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Samstag, 6. Juni 2026

Der Hochaltar der Prämonstatenser im Kloster Strahov

Wandfresko der Bekehrung des hl. Norbert in der Prämonstratenserkirche in Prag

Statue beim Eingang zum Stift Geras

Statue im Petersdom

Statue an der Außenfassade von Stift Griffen/Kärnten (mit Monstranz)

Die Bekehrung des hl. Norbert

Am Grab des hl. Norbert in Prag

Kloster Strahov im Modell und alter Reliquienschrein 

Deckenfresken: Marienleben; Langshausfresken: Leben des hl. Norbert
Prämonstratenserkirche Strahov, Prag

Hochaltar der Prämonstratenserkirche in Prag

Im Zentrum des Hochaltars befindet sich eine große plastische Darstellung der Himmelfahrt bzw. Aufnahme Mariens. Die Figurengruppe wurde 1768 von Ignaz Platzer geschaffen. Ein Entwurfsblatt Platzers in der Nationalgalerie Prag zeigt, dass die „Assumptio Mariae“ das eigentliche Hauptthema des Altars war.

Über Maria erscheint die Heilige Dreifaltigkeit – Vater, Sohn und Heiliger Geist –, die die Verherrlichung Mariens im Himmel vollendet. Der Altar stellt damit den Übergang von der irdischen zur himmlischen Sphäre dar: unten die Welt der Heiligen und der Kirche, darüber Maria als Mittlerin, ganz oben die göttliche Herrlichkeit.

Seitlich stehen überlebensgroße Heiligenfiguren, die den marianischen Triumph begleiten. Besonders naheliegend sind Bezüge zum Prämonstratenserorden und zu dessen Gründer Norbert von Xanten, dessen Reliquien sich in der unmittelbar benachbarten Norbertskapelle befinden.

Der Altar selbst besteht aus rotem Sliveneč-Marmor und wurde vom Prager Steinmetz Josef Lauermann geschaffen. Die Verbindung von farbigem Marmor, vergoldeten Skulpturen und der aufsteigenden Komposition erzeugt die typische spätbarocke Wirkung einer „himmlischen Vision“.

Besonders interessant ist die Einbettung des Hochaltars in das Gesamtkonzept der Kirche: Die Gewölbefresken zeigen ebenfalls Marienmotive, während die Langhauswände Szenen aus dem Leben des hl. Norbert darstellen. Der Hochaltar bildet somit den theologischen Höhepunkt eines Programms, das Maria als Himmelskönigin und den Prämonstratenserorden als ihren besonderen Verehrer präsentiert.
(chatgpt)

Heiliger Norbert mit Monstranz und Bischofsstab, Prämonstenserkirche Kloster Strahov, Prag

Donnerstag, 21. Mai 2026

Hermann Joseph in Jasov

Prämostratenserkloster in Jasov, Slowakei


Die Kirche kann nur mit einer Führung besichtigt werden

Ordenspriester, Mystiker
Namensdeutung: der Heeresmann (althochdt.)
Namenstage: Hermann, Armin, Armand, German, Harm, Hero
Gedenktag: 21. Mai

Lebensdaten: geboren um 1150 in Köln, gestorben am 7. April 1241 in Hoven (Zülpich)

Lebensgeschichte und Legende: Hermanns Biograph und Zeitgenosse Razo Bonvisinus gibt an, er sei in Köln als Sohn des verarmten Grafen Lothar von Meer (-busch) zur Welt gekommen und habe als Kind in der Kirche St. Maria im Kapitol der Gottesmutter einen Apfel angeboten, den sie auch angenommen habe.

Mit zwölf Jahren wurde er Oblate des Prämonstratenserklosters Steinfeld in der Eifel und wurde zum Studium ins friesische Mariengaarde geschickt, wo er auch zum Priester geweiht wurde.

