Mittwoch, 19. November 2025

Elisabeth, Ludwig und Hermann

Wandmalerei aus der Wartburg, erklärt von chatgpt:

Die Wand ist in einem großen, ornamentierten Feld gestaltet, eingefasst von farbigen, mittelalterlich anmutenden Bordüren. Die Farben sind warm — Rot, Ocker, Gold und sanftes Blau — typisch für Moritz von Schwinds romantisierenden Wartburgzyklus.

1. Die drei Figuren

Elisabeth von Thüringen

  • Elisabeth steht am rechten Rand der Szene.

  • Sie ist in einem hellen, kostbaren Gewand dargestellt, meist mit weichem Faltenwurf und sanften Farben.

  • Ihr Gesichtsausdruck ist mild, beinahe demütig, ihre Haltung anmutig.

  • Sie wirkt klein und zart neben den beiden Fürsten, wodurch ihre Rolle der Barmherzigkeit und inneren Stärke hervorgehoben wird.

Ludwig IV., ihr Ehemann

  • Ludwig steht am linken Rand der Darstellung.

  • Er trägt ein fürstliches Gewand, häufig in kräftigem Rot oder Purpur, mit Mantel und manchmal einem Wappenzeichen.

  • Sein Gesicht ist ernst und würdevoll, aber zugleich liebevoll Elisabeth zugewandt.

  • Seine Haltung ist offen, oft mit einer Gestik, die Gespräch oder Beziehung zu Elisabeth andeutet.

Hermann I. von Thüringen (Hermanus I.)

  • Zwischen den beiden steht Hermann I., Landgraf und Vater Ludwigs.

  • Er ist älter dargestellt als Ludwig: mit markanterem Gesicht, oft einem Bart, und der Haltung eines weisen Fürsten.

  • Seine Kleidung ist reich: ein langer Mantel, oft mit Pelzbesatz oder goldenen Ornamenten.

  • Er bildet eine verbindende Figur zwischen Ludwig und Elisabeth – sowohl familiär (als Schwiegervater Elisabeths) als auch politisch-kulturell (als Förderer der höfischen Kultur und berühmter Minnesänger).

2. Kompositorische Wirkung

  • Die drei bilden eine sanfte Diagonale oder eine geschlossene Gruppe, was Einheit und familiären Zusammenhalt betont.

  • Hermann steht etwas nach vorn gerückt, was ihn als zentrale Autoritätsfigur hervorhebt.

  • Die Szene vermittelt den Eindruck eines fürstlichen Treffens oder feierlichen Moments, nicht eines dramatischen Ereignisses—eher ein symbolisches Bild des thüringischen Herrscherhauses.

3. Hintergrund

  • Der Hintergrund zeigt oft architektonische Elemente: Säulen, Bögen oder eine stilisierte Burgarchitektur.

  • Alles wirkt mittelalterlich, aber harmonisch und idealisiert.

  • Ornamente, Ranken und farbige Muster rahmen die Szene ein.

4. Bedeutung der Darstellung

  • Das Bild zeigt nicht nur historische Figuren, sondern verkörpert das Ideal des thüringischen Hofes:

    • Elisabeth: Nächstenliebe und Heiligkeit.

    • Ludwig: Ritterlichkeit und Tugend.

    • Hermann I.: Kultur, Herrschaft und Schutz des Minnesangs (er war Schirmherr des legendären Sängerkriegs).

  • Die Wand bildet damit eine Art dynastisches Porträt, das zugleich eine politische und spirituelle Botschaft vermittelt.

Wandmalerei aus dem Sängersaal der Wartburg, Ludwig, sein Vater Hermann und Elisabeth

Reliefs der hl. Elisabeth in der Wiener Elisabethinenkirche 

Das Sterben von Elisabeth

Wie ein Schilf /Elisabeth von Thüringen

Elisabethkirche in Budapest

Elisabeth (Pfarrkirche zur hl. Familie in Budapest), Hymnus

Die blaue Kirche der hl. Elisabeth in Pressburg

Wir sollen die Menschen froh machen (Hermannstadt)

Elisabeth im Martinsdom in Pressburg

Das Haupt der hl. Elisabeth bei den Elisabethinen in Wien

Kindheit in der Burg Bratislava

Dienstag, 18. November 2025

Weihetag der Apostelfürstenbasiliken

Kaiser Konstantin erbaute über den Gräbern der Apostelfürsten prächtige Basiliken, deren Kirchweihfest seit dem 12. Jh. am 18. November bezeugt ist. Der heutige Petersdom wurde am 18. November 1626 unter Beachtung des alten Weihefestes konsekriert, die heutige Kirche St. Paul vor den Mauern am 10. Dezember 1854.

