Lebensdaten: geboren am 9. Dezember 1569 in Lima, gestorben am 3. November 1639 ebendort
Lebensgeschichte:
Martín und seine Schwester Juana waren die unehelichen Kinder des
spanischen Ordensritters Juan de Porres und der freigelassenen schwarzen
Sklavin Ana Velázquez. Er wuchs im christlichen Glauben der Mutter auf
und wurde vom Vater aus der Ferne unterstützt, hatte es als Mulatte aber
besonders schwer. Mit 15 Jahren – er war inzwischen Bader und Barbier
sowie ein heilkundiger Kräutersammler – wurde er als Terziar ins
Dominikanerkloster von Lima aufgenommen, wo er neun Jahre lang die Gänge
kehrte, Toiletten putzte, Essen kochte, die Wäsche wusch und die Brüder
rasierte. 1603 trat er als Bruder dem Orden bei und legte drei Jahre
später gegen den Willen des Vaters seine Gelübde ab.
Martins
sprichwörtliche Demut äußerte sich bald in dem Anerbieten, sich als
Sklave zu verkaufen, um dem in Nöte geratenen Kloster auszuhelfen, was
der betroffene Prior natürlich ablehnte. Er unterrichtete Farbige,
Indios und mittellose Bauern auf der Straße und gründete mit Hilfe
reicher Städter – es heißt, der Vizekönig von Peru habe ihm bei jeder
Begegnung hundert Pesos zugesteckt – das Hospiz und die Schule von Santa
Cruz, um Arbeitslosen, Waisenkindern und Bettlern eine neue Chance zu
geben. Martin selber lebte äußerst sparsam, verwendete alles Geld für
seine Schützlinge und schlief selten mehr als drei Stunden.
Er
verfügte über eine charismatische Persönlichkeit, weswegen ihn Menschen
aller Stände aufsuchten, um seinen Rat oder seine Hilfe in geistlichen,
weltlichen oder medizinischen Anliegen zu erfahren. Und niemals soll er
eine Bitte abgeschlagen haben, die er erfüllen konnte. Er galt nicht nur
als Heiliger, sondern als Wunderheiler, dem selbst die Dinge der Natur
gehorchten: Eine der berühmtesten Anekdoten über Martin erzählt, wie auf
seinen Befehl ein Hund, eine Katze und eine Ratte in schönster
Eintracht aus demselben Napf fraßen.
Einen Monat vor seinem 70.
Geburtstag wurde er plötzlich krank; viele hochgestellte
Persönlichkeiten eilten noch an sein Bett, um ihm die Hand zu küssen,
und nachdem er gestorben war, wurde er rasch bestattet, weil der
Menschenandrang nicht abnehmen wollte. Er ruht neben Rosa von Lima und Johannes Macias in der Basilika des Dominikanerkonvents von Lima.
Verehrung:
Bereits 1660 eröffnete der Erzbischof von Lima ein
Seligsprechungsverfahren, das jedoch am Widerstand der Kolonialherren
scheiterte, denen die Verehrung des Mulatten schon genug verbreitet war.
Erst 1837 wurde er seliggesprochen. Seine Heiligsprechung nahm 1962
Papst Johannes XXIII. vor, der Martin sehr verehrte.
Darstellung: als Mulatte im Dominikanerhabit, bei der Krankenpflege, mit Rosenkranz, Besen und Kreuz
Patron: der Laienbrüder, Barbiere, Krankenpfleger, der sozialen Gerechtigkeit, der Haustiere; Helfer bei Mäuse- oder Rattenplage
(bistumaugsburg)