Montag, 15. Dezember 2025

Janos Brenner in der Kreuzkirche in Heiligenkreuz

 

Dreifaltigkeitsbild mit (zisterziensischen) Heiligen, Kreuzkirche in Heiligenkreuz

Im Zentrum der gesamten Bildkomposition steht der Tabernakel, der das Allerheiligste in
sich birgt. Über ihm die ausgestellte Kreuzreliquie, direkt unter der Herzenswunde des Gekreuzigten. Die Türen des Tabernakels sind wie ein Zugang zur ganzen Komposition des Wiener Künstlers Clemens Maria Fuchs. Sie zeigen den Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Herzblut nährt. Eingerahmt wird der Tabernakel von den Personen, die uns in das größte Mysterium der Liebe Gottes einführen:

Oben die Dreifaltigkeit, deren Lichtquelle das ganze Bild durchströmt. In der Mitte ist der Gekreuzigte und Auferstandene im Gestus seiner Hingabe. Er wird gehalten vom Vater, der seinen Sohn für uns geopfert hat.
Der Geist des Vaters und des Sohnes in Gestalt der Taube überflutet das Antlitz der Gottesmutter Maria, die unter dem Kreuz steht und auf die die Hand des Sohnes weist. Ihre Linke berührt den Sohn und weist darauf hin, dass sie dem Geheimnis der Erlösung ganz nahe ist.
Maria hält ihre rechte Hand segnend über den Schleier der sel. Sr. Maria Gabriella Sagheddu, die im Rosenregen des Heiligen Geistes, der die Gnade (Liebe und Reinheit) symbolisiert, im schützenden Mantel der Muttergottes ruht, bekleidet mit der weißen Kukulle einer Zisterzienserin der strengen Observanz. In der Rechten hält sie den Rosenkranz und mit der Linken greift sie an ihr Herz als Zeichen ihrer Hingabe an den Willen Gottes, ihr Leben für die Einheit der Kirche einzusetzen: So wurde ihr Leiden
verwandelt in Fruchtbarkeit für die ganze Welt, welche symbolisiert ist durch die Erdkugel, die vom Kreuz gekrönt ist. Davor ist die Enzyklika Ut unum sint, in der die Selige als „Patronin der Einheit“ öffentlich deklariert wird.

Im Zentrum des ganzen Bildes ist die Herzenswunde Jesu Christi. Sie ist geöffnet, damit auch wir aus den Quellen des Heilands freudig schöpfen. Der Engel im linken oberen Eck zeigt uns, wie Gott durch seine Boten einlädt, diesen marianischen Geist der Hingabe zu leben, der in Jesu Opfer seinen
Höhepunkt hat.
Die rechte Seite des Bildes weist hin auf das unblutige Martyrium des Johannes, der unmittelbar unter der durchbohrten Hand des Gekreuzigten steht und uns zuruft: Der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. (Joh 19,35). Der Engel darüber trägt die Hl. Nägel, die Marterwerkzeuge, die zusammen mit der Dornenkrone vom Engel gehalten werden und zum Zeugnis für Jesus Christus auffordern. Es ist die einladende Hand des Jüngers, den Jesus liebte, die nicht nur auf ihn hinweist, sondern auch auf die Hand des Vaters und auf das
Wirken des Hl. Geistes: Wir sollen gemeinsam mit Johannes den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit.

Ganz von diesem Licht durchdrungen strahlt das Antlitz des sel. P. Anastasz János Brenner, des jungen Märtyrers und Zisterziensers, der 1957 sein Leben als Märtyrer der Eucharistie in der Nähe von St. Gotthard (Ungarn) unter dem kommunistischen Regime hingegeben hat. Er ist ebenfalls bekleidet mit der weißen Kukulle der Zisterzienser, die er selber öffentlich nie tragen durfte, weil es von den Machthabern
verboten wurde, die feierliche Profess abzulegen. Bis in den Tod hinein bezeugte er aber seine Liebe und seine Zugehörigkeit zu unserem Orden. (Quelle)

Der Reliquienschrein des Märtyrers Janos Brenner in der Kathedrale Steinamanger 

Kreuzkirche in Heiligenkreuz
Bilder von Clemens Maria Fuchs (Interview des Pfarrers mit Fuchs)

Samstag, 13. Dezember 2025

Öffne uns auf ihre Fürsprache die Augen

 

Altar der hl. Odilie

Die Tochter des elsässischen Herzogs Attich war Stifterin und erste Äbtissin des Klosters Odilienberg (Elsass) und gründete auch Niedermünster am Fuß des Odilienbergs. Nach der Legende war sie blind geboren und wurde durch die Taufe geheilt (Darstellung mit zwei auf einem Buch liegenden Augen). Gestorben um 720, Grab in der Johanneskapelle auf dem Odilienberg.

