Montag, 1. Juni 2020

Dir, unserer Mutter, vertraue ich die Kirche an



(...)Wenn ich Christus verkündige, den Sohn des lebendigen Gottes, ”Gott von Gott“ und ”Licht vom Licht“, ”eines Wesens mit dem Vater“, dann bekenne ich zugleich mit der ganzen Kirche, daß er Mensch geworden ist durch den Heiligen Geist und geboren wurde von der Jungfrau Maria.
Dein Name, Maria, ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Deine Berufung und dein Ja dazu gehören fortan unlösbar zum Geheimnis der Menschwerdung.

2. Zusammen mit der ganzen Kirche bekenne und verkündige ich, daß Jesus Christus in diesem Geheimnis der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist; denn seine Menschwerdung hat den Kindern Adams, die der Macht der Sünde und des Todes unterworfen sind, die Erlösung und Rechtfertigung gebracht.
Zugleich bin ich jedoch zuinnerst davon überzeugt, daß niemand so tief wie Du, die Mutter der Erlösers, in dieses machtvolle und überwältigende göttliche Geheimnis eingeführt worden ist; und niemand ist besser imstande, uns, die wir es verkünden und selbst daran teilhaben, leichter und klarer darin einzuführen als Du allein, Maria.
In dieser Glaubensüberzeugung lebe ich seit langem. Mit ihr gehe ich von Anfang an meinen Pilgerweg als Bischof jener Ortskirche, die der Apostel Petrus in Rom gegründet hat und deren besondere Sendung es immer war und noch heute ist, der ”communio“ zu dienen, das heißt der Einheit in der Liebe zwischen den einzelnen Ortskirchen und allen Brüdern und Schwestern in Christus.
Mit der gleichen Überzeugung komme ich heute hierher, an Deine Gnadenstätte in Altötting, Mutter der Gnaden, umgeben von der Verehrung und Liebe so vieler Gläubiger aus Deutschland und Österreich sowie anderen Gegenden deutscher Sprache; gestatte mir, diese Überzeugung aufs neue zu bekräftigen und Dir mit diesem Gebet vorzutragen.

3. Auch hier möchte ich Dir, unserer Mutter, die Kirche anvertrauen, da Du ja im Abendmahlssaal zugegen warst, als die Kirche durch die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel sich offen kundgetan hat.
Ich vertraue Dir heute vor allem die Kirche an, die seit vielen Jahrhunderten in diesem Lande besteht und jene große Glaubensgemeinschaft bildet immitten der Völker, die dieselbe Sprache sprechen.
Dir, Mutter, empfehle ich die gesamte Geschichte dieser Kirche und ihre Aufgaben in der heutigen Welt: ihre vielfältigen Initiativen und ihren unermüdlichen Dienst für alle Landsleute in ihrem Vaterland wie auch für so viele Gemeischaften und Kirchen in aller Welt, denen die Christen Deutschlands so bereitwillig und hochherzig Hilfe leisten.
Maria, die Du selig bist, weil Du geglaubt hast, Dir vertraute ich an, was das Wichtigste im Dienst der Kirche in diesem Land zu sein scheint: ihr kraftvolles Glaubenszeugnis gegenüber der heutigen Generation der Männer und Frauen dieses Volkes angesichts einer zunehmenden Verweltlichung und religiösen Gleichgültigkeit. Dieses Zeugnis möge stets die klare Sprache des Evangeliums sprechen und so einen Zugang zu den Herzen finden, vor allem der jungen Generation. Es ziehe die Jugend an und begeistere sie für ein Leben nach dem Bild des ”neuen Menschen“ und für die verschiedenen Dienste im Weinberg des Herrn.

Maria, Mutter der Kirche

Fresko der Schutzmantelmadonna in der Heimsuchungskirche in Ain Karim

Paul VI. erklärt Maria zur Mutter der Kirche (an seinem Grab in Rom)

Frauensteiner Schutzmantelmadonna (Formular der Votivmesse)

Mehr Mutter als Königin, Basilika Lisieux 

Glasfenster, Pfingsten in La Salette), Johannes Paul II., Maria mütterlich zugegen /Redemptoris mater 

Pfingsten, Our Lady and the English Martyrs Church, Cambridge

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