 

heiliger Apostel Petrus, bitte für uns!

heiliger Apostel Paulus, bitte für uns!

 

 

Montag, 17. November 2025

Von der Erneuerung der geistlichen Vemählung (Gertrud von Helfta)

 

Heilige Gertrud bitte für uns!

Sie stammte aus Thüringen und genoss im Kloster Helfta eine humanistische und theologische Ausbildung. Die Christusvisionen begründeten ihren Ruf als größte deutsche Mystikerin. Sie betonte besonders die heilige Eucharistie und das heiligste Herz Jesu; bei ihr finden sich die meisten Anrufungen der späteren Herz-Jesu-Litanei. Gestorben am 13. November 1302.

Gott, du Sehnsucht deiner Geschöpfe, es hat dir gefallen,
im Herzen der heiligen Gertrud Wohnung zu nehmen.
Schenke auch uns auf ihre Fürbitte
die Tröstungen deiner Gegenwart,
bringe Licht in das Dunkel unseres Herzens
und lass uns erfahren,
dass du in uns lebst und wirkst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

S. Guistina, Padua

Am Osterdienstag begehrte sie bei der Kommunion vom Herrn, er möge durch dies lebensspendende Sakrament in ihrer Seele jene geistige Verbindung erneuern, in der sie ihm durch den Glauben und die Ordensgelübde und die unversehrte jungfräuliche Keuschheit war vermählt worden.

Der Herr antwortete mit holder Freundlichkeit: "Dies will ich tun".

Und indem er sich herablassend zu ihr neigte, zog er sie in liebevoller Umarmung an sich und drückte ihrer Seele den beseligenden Kuss auf, hierdurch in ihr erneuernd den inneren Geist; und durch die Umarmung drückte er ihrer Brust ein hell glänzendes Geschmeide auf, das mit kostbaren Edelsteinen in wunderbarer Farbenpracht strahlte; dadurch erneuerte er in ihr, was sie in geistlichen Übungen vernachlässigt hatte.
(Gertrud die Große von Helfta, Gesandter der göttlichen Liebe, 310)

Ekstase der hl. Gertrud, Pietro Liberi (1677/78)



Sonntag, 16. November 2025

Die Marter der Zehntausend (Albrecht Dürer)

 

Detail aus der Marter der Zehntausend v. Albrecht Dürer (1508), KHM 

12 Aber bevor das alles geschieht,
wird man Hand an euch legen und euch verfolgen.
Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern,
vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen.
13 Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
14 Nehmt euch also zu Herzen,
nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
15 denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben,
sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen
und nichts dagegen sagen können.
16 Sogar eure Eltern und Geschwister,
eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern
und manche von euch wird man töten.
17 Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden.
18 Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
19 Wenn ihr standhaft bleibt,
werdet ihr das Leben gewinnen.
(aus dem Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis, C)


Was vom Grab der hl. Margareta übrigblieb

 

Dunfermline Abbey

Gemeinsam mit ihrem Mann Malcolm III. gründete die hl. Margareta von Schottland die Abtei Dunfermline. Als sie 1093 starb, wurde nach ihrer Heiligsprechung im Jahre 1251 eine Kapelle östlich des ursprünglichen Altarraums der Dunfermline Abbey errichtet. Ihre Gebeine wurden in einem kostbaren Schrein aufbewahrt. Heute ist der Sockel, auf dem der Schrein mit den Gebeinen der Heiligen einst stand, leer. Schottische Reformatoren zerstörten den Schrein 1560.

 


In Reska bei Nádasd (Ungarn) geboren als Tochter des aus England verbannten Eduard Atheling und der ungarischen Prinzessin Agathe, kam sie an den Hof Eduards des Bekenners und heiratete um 1070 König Malcolm III. von Schottland. Mit Hilfe Lanfrancs setzte sie eine Reform des kirchlichen Lebens durch, gründete Klöster, beseitigte abweichende keltische Bräuche und war eine Wohltäterin der Armen. Gestorben am 16. November 1093 in Edinburgh.

