Sonntag, 8. Juni 2025
Samstag, 7. Juni 2025
Der Weg Mariens und der Glaubensweg der Kirche (Redemptoris mater 26)
![]() |
| Pfingsten im Abendmahlsaal, St Giles, Cambridge |
26. Die Kirche, von Christus auf den Aposteln erbaut, ist sich dieser Großtaten Gottes am Pfingsttag voll bewußt geworden, als die im Abendmahlssaal Versammelten »mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab« (Apg 2, 4). In diesem Augenblick beginnt auch jener Weg des Glaubens, die Pilgerschaft der Kirche durch die Geschichte der Menschen und der Völker. Man weiß, daß am Beginn dieses Weges Maria gegenwärtig ist, die wir mitten unter den Aposteln im Abendmahlssaal »mit ihren Gebeten die Gabe des Geistes erflehen« sehen [59].
Ihr Glaubensweg ist in einem gewissen Sinne länger. Der Heilige Geist ist bereits auf sie herabgekommen, die bei der Verkündigung seine treue Braut geworden ist, indem sie das ewige Wort des wahren Gottes aufnahm und sich dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwarf und seiner Offenbarung willig zustimmte, ja, sich im »Gehorsam des Glaubens« ganz und gar Gott überließ [60] und darum dem Engel antwortete: »Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast«. Der Glaubensweg Marias, die wir betend im Abendmahlssaal sehen, ist also länger als der Weg der dort Versammelten: Maria geht ihnen »voraus« und auch »voran« [61]. Der Pfingsttag in Jerusalem ist, außer durch das Kreuz, auch durch den Augenblick der Verkündigung in Nazaret vorbereitet worden. Im Abendmahlssaal trifft sich der Weg Marias mit dem Glaubensweg der Kirche. In welcher Weise?
Unter denen, die im Abendmahlssaal im Gebet verharrten und sich darauf vorbereiteten, »in die ganze Welt« zu ziehen, nachdem sie den Heiligen Geist empfingen, waren einige nach und nach durch Jesus vom Anfang seiner Sendung in Israel an berufen worden. Elf von ihnen waren als Apostel eingesetzt worden, und ihnen hatte Jesus die Sendung übergeben, die er selbst vom Vater erhalten hatte: »Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch« (Joh 20, 21), so hatte er den Aposteln nach der Auferstehung gesagt. Vierzig Tage später, vor seiner Rückkehr zum Vater, hatte er hinzugefügt: Wenn »die Kraft des Heiligen Geistes ... auf euch herabkommen wird, ... werdet ihr meine Zeugen sein ... bis an die Grenzen der Erde« (vgl. Apg 1, 8). Diese Sendung der Apostel beginnt mit dem Augenblick, da sie den Abendmahlssaal in Jerusalem verlassen. Die Kirche wird geboren und wächst nun durch das Zeugnis, das Petrus und die anderen Apostel von Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, ablegen (vgl. Apg 2, 31–34; 3, 15–18; 4, 10–12; 5, 30–32).
Maria hat nicht diese apostolische Sendung direkt empfangen. Sie befand sich nicht unter denen, die Jesus, als er ihnen jene Sendung verlieh, in die ganze Welt sandte, um alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen (vgl. Mt 28, 19). Sie war jedoch im Abendmahlssaal, wo sich die Apostel darauf vorbereiteten, diese Sendung mit dem Kommen des Geistes der Wahrheit zu übernehmen: Dort war sie bei ihnen. In ihrer Mitte war sie »beharrlich im Gebet« als die »Mutter Jesu« (Apg 1, 13–14), das heißt als Mutter des gekreuzigten und auferstandenen Christus. Und jener erste Kern derer, die im Glauben »auf Jesus, den Urheber des Heils« [62] schauten, war sich bewußt, daß Jesus der Sohn Marias war und sie seine Mutter und daß sie so vom Augenblick der Empfängnis und Geburt an eine besondere Zeugin des Geheimnisses Jesu war, jenes Geheimnisses, das sich vor ihren Augen in Kreuz und Auferstehung ausgeprägt und bestätigt hatte. Die Kirche »schaute« also vom ersten Augenblick an auf Maria von Jesus her, wie sie auf Jesus von Maria her »schaute«. Diese wurde für die Kirche von damals und für immer eine einzigartige Zeugin der Kindheitsjahre Jesu und seines verborgenen Lebens in Nazaret, da sie »alles bewahrte, was geschehen war, und in ihrem Herzen darüber nachdachte« (Lk 2, 19; vgl. v. 51).
