Der heilige Bernhard von Clairvaux
zeigte während seines Aufenthalts in Wertheim auf seiner Pilgerreise
eines Tages nach einer Wildnis des Taubertals und sprach: „Auch dort
wird ein Kloster meines Ordens gegründet werden.“ Noch zu seinen
Lebzeiten ging diese Weissagung des berühmten Abtes in Erfüllung, weil
einige fränkische Edelleute beschlossen hatten, ein Zisterzienserkloster
zu stiften. Als sie hierfür im stillen Taubertal einen geeigneten Platz
suchten, erhoben sich plötzlich aus jener Gegend drei weiße Lerchen,
ihr Morgenlied zwitschernd. Die Stifter erblickten hierin einen
Fingerzeig Gottes und bauten an der so bezeichneten Stelle die Abtei
Bronnbach. In das Wappen derselben wurde eine der Lerchen aufgenommen.
Sie ruht auf den Händen des Jesuskindes, das auf dem Schoß seiner Mutter
sitzt.
(Quelle)
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| ehemalige Zisterziensterabteikirche Bronnbach Mariä Himmelfahrt |
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| links Judas Thaddäusaltar, rechts Bronnbacher Amplexus Bernhardsaltar |
Der Bronnbacher Amplexusaltar zeigt den heiligen Bernhard von Clairvaux, wie er kniend den gekreuzigten Christus anbetet. Bernhards Devotion findet Antwort in der Umarmung durch den Gekreuzigten. Christus hat seine Arme vom Querholz gelöst, beugt sich vom Kreuz herab und zieht den Betenden an sich. Bernhard nimmt die Geste auf, öffnet die Arme, um den Herrn zu empfangen.
Der Bronnbacher Altar ist ungewöhnlich: Christus und Bernhard umarmen sich tatsächlich körperlich, während bei anderen fränkischen Amplexus-Darstellungen Christus sich lediglich vom Kreuz herabbeugt.
Dom Menardus, einst Abt von Mores, Tochterkloster von Clairvaux, ein tiefgläubiger Mann, erzählte seinen Mitbrüdern eine wunderhafte Begebenheit gleichsam wie über einen anderen; wir aber glauben, dass sie ihm selbst widerfahren ist.
Er berichtete Folgendes: Ich kenne einen Mönch, der einmal den seligen Abt Bernhard in der Kirche allein betend fand. Während er hingestreckt vor dem Altar lag, erschien ihm dort ein Kreuz mit seinem Gekreuzigten (crux cum suo crucifixo), das vor ihm über dem Boden aufgerichtet war, welches der hochselige Mann mit größter Andacht anbetete und küsste.
Da löste die Herrlichkeit selbst (ipsa maiestas) ihre Arme von den Enden des Kreuzes und schien den Knecht Gottes zu umarmen und an sich zu ziehen (videbatur Dei famulum amplecti atque astringere sibi).
Erst schaute der Mönch eine Weile zu, starr vor großem Staunen und wie außer sich. Er fürchtete aber,
den heiligen Vater zu verletzten, wenn er ihn wie einen Beobachter seiner Geheimnisse in nächster Nähe lauern sähe. So zog er sich schweigend zurück, denn er erkannte und verspürte von diesem Heiligen, dass sein ganzes Beten und Leben wahrhaft über dem Menschen stehe.
Vision Bernhards in: Conrad von Eberbach, Gründungsgeschichte des Zisterzienserordens, zit. Geist und Leben 81/2 (2008), 140.
ist Dein Leiden,
das die Leiden von uns allen
abgewehrt hat,
das sich allen unseren Schlechtigkeiten
gnädig zeigte
und gegen keine Seuche,
die uns jemals befallen könnte,
unwirksam erscheint.
Was ist denn so des Todes würdig,
dass es nicht durch Deinen Tod
getilgt würde?
Traugott Ohse, Voll Güte bist du, Herr, Beten mit Bernhard von Clairvaux
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| Blick vom Kreuzgang auf die Klosterkirche |
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| Orangerie |
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