Sonntag, 15. März 2026

Denkmal des hl. Klemens Maria Hofbauer bei der Wiener Minoritenkirche (Sanct Klemens-Rufe)

 

Blick von Parlament zur Wiener Minoritenkirche

 

1808 wurden Hofbauer und die Redemptoristen auch aus Warschau vertrieben - Napoleon, dem die Orden der Kirche immer verdächtig waren, verfügte die Ausweisung persönlich. In wenigen Stunden mußten sie das Haus, die Kirche, die Schulen, das Waisenhaus verlassen. Am 20 Juni wurden sie in aller Früh von der Polizei auf Wagen abgeführt und in die Festung Küstrin an der Oder gebracht. Von dort musste jeder in seine Heimat zurückkehren. Hofbauer hat die meisten seiner Mitbrüder nicht mehr wieder gesehen.

Er selber wusste nicht, wohin er gehen sollte; er dachte an Amerika. Aber zunächst ging er nach Wien. Seine Freunde dort haben ihn bewogen, in Wien zu bleiben.

In Wien war seine seelsorgliche Tätigkeiten in den ersten Jahren sehr beschränkt. Er hatte die Stelle eines Hilfskaplan an der italienischen Nationalkirche, der Minoritenkirche. (Schermann)




Parlament

Heiliger Klemens, bitte für uns

Sankt Klemens-Rufe

(Nach der Melodie „Mutter Gottes, wir rufen zu dir!")

Vorsänger/Alle: Heiliger Klemens, wir rufen zu dir!

V: Du Sohn einer tieffrommen Mutter: A: Sankt Klemens, bitte für uns
V: Du Schüler voll heiliger Gesinnung:
V: Du Muster als Arbeiterlehrling:
V: Du Vorbild im Handwerksberufe:
V: Student voller Kühnheit im Streben:
V/A: Heiliger Klemens, schütz Arbeit und Brot!

V: Du Pilger zur Stadt aller Christen:
V: Du Einsiedler in südlichen Bergen:
V: Du Freund in Ehrfurcht und Treue:
V: Dem Rufe Gottes gehorsam:
V: Du Priester und Ordensmann Gottes:
V/A: Heiliger Klemens, zeig Weg uns und Ziel!

V: Apostel am Ufer der Weichsel:
V: Du Führer und Retter der Jugend:
V: Du Wehrer und Nährer der Waisen:
V: Du Lehrer und Leiter der Seelen:
V: Du gütiger Herr deiner Brüder:
V/A: Heiliger Klemens, sei Retter und Freund!

V: Du Künder der Wahrheit und Liebe:
V: Missionar der Barmherzigkeit Gottes:
V: Du Zuflucht der suchenden Herzen:
V: Du Hirte des christlichen Volkes:
V: Du aller Diener und Helfer:
V/A: Heiliger Klemens, hilf Gott uns vertraun!

V: Du standhafter Schützer der Kirche:
V: Du Hüter der ewigen Rechte:
V: Du Kämpfer gen Hochmut und Tücke:
V: Gehaßt und doch voller Güte:
V: Gehetzt und dennoch in Frieden.
V/A: Heiliger Klemens, schütz' Freiheit und Recht!

V: Gefangen, doch frei in der Gnade:
V: Vertrieben aus Kloster und Kirche:
V: Verjagt wie ein Dieb und Verräter:
V: Auf Flucht vor gottlosen Feinden:
V: Auf Suche nach Heimat und Obdach:
V/A: Heiliger Klemens, gebiete der Not!

V: Als Mönch im Getriebe der Weltstadt:
V: Du Priester in Beichtstuhl und Zelle:
V: Du Lehrer der Dichter und Denker:
V: Erwecker der heiligen Herzen:
V: Berater der Hirten und Herren:
V/A: Heiliger Klemens, bring Hilfe und Trost!

V: Verkünder der Frohbotschaft Jesu:
V: Du fröhlicher niemüder Beter:
V: Du eifriger Beter beim Opfer:
V: Du Eifrer der Ehre Mariens:
V: Du Säule der heiligen Kirchen:
V/A: Heiliger Klemens, sei Mittler bei Gott!

