Donnerstag, 1. Januar 2026

Mutter Gottes

 

Maria mit Kind, Marienkirche, Krakau

Das Dogma der göttlichen Mutterschaft

Die Erklärung der Wahrheit des Glaubens, die Maria als Mutter Gottes festlegt, geht auf das Konzil von Ephesus im Jahr 431 zurück, das, indem es die doppelte menschliche und göttliche Natur Christi bekräftigte, auch festlegte, dass Maria Mutter Christi und damit Mutter Gottes ist. Zur Zeit des Konzils war jedoch, angesichts des historischen Kontextes der vielen Häresien, die sich gerade um die Natur Christi drehten, wahrscheinlich mehr Interesse daran, ein christologisches Dogma zu definieren als ein marianisches. Daraus lässt sich folgern, dass alle Wahrheiten zu Ehren Marias weder autonom noch unabhängig sind, sondern vollständig von Christus abhängen: seinem Sohn. Schließlich ist Marias Mutterschaft ein Geschenk, eine Gnade, die Gott ihr gewährt, indem er sie „voll der Gnade“ macht.

Die Ursprünge des Festes

„Das Fest der Heiligen Maria“ begann im 6. Jahrhundert in Rom gefeiert zu werden, wahrscheinlich gleichzeitig mit der ersten Widmung einer Kirche der Jungfrau: Santa Maria Antiqua im Forum Romanum. Es wurde am 1. Januar gefeiert, als achter Tag nach Weihnachten, bis zum Jahr 931, als Papst Pius XI. im Zuge des fünften Jahrestages des Konzils von Ephesus das Gedächtnis auf den 11. Oktober verlegte, genau an den Tag, an dem das Konzil stattfand. Mit der liturgischen Reform von 1969 wurde das Fest wieder am 1. Januar gefeiert. Im Ambrosianischen Ritus wird der Gedenktag am letzten Sonntag im Advent gefeiert; in den syrischen und byzantinischen Riten wird er am 26. Dezember begangen; im koptischen Ritus hingegen am 16. Januar. Seit 1967 wird schließlich, auf Wunsch von Papst Paul VI., an diesem Festtag und im Namen Marias auch der Weltfriedenstag gefeiert, als höchstes Geschenk Gottes an den Menschen, nämlich das Heil.

vaticannews 

Namensgebung und Beschneidung

 

Beschneidung des Herrn

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 2

In jener Zeit
16 eilten die Hirten nach Betlehem
und fanden Maria und Josef
und das Kind, das in der Krippe lag.
17 Als sie es sahen,
erzählten sie von dem Wort,
das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
18 Und alle, die es hörten,
staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.
19 Maria aber
bewahrte alle diese Worte
und erwog sie in ihrem Herzen.
20 Die Hirten kehrten zurück,
rühmten Gott
und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten,
so wie es ihnen gesagt worden war.
21 Als acht Tage vorüber waren
und das Kind beschnitten werden sollte,
gab man ihm den Namen Jesus,
den der Engel genannt hatte,
bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.
(Evangelium vom Hochfest der Gottesmutter Maria)


Hochaltar der Jesuitenkirche der Beschneidung unseres Herrn, Valletta, Malta


Der Evangelienabschnitt endet mit einer kurzen Erwähnung der Beschneidung Jesu. Nach dem mosaischen Gesetz mußte ein Knabe am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten werden, und in diesem Moment wurde ihm der Name gegeben.
Gott selber hatte durch seinen Boten zu Maria – und auch zu Joseph – gesagt, daß der Name für den Knaben » Jesus « sei (vgl. Mt 1,21; Lk 1,31); und so geschah es. Jener Name, den Gott schon bestimmt hatte, noch bevor der Knabe empfangen wurde, wird ihm jetzt im Moment der Beschneidung offiziell gegeben.
Und das kennzeichnet ein für allemal auch die Identität Marias: Sie ist » die Mutter Jesu «, das heißt die Mutter des Retters, des Christus, des Herrn. Jesus ist nicht ein Mensch wie jeder andere, sondern er ist das Wort Gottes, eine der göttlichen Personen, der Sohn Gottes: Darum hat die Kirche Maria den Titel Theotokos, » Mutter Gottes « verliehen.
(Benedikt XVI., 1.1.2013)

Schrift über dem Jesuskind:
Vor dem Namen Jesu soll sich jedes Knie beugen