Gott, du wahres Licht,
du hast den Blinden und Augenkranken

in der heiligen Odilia
eine himmlische Patronin gegeben.
Öffne uns auf ihre Fürsprache die Augen,
damit wir in der geschaffenen Schönheit
deine Größe erahnen
und dich einst schauen in deinem himmlischen Licht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Steinstatue der hl. Ottilia auf dem Odilienberg 

Figurenrelief in der Erzabtei St. Ottilien 

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Lucia von Syrakus

Glasfenster und Kathedrale von Syrakus 

Steinfigur an der Kathedrale von Syrakus 

Die Legende der hl. Lucia (Glasfenster in der Kathedrale von Metz)

Biographie (Stift Vorau) 

Glasfenster im All Souls College, Oxford

Kirche auf dem Odilienberg, Monte Sainte-Odile

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Eindrücke von der Basilika vom Heiligen Haus in Loreto

Unsere Liebe Frau von Loreto ist ein neuer liturgischer Gedenktag, den die Gottesdienstkongregation am 07.10.2019 eingeführt hat . Er bezieht sich auf Marias Geburtshaus aus Nazaret, in dem der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt Jesu verkündet, Maria ihr „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ gesprochen hat (vgl. Lk 1,26–38) und Gott Mensch geworden ist (Joh 1,14). Daran erinnert auch das dreimal täglich erfolgende „Angelus-Gebet“.

Der Legende nach trugen Engel im Jahr 1295 das Haus der Gottesmutter von Nazaret nach Loreto bei Ancona in Italien. Das neun Meter lange, vier Meter breite und fünf Meter hohe Bauwerk bildet heute den Mittelpunkt der im 15. Jahrhundert errichteten Wallfahrtsbasilika. Die Lauretanische Litanei, die ihren Namen von Loreto hat, wurde hier erstmals im Jahr 1531 gebetet.

Nach dem Vorbild des Loreto-Hauses wurden europaweit sogenannte Loretokapellen errichtet, die heute selbst Ziel vieler Pilger sind. Das Loretoheiligtum veranschaulicht die Tugenden der Heiligen Familie im Haus von Nazaret.

Maria von Loreto wird auch von vielen Kranken angerufen und ist Patronin der Flugreisenden.

 „Gott, du hast die Verheißungen, die du deinen Vätern gegeben hast, erfüllt
und die selige Jungfrau Maria zur Mutter des Erlösers erwählt.
Gib, dass wir ihrem Beispiel folgen,
da ihre Demut dir wohlgefiel
und ihr Gehorsam uns das Heil gebracht hat.“





im Heiligen Haus: Unsere Liebe Frau von Loreto, bitte für uns!




ebe Frau von Loreto
Papst Franziskus hat festgelegt, dass der Gedenktag der „Maria von Loreto“ in den Römischen Generalkalender eingetragen wird.
Der Gedenktag „Unsere Liebe Frau von Loreto“ oder „Maria von Loreto“ wird jeweils am 10. Dezember als nichtgebotener Gedenktag in den Römischen Generalkalender eingefügt und somit auch in die Direktorien der deutschen Bistümer. Eng mit diesem Gedenktag verbunden ist der italienische Marienwallfahrtsort Loreto, in dessen Basilika sich einer Legende nach das Haus Mariens aus Nazaret befindet.
Unsere Liebe Frau von Loreto
Papst Franziskus hat festgelegt, dass der Gedenktag der „Maria von Loreto“ in den Römischen Generalkalender eingetragen wird.
Der Gedenktag „Unsere Liebe Frau von Loreto“ oder „Maria von Loreto“ wird jeweils am 10. Dezember als nichtgebotener Gedenktag in den Römischen Generalkalender eingefügt und somit auch in die Direktorien der deutschen Bistümer. Eng mit diesem Gedenktag verbunden ist der italienische Marienwallfahrtsort Loreto, in dessen Basilika sich einer Legende nach das Haus Mariens aus Nazaret befindet.
Unsere Liebe Frau von Loreto
Papst Franziskus hat festgelegt, dass der Gedenktag der „Maria von Loreto“ in den Römischen Generalkalender eingetragen wird.
Der Gedenktag „Unsere Liebe Frau von Loreto“ oder „Maria von Loreto“ wird jeweils am 10. Dezember als nichtgebotener Gedenktag in den Römischen Generalkalender eingefügt und somit auch in die Direktorien der deutschen Bistümer. Eng mit diesem Gedenktag verbunden ist der italienische Marienwallfahrtsort Loreto, in dessen Basilika sich einer Legende nach das Haus Mariens aus Nazaret befindet.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Unbefleckte Empfängnis