V: Du Mahner der Fürsten und Reichen:
V: Du Stifter der Ordnung des Friedens:
V: Du Tröster der Armen und Kranken;
V: Du wundertätiger Helfer:
V: Du stiller Kreuzträger Christi:
V/A: Heiliger Klemens, wirk Frieden und Heil!

V: Du Mann aus dem Südmährerlande:
V: Du Heiliger unter den Großen:
V: Du Weiser im Rat der Gelehrten:
V: Du Schutzherr der Stadt deiner Liebe:
V: Du Freund in der Herrlichkeit Gottes:
V/A: Heiliger Klemens, schütz Heimat und Volk!



Denkmal des hl. Klemens Maria Hofbauer vor der Minoritenkirche

Glasfenster in der Wiener Servatiuskirche 

Gemälde im Klemensmuseum

Gebet des hl. Klemens um Erhaltung des Glaubens, Kreuz am Hochaltar in Maria am Gestade

Kelch bei den Wiener Redemptoristen

Redemptoristenkirche in Amsterdam

Der Klemensaltar in der Wiener Marienkirche, Brief an den Wiener Nuntius (Lesehore)

Klemens-Denkmal vor der Wiener Marienkirche

Klemens als Beichtvater bei den Wiener Ursulinen

Die Ruhestätte des hl. Klemens Maria Hofbauer in Maria am Gestade

Das Grab des hl. Klemens im Weitwinkel 

Das Klemens-Museum in Maria am Gestade

Maria am Gestade

Tasswitz - am Geburtsort des hl. Klemens Maria Hofbauer

Das Leben des hl. Klemens Maria Hofbauer dargestellt auf den Fenstern der Geburtskirche in Tasswitz

Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiß nichts ausrichten können.

 

Jesus heilt den Blindgeborenen,
St Andrews, Holy Trinity Church, by Douglas Strachan

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 9

In jener Zeit
1 sah Jesus unterwegs einen Mann,
der seit seiner Geburt blind war.
2 Da fragten ihn seine Jünger:
Rabbi, wer hat gesündigt?
Er selbst
oder seine Eltern,
sodass er blind geboren wurde?
3 Jesus antwortete:
Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
4 Wir müssen, solange es Tag ist,
die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat;
es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann.
5 Solange ich in der Welt bin,
bin ich das Licht der Welt.
6 Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde;
dann machte er mit dem Speichel einen Teig,
strich ihn dem Blinden auf die Augen
7 und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schilóach!
Das heißt übersetzt: der Gesandte.
Der Mann ging fort und wusch sich.
Und als er zurückkam,
konnte er sehen.
8 Die Nachbarn
und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten,
sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
9 Einige sagten: Er ist es.
Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.
Er selbst aber sagte:
Ich bin es.
10 Da fragten sie ihn:
Wie sind deine Augen geöffnet worden?
11 Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig,
bestrich damit meine Augen
und sagte zu mir: Geh zum Schilóach und wasch dich!
Ich ging hin,
wusch mich und konnte sehen.
12 Sie fragten ihn: Wo ist er?
Er sagte: Ich weiß es nicht.
13 Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war,
zu den Pharisäern.
14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht
und ihm die Augen geöffnet hatte.
15 Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.
Er antwortete ihnen:
Er legte mir einen Teig auf die Augen
und ich wusch mich
und jetzt sehe ich.
16 Einige der Pharisäer sagten:
Dieser Mensch ist nicht von Gott,
weil er den Sabbat nicht hält.
Andere aber sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?
So entstand eine Spaltung unter ihnen.
17 Da fragten sie den Blinden noch einmal:
Was sagst du selbst über ihn?
Er hat doch deine Augen geöffnet.
Der Mann sagte:
Er ist ein Prophet.
18 Die Juden aber wollten nicht glauben,
dass er blind gewesen und sehend geworden war.
Daher riefen sie die Eltern des von der Blindheit Geheilten
19 und fragten sie: Ist das euer Sohn,
von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde?
Wie kommt es, dass er jetzt sieht?
20 Seine Eltern antworteten:
Wir wissen, dass er unser Sohn ist
und dass er blind geboren wurde.
21 Wie es kommt, dass er jetzt sieht,
das wissen wir nicht.
Und wer seine Augen geöffnet hat,
das wissen wir auch nicht.
Fragt doch ihn selbst,
er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen!
22 Das sagten seine Eltern,
weil sie sich vor den Juden fürchteten;
denn die Juden hatten schon beschlossen,
jeden, der ihn als den Christus bekenne,
aus der Synagoge auszustoßen.
23 Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug,
fragt ihn selbst!
24Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war,
zum zweiten Mal
und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre!
Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.
25 Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht.
Nur das eine weiß ich,
dass ich blind war und jetzt sehe.
26 Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht?
Wie hat er deine Augen geöffnet?
27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt,
aber ihr habt nicht gehört.
Warum wollt ihr es noch einmal hören?
Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?
28 Da beschimpften sie ihn:
Du bist ein Jünger dieses Menschen;
wir aber sind Jünger des Mose.
29 Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat;
aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.
30 Der Mensch antwortete ihnen:
Darin liegt ja das Erstaunliche,
dass ihr nicht wisst, woher er kommt;
dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
31 Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört;
wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut,
den erhört er.
32 Noch nie hat man gehört,
dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.
33 Wenn dieser nicht von Gott wäre,
dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.
34 Sie entgegneten ihm:
Du bist ganz und gar in Sünden geboren
und du willst uns belehren?
Und sie stießen ihn hinaus.
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten,
und als er ihn traf,
sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
36 Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr,
damit ich an ihn glaube?
37 Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen;
er, der mit dir redet, ist es.
38 Er aber sagte: Ich glaube, Herr!
Und er warf sich vor ihm nieder.
39 Da sprach Jesus:
Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen:
damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden.
40 Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies.
Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?
41 Jesus sagte zu ihnen:
Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde.
Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen.
Darum bleibt eure Sünde.
(Evangelium vom 4. Fastensonntag, Lesejahr A)


