Sonntag, 26. September 2021

Jesus spricht heute über die Hölle

 und ich habe sie am Nachmittag besucht:


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 9

In jener Zeit
38 sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus:
Meister, wir haben gesehen,
wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb;
und wir versuchten, ihn daran zu hindern,
weil er uns nicht nachfolgt.
39 Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht!
Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt,
kann so leicht schlecht von mir reden.
40 Denn wer nicht gegen uns ist,
der ist für uns.
41 Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt,
weil ihr zu Christus gehört –
Amen, ich sage euch:
Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
42 Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben,
Ärgernis gibt,
für den wäre es besser,
wenn er mit einem Mühlstein um den Hals
ins Meer geworfen würde.
43 Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt,
dann hau sie ab;
es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen,
als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen,
in das nie erlöschende Feuer.
45 Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt,
dann hau ihn ab;
es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen,
als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
47 Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt,
dann reiß es aus;
es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen,
als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden,
48 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
(Evangelium vom 26. Sonntag, B)

very hot here

Freitag, 24. September 2021

Rupert und Virgil

Gott, du Herr aller Völker,
du hast durch die heiligen Bischöfe Rupert und Virgil
Menschen verschiedener Sprache und Herkunft in die Gemeinschaft der Kirche eingefügt.
Erhalte uns auf die Fürsprache dieser Heiligen in der Einheit des Glaubens und der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Salzburger Dom

Rupert, wahrscheinlich aus dem rheinfränkischen Gebiet, war zuerst Bischof von Worms, ging dann, um zu missionieren, nach Bayern, wo er von Herzog Theodo in Regensburg gut aufgenommen und in seiner Arbeit unterstützt wurde. Um 700 gründete Rupert das Bistum Salzburg und errichtete in Salzburg das Kloster und die Schule von Sankt Peter. Er gewann auch seine Nichte (oder Schwester) Erentrudis für das Missionswerk und baute für sie das Kloster Nonnberg. Um der armen Bevölkerung der Gegend zu helfen, förderte er die Salzgewinnung; er gab der Stadt Juvavum den Namen Salzburg. Rupert starb am 27. März um 718.

Virgil mit dem Beinamen „der Geometer“ war ein gelehrter Ire. Er kam 745 nach Bayern, wurde Abt von Sankt Peter und Bischof der Diözese Salzburg. Die Bischofsweihe empfing er erst 767. Er begann die Missionierung der Slawen, die im heutigen Kärnten wohnten, und baute den Dom von Salzburg, den er am 24. September 774 zu Ehren des hl. Rupert einweihte. Er starb 784 und ist im Salzburger Dom bestattet. (erzabteibeuron)

vlnr: Rupert, Petrus, Paulus, Virgil

Heiliger Virgil, bitte für uns (Kirche als Attribut)

Heiliger Rupert, bitte für uns (Salzfass)

Heute gedenkt die Kirche der Heiligen Rupert und Virgil, Patrone Salzburgs,

Die älteste Pfarrkirche Wiens - Ruprechtskirche

Das Ruprechtsfenster in der Ruprechtskirche 

Hochaltarfiguren von Rupert und Virgil in St. Peter, Salzburg

Am Grab des hl. Rupert in Salzburg 


und des hl. Gerhard/Gellert von Csanad.

Dienstag, 21. September 2021

Folge mir nach!

Matthäus, Deckenmalerei in S. Maria sopra Minerva, Rom


Matthäus saß nachlässig am Zoll, belästigte die Reisenden und erhob übermäßige Gebühren, wie es damals zu geschehen pflegte. Die Überforderung war die Rache für die allgemeine Verachtung, die man den Zöllnern entgegenbrachte. Da kam Jesus des Weges, stand still, schaute Matthäus an, hielt dem Manne keine lange Moralpredigt über das Unrechtmäßige seines Tuns, sprach aber die drei schicksalsschweren Worte zu ihm: "Folge mir nach!"