 

Unbefleckte Empfängnis, Francisco de Zurbaran, (Fuente de Cantos, 1598-Madrid, 1664)
Museum National Art de Catalunya - Barcelona



Heute gedenkt die Kirche des hl. Juan Diego, dem die Mutter Gottes im 16. Jahrhundert in Guadalupe in Mexiko erschienen ist.

Montag, 8. Dezember 2025

Voll der Gnade

 

Verkündigung, Francisco de Solis (Madrid, 1620-1684)
Museum National Art de Catalunya, Barcelona


Der Gruß an Maria (Lk 1,28-32) ist in enger Anlehnung an Zeph 3,14-17 formuliert: Maria ist die dort angeredete Tochter Zion, der zugerufen wird "Freue dich"; der gesagt wird, daß der Herr zu ihr kommt; der die Furcht genommen wird, weil der Herr in ihrer Mitte ist, sie zu retten. Laurentin  bemerkt dazu sehr schön:"... Wie so oft erweist sich das Wort Gottes als ein Samenkorn.... Man versteht auch, warum Maria bei dieser Botschaft erschrak (Lk 1,29). Ihr Erschrecken kommt nicht aus Unverständnis oder aus jener kleinherzigen Angst, auf die man es bisweilen zurückführen möchte. Es kommt aus der Erschütterung einer jener Begegnungen mit Gott, jener unmeßbaren Freuden, die die härtesten Naturen zu erschüttern vermögen."
In der Anrede des Engels kommt das tragende Motiv der lukanischen Darstellung der Mariengestalt überhaupt zum Vorschein: Sie ist in Person das wahre Zion, auf das sich die Hoffnungen in allen Verwüstungen der Geschichte gerichtet haben. Sie ist das wahre Israel, in dem Alter und Neuer Bund, Israel und Kirche trennungslos eins sind. Sie ist das "Volk Gottes", das Frucht trägt aus Gottes gnädiger Macht.
(Joseph Ratzinger, die Tochter Zion, 40f)

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! / Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, / Tochter Jerusalem!
Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben / und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; / du hast kein Unheil mehr zu fürchten.
An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: / Fürchte dich nicht, Zion! / Lass die Hände nicht sinken!
Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, / ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, / er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, / wie man frohlockt an einem Festtag.

(Zefanja 3,14-17) 














Sonntag, 7. Dezember 2025

Der aber, der nach mir kommt...

 

Johannes d. Täufer, Antonio Vivarini, um 1451


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 3

In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf
und verkündete in der Wüste von Judäa:
Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.
Er war es, von dem der Prophet Jesája gesagt hat:
Stimme eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen!
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren
und einen ledernen Gürtel um seine Hüften;
Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.
Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa
und aus der ganzen Jordangegend
zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
7 Als Johannes sah,
dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen,
sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut,
wer hat euch denn gelehrt,
dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt?
8 Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt,
9 und meint nicht,
ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater.
Denn ich sage euch:
Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.
10 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt;
jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt,
wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
11 Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr.
Der aber, der nach mir kommt,
ist stärker als ich
und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen.
Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
12 Schon hält er die Schaufel in der Hand;
und er wird seine Tenne reinigen
und den Weizen in seine Scheune sammeln;
die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

(Evangelium vom 2. Adventsonntag im Lesejahr A, Matthäus)



Ambrosius zum 2. Advent

 

Ashton under Lyne, Tameside, St Michaels and all Angels

Heiliger Ambrosius, bitte für uns!

73.

