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Freitag, 20. August 2021

Süß ist´s, o Jesus, denken Dein (Bernhard v. Clairvaux)


Stift Rein


Die lateinische Dichtung zum Fest des Namens Jesu "Jesus dulcis memoria" wurde im Mittelalter dem hl. Bernhard v. Clairvaux zugeschrieben. Sie besteht aus 50 Strophen, hier übersetzt von Edith Stein in einer Strophenauswahl (Edith Stein, Geistliche Texte II., 279f)

1.

Süß ist's, o Jesu, denken Dein,

Gießt wahre Freud ins Herz hinein,

Doch über allen Honigseim

Süß ist's, o Jesu, bei Dir sein.

2.

So lieblich ist kein Sang erkoren,

So mild klingt nichts uns in die Ohren,

So süß kann nichts das Herz durchbohren

Als Jesus, Sohn von Gott geboren.

3.

Jesu, der Reu'gen Hoffnung zeigt,

Der huldvoll Flehenden sich neigt,

Vor Suchenden nicht rückwärts weicht,

Doch was den Findenden wohl reicht?

4.

Die Zunge kann es sagen nicht,

Kein Wort gebührend davon spricht,

Wer's nicht erfuhr, der glaubt es nicht,

Was »Jesus lieben« birgt an Licht.

5.

Jesu, der Herzen Süßigkeit,

Der Wahrheit Quell, der Licht verleiht,

Du übersteigend jede Freud

Und jegliches Verlangen weit.

6.

Dich kosten weckt des Hungers Pein,

Dich trinken heißt stets durstig sein,

Und jede Sehnsucht schlummert ein

Als, Jesu, die nach Dir allein.

7.

Jesu, Du Zier der Engelschar,

Dem Ohr ein Sang so süß und wahr,

Den Lippen Honig wunderbar,

Dem Herzen Nektar himmelsklar.

8.

Auf meinem Lager harr' ich Dein

Im stillen Herzenskämmerlein,

Mag drin ich oder draußen sein,

So such' in Liebe Dich allein.

9.

Im Morgengraun gesell ich mich

Maria zu und suche Dich

Im Grab mit Klagen inniglich,

Des Geistes Augen suchen Dich.

10.

Jesu, Du Herr der Herrlichkeit,

Du König hochgebenedeit,

Du namenlose Süßigkeit,

Ganz Sehnen weckst Du, Dir geweiht.

11.

Bleib bei uns, Herr, da Nacht anbricht,

Erleuchte uns mit Deinem Licht,

Laß unsern Geist im Dunkel nicht,

Süß strahl' der Welt Dein Angesicht.

12.

Dringst Du in unser Herz hinein,

Dann strahl in ihm der Wahrheit Schein,

Die Eitelkeit der Welt stürzt ein,

Tief drinnen glüht die Liebe rein.

13.

Jesu, der Liebe Süßigkeit,

Der Milde wahre Mildigkeit,

Willkommen und gebenedeit,

Mehr als die Sprache Worte leiht.

14.

Das hat bewiesen uns Dein Leid,

Dein Blut, verströmend Gott geweiht,

Das uns erlöset und befreit,

Gott schaun uns läßt in Ewigkeit.

15.

O Jesu mein, ich fleh zu Dir,

Gib Deiner Liebe Fülle mir,

O heiß mich kommen hin zu Dir

Und schauen Deiner Glorie Zier.

16.

Viel tausendmal begehr ich Dein,

Mein Jesu, sag, wann wirst Du mein?

Wann schenkst du mir in Freuden ein?

Wann werd' ich satt von Deinem Wein?

17.

Ihr Himmelsbürger seid bereit

Und öffnet Eure Tore weit,

Den Triumphator benedeit:

Gruß, Jesu, Herr der Herrlichkeit.
Bernhard von Clairvaux über dem Kircheneingang von Stift Rein
Der Schluß des Salve Regina, o clemens.... o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria,
wird ebenfalls dem hl. Bernhard zugeschrieben


Wie wahr! - Was mach ich eigentlich hier?

Donnerstag, 13. Februar 2014

Seliger Jordan von Sachsen - und wie es zur Einführung des Salve Regina bei den Dominikanern kam


Jordan von Sachsen war der Nachfolger des hl. Dominikus in der Leitung des Ordens. Während der 15 Jahre seiner Amtszeit wurde die Verfassung des Ordens ausgebaut. Der Predigerorden breitete sich über ganz Europa und über Teile von Asien und Afrika aus.
In seiner Sorge, die kommenden Generationen in der "ersten Liebe" des Ordens zu erhalten, verfaßte er das Büchlein "Von den Anfängen des Predigerordens". Dem sel. Jordan von Sachsen verdankt der Orden den Brauch, nach der Komplet das Salve Regina zu singen.
(aus dem Proprium des Predigerordens, 245)

Nach dem Tod des Meisters Dominikus lebte ein gewisser Bruder Bernhard zu Bologna, der von einem grimmigen Dämon besessen und derart von ihm gequält war, daß er Tag und Nacht in schrecklicher Raserei umhergetrieben wurde und die Gemeinschaft der Brüder in übermäßige Aufregung brachte. Diese Plage hatte die Barmherzigkeit Gottes zweifellos ausersehen zur Übung der Geduld seiner Diener.
Die furchtbare Plage des Bruders Bernhard war der erste Anlaß, daß wir das Singen der Antiphon Salve Regina nach der Komplet zu Bologna eingeführt haben. Von dort begann sich nachher dieser Brauch über die ganze Provinz der Lombardei zu verbreiten, und schließlich setzte sich die fromme, heilsame Gewohnheit im gesamten Orden durch. Ein frommer, vertrauenswürdiger Mann erzählte mir, er habe häufig im Geiste geschaut: Während die Brüder singen "Eja ergo advocata nostra - Wohlan denn unsere Fürsprecherin", liege die Mutter des Herrn selbst vor ihrem anwesenden Sohn auf den Knien und bete für die Erhaltung des gesamten Ordens. Das sei deshalb erwähnt, um die Andacht der Brüder, die es lesen, mehr und mehr zum Lobe der Jungfrau anzufachen.

(Jordan von Sachsen, aus dem Buch von den Anfängen des Predigerordens)

und hier das Dominikanische Salve Regina


Jordan von Sachsen mit Behörden/Beamten von Bologna, S. Domenico, Bologna
und hier der Link, der mich auf die Idee brachte, dieses Bild zu posten


Herr, unser Gott, du hast den seligen Jordan mit Eifer für das Heil der Menschen ausgezeichnet
und ihm die besondere Gnade geschenkt, viele für das Ordensleben zu gewinnen.
Laß uns nach seinem Beispiel den Weg des Heiles treu verkünden und im gleichen Geist leben,
damit wir fähig werden, das Reich Gottes überall zu verbreiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.