Aber in der Kirche von damals und immer war und ist Maria vor allem jene, die »selig ist, weil sie geglaubt hat«: Als erste hat sie geglaubt. Vom Augenblick der Verkündigung und der Empfängnis an, seit der Stunde der Geburt im Stall von Betlehem folgte Maria Jesus Schritt für Schritt auf ihrer mütterlichen Pilgerschaft des Glaubens. Sie folgte ihm all die Jahre seines verborgenen Lebens in Nazaret, sie folgte ihm auch in der Zeit der äußeren Trennung, als er inmitten von Israel »zu handeln und zu lehren« begann (vgl. Apg 1, 1), sie folgte ihm vor allem in der tragischen Erfahrung von Golgota. Jetzt, da Maria am Beginn der Kirche mit den Aposteln im Abendmahlssaal von Jerusalem weilte, fand ihr Glaube, der aus den Worten der Verkündigung geboren war, seine Bestätigung. Der Engel hatte ihr damals gesagt: »Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und ... über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben«. Die gerade zurückliegenden Ereignisse von Kalvaria hatten diese Verheißung ins Dunkel gehüllt; und doch ist auch unter dem Kreuz der Glaube Marias nicht erloschen. Sie war dort immer noch jene, die (wie Abraham) »gegen alle Hoffnung voll Hoffnung« geglaubt hat (Röm 4, 18). Und siehe, nach der Auferstehung hatte die Hoffnung ihr wahres Antlitz enthüllt, und die Verheißung hatte begonnen, Wirklichkeit zu werden. Tatsächlich hatte Jesus ja, ehe er zum Vater zurückkehrte, den Aposteln gesagt: »Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. ... Seid gewiß! Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (vgl. Mt 28, 19. 20). So hatte derjenige gesprochen, der sich durch seine Auferstehung als Sieger über den Tod erwiesen hatte, als Herrscher des Reiches, das nach der Ankündigung des Engels »kein Ende haben wird«. (Johannes Paul II, Redemptoris mater, 26)
Glasmalerei in der St Aloysius R. C. Church, London (B16, Regina Coeli, 15. Mai 2005)
Glasfenster im Stift Lambrecht (Gebet von Johannes Paul II. in Vita consecrata)
Glasfenster in der Herz-Jesu-Basilika in Koekelberg, Brüssel (Predigt Benedikt XV., Pfingsten 2009)
pfingstliche Flugkunst
in der Dormitio-Abtei, Jerusalem (Predigt, Benedikt XVI., Pfingsten 2008)
aus seinem Inneren werden Ströme lebendigen Wassers fließen ( Glasfenster, Herz-Jesu-Basilika in Koekelberg, Brüssel)
Gemälde über der Taufkapelle des hl. Antonius
Gemälde Turmbau zu Babel (Pieter Bruegel) und Glasfenster in St Aloysius Church, London (Predigt Benedikt XVI., Pfingstsonntag 2012)
Pfingstrosen
Philipp Neri empfängt den Heiligen Geist, Fresko in der Chiesa Nuova
Mosaik in der Rosenkranzbasilika in Pompei
Pfingsten lässt sich schwer einfangen
Hochaltarbild in Maria Roggendorf, NÖ (Papst Benedikt XVI. Generalaudienz 14.3.2012; von Maria beten lernen)
Hochaltar in der Kathedrale von Toledo (Warum die Taube, Hauke)
Glasmalerei in der Kathedrale von Notre Dame (optimale Vorbereitung auf Pfingsten)
Pfingstsonntag in Wien, garantiert coronafrei
von der Knospe zur Blüte
Figurengruppe in der Krakauer Marienkirche (Gebet von Alfons Maria von Liguori)
ein pfingstliches Pferd
Medaillon am Hochaltar der Pöllauer Pfarrkirche, Stmk.
Freitag, 6. Juni 2025
1115, Norbert bekehrt sich
![]() |
| Bekehrung des hl. Norbert v. Xanten, Kirche Strahov, Prag |
Der heilige Norbert von Xanten wurde Ende des 11. Jahrhundert, vermutlich 1082, in Xanten geboren. Seine Familie war adlig und wollte dem Sohn eine kirchliche Karriere ermöglichen. Schon mit zwölf Jahren wurde Norbert in das Kanonikerstift in Xanten gebracht. Dort machte er schon bald Karriere. Er trat in die Dienste des Kölner Erzbischofs und wurde zum Subdiakon geweiht. Auf diese Weise hatte Norbert ein kirchliches Einkommen, führte aber gleichzeitig ein eher weltliches Leben. Norbert wurde Berater des Königs und erlebte, dass der König den Papst gefangen nahm, um seine Krönung zum Kaiser durchzusetzen. Als Dank für seine Dienste wurde ihm seitens des Königs der Bischofssitz im französischen Cambrai angeboten, Norbert aber lehnte ab und bezog damit eine klare Position im damals herrschenden Investiturstreit: Im Mittelalter war sehr umstritten, wer Bischöfe ernennen durfte, der Kaiser oder der Papst.
