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Donnerstag, 8. Februar 2024

Ein schwieriges Kind, dem die Mutter Gottes hilft

 

im rechten Seitenschiff das Grab  des hl. Hieronymus

Verherrlichung des hl. Hieronymus Ämiliani, Somasca-Vercurago

Die Familie hieß Ämiliani. Da der Name aber den bequemen Leuten zu Venedig viel zu lang war, sagten sie kurzweg Miani.

Der Vater Miani war ein hoher Staatsbeamter, angesehen und einflussreich. Ebenso ehrenwert wie der Vater waren auch die Mutter und die Kinder bis auf den Jüngsten, der Hieronymus hieß und der ein Schlingel war, wie er im Buch steht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder er rollt. Dass sich unter den artigen und anständigen Kindern einer Familie ein schwieriges Kind befindet, ist gar nicht so selten. Bei den Miani zu Venedig war es Hieronymus, der weit vom Stamm weg den Berg hinunterrollte.

Sehr oft schwänzte Hieronymus die Schule. Wegen seines Jähzorns lag er mit den Geschwistern ständig im Streit. Deshalb fühlte er sich zu Hause auch nie wohl, aber auf der Straße war er der Held, der anerkannte Anführer bei unzähligen Streichen. Die Mutter konnte froh sein, wenn ihr Jüngster abends einmal mit heilen Sachen heimkam. Mahnungen und Warnungen schlug Hieronymus in den Wind, Strafen waren sofort wieder vergessen, die Bitten des Vaters und die Tränen der Mutter ließen ihn kalt, und immer weiter und immer schneller rollte der Apfel den Berg hinunter.

Zu allem Unglück starb im Jahre 1496 der Vater. Damit verlor der Fünfzehnjährige den letzten Halt. Wenige Tage nach dem Begräbnis brannte er durch und ging zu den Soldaten. Da war er allerdings am richtigen Platz. Als er bald darauf das erste Pulver gerochen und sich einen Orden verdient hatte, war er mit Haar und Haut dem Militär verfallen. Da jeder weiß, dass es in einer Kaserne anders zugeht als in einem Kloster, kann man sich ausmahlen, dass der Apfel noch weiter und schneller den Berg hinunterrollte. Vielleicht wäre er sogar in den ewigen Abgrund gerollt, wenn ihn die liebe Mutter Gottes nicht aufgefangen hätte.

Wie ging das zu?

Hieronymus Miani, fünfundzwanzig Jahren bereits Festungskommandant, musste nach langer ruhmreicher Verteidigung, von Hunger gezwungen, kapitulieren. Die Sieger, die wegen der schweren Verluste, die sie bei der Belagerung erlitten hatten, aufs äußerste erbost waren, schmiedeten den gefangenen Kommandanten in Ketten und kerkerten ihn ein mit dem Bemerken, dass er am nächsten Tag als Kriegsverbrecher hingerichtet werde.

Wenn sich ein gesunder und starker junger Mensch plötzlich nur noch zwölf Stunden weit vom Tod entfernt sieht, so ist diese Lage sicher dazu geeignet, heilsame Gedanken in ihm wachzurufen. So erging es auch dem leichtsinnigen Hieronymus Miani. Es war nicht der Tod, den er fürchtete, denn so leicht fürchtet ein Soldat den Tod gerade nicht. Was Miani vielmehr in Schrecken setzte, war der Ausblick auf das Gericht der Ewigkeit, das er am nächsten Tag zu bestehen hatte. Denn bei allem Leichtsinn war der junge Mann zum Glück ein gläubiger Christ geblieben. Wie Schuppen fiel es ihm in dieser Nacht von den Augen, und er erkannte, wie schlecht und sündhaft er gelebt hatte. Bohrende Zweifel ängstigten ihn, ob er das Gericht der Ewigkeit, das über Himmel und Hölle entscheidet, wohl bestehen werde.

In dieser größten Gefahr ließ die Gnade den reuigen Sünder den richtigen Weg aus der Not finden, denn auf einmal kam ihm der Gedanke, die liebe Mutter Gottes zu bitten, ihn aus den Ketten und aus dem Gefängnis zu befreien. Zum Dank für die Errettung wolle er dann ein besserer Mensch werden.

