Mittwoch, 26. April 2023

Am symbolischen Grab des hl. Trudpert


Brunnenkapelle in St. Trudpert im Münstertal

 


 Hochaltar in St. Trudpert



Heiliger Trudpert, bitte für uns!

Symbolischer Sarkophag des hl. Trudpert mit den Heiligen Rupert und Erentrud

Dienstag, 18. April 2023

Sonntag, 16. April 2023

Die Lauheit des Glaubens bei Thomas

 

 

Bringe deine Finger hierher und sie meine Hände, und bringe deine Hand her und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. (Johannes 20,27)

Nun wendet sich der Herr an Thomas und fordert ihn auf, seine Wunden nicht nur zu beschauen, sondern nach seinem eigenen Wunsch zu berühren. So fügt sich der Herr dem, was Thomas begehrte. Er stellt ihm genau die Möglichkeiten der Prüfung zur Verfügung, von denen Thomas seinen Glauben abhängig machte: die Prüfung durch die Augen, durch den Finger und durch die Hand.
Thomas hat den Herrn sogleich bei seinem Erscheinen erkannt; er hat keinen Augenblick an seiner Identität gezweifelt.  

Jetzt aber soll er das, was er sich gewünscht hat, tun. Und doch bietet der Herr ihm, indem er seinen Wunsch erfüllt, unendlich mehr, als was Thomas erwartet hatte oder was in seiner Forderung überhaupt enthalten war. Der Herr paßt sich zwar der Forderung des Jüngers an und begrenzt damit scheinbar sein Angebot. Aber gerade in seiner Anpassung liegt das viel Größere dessen, was er anbietet.

Was er im tiefsten anbietet, ist, daß er sich Thomas unterordnet, sich ihm vollkommen zur Verfügung stellt. Er gibt ihm seine Hände und seine Seite dahin und damit seine ganze Person. Und indem Gott der Sohn sich dem Menschen Thomas zur Verfügung stellt, beweist er, daß in seiner Sohnschaft das vollkommene Menschsein inbegriffen ist: ein Menschsein, das an keinerlei Rangordnung gebunden ist, sondern frei ist, auch als Objekt zu dienen, der Schau und der Betastung sich auszusetzen.

Der Sohn erniedrigt sich in seiner Menschheit soweit, daß er zu seinem von Thomas selbst festgesetzten Beweis für dessen Glaube wird. Er sinkt herab zu einem Anschauungsmaterial, das der Mensch verlangt, um zum göttlichen Glauben  zu kommen. Er macht sich zum Beweis des Beweises, zum Beweisenden innerhalb des Beweises. Und er verkleinert sich rein menschlich so, als wäre er nichts weiter mehr als diese Wundmale, das, was dem Auge, dem Finger, der Hand des Thomas entspricht. Er zeigt damit dem Apostel die Kleinheit dessen, was er verlangt hat. Thomas hat den Herrn auf etwas reduziert, was man mit zwei kleinen Bewegungen seines Fingers und seiner Hand umfassen kann. Er hat die ganze Möglichkeit des Glaubens eingeschränkt auf das, was seiner Fingerspitze, seinem Handgefühl entspricht.
Er läßt, um seinen Glauben zu erhärten, vom Herrn nur bestehen, was ihm vor dem Kreuz gar nicht gehörte: die Narben der Passion. Diese Zeichen eines äußern Geschehnisses sind alles, worin für Thomas der Herr Platz hat.
Und indem dieser bereit ist, für Thomas nur noch die Wundmale zu sein, offenbart er in überwältigender Weise dem Jünger, wie tief sein Glaube gesunken wäre, wenn wirklich nur diese Zeichen seinen Glauben enthielten. Durch die Erniedrigung des Herrn, durch seine Demut, solche Erniedrigung anzunehmen, trifft er den Jünger dort, wo er am tiefsten getroffen werden kann: in seinem lebendigen Glauben der Zeit vor dem Kreuz. Jählings wird für Thomas sichtbar, wie groß der Abstand geworden ist. Das wird ihm zunächst am Herrn ersichtlich.
Denn die Verkleinerung des Herrn in seiner Demut offenbart, wie groß die Lauheit des Glaubens in Thomas geworden ist.

