Mittwoch, 28. Januar 2026

Wer also Gott liebt, hat ihn in sich (Thomas von Aquin)

 

Thomas von Aquin bei der Kanzel
Die Wahrheit spricht meine Zunge,
Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel
Sprichwörter 8,7

 

Der Triumpf des hl. Thomas in der Spanischen Kapelle in S. Maria Novella, Florenz

Der Reliquienschrein des hl. Thomas in Toulouse

Thomas von Aquin in Znaim 

Thomas und Maria in S. Maria sopra Minerva, Rom

Thomas auf der Lateranbasilika

Thomas in Neapel (S. Domenico Maggiore)

Thomas von Aquin in Wien

Thomas von Aquin und die hl. Eucharistie - Bologna

Noch mal Toulouse (Fresko, Statue und Detail des Reliquienschreins)

Thomas von Aquin - Bologna

Thomas von Aquin - betend Theologie betreiben (St Dominic´s Prior, London) 

Statue in Basilika Cateriniana di San Domenico (Hymnus Auge des Adlers)


Szent Judas Tade Templom, Sopron/Ödenburg
 

Nicht alle Menschen können sich wissenschaftlichen Studien hingeben. Darum besteht das Gesetz Christi nur aus wenigen Worten, so daß alle es wissen können und niemand wegen Unkenntnis von der Beobachtung ausgenommen sei. Und das ist das Gesetz der göttlichen Liebe: Der Herr wird handeln, indem er sein Wort auf der Erde erfüllt und durchsetzt.

Dies Gebot muß aber die Regel allen menschlichen Tuns sein. Bei einem Kunstwerk urteilen wir: Es ist gut und richtig, wenn es den Regeln der Kunst entspricht; so ist auch jedes menschliche Tun richtig und tugendhaft, wenn es mit der Regel des Gebotes der Gottesliebe übereinstimmt. Wenn es aber von dieser Regel abweicht, ist es nicht gut und auch nicht recht und nicht vollkommen.
Dieses Gebot der Gottesliebe bringt im Menschen vier höchst wünschenswerte Wirkungen hervor.

Erstens, es ruft in ihm das geistliche Leben hervor. Natürlicherweise ist es ja so, daß das Geliebte im Liebenden ist. Wer also Gott liebt, hat ihn in sich. "Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm."

Die Natur der Liebe ist, daß sie den Liebenden in das Geliebte verwandelt. Wenn wir Gott lieben, werden wir vergöttlicht. "Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm." 
Augustinus sagt: "Wie die Seele das Leben des Leibes ist, so ist Gott das Leben der Seele." So handelt die Seele tugendhaft und vollkommen, wenn sie in der Liebe handelt, durch die Gott in ihr wohnt. Ohne Liebe aber ist sie nicht tätig. "Wer nicht liebt, bleibt im Tod."
Wenn aber einer alle Gaben des Heiligen Geistes hätte, ohne die Liebe, hätte er das Leben nicht. Sei es die Gabe der Sprachen oder Gabe des Glaubens oder irgendeine andere Gabe: ohne die Liebe schenken sie nicht das Leben. Selbst wenn ein Leichnam mit Gold und Edelsteinen bedeckt wird, bleibt er dennoch tot. (....)
(Thomas von Aquin, aus dem theologischen Werk über die zwei Gebote der Liebe und die zehn Gebote, Proprium der Dominikaner, 206f)

ehemalige Dominikanerkirche in Ödenburg

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