„Die Stimme eines Rufenden in der Wüste‟1. Zutreffend wird Johannes, der Herold des Wortes, „die Stimme‟ genannt. Er selbst gab ja auf die Frage: „Was sagst du von dir selbst?‟ die Antwort: „Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste‟2. Darum auch sein Bekenntnis: „Der nach mir kommt, ist mir voran‟3; die Stimme nämlich, das Mindere, kommt zuerst, das Wort, welches das Erhabenere darstellt, folgt. Darum wollte ferner dasselbe von Johannes getauft werden, weil in den Menschen das Wort durch die Stimme des Lehrers geheiligt wird; darum vielleicht erhielt auch Zacharias die Stimme zurück, weil er „die Stimme‟ (Johannes) zum (schriftlichen) Ausdruck brachte4.


  1. Luk. 3, 4. 

  2. Luk. 1, 22 f. 

  3. Luk. 1, 15. 30. 

  4. Luk. 1, 63 f. 

74.

„Natterngeschlecht! Wer hat euch gezeigt dem kommenden Zorne zu entfliehen? Bringt also würdige Früchte S. 96 der Buße und fangt nicht an zu sagen: Unser Vater ist Abraham! Ich sage euch aber: Gott vermag aus diesen Steinen dem Abraham Kinder zu erwecken‟1.

Eine Zurechtweisung zwar erfährt augenscheinlich die Bosheit der Juden, weil sie, vom Gifte sträflicher Gesinnung schillernd, gleich Schlangen schleichen und irdischen Lasterstätten frönen. Indes zeigen die Worte: „Wer hat euch gezeigt dem kommenden Zorne zu entfliehen?‟ eine durch Gottes Erbarmen ihnen verliehene Einsicht an; darnach sollten sie über ihre Vergehungen Buße tun, indem sie frommen und besorgten Sinnes vor den Schrecken des künftigen Gerichtes sich fürchteten. Auf die Eltern nun, nicht auf die Kinder, hat man den Vergleich mit den Nattern zu beziehen. Oder es soll vielleicht auch entsprechend dem Schriftworte: „Seid klug wie die Schlangen!‟2 an deren natürliche Klugheit erinnert werden, wonach sie das, was frommt, wohl sehen und unwillkürlich begehren, gleichwohl aber das, was zum Verderben führt, noch immer nicht aufgeben.


  1. Luk. 3, 7 f. 

  2. Matth. 10, 16. 

Quelle


Donnerstag, 4. Dezember 2025

Barbara in der Rochuskirche

 

Enthauptung der hl. Barbara v. Anton Schoojans, Ende 17. Jhdt,
 links Judas Thaddäus, rechts die hl. Hedwig

Auf dem Altarblatt sieht man die Enthauptung der hl. Barbara. Die Heilige kniet und hebt abwehrend ihre Hände gegen ein Götzenbild, während ein börtiger alter Mann mit Turban sie an den Haaren fasst und mit dem Schwert ausholt. In den Wolken befinden sich ein Engel mit Kelch und Hostie (in der Gefangenschaft wurde nach der Legende die hl. Barbara von einem Engel mit dem Leib Christi gestärkt) und ein anderer mit Kranz und Märtyrerpalme. (aus dem Kirchenführer)

Barbaraaltar in der Rochuskirche, Wien

Vater, wir danken Dir, dass wir durch die Taufe das Licht Christi empfangen haben

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Besser, aus Liebe zu Gott gefangen zu sein (Franz Xaver)

 

Franz Xaver, polychromes Holz, 17. Jhdt., Burg Javier

 

Beten Sie viel für uns, denn wir sind in größter Gefahr, gefangen zu werden.
Aber es tröstet uns der Gedanke, daß es besser ist,
aus Liebe zu Gott gefangen zu sein als frei,
aber auf der Flucht vor den Leiden des Kreuzes.

