Mittwoch, 15. November 2023

Auf die Fürsprache des hl. Leopold schenke, Herr, Frieden

 

Hartmann und Leopold, Kirchenportal, Stift Klosterneuburg

Guter Gott,

du hast unserem Land einst

den heiligen Markgrafen Leopold

zum Fürsten gegeben

und ihm für die Ausübung seines Amtes

die Gaben deines Geistes geschenkt.

 

Vertrauend auf seine Fürsprache,

bitten wir dich für unser Vaterland:

 

Gib allen,

die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen,

Weisheit und Tatkraft.

 

Verleihe allen Bürgern die rechte Gesinnung,

damit Eintracht und Gerechtigkeit

in unserem Land herrschen,

und erfülle die Kirche mit dem Geist deiner Liebe,

damit sie - wie der heilige Leopold -

den Menschen den Frieden bringe,

den Christus geschenkt hat,

der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.“

vgl. Gebetsbildchen: Der hl. Leopold findet den Schleier (Ausschnitt). Meister der Donauschule (Tempora auf Fichtenholz, um 1520), Stiftsmuseum Klosterneuburg


Stift Klosterneuburg

Sonntag, 12. November 2023

Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!

 

Jungfrauenportal in der Paradiesvorhalle, Magdeburger Dom

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 25

In jener Zeit
erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
1 Mit dem Himmelreich
wird es sein wie mit zehn Jungfrauen,
die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
2 Fünf von ihnen waren töricht
und fünf waren klug.
3 Die törichten nahmen ihre Lampen mit,
aber kein Öl,
4 die klugen aber nahmen mit ihren Lampen
noch Öl in Krügen mit.
5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam,
wurden sie alle müde und schliefen ein.
6 Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf:
Siehe, der Bräutigam!
Geht ihm entgegen!
7 Da standen die Jungfrauen alle auf
und machten ihre Lampen zurecht.
8 Die törichten aber sagten zu den klugen:
Gebt uns von eurem Öl,
sonst gehen unsere Lampen aus!
9 Die klugen erwiderten ihnen:
Dann reicht es nicht für uns und für euch;
geht lieber zu den Händlern
und kauft es euch!
10 Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen,
kam der Bräutigam.
Die Jungfrauen, die bereit waren,
gingen mit ihm in den Hochzeitssaal
und die Tür wurde zugeschlossen.
11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen
und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
12 Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch:
Ich kenne euch nicht.
13 Seid also wachsam!
Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.





 

Am nördlichen Querhaus des Magdeburger Domes  befindet sich die sogenannte Paradiesvorhalle mit dem Jungfrauenportal. Die Figuren der Klugen und Törichten Jungfrauen stammen aus der Zeit um 1240/50 und gelten als Meisterwerke der mittelalterlichen Bildhauerkunst.

Die Skulpturen bestehen aus Sandstein und sind etwa 120-130 cm groß. Sie waren ursprünglich nicht für diesen Standort vorgesehen, denn sie sind vollplastisch ausgearbeit. Vielleicht wurden sie als Säulenfiguren für ein großes Gewändeportal geschaffen oder sollten als wandverbundene Freifiguren am Lettner stehen. Weder der ursprüngliche Aufstellungsort, noch wer ihr Meister war, sind bekannt.

Die Geschichte um die Klugen und die Törichten Jungfrauen gehört in den Themenkreis des Weltgerichts. Doch hier in Magdeburg wird das Geschehen um Erlösung und Verdammnis in einer eigenständigen Darstellung erstmalig und ungeheuer dramatisch vor Augen geführt.

Der geniale Bildhauer bringt bei seinen schlanken Mädchenfiguren die elementaren Gefühle der Freude und des Schmerzes in so hoher Expressivität zum Ausdruck, dass sich der mittelalterliche Betrachter mit seinen eigenen Ängsten vor dem Weltgericht unmittelbar konfrontiert sah.
(Quelle)

Magdeburger Dom

Dienstag, 7. November 2023

Willibrord wird Bischof

 1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

3. Anfang der Missionstätigkeit

4. Verkündigung und Kirchengründung

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach


Bischofsweihe von Willibrord, Jean Barillet

 

Reise nach Rom

Engel bereitet Papst Sergius I. auf das Kommen Willibrords vor

Heiliger Willibrord, bitte für uns!

Bischofsweihe


Samstag, 4. November 2023

Karl Borromäus in der Pestzeit 1576 hätte sich die Kirche in der Coronazeit als Vorbild nehmen können

Hochaltarbild in SS. Ambrogio e Carlo, Rom


 


(aus. Hedwig Bach, Karl Borromäus, 109)

Karl Borromäus mit Kapuzinern bei den Kranken, SS.Ambrogio e Carlo

Freitag, 3. November 2023

Hund, Katze und Ratte einträchtig beisammen

 

Martin von Porres, Dominikanerkirche, Prag

Ordensmann
Namensdeutung: Kleiner Mars (lat.)
Namenstage: Martin, Martinus, Marten, Marty, Merten, Morten, weibl.: Martina, Martine, Tina, Tine
Gedenktag: 3. November

Lebensdaten: geboren am 9. Dezember 1569 in Lima, gestorben am 3. November 1639 ebendort

Lebensgeschichte: Martín und seine Schwester Juana waren die unehelichen Kinder des spanischen Ordensritters Juan de Porres und der freigelassenen schwarzen Sklavin Ana Velázquez. Er wuchs im christlichen Glauben der Mutter auf und wurde vom Vater aus der Ferne unterstützt, hatte es als Mulatte aber besonders schwer. Mit 15 Jahren – er war inzwischen Bader und Barbier sowie ein heilkundiger Kräutersammler – wurde er als Terziar ins Dominikanerkloster von Lima aufgenommen, wo er neun Jahre lang die Gänge kehrte, Toiletten putzte, Essen kochte, die Wäsche wusch und die Brüder rasierte. 1603 trat er als Bruder dem Orden bei und legte drei Jahre später gegen den Willen des Vaters seine Gelübde ab.