Barmherziger Gott, du hast der heiligen Königin
Margareta von Schottland
eine große Liebe zu den Armen geschenkt.
Höre auf die Fürbitten dieser heiligen Frau
und hilf uns,
nach ihrem Beispiel so zu leben,
dass deine Güte in der Welt sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.




Samstag, 15. November 2025

Leopolds Beziehungen zur Kirche

Sebastianaltar mit Leopold III., Karl Borromäus und Rochus, Peterskirche

 
Heiliger Leopold, bitte für uns!
 

Leopold war wesentlich an der Beilegung des Investiturstreites beteiligt. Das Wormser Konkordat von 1122, ein Kompromiß, räumte sowohl dem Papst als auch dem König Rechte bei der Einsetzung von Bischöfen und höheren Geistlichen ein. Kirchengüter, die sich Leopolds Vater angeeignet hatte, gab er an die Klöster Göttweig, Kremsmünster, St. Nikola, St. Peter in Salzburg und an den Bischof von Passau zurück.
Melk, ein Eigenkloster der Babenberger, übergab er dem Hl. Stuhl. Er errichtete in Klosterneuburg ein Pilgerspital und gründete, was seine Bedeutung mehrt, die Klöster Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell. Seinen wohl begabtesten Sohn Otto ernannte er schon im Knabenalter zum zweiten Probst von Klosterneuburg und schickte ihn zum Studium nach Paris. Dort befand sich die bedeutendste theologische Schule der damaligen Zeit. Otto trat danach aber, entgegen den Absichten seines Vaters, in das Zisterzienserkloster von Morimond in Burgund ein. Leopold war auch hier seinem Sohn gegenüber tolerant, ließ ihn seinen eigenen Weg gehen und forderte keinen unterwerfenden Gehorsam.
Otto veranlaßte seinen Vater zur Stiftung des Zisterzienserklosters Heiligenkreuz, er wurde Bischof von Freising und einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber seiner Zeit.
Leopolds Sohn Konrad bekleidete das Amt des Bischofs von Passau und wurde danach Erzbischof von Salzburg. 
Leopold starb am 15. November 1136 kurz nach der Weihe der Klosterneuburger Stiftskirche. Ursache seines Todes war angeblich ein vorausgegangener Jagdunfall, wie ein Chronist im weit entfernten Peterskloster in Erfurt schrieb. Das ist die einzige Quelle, die uns über die angebliche Todesursache berichtet.
(Hommage für St. Leopold, 5f)

Heute gedenkt die Kirche auch des Heiligen Albertus Magnus

Peterskirche Wien

Glasfenster des hl. Leopold mit Kirchenmodell, Leopold als Friedensstifter

Kirchenportal der Stiftskirche Klosterneuburg

Glasfenster in der Mariahilfer Kirche/Haydnkirche

Alter Relquienschrein des hl. Leopold, Steinstatue, Predigt v. Nuntius Zurbriggen

Zur Einführung des kirchlichen Feiertages des hl. Leopold 1663


Donnerstag, 13. November 2025

Papst Nikolaus I. der Große

 

Papst Nikolaus I., der Große, St. Paul vor den Mauern, Rom

Nikolaus I., der Große, Papst. Nikolaus I. war Papst von 858 bis 867, er hatte zuvor schon drei Päpsten gedient. Sein neunjähriges Pontifikat war überschattet von Konflikten mit der Ostkirche. 

Nikolaus sah sich als Nachfolger von Petrus, als Herrscher, der die Rechte und Reinheit der Kirche zu verteidigen hatte. Gegenüber König Lothar II. von Lothringen beharrte er auf der Unauflöslichkeit der Ehe; dieser wollte die kinderlose Ehe mit Theutberga lösen und seine Geliebte Waldrada, die ihm ein Kind geboren hatte, heiraten. Nikolaus setzte die Erzbischöfe von Köln und Trier ab, als sie Lothar ihr Einverständnis gaben, und exkommunizierte sie. Der Konflikt eskalierte bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen.
Auch die Spannungen mit Konstantinopel wuchsen, als dort Photios unrechtmäßig auf den Patriarchenstuhl gelangt war. 858 war der rechtmäßige Patriarch Ignatius aufgrund starker Differenzen mit dem Kaiserhof zurückgetreten, woraufhin der Kaiser einfach den Laien Photios zum Patriarchen erhob. Nikolaus versagte dem Photios die Anerkennung, da die nachgeholte Weihe nicht rechtmässig erfolgt war. Photios wiederum rächte sich, indem er die Ablehnung des Filioque verschärfte und für 867 eine Synode in Konstantinopel zusammenrief, in der er den Papst zum Ketzer erklärte. Das photianische Schisma währte aber nur kurz, denn schon 870 wurde Photius durch das 6. Konzil von Konstantinopel abgesetzt. Nikolaus I. freilich war schon 867 gestorben. Mit Nikolaus setzt sich der Aufstieg des Papsttums zum „Protector imperii“ fort. Die Grabstätte des Papstes Nikolaus des Großen ist unbekannt.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche aus des heiligen Stanislaus Kostka.