Indem Norbert die Ernennung durch den Kaiser ablehnte, zeichnete sich eine erste Wende in seinem Leben ab. Die verlief dramatisch. Der Überlieferung nach kam es um das Jahr 1115 zu einem Bekehrungserlebnis: Norbert stützte vom Pferd – so wie einst der Apostel Paulus vor den Toren von Damaskus. Von nun an wollte er arm leben, verzichtete auf sein Einkommen und verschenkte sein Vermögen. Er zog in ein Benediktinerkloster, dann in ein strenges Augustiner-Chorherrenstift, ließ sich zum Priester weihen und kehrte in jenes Stift zurück, in das er schon als Jugendlicher eintrat. Dort strebte er Reformen an, durch die er sich sogar bei seinen Mitbrüdern unbeliebt machte. Fortan zog er als Wanderprediger durch Frankreich.
Schließlich gründete Norbert im französischen Prémontré ein Kloster, das sich an der Augustinus-Regel orientierte und ein einfaches Leben führte. Aus diesem Kloster entstand der Orden der Prämonstratenser. Mit diesem Orden stieß Norbert eine Reform des religiösen Lebens an. 1126 wurde er zum Erzbischof von Magdeburg ernannt. Norbert erwies sich als Oberhirte, der auf eine strenge Einhaltung des priesterliche Zölibats und auf ein einfaches Leben drängte. Schließlich wurde Norbert aufs Neue Vertrauter eines Königs, aber diesmal war es Lothar III., der stärker romfreundlich orientiert war als seine Vorgänger, die Salier und seine Nachfolger, die Staufer. Auf einer Reise nach Rom scheint sich Norbert mit der Malaria infiziert zu haben, er wurde immer schwächer und starb bereits 1134 in Magdeburg.
Der heilige Norbert reiht sich durch seine Reformbemühungen in eine ganze Reihe großer Ordensgründer ein: Schon der heilige Benedikt eckte zunächst mit seinen strengen Vorstellungen vom Ordensleben an. Der heilige Franziskus erkannte die Dekadenz der Kirche seiner Zeit und setze ganz auf die Armut und auf ein einfaches Leben. Diese Heiligen stehen durch ihren persönliche Einsatz in einem Spannungsfeld: Der christliche Glaube soll einerseits mitten in der Welt wirken, andererseits aber nicht „verweltlicht“ sein. Eine „Entweltlichung“ in diesem Sinne forderte Papst Benedikt XVI. 2011 in seiner „Freiburger Rede“: „Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben. Die missionarische Pflicht, die über der christlichen Anbetung liegt und die ihre Struktur bestimmen sollte, wird deutlicher sichtbar.“ Einen Beitrag zu dieser Entweltlichung hat auch der heilige Norbert geleistet.
Die Kirche feiert den heiligen Norbert am 6. Juni.Text: Benedikt Bögle
Statue beim Eingang zum Stift Geras
Statue an der Außenfassade von Stift Griffen/Kärnten (mit Monstranz)
Die Bekehrung des hl. Norbert
Am Grab des hl. Norbert in Prag
Kloster Strahov im Modell und alter Reliquienschrein
Donnerstag, 5. Juni 2025
Ein weiteres Bonifatiusfenster im Erfurter Dom, das dritte
![]() |
| das Fischwunder, Bonifatiusfenster im Erfurter Dom |
Die ersten beiden Bonifatiusfenster im Erfurter Dom
Auf dem dritten Bild ist das sogenannte Fischwunder zu sehen. Eine Taube bringt Bonifatius und seinen Begleitern, darunter Adolar und Eoban, einen Fisch dar. Bonifatius, Adolar und Eoban befinden sich auf der rechten Bildhälfte.
Glasfenster in Cambridge, Paulusbriefe in Goldenen Buchstaben
Am Grab des hl. Bonifatius in Fulda - 2
Am Grab des hl. Bonifatius in Fulda - 1
Gemälde in Pfarrkirchen, OÖ, Bonifatius gründet Diözesen und vergibt sie (Lesehore, die Last des Hirtenamtes)
Bonifatiusstatue vor dem Mainzer Dom (Vita)
Tod durch Friesen, Statue im Mainzer Dom, Gebet des hl. Bonifatius
Donnerstag, 29. Mai 2025
Himmel und Erde vereint
![]() |
| Christi Himmelfahrt, Holy Trinity - Skipton |
Liebe Brüder und Schwestern!