Martins sprichwörtliche Demut äußerte sich bald in dem Anerbieten, sich als Sklave zu verkaufen, um dem in Nöte geratenen Kloster auszuhelfen, was der betroffene Prior natürlich ablehnte. Er unterrichtete Farbige, Indios und mittellose Bauern auf der Straße und gründete mit Hilfe reicher Städter – es heißt, der Vizekönig von Peru habe ihm bei jeder Begegnung hundert Pesos zugesteckt – das Hospiz und die Schule von Santa Cruz, um Arbeitslosen, Waisenkindern und Bettlern eine neue Chance zu geben. Martin selber lebte äußerst sparsam, verwendete alles Geld für seine Schützlinge und schlief selten mehr als drei Stunden.

Er verfügte über eine charismatische Persönlichkeit, weswegen ihn Menschen aller Stände aufsuchten, um seinen Rat oder seine Hilfe in geistlichen, weltlichen oder medizinischen Anliegen zu erfahren. Und niemals soll er eine Bitte abgeschlagen haben, die er erfüllen konnte. Er galt nicht nur als Heiliger, sondern als Wunderheiler, dem selbst die Dinge der Natur gehorchten: Eine der berühmtesten Anekdoten über Martin erzählt, wie auf seinen Befehl ein Hund, eine Katze und eine Ratte in schönster Eintracht aus demselben Napf fraßen.

Einen Monat vor seinem 70. Geburtstag wurde er plötzlich krank; viele hochgestellte Persönlichkeiten eilten noch an sein Bett, um ihm die Hand zu küssen, und nachdem er gestorben war, wurde er rasch bestattet, weil der Menschenandrang nicht abnehmen wollte. Er ruht neben Rosa von Lima und Johannes Macias in der Basilika des Dominikanerkonvents von Lima.

Verehrung: Bereits 1660 eröffnete der Erzbischof von Lima ein Seligsprechungsverfahren, das jedoch am Widerstand der Kolonialherren scheiterte, denen die Verehrung des Mulatten schon genug verbreitet war. Erst 1837 wurde er seliggesprochen. Seine Heiligsprechung nahm 1962 Papst Johannes XXIII. vor, der Martin sehr verehrte.

Darstellung: als Mulatte im Dominikanerhabit, bei der Krankenpflege, mit Rosenkranz, Besen und Kreuz

Patron: der Laienbrüder, Barbiere, Krankenpfleger, der sozialen Gerechtigkeit, der Haustiere; Helfer bei Mäuse- oder Rattenplage
(bistumaugsburg)

Donnerstag, 2. November 2023

Der Segen für Verstorbene

 

Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen

Die Gnade seines Segens schenke euch der Gott allen Trostes,
der uns aus Liebe erschaffen
und uns in Christus die Hoffnung auf die selige Auferstehung
geschenkt hat.
Amen.

Den Lebenden gewähre er die Verzeihung der Sünden,
die Verstorbenen führe er in sein Licht und seinen Frieden.
Amen.

Der Lebenden und der Toten
erbarme sich Christus, des Vaters Sohn,
der wahrhaft aus dem Grabe erstanden ist.
Amen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist.
Amen.

Allerseelen - Gib ihnen die ewige Ruhe!

Gib ihnen die ewige Ruhe, Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen
Tympanon des Eingangs der Fegefeuerkirche Roms
 

Das Andenken an die Verstorbenen, das es in allen Religionen gibt, wird im christlichen Bekenntnis durch die Hoffnung auf die Auferstehung überstrahlt, die sich in der Fürbitte der Lebenden für die Verstorbenen äußert.

Seit jeher gedachten die Christen im Gebet der Seelen der Verstorbenen; seit dem 2. Jahrhundert sind ausformulierte christliche Gebete für die Toten bekannt. Im 7. Jahrhundert feierte Isidor von Sevilla mit seinen Mönchen am Tage nach dem Pfingstfest die Eucharistie für die Seelen der Verstorbenen, andere
Klöster nahmen diesen Brauch auf. Schließlich führte der hl. Abt Odilo von Cluny um 1030 den Allerseelentag am 2. November ein.
Das Messopfer und die Gebete bewirken kraft ihres deprekativen Charakters die Reinigung der Seelen, die in lässlicher Sünde gestorben sind und nach dem Tod keine Möglichkeit mehr haben, selbst an ihrem vollkommenen Heil mitzuarbeiten, da sie ihres abgestorbenen Leibes beraubt sind.
Diese Verstorbenen werden aufgrund ihres Leidens über den Mangel an Gottesgemeinschaft und aufgrund ihrer eingeschränkten Freiheit, zu ihrem Heil beizutragen mit Recht „arme Seelen“ genannt.

In der Oktav nach Allerseelen können die Gläubigen täglich einen vollkommenen Ablass für die
armen Seelen gewinnen, wenn sie einen Friedhof besuchen und die üblichen Bedingungen
erfüllen.