Die Hilfe eines Engels bei der Flucht  

Reliquie des hl. Stanislaus in der Kostka Kapelle in Wien

Stanislaus auf der Flucht

Am Grab des hl. Stanislaus Kostka in Rom

Das Sterbezimmer des hl. Stanislaus Kostka in Rom

Die Stanislaus Kostka Kapelle in Wien

nochmal die Kapelle in Wien

Mittwoch, 12. November 2025

Martinus I., Papst

 Papst Martinus I., St. Paul vor den Mauern, Rom

 

Martin I., Papst. Martin wurde um 600 in Todi in Umbrien geboren, bis zu seiner Wahl als Papst war er päpstlicher Gesandter am kaiserlichen Hof in Konstantinopel. 649 wurde er zum Papst gewählt und ohne kaiserliche Bestätigung geweiht.
Seine Amtszeit war geprägt von hitzigen theologischen Streitigkeiten um das Problem des Monotheletismus, also die Frage, ob nur ein einziger Wille oder zwei Willen, nämlich ein göttlicher und menschlicher, in Jesus wirksam gewesen seien. Nachdem eine in Rom abgehaltene Lateransynode ein kaiserliches Dekret, das den Monotheletismus begünstigte, verurteilt hatte, schickte der Kaiser ein Verhaftungskommando nach Rom. Doch dessen Kommandant revoltierte gegen den Kaiser und erklärte sich selbst zum Beherrscher über Italien. Drei Jahre lang konnte so der Papst in seinem Schatten ungestört regieren. Nach dessen Tod wurde Martin jedoch 653 von einem neuerlichen Exekutionskommando gefangen genommen, 654 nach Konstantinopel gebracht, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt, dann begnadigt und in die Verbannung auf die Krim geschickt, wo er am 16. November 655 starb. Die Verehrung Martins I. ist vor allem in der Ostkirche verbreitet.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Josaphat Kunzewitsch.

Dienstag, 11. November 2025

Frieden und Gerechtigkeit durch Teilen und Solidarität

 

links Martin übernimmt als Soldat die Waffen, rechts: Mantelteilung bei Amiens, Tour, Saint Gatien,

BENEDIKT XVI.

ANGELUS

Petersplatz
Sonntag, 11. November 2007

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Kirche gedenkt heute, am 11. November, des hl. Martin, Bischof von Tours, eines der berühmtesten und am meisten verehrten Heiligen in Europa. Er wurde um 316 als Sohn heidnischer Eltern in Pannonien, im heutigen Ungarn, geboren und dann vom Vater für die Militärlaufbahn bestimmt.
Bereits als Jüngling begegnete Martin dem Christentum; nach Überwindung vieler Schwierigkeiten schrieb er sich als Katechumene ein, um sich auf die Taufe vorzubereiten. Er empfing das Sakrament im Alter von ungefähr zwanzig Jahren, mußte aber noch lange Zeit im Heer bleiben, wo er von seiner neuen Lebensweise Zeugnis ablegte: er war allen gegenüber respektvoll und entgegenkommend; er behandelte seinen Leibdiener wie einen Bruder und mied niedrige Vergnügungen. Nach seiner Verabschiedung aus dem Militärdienst begab er sich nach Poitiers in Frankreich zum heiligen Bischof Hilarius. Dieser weihte ihn zum Diakon und Priester; in der Folge wählte er das monastische Leben und gründete mit einigen Schülern in Ligugé das älteste bekannte Kloster in Europa. Nachdem ungefähr zehn Jahre später die Christen von Tours ohne Hirte geblieben waren, wählten sie ihn per Akklamation zu ihrem Bischof. Von da an widmete sich Martin mit brennendem Eifer der Evangelisierung der ländlichen Gegenden sowie der Ausbildung des Klerus.
Auch wenn ihm viele Wunder zugeschrieben werden, ist der hl. Martin vor allem für eine Tat der brüderlichen Nächstenliebe bekannt. Noch als junger Soldat begegnete er auf der Straße einem vor Kälte erstarrten und zitternden Armen. Da nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile und reichte dem Mann die eine Hälfte. In der Nacht erschien ihm im Traum Jesus, der lächelte und mit eben jenem Mantel bekleidet war.

