Montag, 25. Februar 2013

Das Heilige Land 4 - der Berg Tabor

Der Berg Tabor ist der auffälligste der Berge Südgaliläas. Er steht allein da, ist nach allen Seiten hin sichtbar und ragt 562 m empor. Bedeutsam ist der Tabor, weil die Christen den Gipfel des Berges als den Ort der Verklärung Jesu ansehen:

"Jesus nahm Petrus, Johannes und Jakobus beseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten".(Lukas 9,28)



Geschichte des Tabor:

Schon um die Mitte des 2. Jahrhunderts gibt ein außerbiblischer Bericht über Jesu Leben einen Hinweis darauf, daß die Christen auf dem Berg Tabor der Verklärung gedachten. Nach nur kurzer Zeit der irrigen Meinung, auf dem Ölberg sei die Verklärung gewesen, bestätigte 348 Cyrill, der damalige Bischof von Jerusalem, daß der Tabor der Verklärungsort sei. In den folgenden Jahrhunderten berichteten viele Pilger vom Tabor als einem Wallfahrtsort, auf dem auch Klöster und Kirchen stünden.

Nach dem Pilgerbericht des Anonymus von Piacenza um 570 standen auf dem Berg drei Basiliken gemäß dem Petruswort: "Laßt uns drei Hütten bauen." Auch nach der Eroberung Palästinas durch die Araber im 7. Jahrhundert wird von einem Bischof und von Mönchen auf dem Tabor berichtet und daß dort eine Kirche für Jesus, Mose und Elia standen.

Für Busse ist die Straße zu schmal, so daß man auf  ein Taxi umsteigen muss


Unter den Kreuzfahrern gründeten um 1100 Benediktiner dort ein Kloster. Das Ganze wurde mit einer Befestigungsmauer umgeben. Im 12. Jahrhundert wird auch schon eine Eliaskirche der Griechisch-Orthodoxen mit einem Kloster auf dem Tabor erwähnt.
Nach der Niederlage der Kreuzfahrer wurde der Berg von den Sarazenen in Besitz genommen und als Festung ausgebaut. 1263 zerstörte dann Sultan Baibars alle christlichen Gebäude auf dem Tabor völlig. Fast vierhundert Jahre blieb der heilige Berg verlassen.

Erst 1631 erhielten die Franziskaner von einem türkischen Emir die Erlaubnis, sich auf dem Tabor niederzulassen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Griechisch-Orthodoxen mit dem Wiederaufbau ihrer Eliaskirche und die Franziskaner mit umfangreichen Ausgrabungen. 1921 bis 1924 bauten die Franziskaner dann die neue Basilika der Verklärung nach dem Vorbild syrischer Kirchen des 5. Jahrhunderts auf.

(aus: M. Basileia Schlink, Heiliges Land heute, 452f)



Basilika der Verklärung, Tabor

Die beiden Türme der Kirche stehen auf den alten Gebetsstätten des Mose und Elija und enthalten auch heute Kapellen der beiden alttestamentlichen Gestalten.


Die Anordnungen für Besucher unterscheiden sich im letztgenannten Punkt von europäischen Heiligtümern.






Von den beiden Seitenschiffen führen Stufen zum Hochaltar. In der Apsis ist die Verklärung Christi als Mosaik auf Goldhintergrund dargestellt. Im Mittelschiff führt eine breite Treppe hinunter zur Krypta, wo die alte Apsis und der antike Altar noch erhalten sind.




Die Seitenwände der Krypta sind geschmückt mit Symbolen der Verklärung Christi. Eine Verwandlung (transfiguratio) vollzog sich an ihm in seiner Geburt (links), in der heiligen Eucharistie, im Opfertod und in der Auferstehung.



In seiner letzten Ansprache zum Angelus am 24.2.2013 kommentierte Papst Benedikt XVI. die Verklärung Christi:

Liebe Brüder und Schwestern!
Danke für die Sympathie, die ihr mir entgegenbringt!