Auf, salbe ihn!

 

Berufung von David, Douglas Strachan, Holy Trinity Church, St. Andrews

Lesung aus dem ersten Buch Sámuel 16

In jenen Tagen
1b sprach der Herr zu Sámuel:
Fülle dein Horn mit Öl
und mach dich auf den Weg!
Ich schicke dich zu dem Betlehemíter Ísai;
denn ich habe mir einen von seinen Söhnen
als König ausersehen.
6 Als Sámuel den Éliab sah,
dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter.
7 Der Herr aber sagte zu Sámuel:
Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt,
denn ich habe ihn verworfen;
Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht.
Der Mensch sieht, was vor den Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz.
10 So ließ Ísai sieben seiner Söhne vor Sámuel treten,
aber Sámuel sagte zu Ísai: Diese hat der Herr nicht erwählt.
11 Und er fragte Ísai: Sind das alle jungen Männer?
Er antwortete: Der jüngste fehlt noch,
aber der hütet gerade die Schafe.
Sámuel sagte zu Ísai:
Schick jemand hin und lass ihn holen;
wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen,
bevor er hergekommen ist.
12 Ísai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.
David war rötlich,
hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt.
Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn!
Denn er ist es.
13ab Sámuel nahm das Horn mit dem Öl
und salbte David mitten unter seinen Brüdern.
Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.
(1. Lesung vom 4. Fastensonntag, Lesejahr A)



Samuel salbt David zum König, Douglas Strachan, St Andrews, Holy Trinity Church

Sonntag, 8. März 2026

Das Wasser der Gnade

Samariterin am Jakobsbrunnen 

Glasfenster in der Salisbury Cathedral, 2023

Fresko in der Alten Kathedrale von Salamanca, 2020 

Mose lässt Wasser aus dem Felsen fließen (Malerei), Frau am Jakobsbrunnen Relief an der Kanzel im Nikolausdom in Trnava, Präfation 3. Fastensonntag, A, 2014