Liebe Brüder und Schwestern, die Geste der Nächstenliebe des hl. Martin folgt derselben Logik, die Jesus dazu drängte, das Brot für die hungernde Menge zu vermehren, vor allem aber sich selbst der Menschheit in der Eucharistie als Speise zu hinterlassen, höchstes Zeichen der Liebe Gottes, »Sacramentum caritatis«. Es ist dies die Logik des Teilens, in der auf authentische Weise die Liebe zum Nächsten zum Ausdruck kommt. Der hl. Martin helfe uns zu verstehen, daß es nur durch gemeinsames Teilen möglich ist, auf die große Herausforderung unserer Zeit zu antworten: eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu errichten, in der ein jeder Mensch mit Würde leben kann. Dies kann geschehen, wenn ein weltweites Modell echter Solidarität vorherrscht, das in der Lage ist, allen Bewohnern des Planeten Nahrung, Wasser, notwendige medizinische Versorgung, aber auch Arbeit und Energieressourcen sowie kulturelle Güter, wissenschaftliches und technologisches Wissen sicherzustellen.

Wir wenden uns jetzt an die Jungfrau Maria, auf daß sie allen Christen helfe, wie der hl. Martin hochherzige Zeugen des Evangeliums der Liebe und unermüdliche Gestalter solidarischen Teilens zu sein.

 

rechts der Stifter, vermutlich der Benedikterabt von Cormery der sein Buntglasfenster in klein präsentiert

 

Kuppelfigur des Mönchsbischof Martin auf der Basilika Saint Martin in Tour 

Martin - die Geste der Nächstenliebe (Hochaltarfigurengruppe in Lassee)

In seinem Mund war nichts anderes als Christus (St. Martin - Bingen)

Wie Martin Bischof wurde

Im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte (Pachamama und Co)

Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin

Montag, 10. November 2025

Leo der Große - nicht die Bekehrung aufschieben

 

Papst Leo der Große, Normannenpalast, Palermo

Jeder Christ halte Gericht mit seinem Gewissen, damit er seine Bekehrung nicht von Tag zu Tag aufschiebe und die Zeit seiner Bußleistung nicht erst auf sein Lebensende festsetze. Bei der menschlichen Gebrechlichkeit und Unwissenheit ist es gefährlich, sich in solcher Verfassung auf den ungewissen Zeitraum weniger Stunden zu vertrösten und eine so knappe Zeit zu wählen, die weder für das Bekenntnis des Büßers noch für die Aussöhnung durch den Priester ausreichet.

Doch auch der Not solcher muß man in der Weise zuhilfekommen, daß man ihnen weder die Bußleistung noch die Kommunion verweigert, auch wenn sie nicht mehr sprechen, sondern nur noch durch Zeichen ihr Bewußtsein kundtum und darum nachsuchen können. Sind sie aber schon so geschwächt, daß sie das, was sie kurz vorher begehrten, nun im Beisein des Priesters nicht mehr ausdrücken können, so soll ihnen das Zeugnis der umgebenden Gläubigen dazu verhelfen, daß sie die Wohltat der Buße und Wiederaussöhnung erlangen.
Ist aber einer von denen, für die wir zum Herrn flehen, durch ein Hindernis um das Geschenk der Verzeihung auf dieser Welt gekommen, so kann er das, was er zu Lebzeiten nicht empfing, nach Entkleidung von der fleischlichen Hülle nicht mehr erlangen. Es ist unnötig, die Verdienste und Handlungen der so Verstorbenen zu untersuchen. Unser Herr und Gott, dessen Gerichte unbegreiflich sind, hat seiner Gerechtigkeit vorbehalten, was das priesterliche Amt nicht mehr erfüllen konnte.
Auf diese Weise will er, daß man seine Macht fürchte, damit dieser Schrecken allen nütze und jeder sich vor dem fürchte, was einige Laue und Lässige traf. Es ist also sehr nützlich und notwendig, daß die Sündenschuld vor dem letzten Tag durch das priesterliche Gebet getilgt werde.
(Brief von Leo dem Großen an Bischof Theodor, 3-5, in: Franz Jehle, Leo der Große, 35f)