Vierzig Tage nach der Auferstehung ist Jesus – nach dem Buch der Apostelgeschichte – in den Himmel aufgefahren, das heißt er kehrte zum Vater zurück, von dem er in die Welt gesandt worden war. In vielen Ländern wird dieses Geheimnis nicht am Donnerstag gefeiert, sondern heute, am darauffolgenden Sonntag. Die Himmelfahrt des Herrn bezeichnet die Erfüllung des Heils, das mit der Menschwerdung seinen Anfang genommen hat. Nachdem er seine Jünger zum letzten Mal belehrt hat, wird Jesus in den Himmel aufgenommen (vgl. Mk 16,19). Er aber kehrt heim, »nicht um uns Menschen zu verlassen« (vgl. Präfation); denn in seinem Menschsein hat er mit sich die Menschen in das Innerste des Vaters aufgenommen und so die letzte Bestimmung unserer Pilgerschaft auf Erden offenbart. Wie er für uns vom Himmel herabgekommen ist und für uns am Kreuz gelitten hat und gestorben ist, so ist er für uns auferstanden und zu Gott aufgefahren, der daher nicht mehr fern ist.
Der hl. Leo der Große erklärt, daß uns mit diesem Geheimnis »nicht nur die Unsterblichkeit der Seele, sondern auch jene des Leibes vor Augen geführt wird. Heute ist uns nicht nur der Besitz des Paradieses bestätigt worden, heute sind wir auch durch Christus in die Höhen des Himmels eingezogen« (De Ascensione Domini, Tractatus 73, 2.4: CCL 138 A, 451.453). Als daher die Jünger sahen, wie sich der Meister von der Erde erhob und in die Höhe hinaufstieg, wurden sie nicht, wie man vielleicht glauben könnte, von Trostlosigkeit ergriffen, sondern sie empfanden eine große Freude und fühlten sich gedrängt, den Sieg Christi über den Tod zu verkündigen (vgl. Mk 16,20). Und der auferstandene Herr wirkte mit ihnen und schenkte einem jeden eine ihm eigene Gnadengabe. Wieder ist es der hl. Paulus, der schreibt: »Er gab den Menschen Geschenke… er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer… für den Aufbau des Leibes Christi…, damit wir… Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen« (Eph 4,8.11–13).
Liebe Freunde, die Himmelfahrt sagt uns, daß in Christus unser Menschsein in die Höhe Gottes gebracht ist; so vereinen sich Himmel und Erde jedes Mal, wenn wir beten. Und wie der brennende Weihrauch seinen Rauch in die Höhe steigen läßt, so durchdringt unser Gebet, wenn wir es in Christus vertrauensvoll zum Herrn erheben, den Himmel und erreicht den Thron Gottes und wird von ihm erhört und erfüllt.
Im berühmten Werk des hl. Johannes vom Kreuz, dem Aufstieg auf den Berg Karmel, lesen wir: »Und um die Bitten zu erlangen, die wir in unserem Herzen haben, gibt es kein besseres Mittel, als die Kraft unseres Betens auf das zu richten, was am meisten Gott zu Gefallen ist; dann wird er nämlich nicht nur das geben, worum wir ihn bitten, nämlich unser Heil, sondern selbst das, von dem er sieht, daß es uns bekommt und gut für uns ist, auch wenn wir ihn nicht darum gebeten haben« (Buch III, Kap. 44, 2, Freiburg–Basel–Wien 1999, S. 460).
Bitten wir nun die Jungfrau, daß sie uns helfe, die himmlischen Güter zu betrachten, die der Herr uns verheißt, und immer glaubhaftere Zeugen seiner Auferstehung und des wahren Lebens zu werden.
B16, Angelus, 20. Mai 2012
Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)
gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),
Montag, 26. Mai 2025
Reinheit des Herzens
Donnerstag, 22. Mai 2025
Ein Dorn der Dornenkrone
![]() |
| Rita mit der Wunde der Dornenkrone, Santa Prisca,Rom |
Rita stammte aus der mittelitalienischen Region Umbrien. Sie kam in dem kleinen Dorf Roccaporena wahrscheinlich 1371 als Margherita Lotti zu Welt, und „Rita“ wurde bald ihr Kosename. Die Eltern waren Bauern und Hirten, sie sorgten für eine gute Schul- und religiöse Bildung ihrer Tochter im nahegelegenen Cascia, wo Augustinermönche als Lehrer wirkten. In diesem Umfeld reift in Rita die Verehrung für den Heiligen Augustinus, für Johannes den Täufer und Nikolaus von Tolentino heran, die sie zu ihren Schutzheiligen erwählt.