Bildausschnitt: die Apostel kommen nach dem Einkauf zu Jesus

Ein erstes Entgegenkommen der Gnade ist die Bitte Jesu, ihm zu trinken zu geben. Ein Geschenk, das die Sünderin nicht versteht, obschon sie die Bitte nicht verweigert; wir erfahren nicht, ob Jesus von ihr zu trinken bekommen hat.
Dann kommt zweitens das Angebot des lebendigen Wassers, der himmlischen Gabe ewigen Lebens, welches Angebot die Sünderin gar nicht begreifen kann.
Erst die dritte Gnade schaft sich Zugang zum verschlossenen Herzen: die Beichte, die Jesus aus seinem eigenen Wissen heraus der Frau schenkt, welche nunmehr zugänglich ist für das Wort des "Propheten": das Gespräch über die Anbetung Gottes beginnt.
In zwei-drei Schritten ist man bei der Anbetung im Geist und in der Wahrheit und der Selbstenthüllung Jesu als des Gesalbten Gottes. Hier ist das Wasser der Gnade bis auf den Grund der sündigen Seele gedrungen, hat sie gereinigt und zu apostolischem Wirken angespornt.
 Die Buße der Frau - daß sie die ihr auf den Kopf zugesagte Schuld willig zugibt - ist fast bedeutungslos angesichts der alles von Anbeginn an bestimmenden Gnade.
(Hans Urs von Balthsar, Licht des Wortes, 50f)

Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen, Paulo Veronese, um 1585



Wasser aus dem Felsen

 

Mose schlägt an den Felsen, Wasser kommt heraus
St Peter Mancroft, Norwich


Lesung aus dem Buch Éxodus 17

In jenen Tagen
3 dürstete das Volk nach Wasser
und murrte gegen Mose.
Sie sagten:
Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten heraufgeführt,
um mich und meine Söhne und mein Vieh
vor Durst sterben zu lassen?
4 Mose schrie zum Herrn:
Was soll ich mit diesem Volk anfangen?
Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich.
5 Der Herr antwortete Mose:
Geh am Volk vorbei
und nimm einige von den Ältesten Israels mit;
nimm auch den Stab in die Hand,
mit dem du auf den Nil geschlagen hast,
und geh!
6 Siehe,
dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen.
Dann schlag an den Felsen!
Es wird Wasser herauskommen
und das Volk kann trinken.
Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels.
7 Den Ort nannte er Massa und Meríba, Probe und Streit,
weil die Israeliten gehadert
und den Herrn auf die Probe gestellt hatten,
indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?

(1. Lesung vom 3. Fastensonntag, Lesejahr A) 

Dienstag, 3. März 2026

Bin bereit den letzten Blutstropfen hinzugeben für das Heil der Seelen - Liberat Weiss OFM

 

Detail, Steinigung der franziskanischen Märtyrer

Liberat Weiss Gedenkstätte in der Franziskanerkirche Graz

Glasfenster in der Grazer Franziskanerkirche


Lasset uns beten: 
Allmächtiger Gott,
Du hast den seligen Priestern und Märtyrern Liberat, Samuel und Michael Pius die Gnade geschenkt,
mit ihrem Blut Zeugnis abzulegen für den katholischen Glauben.
Auf ihre Fürbitte und Kraft ihrer Verdienste gewähre,
dass alle Christen ihren Glauben mutig bekennen
und alle Völker zum Licht des Evangeliums gelangen.
Darum bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus,
deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Liberat Weiss, Franziskanerkloster Maria Lankowitz

Seliger P. Liberat Weiß OFM und Gefährten (1675-1716), Märtyrer (Quelle)

