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Mittwoch, 29. Juli 2026

Christus im Haus von Martha und Maria

 

Jesus mit Martha und Maria im Haus des Lazarus,
Johannes Vermeer,Nationalgallerie Schottland

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 10

In jener Zeit
38 kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.
39 Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu.
40 Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen
zu dienen.
Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
41 Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
42 Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.

Der Herr verbietet also nicht die Gastfreundschaft, sondern dass wir uns mit zu vielen Dingen beschäftigen, die uns durcheinanderbringen und von ihm wegziehen.
Und sieh den Entschluß des Herrn: zunächst sagte er Marta nichts, sondern erst als sie ihre Schwester vom Zuhören abzubringen suchte, da ergriff der Herr die Gelegenheit und wies sie zurecht.

Gastfreundschaft nämlich ist ehrenvoll, insofern sie uns zum Notwendigen hinzieht. Wenn sie aber anfängt, uns von Nützlicherem abzuhalten, ist offenkundig, dass es ehrenvoller ist, göttlichen Lehren zuzuhören.
(Theophylactus, Thomas von Aquin, Catena Aurea, Hrsg. Schlosser, Kolbinger, 674)

National Galleries of Scotland, Edinburgh