Rita, Ehefrau und Mutter
Etwa 1385 heiratet sie Ferdinando di Mancino. Politische Spannungen und Rivalitäten kennzeichnen die Gesellschaft jener Zeit, und auch Ritas Mann ist in die Fehden involviert. Doch seine junge Braut verhilft ihm mit Gebet, mit ihrem Seelenfrieden und ihrem von den Eltern geerbten Talent, Frieden zu stiften, allmählich zu einem christlichen Lebensstil. Mit Liebe, Verständnis und Geduld wird die Ehe von Rita und Paolo eine fruchtbare Verbindung, aus der zwei Söhne hervorgehen: Giangiacomo und Paolo Maria.
Mit dem heitergelassenen Familienleben kontrastieren jedoch der Hass und die Spaltung jener Zeit. Ritas Mann ist durch verwandtschaftliche Bande hineinverstrickt und wird ermordet. Um zu verhindern, dass die Söhne ihn rächen, verbirgt sie vor ihnen das blutbefleckte Hemd des toten Vaters. In ihrem Herzen verzeiht sie den Mördern ihres Mannes, doch seine Herkunftsfamilie gibt nicht auf, übt Druck aus, der zu neuen Feindseligkeiten führt. Unaufhörlich betet Rita dafür, dass nicht noch mehr Blut fließt, sie macht ihr Gebet zu ihrer Waffe und zu ihrem Trost. Doch die Plagen hören nicht auf. Eine Krankheit tötet Ritas Söhne. Es tröstet sie, ihre Seelen gerettet zu wissen und nicht mehr in der Gefahr durch das rachsüchtige Klima in ihrem Umfeld.
Augustinernonne
Rita ist nun allein, und sie nimmt ein intensives Gebetsleben auf: für ihre Verstorbenen, aber auch für die Familie ihres Mannes, damit sie vergeben können und Frieden finden. Im Alter von 36 Jahren bittet sie um Aufnahme bei den Augustinerinnen des Klosters der Heiligen Magdalena in Cascia, wird aber abgewiesen. Vielleicht fürchten die Ordensfrauen eine Gefahr für die Sicherheit ihres Klosters, wenn sie eine Witwe aufnehmen, deren Mann ermordet wurde.
Ritas Gebete und die Fürsprache ihrer Patrone führen letztlich zur Beilegung des Streits zwischen den Familien, die am Mord Paolo di Mancinos beteiligt waren, und nach vielen Hindernissen kann Rita ins Kloster ziehen. Während des Noviziats, so erzählt man sich, will die Äbtissin Ritas Demut prüfen und beauftragte sie, ein Stück trockenes Holz zu gießen; ihren Gehorsam belohnt Gott mit einem schönen Weinstock. Über die Jahre wird Rita zu einer demütigen Ordensfrau, eifrig im Gebet und in den ihr anvertrauten Arbeiten. Häufig fastet sie und tut Werke der Buße. Ihre Tugenden werden außerhalb der Klostermauern bekannt, auch dank der Fürsorge, die Rita und ihre Mitschwestern an Kranken, Armen und Alten übten.
Die Heilige der Rosen
Immer mehr in die Betrachtung Christi versunken, bittet Rita darum, an seiner Passion teilhaben zu dürfen. 1432 entdeckt sie im Gebet auf ihrer Stirn die Wunde eines Dorns aus der Krone des Gekreuzigten. Das Stigma zeichnet ihr Gesicht fortan bis zum Tod 15 Jahre später.
Ehe sie stirbt, bittet die bettlägrige Rita eine Cousine aus Roccaporena, die sie am Krankenbett besucht, ihr zwei Feigen und eine Rose aus dem Garten ihres Elternhauses zu bringen. Es ist Januar, doch die Verwandte geht hin, findet zu ihrem Erstaunen die Rose und die Feigen und bringt sie nach Cascia. Rita nimmt sie entgegen als Zeichen der Güte Gottes, der ihre Söhne und ihren Ehemann im Himmel aufgenommen hat. Sie stirbt in der Nacht auf den 22. Mai 1447.