P. Liberat wurde am 4. Jan. 1675 in Konnersreuth in der nördlichen Oberpfalz geboren und auf den Namen „Johannes Laurentius“ getauft. Mit 18 Jahren bat er um Aufnahme in die österreichische Franziskanerprovinz. Am 13. Oktober 1693 wurde er in Graz als ´“Frater Liberat“ eingekleidet
und empfing nach Ablegung der feierlichen Gelübde und theologischer Ausbildung am 14. September
1698 in Wien durch Erzbischof Leopold Kardinal Kolonitz die Priesterweihe. Zunächst als Prediger und
Beichtvater in Langenlois/Niederösterreich und Graz tätig, hörte er, dass König Yasu von Äthiopien Papst
Clemens XI. um Franziskaner-Missionare gebeten habe. Sie sollten die Union der äthiopischen Kirche
mit Rom vorbereiten, um die sich bereits Jesuiten und französische Kapuziner ohne bleibenden Erfolg bemüht hatten.
Als Missionar in Ägypten und Äthiopien In Nachfolge seines Ordensvater Franz von Assisi, der den Missionsgedanken in seine Regel aufgenommen hatte, meldete sich P. Liberat für Äthiopien. Er reiste nach Rom, wo er am 4. April 1704 von der Kongregation für die Glaubensverbreitung als Missionar
angenommen wurde. Nach kurzer Ausbildung, die auch die Vermittlung medizinischer Kenntnisse in sich schloss, begab er sich zusammen mit anderen Mitbrüdern nach Ägypten. Am 1. Januar 1705 brachen die Missionare von Kairo aus auf, um zunächst das Missionshospiz der Franziskaner in Ahmim/Oberägypten zu erreichen. Unter Leitung des Apostolischen Präfekten P. Joseph von Jerusalem reisten die neun Missionare, darunter auch P. Liberat, durch die Wüste weiter und kamen unter großen Strapazen bis nach
Sennar im heutigen Sudan. Der dort herrschende König Bade hinderte sie an der Weiterreise, hielt sie jahrelang fest und bedrohte die Franziskaner mit dem Tode. Einige Mitbrüder, auch P. Joseph, der P. Liberat zum Vizepräfekten ernannt hatte, starben an Entkräftung. Die Überlebenden wurden schließlich von König Bade ausgeraubt und völlig mittellos nach Ägypten zurückgeschickt.
Nach dem Scheitern der ersten Missionsreise berichtete P. Liberat am 28. Dezember 1710 nach Rom, schilderte den Tod des Präfekten und die trostlose Situation. Nur er und P. Michael Pio hätten „hungernd, von allen verachtet und misshandelt, in tausend Nöten und Verfolgungen“ überlebt. Aber er fügte auch hinzu: „Als Untergebener bin ich bereit, auch meinen letzten Blutstropfen hinzugeben, im Dienste Gottes, unserer hl. Mutter der Kirche, für das Heil der Seelen in Äthiopien.“ – 

Gegen seinen Willen am 20. April 1711 von der Kongregation für die Glaubensverbreitung zum Apostolischen Präfekten ernannt, unternahm P. Liberat am 3. November 1711 die zweite Missionsreise nach Äthiopien, diesmal über das Rote Meer. Er wurde begleitet von seinen Mitbrüdern P. Michele
Pio Fasoli (* 3. Mai 1676 in Zerbo/Diözese Pavia) und P. Samuele Marzorato (* 10. Sept. 1670 in Varese/Diözese Mailand). Die Missionare erreichten am 18. April 1712 die äthiopische Hafenstadt Massaua und schließlich die Hauptstadt Gondar. Kaiser Justos, schon der zweite Nachfolger Yasus, empfing die Franziskaner mit allen Ehren und erlaubte ihnen, sich niederzulassen. Sie durften zwar nicht öffentlich predigen, „damit das Volk nicht in Aufruhr gerate“, aber durch gutes Beispiel, unentgeltliche ärztliche Dienste und künstlerische Arbeiten gewannen sie zunehmend an Ansehen. Mit dem Kaiser, aber auch
mit den Mönchen des Landes führten sie immer wieder fruchtbare religiöse Gespräche.

Bald hatte es den Anschein, als könne es P. Liberat und seinen Gefährten gelingen, die von Rom getrennten Christen Äthiopiens durch eine Union mit der Mutterkirche zu vereinen. Als aber die Gegner einer solchen Union, besorgt um Macht und politischen Einfluss, diese Entwicklung erkannten, verbreiteten sie Gerüchte über die katholischen Missionare und es gelang ihnen, das Volk aufzuwiegeln. Um die Situation zu entschärfen, sandte Kaiser Justos die Franziskaner in die noch sichere Provinz Tigre. Doch nun richtete sich der Hass der fanatischen Gegner der Union mit Rom und mit ihnen das aufgehetz-
te Volk gegen den Kaiser, den sie durch eine Revolution zur Abdankung zwangen. Nachdem am 26. Januar 1726 David III. den Thron bestiegen hatte, ließ er die drei Missionare nach Gondar zurückholen und vor ein Gericht stellen. Am 2. März kam es zum Prozess.
Weil sich P. Liberat und seine Gefährten treu und furchtlos zu Kirche und Papst bekannten, weil sie König, Richter und Volk der Äthiopier von der Richtigkeit ihres Auftrages im Dienste einer Union zu überzeugen suchten, wurden sie zum Tode durch Steinigung verurteilt. Nach erfolgtem Richterspruch bot ihnen König David die Begnadigung an, wenn sie sich beschneiden ließen und an der äthiopischen Eucharistie teilnehmen würden. Die drei Missionare wiesen das Angebot entschlossen zurück. Sie zogen das Marty-
rium für den katholischen Glauben vor. In Ketten gelegt und ihrer Kleider beraubt wurden sie am 3. März 1716 zum Hinrichtungsplatz Abbo, unweit der Hauptstadt, geschleppt und dort von der aufgebrachten Volksmenge gesteinigt. Standhaft im Glauben und gottergeben bis zuletzt erlitten P. Liberat und seine Gefährten den Martyrertod. Das Andenken an die drei Blutzeugen (Märtyrer) ist im Franziskanerorden, in Bayern, Österreich und Italien, aber auch in Äthiopien niemals erloschen.