Nach seiner Rückkehr nach Steinfeld wirkte er als Kaplan und Beichtvater in Frauenklöstern wie bei den Zisterzienserinnen in Hoven, wenn er seiner sprichwörtlichen Geschicklichkeit wegen nicht zum Reparieren von Uhren weggeholt wurde, so die etwas anachronistische Überlieferung.

Unter seinen mystischen Erfahrungen ragt seine Vermählung mit der Gottesmutter Maria hervor, die ihm den Beinamen Josef eintrug. Neben dieser Marienminne erlebte er Ekstasen bei der Feier der Eucharistie, die ihn stets drei Rosen im Kelch sehen ließen, und dichtete zahlreiche Lieder und Hymnen.

Zu Lebzeiten schon beliebt und verehrt, starb er in der Karwoche des Jahres 1241 im Kloster Hoven.

Verehrung: 1626 eingeleitet, erfolgte seine Seligsprechung erst hundert Jahre später. Am 21. Mai 1701 wurden seine Gebeine in die Basilika des Klosters Steinfeld erhoben. 1958 bestätigte Papst Pius XII. seinen Status als Heiliger. In der Romantik spielte Hermann Josef als „Kinderheiliger“ eine Rolle.

Darstellung: einen Kelch mit drei Rosen tragend, mit Apfel

Patron: der Uhrmacher, der Mütter und Kinder

Mystische Verlobung des Hermann Joseph im Kunsthistorischem Museum, 2019

Hermann Joseph, bitte für uns






 

Freitag, 6. Juni 2025

1115, Norbert bekehrt sich

 

Bekehrung des hl. Norbert v. Xanten, Kirche Strahov, Prag

Der heilige Norbert von Xanten wurde Ende des 11. Jahrhundert, vermutlich 1082, in Xanten geboren. Seine Familie war adlig und wollte dem Sohn eine kirchliche Karriere ermöglichen. Schon mit zwölf Jahren wurde Norbert in das Kanonikerstift in Xanten gebracht. Dort machte er schon bald Karriere. Er trat in die Dienste des Kölner Erzbischofs und wurde zum Subdiakon geweiht. Auf diese Weise hatte Norbert ein kirchliches Einkommen, führte aber gleichzeitig ein eher weltliches Leben. Norbert wurde Berater des Königs und erlebte, dass der König den Papst gefangen nahm, um seine Krönung zum Kaiser durchzusetzen. Als Dank für seine Dienste wurde ihm seitens des Königs der Bischofssitz im französischen Cambrai angeboten, Norbert aber lehnte ab und bezog damit eine klare Position im damals herrschenden Investiturstreit: Im Mittelalter war sehr umstritten, wer Bischöfe ernennen durfte, der Kaiser oder der Papst.

Indem Norbert die Ernennung durch den Kaiser ablehnte, zeichnete sich eine erste Wende in seinem Leben ab. Die verlief dramatisch. Der Überlieferung nach kam es um das Jahr 1115 zu einem Bekehrungserlebnis: Norbert stützte vom Pferd – so wie einst der Apostel Paulus vor den Toren von Damaskus. Von nun an wollte er arm leben, verzichtete auf sein Einkommen und verschenkte sein Vermögen. Er zog in ein Benediktinerkloster, dann in ein strenges Augustiner-Chorherrenstift, ließ sich zum Priester weihen und kehrte in jenes Stift zurück, in das er schon als Jugendlicher eintrat. Dort strebte er Reformen an, durch die er sich sogar bei seinen Mitbrüdern unbeliebt machte. Fortan zog er als Wanderprediger durch Frankreich.

Schließlich gründete Norbert im französischen Prémontré ein Kloster, das sich an der Augustinus-Regel orientierte und ein einfaches Leben führte. Aus diesem Kloster entstand der Orden der Prämonstratenser. Mit diesem Orden stieß Norbert eine Reform des religiösen Lebens an. 1126 wurde er zum Erzbischof von Magdeburg ernannt. Norbert erwies sich als Oberhirte, der auf eine strenge Einhaltung des priesterliche Zölibats und auf ein einfaches Leben drängte. Schließlich wurde Norbert aufs Neue Vertrauter eines Königs, aber diesmal war es Lothar III., der stärker romfreundlich orientiert war als seine Vorgänger, die Salier und seine Nachfolger, die Staufer. Auf einer Reise nach Rom scheint sich Norbert mit der Malaria infiziert zu haben, er wurde immer schwächer und starb bereits 1134 in Magdeburg.