Es bleibt zunächst unbegreiflich, daß Matthäus alles verließ und ihm nachfolgte, er, der dumpf in seinem Zollhaus saß und an den Einnahmen interessiert war. Matthäus hatte die Schwelle seines Daseins überschritten; eine neue Linie zeichnete sich in seinem Leben ab. Noch eine Stunde zuvor hatte er nicht entfernt daran gedacht, etwas anderes zu tun als das, was er immer getan hatte. 

Aber nun war es geschehen, man hatte ihn gerufen. Wir wissen nicht, in welcher Tonlage Jesus seine Worte gesprochen hatte - war es ein Zuruf oder eine Forderung? -, jedenfalls hörte Matthäus auf ihn und gehorchte. (....) Die Aufforderung zur Nachfolge klang Matthäus zeitlebens in den Ohren nach. Er besaß innerlich gar keine Möglichkeit, sie zu unterdrücken, er mußte die Begebenheit aufschreiben und in seinem Evangelium weitergeben.
Das matthäische Evangeliumsverständnis ist Nachfolge-Christentum; man begreift es bald, wenn man auf seine Worte achtet.
(W. Nigg, Botschafter des Glaubens, 88f)

 

die Matthäus-Bilder von Caravaggio

Matthäus in der Grabeskirche

Holzrelief an der Kanzel von St. Brigitta, Wien 

Heute gedenkt die Kirche auch des Propheten Jona.

Montag, 20. September 2021

Am Grab des hl. Märtyrers Eustachius

 

Sarkophag mit den Reliquien des hl. Eustachius und seiner Familie
HEILIGER EUSTACHIUS, bitte für uns!

Märtyrer
Namensdeutung: die gute Ähre, der Fruchtbare, auch: der Standfeste (gr.-lat.)
Namenstage: Eustachius, Eustach, Eustache, Eustace, Stace, Stacy, Eustacio, weibl.: Eustachia, Eustacia, Stacy
Gedenktag: 20. September

Lebensdaten: gestorben um 118

Lebensgeschichte und Legende: Nach einer griechischen Vita aus dem 5. bis 7. Jahrhundert war Placidas einer der besten Generäle des Kaisers Trajan. Bei der Jagd stellte er einen majestätischen Hirschen mit einem Kruzifix im Geweih, der ihn folgendermaßen ansprach: „Placidas, warum verfolgst du mich? Glaube an mich: Ich bin Christus.“ Placidas ließ sich auf den Namen Eustachios taufen, seine Frau erhielt den Namen Theopiste („Gottgläubige“), seine Söhne hießen Agapios („Liebevoller“) und Theopistos.

Die Gottesstimme im Hirschen hatte ihm Leiden vorausgesagt, das zur Prüfung über ihn hereinbrach: Er verlor Haus, Land und Vermögen. Als die Familie sich nach Ägypten zurückziehen wollte, um abgeschieden in Armut zu leben, konnte sie die Überfahrt nicht bezahlen, worauf der Schiffskapitän die Männer über Bord warf und die schöne Theopiste einbehielt. An Land fielen die Söhne scheinbar wilden Tieren zum Opfer, wurden aber lediglich vom Vater und voneinander getrennt.

In der Zwischenzeit hatte der Kaiser nach seinem Feldherren suchen lassen. Eustachios wurde gefunden, wieder in seinen Rang eingesetzt und mit der Aushebung neuer Truppen zur Landesverteidigung betraut. Zwei besonders tüchtige junge Männer machte er zu seinen Adjutanten. Nach einem glorreichen Sieg über die Barbaren kehrten die drei Offiziere bei einer armen Frau ein. Im abendlichen Gespräch erkannten alle vier Familienmitglieder einander wieder.