Hl. Franz Xaver, aus dem Brief vom 12. November 1552 an Pater Francisco Perez in Malakka


Die Verehrung des hl. Franz Xaver durch Charles de Foucauld 

Kreuz und Krebs (Steinrelief am Kapelleneingang in Javier) 

Hochaltarstatue des hl. Franz Xaver in der Kapelle in Javier (Litanei zum hl. Franz Xaver)

Die Marienverehrung des hl. Franz Xaver Burg Javier, Holzstatue, Predigt des hl. Franz in Japan, Pieta

Das Diorama in der Burg Javier

Die Armreliquie des hl. Franz Xaver in Il Jesu (Rom) 

Am Geburtsort des hl. Franz Xaver in Javier 2 (Leben des Heiligen in den Glasfenstern der Kapelle)

Am Geburtsort des hl. Franz Xaver (Gebet des hl. Franz Xaver)

Der Täufer Franz Xaver (Il Gesu)

Neuevangelisierung damals (Herz Jesu Kirche in Graz)

 




Castillo de Javier, Burg von Javier, Geburtsort des hl. Franz Xaver

 

Dienstag, 2. Dezember 2025

Ein Reis aus dem Baumstumpf Isais

 

Maria 



Isai

Lesung aus dem Buch Jesája 11

An jenem Tag
1 wächst aus dem Baumstumpf Ísais ein Reis hervor,
ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2 Der Geist des Herrn ruht auf ihm:
der Geist der Weisheit und der Einsicht,
der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des Herrn.
Er richtet nicht nach dem Augenschein
und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht,
4 sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit
und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.
Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes
und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen.
Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften
und die Treue der Gürtel um seine Lenden.
Der Wolf findet Schutz beim Lamm,
der Panther liegt beim Böcklein.
Kalb und Löwe weiden zusammen,
ein kleiner Junge leitet sie.
7 Kuh und Bärin nähren sich zusammen,
ihre Jungen liegen beieinander.
Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter
und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.
Man tut nichts Böses
und begeht kein Verbrechen
auf meinem ganzen heiligen Berg;
denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn,
so wie die Wasser das Meer bedecken.
10 An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Ísais sein,
der dasteht als Feldzeichen für die Völker;
die Nationen werden nach ihm fragen
und seine Ruhe wird herrlich sein.

(Lesung vom Dienstag der 1. Adventwoche) 


Kathedrale von Amiens, Stammbaum, 2. Fenster von links

Montag, 1. Dezember 2025

Betrachtung zum Kirchenjahr (Charles de Foucauld)

 

letztes Bild von Charles de Foucauld,
aus: Charles de Foucauld, Abbe Georges Gorree, 1961

 

3. Dezember, heiliger Franz Xaver, S.J. (1552)

Noch zweiundzwanzig Tage!... Heute in drei Wochen ist der Vorabend deiner Ankunft unter uns, göttlicher Meister, geliebter Gott, mein Herr Jesus.
Heute in drei Wochen zieht die heilige Familie, ihren Schatz bei sich tragend, in Bethlehem ein und findet dort keinen anderen Platz als den Höhlenstall...
Mein Gott, laß mich diesen Advent mit ihr verbringen, diese letzte Zeit tiefer Sammlung und starker Liebe in Nazareth, diese himmlische Reise, diese heilige Nachtwache und dann die Stunde, wo der Himmel sich öffnet....
Heiliger Franz Xaver, gib mir deinen Geist vollkommener Nachahmung Jesu mit seiner Gottesliebe, seinem Seeleneifer, seiner Armut, seiner Buße. Heiliger Franz, so streng gegen dich selbst, so milde mit anderen, erwirke mir von Gott diese Tugenden, die ich so schön finde, aber so wenig besitze.
Hilf mir die Feigheit vertreiben, die mich an allem hindert, gib mir etwas von deinem Mut! Du weißt, wie lange ich dich schon liebe und zu dir bete... Liebe du mich auch, nimm dieses arme Wesen, das dich seit langer Zeit verehrt, unter deinen Schutz, erlange ihm von Gott, was es braucht, und das wäre, scheint mir, vor allem Mut. 
In Ihm, durch Ihn und für Ihn. Amen.

Sonntag, 30. November 2025

Freudig umfange ich dich (Andreas)

Du Kreuz Christi, du wahres Heil der Welt,
freudig umfange ich dich,
denn lange habe ich nach dir verlangt.
Stärke mich, dem Herrn treu zu sein bis zum Ende.

Christus in der Herrlichkeit inzensiert von Engeln, darunter li ein Heiliger vor dem Richter,
Mitte: Andreas stirbt, seine Seele wird zu Gott getragen, re: der Prokonsul Ägeas wird von einem Dämon bestraft,
Andreasfenster, Notre Dame de Chartres

1. Ankunft des Apostels in Patras

Andreas wirkt als Missionar in Achaia (Griechenland) und bekehrt viele Menschen durch Predigt und Heilungen. Zu seinen wichtigsten Bekehrten gehören Vertreter der lokalen Oberschicht, darunter die Frau des Prokonsuls Ägeas.
Diese Bekehrungen stören die gesellschaftliche Ordnung und erregen den Unmut der Behörden.