Der heilige Norbert reiht sich durch seine Reformbemühungen in eine ganze Reihe großer Ordensgründer ein: Schon der heilige Benedikt eckte zunächst mit seinen strengen Vorstellungen vom Ordensleben an. Der heilige Franziskus erkannte die Dekadenz der Kirche seiner Zeit und setze ganz auf die Armut und auf ein einfaches Leben. Diese Heiligen stehen durch ihren persönliche Einsatz in einem Spannungsfeld: Der christliche Glaube soll einerseits mitten in der Welt wirken, andererseits aber nicht „verweltlicht“ sein. Eine „Entweltlichung“ in diesem Sinne forderte Papst Benedikt XVI. 2011 in seiner „Freiburger Rede“: „Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben. Die missionarische Pflicht, die über der christlichen Anbetung liegt und die ihre Struktur bestimmen sollte, wird deutlicher sichtbar.“ Einen Beitrag zu dieser Entweltlichung hat auch der heilige Norbert geleistet.

Die Kirche feiert den heiligen Norbert am 6. Juni.Text: Benedikt Bögle

 

Statue beim Eingang zum Stift Geras

Statue im Petersdom

Statue an der Außenfassade von Stift Griffen/Kärnten (mit Monstranz)

Die Bekehrung des hl. Norbert

Am Grab des hl. Norbert in Prag

Kloster Strahov im Modell und alter Reliquienschrein 

Dienstag, 20. Oktober 2020

Jakob Kern - er wollte ein froher Diener aller sein

Stift Geras

 

Verehrte Freunde des Stiftes, 

Jakob Kern war ein außergewöhnlicher Priester, aber mit Sicherheit nicht im Sinne heutiger Zuschaustellung in der Öffentlichkeit, sondern durch das Wirken seiner Persönlichkeit, gepaart mit einer tiefen Frömmigkeit – wir bezeichnen es heute mit dem zeitgemäßeren Wort „Spiritualität“.

1.     Jakob Kern war Sühnepriester, jedoch nicht im Sinne eines falsch verstandenen Masochismus, sondern er war sich bewusst, dass nur die Hingabe in Wahrheit fähig ist, Leben zu schenken. So wurde er – wie wir auch in unserem Jakob-Kern-Lied singen– zum Weizenkorn, das, in die Erde gefallen und gestorben, reiche Frucht brachte.

2.     Jakob Kern war Segenspriester: Durch seine Hinwendung zu den Menschen in der Seelsorgearbeit des Stiftes Geras vermochte er es, vielen Menschen Trost und Segen zu bringen. Er war somit ein lebendiger Vermittler des barmherzigen und menschenfreundlichen Gottes und seines Sohnes Jesus Christus, der in die Welt gekommen ist, nicht um die Menschen zu richten, sondern um sie zu retten.“ (vgl. Jo 3,17).

3.     Jakob Kern fand seine Erfüllung in der Spiritualität der Eucharistie. Die Feier der Liturgie ist die Vergegenwärtigung des ganzen Heilsgeschehens in Christus, insbesondere seines Todes und seiner Auferstehung. Wir Christen leben aus diesem Geheimnis, dass im Tode Christi das Leben ein für allemal gesiegt hat.