Hieronymus Miani begann zu beten. Mühsam war es erst, denn Wort für Wort musste er sich das Vaterunser und das Ave-Maria wieder zusammensuchen. Aber dann ging es besser. Stunde um Stunde betete der Todgeweihte heiß und innig, bis die liebe Mutter Gottes dem stürmischen Drängen nicht mehr widerstehen konnte. Die Himmelskönigin kam in eigener Person in den Kerker, löste dem Gefangenen die Fesseln und führte ihn ungesehen und unbehindert durch die Wachen in die Freiheit.

Hieronymus Miani hat dann auch seinerseits Wort gehalten. Von Stund an ist er ein besserer Mensch geworden. Später empfing er die Priesterweihe und hat an vielen Orten Waisenhäuser eingerichtet. Für die Betreuung der Waisenhäuser hat er einen eigenen Orden gegründet. So wurde Hieronymus Miani zu einem Segen für viele.

Was uns im Leben des heiligen Hieronymus Miani wohl am meisten Freude machen muss, ist die Tatsache, dass die liebe Mutter Gottes den rollenden Apfel aufgefangen und ihn den armen Waisenkindern zum Heil und Segen geschenkt hat.
heiligenlegendede

 

 

Am Grab des hl. Hieronymus Ämiliani

Die Somasker auf dem Aventin

Hieronymus Ämiliani, der Anwalt der Waisen

 

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Josefine Bakhita.

 

Kirche des hl. Hieronymus Ämiliani, Mosaik

Maria löst die Ketten des hl. Hieronymus Ämiliani


Montag, 8. Februar 2021

Am Grab des hl. Hieronymus Ämiliani

 

Basilika des hl. Bartholomäus und des hl. Hieronymus in Somasca-Vercurago

Hieronymus stammte aus einer venezianischen Patrizierfamilie. Nach einem abenteuerlichen Soldatenleben bekehrte er sich, während er als Kriegsgefangener in Ketten lag, und begann ein neues Leben. Er stellte sich ganz in den Dienst der Waisen, Armen und Kranken. 1532 gründete er eine Genossenschaft von Regularklerikern, die nach dem Mutterhaus in Somasca bei Bergamo „Somasker“ genannt wurden. 1537 steckte er sich bei der Pflege der Pestkranken an und starb am 8. Februar in Somasca. Er wurde 1767 heilig gesprochen.
(erzabteibeuron)


Gott, du Quelle der Barmherzigkeit,

im heiligen Hieronymus Ämiliani

hast du den Waisenkindern

einen Helfer und Vater gegeben.

Schenke allen, die in Not sind,

deine sorgende Liebe

und gib uns die Bereitschaft, ihnen zu helfen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

Grabstätte des hl. Hieronymus Ämiliani
Heiliger Hieronymus, bitte für uns!

Die Somasker auf dem Aventin

Hieronymus Ämiliani, der Anwalt der Waisen

 

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Josefine Bakhita.

Samstag, 8. Februar 2020

Hieronymus Ämiliani, der Heilige der Waisen




Hieronymus Ämiliani, Gründer der Somasker. Hieronymus wurde 1486 zu Venedig aus vornehmer Familie geboren und wandte sich in der Jugend dem Waffendienst zu. Er wurde General in der Zeit der Machtkämpfe innerhalb Italiens zwischen Städten und Familien sowie der Kriege gegen Spanien und Frankreich.
Bei der Verteidigung von Castelnuovo geriet Hieronymus in Gefangenschaft und erlebte dort eine innere Umkehr: nach einer unvermuteten und als Wunder erlebten Befreiung quittierte er den Militärdienst und empfing 1518 die Priesterweihe. Er betätigte sich fortan mit Werken der Nächstenliebe und nahm sich besonders der Waisenkinder und Pestkranken an. Für die Waisen richtete er in vielen oberitalienischen Städten Waisenhäuser ein, die mit Schulen verbunden waren. Als sich ihm andere anschlossen, entstand daraus 1528 der Orden der Somasker, der nach dem Gründungsort benannt wird.
Hieronymus Ämiliani starb am 8. Februar 1537 im Mutterhaus in Somaska, nachdem er sich während einer Pestseuche bei der Pflege mit der tödlichen Krankheit angesteckt hatte. Hieronymus Ämiliani wird in Ordenstracht mit Waisenkindern dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Die Kirche der Somasker in Rom



Ich lasse euch nicht als Waisen zurück,
sondern ich komme wieder zu euch
(Joh 14,18)


