Dienstag, 11. Dezember 2018

Wilburgis / Wilbirg / Wilberg

die Klause von Wilbirg? ein Abreißkalender? ....




Um das Jahr 1230 wird in St. Florian Wilbirg geboren. Geplante Eheschließungen kamen nicht zustande. In ihr wuchs die Neigung zu intensivem religiösem Leben.
Im Alter von ca. 16 Jahren machte sie sich mit ihrer Freundin Mathilde auf den Weg nach Santiago de Compostela, Spanien. Zu Fuß machten sie hin und zurück diese Wallfahrt, die heute wieder weltweit bekannt geworden ist.
Obwohl im Mittelalter in St. Florian auch ein Frauenkloster war, entschloss sich Wilbirg für das Dasein als Klausnerin.
Am Fest Christi Himmelfahrt 1248 wurde sie unter großer und freudiger Anteilnahme der Bevölkerung in ihre Klause an der Klosterkirche geleitet. Sie sollte die bedeutendste Klausnerin ihrer Zeit werden. Agnes von Böhmen hätte sie gerne als Äbtissin in Prag gehabt, neben anderen ehrenhaften Berufungen. Wilbirg aber blieb hier in St. Florian und vertiefte sich in die Heilige Schrift und das Gebet. Äbte, Bischöfe und weltliche Verantwortungsträger aus der engeren und weiteren Umgebung kamen, um sich bei der Mystikerin Rat zu holen.
Eng verbunden aber war sie den Chorherren von St. Florian. In den großen Schwierigkeiten beim Wiederaufbau der Kirche nach dem Brand von 1235 war sie es, welche die Chorherren immer wieder ermutigte, die Wiedererrichtung des Gotteshauses nicht aufzugeben. Sie verhieß dem Kloster eine glückliche Zukunft.


Die Kirchweihe 1291 konnte sie nicht mehr erleben. Denn am 11. Dezember 1289 — nach 41 Jahren Klause — starb Wilbirg im großen Ruf der Heiligkeit. Sie ist in der Krypta der Stiftskirche beigesetzt.

 



Stiftskirche St. Florian

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Papstes Damasus I.

Montag, 10. Dezember 2018

Catervus und Septimia

Kapelle des hl. Catervus, Marmorsarg um 400, Kathedrale S. Catervo, Tolentino

Flavius Julius Catervus, seine Frau Septimia Severina und deren Sohn Bassus starben  als frühchristliche Märtyrer in Tolentino. Catervus war Präfekt der Prätorianergarde. Er starb nach 16-jähriger Ehe im Alter von 56 Jahren an einem 17. Oktober. Das Ehepaar ist mit seinem Sohn Bassus, der mit 18 Jahren starb, in einem Marmorsarg aus dem 4. Jh. begraben.

hll. Märtyrer Catervo, Septimia und Bassus, Kathedrale von Tolentino, S. Catervo

Sonntag, 9. Dezember 2018

Syrus von Pavia

Glasschrein des hl. Syrus, Kathedrale von Pavia


Syrus von Pavia war der erste Bischof der Stadt Pavia in Oberitalien, der in der Mitte des 4. Jh. in Pavia gewirkt hat. Seine Gebeine ruhen seit dem 9. Jahrhundert in einem Glasschrein in der östlichen Seitenkapelle der Kathedrale von Pavia.
Aus dem Spätmittelalter stammt die Überlieferung, dass es sich bei Syrus um den Knaben handelt, der Jesus bei der Speisung der 5000 die fünf Brote und die zwei Fische gegeben hat. (Joh 6,9). Demnach kam er im 1. Jahrhunder nach Pavia und wurde dort der erste Bischof.




Der Knabe Syrus bringt Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, Relief am Altar des hl. Syrus, Dom von Pavia


Relief der Brotvermehrung, Dom von Pavia


Samstag, 8. Dezember 2018

Katharina Laboure in Paris 1830

O Maria, ohne Sünde empfangen,

bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.

Unbefleckte Empfängnis, Peterskirche, Wien

O Jungfrau rein und makellos



O Jungfrau, rein und makellos,
o Mutter, die uns Gott gebar,
du bist des Himmels offnes Tor,
der Engel Freude, unser Ruhm.

Dich hat vor allem Anbeginn
des Vaters Liebe auserwählt,
dass du, vor jeder Schuld bewahrt,
der Welt den neuen Adam schenkst.

Noch ehe unser Retter kam,
ward dir in Fülle schon zuteil,
was er in Tod und Auferstehn
erwirkte der verlornen Welt.

Du reine Jungfrau, sei gegrüßt,
in der wir unsre Hoffnung schaun:
Du stehst als großes Zeichen da,
der neuen Schöpfung klares Bild.

Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,
der uns befreit vom Joch der Schuld,
dem Vater und dem Geiste Lob
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
(Hymnus zum Hochfest)


Aufnahme der Jungfrau, Peter Paul Rubens, Musee d´arts, Brüssel

Freitag, 7. Dezember 2018

Ambrosius - trinke Christus

Ambrosius, Westminster Cathedral

Mosaik des hl. Ambrosius, Kirchenlehrer und Bischof von Mailand, in der Westminster Cathedral.
Entworfen wurde das Mosaik von Ivor Davies, der Mosaikkünstler Tessa Hunkin schuf und installierte es. Inspiriert wurde dieses Bild vom Mosaik des hl. Ambrosius in seiner Basilika Sant`Ambrogio in Mailand aus dem 5. Jahrhundert.

Am Grab des hl. Ambrosius in Mailand

Trinke Christus, denn er ist der Weinstock;
trinke Christus, denn er ist der Fels, der Wasser ergießt;
trinke Christus, denn er ist ist der Quell des Lebens;
trinke Christus, denn er ist der Fluß, dessen Strom die Gottesstadt erfreut;
trinke Christus, denn er ist der Friede;
trinke Christus, denn aus seiner Seite strömen Flüsse lebendigen Wassers;
trinke Christus, damit du das Blut Christi trinkst, durch das du erlöst bist;
trinke Christus, damit du seine Reden trinkst - seine Reden sind das Alte und Neue Testament.
(Ambrosius, in psalm. 1,33, in: E. Dassmann, Ambrosius von Mailand, 197)

Westminster Cathedral, London

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Nikolausfenster in Saint Gatien (2) - vom Jugendlichen zum Bischof

Geburt und Kindheit des hl. Nikolaus (1)

vom Jugendlichen zum Bischof:

Nikolaus mit 3 Mädchen, aber er entscheidet sich für ein zölibatäres Leben

Nikolaus lehnt es ab zu heiraten

Nikolaus in der Kirche

Der Laie Nikolaus wird zum Bischof gewählt (ca. 295 n. Chr.)

Um das Jahr 300 war das Christentum noch nicht offiziell als  Religion anerkannt, es gab noch keine großen Kirchenbauten, aber die Gemeinden des neuen Evangeliums waren schon gut organisiert. Die Christen versammelten sich in den Häusern der Vornehmen, die den neuen Glauben angenommen hatten. Diese Häuser wurden domus ecclesiae genannt, Haus der Gemeinde. Mit dem Wort Kirche bezeichnete man eben die Gemeinde, die Versammlung. Diese Gemeinden wählten ihre bischöfe, also die "Ältesten" und die Aufseher über die Seelsorge und das Wachsen der Gemeinde im Glauben und in guten Werken. Sie waren die Vorsteher der Gemeinde und vertraten sie auf den Konzilien, jenen Versammlungen zur Erkenntnis und Lösung von Problemen, zum Erlass von Bestimmungen, die den Christen einer oder mehrerer Provinzen nützlich sein sollten.
Normalerweise wurde einer von den Presbytern (Priestern) zum Bischof gewählt, also einer von den Männern, die sich für das Wohl der Gemeinden einsetzten, da sie von einem Bischof geweiht worden waren, damit sie die Eucharistie feiern konnten. Das unterschied sie von den Laien. Es kam aber auch vor, dass nicht einer von den Priestern zum Bischof gewählt wurde, sondern ein Laie. Das bedeutet nicht, dass er sofort zum Bischof geweiht worden wäre, er erhielt innerhalb weniger Tage die verschiedenen Weihen bis zur Priesterweihe und dann die Bischofsweise. So war es auch bei Wahl von Nikolaus.
Das heilige Schriftsteller stellt sie in seinem Bericht in einen epischen Rahmen, der wunderbare Zeichen enthält: Der Bischof von Myra war gestorben. Die Bischöfe aus der Umgebung hatten sich in einer domus ecclesiae versammelt, um der Stadt einen neuen Bischof zu geben. Einer von ihnen hatte in der Nacht einen Traum: Sie sollten den jungen Mann wählen, der am Morgen als erster die Kirche beträte. Sein Name sei Nikolaus.
Als die Bischöfe von diesem Traum hörten, wussten sie, dass der Auserwählte zu großen Dingen berufen sei. Sie blieben den Rest der Nacht im Gebet versammelt. Im Morgengrauen öffnete sich die Tür und Nikolaus trat ein. Der Bischof, der die Vision gehabt hatte, fragte ihn nach seinem Namen, führte ihn in die Mitte und stellte ihn vor. Alle waren sich einig, wählten und konsekrierten ihn zum Bischof von Myra.
Ob es wirklich so war? Eher nicht, denn zu Nikolaus´ Zeiten war das Volk bei der Bischofswahl beteiltigt. Der Verfasser dieser Erzählung hingegen lebte in einer Zeit, in der die Bischöfe autonom ohne das Volk zu befragen entscheiden konnten. Ihm waren zwei Dinge wichtig: Nikolaus wurde als Laie zum Bischof gewählt, seine Wahl war nicht das Ergebnis von menschlichen Absprachen, sondern der Wille Gottes.
(G Cioffari OP, Sankt Nikolaus, Leben, Wunder, Legenden, 15f)

