jesus gehen zum Grab, 9 Erweckung des Lazarus,
10 Lazarus erhebt sich und wird bekleidet
Fenster der Maria Magdalena, Chartres