Aufgrund der Verehrung durch die Gläubigen, die ihre Zuneigung zu der Heiligen mit Blumen ausdrücken, wird ihr Leib nie bestattet. Heute liegt er in einem Glassarg. Rita blühte trotz der Dornen, die das Leben ihr beschied, sie verströmte den guten Duft von Christus und schmolz den kalten Winter vieler Herzen. Deshalb ist das Symbol der Heiligen Rita die Rose. (vatican)
Sonntag, 18. Mai 2025
Zur Amtseinführung von Papst Leo XIV. - Papst Johannes I., 18. Mai
![]() |
| Papst Johannes I., St Paul vor den Mauern |
Johannes I wird in der Toskana geboren, möglicherweise in der Gegend von Siena oder Arezzo, als Sohn eines Adeligen namens Constantius. 523 wird er Papst, doch über sein Pontifikat ist wenig bekannt. Es scheint, dass er zur Erweiterung und Verschönerung einiger römischer Basiliken an der Via Ardeatina und der Via Ostiense beiträgt, unterstützt von der Großzügigkeit des Kaisers Justin I. Johannes unterhält enge Beziehungen zu den Ostkirchen.
Der historische Kontext
Johannes folgt auf Papst Hormisdas, der gemeinsam mit dem oströmischen Kaiser Justin I., dem Onkel Justinians, das Schisma zwischen Rom und Konstantinopel beendet hat. Dieses Schisma war 484 durch das Henotikon ausgelöst worden, eine Glaubenserklärung von Kaiser Zenon und dem Patriarchen von Konstantinopel, Akakios. Sie hatten versucht, einen unmöglichen Kompromiss zwischen dem katholischen Glauben und der monophysitischen Häresie zu schaffen, die nur eine göttliche Natur Jesu Christi anerkannte. Johannes muss sich jedoch mit einer anderen Herausforderung auseinandersetzen: dem Arianismus, der die göttliche Natur des Sohnes als geringer als die des Vaters ansieht. Die Goten, die nun über Italien herrschen, und ihr König Theoderich sind Anhänger dieser Lehre.
Theoderichs Dilemma
Die religiöse Frage ist eng mit der politischen verknüpft. 523 erlässt Kaiser Justin I. ein Edikt, das die arianischen Christen in seinem Reich stark benachteiligt: Sie müssen ihrem Glauben abschwören, besetzte Kirchen und beschlagnahmte Güter zurückgeben und werden von zivilen sowie militärischen Ämtern ausgeschlossen. Theoderich empfindet dies als Bedrohung. Obwohl er in Italien herrscht, kann er nicht akzeptieren, dass seine Glaubensgenossen anderswo so behandelt werden. Sein Unmut wächst, zumal er den Katholiken in seinem Reich viele Freiheiten gewährt hat. Zudem fürchtet er eine zu enge Allianz zwischen Konstantinopel und der römischen Kirche. 524 entsendet er daher eine Delegation nach Konstantinopel, bestehend aus römischen Gesandten und mehreren Bischöfen, darunter die von Fano, Ravenna und Capua. Er zwingt Papst Johannes I., diese Mission zu leiten. Ziel ist es, mit Kaiser Justin I. zu verhandeln.
Die Reise nach Konstantinopel
Johannes ist bereits alt, doch er nimmt die Herausforderung an, um Schaden von den römischen Katholiken abzuwenden. Er befürchtet, dass eine Weigerung Theoderich dazu bringen könnte, härter gegen die Kirche vorzugehen. Zwar hatte Theoderich die Religionsfreiheit gewährt, doch er hatte den Klerus mit hohen Steuern belastet und viele seiner früheren Privilegien entzogen. Johannes weiß, dass Theoderich von ihm erwartet, das Verbot aufzuheben, das es Konvertiten zum Katholizismus untersagt, zum Arianismus zurückzukehren.
In Konstantinopel wird Johannes I. feierlich empfangen. Er darf sowohl Weihnachten als auch Ostern feiern und erreicht einige Zugeständnisse für die Arianer – jedoch nicht alle, die Theoderich gefordert hatte. Als er nach Rom zurückkehrt, ist Theoderich erzürnt. Er lässt Johannes in Ravenna inhaftieren, wo dieser 526 stirbt. Später werden seine Reliquien in den Petersdom überführt, wo er als Märtyrer des Glaubens verehrt wird.
Paulus und Barnabas stärkten die Seelen der Jünger
![]() |
| Barnabas mit Paulus, St Mary´s Episcopal Cathedral, Glasgow |
Lesung aus der Apostelgeschichte 14
In jenen Tagen
21b kehrten Paulus und Bárnabas
nach Lystra, Ikónion und Antióchia zurück.