4.     Jakob Kern war ein großer Verehrer der Gottesmutter Maria: Papst Benedikt XVI. umreißt in seinem Büchlein „Die Tochter Zion“ sehr treffend, was das Wesen jeder Marienverehrung in Wirklichkeit sein soll: „Sie ist über alle Probleme hinweg das Hingerissenwerden von der Freude darüber, dass es das wahre Israel unzerstörbar gibt; sie ist das glückselige Einschwingen in die Freude des Magnificat und damit Lobpreis dessen, dem sich die Tochter Zion verdankt und den sie trägt als die wahre, unverwesliche und unzerstörbare Lade des Bundes.“
(aus dem Vorwort zur Sonderausgabe Unser Stift Geras zum Jubiläum 10 Jahre Seligsprechung Jakob Kern, 2008, Abt Michael Prohazka OPraem)



Bild über dem Reliquienschrein v. Jakob Kern, Stift Geras
 

Am Grab des sel. Jakob Kern in der Stiftskirche Geras

Gedenktafel bei der Taufkirche in St. Jakob, Wien Penzing


Stiftskirche Geras

 Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Vitalis von Salzburg.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Norbert von Xanten mit der Monstranz

Norbert von Xanten, Stift Griffen, Kärnten



Norbert stammte aus Xanten am Niederrhein, wo er um 1082 geboren wurde. Wegen seiner adligen Herkunft machte er als Kleriker schnelle Karriere (Kanoniker in Xanten, Domherr in Köln, Hofkaplan Kaiser Heinrichs V.). Um 1115 begann er, einer jähen Todesgefahr entronnen, ein Leben der Buße, des Gebets und der Arbeit im Geist der kirchlichen Reform. Seine Rednergabe und der Ruf eines Propheten und Wundertäters brachten ihm viel Erfolg, verschafften ihm aber auch Gegner. 1120 begann er mit dreizehn Schülern das gemeinsame Leben im Tal von Prémontré; 1121 legte die inzwischen auf vierzig Personen angewachsene Gemeinschaft die Gelübde auf die Augustinusregel ab. Aus dieser Gründung entwickelte sich der Prämonstratenserorden, der sich rasch ausbreitete und neben den Zisterziensern großen Einfluss gewann. Norbert selbst nahm nach der Gründung von Prémontré seine Predigttätigkeit wieder auf und zog durch Frankreich, Belgien und Deutschland. 1126 erhielt er in Rom die Bestätigung seines Ordens und wurde zum Bischof von Magdeburg ernannt. Er starb 1134.

„Er trug die Welt in die Einsamkeit, um sie da dem Herrn zu opfern. Und er trug seine Einsamkeit in die Welt, um sich zu schützen gegen Zerstreuung und Störung.“
(Alter Schriftsteller über Norbert von Xanten)
(Quelle: Erzabtei Beuron)

Gott, du Herr deiner Kirche,
der heilige Norbert ist durch sein Beten und Sorgen
ein Hirte nach deinem Herzen geworden.
Höre auf seine Fürsprache
und gib deinem Volk auch heute Bischöfe und Priester, 
die ihm die Botschaft des Heiles verkünden und es nach deinem Willen leiten. 
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


 

1124 bei seiner Gründung der Abtei in Antwerpen hat Norbert der Überlieferung nach auch die Anhänger des Tanchelm bekämpft - einer schwärmerischen Gruppe von Laien, die ebenfalls Kritik an der Verweltlichung in der Kirche, verbunden mit Angriffen gegen die Amtskirche und deren Hierarchie, übten. Norbert bestand auf der Notwendigkeit, dass die Eucharistie von Priestern dargebracht werde. Symbolisch wurde dies dargestellt in Bildern, die Norbert mit der Monstranz  und dem bekehrten reumütigen Tanchelm kniend zu seinen Füßen zeigen. Erzählt wird auch, dass Norbert bei einer Messe eine giftige Spinne in den Kelch fiel; er aber trank im Vertrauen auf die heilige Kommunion, die Spinne kam ihm zur Nase wieder heraus.
(vgl Heiligenlexikon)

Die Bekehrung des hl. Norbert
Am Grab des hl. Norbert in Prag
Kloster Strahov im Modell und alter Reliquienschrein 

ehemaliges Prämonstratenser-Chorherrenstift St. Maria im Griffental, kurz
Stift Griffen