Heute, am zweiten Fastensonntag, hören wir einen besonders schönen Text des Evangeliums: den der Verklärung des Herrn. Der Evangelist Lukas betont besonders die Tatsache, dass Jesus sich verklärte, während er betete: Es handelt sich um die Erfahrung einer besonders tiefen Beziehung zum Vater während einer Art geistlicher Exerzitien, zu denen Jesus sich in Begleitung von Petrus, Jakobus und Johannes zurückgezogen hat; den drei Jüngern, die jedes Mal dabei sind, wenn sich die Göttlichkeit des Meisters offenbart (Lk 5,10; 8,51; 9,28). Der Herr hatte kurz zuvor seinen Tod und seine Auferstehung angekündigt (Lk 9,22); nun bietet er den Jüngern einen Vorgeschmack seiner Herrlichkeit. Und auch in der Verklärung, wie schon bei der Taufe, ertönt die Stimme des himmlischen Vaters: „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,35). Das Erscheinen von Mose und Elija, die das Gesetz und die Propheten des Alten Bundes repräsentieren, ist sehr bedeutungsvoll: Die gesamte Geschichte des Alten Bundes ist nämlich auf ihn, auf Christus ausgerichtet, der einen neuen „Exodus“ vollbringt (vgl. Lk. 9,31), der nicht in das gelobte Land führen wird wie zur Zeit Moses, sondern in den Himmel. Die Worte Petri: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind“ (Lk 9,33) stellen den aussichtslosen Versuch dar, dieses mystische Erlebnis festzuhalten. Augustinus schrieb dazu: „Auf dem Berg [der Verklärung] hatte [Petrus] in Christus die Speise für seine Seele gefunden. Warum hätte er von diesem Berg wieder herabsteigen sollen, zurück zu Mühe und Leid, wo er dort oben doch vom Gefühl der heiligen Liebe zu Gott erfüllt war, das ihm auch den Weg zu einer heiligen Lebensweise zeigte?“ (Sermones 78,3: PL 38,491).

Wenn wir über diesen Text des Evangeliums nachdenken, können wir daraus eine wichtige Lehre ziehen. Zum einen lernen wir, wie wichtig das Gebet ist; denn ohne das Gebet verkommt jeder Eifer im Apostolat und in der Nächstenliebe zu bloßem Aktivismus. In der Fastenzeit lernen wir, dem Gebet, dem persönlichen wie auch dem in der Gemeinde, genügend Zeit zu widmen; denn das Gebet ist der Atem unseres Geisteslebens. Beten bedeutet auch nicht, sich aus der Welt und ihren Widersprüchen zurückzuziehen, wie Petrus auf dem Berg Tabor es gern getan hätte; stattdessen führt uns das Gebet zum Weg zurück, zur Aktion. „Das christliche Leben“, habe ich in der diesjährigen Botschaft zur Fastenzeit geschrieben, „besteht darin, den Berg der Begegnung mit Gott immer wieder hinaufzusteigen, um dann, bereichert durch die Liebe und die Kraft, die sie uns schenkt, wieder hinabzusteigen und unseren Brüdern und Schwestern mit der gleichen Liebe Gottes zu dienen“ (Nr. 3).

Liebe Brüder und Schwestern, ich fühle, dass dieses Wort Gottes besonders auch an mich gerichtet ist, in diesem Augenblick meines Lebens. Danke! Der Herr hat mich gerufen, „auf den Berg zu steigen“, mich noch tiefer dem Gebet und der Meditation zu widmen.

Doch das bedeutet nicht, dass ich die Kirche allein lasse; im Gegenteil, wenn Gott diesen Schritt von mir verlangt, dann gerade zu dem Zweck, damit ich ihr weiterhin mit derselben Hingabe und Liebe dienen kann, wie ich es bisher zu tun versucht habe, nur auf eine Weise, die meinem Alter und meinen Kräften angemessener ist.

Lasst uns um die Fürsprache der heiligen Jungfrau Maria beten: Möge sie uns allen helfen, dem Herrn Jesus immer zu folgen, im Gebet wie in der tätigen Nächstenliebe.

Relief über der Eingangstür zur Gemeinschaft Mondo X












Bei der Gemeinschaft mondo x genossen wir köstlichen italienischen Kaffee. 


Das Taxi bringt uns wieder zum Bus

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