22 Sie stärkten die Seelen der Jünger
und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten;
sie sagten:
Durch viele Drangsale
müssen wir in das Reich Gottes gelangen.
23 Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein
und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn,
an den sie nun glaubten.
24 Nachdem sie durch Pisídien gezogen waren,
kamen sie nach Pamphýlien,
25 verkündeten in Perge das Wort
und gingen dann nach Attália hinab.
26 Von dort segelten sie nach Antióchia,
wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten,
der Gnade Gottes übereignet hatte.
27 Als sie dort angekommen waren,
riefen sie die Gemeinde zusammen
und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan
und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte.
![]() |
| St Mary´s Episcopal Cathedral, Glasgow |
Freitag, 16. Mai 2025
Wahrer des Beichtgeheimnisses
![]() |
| Johannes von Neopomuk; Mosaik bei der Anbetungskapelle der Grazer Stadtpfarrkirche die Hand vor dem Mund steht für die Wahrung des Beichtgeheimnisses |
Johannes Nepomuk war 1369 Notar in Prag, stand ab 1370 in den Diensten des Prager Erzbischofs, begann das Jusstudium an der Universität Prag, erhielt 1380 die Priesterweihe und schloss sein Studium 1382-1387 an der Universität Padua ab (Doktorat des kanonischen Rechts). Nach Prag zurückgekehrt, wurde er 1389 Generalvikar des Erzbistums Prag.
In den Streit zwischen Erzbischof Johann von Jenstein und dem böhmischen und römisch-deutschen König Wenzel um die Besetzung der Abtei Kladrau (die in ein Bistum umgewandelt werden sollte) verwickelt, stellte Wenzel (weil der Erzbischof ihm bei dieser Besetzung zuvorgekommen war) ihn und seine engsten Mitarbeiter unter Anklage.
Dem Erzbischof gelang die Flucht, hingegen wurde der Generalvikar Johannes Nepomuk am 20. März 1393 unter persönlicher Mitwirkung des Königs schwer gefoltert und schließlich durch Sturz von der Moldaubrücke ertränkt. Dass Wenzel durch die Tortur Johannes Nepomuk zur Preisgabe von Informationen über Königin Sophie, zu deren Vertrauten Johannes Nepomuk zählte, zwingen wollte (Verletzung des Beichtgeheimnisses), war, wie aus einem Bericht des Thomas Ebendorfer von 1433 hervorgeht, in Prag bekannt. Quelle
Brückensturz in der Johann Nepomukkapelle in Bregenz
Die Johannes Nepomuk Skulptur in der Wiener Franziskanerkirche
Am Grab des hl. Johannes Nepomuk im Veitsdom
Donnerstag, 8. Mai 2025
Lasst uns beten für unseren Heiligen Vater Leo XIV.
℣. Lasst uns beten für unseren Heiligen Vater Leo XIV.
℟. Der Herr behüte ihn und erhalte sein Leben, er lasse ihn gesegnet sein auf Erden und übergebe ihn nicht dem Hass seiner Feinde.
Vater Unser. Gegrüßet seist du, Maria.
Lasset uns beten.
Gott, Du Hirte und Lenker aller Gläubigen, schau gnädig herab auf Deinen Diener Leo XIV., den Du zum Hirten Deiner Kirche bestellt hast; lass ihn, wir bitten Dich, durch Wort und Beispiel seine Untergebenen fördern, auf dass er mit der ihm anvertrauten Herde zum ewigen Leben gelange. Durch Christus unseren Herrn. Amen.
Samstag, 3. Mai 2025
Philippus und Jakobus
Philippus aus Betsaida war zuerst Jünger Johannes’ des Täufers und folgte dann Jesus nach. Jakobus war der Sohn des Alphäus und ein Verwandter Jesu. Er leitete die Kirche von Jerusalem und bekehrte viele Juden durch seine strenge Lebensweise. Auf ihn geht auch der Jakobusbrief zurück. Nach alter Berichterstattung wurde Jakobus im Jahre 62 zum Märtyrer. Das Fest wird mit der Weihe der römischen Basilika zu den Zwölf Aposteln (1. Mai) zusammenhängen, die unter Papst Julius I. (337–352) gebaut wurde. Sie war schon im 6. Jh. in besonderer Weise den beiden Aposteln geweiht. Die Verlegung des Festes auf den 3. Mai ist durch den Gedenktag des hl. Josef bedingt.
