Dienstag, 15. November 2022

Leopold III.

Glasfenster in der Mariahilfer Kirche/Haydnkirche

Alter Relquienschrein des hl. Leopold, Steinstatue, Predigt v. Nuntius Zurbriggen

Zur Einführung des kirchlichen Feiertages des hl. Leopold 1663


 
Hl. Leopold,um 1290, im Brunnenhaus des Kreuzgangs im Stift Heiligenkreuz

Brunnenhaus im Stift Heiligenkreuz

Leopold III., Markgraf von Österreich, genannt „der Fromme“, „der Milde“, der „Freigebige“, 1075 geboren, wurde von Bischof Altmann von Passau erzogen. 1105 heiratete er Agnes, die Tochter Kaiser Heinrichs IV. Die Bischöfe Otto von Freising und Konrad II. von Salzburg entstammten dieser Ehe. In seiner mehr als vierzigjährigen Regierungszeit hat Leopold, mitten in einer wirren Zeit, die Grundlagen für die künftige Größe Österreichs geschaffen.
Er stiftete das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien, das Chorherrenstift Klosterneuburg und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell. Leopold war ein Mann des Glaubens und des Gebets, aber auch ein Herrscher, der zu regieren verstand. Er starb auf der Jagd am 15. November 1136.

 

Allherrschender Gott, du hast dem heiligen Markgrafen Leopold

für die Ausübung seines Amtes die Gaben deines Geistes geschenkt.

Hilf uns, unsere Pflichten treu zu erfüllen,

und nimm uns einst auf in dein himmlisches Reich.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Freitag, 11. November 2022

Martin - die Geste der Nächstenliebe

 

Martin teilt den Mantel, figurale Gruppe im Giebel des Hochaltarbereichs, Lassee

 

Auch wenn ihm viele Wunder zugeschrieben werden, ist der hl. Martin vor allem für eine Tat der brüderlichen Nächstenliebe bekannt. Noch als junger Soldat begegnete er auf der Straße einem vor Kälte erstarrten und zitternden Armen. Da nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile und reichte dem Mann die eine Hälfte. In der Nacht erschien ihm im Traum Jesus, der lächelte und mit eben jenem Mantel bekleidet war.

Liebe Brüder und Schwestern, die Geste der Nächstenliebe des hl. Martin folgt derselben Logik, die Jesus dazu drängte, das Brot für die hungernde Menge zu vermehren, vor allem aber sich selbst der Menschheit in der Eucharistie als Speise zu hinterlassen, höchstes Zeichen der Liebe Gottes, »Sacramentum caritatis«. Es ist dies die Logik des Teilens, in der auf authentische Weise die Liebe zum Nächsten zum Ausdruck kommt. Der hl. Martin helfe uns zu verstehen, daß es nur durch gemeinsames Teilen möglich ist, auf die große Herausforderung unserer Zeit zu antworten: eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu errichten, in der ein jeder Mensch mit Würde leben kann. Dies kann geschehen, wenn ein weltweites Modell echter Solidarität vorherrscht, das in der Lage ist, allen Bewohnern des Planeten Nahrung, Wasser, notwendige medizinische Versorgung, aber auch Arbeit und Energieressourcen sowie kulturelle Güter, wissenschaftliches und technologisches Wissen sicherzustellen.

Wir wenden uns jetzt an die Jungfrau Maria, auf daß sie allen Christen helfe, wie der hl. Martin hochherzige Zeugen des Evangeliums der Liebe und unermüdliche Gestalter solidarischen Teilens zu sein. (B16, 11.11.2007)

In seinem Mund war nichts anderes als Christus (St. Martin - Bingen)

Wie Martin Bischof wurde

Im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte (Pachamama und Co)

Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin

 

Hochaltarbild, Martin als bischöflicher Wohltäter (Mitte 18 Jh.)

Heiliger Martin, bitte für uns!

Donnerstag, 10. November 2022

Leo der Große

 

Leo der Große in St. Paul von den Mauern, Rom

Papst, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Löwe (lat.)
Namenstage: Leo, Leon, Leonas, Lionel, Lew, weibl.: Leonie, Leonore
Gedenktag: 10. November

Lebensdaten: geboren um 400 in der Toskana, gestorben am 10. November 461 in Rom

Lebensgeschichte: Leo wurde um 400 in Tuszien – das entspricht in etwa der heutigen Toskana – geboren. Er war als römischer Archidiakon der wichtigste Mitarbeiter von Papst Coelestin und wurde 440 trotz Abwesenheit – er war gerade auf Reisen in Gallien – einstimmig zu dessen Nach-Nachfolger gewählt.

