Donnerstag, 30. Juli 2026

Petrus Chrysologus - Geh beim Samenkorn in die Schule

Altarbild des Todes von Bischof Petrus Chrysologus in der Kathedrale von Ravenna

Am Grab des hl. Petrus Chrysologus in Imola 

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Leopold Mandic

Leopold Mandic Denkmal vor dem Kapuzinerkloster in Padua als Beichtvater 

Glasfenster im Kapuzinerkloster in Padua, Relief des hl. Leopold

Leopold Mandic, Apostel der Barmherzigkeit

Leopold Mandic unter den kroatischen Heiligen im Krka Nationalpark

Leopold als Apostel der Barmherzigkeit 2

Am Grab des hl. Leopold Mandic in Padua

 

und der hl. Erentrudis von Salzburg.

Kathedrale des hl. Cassian von Imola 

Abgang zum Grab des hl. Petrus Chrysologus und des hl. Cassian von Imola

Geboren in Forum Cornelii bei Ímola um 380, wurde er Kleriker und vor 431 Bischof von Ravenna, das unter ihm als Residenzstadt zur kirchlichen Metropole aufrückte. Er verlangte von Eutyches, der sich an ihn wandte, die Unterordnung unter den römischen Bischof. Seine gedankentiefen und originellen Predigten erweisen ihn als einen bedeutenden Redner und Schriftsteller, was den Beinamen „Goldredner“, den er wohl als Gegenstück zum hl. Johannes Chrysostomus erhielt, rechtfertigt. Gestorben am 31. Juli 450 in Forum Cornelii, das Grab wird in Ímola verehrt.

Erhabener Gott, du hast den Bischof Petrus Chrysologus
zu einem begnadeten Verkünder deines ewigen Wortes gemacht,
das unsere Menschennatur angenommen hat.
Gewähre uns auf seine Fürsprache,
dass wir die Geheimnisse der Erlösung
allezeit im Herzen erwägen
und in unseren Werken davon Zeugnis geben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Heiliger Petrus Chrysologus, bitte für uns

 

Es hat nicht nur vergebens geglaubt, sondern auch vergebens gelebt, wer sich nur dafür geboren glaubt, daß er untergehe.
Mensch, was geht dir auf, das nicht auch wieder untergeht?
Und was erhebt sich nicht für dich, das dir untergegangen ist?

Der Tag steigt am Morgen auf, und wird am Abend in die Nacht begraben, und am Morgen erhebt er sich wieder.
Die Sonne wird täglich neu geboren, täglich stirbt sie und täglich ersteht sie wieder.
Die Zeiten gehen unter, indem sie vorüberziehen, und leben wieder auf, indem sie wiederkehren.

Wenn du, Mensch, Gott nicht glauben, dem Gesetz nicht zustimmen, dieser Botschaft nicht trauen willst, dann glaube doch deinen Augen, pflichte doch den Elementen bei, die dir ständig die Auferstehung predigen!
Gewiß, wenn auch dies alles, was vor dir liegt, weit unter dir steht, und doch durch deine Tat vom Tode gleichsam auferweckt wird, so soll dich das alles lehren, daß auch du durch das Werk Gottes auferweckt werden kannst. Geh beim Samenkorn in die Schule, wie der Apostel dich lehrt! (1 Kor 15,36f.)

Betrachte das Weizenkorn, das ohne Empfindung, ohne Bewegung ganz vertrocknet ist: ziehe eine Furche, grabe die Erde auf, bilde eine Grube, begrabe darin das Weizenkorn und dann sieh, wie es im Tode untergeht, wie es durch die Feuchtigkeit anschwillt, wie es in Fäulnis übergeht. Ist es nun so weit gekommen, daß Verzweiflung und Unglauben es dir als Verwesung einzureden versuchen, dann lebt es plötzlich im Keim wieder auf, wächst im Kraut heran, erstarkt im Halm, reift in der Frucht und erhebt sich zu jener vollen Schönheit und Gestalt, die du schon als untergegangen beklagtest.
So will das Weizenkorn dich, Mensch, nicht so sehr zum Essen als zur Erkenntnis führen, nicht so sehr zur Arbeit dich anhalten als zum Glauben.

(Petrus Chrysologus, Vorträge über die Paulusbriefe 51, in: Texte der Kirchenväter 4, 491f) 

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