Folgt dem Weg des Gekreuzigten
hl. Hieronymus Ämiliani, bitte für uns


"Unser Ziel ist Gott, der Quell alles Guten, und wir sollen nur auf ihn vertrauen, nicht auf andere. Unser Herr ist gütig, er wird unseren Glauben mehren."
So schreibt er an seine Mitbrüder. Widrigkeiten sollen sie nicht verwirren, denn dadurch erinnert Gott sie daran, dass er sie seinen geliebten Söhnen zurechnen will.
"Er will, dass ihr immer mehr auf ihn vertraut. ... Wenn ihr daher mit Glauben und Hoffnung ausgerüstet seid, tut er Großes an euch, da er die Niedrigen erhöht. ... Gott will euch wie Gold im Feuer läutern. ... Wer standhaft bleibt, den richtet Gott auf, erstattet ihm in dieser Welt hundertfach, was er aus Liebe zu ihm verlassen hat und gibt ihm einst das ewige Leben."
(Praedica)

Basilika des hl. Apostels Bartholomäus und des hl. Hieronymus Ämiliani

Basilika des hl. Apostels Bartholomäus und des hl. Hieronymus Ämiliani, Somasca Vercurago in der Provinz Lecco

Samstag, 8. Februar 2014

Die Somasker auf dem Aventin

Wer sich im Sommer auf dem Aventin zwischen Santa Sabina (einer der beliebten römischen Hochzeitskirchen) ....





und der Piazza Cavalieri de Malta, wo die Rombesucher einen Blick durch das berühmteste Schlüsselloch der Welt auf die Kuppel des Petersdoms werfen, ....





eine kurze Rast in Santi Bonifacio e Alessio (Sant´Alessio) gönnt, betritt die Kirche der Somasker, einer Ordensgemeinschaft die im Jahre 1528 vom  heutigen Tagesheiligen Hieronymus Ämiliani gegründet wurde. Nach seiner Bekehrung widmete er sich der Bedürftigen und gründete zahlreiche Einrichtungen für Waisen, Kranke und Sterbende. Hieronymus Ä. ist Patron der Waisen und der verwahrlosten Jugend.

Tretet genau in die Fußstapfen unseres gekreuzigten Heilandes, verachtet alles Irdische, nehmt euch mit größtem Ernste der verlassenen Armen an, lebt alle unzertrennlich vereint mit dem Bande der gegenseitigen Liebe!

Glüht vor allem in der Liebe gegen Gott, durch dessen Gnade die Seele vom irdischen sich losreißt und mit dem Schöpfer unlösbar verbindet!

Was mich anlangt, so hoffe ich zur Barmherzigkeit Gottes, daß ich euch im zukünftigen Leben mehr als im gegenwärtigen nützen werde.

(Hieronymus Ämiliani, Gefolge des Lammes, Bd. III)

rechts: Eingang in den Vorhof zur Kirche Sant´Alessio,
links Sant´ Anselmo, Sitz der Benediktiner auf dem Aventin





BOTSCHAFT VON PAPST BENEDIKT XVI. AN DEN REGULARKLERIKERORDEN DER SOMASKER
ZUM 500. JAHRESTAG DER WUNDERSAMEN BEFREIUNG SEINES GRÜNDERS HIERONYMUS ÄMILIANI
AUS DEM KERKER

An den hochwürdigen Pater Franco Moscone CRS, 
Generaloberer des Regularklerikerordens der Somasker