Die Basilika des hl. Nikolaus in Bari

Nikolaus wird zum Bischof geweiht

Gläubige bei der Bischofsweihe, um 1275, Saint Gatien - Tours, Tours

Dienstag, 4. Dezember 2018

Barbara und die heilige Eucharistie

Barbara, Klosterkirche Heiligenkreuz


Die Heilige Barbara lebte in Nikordenien, in der Türkei. Sie hatte einen heidnischen Vater, war selbst aber bereits Christin. Der Vater wollte sie vom Christentum abbringen, sperrte sie in einen Turm und ließ sie streng bewachen. Der Legende nach wurde sie im Gefängnis auf wunderbare Weise durch die Hl. Eucharistie genährt. Da sie dem Drängen ihres Vaters, vom Christentum abzulassen, nicht nachgab, lieferte der eigene Vater seine Tochter schließlich an das Gericht aus. Angeblich wurde sie von ihrem eigenen Vater getötet. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember.

Barbara im Stephansdom

Tele-Kleinode in Heiligenkreuz (mit dem Glasfenster der hl. Barbara im Hintergrund)

Die hl. Barbara bringt dem hl. Stanislaus Kostka die Eucharistie



Allmächtiger Gott,
du hast der heiligen Märtyrin Barbara
die Kraft gegeben, bis in den Tod dir treu zu bleiben.
Im Vertrauen auf ihre Fürsprache bitten wir dich:
Steh uns bei in jeder Not und Gefahr
und stärke uns in der Todesstunde
mit dem Leib und Blut deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.



Laß mich, Herr, nie wieder in den Niederungen des rein Irdischen verharren.
Gewähre mir, daß die göttliche Sonne – der eucharistische Christus – immerfort mein Leben in Licht tauche!
Daß mein Flug nicht eher ende, bis ich in Deinem Herzen Ruhe finde!
(Josefmaria Escriva de Balaguer)

Montag, 3. Dezember 2018

Franz Xaver und das Kreuz

Franz Xaver verliert das Kreuz, das er ins Meer taucht, Kapelleneingang Javier


Hochaltarstatue des hl. Franz Xaver in der Kapelle in Javier (Litanei zum hl. Franz Xaver)

Die Marienverehrung des hl. Franz Xaver

Das Diorama in der Burg Javier

Die Armreliquie des hl. Franz Xaver in Il Jesu (Rom) 

Am Geburtsort des hl. Franz Xaver in Javier 2 (Leben des hl. in den Glasfenstern der Kapelle)

Am Geburtsort des hl. Franz Xaver (Gebet des hl. Franz Xaver)

Der Täufer Franz Xaver

Neuevangelisierung damals

Im Frühjahr 1546 hielt sich Franz Xaver auf der Insel Amboine bei Neu-Guinea auf, nördlich von Australien auf. Aus dieser Zeit stammt die folgende Anekdote aus dem Leben des Missionars: Auf einer Missionsfahrt erhob sich ein großer Sturm. Da tauchte Xaver sein Kreuz ins tobende Meer und betete zu Gott, dass er sie aus dieser Not befreien möge. Plötzlich verschwand das Kreuz in den Wellen. Erst 24 Stunden nach dem Unglück konnten sie auf der Insel Seran an Land gehen. Da kam eine große Krabbe aus dem Wasser heraus und brachte in ihren Scheren das verlorene Kreuz zurück. Xaver aber dankte eine halbe Stunde auf Knien Gott für so ein großes Wunder.

Ein Krebs bringt das verlorene Kreuz ans Land, Kapelleneingang Franz Javier

Samstag, 1. Dezember 2018

Nahum

Prophet Nahum, St Quen, Rouen,

Nahum, Tröster, aus Elkosch, der 7. der kleinen Propheten verkündete nach Ausweis seines Buches Nahum (Nah) zwischen 663 und 612 als Trostprophet das Ende der Gerichtszeit über Israel. Im Zentrum des Buches steht eine Weissagung gegen Ninive. Nahum weissagt den Untergang der assyrischen Stadt. Theologisch steht die Macht Gottes im Vordergrund, der auch fremde Mächte in den Dienst nimmt.

Ein eifernder Gott, der Vergeltung übt, ist der Herr.
Vergeltung übt der Herr und ist voll Zorn.
Der Herr übt Rache an seinen Gegner und hält fest am Zorn gegen die Feinde.
Der Herr ist langmütig und groß an Kraft; doch ganz sicher lässt der Herr nicht ungestraft.
In Wirbel und Sturm nimmt er seinen Weg, die Wolken sind der Staub seiner Füße.
Er droht dem Meer und macht es trocken, alle Flüsse lässt er versiegen.
Verwelkt sind Baschan und Karmel, die Blüte des Libanon ist verwelkt.
Die Berge beben vor ihm und die Hügel geraten ins Wanken. Es verödet die Erde vor ihm, der Erdkreis und alle seine Bewohner.
Vor seinem Groll - wer kann da bestehen?
Wer hält stand in der Glut seines Zorns?
Sein Grimm greift um sich wie Feuer und die Felsen bersten vor ihm.
(Nah 1,1-6)

Prophetenfenster, St Quen Rouen, 1335/1339