Gleich zu Beginn seines Pontifikats spitzte Leo das künftige Amtsverständnis der römischen Bischöfe zu: Der Nachfolger des heiligen Petrus sei gleichsam Petrus selbst, und diese Würde werde vom jeweiligen Amtsinhaber weder gemindert noch gesteigert. Leo war von daher sehr auf die Wahrung der Rechte der Kirche von Rom gegen konkurrierende Bischofssitze sowie die Reichsmacht bedacht und übte seinen Hirtenanspruch anlässlich der großen theologischen Auseinandersetzungen aus.

Er verteidigte den rechten Glauben gegen die Irrlehren des dualistischen Manichäismus und des letztlich selbsterlösenden Pelagianismus. Vor allem setzte er 451 mit einem Sendschreiben an das Konzil von Chalkedon gegen den Monophysitismus die kirchliche Lehre durch, dass sich in der einen Person Jesus Christus beide Naturen vereinen, die menschliche und die göttliche. Die Konzilsväter akklamierten: „Durch Leo hat Petrus gesprochen.“

Als 452 die Hunnen im heutigen Italien einfielen, ritt er ihnen bis Mantua entgegen. Leo erreichte offenbar vom Hunnenführer Attila, dass dieser Rom von der Zerstörung verschonte. Den Vandaleneinfall und die Plünderung der Stadt unter König Geiserich drei Jahre später konnte er wohl nicht aufhalten, jedoch zumindest das Leben der römischen Bürger schützen und verhindern, dass Rom niedergebrannt wurde.

Leo, der den größten Anteil an der Vorrangstellung Roms in der lateinischen Kirche hatte, starb mit etwa 60 Jahren und wurde als erster Papst in der Vorhalle der damaligen Petersbasilika bestattet.

Verehrung: 688 wurden Leos Gebeine erhoben und in einen eigenen Altar übertragen. Heute befindet sich dieser in der Cappella della Colonna im Petersdom. 1754 wurde Leo, der als einziger Papst außer Gregor I. den Titel „der Große“ verliehen bekam, zum Kirchenlehrer erklärt.

Darstellung: als Papst mit Kreuz, Drachen oder Evangelienbuch

Patron: der Musiker, Organisten und Sänger

(Bistum Augsburg

Mittwoch, 9. November 2022

Die Mutter aller Kirchen

Die dem Allerheiligsten Erlöser und seit dem 12. Jahrhundert auch dem hl. Johannes dem Täufer geweihte Lateranbasilika ist die älteste Papstkirche und führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“. Im anliegenden Lateranpalast residierten die Päpste vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Die Kirche wurde von Kaiser Konstantin errichtet und im Jahr 324 von Papst Silvester I. eingeweiht. Die durch Brand, Erdbeben und Plünderungen heimgesuchte Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte wiederholt restauriert. Papst Benedikt XIII. hat sie am 28. April 1726 nach größeren Restaurationsarbeiten neu eingeweiht und den 9. November als Kirchweihtag der Basilika bestätigt.



Montag, 7. November 2022

Willibrord - Verkündigung und Kirchengründung (4)

 Das 4. Fenster befindet sich in der ersten, d. h. westlich gelegenen Seitenkapelle des Südschiffes. Gleich rechts im Bild greift der Luxemburger Künstler Gust Zanter (1916-2001) die ablehnende Haltung, ja das Zerstörungswerk des Friesenkönigs Radbod noch einmal auf, das erst mit seinem Tod 719 enden wird.

Das Feuer, das er über die unten erkennbare Kirche ausgießt, könnte jedoch auch Hinweis auf die mehrmaligen Zerstörungen gedeutet werden, denen die Hauptgründung des Heiligen, nämlich die Echternacher Klosteranlage, mehrmals ausgesetzt sein wird. Das dargestellte Gotteshaus erinnert effektiv sehr stark an die Basilika.


Der mit erhobenem Kreuz in der Mitte oben dargestellte Willibrord beherrscht jedoch klar die gesamte Komposition. Beidseitig erblicken wir die Menschen, die sich vertrauensvoll nähern, um das Evangelium zu hören.

Heiliger Willibrord, bitte für uns!