Trajans Nachfolger Hadrian jedoch duldete nicht, dass sich die Familie hartnäckig dem kaiserlichen Götzenopfer verweigerte; doch die Löwen, denen er sie vorwerfen ließ, legten sich ihr zu Füßen. Erst in einem glühenden, stiergestaltigen Ofen fand sie den Tod. Äußerlich unversehrt wurden die Leichname heimlich von Christen geborgen und in der heutigen römischen Kirche Sant’Eustachio bestattet.

Verehrung: Der Eustachius-Roman, der biblische Motive wie die Bekehrung des heiligen Paulus, ein sprechendes Tier wie Bileams Esel (Num 22,22–24) und das Leiden Hiobs verwebt, war bereits 730 Johannes von Damaskus bekannt. In Konstantinopel ist ein Gedenktag Eustachius’ und seiner Familie am 20. September seit dem 9. Jahrhundert in einer eigenen Kirche belegt. Die römische Titeldiakonie Sant’Eustachio erhielt ihren Namen unter Papst Leo III. (795–816).

Die Episode mit dem Hirschen ging nördlich der Alpen auf die Vita des heiligen Meinulf und dann vor allem auf die des heiligen Hubertus über. Reliquien gelangten nach Paris und führten zur Errichtung der Pfarrkirche Saint-Eustache bei den Markthallen. Eustachius zählt zu den 14 Nothelfern, sein Gedenktag wurde jedoch 1969 aus dem römischen Generalkalender getilgt.

Darstellung: als Soldat vor einem Hirschen mit einem Kruzifix im Geweih

Patron: der Jäger und Feuerwehrleute, Mitpatron von Madrid und Paris (BistumAugsburg)

Apsismuschel zeigt die Anbetung des Kreuzes, Galileo Parisini;
Sant Eustachio in Campo Marzo, Rom

Eustachiusstatue in St. Aposteln, Köln

Altarbild des Martyriums des hl Eustachius und sr. Familie, sie finden den Tod
in einem glühenden Stier aus Bronze
Francesco Fernandi

Sonntag, 19. September 2021

Aber sie verstanden das Wort nicht


 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 9,30-37

In jener Zeit
30 zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa.
Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;
31 denn er belehrte seine Jünger
und sagte zu ihnen:
Der Menschensohn
wird in die Hände von Menschen ausgeliefert
und sie werden ihn töten;
doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
32 Aber sie verstanden das Wort nicht,
fürchteten sich jedoch, ihn zu fragen.

33 Sie kamen nach Kafárnaum.
Als er dann im Haus war,
fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen?
34 Sie schwiegen,
denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen,
wer der Größte sei.
35 Da setzte er sich,
rief die Zwölf
und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will,
soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
36 Und er stellte ein Kind in ihre Mitte,
nahm es in seine Arme
und sagte zu ihnen:
37 Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt,
der nimmt mich auf;
und wer mich aufnimmt,
der nimmt nicht nur mich auf,
sondern den, der mich gesandt hat.

(Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis, B) 

Heute gedenkt die Kirche des hl. Januarius von Neapel.

Er ist nicht hier, Er ist auferstanden!

Freitag, 17. September 2021

Der rettende Name - Hildegard von Bingen

 

ora pro nobis


O mächtiger Vater,
wir sind jetzt in großer Not,
drum flehen wir,
flehen dich an durch dein Wort,
durch das du uns alles in Fülle gewährst,
was wir zu unserem Leben brauchen:

Blicke nun, Vater,
wie es deinem Namen entspricht,
nieder auf uns und hilf uns,
dass wir nicht ganz zugrunde geh´n
und dein Name in uns nicht verdunkelt werde.

Würdige dich, uns zu Hilfe zu kommen
durch diesen deinen heiligen Namen!