Montag, 2. März 2026

Chad, Bischof von Lichfield

 

St Chad´s Church, Manchester

Heiliger Chad, bitte für uns!

Gedächtnis: 2. März

Er wurde um 635 in Northumbrien geboren und zusammen mit seinem älteren Bruder Cedd in Lindisfarne unter Aidan ausgebildet. Nach Studien in Rathmelsighe - dem heutigen Mellifont in Irland - wurde er 653 als Priester und Missionar nach Mercien gesandt. Er unterstützte dann Cedd bei der Gründung des Klosters Lastingham in Yorkshire; nach dessen Tod wurde er 664 selbst dort Abt. Als Bischof Wilfrith längere Zeit in Gallien weilte, berief König Oswy ihn 664 ins Bischofsamt von York, zugleich war er mit der Zuständigkeit für Lindisfarne beauftragt; dieses Amt musste er aber drei Jahre später, nach Wilfriths Rückkehr, auf Anordnung von Erzbischof Theodor von Canterbury 669 wieder abgeben. Er ging nach Lastingham zurück. Noch im selben Jahr wurde ihm das neu geschaffene Bischofsamt für Mercien mit Sitz in Lichfield übertragen. Er starb an einer Seuche. Seine Gebeine, ursprünglich in Lichfield, wurden in der Reformation vor der Entweihung gerettet und in die ihm geweihte Kathedrale von Birmingham übertragen. Quelle

Sonntag, 1. März 2026

Durch das Leiden mit Christus zur Auferstehung gelangen

 



In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat den Jüngern seinen Tod vorausgesagt
und ihnen auf dem heiligen Berg seine Herrlichkeit kundgetan.
In seiner Verklärung erkennen wir, was Gesetz und Propheten bezeugen:
daß wir durch das Leiden mit Christus zur Auferstehung gelangen.
Durch ihn rühmen wir deine Größe
und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Präfation zum 2. Fastensonntag

Verklärung des Herrn, St Peter Mancroft, Norwich
linker Engel: das ist mein gelieber Sohn
rechter Engel: auf ihn sollt ihr hören

Verklärung des Herrn

 Figurengruppe der Verklärung im Chorumgang von Notre Dame de Chartres, B16 7. August 2005 

Altar der Dominikanerkirche in Lublin, Gebet der Ostkirche

San Marco Museum, Florenz, Fra Angelico, B16 Angelus, 9.3.2009

Glasfenster in der St Paul´s Cathedral in Dundee, B16, 2. Fastensonntag 2006

Glasfenster in Salisbury Cathedral, Einführung ins Jesusbuch von B16

Glasfenster in St Chad´s Church - The Manchester Oratory (Präfation)

Gemälde in den Uffizien

Mosaik, Rosenkranzstation in Medjugorje (B16. 6 August 2006)

Hochaltarbild im Stift Kremsmünster

Glasfenster in St Etheldreda´s Church, London

Berg Tabor im Heiligen Land 1 (B16, 24.2.2013)

Glasfenster in La Salette

Mosaik im Petersdom

Malerei in S. Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom

Kloster Sucevita in Rumänien

Berg Tabor - neue Impressionen 2 (B16, 18.2.2008)

Glasfenster im Magdalene College in Cambridge

Glasfenster im Straßburger Münster

Glasfenster in der Basilika Sacre Coeur, Paray Le Monial (B16. 5.3.2007)