Die entsprechenden unteren Register zeigen eine historisch bedeutende Szene: die Schenkung einer Kirche mit Dependenzien in der Burg Antwerpen ("in Antwerpo castello") durch Herzog Rohing und seine Gemahlin. Es handelt sich dabei um den ersten urkundlich belegten Immobilienbesitz, der dem Glaubensboten übertragen wird. Die Stift geht vermutlich auf das Jahr 692 oder 693 zurück. Willibrord war damals noch nicht Bischof, auch wenn er hier bereits in Pontifikalkleidung in Erscheinung tritt.

 


Die Kirche in Antwerpen, die dem Heiligen nun gehört, steht am Anfang einer langen Liste von Gotteshäusern, die ihm in der Folge geschenkt oder auch von ihm selbst gegründet werden.
Dieser Tatsache führt die monumentale Darstellung außen links vor Augen, die Willibrord mit einer Stiftungsurkunde in der Hand und einer monumentalen, teilweise noch eingerüsteten Kirche zu Füßen zeigt.
(Das Leben und Wirken des hl. Willibrord  dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 25)


 

1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

3. Anfang der Missionstätigkeit

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach

Kirchengründung durch Willibrord, Echternach

 

Samstag, 22. Oktober 2022

Johannes Paul II. über Wissenschafter, die heute selten zu finden sind

 

Johannes Paul II., Mariabesnyö, Gödöllö, Ungarn

APOSTOLISCHE REISE NACH POLEN UND UNGARN

aus der ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE VERTRETER AUS DER WELT DER KULTUR
UND DER WISSENSCHAFT

Ungarische Akademie der Wissenschaften (Budapest) Samstag, 17. August 1991

2. Darüber hinaus sei es mir gestattet, den Schriftstellern, Wissenschaftlern, Künstlern und Ärzten besonders herzlich meine Achtung zu bekunden, die auch unter den schwierigen Verhältnissen der jüngsten Vergangenheit nie aufgehört haben,
sich zu ihrem christlichen Glauben zu bekennen,
und immer dem Gebot der Wahrheit und der Stimme ihres Gewissens treu geblieben sind,
auch wenn sie dafür schwere Diskriminierungen ertragen mußten.
Könnte man es in der Tat unterlassen, auf die Trauer und den Schmerz hinzuweisen, mit dem wir erleben mußten, wie in den Ländern Mittel- und Osteuropas hervorragende Persönlichkeiten ins Abseits gedrängt wurden, weil sie sich infolge ihres entschlossenen Festhaltens an den Werten des Glaubens aus dem sozialen und kulturellen Leben ausgeschlossen sahen?  (.....)

Die Geschichte der ungarischen Kultur hat nicht nur wertvolle Profanwerke, sondern auch Meisterwerke christlichen Glaubens und christlicher Kultur aufzuweisen. Das allererste große Werk der ungarischen Literatur bezieht sich auf die Jungfrau Maria, die Schmerzensmutter Jesu. Und viele berühmte ungarische Dichter und Schriftsteller haben das innige Verhältnis herausgestellt, in das Gottes gerechte und barmherzige Liebe mit dem erlittenen Geschick jedes einzelnen Menschen eintritt, der immer als Kind Gottes angesehen wird, auch dann, wenn er vom rechten Weg abkommt.

Ein wesentlicher Teil der ungarischen Musik gibt der Lobpreisung Gottes Ausdruck. Die schönsten historischen Baudenkmäler sind Kirchen und Klöster. Kultur und Glaube sind in eurer Geschichte stets untrennbar miteinander verwoben gewesen.

Der Herr helfe Ihnen, diese Ihre Sendung zu erkennen, und die mütterliche Fürsprache Mariens, an die sich das ungarische Volk im Laufe seiner tausendjährigen Geschichte wiederholt vertrauensvoll gewandt hat, stehe Ihnen bei. In ihrem Namen segne auch ich Sie von Herzen.

Maria unter dem Kreuz, Krypta Mariabesnyö
Heiliger Johannes Paul II., erbitte uns Frieden und Freiheit

Freitag, 21. Oktober 2022

Karl I. aus dem Hause Österreich

 





Die entscheidende Aufgabe des Christen besteht darin, in allem Gottes Willen zu suchen, zu erkennen und danach zu handeln. Dieser täglichen Herausforderung stellte sich der Staatsmann und Christ Karl aus dem Hause Österreich. Er war ein Freund des Friedens. In seinen Augen war der Krieg „etwas Entsetzliches". Mitten in den Stürmen des Ersten Weltkriegs an die Regierung gelangt, versuchte er die Friedensinitiative meines Vorgängers Benedikt XV. aufzugreifen.