(Walburga Storch, Gebete der hl. Hildegard von Bingen, 94)


Hl. Hildegard, Bingen

Hymnus zu Ehren der 1100 Jungfrauen (St. Ursula, Köln)

Statue und Bild der hl. Hildegard in der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim,Eibingen

Hildegard wird zu Jutta von Disiboden gebracht

Die älteste bekannte Darstellung der hl. Hildegard

Zur Kirchenlehrerin erhoben

Der Hildegardis-Schrein in Eibingen


Der Hildegardis-Altar in der Binger Rochuskapelle


Hildegard-Gedächtniskirche auf dem Rupertsberg in Bingerbrück

Donnerstag, 16. September 2021

Papst Kornelius

 

Papst Cornelius, St. Paul vor den Mauern, Rom


Papst
Namensdeutung: aus dem Geschlecht der Cornelier (lat.), stark wie ein Horn (volkstüml.)
Namenstage: Cornelius, Kornel, Cees, Conny, Correl, Corneille, Nelis, weibl.: Cornelia, Conny
Gedenktag: 16. September

Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben im Juni 253 in Civitavecchia

Lebensgeschichte: Der römische Priester Cornelius wurde 251 zum Bischof von Rom gewählt, als die aussichtsreicheren Kandidaten nach der Christenverfolgung des Kaisers Decius im Kerker saßen. Sein Konkurrent Novatian warf ihm vor, sich eine heidnische Opferbescheinigung erschlichen zu haben und deswegen unwürdig zu sein, und ließ sich zum Gegenbischof weihen – das erste Papstschisma war ausgebrochen.

Die Entscheidung brachte die Frage, wie mit denjenigen umgegangen werden sollte, die während der Christenverfolgung öffentlich vom Glauben abgefallen waren. Novatian verfolgte mit einigen nordafrikanischen Bischöfen einen unnachgiebigen Kurs, während Cornelius und sein Unterstützer Cyprian von Karthago statt des sicheren Martyriums für alle lieber Buße und Vergebung forderten. Auf einer Synode in Rom mit 60 Bischöfen wurden Novatian und seine Anhänger aus der Kirche ausgeschlossen.

Briefe, mit denen sich Cornelius die Unterstützung wichtiger Bischofssitze sicherte, geben detaillierten Aufschluss über die Zusammensetzung der römischen Kirche zur damaligen Zeit. In der Millionenstadt lebten damals etwa 30.000 bis 50.000 Christen. Neben 46 Priestern waren sieben Diakone und über 100 Träger niederer Weihen liturgisch und seelsorgerisch tätig.

Als unter Kaiser Gallus die Christenverfolgungen wieder einsetzten, wurde Cornelius nach Centumcellae, dem heutigen Civitavecchia, verbannt, wo er im Juni 253 eines natürlichen Todes starb.

Verehrung/Brauchtum: Cornelius, der mit Cyprian im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt wird, wurde in der Calixtus-Katakombe bestattet und ab dem 9. Jahrhundert besonders im Rheinland verehrt, wo ihn eine hübsche Legende zum Patron der Liebenden stilisiert: Als in Neuss ein junger Künstler eine Corneliuskapelle ausschmückte und sich in die Tochter des Hauses verliebte, wollte der Vater nur dann in die Hochzeit einwilligen, wenn der abgebildete Papst selbst dem zustimme, was die Statue alsbald tat.

Wichtige Reliquien befinden sich im Aachener Kornelimünster sowie in der Kölner Severinskirche. Cornelius gehört zusammen mit den heiligen Quirinus, Hubertus und Antonius zu den Vier Heiligen Marschällen. Sein Gedenktag am 16. September hängt mit der Niederlegung seiner Gebeine zusammen. Zum Viehpatron wurde Papst Cornelius wegen des lateinischen „cornu – Horn“, Epilepsie hieß nach ihm die „Kornelkrankheit“.

Darstellung: als Papst mit Tiara und Horn

Patron: der Bauern, der Liebenden, des Hornviehs, gegen Krämpfe, Ohren- und Nervenleiden sowie Epilepsie

(Bistum Augsburg)

Papst Cornelius, Apsismosaik von Maria in Trastevere