2. Konflikt mit dem Prokonsul Ägeas

Der römische Statthalter Ägeas hält Andreas’ Predigt gegen Götterbilder und Opferkult für staatsfeindlich.
Er fordert ihn auf, dem römischen Kult zu opfern, was Andreas ablehnt.
Es folgt ein theologischer Streit: Andreas argumentiert für den Gottessohn Christus, während Ägeas auf die Autorität Roms verweist und droht, ihn hinrichten zu lassen.

3. Verhaftung und Verurteilung

Andreas wird festgenommen und vor Gericht gestellt.
Trotz Drohungen bekennt er Christus und verweigert das Opfer.
Ägeas verurteilt ihn zum Kreuzestod – eigentlich als gezielte Demütigung, da diese Strafe Sklaven und Aufständischen vorbehalten ist.

4. Der Weg zum Kreuz

Andreas geht freudig zum Ort der Hinrichtung und hält unterwegs eine längere Rede über:

  • die Bedeutung des Kreuzes als Zeichen des Heils,

  • die Nachfolge Christi,

  • die Notwendigkeit des Leidens für den Glauben.

Er betrachtet das Kreuz nicht als Schande, sondern als Teilnahme am Leiden Christi.

5. Die Art der Kreuzigung

In der traditionellen Fassung wird Andreas nicht genagelt, sondern gebunden, damit sein Tod langsamer verläuft.
Späteren Versionen zufolge ist das Kreuz X-förmig (das heute so genannte „Andreaskreuz“), aber ältere Texte beschreiben lediglich ein schräg gestelltes oder anders geformtes Kreuz.

6. Andreas predigt vom Kreuz herab

Am Kreuz hält Andreas eine lange, erbauliche Rede. Wichtige Motive:

  • Dank an Christus, der ihn würdig macht zu leiden

  • Betrachtung des Kreuzes als Werkzeug der Erlösung

  • Ermahnung an die Zuschauer, Gott zu suchen und nicht auf irdische Macht zu vertrauen

Viele Menschen, bewegt von seiner Rede, beginnen zu weinen und fordern die Freilassung des Apostels. Eine große Menge läuft zum Statthalter.

7. Volk fordert Freilassung – Andreas lehnt ab

Ägeas ist von der Menge eingeschüchtert und befiehlt widerwillig, Andreas abzunehmen.
Doch Andreas weigert sich, das Kreuz zu verlassen. Er bittet Gott, dass er das Martyrium vollenden dürfe.
Nach den Texten verhindert eine übernatürliche Erscheinung (helles Licht oder Engelsgestalt) die Soldaten daran, ihn zu befreien.

8. Der Tod des Apostels

Nachdem das Licht verschwindet und er sein Gebet beendet hat, stirbt Andreas friedlich.
Die Menge ist erschüttert; der Prokonsul Ägeas soll kurz darauf durch ein Unglück oder göttliches Gericht sterben (abhängig von der Fassung).

9. Nachwirkung

Die Christen von Patras bestatten Andreas ehrenvoll.
Spätere Traditionen berichten von Translationen seiner Reliquien nach Konstantinopel und später nach Amalfi, was aber nicht Teil des ursprünglichen Martyriumstextes ist.


(Zusammenfassung des Andreasmartyriums von chatgpt, ohne Gewähr)

oben links Andreas und seine Schüler mit einem Bettler, Mitte: Andreas wird ans Kreuz befestigt,
rechts: der Prokonsul mit zwei Männern und Andreas,
unten links: Andreas vor dem Prokonsul Ägeas, Mitte im Gefängnis mit den Wärtern, rechts das Gerichtsverfahren


Fenster des Apostels Andreas in Notre Dame Chartres

Und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach

 

Detail aus dem Noahfenster, Notre Dame de Chartres


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 24

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
37 Wie es in den Tagen des Noach war,
so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.
38 Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut
aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen,
bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,
39 und nichts ahnten,
bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte,
so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
40 Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten,
einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
41 Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen,
wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
42 Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
43 Bedenkt dies:
Wenn der Herr des Hauses wüsste,
in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt,
würde er wach bleiben
und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
44 Darum haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.