Von Anfang an verstand Kaiser Karl sein Herrscheramt als heiligen Dienst an seinen Völkern. Sein ernstes Bestreben war es, der Berufung des Christen zur Heiligkeit auch in seinem politischen Handeln zu folgen. Dabei war ihm der Gedanke der sozialen Liebe wichtig. Sei er uns allen ein Vorbild, besonders denen, die heute in Europa politische Verantwortung tragen!

(Johannes Paul II. anlässlich der Seligsprechung, 4. Oktober 2004) 

In der Kathedrale von Steinamanger


 


Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Ursula:

Fenster der Ursula mit ihren Gefährtinnen (Kölner Ursulakirche) und der Hymnus zu Ehren der elftausend Jungfrauen von Hildegard von Bingen

Am Grab der hl. Ursula in Köln, Ursulalegende

Schutzmantelursula und Leben der hl. Ursula

Seliger Kaiser Karl, erbitte uns den Frieden in Europa

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Paul vom Kreuz

Paul vom Kreuz (Paolo Francesco Danei) wurde am 3. Januar 1694 in Ovada (Piemont) geboren. 1720 wurde er von Bischof Gattinara eingekleidet und versuchte in den folgenden Jahren mit seinem Bruder Johannes Baptist die spätere Kongregation der Passionisten zu gründen. 1727 wurden beide vom Papst im Petersdom zu Priestern geweiht und zogen sich auf den Monte Argentario bei Orbetello zurück. Dort entstand 1737 das erste Kloster. In Mittelitalien predigte er viele Volksmissionen. Zahlreichen Menschen war er Führer zu einem Leben der Gottverbundenheit. 1770 gründete er die Passionistinnen als streng beschaulichen Orden. Nach einem langen Leiden starb er am 18. Oktober 1775. Papst Pius IX. sprach ihn 1867 heilig.

 

Paul vom Kreuz empfängt auf dem Totenbett die Sakramente
Kapelle des hl. Paul vom Kreuz in Santi Giovanni e Paolo

Blick aus Himmelshöhn
auf die Schar der Deinen,
Paulus, die beglückt
dich als Vater ehren:
du machst ihnen Mut,
durch ein heil ́ges Leben
dir nachzustreben.

Wunderbar bezeugt
durch ein Licht vom Himmel
kamst du in die Welt
als ein Liebling Gottes;
aus dem wilden Fluss,
wo Gefahr dir drohte,
half dir Maria.

Nie hat Erdenlust
deinen Sinn gefesselt,
nie befleckte Schuld
deine reine Seele;
fest und unbeirrt
hast du deinen Willen
Gott zugewendet.

Heili ́ger Liebe Glut,
die dein Herz erfüllte,
brannte auf die Brust
dir den Namen Jesus;
fortan war dein Ziel,
willig wie ein Sklave
Christus zu dienen.

Wie der Hirsch sich sehnt
nach der frischen Quelle,
drängte es dich hin
zu dem Kreuze Christi;
in der Einsamkeit
hat die Gnade Gottes
dich umgestaltet.

Deinen Leib hast du
hart in Zucht genommen,
dass er Not ertrug,
Hunger, Durst und Kälte;
Nächte hast du oft
Gott dem Herrn gewidmet,
wachend und betend.

Unseres Heilands Bild
stand dir stets vor Augen,
du bist ihm gefolgt
auf dem Weg des Leidens;
in dir leuchtet auf
des Erlösers Liebe:
Paulus vom Kreuze.

Dir sei Lob und Dank,
Vater, reich an Güte,
mit dem Ew ́gen Sohn
und dem Heil ́gen Geiste,
der uns Kraft verleiht,
wie dereinst Sankt Paulus
treu dir zu dienen. Amen.
(Hymnus zur Vesper)


Santi Giovanni e Paolo, Rom

Dienstag, 18. Oktober 2022

Lukas

 

Deckenfresko mit den 4 Evangelisten in der Bibliothek in Admont

 

Herr, unser Gott, du hast den Evangelisten Lukas auserwählt,

in Wort und Schrift das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden.

Gib, dass alle, die sich Christen nennen, ein Herz und eine Seele sind,

und lass alle Völker der Erde das Heil schauen,

das du ihnen bereitet hast.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

Bibliothek im Stift Admont