(Adrienne von Speyr, Johannes, Geburt der Kirche, 295f)

Thomas will die Wunden des Herrn berühren

Hochaltarbild Unterpremstätten/Stmk (B16, 12.4.2010)

St. Pierre, Chartres, Glasfenster (Hans U. von Balthasar)

Statue des hl. Thomas in der Lateranbasilika

Malerei von Pietro Paolo Bonzi im Pantheon

Herz-Jesu Altar, Reliefs, Farm Street Church, London (Benedikt XVI. zum Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit, 2005)

Fresko in der Taufkirche von Johannes Paul II. in Wadowice

Notre Dame de Paris (Generalaudienz von Benedikt XVI. über den Apostel Thomas)

Domingo de Silos (Wandrelief)

Jesus College - Cambridge (Glasfenster)

Kunsthistorisches Museum-Wien (Gemälde)

 

Erscheinungen des Auferstandenen: Maria Magdalena, Emmausjünger, Thomas
Hochaltar in der alten Kathedrale v. Salamanca

Thomas, Zeuge der Auferstehung

Zu Maria Magdalena hatte der Herr gesagt: »Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen« (Joh 20,17).
Ein Wort, das uns überrascht, vor allem wenn wir es mit dem vergleichen, was mit dem ungläubigen Thomas geschieht. Dort im Abendmahlssaal zeigt der Auferstandene selbst dem Apostel die Hände und die Seite, damit er sie berührte und daraus die Gewißheit gewann, daß es tatsächlich Er war (vgl. Joh 20,27). In Wirklichkeit besteht zwischen den beiden Episoden kein Widerspruch; im Gegenteil, die eine hilft uns, die andere zu verstehen. Maria Magdalena möchte ihren Meister so wiederhaben wie vorher und hält das Kreuz für eine dramatische Erinnerung, die man vergessen kann. Doch für eine rein menschliche Beziehung mit dem Auferstandenen ist jetzt kein Platz mehr. Um ihm zu begegnen, muß man nicht zurückkehren, sondern auf neue Weise zu ihm in Beziehung treten: Man muß weitergehen! Das unterstreicht der hl. Bernhard: Jesus »lädt uns alle zu diesem neuen Leben, zu diesem Übergang ein … Wir werden Christus nicht sehen, wenn wir uns nach rückwärts wenden« (Predigt über Ostern; PL 183). Und genau das ist bei Thomas geschehen.

Jesus zeigt ihm seine Wundmale nicht, um das Kreuz zu vergessen, sondern um es auch in Zukunft unvergeßlich zu machen. Denn der Blick ist nunmehr in die Zukunft gerichtet. Aufgabe des Jüngers ist es, Zeugnis zu geben vom Tod und von der Auferstehung seines Meisters und von seinem neuen Leben. Darum fordert Jesus seinen ungläubigen Freund dazu auf, »ihn zu berühren«: Er will ihn zum direkten Zeugen seiner Auferstehung machen. 

Thomas und der Auferstandene, Alte Kathedrale in Salamanca

 

Liebe Brüder und Schwestern, wie Maria Magdalena, Thomas und die anderen Apostel, sind auch wir gerufen, Zeugen des Todes und der Auferstehung Christi zu sein. Wir können die großartige Nachricht nicht für uns behalten. Wir müssen sie der ganzen Welt überbringen: »Wir haben den Herrn gesehen!« (Joh 20,25). Die Jungfrau Maria helfe uns, die österliche Freude voll auszukosten, auf daß wir, gestärkt durch die Kraft des Heiligen Geistes, dazu fähig werden, überall, wo wir leben und wirken, sie unsererseits zu verbreiten. Nochmals Frohe Ostern euch allen!
(B16, 11. April 2007)

Dienstag, 11. April 2023

Sie beteten IHN an

 

Der Auferstandene und die Frauen, Salisbury Cathedral

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 28                                                             

Nachdem die Frauen die Botschaft des Engelsvernommen hatten,

8 verließen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

9Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

10Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.

11Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.

12Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld

13und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.

14Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.

15Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Montag, 10. April 2023

Emmaus (im Heiligen Land)

 

Glasfenster in Notre Dame de Chartres (B16, Generalaudienz, 11.April 2007)

Cambridge, Jesus College, Glasfenster
Glasfenster in St Alban´s Cathedral

Emmaus-Gang 
Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum Krakau (Benedikt XVI., Regina Caeli, 7.4.2008)
Relief in Santo Domingo de Silos 
Wandteppich in Vatikanischen Museen (2)
Wandteppich (1) - Johannes Paul II., Mane nobiscum Domine)

Ikone der Emmausbegegnung

Liebe Freunde, auch heute tritt der Auferstandene in unsere Häuser und in unsere Herzen ein, obwohl die Türen manchmal verschlossen sind. Er tritt ein und schenkt Freude und Frieden, Leben und Hoffnung: Gaben, die wir für unsere menschliche und geistliche Neugeburt brauchen. Nur er kann jene Grabsteine wegwälzen, die der Mensch oft auf seine Empfindungen, seine Beziehungen, sein Verhalten legt – Steine, die den Tod bestimmen: Spaltungen, Feindschaften, Groll, Neid, Mißtrauen, Gleichgültigkeit. Nur er, der Lebendige, kann der Existenz Sinn verleihen und jene, die müde und traurig sind, die kein Vertrauen und keine Hoffnung haben, den Weg wieder aufnehmen lassen. Das haben die beiden Jünger erfahren, die am Ostertag auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus waren (vgl. Lk 24,13–35). Sie sprechen über Jesus, aber ihr trauriges Gesicht (vgl. V. 17) bringt enttäuschte Hoffnung, Ungewißheit und Schwermut zum Ausdruck. Sie hatten ihr Dorf verlassen, um Jesus mit seinen Freunden nachzufolgen, und hatten eine neue Wirklichkeit entdeckt, in der Vergebung und Liebe nicht mehr nur Worte waren, sondern das Leben konkret berührten. Jesus von Nazaret hatte alles neu gemacht, hatte ihr Leben verwandelt. Aber jetzt war er gestorben und alles schien zu Ende zu sein.

Plötzlich sind jedoch nicht mehr zwei, sondern drei Personen unterwegs. Jesus kommt zu den beiden Jüngern hinzu und geht mit ihnen, aber sie sind unfähig, ihn zu erkennen. Gewiß, sie haben die Gerüchte über seine Auferstehung gehört, denn sie berichten ihm: »Einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe« (V. 22–23). All das reichte jedoch nicht aus, um sie zu überzeugen: »Ihn selbst aber sahen sie nicht« (V. 24). Daraufhin legte Jesus ihnen geduldig dar, »ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht« (V. 27). Der Auferstandene erläutert den Jüngern die Heilige Schrift und bietet ihren grundlegenden Interpretationsschlüssel: sich selbst und sein Ostergeheimnis.

Über ihn legen die Schriften Zeugnis ab (vgl. Joh 5,39–47). Plötzlich weitet sich der Sinn von allem, der Sinn des Gesetzes, der Propheten und der Psalmen; er wird vor ihren Augen deutlich. Jesus hatte ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift geöffnet (vgl. Lk 24,45). Inzwischen waren sie im Dorf angekommen, wahrscheinlich beim Haus eines von ihnen. Der fremde Weggefährte tut, »als wolle er weitergehen « (V. 28), aber dann bleibt er, weil sie ihn inständig bitten: »Bleib doch bei uns« (V. 29). Auch wir müssen dem Herrn immer wieder inständig sagen: »Bleib doch bei uns.« »Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen« (V. 30). Der Verweis auf die Gesten, die Jesus beim Letzten Abendmahl vollbracht hat, ist offensichtlich. »Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn« (V. 31). Die Gegenwart Jesu, erst mit Worten und dann mit der Geste des Brotbrechens, ermöglicht es den Jüngern, ihn zu erkennen, und sie können auf neue Weise spüren, was sie bereits empfunden hatten, als sie mit ihm gingen: »Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß?« (V. 32). Diese Episode verweist uns auf zwei vorrangige »Orte«, an denen wir dem Auferstandenen begegnen können, der unser Leben verwandelt: das Hören des Wortes, in Gemeinschaft mit Christus, und das Brechen des Brotes; zwei »Orte«, die zutiefst miteinander verbunden sind, denn »Wort und Eucharistie gehören so eng zueinander, daß eines nicht ohne das andere verstanden werden kann: Das Wort Gottes wird im eucharistischen Geschehen sakramentales Fleisch« (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini, 55).