(Evangelium vom 1. Adventsonntag, Lesejahr A, Matthäus) 


Donnerstag, 27. November 2025

Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.

Daniel in der Löwengrube, Ely Cathedral


Lesung aus dem Buch Daniel 6

In jenen Tagen
12 stürmten die obersten Beamten in Daniels Haus
und fanden ihn, wie er zu seinem Gott betete und flehte.
13 Darauf gingen sie zum König Daríus
und erinnerten ihn an sein Verbot;
sie sagten: O König,
hast du nicht ein Verbot unterzeichnet,
nach dem jeder,
der innerhalb von dreißig Tagen
an irgendeinen Gott oder Menschen außer an dich, König,
eine Bitte richtet,
in die Löwengrube geworfen werden soll?
Der König gab zur Antwort:
Die Anordnung steht fest
nach dem unwandelbaren Gesetz der Meder und Perser.
14 Da berichteten sie dem König:
Daniel, einer von den verschleppten Juden,
achtet weder dich, König,
noch das Verbot, das du unterschrieben hast,
sondern verrichtet dreimal am Tag sein Gebet.
15 Als der König das hörte,
missfiel es ihm sehr
und er dachte nach,
wie er Daniel retten könne.
Bis Sonnenuntergang bemühte er sich, ihn freizubekommen.
16 Da stürmten jene Männer zum König hinein
und sagten zu ihm: Bedenke, König,
es ist bei den Medern und Persern Gesetz,
dass jedes Verbot und Dekret, das der König erlässt,
unabänderlich ist.
17 Darauf befahl der König, Daniel herzubringen,
und man warf ihn zu den Löwen in die Grube.
Der König sagte noch zu Daniel:
Möge dein Gott, dem du so unablässig dienst,
dich erretten.
18 Und man nahm einen großen Stein
und wälzte ihn auf die Öffnung der Grube.
Der König versiegelte ihn mit seinem Siegel
und den Siegeln seiner Großen,
um zu verhindern,
dass an der Lage Daniels etwas verändert würde.
19 Dann ging der König in seinen Palast;
fastend verbrachte er die Nacht;
er ließ sich keine Speisen bringen
und konnte keinen Schlaf finden.20Früh am Morgen, als es gerade hell wurde,
stand der König auf und ging in Eile zur Löwengrube.
21Als er sich der Grube näherte,
rief er mit schmerzlicher Stimme nach Daniel
und fragte: Daniel, du Diener des lebendigen Gottes!
Hat dein Gott, dem du so unablässig dienst,
dich vor den Löwen erretten können?
22 Daniel antwortete ihm:
O König, mögest du ewig leben.
23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt
und den Rachen der Löwen verschlossen.
Sie taten mir nichts zuleide,
weil ich vor ihm als unschuldig befunden wurde,
und auch vor dir, König, habe ich keine Verbrechen begangen.
24 Darüber war der König hoch erfreut
und befahl, Daniel aus der Grube herauszuholen.
So wurde Daniel aus der Grube herausgeholt;
man fand an ihm nicht die geringste Verletzung,
denn er hatte seinem Gott vertraut.
25 Nun aber ließ der König die Männer herbeiholen,
die Daniel verklagt hatten,
und ließ sie mit ihren Kindern und Frauen
in die Löwengrube werfen.
Sie waren noch nicht am Boden der Grube angelangt,
da stürzten sich die Löwen auf sie
und zermalmten ihnen alle Knochen.
26 Daraufhin schrieb König Daríus
an alle Völker, Nationen und Sprachen auf der ganzen Erde:
Friede sei mit euch in Fülle!
27 Hiermit ordne ich an:
Im ganzen Gebiet meines Reiches
soll man vor dem Gott Daniels zittern
und sich vor ihm fürchten.Denn er ist der lebendige Gott;
er bleibt in Ewigkeit.
Sein Reich geht niemals unter;
seine Herrschaft hat kein Ende.
28 Er rettet und befreit;
er wirkt Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde;
er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.
(Lesung vom Donnerstag der 34. Woche im Jahreskreis, Lesejahr I)



Ely Cathedral

Am Grab des hl. Modestus von Salzburg, den die österreichische Kirche heute feiert.