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| Benedikt in der Mitte, den Giftbecher segnend, mit Maurus und Placidus |
Eines Tages war der Knabe Placidus hinausgegangen, um Wasser zu schöpfen. Als er das Gefäß in den See tauchte, wurde er von der Strömung erfasst und weit hinausgetragen.
Der Mann Gottes Benedikt erkannte dies sogleich, obwohl er sich in seiner Zelle befand, und rief den Maurus:
»Bruder Maurus, lauf! Der Knabe, der Wasser schöpfen ging, ist in den See gefallen; schon trägt ihn das Wasser fort.«Maurus erbat den Segen, eilte auf den Befehl des Vaters davon und lief über das Wasser, als wäre es festes Land.
Er ergriff den Knaben bei den Haaren und brachte ihn rasch ans Ufer.Erst als er wieder festen Boden erreicht hatte, blickte er zurück und bemerkte, dass er über das Wasser gegangen war. Darüber erschrak er selbst und wunderte sich über das, was geschehen war.
Als er zum Mann Gottes zurückkehrte, schrieb er das Wunder dessen Befehl zu. Benedikt aber sprach:»Nicht mein Verdienst, sondern dein Gehorsam hat dies bewirkt.«
Placidus hingegen sagte: »Als ich aus dem Wasser gezogen wurde, sah ich über eurem Haupt den Mantel des Abtes schweben; ich meinte, er selbst ziehe mich aus dem Wasser.«
Buch II, Kapitel 7 der Dialoge Gregors des Großen (De vita et miraculis Patrum Italicorum et de aeternitate animarum).
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| Benediktaltar in St. Godehard in Hildesheim |


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