Mosaik von Leo dem Großen in St. Paul vor den Mauern

Das Grabmal Leo des Großen 

Kurzbiographie von Leo dem Großen

Leo I., Umkehr und Vergebung (Vatikanische Museen) Leo tritt Attila entgegen



Petrus und Pauls vor Christus, Normannenpalast

Sonntag, 9. November 2025

Das erste Heilige Jahr im Lateran

 

Lateranbasilika

Papst Bonifatius VIII. verkündet das erste Heilige Jahr 1300


Dieses Fragment ist wahrscheinlich Teil einer großen Wanddekoration der antiken "Loggia delle Bededizioni" (Loggia der Segnungen). Papst Bonifatius VIII. ließ die Loggia hinter dem Konzilssaal des Lateranpalastes errichtet, die dann zerstört und von Domenico Fontana im Jahr 1586 an der nördlichen Stirnseite des Querhauses wieder aufgebaut wurde. 
Das erhalten gebliebene Freskenfragment stellt, gemäß einer von Maddalo (1983) angeführten, glaubwürdigen Hypothese, den Einzug von Papst Bonifatius VIII.  in den Lateran am 23. Januar 1295 dar.

Der Papst zeigt sich auf der Loggia des Laterans und steht dort neben seinem Vorgänger, d.h. Cölestin V. (dem Geistlichen mit der Tonsur auf der rechten Seite, der die Pergamentrolle abwickelt) und dem Kardinal Matteo Rosso Orsini (der dicken bärtigen Gestalt auf der linken Seite), dem damaligen Erzpriester des ehrwürdigen Kapitels des Petersdoms im Vatikan.
Der mächtige Orsini, ein erbitterter Rivale der Colonna, verzichtete zugunsten der legitimen Amtsübernahme von Seiten Benedetto Orsinis auf die päpstliche Tiara.

Eine andere Auslegung besagt, dass die Freske die von Papst Bonifatius VIII. durchgeführte feierliche Ausrufung des Heiligen Jahres 1300 darstellt.
(Riccardo Cattani, St. Johannes Lateran)

« Incarnationis mysterium » (Johannes Paul II.)

VERKÜNDIGUNGSBULLE
DES GROSSEN JUBILÄUMS
DES JAHRES 2000

Zur Wallfahrt gesellt sich das Zeichen der Heiligen Pforte, die zum ersten Mal während des Jubeljahres 1423 in der Basilika des heiligsten Erlösers im Lateran geöffnet wurde. Sie erinnert an den Übergang von der Sünde zur Gnade, den zu vollziehen jeder Christ aufgerufen ist. Jesus hat gesagt: »Ich bin die Tür« (Joh 10, 7), um anzuzeigen, daß niemand zum Vater Zugang hat, außer durch ihn.
Diese Selbstbestimmung Jesu bezeugt, daß er allein der vom Vater gesandte Erlöser ist. Es gibt nur einen Zugang, der den Eintritt in das Leben der Gemeinschaft mit Gott aufschließt: dieser Zugang ist Jesus, der einzige und absolute Heilsweg. Auf ihn allein läßt sich das Wort des Psalmisten in vollem Ausmaß anwenden: »Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein« (Ps 118, 20).

Der Hinweis auf die Tür erinnert an die Verantwortung jedes Gläubigen, deren Schwelle zu überschreiten. Durch jene Tür gehen, heißt bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, und den Glauben an ihn stärken, um das neue Leben zu leben, das er uns geschenkt hat. Es ist eine Entscheidung, welche die Freiheit der Wahl und zugleich den Mut zum Loslassen voraussetzt im Wissen darum, daß man das göttliche Leben gewinnt (vgl. Mt 13, 44–46). In diesem Geist wird der Papst als erster in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1999 durch die Heilige Pforte gehen. Während er ihre Schwelle überschreitet, wird er der Kirche und der Welt das Heilige Evangelium zeigen, die Quelle des Lebens und der Hoffnung für das bevorstehende dritte Jahrtausend. Durch die Heilige Pforte, die in symbolischer Hinsicht am Ende eines Jahrtausends größer ist,[13] wird uns Christus tiefer in die Kirche, seinen Leib und seine Braut, einführen. So verstehen wir, wie bedeutungsvoll der Hinweis des Apostels Petrus ist, wenn er schreibt, daß, vereint mit Christus, auch wir uns »als lebendige Steine zu einem geistigen Haus, zu einer heiligen Priesterschaft aufbauen lassen, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen« (1 Petr 2, 5).