Mit aufrichtiger Freude habe ich erfahren, daß dieser Orden sich anschickt, ein freudiges und wichtiges Ereignis für seine Geschichte und sein Charisma mit einem Jubiläumsjahr zu begehen.   Denn auf den kommenden 27. September fällt der 500. Jahrestag der wunderbaren Befreiung des Gründers Hieronymus Ämiliani, universaler Schutzpatron der Waisen und der verwahrlosten Jugend, aus dem Gefängnis durch das Wirken der allerseligsten Jungfrau Maria. Dieses wunderbare Ereignis änderte den Verlauf eines menschlichen Lebens und war gleichzeitig der Beginn einer Erfahrung des geweihten Lebens, die für die Kirchengeschichte sehr bedeutsam ist.
Das Leben des venezianischen Laiengläubigen Hieronymus Miani wurde in der Nacht des 27. September 1511 gleichsam »neu gegründet«, als er sich nach dem aufrichtigen Gelöbnis an die »Madonna Grande«, die große Gottesmutter von Treviso, seinen Lebenswandel zu ändern, auf die Fürsprache der Mutter Gottes hin von den Ketten der Gefangenschaft befreit sah, die er dann selbst am Altar der Jungfrau Maria darbrachte.
»Dirupisti vincula mea« (Ps 116,16). Der Psalmvers bringt den wahren inneren Umsturz zum Ausdruck, der auf jene Befreiung folgte, die mit den schwierigen politischen Ereignissen jener Zeit verbunden war. Sie stellte nämlich eine ganzheitliche Erneuerung von Hieronymus’ Persönlichkeit dar: Durch das göttliche Eingreifen wurde er von den Fesseln des Egoismus, des Stolzes, der Suche nach persönlicher Bestätigung befreit, so daß sein Leben, das zuvor in erster Linie weltlichen Dingen zugewandt war, sich einzig und allein auf Gott ausrichtete, den er liebte und dem er diente, insbesondere in der verwaisten, kranken und verwahrlosten Jugend.
Unter dem Eindruck von Ereignissen in seiner Familie, durch die er zum Vormund aller seiner verwaisten Nichten und Neffen wurde, reifte in Hieronymus der Gedanke heran, daß die Jugend, vor allem die mittellose, nicht sich selbst überlassen werden darf, sondern daß sie zum gesunden Heranwachsen einer wesentlichen Voraussetzung bedarf: der Liebe. Die Liebe überstieg in  ihm den Verstand. Und da diese Liebe der Liebe Gottes entsprang, war sie voll Geduld und Verständnis: aufmerksam, zärtlich und opferbereit wie die einer Mutter.
Die Kirche des 16. Jahrhunderts, vom protestantischen Schisma gespalten, auf der Suche nach einer ernsthaften Reform auch in ihrem Innern, erlebte ein Wiederaufblühen der Heiligkeit als erste und ureigenste Antwort auf die Erneuerungsbestrebungen. Das Zeugnis der Heiligen zeigt, daß man nur auf Gott vertrauen soll, denn die Prüfungen, sowohl auf persönlicher als auch auf institutioneller Ebene, dienen dazu, den Glauben zu mehren. Gott hat seine Pläne, auch wenn es uns nicht gelingt, seine Fügungen zu verstehen.
Die Aufmerksamkeit gegenüber den Jugendlichen und ihrer menschlichen und christlichen Erziehung, die das Charisma der Somasker kennzeichnet, bleibt stets, zu jeder Zeit und an jedem Ort, eine Verpflichtung der Kirche. Es ist notwendig, daß das Heranwachsen der neuen Generationen nicht nur von kulturellem und technischem Wissen genährt wird, sondern vor allem von der Liebe, die Individualismus und Egoismus besiegt und die achtsam macht gegenüber den Nöten eines jeden Bruders und einer jeden Schwester – auch und besonders dann, wenn sie nicht vergolten werden kann. Das leuchtende Vorbild des hl. Hieronymus Ämiliani – der sel. Johannes Paul II. bezeichnete ihn als »Laien, der Laien anspornt« – hilft uns, uns jeder Armut unserer Jugend anzunehmen: der sittlichen, der physischen, der existentiellen und vor allem der Armut an Liebe, Wurzel eines jeden ernsthaften menschlichen Problems.
Die Jungfrau Maria, unübertreffliches Vorbild des Glaubens und der Liebe, leite uns auch weiterhin durch ihren Beistand. Ebenso wie sie das Band der Ketten löste, die den hl. Hieronymus gefangen hielten, möge sie durch ihre mütterliche Güte die Menschen auch weiterhin von den Fesseln der Sünde und aus der Gefangenschaft eines Lebens ohne Liebe zu Gott und zu den Brüdern befreien und die Schlüssel darreichen, die Gottes Herz für uns und unser Herz für Gott öffnen. Mit diesen Empfindungen erteile ich Ihnen, hochwürdiger Pater, allen Angehörigen der Familie der Somasker sowie allen, die in gläubiger Gesinnung an den Jubiläumsfeiern teilnehmen werden, einen besonderen Apostolischen Segen.
Aus Castel Gandolfo, am 20. Juli 2011

BENEDICTUS PP. XVI



Sant´Alessio, Rom

Apsisfresko, der Auferstandene



linkes Seitenschiff, Skulptur des hl. Alexius von Edessa