Nach dieser Begegnung, »noch in derselben Stunde, brachen [die beiden Jünger] auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen« (V. 33–34). In Jerusalem hören sie die Nachricht der Auferstehung Jesu und berichten ihrerseits über ihre eigene Erfahrung, entflammt von der Liebe zum Auferstandenen, der ihnen das Herz geöffnet hat für eine überschwengliche Freude. Wie der hl. Petrus sagt, wurden sie in seinem großen Erbarmen neu geboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten (vgl. 1 Petr 1,3). Denn in ihnen entsteht wieder die Begeisterung für den Glauben, die Liebe zur Gemeinschaft, das Bedürfnis, die gute Nachricht weiterzugeben. Der Meister ist auferstanden, und mit ihm ersteht alles Leben auf; dies zu bezeugen wird für sie zu einer Notwendigkeit, die nicht unterdrückt werden kann.

Liebe Freunde, die Osterzeit möge für uns alle eine günstige Gelegenheit sein, um mit Freude und Begeisterung die Quellen des Glaubens, die Gegenwart des Auferstandenen unter uns neu zu entdecken. Es geht darum, denselben Weg zu gehen, den Jesus die beiden Emmausjünger zurücklegen ließ, durch die Neuentdeckung des Wortes Gottes und der Eucharistie, also mit dem Herrn zu gehen und sich die Augen öffnen zu lassen für den wahren Sinn der Schrift und für seine Gegenwart im Brechen des Brotes. Der Höhepunkt dieses Weges, damals wie heute, ist die eucharistische Kommunion: In der Kommunion nährt uns Jesus mit seinem Leib und seinem Blut, um in unserem Leben gegenwärtig zu sein, um uns neu zu machen, beseelt von der Kraft des Heiligen Geistes.

Abschließend lädt uns die Erfahrung der Jünger ein, über den Sinn des Osterfestes für uns nachzudenken. Wir wollen dem auferstandenen Jesus begegnen! Er, der Lebendige und Wahre, ist immer unter uns gegenwärtig; er geht mit uns, um unser Leben zu leiten, um unsere Augen zu öffnen. Haben wir Vertrauen in den Auferstandenen, der die Macht hat, das Leben zu schenken, damit wir als Kinder Gottes neu geboren werden, fähig zu glauben und zu lieben. Der Glaube an ihn verwandelt unser Leben: Er befreit es von der Angst, er gibt ihm feste Hoffnung, er läßt es beseelt sein von dem, was der Existenz den vollen Sinn verleiht: von der Liebe Gottes. Danke.

(Benedikt XVI, Generalaudienz, 11. April 2012)

Kapelle in Emmaus-Nicopolis, Heiliges Land

Samstag, 8. April 2023

Jesus, ich danke Dir, Du hast uns erlöst

 

 

Am heutigen Karsamstag gedenken wir der Grabesruhe unseres Herrn Jesus Christus und seines Hinabsteigens in das Totenreich. Während wir uns aber mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass Menschen Gott aus der Welt schaffen wollen, nimmt er dem Tod seine Macht und verwandelt er unsere menschliche Vergänglichkeit in neues Leben. An seinem Grab knien wir nieder und rufen:

V: Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

A: Er starb den Tod, den alle Menschen sterben.

V: Im Tod hat er den Tod vernichtet, das Leben neu geschaffen.

A: Er starb unseren Tod und schenkt uns sein Leben.

V: Lasst uns ihn besingen als Schöpfer und Herrn.

A: Jesus ruht im Grabe. Kommt wir beten ihn an!

V: Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser. A: wiederholen 2x

 

Marienkirche, Berndorf, NÖ