Donnerstag, 13. August 2026

Hippolyt, Diözesanpatron von St. Pölten

 

Hippolyt bei der Dreifaltigkeitssäule in St. Pölten
 

Hippolyt war Presbyter und gelehrtester Theologe der römischen Kirche. Die Wahl seines Gegners Kallistus führte 217 zum Schisma, indem ein Teil der Gemeinde Hippolyt als Bischof aufstellte. Unter Pontianus, einem gebürtigen Römer (230–235), dauerte die Spaltung noch fort, bis beide Gegner in der vom Kaiser verhängten Verbannung nach Sardinien den Entbehrungen erlagen. Sie wurden, vermutlich ausgesöhnt, beide an einem 13. August in Rom beigesetzt, Pontianus in der Kallistuskatakombe, Hippolyt in dem nach ihm benannten Cömeterium an der Via Tiburtina. Zu Hippolyts Schriften gehört die „Apostolische Überlieferung“ mit dem berühmten Hochgebet, aus dem Teile im jetzigen Hochgebet II verwertet sind. 

Herr, unser Gott,wir gedenken der heiligen Märtyrer
Pontianus und Hippolyt
und ehren ihr ruhmvolles Sterben für Christus.
Das Beispiel ihrer Treue
mehre in uns die Liebe zu dir und stärke unseren Glauben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Marko d´Aviano, des Retters Wiens.

Dreifaltigkeitssäule und Franziskanerkirche St. Pölten

Hl. Hippolyt & St. Pölten.

(Quelle

Der Weg, den Hippolytus nach St. Pölten genommen hat, ist nicht recht klar. Abt Fulrad von St. Denis brachte jedenfalls im achten Jahrhundert Reliquien des Heiligen Hippolyt nach Frankreich. Einen Teil davon gab er auf seinen Erbbesitz in Fulradsweiler im Elsaß. Der Ort bekam den Namen St. Pilt oder französisch St. Hippolyte. Fulrad stand seinerseits mit den Brüdern Adalbert und Ottokar (Autkar) in Verbindung, die der Sage nach auch Gründer von St. Pölten sind.

Adalbert wurde erster Abt von Tegernsee. Dort sind ebenso wie in Salzburg Hippolyt-Reliquien nachgewiesen. Eine wohlbegründete Tradition berichtet, dass von Tegernsee aus das Kloster St. Pölten gegründet wurde. Vermutlich hat sich das Kloster Tegernsee, das eines der wohlhabendsten in Bayern war, 791 am Awarenfeldzug Karls des Großen beteiligt und bekam vom späteren Kaiser Güter im neu eroberten Land zugesprochen. Auf einem solchen Besitz in der ehemaligen Römerstadt Aelium Cetium errichtete es ein Kloster und stattete es mit Hippolyt-Reliquien aus.

Der Ort, der zunächst nach dem Fluss Traisma benannt war, bekam schließlich den Namen St. Pölten. Es ist anzunehmen, dass das Kloster in St. Pölten um 800 errichtet wurde und in Abhängigkeit von Tegernsee stand. Im Spätmittelalter wurde an der Volksseite des Lettners ein Marienaltar errichtet. Nach der Beseitigung des Lettners rückte der Marienaltar als Hauptaltar in das Presbyterium an die Stelle des Hippolytsaltars. Hippolyt bekam nur mehr einen Seitenaltar zugewiesen und die Stifts- bzw. Domkirche ist seither Maria Himmelfahrt geweiht. Bei der Errichtung der Diözese St. Pölten 1785 wurde aber der Heilige Hippolyt zum Diözesanpatron erwählt.

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