![]() |
| Hochaltarbild Christi Himmelfahrt, Pfarrkirche Hainburg |
Hochaltar 1713, Entwurf und Altarbild von Hans Michael Beckhl, Bildhauer Mathias Roth und Jeremias Weißkopf.Säulenretabel über hoher Staffel mit Opfergangsportalen, korinthisierenden Säulen und gesprengtem Giebel; Altarbild Christi Himmelfahrt, Statuen Hll. Philippus und Jakobus, Leopold und Florian. (Dehio Niederösterreich, Teil 1)
![]() |
| neben dem Hochaltarbild die Apostel Philippus und Jakobus |
Freitag, 2. Mai 2025
Er hat den Leib für alle dem Tod ausgeliefert
![]() |
| Athanasius der Große, New College, Oxford |
Athanasius (der Große) († 373)
Aus einer Rede über die Menschwerdung des Wortes.
Die Menschwerdung
Das
körperlose, unvergängliche, unstoffliche Wort Gottes kam in unseren
Bereich, obwohl es vorher nicht fern von uns war. Denn es fehlte in
keinem Teil der Schöpfung, sondern erfüllte überall alles in Einheit mit
dem Vater. Aber aus Güte zu uns ist es gekommen, stieg herab und zeigte
sich uns offen.
Das Wort erbarmte sich
unseres Geschlechtes, hatte Mitleid mit unserer Schwäche, nahm Anteil an
unserer Verderbnis. Es konnte nicht ertragen, dass der Tod über uns
herrschte. Es wollte nicht, dass das Gewordene unterginge und das Werk
seines Vaters, die Erschaffung des Menschen, zunichte würde. Darum nahm
es einen Leib an, und zwar einen Leib, der sich von dem unsrigen nicht
unterscheidet. Es wollte nämlich nicht nur in einem Leib oder lediglich
unter uns erscheinen. Denn, wenn es lediglich hätte unter uns erscheinen
wollen, dann hätte es einen anderen, vollkommeneren Leib annehmen
können. Doch das Wort hat unseren Leib angenommen.
Im
Schoß der Jungfrau erbaute sich das Wort einen Tempel, nämlich den
Leib, den es zu seinem Werkzeug machte. In diesem Leib wurde es sichtbar
und nahm darin Wohnung. So nahm es einen Leib an von der gleichen Art
wie unser Leib. Und weil alle der Verderbnis des Todes unterworfen
waren, hat es diesen Leib für alle dem Tod ausgeliefert und ihn dem
Vater aus Liebe zu den Menschen dargebracht. In ihm sollten alle
sterben, und so sollte das Gesetz des Verderbens, dem alle Menschen
verfallen waren, aufgehoben werden. Wenn der Tod am Leib des Herrn seine
Macht erschöpft hätte, sollte er keine Macht mehr haben über die
Menschen, die ja von gleicher Art sind wie der Herr. Die Menschen, die
der Verderbnis verfallen waren, sollten wieder zur Unvergänglichkeit
zurückgeholt und vom Tod zum Leben geführt werden. Durch die Annahme
eines Leibes und die Gnade der Auferstehung entrückte es die Menschen
dem Tod. Es vernichtete ihn wie das Feuer ein Schilfrohr.
Deshalb
nahm das ewige Wort einen sterbensfähigen Leib an, damit dieser Leib
durch die Teilhabe an dem Wort, das über allem ist, einerseits sterben
konnte für alle, andererseits durch das in ihm wohnende Wort
unvergänglich blieb. Schließlich sollten alle Menschen durch die Gnade
der Auferstehung von der Verderbnis befreit werden.
Nun
hat die Verderbnis des Todes keine Macht mehr über die Menschen, dank
dem Wort, das durch einen Menschenleib unter uns Wohnung genommen hat.
Donnerstag, 1. Mai 2025
Josef bei der Arbeit
![]() |
| die heilige Familie bei der Arbeit, Kanzel, Sw. Josef, Krzeszow |
Von Pius XII. wurde 1955 für den 1. Mai das Fest des
hl. Josef, des Arbeiters, eingeführt. Es handelt sich dabei um ein
Gedenken, das den Nährvater Jesu mit dem Tag der Arbeit, als der der
1. Mai schon vorher im außerkirchlichen Raum gehalten wurde, in
Verbindung bringt.
Gott, du Schöpfer der Welt,
du hast den Menschen
zum Schaffen und Wirken bestimmt.
Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons,
des heiligen Josef,
der mit seiner Hände Arbeit
die Heilige Familie ernährte,
gib uns Kraft und Ausdauer,
damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen
und so den verheißenen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
![]() |
Kościoł św. Józefa, Krzeszow |






