rechtes Mittelschiff, zweiter Pfeiler,

Lateranbasilika und -palast

Samstag, 8. November 2025

Am Grab des sel. Johannes Duns Scotus

Minoritenkirche in Köln, Grabstätte von Adolf Kolping und Johannes Duns Scotus

Deckengemälde mit Franzisus und Duns Scotus in der Franziskanerkirche Dubrovnik

Glasfenster im Mansfield College, Oxford (Vita und B16 am 7. Juli 2010 über Duns Scotus)




Grab des sel. Duns Scotus


Johannes Paul II. hat am 20. März 1993 bestätigt, dass Duns Scotus selig ist:

Der um 1265 in Schottland geborene Johannes Duns Scotus wurde bald nach seinem frommen Tod, der sich am 8. November 1308 in Köln ereignete, selig genannt. In dieser Diözese, wie auch in den Diözesen von Edinburgh und Nola sowie im Rahmen des Seraphischen Ordens wurde ihm im Laufe der Jahrhunderte öffentlicher Kult erwiesen, den die Kirche am 6. Juli 1991 feierlich anerkannte (vgl. AAS 84 [1992] 396-399) und den sie heute bestätigt. An die erwähnten Teilkirchen, die heute Abend in der Vatikanischen Basilika mit ihren verdienten Hirten sowie der ganzen großen Franziskanerfamilie anwesend sind, richte ich meinen Gruß und alle lade ich dazu ein, den Namen des Herrn zu preisen, dessen Herrlichkeit in der Lehre und Heiligkeit des Lebens des seligen Johannes, Künder des fleischgewordenen Wortes und Verteidiger der Unbefleckten Empfängnis Mariens, erstrahlt.

4. In unserer Zeit, die zwar reich an gewaltigen menschlichen, technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten ist, in der viele aber den Sinn des Glaubens verloren haben und ein Leben fern von Christus und seinem Evangelium führen (vgl. Redemptoris missio, 33), zeigt sich der selige Duns Scotus nicht nur mit der Schärfe seines Verstandes und der außergewöhnlichen Fähigkeit, in das Geheimnis Gottes einzudringen, sondern auch mit der Überzeugungskraft seiner Heiligkeit des Lebens, die ihn für die Kirche und für die ganze Menschheit zu einem Meister des Denkens und Lebens macht.

Seine Lehre, von der aus, wie mein verehrter Vorgänger Paul VI. sagte, „wir klare Waffen ableiten, um die schwarze Wolke des Atheismus
, die unser Zeitalter trübt, zu bekämpfen und abzuwehren“ (Epist. Apost. Alma Parens : AAS 58 [1966] 612) baut die Kirche kraftvoll auf und unterstützt sie in ihrer dringenden Mission der Neuevangelisierung der Völker der Erde.

Insbesondere für die Theologen, Priester, Seelenhirten, Ordensleute und in besonderer Weise für die Franziskaner stellt der selige Duns Scotus ein Beispiel für die Treue zur offenbarten Wahrheit, der fruchtbaren priesterlichen Handlung, des ernsthaften Dialogs auf der Suche nach Einheit dar.
Johannes  Gerson sagte, 
dass er "nicht aus einem besonderen Eifer, zu streiten bewegt wurde, sondern aus der Demut, Eintracht zu suchen". (Lectiones duae “Poenitemini”, lect. alt., consid. 5: cit. in Epist. Apost. Alma Parens: AAS 58 [1966] 614).  

Mögen sein Geist und und die Erinnerung an ihn die Mühen und die Hoffnungen unserer Gesellschaft mit dem Christi erleuchten. (übersetzt mit Hilfe von KI)







Seliger Duns Scotus, bitte für uns!